Dezember 22, 2014
Ja gibt es denn sowas?

Gestern saß ich im Kreise der Familie und wir spielten "Der Plumpsack geht um". Als wir fertig waren, spielten wir ein Ratespiel, weil wir alle total ausgepauert waren. Dort gab es eine Frage danach, die ein Märchen der Gebrüder Grimm heisst.
Wie die verschiedenen Antworten lauteten, die zur Auswahl standen, das weiss ich nicht mehr. Die richtige Antwort war "Allerleirauh". Nur meine Mutter kannte das Märchen alle anderen nicht. Aber wir waren natürlich total neugierig und deswegen schmissen wir das Internet an und machten uns an der Arbeit der Recherche. Die Rechercheure fanden auch sehr schnell eine Seite, auf der der Inhalt des Märchens kurz zusammengefasst ist (toll: Wikipedia!).
Wir waren etwas geschockiert und einigen standen auch die Haare zu Berge, denn das Märchen beginnt so:
Ein König (wie originell) hat eine Frau, die hübsch ist und güldenes Haar hat und die Frau freckt. Aber sie freckt nicht schnell, also zum Beispiel bei einem Geburtstagsunfall, sondern sie freckt so, dass sie auf dem Sterbebett noch ihrem Mann (dem König (wie originell)) noch das versprechen abnehmen kann, dass er nur dann wieder heiratet, wenn es eine Frau ist, die mindestens genau so schmuck ist, wie sie selbst und die auch goldene Haare hat.
Da dachte ich "was ist das denn für eine Truse?". Erstens ist das ja mal voll arschig und zweitens ist die doch sowieso tot. Das Versprechen dient also nur dazu, ihrem mann ein Leben auf Irden zu bewirden, das total die Hölle ist. Ausserdem ist Schönheit ja sowieso relativ und liegt - wie wir ja wohl alle wissen - im Auge des Betrachters und ausserdem wäre die Frau (die Tote Königin) ja wohl auch die einzige, die dann sagen könnte "ok, die darfste ehelichen, mein alter Freund und Kupferstecher."
Also: Bescheuert.
As kam dann auch, wie es kommen musste und der König fand weit und breit und lange und ewig keine Frau, die den Ansprüchen genügte. Bis! Ja, bis ihm eines Tages auffällt, dass seine Tochter ja auch ganz ansehnlich ist, nämlich sogar genau so hübsch, wie seine Exfrau und güldene Haare hat sie ja auch.
Dann will er seine Tochter heiraten. Die findet das aber nicht so pralle und flieht dann mit irgendwelchen Klamotten, die der Olle allen Erwartungen zum Trotz aufgetrieben hat.
Das ist wirklich wahr. Das ist ein Märchen der Gebrüder Grimm. So steht es auf Wikopodium!
Da war uns allen klar, warum wir dieses Märchen nicht kannten, zählt es doch aus guten Gründen zu den weniger bekannten Vertretern seiner Zunft und das ist ja auch nichts, was in der Sendung mit der Maus kommt oder was man mal eben als Vater seinen Töchtern am Nachtbettiklein vorlesen möchte.
Jetzt wisst ihr es aber alle. Man sollte seinen Kindern sowieso keine Märchen erzählen, denn da passieren immer Sachen, die nur halb legal sind oder manchmal total illegal. Und Könige sollte man auch nicht mehr haben und Hexen auch nicht. Man sollte nur eines haben: Liebe!

Posted by banana at 01:42 EM | Comments (2)
Dezember 19, 2014
Berechtigte Filmkritik

Person1: "Dann mach am besten Rostumwandler drauf."
Person2: "Rostumnwandler?"
Person1: "Ja."
Person2: "Und in was wandelt der den Rost um?"
Person1: "In Luft und Dampf".

Was kann ich noch?
Gestern sah ich mir den Film an "Der kleine Robbit - Fünf mal kommt die Bundeswehr" (Titel ähnlich). Einige Dinge stechen heraus. Es ist ein guter Film. Er dauert zwar fast vier Stunden lang, aber diese Zeit vergeht sehr schnell. Es kommt einem also kürzer vor. Auf der guten Seite sagt dass aus, dass der Film unterhaltsam ist, auf der schlechten Seite sagt es aber aus, dass der Film Lebenszeit klaut. Das Positive überwiegt aber.
Beeindruckt haben mich die Reittiere, die im Film vorkommen. Geritten wird unter anderem (weil ich mich nicht an alles so genau erinnern kann) auf: Pferd, Hirsch, Wildsau und Steinbock. Wie die Tiere heissen, auf denen die Goblins reiten, weiss ich nicht. Sie sehen aus, wie Hyänen, sind aber keine.
Der Chef der Elben reitet auf einem Hirsch. Das sieht sehr gewöhnungsbedürftig aus und auch sehr unpraktisch, denn der Hirsch ist natürlich größer als ein handelsüblicher Hirsch und somit ist das stattliche Geweih des Hirschen ungefähr drei Meter breit. Damit kommt man natürlich durch keine Tür. Das ist insofern nicht so schlimm, als dass Reittiere meistens outdoors eingesetzt werden.
Der Hirsch ist dabei - wie ich eingangs vermutete - kein Zeremonienreittier, sonder wird auch im Kampf eingesetzt. Ich machte mir sorgen um das Geweih des Hirschen, könnte es doch beim rumkämpfen Schaden nehmen oder sogar abbrechen, aber meine Sorge war unbegründet. Im Gegenteil! Das Geweih wird sogar im Kampf als praktischer Feindeshalter eingesetzt. Der Hirsch rennt auf eine, in Linie stehende, Feindesschaar zu und nimmt sie auf die Hörner, so dass sie vom Geweih runterbaumeln, wie die Pfeiffen auf der Orgel und das Ritter (also der Elbe) haut dann die Rüben der Schurken mit einem Streich von links nach rechts runter. Die Feinde fallen dann vom Geweih und machen so Platz für neue Unglückliche. Sehr praktisch!
Überhaupt wird viel geköpft in diesem Film. Mehr als in allen anderen Herder Ringe Filmen, aber köpfen scheint ja gerade im Trend zu sein, wenn man so in die Medien schaut.
Eine andere Sache, die mir aufgefallen ist, ist, dass die Goblins doch sehr unterschiedlich hart im nehmen sind. Es gibt ein paar Endmucken, auf die muss man schon ganz schön eindreschen und -stechen, um ihnen das Lebenslicht auszupusten (einer kann sogar fast fünf Minuten lang ganz cool die Luft anhalten) und andere kann der kleine Bilbo Halbling mit einem Kieselstein totschmeissen. Also, wer sich mit einem Kieselstein totschmeissen lässt, der hat für mich bei der Berufswahl versagt, wenn er Kampfgoblin ist. Das ist meine Meinung, das wird man ja wohl noch sagen dürfen.
Wie gesagt, ein guter Film, wenn auch etwas unrealistisch. Nutzt die stillen Tage, die voller Liebe sind, um Euch diesen Film anzuschauen. Eventuell werdet Ihr es nicht bereuen!

Posted by banana at 02:10 EM | Comments (4)
Dezember 16, 2014
Ja, was will ich denn eigentlich?

Am Samstag fuhr ich mit dem Zug. Es war kurz nach Zehn. Eine Gruppe junger Männer stieg ein. Sie trugen einen Kasten Bier in den Zug. Es waren Fußballfans. Sie tranken Bier. Einer wollte ein neues Bier haben.
"Bier oder Radler?" fragte der, der am nächsten am Kasten saß.
"Ich verstehe die Frage nicht." sagte der, der das Bier wollte.
Das fand ich lustig.
Normalerweise mag ich solche Fußballfans im Zug nicht. Sie nutzen den Sport nur als Vorwand, schon vormittags flaschenweise Bier zu trinken, um sich in einen gruppenhaften Rauschzustand zu versetzen und dann rumzuöpeln und Lieder über ihren Verein zu singen.
Zum Beispiel "schwarz-weiss wie Schnee, das ist die S.G.E." dabei ist Schnee überhaupt nicht schwarz. Teilweise sind das schon sehr dumme Lieder. Andererseits mag ich aber die Direktheit und die EInfachheit anderer Lieder, zum Beispiel "Asozial und eine Flasche Bier, das ist der S 04, die Scheisse vom Revier".
Naja. Ist ja auch egal.
Aber vielleicht waren es auch gar keine Fußballfans, sondern Anhänger einer anderen Sportart. Welcher Fußballfan fährt denn schon von Hanau nach Fulda? Da gibt es doch weit und breit keinen Bundesligaverein. Ich weiss es nicht. Ich weiss es nicht, ich kann es nicht ertaten.
Auch schlimm sind Jahresrückblicke im Fernsehen. Ich mag das überhaupt nicht. Man muss die Vergangenheit auch mal ruhen lassen, bis sich eine dicke Staubschicht darauf abgelegt hat und dann kann man irgendwann mal auf ZDF Info darüber berichten, wenn man genügen Abstand gewonnen hat.
Ich kann mich auch nicht mehr damit anfreunden, dass an Silvester immer die Jahreszahl geändert wird. 13 fand ich schon doof, aber 14 ging schon eindeutig zu weit. Dass wir bald die 15 schreiben, dass ist zu eckig für meinen runden Kopf. Ich bin nicht so schnell. Unter normalen Umständen hätte ich mich jetzt ungefähr an die 13 gewöhnt, dabei ist die 14 schon fast wieder veraltet. Diese schnellebige Zeit rauft mir noch den Kopf.
Andererseits finde ich es aber auch scheisse, dass dann dauernd Dinner for One im Fernsehen läuft.
Ja, was will ich denn eigentlich?

Posted by banana at 01:27 EM | Comments (4)
Dezember 09, 2014
Mit Dänen kann man es ja machen

Seit meiner Jugend bin ich ein großer Bewunderer von Søren Kierkegaard. Ich habe mir mehrere Bücher von ihm gekauft. Leider habe ich es noch nicht fertig gebracht, eines dieser Bücher durchzulesen, obschon ich es schon mehrmals versucht habe. Meine Zuneigung zu diesem Dänen ist also eher theoretisch.
Immer wenn ich zu seinen Werken griff und anfing, darin zu lesen, schweiften meine Gedanken schon nach einer halben Seite total ab. Meine Augen rutschten Weiter über die Buchstaben und Satzeichen und der zuständige Teil meines Gehirns baute daraus auf Worte, aber sie drangen nicht zu meinem Bewusstsein vor. Ich kombinierte sie nicht, um daraus einen Sinn zu erschaffen, der meine Gedanken beeinflussen würde.
Ich denke, ich bin einfach zu doof dazu. Trotzdem mag ich Søren Kierkegaard. Es muss am Namen liegen. Der Name ist einfach toll, besser als die Namen aller anderen Philosophen, finde ich.
Was weiss ich noch von Dänemark? Dieser Esrom Käse stinkt wirklich gotterbärmlich. Für mich ist er der amschlimmsten stinkende aller Käse. Wenn man eine Packung Esromkäse im Kühlschrank hat, so sollte man diese niemals öffnen, denn wenn man sie öffnet, dann muss man hinterher den Kühlschrank wegschmeissen, so schlimm stinkt das. Der Geruch zieht sogar in das Eisen der Kühlschrankgitter ein und verweilt dort für mehrere Jahre unter absingen der Dänischen Nationalhymne. Ich habe es erlebt. Theoretisch.
Früher gab es Esromkäse nur bei Aldi. Deswegen glaubte ich, dass Esromkäse so eine Art minderbemittelter Käse sei. Nur Aldi würde diesen Käse anbieten, weil es bei Aldi immer nur billige Sachen gab. Für andere, dem normalen Preissegment zuzuordnende Einzelhändler, sei der Käse nicht tragbar. Weil es so ausdünstet, dachte ich. Heute weiss ich, dass ich mich geirrt habe.
Es ist ja oft so, im Leben. Man weiss, dass man sich geirrt hat, aber wie es richtig ist, das kann man nicht so genau sagen. Das ist die Tragik des Seins! Zumindest ein Teil davon. Wenn auch vielleicht nicht der entscheidende. Beziehungsweise wichtige.
Dann gibt es in Dänemark auch sehr viel Lakritze. Das finde ich gut, denn ich mag Lakritze. Aber nicht diese Süßen Dinger, sondern ich mag die Salmiakhaubitzen, bei denen es einem die Augen aus den Sockeln schraubt, wenn man sie eingespeichelt hat und dann den aromatisierten Speichel über die Geschmackspapillen gesogen hat. Ja, das mag ich! So habe ich es gern! Das ist genau mein Ding! Da stehe ich drauf.
Das ist also mal ein Pluspunkt für die Dänen, das mit der Lakritze.
Dann sind die Dänen noch sehr bekannt für Ihre spritzenwagenrot eingefärbten Schweinefleischwürstchen, die dort Rød pølser heissen. Der Däne ist sie gerne unter freiem Himmel, zusammen mit einer daumendicken Scheibe Esrom, der sich übrigens im Kontrast zu der Wurst sehr blass präsentiert.
Ist das nicht erstaunlich? Der Esrom ist so blass, aber die Wurst ist rot eingefärbt. Vielleicht kann man aus diesen beiden Zutaten die dänische Fahne legen, wenn man zum Beispiel auf einer der vielen Dänischen Inseln ausgesetzt wurde?
Dieser durchgestrichene Buchstabe von den Rød pølser kommt übrigens auch im Namen von Kierkegaard vor. So schließt sich der Kreis. Dänemark ist eben relativ klein.

Posted by banana at 12:46 EM | Comments (8)
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