März 15, 2016
Waschen mit Sand

Ein Seehund lag am Meeresstrand,
putzt seine Nas' im weißen Sand,
oh' möge doch dein Herz so rein
wie diese Seehundschnauze sein!

Das, meine lieben Freundinnen und Freunde, wünsche ich mir. Ein reines Herz, das wünsche ich mir für Euch. Nicht so ein unreines Herz, nein. Ein reines Herz. Rein und klar. Das ist mein Wunsch für Euch: Möge Euer Herz rein sein.

Ist Euch auch aufgefallen, dass man gar nicht mehr diese Videos um die Ohren gehauen bekommt, in denen Dinge schief laufen? Das waren dann auch oft solche Zusammenstellungen mit einer Laufzeit von fünf bis zehn Minuten. Immer so kleine Abschnitte, oft noch mit einer analogen Technik gefilmt, die die Wirklichkeit nur sehr unzureichend wiedergab. Die Wiedergabequalität reichte aber aus, um zu erkennen, dass das, was die Herrschaften in dem Streifen da veranstalteten keine gute Idee war.
Das war übrigens eine Zeit, in der man es wichtig fand, dass die aktuelle Uhrzeit und das aktuelle Datum für immer ins Filmmaterial eingebrannt wurden. Warum man das tat, das wusste man damals nicht. Katzen wissen ja auch nicht, warum sie in bereitgestellte Schachteln steigen müssen. Es ist nunmal so.
Die in den Videos vorgeführte Sache ging dann auch zuverlässig famos schief und oft sah es auch sehr schmerzhaft aus. Oder teuer. Oder beides. Je schmerzhafter und teurer, desto besser.
Nun, diese Videos gibt es nicht mehr. Viele denken jetzt daran, es liegt daran, dass die Menschheit schlauer geworden ist. Das stimmt aber nicht.
Es stimmt wahrscheinlich schon, dass die Menschheit insgesamt schlauer wird, also wenn man die Intelligenz jedes einzelnen nimmt und alle diese Werte addiert und dann durch die Anzahl der Menschen teilt und diese Zahl dann mit der entsprechenden Zahl von vor hundert Jahren vergleicht, dann ist die aktuelle Zahl wahrhscheinlich schon höher, als die Zahl aus der Vergangenheit, aber da kommt es natürlich stark darauf an, wie man Intelligenz definiert. Das ist, wie mit der Arbeitslosigkeit. Alles eine Frage der Definition.
Ich glaube, dass der Grund, warum man sich diese haha-ist-der-blöd-Videos nicht mehr gegenseitig vorführt, in den sozialen Medien zu suchen ist.
Da ist ein gewisser Sättigungseffekt eingetreten. Man ist dort nämlich die ganze Zeit - ob man es will oder nicht - mit einer gewissen Grundblödheit der Menschen konfrontiert, dass man kein gesondertes Interesse mehr daran hat, die Spitzen zu bewundern. Statt sich freiwillig Leute anzuschauen, die sich sehenden Auges in die Blindheit, Invalidität, Sacklosigkeit, Armut oder was auch immer gorillieren, muss man sich jetzt wohl oder übel mit der abgeschwächten Version begnügen. Dafür aber stetig.
Ein bisschen ist das, wie mit der Chinesischen Wasserfolter. Ein einzelner Tropfen ist nicht schlimm, aber mit einer gewissen Stetigkeit kann sowas zum Problem werden. Die Wirksamkeit der Chinesischen Wasserfolter ist übrigens nicht bewiesen, bei der menschlichen Blödheit sieht es da jedoch zunehmend anders aus. Bei mir wirkt sie auf jeden Fall.
Was lernen wir daraus?
Ich weiss es nicht.

Posted by banana at 09:46 FM | Comments (0)
März 07, 2016
Einige Beobachtungen

Ich halte kurz einige Beobachtungen fest, die ich in der letzten Zeit rund um das Thema Autofahren gemacht habe. Also, es geht jetzt noch nicht unmittelbar los, denn ich muss vorher noch etwas sagen.
Ich fahre wirklich nicht gerne mit dem Auto. Also, ich habe nichts gegen das Mitfahren im Auto, wobei mein Wohlbefinden stark davon abhängig ist, der den Wagen lenkt. Ich fahre ganz gerne im Bus oder so oder sitze gerne bei defensiven Fahrern auf dem Beifahrersitz oder im Fonds. Ich habe auch nichts dagegen, wenn ich neben drängelnden, schneidenden und sich generell im Verkehr wie die Axt im Walde benehmenden Taxifahrern sitze, denn dann weiss ich: Sollte ein wütender Mob den Fahrer stellen, aus der Droschke zerren, in Stücke teilen und roh verzehren, so würde ich glimpflich davonkommen und sogar noch das Fahrgeld sparen.
Ich fahre aber noch immer sehr ungerne selbst mit dem Auto. Ich freue mich schon auf die Zeiten, in denen die Autos selbst fahren werden, denn das stelle ich mir sehr viel entspannter vor, als diese namenlose Scheisse, die sich da derzeiten auf den Straßen des Landes abspielt.
So, das wollte ich sagen. Nun zu meinen Beobachtungen:
Moderne Autos scheinen sehr gut darin zu sein, geradeaus zu fahren. Wenn der fahrende Person den Pin in den Veloursbelag drückt, dann stieben diese modernen Personenbeförderer nach vorne, wie ein Vollblutpferd, dem man eine halbierte Schalotte in den Schließmuskel geschraubt hat.
Da sieht man nichts!
Von Richtungsänderungen in jede andere als die nach vorne scheinen sich diese Fahrzeuge nicht ganz so leicht überzeugen zu lassen. Man merkt dass zum meistens daran, dass man diesen modernen Traktoren auf Autobahnauffahrten immer fast in den Auspuff kriecht und sie dann nach dem Verlassen des Beschleunigungsstreifens in einer Wolke aus Emmissionen verschwinden, die deutlich unter den vom Gesetzgeber geforderten Grenzwerten liegen. Und zwar auf Nimmerwiedersehen! Sofern die Strecke nicht allzu kurvenreich ist. Und wenn es nicht regnet. Oder schneit. Nebel möchte ich hier ausschließlich ausschließen, denn durch diesen sehen die Fahrzeugführer hindurch, wie ein warmes Messer durch Butter.
Andere Beobachtungen beziehen sich darauf, wie die moderne Technik Einzug in den Straßenverkehr gehalten hat. Naja, eigentlich bezog sich der erste Beobachtung auch schon darauf, wie die moderne Technik. Egal.
Mittlerweile fährt jeder mit einem Navigationssystem durch die Gegend. Ich selbst fahre auch mit mindestens einem Navigationssystem durch die Gegend. Am besten sind immer ungerade Zahlen, denn da kann es nicht zu Pattsituationen kommen, wenn sich die Herrschaften mal uneins sein sollten. Ich empfehle fünf Navigationssysteme zu benutzen. Das ergibt eine satte Grundgesamtheit und auf der anderen Seite lassen sich auf dem Markt genügend Rainers, Steffis, Stefans und Helgas finden, so dass man die verschiedenen Stimmen noch gut unterscheiden kann.
Was wollte ich sagen.
Ach ja, die Navigationssysteme: Die Verbreitung der Navigationssysteme hat dazu geführt, dass Verkehrsteilnehmer immer spätere, dafür aber weitreichende und entschlossene Richtungsänderungen vornehmen. Manchmal kommt es sehr überraschend, wenn der Führer einer Mittelklasselimousine kurz vor knapp noch die Vierspurige in ihrer Gänze quert, um dann doch die alternative Möglichkeit zur Standortänderung, die das Autobahndreieck bietet, wahrzunehmen.
Da wird der Volant im letzten Augenblick noch im hohen zweistelligen Gonbereich um die Hochachse transformiert, weil der Fahrer endlich zur vermeintlich final richtigen Interpretation der Anzeigen seiner Orientierungshilfe gelangt ist.
Wenn die Leute ja schlau wären, dann würde ihnen in dieses Momenten zumindest einleuchten, zu welch flinken Richtungsänderungen ihre fahrbaren Untersätze fähig sind. Aber lassen wir das.
Ich freue mich über jeden Verkehrsunfall, der nicht passiert, kann mir eine gewisse Verwunderung aber manchmal aber nicht abschütteln.
Auf meine dritte Beobachtung ist im weiteren Umfeld der Navigationssysteme zu verorten:
Webseiten, wie Goggelmäpps (Name verfälscht), erlauben es uns, uns einen Überblick über die derzeitige Verkehrssitation auf diesem Planeten zu verschaffen und die Wahl unserer Wege gegebenenfalls entsprechend anzupassen. Das hat zu einer Demokratisierung des Staus geführt. War die Heimfahrt zu meinem, am Arsch der Welt gelegenen Heimatdorf vor einiger Zeit noch einigermaßen erträglich, so werden die Zufahrtstraßen in jüngerer Zeit von Leuten verstopft, die denken, sie könnten zwar einen kleinen Umweg fahren, unterm Strich aber früher zu Hause sein, wenn sie den Stau umfahren. Leider sind in dieser Hinsicht aber auch alle gleich schlau und gleich immun gegen Lerneffekte, so dass ich jetzt dauernd im Schlaueleutestau stehen muss. Schlaue Leute, die nicht von Zwölf bis Mittag denken können, dafür aber Zeiteinsparungen im Sekundenbereich für relevant halten, so dass sie sämtliche im Straßenverkehr gebotene Höflichkeit sowie das Reisschlussverfahren sausen lassen und sich leider viel zu selten gegenseitig die Fresse polieren. Naja, wer sich die Hose mit der Kneifzange anziehen muss, dem kann man eben nicht mit dem Reisschlussverfahren kommen.
Abschließend bliebt die Frage: Schreibt man Reisschlussverfahren mit drei s? Also Reissschlussverfahren? Nein! Es heisst ja schließlich Reissverschlussverfahren.
Auf bald!

Posted by banana at 02:25 EM | Comments (5)
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