November 25, 2013
Coffee to go

Also, Leute, jetzt mal in echt: Diese "Coffee to go" Geschichte verstehe ich nicht. Sagt man doch so, oder "Coffee to go"? Also ich meine das, wenn man irgendwo einen Kaffee trinkt und den in einem Wegwerfbecher mit Deckel drauf in die Hand gedrückt bekommt und man den dann irgendwo trinkt. Irgendwo ist in diesem Falle ein beliebiger Ort, der nicht der Ort ist, an dem man den Kaffee gekauft hat.
"Coffee to go" habe ich gestern morgen mal wieder am Bahnhof gemacht, weil ich zu geizig war, im Hotel 14€ für das Frühstück auszugeben.
Eigentlich wollte ich nur etwas süßes Gebäck essen, aber dann dachte ich und nahm an und zack! hatte ich einen ziemlich großen Styroporbecher mit Deckel drauf in der Hand und bereute.
Zum einen schmeckt der Kaffee in der Regel nicht. Wahrscheinlich stimmt das nicht immer, aber bei meinen Stichproben war es in den meisten Fällen so. Eigentlich ist das nicht so schlimm, denn vom Kaffeegeschmack bekommt man sowieso nicht so viel mit, weil man den Kaffee irgendwo zwischendurch trink. Man trinkt ihn, weil man auf den Bus wartet oder weil man irgendwo hin geht oder weil man gerade irgendwen anrufen muss. Da ist der Kaffeegeschmack auf jeden Fall nicht das wichtigste. Der Kaffee ist da eher sowas, was man erledigen muss. Kaffeetrinken als Action Item sozusagen.
Was aber viel schlimmer ist: Der Kaffee ist mir immer zu heiss. Die ersten fünf Minuten ist er zu heiss, so dass ich den eigentlich nur doof mit mir runtrage, weil ich mir nicht die Zumge verbrennen will. Und dann, so nach einer gewissen Zeit, da wird er auf einmal schlagartig kalt. Spaß macht das auf jeden Fall nicht. Zu heiss oder zu kalt. Der Coffee to go ist sozusagen die Avocado der Heissgetränke. Unreif oder verfault - zu heiss oder zu kalt. Scheisse setzt sich durch.
Und dann kippen die das Zeug auch noch in einem Styroporbecher, damit es länger warm bleibt. Und sie packen da so einen Deckel obendrauf, der vorher wahrscheinlich Teil des Space Shuttle war. Damit das Zeug länger warm bleibt. Manche Leute nehmen sich ja sogar diese komischen Thermo-Becher von zu Hause mit, in denen sie dann ihren Kaffee spazierentragen. Doppelwandige Aluminumhüllen, in denen sonst wahrscheinlich Bullensperma auf Temperatur gehalten wird. All das um sicher zu stellen, dass man die Plörre möglichst lange nicht trinken kann.
Ich verstehe es nicht. Liegt aber wahrscheinlich wieder an mir, weil es ja alle machen. Wahrscheinlich bin ich nur zu empfindlich. Wer nicht heiss saufen kann, kann auch nicht heiss trinken oder sowas.

Posted by banana at 10:32 FM | Comments (8)
November 05, 2013
Der Erpel starb umsonst

Erinnern Sie sich noch? 2003 haben einige Amerikaner die Pommes Frites, die bei ihnen French Fries heissen, in Freedom Fries umbenannt, weil die Franzosen beim Einmarsch in den Irak nicht mitmachen wollten.
Nun gehen einige Bäcker bei uns dazu über, die Amerikaner in Schweineöhrchen umzubenennen. Ich selbst finde den Schritt nachvollziehbar, aber nicht sachdienlich, da er zu Verwirrung führen wird. Wie heisst denn jetzt das Gebäck, dass früher Schweineöhrchen hieß?
A propos Ohren von Tieren: In der gestrigen Ausgabe von "Bauer sucht Frau" wurden die Ohrmarken der niedlichen Kälbchen verpixelt (naja, nicht verpixelt, sondern so unscharf gemacht, aber ich denke, da kann man auch verpixelt sagen, denn wenn ich immer höre, wie die Leuten in den Quiz-Sendungen sagen, dass sie irgendwas "einloggen" würden, dann rollen sich mir auch die Fußnägel hoch, aber das hat sich wohl so eingebürgert, also!). Ich frage mich natürlich, warum die Ohrschilder der Kälbikleins verpixelt wurden? Persönlichkeitsschutz? Diebstahlsschutz? Google Maps? Ein amok-laufender Verpixelungsmechanismus? Ein neuer Prakitkant am Verpixler? Ich weiss es nicht. Aber wenn es den Kälbchen gut geht, dann geht es mir auch gut.
Die Persönlichkeitsrechte, des Erpels, der in der Sendung sterben musste, wurden übrigens nicht geschützt. Ich finde, da hätte man auch den Verpixler ansetzen sollen. Ist aber nicht passiert. Später war er dann tot. Mit dem Bild geköpft. Zum Glück wurde das nicht gezeigt, sonst hätte ich noch Alpträume bekommen. Ich träume ohnehin immer schon die größte Scheisse, da hätten mir enthauptete Enten gerade noch gefehlt.
In meiner Kindheit hieß es immer, dass Hühner, wenn man ihnen den Kopf abhaut, immer noch eine Runde über den Hof fliegen. Ich selbst habe das nie beobachten können, weil ich mich von Schlachtungen immer fern gehalten habe. So richtig glauben kann ich das aber nicht. Der Erpel bei Bauer sucht Frau starb schweigend und ob er noch eine Runde gedreht hat, ist nicht überliefert. Man hörte nur das trockene Geräusch eines Beils, das in Holz getrieben wird. Dazu sah man die Frau für den Bauern. Aber ich glaube, mit den beiden, das wird nichts werden. Der Erpel starb umsonst.

Posted by banana at 10:27 FM | Comments (13)
November 01, 2013
Eier werfen verboten

Morgens weckt mein Radio mich. Dann kommen die Nachrichten, die Wettervorhersage und die Staumeldungen und dann bin ich bereit, schlechtgelaunt aus dem Bett zu klettern.
Heute wurde in den Nachrichten berichtet, dass die Polizei die ganze Nacht damit beschäftigt war, Sachbeschädigungen wegen haloweenender Kinder aufzunehmen. Offenbar waren die Kinder sauer, weil man ihnen nicht die Türen geöffnet hatte und Süßigkeiten in den geschminkten Mund gestopft hatte und deswegen bewarfen sie Fassaden mit Eiern und Klopapier und was unsere Amerikanischen Freunde Partner ihnen sonst noch so alles vormachen.
Da musste dann also die Polizei ran und musste die Eierschäden aufschreiben. Muss ja alles seine Ordnung haben.
Zum Glück überwachen ja schon viele Leute ihr Grundstück privat, so dass die Täter möglichst schnell gefasst werden können. Obwohl - sie sind ja vermummt, wenn sie schlau sind beziehungsweise die Sache ernst meinen.
Ich denke, dass die Tage von diesem Haloween-Brauch in Deutschland damit gezählt sein dürften. (Naja, ok, Brauch darf ich wahrscheinlich ja gar nicht sagen, weil das ja gar kein Brauch ist sondern was auch immer, aber ich schreibe das mal einfach trotzdem). Wahrscheinlich gibt es dann im nächsten Jahr so eine Kampagne mit lustigen Plakaten, dass man doch bitte keine Eier auf Häuser werfen sollte, vielleicht wird auch auf das Vermummungsverbot hingewiesen und vielleicht werden auch ein paar Kinder in ländlichen Gegenden erschossen und dann gibt es bestimmt bald ein Gesetz dagegen. So auf EU Ebene, wenn das nicht vorher der Seehofer schon in die Hand nimmt.
Das wird auf jeden Fall noch lustig. Lustiger als Haloween.

Posted by banana at 12:25 EM | Comments (8)
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