Juni 06, 2019
Eine traurige Geschichte

Achso, das Ding hier gibt es ja auch noch. Wohlan!
Vor einigen Tagen lass ich eine traurige Geschichte.
Es war die Geschichte des Riesenalk. Nein, das ist kein Mensch mit einem Rauschmittelproblem, sondern ein Vogel. So eine Art Pinguin der Nordhalbkugel. Schwarz und weiss, unfähig zu fliegen, eleganz im Wasser, träge an Land.
Sie sind aber nicht verwandt, also der Pinguin und der Riesenalk.
Und, der Riesenalk ist ausgestorben. Sowas ist immer traurig. Man weiss auch recht genau, wann er ausgestorben ist, der Riesenalk, nämlich so um 1852 und man weiss auch, wie: Das letzte Paar wurde erwürgt, das letzte Ei wurde zertreten. Die Verantwortlichen sind auch namentlich bekannt. Steht alles im Internet.
Das berührte mich. Wer erwürgt denn bitteschön einen Vogel? Wer macht denn sowas? Und "das ist aber keine schöne Art, auszusterben" dachte ich.
Schöne Arten, auszusterben:

- Sich für andere Opfern
- Planet wird für eine intergalaktische Umgehungsstraße gesprengt
- Freiwillig (aus Protest oder Nihilismus maximus)

Das Problem des Riesenalks war es wohl, dass er an Land total lahm war, dass er ganz gute Daunen hatte, dass er sich nicht besonders gut vermehrte, dass seine Knochen ganz gut brannten und dass er zu nah an den bösen Menschen lebte. So wurde er massenhaft erschlagen, seine Federn gerupft und seine Knochen verbrannt. Der arme Alk.
Aber nun zum Würgen: Die Leute merkten wohl, dass die Riesenalke langsam knapp wurden und weil jedes Museum gerne einen Riesenalkbalg haben wollte, wurden die letzten Exemplare wohl taxidermiefreundlich getötet und das machte man dann wohl durch Erwürgen. Trotzdem nicht schön.
Ich bin traurig, dass der Riesenalk ausgestorben ist. Dem Dodo weine ich allerdings keine Träne hinterher.

Posted by banana at 01:17 EM | Comments (8)
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