Oktober 31, 2012
Das Herr Rossi Mysterium

Schon seit meiner Kindheit stelle ich mir eine Frage: Was ist denn bei der deutschen Version der Titelmusik der Filme mit Herrn Rossi passiert?
Zum Vergleich kann sich der geneigte Leser mal die beiden Versionen bei seinem Lieblingsinternetvideoanzeigeportal anschauen (die Originalversion heisst Viva La Felicità).
Bei der deutschen Version ist der Gesang so dermaßen ausserhalb des Taktes, dass es einem die ganze schöne Musik verspargelt.
Wie kann das denn sein? Die Sänger sind nicht schlecht, ich kann mir nicht vorstellen, dass die so dermaßen untaktig singen. Und es sind ja auch fast immer mehrere Sänger beziehungsweise Sängerinnen, die da singen. Sie müssten also alle gleich falsch singen. Das kann doch wohl auch nicht sein.
Was also ist da los?
Die einzige Erklärung, die mir in den Sinn kommt, ist, dass die Sänger nicht zu der Musik gesungen haben, sondern einfach ohne Musik gesungen haben. Vielleicht hatte das Musikauto einen Unfall oder der Fahrer des Musikautos musste zur Beerdigung seiner Oma oder er hat in einer kleinen Konditorei zu zwei gesessen, bei Kuchen und Tee oder weiss der Kuckuck was mit dem Musikauto losgewesen ist.
Da waren dann also die Sängerinnen und Sänger und das Studio und der Aufnahmeleiter und die Musik war nicht da. Das Studio war aber nur für einen Tag gebucht, weil am nächsten Tag schon Jürgen Markus seine neue Scheibe aufnehmen wollte (mit Musik). Und da hat man dann in den sauren Apfel gebissen und den Gesang sozusagen Pi mal Daumen einfach ohne Musik aufgenommen und dann am Abend auf die Musik geklatscht, als das Musikauto dann endlich da war.
Allerdings wundere ich mich dann, wieso die Tonhöhe stimmt. Egal wie herum ich es drehe: Es wird einfach kein Schuh daraus.
Was war da nur wieder los?
Ich weiss es nicht.

Posted by banana at 10:10 FM | Comments (24)
Oktober 30, 2012
Verabschiedung (der Sicherheit halber)

Ja, liebe Leute: Das sehr, sehr unbekannte, aber durch seine cleverent Voraussagen (z.B. "Stress in Europa", "gerade Steine, mit denen man reden kann", "Leckeres aus Rund") qualifizierte Volk der Amb'ozaal Kombolaner hat sich auch einen Kalender ausgedacht. Und der endet genau Morgen.
Überrascht?
Ich möchte diese Gelegenheit nutzen und mich schonmal vorsichtshalber von allen Leser, Freunden und Suchmaschinennomaden verabschieden.
Machts gut und danke für die Aufmerksamkeit.

Euer bna

Posted by banana at 12:46 EM | Comments (14)
Oktober 26, 2012
Wie sie eshen, sehen sie nichts

Guten Tag. Es gibt sie noch, die Allee der Ölsardinen. Ihr wisst, das ist diese kleine, tolle Seite mit den vielen Fotos von Ölsardinendosen aus von überall.
Leider, leider, leider habe ich diese Seite in den letzten fünundzwanzig Jahren sehr vernachlässigt. Das lag vor allem daran, dass [hier bitte Lieblingsausrede eintragen]. Ja und ich weiss auch, dass mir einige Leute in den vergangenen fünfzig Jahren sehr schöne Fotos von Ölsardinendosen geschickt haben und dass ich denen kein schönes, knuscheliges Heim in der AdÖ gegeben habe. Das betraubt mich. Aber, wie ich eben schon sagte, war es leider so, dass [Ausrede von oben wiederholen].
Nun gibt es aber einen Silberstreif am Horizont oder ein Licht am Ende des Tunnels oder was auch immer, wo gut Hoffnung kommt heissen sollte als Redewendung ja ja.
Es gibt nämlich eine neue Allee der Ölsardinen und die noch viel schöner, als die alte Allee der Ölsardinen, aber noch nicht 100% durchsardiniert. Eigentlich ist sie erst so zu zirka wenig Prozent durchsardiniert, aber das kann ja vielleicht noch kommen. Die neue AdÖ ist nämlich auch leichter zu sardinieren.
Achso, sie ist übrigens §§a href="http://oelsardinen.blogspot.de/">hier§§/a>, die neue Allee der Ölsardinen. Helfen tut mir dabei der §§a href="http://mitallem.blogspot.de/">Rollinger§§/a> und das ist auch fleissiger als ich, kompetenter, besser zu Fuß und bestimmt auch größer. Und er hat wirklich eine Liebe zu Sardinen im Leib, dass es sich schon in den Sieben Weltmeeren herumgesprochen hat.
Es gibt also einen Hoffnungsstreif am Ende des Tunnels für Euch Sardinendosenliebhaber. Und natürlich noch eine Menge Arbeit. [Hier vielleicht noch ein paar Ausflüchte einfügen]
Das wars schon mit der Werbung.
Galama!
Heute morgen war ich etwas erstaunt und wie ich zugeben muss, auch entsetzt, denn ich las, dass die Apple Firma enttäuscht hat.
Wie kann das sein? Apple begeistert doch so viele Leute. Aber nun hat Apple enttäuscht und zwar wen? Die Analysten und die gesamte Wallstreet.
Und warum? Weil sie nur 8,2 Milliarden Dollar verdient haben. Das gilt wohlgemerkt für das letzte Quartal und das ist wohlgemerkt 24% mehr, als im gleichen Quartal im letzen Jahr (Zahlen von Spiegel online).
Die blöden Apple Leute haben nämlich nur 14Millionen iPads verkauft und das waren 3% weniger als im Quartal davor und deswegen sind die Analysten enttäuscht, weil sie mehr erwartet hätten. Die Aktie fiel dann auch gleich um mehr als ein Prozent.
Liebe Leute: Ihr habt den Arsch offen und zwar aber so weit, dass man da alle verkauften iPads seit Auflegung reinstecken könnte. Und dazu noch die Dinger von Samsung.

Posted by banana at 12:25 EM | Comments (5)
Oktober 25, 2012
Warmbeadetag

Schwimmen ist ja eigentlich wirklich eine total blöde Sportart. Doof nur, dass mir Schwimmen komischerweise nichts ausmacht, ja, sogar etwas Spaß macht. Radfahren macht auch Spaß, ist im Winter aber eher unangenehm. Joggen macht mir keinen Spaß. Zu langweilig, man kommt nicht vorwärts, doof, etc.
Das blöde beim Schwimmen ist, dass es ja eigentlich eine ganz schön elitäre Sache ist. Jetzt ist Schwimmen ja nicht besonders anspruchsvoll. Man braucht kein Pferd, keinen Satz Titleist Eisen inkl. Untergebenem, die sie einem hinterherträgt, keinen Fallschirm oder was auch immer. Schwimmen ist ja eigentlich sogar so eine Art Breitensport.
Das Blöde beim Schwimmen ist nur, dass man so viel Platz dazu braucht und dass der Platz dafür so teuer ist.
Und weil der Platz dafür so teuer ist, gibt es halt nunmal relativ wenig von dem Platz.
Das Schwimmbad in meinem Heimatort hat sechs Bahnen im 50m Becken. Das ist eigentlich schon durchaus großzügig bemessen.
Zwei der Bahnen sind immer abgesperrt für Schulen, Vereine und Schwimmkurse. Bleiben noch vier Bahnen für normale Schwimmer.
Ist einer dieser normalen Schwimmer zum Beispiel einen Herr, der sich mit Altdeutsch Rücken fit hält, dann braucht der, aufgrund der ausladenen Armbewegungen und der mangelnden Sicht in Schwimmrichtung schon fast eine Bahn für sich. Auf der Nachbarbahn schwimmt dann vielleicht jemand, der denkt er könne kraulen, sieht dabei aber eher aus, wie ein Preisboxer beim Schwimmertraining. Von dem hält man sich lieber auch fern. Also wieder eine Bahn weg. Vielleicht schwimmt dann da aber auch ein Triathlet, der sein Schwimmtraining absolviert. Der kann natürlich auch nicht auf andere Rücksicht nehmen, weil er ja Triathlet ist und sein Schwimmtraining absolviert. Da kann man dann auch nicht schwimmen. Da bleibt dann nicht so viel Platz übrig, denn da gibt es zum Beispiel auch noch Aquajoggerinnen oder Freunde/Freundinnen, die sich zum Schwimmen treffen. Das sind meistens die, die man an den trockenen Haaren erkennt. Sie nutzen den Schwimmbadbesuch zum ausführlichen Schwätzchen. Um sich zu unterhalten, darf man natürlich nicht so schnell schwimmen, weil man sich dann ja nicht mehr unterhalten kann. Und man muss nebeneinander schwimmen. Grund: Siehe oben.
Da sind so sechs Bahnen also rucki-zucki mit nur ganz wenigen Menschen belegt und dabei ist so ein Schwimmbad sooo teuer.
Gestern war dann auch noch Warmbadetag und das macht die Sache nur noch schlimmer.
Bleibt also nur noch der Slalom, das Ausweichen und das Wasserschlucken neben Sugar Ray.
Warmbadetage sind aber auf jeden Fall zu meiden. Schwimmt sich auch angenehmer, wenn das Wasser kälter ist.

Posted by banana at 01:02 EM | Comments (5)
Oktober 24, 2012
Teste Dich!

Schon als Kind war ich ein großer Freund, Befürworter und Anhänger von Psychotests in Zeitungen. Das ging natürlich erst so richtig los, als ich gescheit lesen konnte. Und das fiel mir nicht besonders leicht. Meine stärkste Erinnerung an die Grundschulzeit besteht zum Beispiel darin, dass mir ein Mitschüler vorsagen musste, dass auf der Lesekarte "mit" stand. Das konnte ich nämlich nicht so ohne weiteres erkennen beziehungsweise lesen. Heute kann ich das natürlich total problemlos.

  • Weitere wichtige Erinnerungen an die Grundschule:
    Mitschüler bekommen die Köpfe kahlgeschoren, weil sie Läuse hatten.

  • Ich bekam vom Schulzahnarzt einen Zettel mit Fotos der frankensteinigsten Zahnschiefstellungen mit nach Hause gegegeben (Da war meine Zahnspange aber schon in Arbeit).

  • Ich spielte in der Aufführung des Schultheaters einen Lehrer und einige der Schüler, die Schüler darstellten hatten kurz zuvor den Färbetest von Antibelag gemacht

  • Mitschüler, der Metzgersohn ist, kauft sich auf Klassenfahrt eine Wurst.


Vor den Psychotest löse ich übrigens sehr gerne diese Zeichnungen, bei denen man numerierte Punkte der Reihe nach verbinden musste. Naja, lösen ist vielleicht das falsche Wort. Verhunzen passt besser.
Aber dann waren es die Psychotests. Natürlich wollte ich herausfinden, was für ein Beziehungstyp ich bin, ob mir Übergewicht droht, ob ich einmal reich werden würde oder ob ich zu Aggressionen neige.
Leider strebte ich schon damals stets nach persönlicher Perfektion. Anders gesagt: Ich war schon immer eher Theoretiker denn Praktiker und so gab ich nie ehrlich antworten. Ich kreuzte immer die Antworten an, von denen ich glaube, dass sie zu der Lösung führen würden, die ich mir wünschte. Das klappte auch oft und wenn es nicht klappte, dann besserte ich nach. So war ich immer ein dufter Typ und nur eine Farbschicht entfernt von Perfektion.
Ich schreibe das nur, weil ich mir in dieser Woche das aktuelle Heft des Focus gekauft habe, was sonst gar nicht meine Art ist.
Das Hauptthema des Heftes ist der Schlaf und ich hatte mir einige Hinweise für einen erholsameren Schlaf und besseren Schlaf und so weiter erhofft. Leider wurden meine naiven Hoffnungen in den Boden gestampft, denn dass ich im Bett nur schlafen soll (und Sex) und am Abend Sport machen soll (aber nicht zu spät) und abends nicht so viel Essen soll, das habe ich alles schon gewusst. Viel mehr stand da aber nicht drin.
Aber es gab einen Psychotest! In einem Bereich konnte man herausraus finden, ob man unter dem Burnout-Syndrom leidet. Die Hauptfrage lautete "Fühlen sie sich ausgebrannt".
Da legte ich das Heft zur Seite, denn ich wusste sowieso nicht, ob ich Burnout haben wollte oder nicht.

Posted by banana at 12:53 EM | Comments (9)
Oktober 23, 2012
Besucherstrukturen zur Feierabendzeit

Neulich war ich bei Mäc Doland (Name geändert). Dort aß ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Mc Flurry Eis (Geschmacksrichtung "Twix"). Das war sehr lecker. So lecker, dass ich mir hinterher ein bisschen gewünscht hätte, ich hätte es lieber nicht probiert. Noch mehr habe ich mir allerdings gewünscht noch eines zu essen, aber das habe ich dann dank meiner Willensnerven aus Stahlseilen dann doch nicht gemacht. Meine lieber Herr Gesangsverein: Das schmeckt besser, als selbst gemacht, entspricht aber wohl so auf dem Papier ungefähr einem Bickmäck. Der ist ja auck, aber irgendwie anders. Ich weiss es nicht. Sie komplementieren sich gegenseitig und der eine sagt: Probier doch auch mal meinen Kollegen, das Eis. Und dann denkt man "Ja, wieso eigentlich nicht?" mit so komischen Quergedanken ist man ja schnell bei der Hand, zum Beispiel: "Ich gehe heute nicht schwimmen, dafür esse ich heute nichts mehr und bringe den Müll weg." Oder sowas. Und das schöne ist: Wenn man es denkt, dann glaubt man das auch. Das hat mit Umgehungsstraßen im Gehirn zu tun. Man lernt: Diese Umgehungsstraßen sind nicht immer 100% super pro gut.
Also: Ich saß bei Mäc Doland und ich saß da, weil ich mit einem Freund zusammen etwas zu erledigen hatte. Wir mussten einen Plan aushecken, der sich gewaschen hatte. Der Essladen lag etwas verkehrsungünstig direkt zwischen einem Ort und der A3. Runderum herrschte wilder Stau. Es ging nichts. Und mitten drin im Stau war der McDrive. Es war 18:00 an einem Werktag. Der Mäcco war voll. Alle Tische waren besetzt. Aber: Es saßen fast überall Familien mit Kindern. Oder einzelne Frauen mit Kindern oder einzelne Männer mit Kindern (einzelne Kinder mit Kindern habe ich nicht ausmachen können).
Das wunderte mich.
Wer stellt sich denn abends mit einem Auto voller Kind in den Stau, um dann Fastfood zu essen? Man kann die doch zu Hause entspannt vor den Fernseher setzen und Gezettesszett anmachen oder sowas und dann ist doch Ruhe im Karton. Verstehe ich nicht. Vielleicht hatten die Kinder aber auch spät Grundschule (wegen G8) oder spät Kita (wegen G8) oder spät Montesori (wegen spätere Chancen). Kann ja alles sein. Modernes Kindermanagement ist ja mit der Duplofütterei von damals gar nicht zu vergleichen. Ich weiss es ja nicht.
Vielleicht wollten die Eltern aber auch ihre Kinder schon früh mit dem Berufsverkehr vertraut machen, denn seien wir doch mal ehrlich: Besser wird das nicht mehr. Da helfen auch Duratzelautos nix. Der Stau bleibt. Da hlift nur Abhärtung, schätze ich mal.
Vielleicht war es aber auch so eine Art Flaschmob. Oder ein Fressflasch. Ich weiss es nicht.
Das Eis war aber trotzdem lecker. Und den Plan, den wir geschmiedet haben, den habe ich jetzt schon zwei mal gewaschen und er sieht immer noch aus wie eins A.

Posted by banana at 12:25 EM | Comments (22)
Oktober 19, 2012
Merkwürdigkeiten am Rande

Das sind schon merkwürdige Zeiten, im Moment.
Aber wenn man so ein Diagramm malen würde, mit der Zeit auf der X-Achse und der Merkwürigkeit auf der Y-Achse, dann würde man so einen ansteigenden Strich bekommen. Ob der jetzt gerade sein würde oder irgendwie schepp, das sei mal dahingestellt. Er würde aber auf jeden Fall auch ansteigen.
Wobei das natürlich auch nicht so genau richtig ist. Also nicht so universell richtig.
Beamten wir uns einen Ritter aus dem Mittelalter in die heutige Zeit, so ploppdiwopp, Ritter da, dann würde der sich wahrscheinlich schon sehr wundern, denke ich mal. Wenn man dem den Inhalt des grünen Sacks einer durchschnittlichen Familie vor die Füße kippen würde, dann wäre der wahrscheinlich schonmal den ganzen Tag mit Staunen beschäftigt. Und dann würde man ihm, so zur Tagesschauzeit dann mal erzählen, dass das alles verbrannt werden würde und dann würde der Ritter - glaube ich - versuchen, alle umstehenden umzubringen und sich mit den Werstoffen aus dem Staub zu machen.
Würden wir aber jemanden aus der Zukunft in unsere Zeit beamen, dann würde er sich auch etwas wundern. Womöglich wüsster er natürlich schon, wie wir zu drauf sind, weil er das im Fernsehen gesehen hat, aber der graue unmittelbare Altag würde ihm ganz schön die Lefzen schloggern lassen.
Ich komme ja zum Beispiel immer noch nicht drüber weg, dass die Autohersteller verpflichtet wurden, 1965 Anschnallgurte für die Vordersitze einzubauen, dass die Pflicht für die Rücksitze aber erst 1979 kam.
Ich glaube, damals hat das niemanden gewundert. Neulich, als ich in Taiwan war, da gab es gar keine Anschnallpflicht auf dem Rücksitz und also auch in vielen Taxis keine Gurte auf den Rücksitzen. Also, ich fand das nicht so toll.
Aber ich schweife ab.
Die Merkwürdigkeit steigt immer mehr an.
Was passiert denn gerade so? Das größe Ereignis der Welt scheint zu sein, dass ein Mann mit einem Fallschirm aus einem Ballon hüpft. Im mächtigsten Land der Welt scheint es ausschlaggebend für den Wahlkampf zu sein, wie sich die zwei Präsidentschaftskandidaten der beiden größten Parteien im Streitgespräch schlagen. Nicht nur in diesem Land beherrscht das Fernsehstreitgespräch alle Medien, sondern auch im Rest der Welt. Es gibt da wohl auch eine grüne Partei, aber die kommt da im Fernsehen nicht vor. In Syrien geht es drunter und drüber und jeden Tag sterben unschuldige Menschen und der Rest der Welt schaut zu, weil im Club, in dem entschieden wird, was der Rest der Welt zu tun hat, ein paar Mitglieder sind, die sagen, dass das doch eigentlich ganz ok sei. In unserem Land zeigen ein paar Leute auf den Steinbrück, weil er sich nebenbei eine nicht unerhebliche Menge Geld dazuverdient hat und dann fordern seine Kumpels, dass doch mal alle erzählen sollten, was sie so nebenbei verdienen würden. Die, die auf den Steinbrück gezeigt haben sagen dann aber, dass das ja nicht ginge, weil man den gläsernen Abgeordneten ja wohl nicht haben wolle. Das sind nebenbei gemerkt diejenigen, die den gläsernen Bürger aber offenbar ganz ok finden.
Das sind alle solche Dinge, von denen ich den Eindruck habe, dass sie gerade passieren und dass sie merkwürdig sind. Und die ganzen Dinge passieren aus Gründen, weil sie ja natürlich alle nicht so einfach und so platt dazustellen sind, wie ich das hier gerade gemacht habe.
Mal sehen, wie sich die Gründe in der Zukunft verändern werden. Ein paar werden sicher noch wichtiger werden und ein paar werden sich in der Rückschau als fadenscheinig erweisen. Das ist leider alles nicht so einfach vorherzusehen, aber merkwürdig finde ich das alles trotzdem.

Posted by banana at 11:17 FM | Comments (22)
Oktober 16, 2012
Blätterteigschneckentests

Am Wochenende experimentierte ich mit Partyhäppchen.
In den letzten Jahren haben im Bereich Partyessen zwei Gerichte einen kometenhaften Aufsteig hingelegt: Grillfackeln und Blätterteigschnecken. Objektiv gesehen müssen beide im Bereicht Abfallverwertung verortet werden, aber schmecken tun sie trotzdem.
Ich orientierte mich in Richtung Blätterteigschnecken.
Kurzer Exkurs zum Thema Blätterteigschnecken:
Generell werden Blätterteigschnecken so hergestellt: Man nimmt eine Platte fertig gekauften Blätterteig, belegt die mit Zeug, das man sowieso von irgendwo anders übrige hatte, rollt das ganze zusammen, schneidet es in Scheiben und backt diese im Backofen. Fertig.
Beliebte Beläge sind: Schmand mit Lauch und Schinken, Frischkäse mit Leschkäs und gekochtem Schinken, geriebener Käse.

Gibt es eigentlich Menschen, die Blätterteig nicht mögen? Ich kenne keine, frage aber auch vorsichtshalber nicht nach.
Da ich total supergerne Gorgonzola esse, irgendwie, wollte ich Blätterteigschnecken machen, die Gorgonzola als Hauptgeschmacksgeber enthielten. Und so probierte ich:
Ich mische den beliebten Blauschimmelkäse mit Firschkäse, etwas Limettensaft, Pfeffer und Salz und strich ihn auf den Blätterteig, ich mischte etwas getrocknete Tomaten zu der Masse und schmierte sie auf den Blätterteig. Ich belegte den Teig mit Gorgonzola und getrockneten Tomaten, ganz ohne Frischkäse und ich belegte den Teig mit Gorgonzola und Birnenstückchen.
So richtig weggefläscht hat mich leider keine der Varianten.
Am besten war die Variante mit Gorgonzola und getrockneten Tomaten (ohne Frischkäse), obwohl ich vor dem Backen sicher war, dass ich viel zu viel Käse genommen hatte. Die Variante mit Gorgonzola und Birnen war ansatzweise ok, aber nicht das, was ich mir versprochen hatte.

Insgesamt war eigentlich alles lecker, aber ich hatte mir einfach mehr davon versprochen.
Rückblickend habe ich einige Fehler gemacht, die ich bei der nächsten Testreihe vermeiden werden:
Ich hatte nicht die würzige Käsevariante, sondern die andere (dolce) genommen. Das ist nicht gut. Die Zutaten brauchen insgesamt ordentlich Pferdestärken.
Die Birne war ziemlich unreif und geschmacksarm. Siehe oben.
Die getrockneten Tomaten waren in Öl eingelegt, aber trotzdem labberig. In Öl eingelegt ist ok, aber labberig darf nicht sein. Auch hier auf mehr Qualität achten.

Ich hatte eine Blätterteigplatte der Größe 42cm x 24cm gekauft und in drei Streifen zu je 10cm geschnitten (ok, plus minus x). Den Teig habe ich dann bestrichen und der Länge nach aufgerollt. Die Rolle war also 10cm Breit. Von der Größe her war das ok. Die einzelnen Scheiben waren ungefähr 1cm dick.
Beim Schneiden werden die Scheiben leider total Platt. Da muss ich mir nich einen Trick ausdenken.
Ich denke mal, nächstes Wochenende wird weiter probiert. Schalten sie auch das nächste Mal wieder ein, wenn sie mich sagen hören wollen "Uuuuhhhh!".

Posted by banana at 12:25 EM | Comments (4)
Oktober 13, 2012
Der Bär, das Leben und die Zukunft

Beim Aufräumen fand ich ein Buch, dass mein Leben vor ungefähr zehn Jahren sehr bestimmt hat.
Es heisst "Das Gummibärchen Orakel". Damit kann man anhand von Gummibärchen, die man aus einem Beutel zieht, erkennen, wie es um das eigene Leben und die Zukunft bestimmt ist.
Man zieht fünf Bären aus der Tüte, ordnet sie nach Farben und kann dann seine Kombination im Buch nachschlagen und findet dort eine Beschreibung der aktuellen Lage und der zu erwartenden Ereignisse.
Leider ist es nun so, dass der namhafte, um nicht zu sagen der einzig relevante Gummibärenhersteller der Welt seine Produktin von fünf auf sechs Sorten umgestellt hat (bis 2007: Ananas, Zitrone, Orange, Himbeere, Erdbeere, ab 2007: Ananas, Zitrone, Orange, Himbeere, Erdbeere, Apfel). Die Veränderung ging sogar so weit, dass es nicht nur eine neue Farbe gab, sondern dass auch einer bestehenden Gemschacksichtung eine neue Farbe zugewiesen wurde (bis 2007 war Erdbeere grün, danach war Erdbeere hellrot und die neue Geschmacksrichtung Apfel wurde grün).
Auf der Webseite zum Buch steht, dass man, sollte es mehrere Abstufungen von rot geben, diese alle als rot behandeln sollte, aber das kann ich leider nicht akzeptieren. Zum einen würde damit die Anzahl der roten Bären verdoppelt und zum anderen denke ich, dass nicht nur die Farbe, sondern sicher auch Geruch und Geschmack der Bären eine Auswirkung auf die Eregnisse des Lebens haben.
Eine neue Auflage ist nicht verfügbar.
Ich jedenfalls habe meine nun leider veraltete Ausgabe des Buches weggeworfen und werde ich in Zukunft wohl an die Sterne, Knochen, Kaffeesatz, Karten oder Pendel verlassen müssen.
Eigentlich passt mir das ja gar nicht.

Posted by banana at 11:46 FM | Comments (5)
Oktober 09, 2012
Mensch gegen Insekt

Am Samstag hatte ich gerade Wetten Dass?!... hinter mich gebracht, als mir auch schon auffiel, dass es Zeit für die Heia war.
Als ich kurz darauf im Bett lag, hatte ich gerade die Dinge gemacht, die man macht, bevor man ins Bett geht.
Da lag ich also, schloss die Augen und wartete.
Etwas später (ich weiss nicht genau, denn ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren) wurde ich auf einen feinen Piepton aufmerksam. Mein äusseres Bewusstsein war noch total verpennt, aber mein innerer Gott saß auf seinem Melkschemel und fuchtelte wild mit allen Armen in der Luft rum. Das machte mich wach. Es fuhr in mein Gehirn rein: Eine Mücke ist im Raum und zwar im Anmarsch und in Ermangelung anderer Personen wird sie wahrscheinlich denmächst versuchen, ihren Stachel in mein Fleisch zu stecken und mir das Blut rauszuzuzutzeln (Oha! Ein Wort mit drei "zu" hintereinander). Mist. Doch nur zwei "zu". Also "rauszuzutzeln". Ich bitte um Entschuldigung.
Ich war wach, dämmerte in leichter Panik, schaltete das Licht an und saß aufrecht im Bett, wobei mein Kopf immer so von der einen Seite auf der anderen Seite sich am drehen war.
Wo war das Insekt? Ich wollte es töten, damit es mich nicht weiter um den Schlag brächte. Denn brächte ich es um, dann brächte es mich im Gegenzug nicht mehr um den Schlag.
Die Arschmade war aber nirgends zu sehen. Es war ein Profi. Es hatte sich versteckt.
Ich machte einen Trick: Ich ging durch meine Wohung und machte überall das Licht an, nur nicht im Schlafzimmer. Dort machte ich es aus.
Grund des TRICKS: Insekten (z.B. Mücken) werden magisch vom Licht angezogen. Ich ging also in die hell erleuchtete Wohnstube und wartete etwas, bis die magische Wirkung des Lichts das Vieh aus meinem Schlafgemach gesogen hätte.
Ich schnippte mit dem Finger, löschte das Licht und begab mich zu sanfter Ruh.
Natürlich hatte ich die Schlafzimmertür von innen zu gemacht, ich bin ja nicht mit dem Klammerbeutel gepudert.
Ich schlief und träumte den Traum des Gerechten (Teifschlafanteil: 50%).
Der nächste Tag verging voller Ereignisse, die aber hier nichts zur Sache tun. Die Mücke war vergessen.
Bis ich abends mich nackig auszog und eine routinemäßige, verdachtsunabgängige Kontrolle machte: Da war ein Mückenfleck auf der Innenseite meines linken Unterarmes. Dort, wo ich doch besonders empfindlich bin. Ich hatte nichts davon gemerkt. Nachts nicht und auch tagsüber nicht.
Was machte ich natürlich: Ich kratze an dem Ding rum, dass es rauchte.
Da tat es plötzlich weg. Und ich kratzte mehr. Und es tat mehr weh.
Noch im Bett musste ich mich am Bettpfosten in der Horizontalen festbeissen, um den Juckreiz zu übertünchen.
Es war keine gute Nacht (Tiefschlafanteil: 36%). Die Mücke kam aber nicht mehr.
Trugschluss! Heute fand ich einen Mückenfleck auf dem linken Mittelfinger. Die Sau!
Ich grübele: Wenn ich trotz Mücke schlafen kann und die Mückenflecken mir nichts ausmachen, so lange ich nicht an ihnen herumwichse, warum lasse ich die Mücke nicht einfach in Zukunft in Ruhe ihrem blutigen Handwerk nachgehen? So lange die mich nicht beim Einschlafen stört, kann die doch ruhig machen, was sie will. Ich werde nicht an Blutarmut sterben.
Wie lange aber lebt so eine Mücke eigentlich?
Das würde mich gerne mal interessieren.

Posted by banana at 01:38 EM | Comments (61)
Oktober 02, 2012
Ein Hörbuch mehr

Stimmt ja.
Dieses Buch "50 Shades of Grey: Geheimes Verlangen" habe ich ja auch gelesen. Naja, nicht gelesen, sondern gehört.
Die Rechtfertigung vorweg: Ich wollte wissen, um was es da geht, in diesem Buch, was jetzt alle kaufen und wie das so ist und ausserdem war das Hörbuch billig.
Eigentlich wollte ich dann hinterher was total Lustiges über das Buch schreiben, aber es ist jetzt schon eine Weile her, dass ich mir das angehört habe und so richtig gejuckt hat es mich dann doch nicht, was zu schreiben. Vielleicht, weil ich einfach so froh war, als es endlich vorbei war. Nicht, weil es so schrecklich war, sondern, weil es total langweilig und in seiner Langweiligkeit auch noch sehr nervig war. Ungefähr so, wie wenn man den Streber aus der Klasse zum ersten Mal auf eine Party einläd und der dann zum ersten Mal Bier trinkt, aber er weiss nicht, dass es alkoholfreies Bier war. Dann geht er so voll aus sich raus, kriegt aber nicht mit, dass er sich noch total im Griff hat. Aber irgendwie total abgefahren, gell?
Ich schreibe mal ganz lose ein paar Sachen auf, die mir sehr auf die Nerven gingen: Der Hauptmann ist natürlich sehr reich (es wird ungefähr 20 mal erwähnt, dass er "unverschämt gut" aussähe), sehr schön, sehr gebildet, kann Hubschrauber fliegen, Klavier spielen, kann (und will) immer bümmeln und hat einen sehr großen Pimmel. Die anderen Klischees sind mir gerade entfallen.
Die Hauptfrau wird pro Seite (geschätzt) einmal rot. Das macht bei 600 Seiten ganz schön oft. Ausserdem scheint sie sich dauernd auf die Lippe zu beissen, was dazu führt, dass der Hauptmann sagt, sie sollte sich nicht auf die Lippe beissen, weil er sie sonst bümmeln müsste. Das kommt nur alle 20 Seiten vor, nervt aber auch.
Der Hauptmann hat, obwohl er CEO eines sehr erfolgreichen Konzernes ist, zu jeder Tages- und Nachtzeit Zeit, emails zu beantworten, quer durchs Land zu fliegen oder fickibumsi mit Haue zu machen.
Dauernd werden irgendwelche Markennamen erwähnt. Der Computer ist von Apple, das Auto von Audi, das Handy von Blackberry, die Turnschuhe ("Sneakers") von Converse und, und, und. Da gab es bestimmt nochmal extra Geld dafür. Mich nervt sowas, da bin ich Beamtendeutsch.
Das ganze Buch ist wahnsinnig öde, prüde und steril. Ich glaube, das wurde mit Latexhandschuhen geschrieben (solche Einmalhandschuhe meine ich) auf jeden Fall hört es sich so an. Ich hatte auch die ganze Zeit den Eindruck, dass die Autorin froh war, wenn ihr mal wieder eine neue Formulierung eingefallen ist. Und Zack! Kaum war das der Fall, tauchte sie auf den nächsten Seiten auch dauernd wieder auf, bis auch diese einem so richtig auf den Saque ging. Das wäre vielleicht weniger schlimm gewesen, wenn es nicht so schwer zu sein schiene, auf Allerweltsformulierungen zu kommen. Eine Handlung wäre auch mal ganz erfrischend gewesen. Das Buch ist wie eine Partyjacht , die im Hafen von Husum dümpelt. An Bord sind gelangweilte Vorstadtfrauen auf der Zielgeraden zur Feierlaune. Da gibt es dann alkoholfreien Sekt mit Holundersirup und kurz, bevor das Boot zur Spaßfahrt ablegt, merken alle, dass es schon fast zehn Uhr ist und alle nach Hause müssen, weil sie morgen einen harten Tag mit vielen Terminen haben. Los ging die Feier aber schon morgens um sechs.
Mir tat die ganze Zeit die Frau leid, die das Hörbuch vorgelesen hat. Ich hoffe, man hat sie gut dafür bezahlt. Eigentlich wollte ich mal einen Zusammenschnitt aller schlimmen Worte machen, die in dem Buch vorkommen: "Clitoris" und sowas. Aber das hätte ja bei der Länge ewig gedauert, bis ich das fertig bekommen hätte, ausserdem hätte ich mir dann alles nochmal anhören müssen.
Wenn das tatsächlich die erotischen Vorstellungen so vieler Frauen sind, dann, ja dann weiss ich ehrlich gesagt auch auch nicht.
Naja, sagen wir, dann haben sie noch mehr solcher Bücher verdient.

Nachtrag nach Kommentar von n:
Am schlimmsten nach dem Lippenkauen und rot werden nerven noch die "innere Göttin" (scheinbar pro bümmeln, was immer auch kommen mag) und das "Unterbewusstsein" (scheinbar anti bümmeln, wenn es sich vermeiden lässt), die dauernd dazu benutzt werden, Dinge zu erklären, die die Autorin wohl anders nicht so richtig ausdrücken konnte. Und das ist oft. Die beiden Figuren nehmen immer mehr Platz ein. Irgendwann können die dann sogar Türen zuschlagen und sowas. Die scheinen also eigene Wohnungen zu haben. Ich fürchte, in den Fortsetzungen haben die dann eigene Häuser oder Gärten oder sowas.

Posted by banana at 01:47 EM | Comments (39)
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