Februar 27, 2013
Der Mensch, Käse, Zeit

Zur Zeit bin ich in einer sehr mentizentalen Stimmung.
Oft stelle ich mir viele Fragen "Was ist der Mensch im Wechselspiel der Zeit". "Was ist das Wechselspiel der Zeit?" "Was ist der Mensch?" "Was ist ein Wechselspiel?" "Was ist Zeit?"
So komme ich vom Hundertsten ins Tausendste, vom Hölzchen aufs Stöcken von Brocken aufs Bröckchen, von Zocken auf Zöckchen.
Man kennt das. Es ist eine Krankheit, die viele Männer haben können. Sie heisst "Die Mitleidskreisis".
Warum weiss ich auch nicht so genau. Namen sind halt Schall und Rauch. Was ist Schall, was ist Rauch? Wo Rauch ist, da ist auch Feuer, sagt man. Dabei gibt es auch manchmal Rauch ohne Feuer.
Als ich ein Minidopschi war, da haben wir mal Kerzen in der Schule gemacht. Einer von den Lümmels hatte auch eine Kerze gemacht, aber aus Langeweile, Doofheit oder Boshaftigkeit hat er Zucker in das Wachs gemacht und aus ermangelung eines Dochtes hat er einen Wollfaden benutzt.
In der Schule sollten dann alle ihre Kerzen anzünden, also wurde auch der Wolldocht im Zuckerwachs entündet. Er kokelte und stank und glomm und war kaum zu löschen. Deswegen gibt es auch Rauch ohne Feuer.
Damit hätten wir also schonmal etwas falsifiziert. Das ist ja wie in der Wissenschaft. Das ist ja heute richtig wissenschaftliches Vorgehen.
Wahrscheinlich stimmt die Geschichte mit der Kerze und dem Zucker und der Wollte aber gar nicht. Wo sollen denn Kinder bitteschön einen gescheiten Kerzendocht herbekommen? Das gibt es doch gar nicht bei Aldi zu kaufen (als Beispiel jetzt mal).
Was aber stimmt: Im Kindergarten war ich in der Windmühlengruppe. Wir sollten Laternen für den Santa Markus Umnzug basteln und zwar sollte der Boden und der Deckel aus einer bestimmten Packung für Schmelzkäsedreiecke bestehen. Also mussten wir daheim diese verschissenen Schmelzkäsedreiecke Fressen!!! Drei Jahre lang haben wir nur diesen dreckigen Schmelzkäse gefressen, bis wir alle ganz drall und plumb waren und uns fast die Schmelzsalzallergie dahingerafft hätte und nur, damit mir diese verkackte Laterne nach zwei Minuten abfackelt und ich dastehe, wie so ein Depp, dem man kein Lampiong anvertrauen kann. Alles umsonst. Scheisse!
Vielleicht stimmt diese Geschichte auch nicht?
Was ist die Geschichte im Wechselspiel der Zeit?
Fragen über Fragen.

Posted by banana at 12:52 EM | Comments (10)
Februar 18, 2013
Ich kann nicht rechnen.

Viele Leute kennen die Witze, in denen die Eltern den Kindern bei den Mathematikhausaufgaben helfen und dann total versagen, das aber nicht zugeben, weil sie ja die Erwachsenen sind und so weiter.
Ich bin auch so ein Erwachsener.
Meine Nichte schreibt heute eine Mathematikarbeit und für die hat sie gestern gelernt, als ich zufällig gerade anwesend war.
Die Aufgabe war ungefähr wie folgt gestellt:

Laber, laber, laber, in unserer Galaxie gibt es ungefähr 100 Milliarden Sterne und insgesamt gibt es 100 Milliarden Gaalxien.
Wie viele Sterne gibt es insgesamt. Löse die Aufgabe ohne einen Taschenrechner und benutze zum Lösen irgendwas mit Zehnerpotenzen.

Das klingt ja eigentlich gar nicht so schwer. Dachte ich.
Dann mal los.
Im Mathematikbuch stand auch eine Formel. Die sah ungefähr so aus:

an * bn = (a*b)n.

Für mich heisst das: Wenn zwei Zahlen den gleichen Exponenten haben, dann muss man die Zahlen multiplizieren und den Exponenten beibehalten, um das Ergebnis zu erhalten.
Eine Milliarde ist also sowas: 1 000 000 000. Das sind neun Nullen, wir sind also bei 109. 100 Milliarden wären dann noch zwei Nullen mehr, also 1011. Wir wären dann also bei 111 * 211. Und weil man laut gem Gesetz von oben dann nur die Basiszahlen multiplizieren müsste, wäre die Lösung also

111 * 211 = 211.

Das kann doch aber nicht stimmen, meine Fresse verdammte Kacke nochmal.
Denn wenn ich nicht mit 11er Potenzen rechne, sondern mit 9er Potenzen, also 1009 * 2009 und das gleiche Gesetz anwende, dann bin ich bei 20 0009 und das wäre dann 20 000 000 000 000, also 212.
Wenn ich das ganze mit einem Tabellenkalkulationsprogramm meiner Wahl ausrechne, dann kommt "2E+22" raus, also 222.
Das kann doch aber nicht stimmen, meine Fresse verdammte Kacke nochmal.
Am meisten vertraue ich dem Tabellenkalkulationsprogramm meiner Wahl, weil: Das kann sogar Flugsimulator.
Aber dann muss doch das beknackte Gesetz in dem Schulbuch total falsch sein. Oder ich Rindvieh habe es nicht richtig gelesen.
Auf jeden Fall hat die Nichte dann irgendwann behauptet, sie hätte es verstanden und ihre Mitschülerin angerufen.
Ich werde mich auf jeden Fall nicht mehr beteiligen, wenn in ach so lustigen Sketchen über Erwachsene gelacht wird, die keine Ahnung von Mathematik haben.

Posted by banana at 12:09 EM | Comments (38)
Februar 15, 2013
Gedanken über Traumberufe

Heute hörte ich von einem Arzt, der seinen Traum verwirklicht hat.
Nachdem er genug Geld als Arzt verdient hatte, hängte er den Arztkittel an den Nagel (bzw. was man sonst so als Arzt hat) und wurde LKW-Fahrer.
Also ich weiss ja nicht.
Klingt nach einem tollen Beruf, wenn man selbst noch so fünf Jahre alt ist, aber als Erwachsener. Wie ich schon sagte: Ich weiss ja nicht. Vielleicht hatte der Arzt aber auch als Arzt keine Zeit, mal über dieses Ding, was man als Arzt vor der Stirn hat und so runteklappen kann mit dem Loch in der Mitte, durch dass man dann in Patientenöffnungen schaut, hinaus zu blicken und sah den Beruf des Fernfahrers deswegen gefärbt von einiger romantischer Verklärtheit.
Wenn ich Fernfahrer denke, dann denke ich: Termindruck, Zeitdruck, Blasendruck und fast nie zu Hause. Das ist doch kein Traumberuf!
Und schlecht bezahlt ist es auch noch.
Allerdings könnte man als Arzt aich einige Vorteile in der Führerkabine eines Brummis haben:
Bei Unfällen kommt man schnell an die Spitze des Staus ("Ist vielleicht ein Arzt im Stau?") und auch bei anderen Verzögerungen kann man sich schnell an anderen vorbeimogeln ("Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt").
Unterm Strich scheinen diese Tricks die Nachteile allerdings nicht aufzuwiegen.

Posted by banana at 12:21 EM | Comments (15)
Februar 11, 2013
Fleischskandal auf der Insel

Eine Weile war mein Menschenbild etwas verrutscht. Dann habe ich akzeptiert, dass es sehr wohl Menschen gibt, die auf Facebook ausschließlich Katzenwitze veröffentlichen. Mitterweile ist das Menschenbild wieder etwas in eine andere Position verrutscht, seitdem ich weiss, dass diese Menschen auch manchmal Pferdefleischwitze veröffentlichen.
Wobei "veröffentlichen" eigentlich das falsche Wort ist. Ich glaube, was die machen, das heisst "teilen".
Im Moment scheint dieser Pferdefleischskandal auf England beschränkt zu sein. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, wann er sich auf das europäische Festland ausweitet, denn wie wir alle wissen, setzt sich Scheisse durch.
Wobei - Pferdefleisch als Scheisse zu bezeichnen ist jetzt auch nicht ganz ok. Manche Leute essen sowas ja gerne. Es gibt ja sogar Pferdefleischmetzger, zu denen Leuten gehen, die ausdrücklich wünschen, Pferdefleisch zu essen. Aber das ist bei Haifischflossen, Schildkröten, Schnecken, Fröschen, Muscheln und so weiter ja eigentlich auch so. Manche wollen es essen und manche eben nicht und wenn man denen, die das nicht wollen dann heimlich doch sowas vorsetzt, dann sind die meistens nicht so begeistert.
Wobei religiöse Gründe bei Pferden ja eigentlich ausgeschlossen sind, oder? Aber das ist ein anderes Thema.
Was mich wundert, ist, warum es aber um Pferdefleisch geht. Es ist ja nicht so, dass wir in Europa eine Pferdeplage hätten. Mir ist zum Beispiel seit Monaten kein Pferd mehr begegnet. Es hat sich auch mindestens so lange niemand bei mir mehr über Pferde beschwert. "Uff, wie gehen mir diese Pferde auf den Saque. Gestern habe ich den Rest vom Eintopf im Klo runtergespült und heute morgen schwamm da so ein widerliches Pferd im Becken". oder sowas. Passiert nicht.
Warum dann also Pferdefleisch?
Ich glaube, es ist so: Das Pferdefleisch macht nicht den Hauptteil des Burger- Lasagne- oder was auch immer Fleisches aus. Das ist eher so eine Beimischung. So ein Pferd auf hundert Rinder oder sowas. Vielleicht zum Aromatisieren. So eine Aromamäre. Die Mexikaner zermalen auch so Raupen, die in den Agaven wohnen und würzen damit ihre Tacos und ertänken die im Mezcal. Oder vielleicht wollte auch nur jemand günstig ein paar Pferde loswerden, die er aus dem Tierheim geholt hat und dann wollten die Kinder sich nicht mehr um die Kümmern und da hat dann irgendein Verbrecher die unter das Rindfleisch gemischt. Das macht doch nichts, das merkt doch keiner.
Auf jeden Fall: Nicht schön, das ganze.
Also ich will keine Pferde essen und ich fände das nicht ok, wenn mir jemand Pferdefleisch unterjubelt.
Unter den vielen Pferdefleischwitzen war auch noch kein guter dabei.

Posted by banana at 01:00 EM | Comments (22)
Februar 07, 2013
Knöpfe in Aufzügen

Viele Leute behaupten ja, der "Türen schließen"-Knopf in Aufzügen hätte gar keine Funktion (der Knopf heisst bestimmt nicht so, aber ich nenne den mal so, wegen der Eisenbahn). Ich gehöre nicht zu diesen Leuten, denn der Knopf im Aufzug, der mich morgens aus und abends in die Tiefgarage fährt, ist kaputt. Ich weiss das genau, denn ich drücke ihn jeden morgen (der Knopf selbst ist nicht kaputt, aber er hat keine Funktion mehr, ich weiss)
Eigentlich juckt es mich schon länger, der Hautechnik Bescheid zu sagen, dass der Knopf kaputt ist. Er soll bitte repariert werden.
Aber das mache ich nicht, denn dann würde ich zugeben, dass ich einer dieser Fahrstuhltürenschließknopfdrücker bin. Und wer will das schon sein? Ich nicht. Weil der Knopf ja sowieso nicht funktioniert.
Der Knopf ist so ein bisschen, wie die Bild Zeitung. Jeder drückt ihn, aber keiner gibt es zu und ich glaube, das ist auch der Grund dafür, warum dieser Knopf schon so lange kaputt sein kann. Keiner gibt zu, dass er ihn vermisst. Die Bildzeitung liest ja auch keiner.
Ich glaube also fest, dass sich - wie ich - jeden Tag dutzende von Leuten ob des funktionslosen Knopfes ärgern und trotzdem niemandem Bescheid sagen. Oder vielleicht hat jemand auch schon bei der Haustechnik bescheid gesagt und die haben den Aufzughersteller kontaktiert und der kommt nicht, weil der Knopf sowieso nie eine Funktion hatte. Vielleicht machen die Dinger ja wirklich nichts. Vielleicht sind das wirklich solche Aufzugplacebos, damit der Fahrgast etwas zu tun hat und damit er das Gefühl hat, er hätte die Macht.
Aber ich weiss, dass es nicht so ist. Ich weiss, dass der Knopf eine Funktion hätte, denn alles ist anders.
Manchmal betrete ich morgens den Aufzug, wähle mein Wunschstockwerk, drücke mit einer Mischung aus Hoffnung und Wehmut den Knopf und seufze. Dann höre ich, wie sich Schritte nähern. Eine weitere Person möchte den Aufzug benutzen. Ich drücke den "Türen aufhalten"-Knopf. Dieser Knopf hat - da sind sich alle Experten einig - eine Funktion. Die Türen bleiben geöffnet. Dann betritt die andere Person den Fahrstuhl. Ich nehme meinen Finger umständlich vom "Türen aufhalten"-Knopf, damit die andere Person auch mitbekommt, was ich für ein netter Typ bin und grüße zum Morgen. Die andere Person grüßt zurück und drückt den "Türen schließen"-Knopf.
Nichts passiert.
Die andere Person wundert sich und drückt nach ein paar Sekunden den Knopf erneut. Die Türen schließen sich. Die Person glaube jetzt allen Ernstes, dass sie die Türen geschlossen hätte. Das ist aber nicht so. Das ist falsch, falsch, falsch! Die Türen hätten sich auch geschlossen, wenn niemand irgendwas gemacht hätte. Weil der Scheissknopf im Arsch ist, verdammt nochmal. Die andere Person denkt aber, dass der Knopf funktionieren würde. Vielleicht ist das auch der Grund, warum noch niemand der Haustechnik...
Es ist zum verrücktwerden.

Posted by banana at 03:30 EM | Comments (2)
Februar 05, 2013
Deutscher Filterkaffee

Ich denke ja, man kocht keinen Kaffee mehr. Man lässt Kaffee raus. "Ich lasse mir erstmal einen Kaffee raus". Ich glaube, ich kann mir zu Hause auch Kaffee rauslassen, denn ich habe so eine Maschine, in die man solche Kapseln reinsteckt und dann drückt man den einen oder den anderen Kopf und dann macht es Lärm und dann hat man Kaffee in der Tasse. Heisst wahrscheinlich nicht Kaffee, sondern irgendwie schick, kommt mir aber nicht über die Lippen. Also das Wort, nicht das Getränk.
Die Gerätschaften zum kochen von Kaffee habe ich ja noch - ich habe so einen Filterhalten und diverse Kannen und ich habe so ein Ding zum runterdrücken, aber Kaffeemehl habe ich eigentlich nie im Haus. Wenn ich mal zahlreicheren Besuch bekomme, dann kaufe ich mal so eine Tüte Kaffeemehl. Davon koche ich dann ein, zwei Kannen und der Rest verliert dann über die Monate sein Aroma und wird dann, kurz vor dem nächsten Besuchstermin, aus der Dose gekippt und durch neues ersetzt.
Jetzt dachte ich ja eigentlich, dieser rausgelassene Kaffee wäre das höchste der Gefühle und in jedem Falle dem Filterkaffee vorzuziehen. Das stimmt aber nicht. Da habe ich mich geirrt. Da war ich auf dem Holzweg. (Ich fände es übrigens sehr schön, wenn man in der Gastronomie einen Rausgelassenen bestellen könnte und man dann so einen Wasauchimmer ohne Milch bekommen würde, aber ich glaube, das wird nie passieren).
Zurück zum Filterkaffee. Ich sprach nämlich unlängst mit einer Frau in ihren Dreissigern, weltoffen, modern und flott, die sagte, sie möge diesen Café Crema nicht. Sie sei ausgesprochene Filterkaffeetrinkerin. Sowas gibt's auch! Da kann man einen Vollautomaten besitzen, ein italienisches Koffeinatomkraftwerk meistern können oder auch - ganz Bohème - die Espressokanne auf dem Gasherd blubbern haben und diese Frau braucht Filterkaffee zum Glück.
Ich war erstaunt, lies es mir aber nicht anmerken.
Von der Traumkaffeemaschine dieser Frau erzähle ich heute nichts, das hebe ich mir für ein andermal auf.
Wenn die Welt nicht zwischenzeitlich untergeht.
Ich bleibe auf jeden Fall bei den Kaffeekapseln (ganz undogmatisch, wenn ich Doc Martens will, dann ziehe ich Schuhe an).

Posted by banana at 09:17 FM | Comments (18)
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