August 29, 2017
War alles ganz anderster

Gestern hatte ich einen Zufall.
Ich entdeckte, dass ein namhafter und sehr guter Schuhersteller aus dem Bereich Sports and Freetime und Athletics und Trim Trab einen Turnschuh/Sneaker/Trainer (cool people sagen Trainer, weil Sneaker ist aus USA und USA ist uncool, weil im Moment politisch sehr problematisch und die Leute...) wieder aufgelegt hat, den ich in den Zeiten meiner Jugend getragen habe. Das war Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts im letzten Jtsd.
Es mochte diese Schuhe sehr. Sie waren gut. Sie waren bequem, verliehen mir ein schickes Aussehen mit einem sportlichen Touch und die Schnürung hielt, wie eine eins.
Ich trennte mich von den Schuhen im Jahr 1994. Ich weiss das zufällig genau, denn nach langer Zeit des ausgiebigen Tragens der Schuhe trug ich sie auch in einem Italienurlaub im Jahr 1994. Der andere Mitreisende beschwerte sich täglich über den Gestank meiner Schuhe am Strand. Leider muss ich einräumen, dass die Mauken tatsächlich so sehr rochen, dass eine vorbeifliegende Hummel sofort gekotzt hätte, aber nur, wenn ich am Strand war. Denn dann waren die Füße aus den Schuhen raus und die Öffnung somit größer, dann stanken sie. Trug ich die Schuhe jedoch, so stanken sie nur, wenn man mit der Nase relativ nahe dran war.
Waren wir am Strand, dann drehte er die Schuhe dann, also mit der Öffnung nach unten und das führte dazu, dass sie voller Sand waren und pekig waren sie ohnehin und so trennte ich mich nach dem Urlaub schweren Herzens von den Schuhen. In der Mülltonne fiel der Gestank dann gar nicht mehr so dolle auf.
Es waren gute Schuhe.
Jetzt gefallen mir die Schuhe immer noch. Auch in der Neuauflage. Ich finde sie flott und modern und werde sie bald tragen. So muss ein Trainer aussehen!
Das wirft die Frage auf: Mag man besonders den Stil der Kleidung, die man in der prägendsten Phase des Lebens getragen hat?
Scheissegal! Es gab bestimmt keine Zeit, in der diese zahnbelagfarbenen Klamotten Hip waren, mit denen die alten Knacker heutzutage über den Rollator Highway schieben.
Ich habe jetzt auch null Böcke übrig, über diesen blöden Kram zu schreiben.
Was weiss ich sonst?
In meinem Heimatdorf ist ein IT-Verbrechen geschehen. Jemand ist in eine Musikschule eingebrochen und hat Daten auf einem Rechner gelöscht. Mit dem Netzwerk haben sie es nicht so. Mit der Cloud schon gar nicht. Wenn ich es mir recht überlege, war es aber alles ganz anderster.

Posted by banana at 04:13 EM | Comments (4)
August 14, 2017
Sport vom Wochenende

Es ist Montag. Gestern war Sonntag. Sonntag ist Wochenende. Das Wochenende war gut. Ich lag für lange Zeit auf dem Sofa und schaute anderen Leuten beim Treiben von Sport zu. Auch das ist anstrengend, wenn man weiss, wie.
Für die Chronisten: Es war Leichtathletik Weltmeisterschaft in London. Das war super! Ich habe ja schon öfters als oft geschrieben, dass Gehen eine sehr gute Sportart ist. Deswegen schreibe ich heute nicht über das Gehen, sondern über den Hammerwurf.
Hammerwurf ist eine sehr gute Sportart, denn sie ist sehr sinnlos und kompliziert. Das sind die beiden Kriterien, die eine gute Sportart ausmachen. Beispiel für eine andere gute Sportart: Stabhochsprung.
Hausaufgabe: Welche anderen guten Sportarten kennst Du? Frage auch Deine Geschwister und Eltern (inkl. Patchwork).
Wenn man Weltmeister im Hammerwerfen ist, dann bringt einem das relativ wenig für andere Berufe. Also abgesehen von der körperlichen Grundfitness gibt es sehr wenige Berufe, in denen man Dinge nach einer Drehung sehr weit schleudern muss, denn - und dieser Gedanke muss erlaubt sein - ist der Name Hammerwerfen eigentlich sehr, sehr, sehr, sehr irreführend (vgl. Leberkäse).
Haha, Faden verloren. Kann ja mal passieren.
Zum Ersten wird beim Hammerwerfen nichts geworfen, sondern geschleudert und zum Zweiten handelt es sich bei dem geschleuderten Gegenstand nicht um einen Hammer, sondern um eine Kugel an einem Stahlseil mit Griff. Damit haben wir schon die beiden Wortbestandteile des Begriffes Hammerwerfen aufgebraucht. Aber das ist wohl alles historisch bedingt und war früher mal anders. Da hat man tatsächlich mit Hämmern geworfen. Verrückt (vgl. Kotflügel).
Viel treffender benannt ist zum Beispiel das Kugelstoßen. Aber das nur am Rande.
Der Hammerwurf bleibt auch sonst sympathisch schrullig. Der "Hammer" wiegt bei den Herren 7,26kg, das Seil misst 1,22m und der Schleuderkreis hat einen Durchmesser von 2,135m. Jetzt ratet mal, wo das Hammerwerfen erfunden wurde.
a) England
b) Ein kleiner spitzer Stein.
Richtig ist Antwort a. Fragen? Keine.
Bei den Frauen wiegt die Schleuderkugel am Draht übrigens 4 Kilo. Wie langweilig.
Das klingt jetzt alles sehr negativ, aber das Hammerwerfen ist ein toller Sport beziehungsweise eine tolle Displin! Wie die Damen und Herren dort durch den Kreis rotieren, dass ist toll! Immer so auf der Aussensohle des einen Schuhs. Ich stelle mir dann immer vor, wie die Mutter der kleinen Hammerwerferinnen schimpft, weil immer die Aussensohle von nur einem Schuh total abgenutzt ist, vom vielen Rotieren und wie dann andere Dinge passieren und so weiter etc. PP.
Ja, das stelle ich mir vor.
Dann fliegt der Hammer so durch die Luft und die Kugel weiss genau, wo es langgeht und der Draht und der Griff fliegen mit, aber so richtig überzeugt wirken sie nicht und dann schlägt das Ding in den Rasen ein, dass es spritzt und dann weint der Rasenwart, weil er den Rasen jahrelang gemäht, gedüngt und gefärbt hat, aber alle jubeln dem Hammerwerfer zu und der freut sich, weil er in diesem Moment nicht an seine berufliche Zukunft denkt, an ein Leben nach dem Sport.
Ich hatte ja immer etwas gehofft, dass sich das Hammerwerfen aus einer alten Kriegstaktik entwickelt hat, dass vielleicht früher einmal starke Menschen Hämmer gegen Burgwände geworfen haben, um das trutzige Gemäuer zum Einsturz zu bringen, aber nichts dergleichen. Es war schon immer total sinnlos.
Wie ich bereits sagte: Eine tolle Sportart!

Posted by banana at 01:24 EM | Comments (0)
August 10, 2017
Welche Versionsnummer? Update!

Was mich sehr glücklich macht, ist die Tatsache, dass das Telefonieren langsam ausstirbt. Ok, vielleicht ist das auch nur mein Eindruck, weil ich in einer Branche stecke, in der nur soziophobe Asseln und anderes lichtscheues Gesocks arbeiten, aber in meinem Umfeld ist es so und ich beobachte innerlich feixend, wie das Telefon auf dem Schreibtisch unter einer langsam immer dicker werdenden Staubschicht verschwindet.
Da fällt mir auf, ich muss dringend mal wieder den Putzdienst anschwärzen. Analphabetentum schützt vor Strafe nicht!
Auf jeden Fall ruft mich keiner mehr an, so professionell. Der Apparillo schweigt und schweigt und schweigt.
Das heisst nichts, dass die Leute nichts mehr wollen. Sie benutzen nur andere Kanäle. Sie benutzen jetzt Instant Messaging. Das kennt man noch von AOL.
Wenn mir also jetzt einer eine Message schreibt, dann kommt so ein kleines Fenster, das ist das Telefonklingeln der modernen Zeiten und dann kann man auf "Reply" (Antworten) oder "Ignore" (Ignorieren) klicken. Wenn man auf "Ignore" klickt, dann verschwindet das Fenster und sonst passiert nichts. Man hat mit keinerlei negativen Auswirkungen oder Repressalien oder schiefen Blicken zu rechnen. Wenn man auf "Reply" klickt, dann öffnet sich ein kleines Unterhaltungsfensterchen und man kann mit dem Chat beginnen. Pongo Pingo, Pingo, Pongo, Pongo, Pingo, auf bald, Herr Kapitän!
So läuft das bei uns in der Hood.
Natürlich erstreckt sich die IM (Instant Messaging) Kommunikation über weite Felder des beruflichen Spektrums. Denn nur, weil man mit den Leuten nicht mehr verbal kommunizieren muss, heisst das ja nicht, dass man es nicht trotzdem hassen kann. Es macht die Sache nur noch angenehmer. Es ist ja auch schöner, sich mit einem scharfen Messer in die Finger zu schneiden, als mit einem Stumpfen, weil es schneller geht. Moment, dieser Vergleich war jetzt zwar sehr bildlich, aber trotzdem nicht besonders gut. Ich ändere das dann später. Haha auch so eine Business-Lüge 101.
Manchmal aber - und damit knüpfe ich an das weiter oben Geschriebene an - gibt es aber auch so Privatkommunikationskonversationen, die sich in der Regel auf Beleidigungen aus der untersten Schublade beschränken, zum Beispiel schreibt mir jemand, dass ich heute mal wieder riechen würde, als sei die Seife rationiert. Das ist nicht schön, wird dann aber verbal dermaßen vergolten, dass die Schreiberin heisse Backen bekommt. Allein vom Lesen!
Nun gibt es dabei aber ein klitzikleines Problem. Wenn man mal nicht am Arbeitsplatz ist, weil man zum Beispiel mal weg ist, dann erscheint das bereits oben beschriebene "Reply / Ignore" Fenster und was passiert wohl, wenn man weder auf "Reply" noch auf "Ignore" klickt, weil man das mangels Anwesenheit nicht kann? Ja, was passiert dann? Dann passiert folgendes: Das Unterhaltungsfenster öffnet sich trotzdem und leuchtet seine Schmähungen weit sichtbar ins Großraumbüro hinein.
Das ist aber nicht schön! Ich würde das gerne umkonfigurieren, damit das Fenster nicht mehr aufgeht und ich habe auch schon nach der entsprechenden Einstellung gesucht, wurde jedoch nicht fündig.
Dann ging ich ins Internet. Dort suchte ich in einer Suchmaschine durch den Cyberspace! Ich hoffe auf Lösung des Problems. Fand aber nur einen Gleichgesinnten, der direkt beim Hersteller der Software um Hilfe angefragt hatte.
Ich hoffte, ihm würde geholfen, auf dass ich eine ähnliche Lösung auch bei mir anwenden konnte. Er fand aber nicht die Lösung, sondern nur weitere Fragen.
So ist das immer, wenn man Hilfe braucht. Immer.
Versonsnummer? Update!

Posted by banana at 04:30 EM | Comments (2)
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