April 27, 2015
Autotausch

Ich habe da mal wieder eine Spitzenidee allererster Güteklasse.
Es gibt doch diese Fernsehsendung, die "Frauentausch" heisst. Für die Glücklichen, die das nicht kennen, fasse ich das Konzept der Sendung kurz zusammen: Beobachtet werden zwei Familien beziehungsweise Paare. Der weibliche Teil wird dann sozusagen ausgetauscht (was natürlich die Frage aufwirft, ob es sowas auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren gibt. Ich weiss das nicht, weil ich solche Sendungen nur schwer ertragen kann). Die Frau lebt dann also eine Zeitlang im anderen Haushalt. Da fliegen dann meistens die Fetzen und das wird dann gefilmt und jeder kann dabei zuschauen und sich daran ergötzen, wie doof die Leute doch wieder sind.
Das Grundkonzept würde ich übernehmen, aber ich würde nicht die Frauen tauschen, sondern die Autos. Also Autotausch.
Gibt es sowas schon? Das hat doch ein riesengroßes Potential.
Man nimmt dann einen, dem sein Auto toal egal ist, der es nicht wäscht und nicht repariert und immer schlechtes Benzin tankt und der im Auto raucht und isst und trinkt und einen, der sein Auto hegt, wie seinen Augenpflaume, der es jede Woche wäscht und so weiter und so fort. Und die tauschen dann die Autos. Das wird bestimmt ganz interessant sein. Würde ich mir mal anschauen, auf jeden Fall.
Nicht nur müsste der Pedant dann eine Weile in einem abgemockerten Wrack rumfahren, er wüsste auch, dass sein geliebter Wagen in den Händen eines Menschen ist, der sich einen Scheiss darum kümmert. Ich glaube, das würde zu echten Gewaltausbrüchen führen.
Da könnte man sich auch so schöne Kombinationen ausdenken.
Aber wahrscheinlich würde da keiner mitmachen.

Posted by banana at 02:44 EM | Comments (3)
April 24, 2015
Die Rückkehr der Sonnenbrille

Ich bin ja ziemlich stark davon überzeugt, dass diese Oppsonnenbrillen vor einem großen Comeback stehen.
Also Comeback ist vielleicht das falsche Wort, denn so richtig beliebt waren sie ja noch nie.
Achso - ich rede von diesen Sonnenbrillen, die man auf seine Brille steckt und die man so hochklappen kann.
Mein Opa trug mal so eine, als wir zusammen auf Ibiza waren. Das war in den Siebzigern, als Ibiza noch cool war. Diese Aufstecksonnenbrille passte aber nicht zu dem Brillengestell meines Opas sie war zu klein. Dazu truger eine Kinderkapitänsmütze. Colle Insel, coole Brille, coole Mütze, cooler Opa. Mein Opa war sowieso einer der coolsten Froods, die ich kenne.
Also, ich bin überzeugt davon, dass in diesen Aufstecksonnenbrillen ein großes Potential steckt. So in Hipsterkreisen. Man würde dann wahrscheinlich die meiste zeit so rumrennen, dass man die Brille nach open geklappt hat. Weil's einfach noch geiler ist.
Für Nerds könnte man dann auch eine elektrische Version der Aufstecksonnenbrille anbieten. Mit Bluetooth. Dann könnte man seine Aufstecksonnenbrille mit seinem Smartphone pairen und dann quasi aus der Hosentasche heraus seine Brille auf- und zuklappen. Flappy Shades würde ich das dann nennen.
Hacker könnten dann die Brillen von anderen Leuten hacken und deren Flappy Shades auf- und zuklappen, wenn die das gar nicht wollen. Das wäre dann lustig. So lustiger Hackerhumor. Man kann dann zum Beispiel die Flappy Shades von einem Jumbopiloten hacken und hochklappen, während er gerade einen brenzligen Anflug auf einen Stadtflughafen macht (so mit der Zunge zwischen den Lippen). Dann ist er geblendet und das Flugzeug stützt ab und alle sind tot. Das wäre dann doch keine so gute Idee.
Hipster und Piloten müssten dann Flappy Shades mit Kabelsteuerung tragen. Dann könnte man den Schalter in die Hosentasche stecken und trotzdem noch lässig rumflappen.
Ich denke, die Flappy Shades haben eine große Zukunft.
Vor einigen Tagen lief ich durch die Stadt. Normalerweise meide ich die Stadt, denn sie ist voller Scheisse. Ich war doch sehr erstaunt, wie viele Leute mit Longboards unterwegs waren. Das war bis jetzt ziemlich an mir vorbeigegangen. Ich werde mehr Longboards in mein Leben einbauen müssen. Flappy Shades und Longboards passen auch sehr gut zusammen, wie ich finde.

Posted by banana at 12:29 EM | Comments (4)
April 20, 2015
Pflanzensamen

Die Anpassbarkeit des menschlichen Körpers ist wirklich erstaunlich. Der Körper ist unser Werkzeug, unser Haus, unser Hilfsmittel, unsere Hütte, unser Tool, unsere Laube und ausserdem ist er auch beweglich. Das ist sehr gut.
Ich hatte zum Beispiel bis letztes Jahr noch nie Probleme mit Samen in der Luft. Aber seit letztem Jahr habe ich fiesen Heuschnupfen. Das ist ein Beispiel dafür, wie anpassbar unser Körper ist. Er hat sich verändert. Er hat sich neu erfunden. Er rächt sich dafür, dass ich schon so lange mit ihm rumlaufe und seiner Meinung nach nicht genug für ihn mache.
Ein anderes Beispiel: Vor einigen Wochen fuhr ich mit dem Fahrrad über Wiesen und Wälder und Felder und Auen. Das war nach einer längeren Pause und mir tat nach der Ausfahrt so dermaßen der Arsch weh, dass ich die letzte Etappe vom Bäcker nach Hause im Stehen gefahren bin. Einige Zeit später und einige Ausflüge mit dem Velociped später waren meine Arschschmerzen gar nicht mehr vorhanden. Dafür taten mir dann die Beine weh.
So hat sich mein Arsch an meinen Sportsattel angepasst. Unser Körper ist eine Wundertüte. Aber man weiss, was drin ist, ignoriert es aber meistens.
Zurück zu den Pflanzen.
Ähnlich wie die Tiere, haben auch die Pflanzen ein gutes Image. Es gibt kaum Leute, die etwas gegen Pflanzen haben - mal abgesehen von Unkraut oder Brennesseln oder Würgefeigen. Dabei sind Pflanzen eigentlich ganz schön rücksichtslose Leute. Sie spritzen nämlich ihre Samen einfach so in die Luft. Da fliegen sie dann rum und belästigen die Leute. Mich zum Beispiel. Wenn das jeder machen würde! Ok, die Pflanzen haben da keine große Wahl. Denen bleibt nur das Prinzip der großen Zahl. Sie sind ja festgewachsen. Trotzdem finde ich das ganz schön rücksichtslos, manachmal.

Posted by banana at 01:54 EM | Comments (3)
April 01, 2015
Die feinen Herren Kaninchen

Die allerallerallermeisten Tiere haben ein gutes Image. Also die meisten Leute denken, dass die alle Tiere einen so tollen Charakter hätten, denn sie wären treu, gerecht, ehrlich, mutig, klug, naturverbunden, biologisch abbaubar und so weiter und so fort.
Es gibt natürlich auch Tiere, die ein schlechtes Image haben, aber eines steht fest: Unehrlichkeit kann man denen nicht vorwerfen. Die sind ungefähr so ehrlich, wie ein Börsenmakler: Sie wollen den eigenen Vorteil. Beispiele: Holzböcke, Mücken, Blutegel und so weiter. Also ich denke, Parasiten im Allgemeinen. Misteln haben ein gutes Image. Würgefeigen nicht. Das liegt am Namen. Wir müssen aber trotzdem beide abziehen, denn es handelt sich um Pflanzen.
Selbst wenn Tiere sich so verhalten, dass sie auf der Grenze zu pauschalarsch balancieren, dann punkten sie immernoch durch ihr cooles aussehen, zum Beispiel die Gottesanbeterin. Die finden alle super, würden sie sich gerne in einer Aquarium auf dem Wohnzimmertisch stellen und mit Heimchen füttern, bis sie nicht mehr papp sagen können.
Da fallen mir zwei Sachen auf: Zum einen wohnen die ja gar nicht in Aquarien, sondern in Glaskästen und zum anderen haben die armen Heimchen ja auch eigentlich gar keine Lobby. Da regt sich keiner auf, dass die einfach so verfüttert werden, diese netten Legebohrer.
Meine Meinung ist folgende: Wenn ich sehr reich wäre, also so reich, wie Tony Stark aus Ironman, dann würde ich so ein Gerät bauen, mit dem man die Gedanken der Tiere in Sprache umsetzen könnte. Man würde sich dann auch noch so einen Dialekt aussuchen können. Dann könnte man seinen Dackel auf Schwäbisch, Hessisch oder auch Rheinisch dabei zuhören, was der denn so denkt. Ich bin mir sicher, dass, wenn sich dieses Gerät durchsetzen würde, was es zweifellos tun würde, denn ich würde es bis zur Armutsgrenze subventionieren, das Image der Tiere signifikant leiden würde. Tiere sind eben auch nur Menschen und wer denke, dass sie die besseren Menschen seien, der hat in der Schule nie die Textaufgaben lösen können. Und in Statistik war er auch schlecht. Oder sie.
Was wollte ich eigentlich sagen.
Achso - ja. Ich sollte etwas zu den Kaninchen sagen. Warum die so in meinem Ansehen gelitten haben.
Zum ersten Mal haben sie im Ansehen gelitten, als ich noch klein war. Ein Freund von mir hatte so ein weisses Kaninchen. Das sah von oben total cool aus. So weiss und flauschig und die Nase wackelte und die Ohren wackelten und es machte keine Geräusche und stank nicht und dann hob der Freund das Kaninchen hoch - es war ein männliches Kaninchen - und man konnte seinen Sack sehen. Also das Skrotum. Das war Rosa und faltig und unbehaart und passte gar nicht so zum Rest des niedlichen Tieres. Da hatten Kaninchen bei mir schon angeschissen.
Darüber hinaus erfuhr ich aber auch unlängst, dass Kaninchen gar nicht so die heppi-piessi-tschilli-party-Tiere sind, die sie vorgeben zu sein. Man muss da ganz genau aufpassen, welche der niedlichen Fellknäuel man zusammenpfercht. Wenn den feinen Fennknäuelen nämlich ein Artgenosse nicht passt, dann gibt es da ruckzuck einen Kaninchen-Kaninchen Kampf und der löst Stress aus bei den Tieren und das können die gar nicht ab.
Wie doof ist das denn? Wollen keinen Stress und dann kloppen sie sich aber. Und ich wette: Wenn die meinen Sprachsynthesizer tragen würden, dann würden die da auch nicht erst lange rumdiskutieren, wie man sich denn gütlich einigen könnte. Das mal als Denksportaufgabe für Freizeitgrübler. Und: Sie gegen bei der Klopperei auch strikt nach Kriterien, wie Geschlecht, Alter, Fortpflanzungefähigkeit und so weiter vor. Also ich finde das nicht ok. Aber da mag sich jeder seine eigene Meinung bilden.
Was ich den Kaninchen vorwerfe: Sie machen so einen auf niedlich und in Wirklichkeit, also unter der Schale, sind sie ganz schön fiesnöckig. Und sie haben hässliche Säcke.
Aber andererseits: Wer hat das nicht?

Posted by banana at 01:19 EM | Comments (27)
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