Februar 29, 2012
Durcheinanderes Zeug

Ganz ehrlich: Ich finde die Bezeichnung "Schnupperkurs" fürs Tauchen nicht so gelungen.
Und wo ich schon am motzen bin: Die Möglichkeit, per Web Fonts eigene Schriften im Browsern zu benutzen finde ich jetzt auch nicht so pralle. Das führt meiner Ansicht nach zu einer Comic-Sanisierung des Webs. Die Leute haben ja wirklich sehr interessante Geschmäcker und nicht jeder hat Typographenblut in den Adern.
Obwohl - wenn gut gemacht ist und für Überschriften und nicht für den Haupttext gemnutzt wird, dann ist es eigentlich ganz ok. Ja, dann finde ich es sogar total oberaffentittengeil.
Ui, ich habe wieder diese schlimmen Schwankungen. Muss hormonisch begründet sein. Mal klappt es harmonell gut und dann wieder nicht so gut. A propos Hormone: Man ist ja oft ein Sklave seiner eigenen Hormone. Besonders als Frau. Als Mann ja nicht so. Als Mann werden die Hormone ja von der Milz weitestgehen abgebaut, bevor sie über die Lymphe ins Blut und dadurch ins Rückenmark gelangen können. Rückenmark ist auch so ein komisches Wort. Für mich klingt das ganz lecker, weil ich da immer an Erdbeermark denken muss. Mjam mjam. Jetzt mal was anderes: Den Namen Pipi fand ich schon als Kind nicht so gut und diese komische Strapsbekleidung, die sie da trug, auch nicht. Das fand ich immer etwas anstößig. Ich weiss aber leider nicht, was Pipi auf Schwedisch heisst.

Mal eben nachgeschaut:
Kissar oder Pissar.
Ich hatte ja als Kind einen Schulkameraden, der immer leicht nach Urin roch. Als wir dann Sexualkunde in der Schule hatten und ich endlich mal erfahren habe, wo die kleinen Babies herkommen, da legte ich mir eine Erklärung zurecht: Seinem Vater muss beim Akt wohl ein Melheur passiert sein. Wie unangenehm. Mittlerweile habe ich diese Erklärung verworfen und durch nichts ersetzt. Hab mit dem Typen ja eh nix mehr zu tun, also ist es ja latte.
Wie komme ich jetzt wieder aus dieser Schmuddelecke raus? Keine Ahnung, ehrlich gesagt.

Posted by banana at 12:29 EM | Comments (17)
Februar 25, 2012
Deutschland ist doch gar nicht so scheisse

Gestern sprach ich mit einem Mittzwanziger, der gerade von São Paulo nach Frankfurt gezogen war. Ich glaube, man nennt das Auswandern. Ich will das aber nicht so nennen, weil das Auswandern in jüngster Zeit ein schlechtes Image bekommen hat. Muss wohl an den Sendungen liegen, in denen sich die Leute nach Spanien ziehen und sich dann wundern, dass da keine Sau Deutsch spricht.
Ich fragte den Herren, ob er denn wegen des tollen Wetters nach Deutschland gekommen war aber er sagte nein.
Erstmal, sagte er, sei die U-Bahn in Brasilien scheisse. Wir unterhielten uns gerade darüber, als wir vor einem S-Bahn Zug standen. Der Zug stand da und bewegte sich nicht. Dann stiegen alle Leute aus. Der Zug bewegte sich immer noch nicht. Dann stiegen alle Leute wieder ein. Dann bewegte sich der Zug nicht und die Leute stiegen wieder aus.
Sowas passiert in São Paulo jeden Tag, sagte der Mann. Nachdem die Leute abermals wieder eingestiegen waren, fuhr der Zug los. Wahrscheinlich musste der mal neu gebootet werden.
Die Deutsche S-Bahn ist also schonmal besser, als die Brasilianische U-Bahn.
Aber der Hauptgrund, sagte der Mann, war, dass São Paulo so teuer wäre. Die Wohnungen würden ohne Nebenkosten so viel kosten, wie in Frankfurt die Wohnungen inklusive Nebenkosten. Dafür wären die Löhne aber in Deutschland (oder vielleicht speziell in Frankfurt) höher.
Das überraschte mich. Tokio, London und Paris, so dachte ich, da sind die Mieten und die Lebenshaltungskosten bestimmt höher, als bei uns. Aber São Paulo?! Ich schaute verwundert drein.
Wir waren dann was essen und auf einem Konzert. Und überall wurde dem Herren freundlich und auf Englisch geholfen. Hätte ich auch nicht gedacht.
So heute gibt es was zu Essen, nämlich Wurstsalat:
Zwei Zwieben würfeln und die Würfel in Gurkenwasser aufkochen und gleich wieder abkühlen lassen.
Eine rote Paprikaschote würfeln.
100g Gouda auch würfeln.
Drei Gewürzgurken klein schneiden.
300g Fleischwurst in Streifen schneiden.
Das ganze mit Essig, Öl, Senf, Pfeffer und Salz dressieren.
Fertig. Lecker.
Wer fleissig ist, der macht dazu Bratkartoffeln. Wer nicht, der nicht (und nimmt fertige Salatsoße, so wie ich).

Posted by banana at 02:10 EM | Comments (26)
Februar 22, 2012
Erst blasen, dann rasen

In Frankreich gibt es ein neues Gesetz. Ab dem 1. Juli muss in jedem Fahrzeug ein Alkoholtest mitgeführt werden. Die Unfälle mit alkoholisierten Fahrern nehmen zu und so will man das in den Griff bekommen.
Das erscheint etwas merkwürdig, weil: Man kann ja niemanden zwingen, nicht zu fahren, wenn er betrunken ist. Also nicht, wenn man nicht bei ihm ist und so als Regierung ist man ja im Herzen stets beim Bürger aber nicht körperlich.
Ich denke, das geht eher andersrum. So juristisch. Man verpflichtet den Fahrer dazu, vor jeder Fahrt die Fahrtüchtigkeit zu überprüfen, d.h. man kann davon ausgehen, dass der Fahrer weiss, wenn er nicht mehr fahren darf. Wenn er es dann trotzdem tut, dann kann er sich sozusagen nicht mehr rausreden, dass er nur ein Glas Wein getrunken hat. Ich denke das Prinzip ist das gleiche, wie wenn sie einen bei der Einreise in die USA fragen, ob man Mitglied einer terroristischen Vereinigung ist.
Also merket: Wenn Ihr nach Frankreich fahrt, nehmt Eure Alkotester mit, sonst gibt es Mecker.
Was im Rahmen der Globalisierung abgeschafft gehört sind diese doofen Feiertage. Mit den Brasilianern kann man zum Beispiel eine Woche lang nichts anfangen, nur weil Karneval ist. Die Schweden nehmen im Sommer kollektiv sechs Wochen am Stück Urlaub und von den Asiaten will ich erst gar nicht anfangen. Muss alles abgeschafft werden. Oder vereinheitlicht. Abschaffen ist besser, das veringert den wirtschaftlichen Schaden. Das mit der Zeitverschiebung muss auch abgeschafft werden, das ist auch sehr unpraktisch. Dann müssen die anderen halt im Dunkeln arbeiten, das ist mir doch egal. Das sind doch alles Servicewüsten, wenn die sich weigern. Man muss ja immer das Große und Ganze im Auge haben.

Posted by banana at 12:47 EM | Comments (20)
Februar 21, 2012
Abseiling

Was wenige Leute wissen (ausser den Millionen von Briten), ist, dass "to abseil" ein Englisches Verb ist und das es tatsächlich Abseilen bedeutet.
Komisch, oder? Für Seil haben sie aber schon ein eigenes Wort. Vielleicht hatten sie einfach Seile und wussten nicht, dass man sich damit auch abseilen kann. Dann haben sie das bei den Deutschen gesehen und einfach das Wort kopiert.
Ja, kopiert, geklaut haben sie es ja nicht, weil das Original ja noch da ist.
Ich bin ja ein großer Freund von Amazon. Naja, stimmt ja eigentlich nicht im Wortsinne, weil die Freundschaft ja sehr einseitig ist. Sagen wir so: Ich kaufe gerne bei Amazon ein. Und ja, das ist nicht gut, weil das dann die kleinen Emmaläden und Fachgeschäfte schädigt und weil dann die Zusteller immer mehr ausgebeutet werden. Es ist aber einfach so praktisch.
Und es hatte noch einen weiteren Vorteil: Wenn man Artikel bestellt, für die das Mindestalter 18 Jahre ist, dann konnte man die einfach bei Amazon England bestellen und bekam die dann einfach zugeschickt. Wenn man solche Sachen in Deutschland bestellt, dann ist das ein Riesenhickhack, man muss die Sendung persönlich entgegennehmen und es kostet auch noch 5€ extra. So habe ich eine ganze Menge Videospiele bestellt. Da ist ja gefühlt jedes zwei erst ab 18. Billiger waren sie in England auch noch und auch noch auf Englisch. Also nur Vorteile und ganz einfach.
Und wenn etwas ganz einfach ist, was ist es dann? Verboten, richtig. Und so geht das jetzt auch nicht mehr. Dann werde ich also meine Videospiele in Zukunft bei Tante Emma teurer kaufen. Und auf Deutsch. Toll finde ich das nicht.
Aber das ist doch eigentlich immer so: Wenn etwas schnell, einfach, lustig oder praktisch ist, dann ist das verboten.
Deswegen ist es doch auch nur stringent, dass es wesentlich einfacher ist, sich eine illegale Version von einem Film zu besorgen, als sich eine legale Version zu besorgen. Ich mache das ja nicht mehr, aus Angst.
Wenn man einfach in ein leerstehendes Haus einzieht, dann ist das ja auch leichter, als sich vorher erst mit dem ganzen legalen Kram auseinanderzusetzen. Und wenn man ein Haus haben will, das aber noch nicht verkauft wird, dann bekommt man es auch nicht. Ist doch klar. Oder ein Auto. Wenn der Eigentümer sagt, er will das Auto nicht verkaufen, dann kriegt man es auch nicht. Ganz einfach.
Was wollte ich eigentlich sagen - achso: Abseiling is a word.

Posted by banana at 03:20 EM | Comments (9)
Februar 20, 2012
Tusch

Jetzt ist wieder die Faschingszeit
Und alle Narren stehen bereit.
Der Euro ist in Griechenland
obwohl davor die Spezialisten haben gewarnt.
Man kann doch denen das Geld nicht schenken,
die von zwölf nicht bis Mittag denken.
Ein Gyros machen sie sehr lecker
sind auch sehr gute Fladenbrotbäcker,
doch für die Spritze voller Geld
hätten wir doch besser ein anderes Land ausgewählt.
(Tusch)
Zum Beispiel die schöne Schweiz voller Alpen
die können das Geld viel besser dann verwalten.
Oder auch das schöne Liechtenstein,
da hätten wir dann hinterher mehr vom Schein.
Aber die Griechen mit ihrem Tsatziki
die sagen nicht "Danke", sondern nur "bitti".
Nein, sie sagen nichtmal bitte
sie demonstrieren in der Mitte
von der schönen Hauptstadt, die da heisst Athen
die Bilder davon hab ich in der Bildzeitung gesehen.
Die sollten lieber mal mehr robotten
und nicht auch noch die armen Polizisten verkloppen.
Unsereins tut ja auch schwer schaffen
viel schwerer als die Menschenaffen.
Wobei sogar im Zoo bei uns daheim
Tun die Schimpansen fleissiger sein
als wie die faulen Helenen
Ich hab Mitleid, mit kommen die Tränen.

Achtung: Das war ein satirisches Gedicht und spiegelt nicht meine Meinung wider. Das war ein Wi-hitz. Muss man sagen, weil: Ich hab am Wochenende ungefähr zehn Minuten lustige Karnevalssendungen geschaut und da könnte sowas dann durchaus auch vorkommen, so ist mein Eindruck. Obwohl - nein. Das Wort "Helenen" könnte man da nicht benutzen.
So Karnevalskram kommt ja nur auf den öffentlich-rechtlichen Sendern. Im Privatfernsehen findet das nicht statt. Wahrscheinlich, weil die Privaten auf die Quoten achten müssen und es sich nicht leisten können Scheisse zu senden, die kein Zuschauer ertragen kann. Schade, dass dafür Gebühren benutzt werden dürfen. Ich finde, man sollte stattdessen lieber eine niedliche Katze filmen und senden, das wäre billiger und weniger peinlich. Oder auch so aus Zügen raus filmen. Vorne aus der Lok. Ist auch besser. Aber man könnte auch eine Wurst filmen. Das wäre auch besser. Und abwechslungsreicher, wenn man jedes Jahr eine andere Wurst nehmen würde. Zum Beispiel die Wurst des Jahres.
Naja, ich habe halt keinen Humor.

Posted by banana at 01:27 EM | Comments (14)
Februar 19, 2012
E-E-Ehrensold.

Ich hab ja gedient. 1990 war das. Ist schon eine Weile her. Damals war die Gesamtsituation eine ganz andere. Es war quasi, so bundeswehrmäßig alles im Umbruch. Der Ostblock war gerade am Zusammenbrechen, der Feind (die "Roten", also die Russen) waren nicht mehr der Feind und die Nationale Volksarmee wurde eher missmutig in die Bundeswehr eingegliedert. Angeblich konnte man für hundert Mark im Osten von plötzlich arbeitslos gewordenen Rotarmisten Kalaschnikows mit 1000 Schuss kaufen. Das stimmte aber wahrscheinlich nicht.
Aber das ist alles nicht das, was ich eigentlich sagen will. Was ich sagen will ist, dass der Beruf des Bundeswehrsoldaten damals noch ein wenig anders war, als heute. Das war nämlich eigentlich ein Beamtenjob, mit merkwürdiger Berufsbekleidung.
Der Traditionsfeind war verlustig gegangen und George Bush der Ältere hatte schon neue Feinde gefunden: Die Iraker. Und da ging es dann auch tatsächlich zur Sache und nicht mehr nur so kalt, wie die Jahre zuvor. Für einen Bundeswehrbeamten bedeutete das also, dass plötzlich die Möglichkeit bestand, als Soldat tatsächlich in Kampfhandungen verwickelt zu werden.
Das machte einem der Unteroffiziere bei uns sehr zu schaffen und er lies sich prompt zu den Heeresfliegern versetzen. Da war die Gefahr nicht ganz so groß und der Dienst obendrein ruhiger, als bei den Pionieren.
So ist das. Man verbindet mit manchen Berufen gewisse Risiken. Ein Soldat sollte sich nicht allzusehr wundern, wenn er verwundet wird. Ein Dachdecker könnte mal vom Dach fallen und ein Hufschmied vom Pferd getreten werden. Manager tragen eine hohe Verantwortung, bekommen dafür viel Geld und haben dafür das Risiko, plötzlich ohne Job dazustehen. Politiker auch.
Stimmt nur nicht so ganz. Wenn ein Topmanager auf einmal ohne Job dasteht, dann bekommt oder erklagt er sich eine Abfindung, von dem manch anderer Mensch 400 Jahre gut leben könnte. Und wenn unser Herr Bundespräsident nach einigen ungünstigen Verflechtungen und der Aufhebung seiner bundespräsidentalen Immunität zurücktritt, dann steht ihm ein Ehrensold zu, dass ungefähr 400 Hartz IV-Sätzen entspricht. Darüber müssen aber noch seine Kollegen entscheiden. So richtig blicke ich da nicht durch.
Aber wie unser Herr Bundespräsident schon sagte: In einem Jahr erinnert sich keiner mehr an die Affaire. So wird man auch hier etwas warten und ihm dann heimlich den Ehrensold zusprechen. Immerhin hatte er als Bundespräsident ja auch eine hohe Verantwortung.
Vielleicht sollte man das Ehrensold auch einfach nur umbenennen. So ohne "Ehre" vorne oder so. Also nur noch Sold. Womit wir wieder bei den Soldaten wären.

Posted by banana at 01:11 EM | Comments (4)
Februar 17, 2012
Tut er es oder tut er es nicht?

Ich glaube, ich will die Erklärung, die unser aller Bundespräsident gleich abgibt, gar nicht hören. Nachdem ich mir das erste Interview in der Sache angesehen habe, glaube ich nicht, dass mir die Erklärung irgendetwas einbringen wird.
Von mir aus sollte man das ganze Bundespräsidentenamt abschaffen. Reiner Luxus. Man sollte da Synergien nutzen und Redundanzen abbauen und Chancen nutzen und Potentiale ausnutzen. Was auch immer.
Ich fände es ja eigentlich schade, wenn er zurücktreten würde. So, wie er das bis jetzt so alles gemacht hat, das war schon sehr Punkrock. So, wie damals Sid Vicious "My Way" gesungen hat und mit der Pistole rumgeballert hat. Fuck the System. Ich fürchte aber, die Intentionen dahinter waren dann doch etwas andern.
Man könnte unserem Herrn Bundespräsidenten auch einen zweiten Kopf und einen dritten Arm annähen und dann wären wir schon relativ nah an meiner Vorstellung und meinem Bild von unser aller Bundespräsident.
Doof finde ich es ein bisschen, dass der alte dann wahrscheinlich weiterhin hundertausendmillionenmark jährlich an Pension kriegt und dass schon wieder ein neuer gesucht werden muss. Das nervt. Was sollen denn bitte zum Beispiel die Griechen dazu sagen? Die kommen sich doch wohl auch ein bisschen veräppelt vor.
Also, lieber unser aller Bundespräsident: Bitte noch 20 Jahre im Amt bleiben, weiterhin nichts für das Amt Relevantes machen und das ganze Getöse einfach aushalten, das würde uns allen Geld sparen und andere Sachen auch, für die mir gerade keine Worte einfallen. Die Würde ist ohnehin schon beim Teufel. Vielleicht könnte er auch noch ein bissi was karnevallsmäßig machen, ist ja gerade Saison. Oder Wetten Dass moderieren, das ist ja auch so ein Trauerspiel.
Gestern kochte ich Hühnersuppe. Ich bin ein großer Freund der Hühnersuppe und schreibe ihr nahezu magische Fähigkeiten zu, was die Bekämpfung von Erkältungen angeht.
Ich brauche allerdings rezeptuelle Anregungen, denn gestern wollte mir die Suppe nicht so recht schmecken. Das machte mich sehr traurig, aber so richtig echt, ey.
Ich koche ein Huhn für 45 Minuten in 1,5l Wasser, in dem eine Zwiebel schwamm, die ich mit zwei Lorbeerblättern und vier Nelken gespickt hatte. Ich entfernte die Zwiebel aus der Brühe und auch das Huhn und gab ein Parket gefrorenes Suppengemüse in die Brühe. Ich wartete, bis ich das heisse Hühni anfassen konnte, dann entfernte ich die Haut und riss das Fleisch von den Knochen. Als das beendet war, würzte ich die Brühe mit Hühnerbrühepulver, etwas Zitronensaft, Salt und Pfeffer. Dann gab ich Muschelnüdelein und das Fleisch in die Suppe und kochte das Ganze für zehn Minuten. Dann war das Gericht fertig.
Auf dem Teller kam dann noch Maggi hinzu. Maggi, Du vergessenes, braunes Gold.
Was kann man da noch variieren? Manchmal gebe ich noch Ingwer und etwas Kokosmilch hinzu, aber das reisst die Sache auch nicht wirklich raus.
Ich würde nicht sagen, dass ich jetzt verzweifelt wäre oder so, aber so richtig glückerlich bin ich auchernich.
Zum Glück zieht der Tee gerade so richtig schön durch, heute abend gibt es Handkäse mit Musik und gleich zum Frühbrot erstmal eine selbstgeschnitzte Thunfleisch Pizza.
Das Leben ist lebendig.

Nachtrag.
So, jetzt ist er zurückgetreten. Die wichtigste Frage ist jetzt, was die Jecken mit ihren Wulff-Wagen machen, die sie beim Faschingsumzug präsentieren wollten. Wie stehen die denn jetzt da?

Posted by banana at 10:31 FM | Comments (21)
Februar 07, 2012
Von Toast zu Schleim

Ich glaube, zum Kochen bin ich wirklich durch die Mensa gekommen. Irgendwas muss man ja essen und das Mensaessen wollte ich mit der Zeit immer weniger haben.
Da gab es zum Beispiel zu fast jedem Gericht "pik. Soße" dazu. "pik." heisst pikant. Was immer das auch ist. Lecker war es nicht. Ich habe das alles etwas verdrängt, aber ich glaube es war etwas, was ziemlich aber nicht komplett anders als Zigeunersoße schmeckte. Sie war auf jeden Fall rot und ich glaube, das war die Hauptsache.
Fett und Sehnen und sowas mag ich gar nicht essen. Deswegen fiel für mich paniertes Fleisch in der Mensa schonmal flach. Bevor ich da so ein Schnitzel essen konnte, musste ich erst die Panade runterkratzen, um mir einen Überblick zu verschaffen. Ganz zu schweigen von Gulasch oder sowas. Das fand ich damals ziemlich eklig.
Manchmal gab es auch Gemüsebratlinge. Das war dann Knollensellerie in Scheiben geschnitten und paniert.
Auf Dauer ging das nicht gut und Toast mit Schinken und Käse wollte ich auch nicht jeden Tag essen, also musste ich selbst kochen.
Am Anfang gab es Spaghetti mit Tomatensoße, dann irgendwelche Fixprodukte und dann irgendwann auch Sachen komplett ohne fix und fertig. Ich wusste auf jeden Fall, was drin war (naja, zumindest größtenteils und konnte mir das Fleisch selbst aussuchen). Und irgendwann machte mir das Kochen dann Spaß und es interessierte mich auch immer mehr.
Ich glaube, so wie mir ging es vielen Leuten und das ist auch der Grund, warum viele Männer kochen können.
Warum Männer früher nicht kochen konnten und warum heute so viele Frauen nicht kochen können, weiss ich nicht. Das ist wahrscheinlich auch eine Modesache. Oder vielleicht war die Kantine einfach besser.
Im Studentenwohnheim gab es eine für ihren Kochfanatismus bekannte WG. Dort wohnten Architekturstudenten und es hieß, wenn sie kochten, dann machen sie sich sogar die Hühnerbrühe aus echtem Huhn. Damals fand ich das total übertrieben. Es gibt doch diese praktischen Gläschen. Heute würde ich das aber zu besonderen Anlässen auch machen. Nicht unbedingt wegen des Geschmackes, sondern um den Anlass zu würdigen. Und weil es natürlich auch Spaß macht.
Am Wochenende habe ich mir mal wieder Französische Zwiebelsuppe gekocht und weil ich hier immer nach dem Rezept suche, gebe ich mir einen wichtigen Rat: Das Toastbrot vor dem Überbacken unbedingt Toasten. Das Toastbrot in ungetoastet auf die Suppe legen. Es verwandelt sich nämlich sonst in eine schleimige Masse, die komplett widerlich ist. Bitte beachten.

Posted by banana at 12:23 EM | Comments (36)
Februar 03, 2012
Vom Milchtütenöffnen

Milchtüten. Ich nenne sie jetzt einfach mal Milchtüten, obwohl es im eigentlichen Sinne keine Tüten sind. Der Kotflügel heisst ja auch noch Kotflügel, obwohl er weder wie ein Flügel aussieht, noch vornehmlich dazu dient, Pferdeäppeln die kinetische Energie zu rauben.
Vor etwas längerer Zeit habe ich mich darüber aufgeregt, warum die Milchabfüller (und nicht nur die, sondern das ganze Tetra-Pack (Achtung: Wortwitz!)) dazu übergegangen sind, die flüssigkeitsgefüllten Quader mit Schraubverschlüssen zu versehen, das sei doch total überflüssig, sagte ich, aber da muss ich ein bisschen zurückrudern.
Ich stand in der Küche und nahm eine mit Schrauberschluss versehene und ordentlich verschraubte Milchtüte aus dem Kühlschrank, als ich plötzlich einen astreinen Rockabilly-Anfall hatte, wodurch die Milchtüte mir entglitt und zu Boden viel. Nichts passierte, weil: Die Tüte war ja zu. Da freute ich mich, dass es kein klassischer Milchkarton gewesen ist, weil sonst hätte ich da nämlich eine schöne Sauerei produziert. Gut, es war nicht meine eigene Küche, also wäre das nicht so schlimm gewesen, aber peinlich wäre es schon gewesen.
Im Büro kriegen wir Milch gestellt. Das finde ich super. Die Milchkartons verfügen nicht über einen Schraubverschluss, sondern müssen noch per Messer oder Schere geöffnet werden.
Und da ist es wirklich sehr merkwürdig, wie viele Leute diese Tüten immernoch falsch aufschneiden. Vielleicht ist aber auch nur das Wissen verloren gegangen, weil die Leute verschraublicht sind vor lauter Drehschrauberei.
(Anm. d. Verfassers: Ich habe gerade diverse Rita Falk Romane gelesen und ich fürchte, dass sich das etwas auf meinen Schreibstil ausgewirkt hat. Das wird aber irgendwann wieder vorbeigehen.)
Also, zur Erinnerung: Die einzige Art, eine Milchtüte zu öffnen sieht so aus:
Man klappt einen der Klappschnubbel an der Tüte nach oben und zwar nur einen. Dann schneidet man die Spitze des Schnubbels leicht schräg nach unten verlaufend ab und zwar in Richtung des Falzes und nicht orthogonal dazu. Das Stück, dass man abschneidet sollte so groß sein, dass beim Ausgießen gleichzeitig Luft in die Tüte strömen kann.
Schnippel-schnappel, so einfach ist das.
Eine eventuell akzeptable Alternative wäre es, den Schnubbel rechtwinklig zum Falz abzuschneiden und ein Luftloch in die Decke der Tüte zu bohren. Das macht aber mehr Arbeit und ist eigentlich nicht nötig.
Nicht akzeptabel ist es, beide Schnubbel nach oben zu knicken, weil dann die ganze Tüte so instabil wird, wie ein weinender Dreijähriger bei Ikea und man das Ding nicht mehr sicher in einer Hand halten kann.
Das ist doch alles wirklich nicht so schwer, wie ich finde, da kann man doch auch wirklich mal alleine drauf kommen.
Ich werde jetzt - glaube ich - ein Schild malen und es in allen Küchen im Hause aufhängen. Gibt ja noch nicht genug Schilder.
Als ich ein Kind war, hatten wir übrigens mal so einen Tetrapackbehälter. Das war ein durchsichtiges Plastikding, so groß, dass ein Tetrapack gerade reinpasste. Der Deckel war aufklappbar und hatte zwei Öffnungen, die nach unten durch zwei Hohldorne verlängert waren. Steckte man eine Milchtüte in den Behälter und klappte den Deckel zu, dann bohrten sich die Dorne - einer eisernen Jungfrau nicht unähnlich - durch die Decke des Milchbehälters. Die eine Öffnung war der Ausguss und die andere das Luftloch. Das war ganz nett, aber eigntlich auch überflüssig.
Ich glaube, sowas Ähnliches gab es auch mal für diese Milchschläuche aus Plastik. Hatten wir aber nicht.

Posted by banana at 10:15 FM | Comments (9)
Februar 02, 2012
Orthographie und Rechdschreibung

Als ich mein Praktikum im Katasteramt gemacht habe, war es das Jahr 1991. Damals war noch die ganze Republik mit Tusche auf Folien aufgemacht. Wenn ein Grundstück geteilt wurde, dann kam ein Techniker, suchte sich das richtige Stück Folie aus, maß aufs Genaueste an den Linien entlang und zog einen neuen Tuschestrich. Diese Folien waren die Referenz für hab und Gut (ok, ein paar Zahlen wurden auch noch aufgeschrieben). Wenn jemand dann wissen wollte, wie sein Grundstück so offiziel aussieht, weil sie zum Beispiel ein Haus drauf bauen wollte, dann machte man eine Kopie von der Folie. Das Verfahren dazu heisst Lichtpausen und es gab im Amt einen Herren, der machte genau das die meiste Zeit.
In seinem Büro stand der Lichtpausapparillo. Der sieht so ähnlich aus, wie ein Billardtisch, aber nicht so grün und nicht mit Kugeln drauf. In Wahrheit hat er mit einem Billardtisch eigentlich fast nur die Größe gemein.
Im Amt war es üblich, dass jeder seine Berufsbezeichnung auf das Namensschild neben der Tür schrieb. Nur beim Lichtpausraum fehlte das. Das war dem Zuständigen ein Dorn im Auge und musste geändert werden.
Die offizielle Bezeichnung für den Lichtpausmann ist wohl "Reprograph". Er war sich aber nicht so ganz sicher, wie man das schreiben würde und fragte deshalb die Kollegen. Die Kollegen waren nett und schrieben ihm "Reprograph" auf einen Zettel, damit er das Wotz korrekt für sein Türschild abschreibenkonnte.
Das machte er dann auch.
Am nächsten Tag stand auf dem Schild "Dieter Schmidt, Reprograph und Lichtbauser".
Was lernen wir daraus? Das muss jeder selbst wissen, schreibt es sich auf und liest es in 17 Jahren nochmal.

Wer denkt sich eigentlich die Namen für die Autobahnparkplätze aus und was kostet der ganze Mist?
Fragt sich:
bna

Posted by banana at 12:16 EM | Comments (9)
Februar 01, 2012
Etwas Nachdenkliches

Da steht ein Milchkarton. Heisst das so? Milchkarton? Ich wollte erst Milchtüte schreiben, aber es ist ja keine Tüte. Ich glaube trotzdem, dass Milchtüte der gängige Begriff ist. Wenn man schon ins Spezielle gehen wollte, so wie ich, dann sollte man auch gleich Milchtetrapack sagen, aber das wäre dann bestimmt so ACTA-mäßig nicht in Ordnung. Man weiss ja gar nicht mehr, was man überhaupt noch machen darf, in diesen ohrenbrausigen Zeiten.
Auf jeden Fall steht da Milch und der Markenname der Milch ist "Muh".
Das brachte mich ins Grübeln, aus dem ich noch nicht herausgekommen bin. Glücklicherweile kann ich aber innen grübeln und aussen so aussehen, wie immer. Könnte daran liegen, dass ich einen sehr grüblerischen Style pflege und dann sind die Unterschiede zwischen innerem Grübeln und innerem nicht-Grübeln nur sehr gering und von nicht geschulten Personen nicht wahrnehmbar.
Muh heisst die Milch also. Weil die Kühe für uns Menschen eben dauernd muhen, also "Muh" sagen, gewissermaßen. Analog konnte man Hundefutter "Wuff" nennen, Katzenknabberbrocken "Maunz", Ziegenkäse "Mecker", Eier "Kickerikie" und Würstchen "Oink". Wobei das natürlich alles sehr ungenau wäre, vor allen die Kickerikie-Eier, weil ja der Hahn kräht und nicht die Henne, die ja bekanntermaßen den Part mit dem Eierlegen übernimmt, die arme Sau. Dann müsste man die Eier vielleicht lieber "Bockbock" nennen, aber das wäre nicht so einleuchtend, weil sich es für das Geräusch, das Hühner machen keine menschliche Entsprechung durchgesetzt hat. Das "Mecker" bei der die ist auch scheisse. Streiche "Mecker", der Ziegenkäse, setze "Mäh", den Schafskäse.
Worüber ich grübele, ist Folgendes: Wenn jetzt so eine hyperschlaue und auch sehr starke ausserirdische Rasse auf die Erde kommen würde, sich die Menschen Untertan machen würde und irgendwann rausbekommen würde, dass Menschenmilch total ihr Ding ist, wie würde das Menschenmilchprodukt dann analog zu dem oben beschriebenen Namensschema heissen? Anders gefragt: Was ist das typische Menschengeräusch?
Ich habe noch keine überzeugende Antwort gefunden. Es ist aber klar, dass die Antwort regional unterschiedlich sein muss.
Kandidaten wären "Oh my God!", "Cazzo!", "Merde!" oder "Scheisse!" - natürlich in der onomatopoetisch angepassten Form.
Ich werde weiter über diese Frage nachdenken,

Posted by banana at 10:21 FM | Comments (8)
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