Mai 02, 2018
Hausaufgaben

Manchmal kaufe ich mir neue Kleidung. Der Grund dafür ist meistens, dass die alte Kleidung verschlissen ist oder nicht mehr so richtig sitzt (zu groß, verschossen vom vielen Ausbessern).
Man möchte ja flott aussehen, in dieser Zeit, denn es ist noch nicht aller Tage Abend!
Ein Freund von mir sagte mal "Die Angst stirbt zuletzt", ich als Traditionalist bleibe aber dabei, dass die Hoffnung zuletzt stirbt, obwohl er wahrscheinlich recht hat.
Wenn ich neue Kleidung kaufe, dann fällt mir folgendes auf: Diese Waschzettel werden immer größer und länger, sind dabei aber nicht mehr schmiegi-flauschi, sondern eher sprödi-stechi. Das ist doch nicht schön! Woran aber liegt das?
Als Grund habe ich herausgefunden, dass die Anweisungen zum Waschen, Bügeln und die Zutatenliste undsw. undsf. in immer mehr Sprachen in die Kleidung eingebaut wird. Manchmal sind die Dinger 10cm lang und auch noch doppellagig. Dafür kann die Kleidung aber auf der ganzen Welt in Muttersprache gewaschen, getrocknet und gebügelt werden.
Was mir noch aufgefallen ist, ist, dass diese Dinger dann auch so Schnittanweisungen aufgedruckt haben. Damit meine ich so ein Scherensymbol und daneben eine gestrichelte Linie, die einem sagt, wo man ansetzen muss.
Sie sagen einem also sogar, wo man die Zettel abtrennen soll.
Warum werden die überhaupt da reingenäht, wenn man sie dann doch abschneiden soll? Ich vermute gesetzliche Vorgaben. Ich vermute auch, wenn man da mal nachfragen würde, bei den Herstellern, was man denn mit den Dingern machen soll, nachdem man sie appenitten hat, dass einem dann die Auskunft erteilt werden würde, dass man die Schnippis aufheben soll, damit man weiss, was alles im Pulli drin ist und wie man ihn zu waschen, zu trocknen und zu bügeln hat, damit man, falls das Kleid dann zerstört ist, nachvollziehen kann, dass man ganz alleine die Schuld dafür trägt.
Das ist die Welt in der wir leben. Wir schneiden Schnipsel aus nagelneuer Kleidung und ordnen sie nach einem System, das uns eine Zuordenbarkeit zwischen Schnuppfi und Kleidung ermöglicht.
So ist das in der modernen Zeit. Man bekommt öfters Ratschläge und Anweisungen, die theoretisch zu befolgen sind aber in der Praxis total blöd und unpraktisch sind. Der Grund: Kostenersparnis. Vermute ich mal.
Hausaufgabe: Sammele zehn Beispiele für diese These.
Viel Spaß wünscht: bna

Posted by banana at 05:00 EM | Comments (0)
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