Dezember 20, 2018
Hoffnung: Zerstört

Weihnachten? Bin ich nicht so für!
Das ist nichts Neues, es schadet aber auch nichts, wenn ich erneut darauf hinweise.
Das Geschenkeding hat für mich seinen Reiz verloren und zwar schon vor vielen Jahren und damit ist auch das Weihnachtsfest nicht mehr interessant. Ich habe keine Saite, die vom Weihnachts-Spirit gezupft wird.
Oft laufe ich durch die dunklen Straßen und verweile vor einem Fenster, aus dem mit LED-Cluster stoboskopartig gleissende Lichtnachrichten senden und dann fühle ich mich schlecht, weil keine andächtige Stimmung in mir aufkommen will.
Eigentlich fühle ich mich andauern wegen Dingen schlecht, die überhaupt nichts mit mir zu tun haben. Ich glaube, das ist das Fazit für dieses Jahr.
Aber: Es gibt auch schöne Dinge in der Wie-Wa-Weihnachtszeit: Orangen nämlich.
Orangen zu essen bereitet mir große Freude und dabei ist es gar nicht mal der Verzehr der kleinen säuerlich-frischen Vitaminspender, sondern vielmehr das Schälen und zerteilen.
Ich nehme ein Obstmesser, befreie die Frucht von beiden Polkappen und schneide die Schale entlang acht imaginärer Längengrade in gleichem Abstand ein, aber nur so tief, dass ich das feine Häutchen, welches das Fruchfleisch umgibt, nicht verletzte. Dann schäle ich die Schale mit den Fingern ab und versuche dabei, acht gleiche Stücke zu erhalten, die eine perfekte Form haben. Als nächstes ziehe ich - wo möglich - die weisse Zwischenhaut von der Kugel, wozu ich das Messer benutze. Auch dabei darf die Frucht nicht verletzt werden. Jetzt sind die Stöpsel an beiden Enden der Frucht an der Reihe, bevor ich endlich die zum Aufbrechen komme und die Orangenspalten sauber voneinander trenne und vor mir aufreihe.
Das ist ein sehr geordneter, sehr beruhigender und sehr befriedigender Vorgang, der nur mit Orangen in korrekter Weise durchzuführen ist.
Mandarinen sind zu klein, die Pelle ist zu dünn, zu brüchig, zu lederig oder was weiss ich denn, auf jeden Fall immer falsch, Pampelmusen sind zwar ähnlich, aber dennoch eine grundlegend andere Erfahrung, weil man irgendwann total voller Pampelmusensaft ist und Pomelos gehören in den Werkunterricht.
Pampelmusen und Pomelos bereiten mir auch Freude, aber dafür muss ich in einer besonderen Stimmung sein.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, Orangen professionell zu schälen. Leider gibt es diesen Beruf gar nicht. Ich weiss nicht, ob Orangensafthersteller die Orangen schälen, bevor sie sie auspressen, aber ich denke mal: Nein.
Mandarinen gibt es in Dosen zu kaufen, also müssen sie auch geschält werden. Mandarinenschälen macht mir aber keinen Spaß. Da gibt es nur den Wettbewerb, die Schale in einem Stück abzubekommen, aber das reizt mich nicht.
Ausserdem werden die Mandarinen auch nicht von Hand geschält, sondern chemisch.
Alles doof.
Da hat man mal einen Beruf gefunden, der einem Spaß machen würde und dann gibt es den gar nicht.

Posted by banana at 09:50 FM | Comments (4)
Dezember 17, 2018
Tiere und Klugscheissen

Ist Tieren eigentlich egal, was sie essen? Also finden sie den Geschmacksapekt des Essens wichtig? Ich glaube nicht.
Nun scheint es bei Tieren so zu sein, dass sie manche Dinge besonders gerne mögen. Also wenn man einem Tier einen Kohlrabi und eine Erdbeere gibt, dann wird das Tier zuerst das essen, was es lieber mag, aber ich denke nicht, dass Tiere besondere Anstrengungen unternehmen, um leckeres Essen zu bekommen.
Also Löwen werden nicht extra ein Gnu jagen, weil es besser schmeckt, als ein anderes Tier, aber mehr arbeit macht, Katzen werden Mäuse nicht dazu zwingen, Käse zu essen, weil eine Käsemaus besser schmeckt, als eine ungefüllte und so weiter und so fort.
Der Mensch ist da anders. Aber ist ja auch eigentlich egal.
Niemand mag Klugscheisser. Das ist klar. Manche Leute wissen aber einfach viel und das kann (und sollte) man auch niemandem vorwerfen. Und wenn andere Leute dann falsche Dinge behaupten, dann ist es manchmal schwer, seine Fresse zu halten. Ich persönlich mag es nicht besonders, andere Leute zu korrigieren. Ich bin dann ruhig.
Schwer ist das zum Beispiel bei dem Wort "Status". Wie wir natürlich alle wissen, lautet der Plural von "Status" nicht "Stati", sondern "Status" (mit langem U). Und das ist wirklich ein Grenzfall, bei dem es sehr schwer ist, nichts zu sagen. Wenn Leute dann nämlich schlau sein wollen und zeigen wollen, dass sie wissen, das die korrekte Pluralendung von lateinischen Worten, die auf "us" enden in der Regel "i" ist (vgl.: Bonus/Boni) und es dann aber falsch machen, dann ist es besonders schwer, nichts zu sagen. Ich entscheide dann meistens nach Sympathie. Und, naja, es macht ja auch nicht gerade sympathische, solche Dinge zu wissen.
Besonders schwer wird es dann im Gespräch, wenn man das Wort dann nämlich selbst benutzen muss. Nichts zu sagen und dann aber von "Status" (mit langem "u") zu reden, ist ja irgendwie auch hündisch. Ich reden dann meistens von Zuständen. Zugegebenermaßen klingt "Stati" ja auch besser, als "Status" (mit langem "u").
Der Plural von Sinus ist übrigens Sinus. Mit langem "u". Aber das braucht man zum Glück nicht so oft.

Posted by banana at 11:20 FM | Comments (6)
Dezember 03, 2018
Die Sache mit der Verhältnismäßigkeit

Wie wir alle wissen, sind Flugzeuge sehr, sehr teuer. Sie sind so teuer, dass auf der Webseite von den Flugzeugherstellern überhaupt keine Preise angegeben sind, nichtmal Richtwerte. Man kann die Maschinen ja auch nicht einfach so online bestellen. Zack! Jumbojet in den Warenkorb und dann "Zur Kasse gehen". So läuft das nicht.
Nein, dazu sind sie zu teuer. Und es gibt auch so viele Sonderwünsche, die man äussern muss. Wer einen Flieger kaufen will, muss ordentlich latzen. Das steht fest.
Deshalb verstehe ich es nicht, warum diese Sauerstoffmasken so derartig billig gemacht sind. Sie sehen einfach unglaublich billig aus. Da gibt man Millionen für ein Flugzeug aus und dann bekommt man so derartige billige Sauerstoffmasken? Das kann doch wohl nicht wahr sein.
Und bei jedem Flug bekommt man die Billigkeit der Sauerstoffmasken unter die Nase gerieben, weil man sich die Sicherheitsvorführung anschauen muss. Da denke ich mir jedes Mal, dass das doch eigentlich ganz schön peinlich ist, mit welcher Produktqualität hier gearbeitet wird. Ich stelle mir vor, wie die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter peinlich berührt sind, wenn sie diese Dinger vorführen müssen.
Es wäre doch viel geiler, wenn das so Darth Vader-mäßige Stormtrooper-Masken wären, die einen so richtig cool aussehen lassen und nicht so gelbe Joghurtbecher mit Frühstücksbeutel vorne dran.
Nein, die müssten so richtig geil aussehen und so fiese Geräusche machen, wenn man sie aufsetzt. Mit Licht- und Soundeffekten! Dann würde man sich vielleicht sogar auf einen unterwarteten Druckabfall in der Kabine freuen, weil man dann mal echt cool aussehen würde. Oder so Überraschungsmasken. Der eine ist dann George Busch und der andere Angela Merkel. Das wäre auch gut für die Stimmung im Katastrophenfall. Da hätte man noch was zu lachen.
Aber nein, nein, nein.
Das verstehe ich nicht. Diese Masken können doch nicht mehr als zwei Euro kosten. Also die Masken, wie sie aktuell eingesetzt werden. Das steht doch in keinem Verhältnis zum Gesamtpreis. Da könnte man doch auf etwas mehr Luxus setzen.

Posted by banana at 09:50 FM | Comments (5)
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