Juli 30, 2018
Gute Musiker und gute Sprache

Heute erkläre ich Euch mal, woran man einen guten Musiker erkennt.
Es ist ganz leicht! (Gilt natürlich auch für Musikerinnen, ist doch logo, wie Keksbrühe)
So wird es gemacht: Man muss sich das Foto von dem Musiker anschauen. Wenn er auf dem Foto mit seinem Instrument zu sehen ist, dann ist er ein schlechter Musiker. Wenn er ohne sein Instrument zu sehen ist, dann ist er ein guter Musiker.
Fertig.
Es gibt zwei Ausnahmen: Wenn der Musiker gerade das Instrument spielt, z.B. bei einem Konzert und bei Pianisten.
Die naheliegenste Erklärung dafür ist, dass gute Musiker oft sehr bekannt sind. Hat es z.B. Eric Clapton nötig, auf einem Foto eine Gitarre in die Hand zu nehmen? Nein, das hat er nicht! Jeder kennt Eric Clapton und weiss, dass er Gitarre spielt.
Es gibt drei Ausnahmen: Wenn der Musiker gerade das Instrument spielt, z.B. bei einem Konzert und bei Pianisten und wenn ein Musiker ein Instrument in der Hand hat, dass er aber gar nicht spielen kann.
Also wenn man Eric Clapton sieht, dann weiss man sofort: Aha, das ist ja der Eric Clapton, der bekannte Gitarrist! Oder der Mark Knopfler (da weiss jeder, was er spielt, aber keiner, wie man ihn ausspricht). Und wenn die dann z.B. eine Trompete in der Hand haben, dann kann man sagen: Oho! Guter Musiker! Und lustig.
Alle anderen Musiker nehmen ihr Instrument in die Hand, damit das Foto etwas Kontext bekommt. Damit der Betrachter weiss, dass es ein Musiker ist und wenn der Betrachter das erst gezeigt bekommen muss, dann ist Hoffen und Malz ohnehin schon verloren. Ausserdem haben richtige Musiker ihr Instrument fast nie in der Hand, weil: Sie haben schon geübt. Viel realistischer wäre es, wenn man sie mit einer Bierflasche in der Hand abbilden würde.
Wann habt ihr zum ersten Mal das Wort "eh" gehört? Also im Sinne von "dafür ist es jetzt eh schon zu spät". Ist das Wort "eh" überhaupt bundesweit im Einsatz (und Ausland!) oder ist das nur so eine regionale Geschichte. Mir kommt es so vor, als wäre das nicht so richtig Hochdeutsch. Im Fernsehen (z.B. Nachrichten) sagt das nie jemand. Für mich ist es so eine Art inoffizielle Abkürzung von "ohnehin" oder "sowieso", aber weil das so schwer zu sagen ist, sagt man eben "eh".
Ich hörte es zum ersten Mal bei einem Freund, als ich ein Kind war. So ein Grundschulkind. Vorher hatte ich das noch nie gehört, aber ich spreche auch ein sehr gutes und hohes und akzentfreies Deutsch und auch ein sehr reines. Also ich rede, wie gedruckt.
Damals dachte ich mir "ok, das ist ja sehr praktisch, dass ich jetzt nicht mehr dauernd ohnehin sagen muss, aber so richtig richtig fühlt sich das nicht an". Ja, das dachte ich damals. Und bis heute habe ich ein schlechtes Gefühl, wenn ich es sage, aber ich sage es trotzdem, wei "ohnehin" klingt immer sehr geschraubt.

Posted by banana at 12:17 EM | Comments (14)
Juli 18, 2018
Tierkunde - Lernen sie die Fakten

Das Schuppentier ist ein sehr gutes Tier. Der Hauptgrund dafür ist, dass es das Wort "Tier" im Namen hat. Das hat etwas sehr einfaches, rurales.
Rural war das falsche Wort, aber ich mag dieses Wort, deswegen habe ich es benutzt. Was dagegen?
Das Schuppentier hat einen Panzer aus Schuppen. Das ist auch das erste, was einem auffällt, wenn man ein Schuppentier sieht. Deswegen heisst es ja auch Schuppentier, denn derjenige (oder diejenige), wo dem Tier den Namen gegeben hat, wird sich gedacht haben "manchmal ist die erste Idee die beste". Ausserdem hat es praktisch keine Konkurrenz in Sachen geschuppte Säugetiere. Auch ein weiterer Grund für den bestechend einfachen Namen. Einfachheit muss man sich eben leisten können. Lena, Sascha und auch Elvis können ein Lied davon singen.
Weitere Fakten über das Schuppentier: Es kann sehr gestankvoll feuchtfurzen und setzt diese Fähigkeit zur Abwehr ein; ähnlich, wie das Stinktier (bemerke: Auch hier "Tier" im Namen = le plus cool). Das Schuppentier kann sich zu einer schuppigen Kugel zusammenkugeln und setzt diese Fähigkeit zur Abweht ein. Ähnlich, wie die Kellerassel.
Das Schuppentier ist das am meisten illegal gehandelte Säugetier der Welt. Was man mit den ganzen Schuppentieren macht, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich vermute, dass es etwas mit schlaffen Pimmeln zu tun hat.
Genug über das Schuppentier.
Oder? Es hätte ja auch sein können, dass es ein Tier gibt, das sich am liebsten in Schuppen aufhält (also in dem Gebäude). Das hätte dann auch Schuppentier heissen können. Jetzt werdet ihr wahrscheinlich sagen, dass es ja wohl total abartig ist, dass man Tiere danach benennt, wo sie sich aufhalten, aber ich sage dann einfach nur Kellerassel, Grottenolm, Turmfalke und Wüstenfuchs. Oder Laubfrosch oder Steinadler. Wobei ich mir bei den letzen beiden nicht so sicher bin.
Ich möchte noch über ein anderes Thema spechen: Bananenschalen. Neulich lief ich so meiner Dinge, da lag eine Bananenschale auf dem Gehsteig. Da merke ich, dass die Gefahr, die angeblich von Bananenschalen auf dem Trottoir ausgeht - also die Gefahr des Ausrutschens auf Bananenschalen - ist viel geringer, als uns, speziell in jungen Jahren, suggeriert wird. Schuld sind Komiker, die nicht genug über gute Witze nachdenken.
Ist aber auch nicht so schlimm.

Posted by banana at 05:17 EM | Comments (7)
Juli 17, 2018
Verkauft und geirrt und dunkel

Ich bin auf einen Marketing-Trick reingefallen. Ich ärgere mich!
Ich kaufte Schokoriegel für das Bureau, damit sich meine Kollegen einen Riegel nehmen können, wenn sie erschöpft sind und neue Kraft suchen, einfach nur um weiterzumachen. Jeden gottverdammten Tag!
Erster Reinfall: Ich kaufte das BIG PACK mit mehr Inhalt und zwar ohne nachzurechnen, ob mir das eine Ersparnis bringen würde, so auf einer pro-Riegel Basis. Zweiter (und schlimmer) Reinfall: Ich kaufte die falschen Riegel. Ich kaufte die Spezialausgabe mit weisser Schokolade, obwohl ich gar keine weisse Schokolade mag. Was soll das überhaupt, mit der weissen Schokolade. Wer hat sich denn sowas ausgedacht? Das schmeckt doch gar nicht nach Schokolade. Ich finde, da sollte sich mal der Verbraucherschutzminister*innen drum kümmern! Da steht Schokolade drauf und dann ist es überhaupt keine Schokolade.
Moment, steht gar nicht Schokolade drauf, aber das hindert mich ja wohl nicht, mich darüber aufzuregen. Ich finde, das sollte verboten werden, dass weisse Schokolade überhaupt Schokolade heisst. Das ist für mich viel schlimmer, als dass vegetarische Wurst Wurst heisst.
Oder beides! Beides verbieten, Affe zu, Affe tot! Dann ist Ruhe im SUV.
Wo war jetzt nochmal der Reinfall: Achso, ja, genau. Nehme den Faden wieder auf.
Im Moment feiern wir ja gerade die Fußball-Meisterschaft und in der Packung, die ich kaufte, wurden mir drei Team Cards versprochen und auf diese Team Cards war ich dann natürlich und auch nur mehr als verständlich dermaßen scharf, dass meine Sinne geschwächt wurden und ich nicht mehr so genau darauf achten konnte, ob ich nun die Riegel mit Schokolade oder die Riegel mit dem farblosen Schokosurrogatextraktimitat kaufte. Und zack! Falsch gekauft, ärger, ärger, ärger.
Ich ärgere mich über mich selbst. Meine Kollegen essen es aber trotzdem. Sie geben aber leichte mürrische Laute von sich, wenn sie die Riegel wortlos zwischen ihren Molaren zerreiben. Das fällt mir natürlich auf. Ich selbst konsumiere die Produkte nicht, denn sie machen sehr dick und schlechte Haut und unruhig und abhängig.
Vornahme: Weniger impulsiv handeln, erst denken, dann handeln. Bei erhöhter Erregung tief durchatmen und bis 20 zählen.
Maßnahme zur Sicherung: Willenskraft.
Belohnung: Gesteigerte Selbstrespektierung.

Posted by banana at 04:31 EM | Comments (8)
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