September 19, 2016
Radfahren im Amsterdam

Gestern und vorgestern und ein bisschen von Vorvorgestern war ich in Amsterdam. Das liegt in Holland. Deswegen erzähle ich Euch jetzt, wie das so läuft mit dem Radfahren in Amsterdam. Ich bin da nämlich mit dem Rad gefahren. Ich hatte vergessen, das mitzuerwähnen. Ich habe das hiermit nachgeholt.
Lest auf keinen Fall irgendwelche anderen Artikel zum Thema Radfahren in Amsterdam. Alle anderen Artikel wollen Euch nur einschüchtern, weil sie Euch erzählen wollen, dass das ja ach so besonders wäre und ach so anders als in anderen Städten, das mit dem Radfahren in Amsterdam. Sie wollen Euch das so verkaufen als wäre der ach so tolle Artikelschreiber, der den Artikel über das Radfahren in Amsterdam schreibt ach so besonders und ach so mutig, weil er sich getraut hat, sich in das Haifischbecken zu setzen, dass das Radfahren in Amsterdam angeblich nunmal sein soll, weil er dann ach so toll aussieht und auch ach so mutig.
Also, jetzt kommt hier die Wahrheit, live und direkt und your Face.
Das Radfahren in Amsterdam ist sehr gefährlich und sehr schwierig.
Hahahahaha. Reingefallen. Das war nur ein Witz.
Das Radfahren in Amsterdam ist eigentlich ganz normal. Radfahren verlernt man ja sprichwörtlich nicht. Ob das überhaupt stimmt, weiss natürlich keiner, weil es absolut keine wissenschaftliche Relevanz hat, bis dann der Stern kommt und schreibt "Was sie bis jetzt beim Radfahren immer falsch gemacht haben". Ich habe am Wochenende gelernt, dass es tatsächlich Leute gibt, die nicht Radfahren können. Muss man also lernen. Das steht fest. Ob man es verlernen kann, muss erst noch empirisch festgestellt werden. Oder der Spiegel. Der schreibt auch so Sachen.
Also die Radwege sind einfach etwas besser und breiter und manchmal haben sie einen durchbrochenen Trennstrich in der Mitte. Dann ist mit Gegenverkehr zu rechnen. Also immer rechts fahren, besonders, wenn man ein langsamer Otto ist. Die meisten von Euch werden langsame Ottos sein, denn die meisten von Euch werden auch Leihfahrrädern unterwegs sein und die sind meistens leider ziemlich scheisse und ausserdem sind die so hollandradmäßig und als Westeuropäer kann man auf Hollandrädern einfach nicht schnell und gut fahren, es sei denn, man hat schon mit der Muttermilch Hollandräder gegessen.
Eine kleine Geschichte am Rande. Als ich das erste Mal in Amsterdam war, das war Neunzehnhundertdickmilch, da musste ich lachen, weil alle Leute mit Hollandrädern unterwegs waren. Ich dachte, die heissen einfach nur so, wie es ja auch zum Beispiel Franzosenkraut heisst, ohne, dass da Franzosen dranhängen würden. Aber dann wurde mir klar: Das heisst Hollandrad, weil das in Holland oft benutzt wird. Das Hollandrad hatte mal eine Hochphase im letzten Jahrtausend in Deutschland aber das ging vorbei. Das ist typisch Deutsch: Man denkt, andere Leute würden das besser machen, was man selbst anders macht und dann merkt man irgendwann alles Quatsch, weil die deutsche Lösung ist auch gut. Zum Beispiel diese japanischen Baumsägen, wo man dann sagt, dass die Säge ja sägt, wenn man sie zu sich ranzieht und nicht, wenn man von sich wegstößt, da macht man dann so eine philosophische Geschichte draus, bis man merkt: Alles Quatsch. Interessiert dann aber auch keinen mehr.
Das Hauptmerkmal des Hollandrades ist: Es ist doof. Das einzig geile ist die Dingodongoklingel, aber die ist dann auch nicht dran, wenn man ein Leihrad hat. Was auch gut ist: Das Geräusch, dass entsteht, wenn man mit dem Rad durch Schlaglöcher fährt. Es kommt davon, dass die Kette gegen die Innenseite der Kettenverkleidung schlägt. Man hört das aber eher selten in Amsterdam, denn die Radewege haben keine Schlaglöcher. Der Grund dafür ist, dass das Grundwasser sehr knapp unter der Oberfläche steht und wenn man dann da Schlaglöcher bauen würde, dann würden immer alle nass werden und schimpfen.
Es gibt auch in Amsterdam Ampeln für die Radwege. Das ist sehr gut. Manche Ampeln haben Knöpfe, mit denen man seinen Fahrwunsch signalisiert. Dem wird dann auch nach einer kurzen Wartezeit stattgegeben und man kann weiter fahren auf seinem Weg.
Bei manchen Radwegen gibt es sie nur für eine Richtung. Mann fährt dann auf dem Weg rechts der Straße. Man darf nicht auf dem Weg links der Straße fahren, sonst wird man beschimpft. Viele Holländer haben auch so Räder mit einem Kasten vorne drauf. In den Kasten wird Gepäck und Kinder eingefüllt.
Manche Holländer fahren auch auf dem Gepäckträger bei anderen mit. Das erfolgt aber in Absprache mit dem Fahrer.
Also: Das wichtigste: Immer rechts fahren. Dann können die anderen einen Überholen.
Es gibt auch Zebrastreifen über den Radweg. Da haben die Fußgänger immer die Radfahrer vorgelassen. Ob das so vom Gesetz her gedacht ist oder ob es nur die blanke Angst der Fußgänger war, sonst überrollt zu werden, das weiss ich nicht. Wichtig ist ja auch, was hinten rauskommt.
Die Radfahrer sind die Könige und Königinnen der Stadt.
Was man auch nicht machen soll: Auf dem Radweg anhalten. Und immer Handzeichen geben! Also, man soll Handzeichen geben, aber nicht auf dem Radweg anhalten. Es gibt auch ein Zeichen, dass heisst "Ich bremse gleich!!!!", aber das machen nur alte Opas und Oma, die das noch im Krieg gelernt haben.
Man muss aufpassen vor Touristen. Sie bauen nur Scheisse, also radfahrtechnisch also Touristen, die die Stadt auf dem Rad "erkunden" oder "unsicher machen". Hier stimmt das wirklich, das mit dem "unsicher machen". Endlich stimmt es mal!
Als beispiele für touristisches Fahrradfehlverhalten nenne ich: Sie labern die ganze Zeit Scheisse oder halten auf dem Radweg an. Dann kommt es zu Stürzen mit fiesen Verletzungen. Touristen kann man an den bunten Rädern erkennen. Da heisst es "Obacht geben!" und extra aufpassen, denn der Fahrer baut gleich Scheisse, manchmal sogar während des Laberns.
Man muss sich auch gut merken, wo man sein Rad festgeschnallt hat, denn es gibt sehr, sehr, sehr viele Räder in Amsterdam und wenn man anfängt zu zweifeln, dann hat man schon verloren. Das passiert oft und an vielen Stellen der Stadt türmen sich Berge aus träge vor sich hinrostenden, vergessenen Rädern, aber es ist der Polizei verboten, diese Räder wegzuräumen, denn manchmal kommt die Erinnerung zurück und dann wird gefeiert, die es nur die Holländer tun: Mit Käse und Heini Ken.
Ansonsten muss ich sagen, dass es wirklich Spaß macht, in Amsterdam mit dem Rad zu fahren. Vor allem das Scheuchen von Touristen ist super, weil die immer denken, man hätte Recht und win Anrecht darauf. Hui! Da wird aber Fersengeld gegeben, dass DSLR waagerecht in der Luft steht.
Das war der Artikel zum Thema Radfahren im Amsterdam. Und die Moral von der Geschichte: Es ist gutta.

Posted by banana at 01:37 EM | Comments (3)
September 05, 2016
Zusammengekochtes 100

Wer hat denn da am Laminat gespart? Die Omma! Die Omma! Die Omma hat am Laminat gespart jetzt hat sie das Problem am Start da hilft ihr auch kein Schleifapparat.
Mit dem Flow klappt es noch nicht so gut. Das Vokabular ist vorhanden und auch verfügbar, aber mit dem Flow und mit den Themen, da steht es noch nicht zum Besten.
Natürlich rede ich von meinem neuen Rap-Projekt "Haftnotiz", dass ich auf rein privater Ebene betreibe. Das bedeutet - und damit will ich sagen - dass ich da nicht kommerziell ausbeuten möchte. Es ist Privat-Rap, der vielleicht schon, vielleicht aber auch nicht öffentlich zugänglich sein wird.
Das Problem ist die Szene. Die Rap-Szene. Die ist sehr aggressiv. Ich bin eher so schlappi.
Schni-Schna-Schnappi, Schnappi, Schnappi Schnapp! Vielleicht mache ich einen Schnappi-Rap. So wie den Holiday Rap, aber mit Schnappi. Mit coolen Samples und einem witzig-ironischen Text mit Augenzwinkern und Zunge in Backe-Attitüde.
Dann habe ich noch ein anderes privates Rap Projekt. Es heisst "Haftcreme" und liefert kessen Ganoven-Rap für reife Damen und Herren.
Die Preise für das Katzennahrung stören bei der Rentensparung, die herzigen kleinen Stubentiger fressen mir die Haare nieder.
Da klappt beides noch nicht, also weder Wortwahl und Reimung, noch der Flow. Ich stehe eben noch sehr am Anfang. Aller Anfang ist schwer. Ende ist manchmal auch schwer, aber das ist ein anderes Thema.
Am Sonntag sah ich mir das Formel 1 Wettrennen an. Oder Training. So genau weiss ich nicht mehr, denn über den Wolken ist die Freiheit grenzenlos.
Auf jeden Fall schaltete ich zu früh auf den Sender um und da lief dann so eine Sendung, in der Laienschauspieler ausgedachte Situationen aus ihrem Lebensumfeld darstellen.
Das ist wirklich nur sehr schwer zu ertragen und ich frage mich ernsthaft, ob sich das jemand in seiner Freizeit freiwillig andschaut, der nicht mit den Darstellern verwandt oder bekannt ist.
Die Geschichte ging so: Ein Schwuler wohnt mit einem Macho in einer WG. Der Schwule will zusammen mit seinem Freund ein Kind adoptieren. Der Freund trennt sich aber von dem Mann und jetzt droht das mit der Adoption zu scheitern. Deswegen fragt der Schwule (ich nenne den mal Jack, um die Sache zu erleichtern) seinen Mitbewohner (ich nenne den mal Jean, um die Sache zu erleichtern), ob er ihn nicht heiraten will. Jean ist erst nicht so begeistert, aber es ist ja für einen guten Zweck und deswegen willigt er ein.
Nun kommt eine Frau vom Sozialamt (oder anderes Amt, ist mir im Moment entfallen) vorbei, um zu überprüfen, wie es denn daheim bei Jack und Jean so aussieht. Die Frau kommt aber einen Tag vor dem vereinbarten Termin und deswegen mit Jean schnell alle Hetero-Anzeichen aus der Wohnung entfernen (Bilder von nackten Frauen von der Wand abnehmen und sowas). Jean macht dann eine ziemlich schlechte Figur in Anwesenheit der Frau, so will er das Mädchen z.B. mit zum Fussball nehmen und sowas und er sieht schlecht aus mit der Adoption.
Das tut Jean dann sehr leid und er sucht die Frau in einer Bar auf, um die Sache wieder gerade zu rücken. Dabei kommen sie sich näher und später ficken sie dann miteinander im Bett.
Nun plagt die Frau das Gewissen. Sie will zu Jack gehen und sich entschuldigen, dass sie mit Jean Geschlechtsverkehr hatte. Als sie in die Wohnung kommt, findet sie Jack mit seinem Ex-Freund im Bett. Sie haben sich wieder vertragen.
Jetzt geht alles gut. Jean bekommt mit der Frau ein neues Kind und Jack und sein Freund bekommen ein gebrauchtes Kind.
Diese Geschichte ist sehr gut. Wer hat sowas noch nicht erlebt. Das schlimme ist aber nicht unbedingt die Geschichte, sondern eher die Art und Weise, wie sie vorgetragen wird.
Mir fällt gerade ein, darüber habe ich ja schonmal was geschrieben. Auf Wiedersehen.

Posted by banana at 01:19 EM | Comments (2)
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