September 29, 2010
Ein Traum ein Traum ein Traum

Ich möchte einen Mondfisch als Haustier. Der Mondfisch lebt in meiner Badewanne. Abends, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, setze ich mich neben die Wanne. Der Mondfisch legt sich an die Wasseroberfläche und ich erzähle ihm die Ereignisse des Tages und pflücke ihm mit einer langen Küchenpinzette die Parasiten aus der Haut.
So schnell wird uns die Beschäftigung nicht ausgehen, denn die Haut der Mondfisches ist bis zu fünfzehn Zentimeter dick und enthält bis zu 20 Kilo Parasiten. Fünfzig verschiedene Arten gibt es und manche graben sich so tief in die Haut des Fisches, dass nur noch die Geschlechtsorgane herausschauen. Ich packe die Tiere mit der Stahlpinzette an den Geschlechtsteilen und ziehe sie langsam heraus. Dann zeige ich sie dem Mondfisch, er gluckst dankbar und die Schmarotzer landen in einem Eimer. Wenn das Tagwerk getan ist, koche ich die Tiere aus, gieße den Sud ins Klo und werfe sie auf den Komposthaufen.
Auf diese Weise entsteht zwischen mir und dem Fisch eine ehrliche Freundschaft. Eine meditativ symbiotische Freundschaft, die sehr tief ist und auf wahrer Zuneigung fußt.
Leider ist ein Mondfisch aber zu groß, um in meiner Badewanne zu leben. So wird aus diesem Traum nichts werden und ich muss mich nach einem neuen Traum umsehen. Vielleicht ein Tintenfisch? Bei denen weiss ich aber nichts über die Hautparasiten.

Posted by banana at 10:44 FM | Comments (7)
September 16, 2010
Dancing on the ceiling

Viele Leute sind mit der hiesigen Gesetzgebung einfach noch nicht vertraut genug. Da ist nämlich durchaus Potential verankert, wie man seine Mitmenschen gängeln kann. Ok, gängeln ist jetzt nicht das richtige Wort, aber das richtige Wort will und will und will und will und will mir nicht einfallen.
Wer weiss schon, dass es laut Straßenverkehrsordnung verboten ist, innerhalb geschlossener Ortschaften "unnütz hin- und herzufahren?" (vgl. §§a href="http://www.gesetze-im-internet.de/stvo/__30.html">hier§§/a>). Auch das Laufenlassen von Motoren oder das übermäßig laute Schließen von Fahrzeugtüren ist nicht erlaubt.
Ok, nur, wenn sich jemand belästigt fühlt, aber man fühlt sich ja - in abhängigkeit von der Tagesform - manchmal sehr schnell belästigt.
Sehr schöne Gesetze sind das.
So, ihr Jugendlichen mit dem schlechten Musikgeschmack und den kaputten Fensterhebern: Was ihr da macht ist illegal! Das darf man nämlich nicht! Einfach so hin- und herfahren. Da kommt dann demnächst die Polizei und fragt "Ei was ist denn das?" und dann hat es sich ausgehinundhergefahren.
Man sollte einfach viel mehr Gesetzestexte lesen.

Posted by banana at 01:22 EM | Comments (15)
September 15, 2010
Aus Böhmen kommt die Musik

Wer kann mir eigentlich diese Joghurtwerbung erklären? Eine ältere Frau setzt sich an einen Tisch, an dem schon ein paar ihrer Freundinnen sitzen. Dabei hält sie sich eine Tasche vor den Bauch.
Die Freundinnen fragen, ob sie eine neue Tasche habe, was die Frau verneint. Sie fühle sich nur so "aufgebläht". Die Freundinnen empfehlen der Frau, eine bestimmte Joghurtsorte zu essen und was daraufhin vermeintlich passieren wird, bekommen wir in einer Annimation zu sehen:
Gase, die im inneren der Frau gefangen waren, verlassen die Frau ungefähr in ihrer Körpermitte.
Die Frau konnte also nicht furzen und der Zweck des Joghurts besteht darin, dass sie endlich ordentlich flatulieren kann. Zwei Anmerkungen von mir an dieser Stelle: Erstens: Meiner Erfahrung nach wirken da auch schon ein, zwei Gläser Bier und eine Portion Handkäse mit Musik wahre Wunder. Zweitens: Ich würde auch gerne die Einstellungen sehen, die die Frau dabei zeigen, wie der Joghurt seine Wirkung entfaltet. Gerne auch ohne Ton.
Leider werden wir sowas nicht zu Gesicht bekommen, denn wie wir schon bei der Wahl des Wortes "aufgebläht" sehen, geht man mit der Furzerei etwas distanziert um. Nicht mal Blähungen darf sie haben, die arme Frau, nein, sie ist aufgebläht. Ich würde gerne mal eine Werbung sehen, die für eine rein männliche Zielgruppe gemacht ist. Die gehen mit der Problematik etwas offensiver um, aber ich darf hier keine Männergeheimnisse verraten.
Zum Kernpunkt zurück: Warum hält die Frau die Tasche vor ihren Bauch? Ist der etwa so stark aufgebläht, dass man es auf den ersten Blick sehen kann? Das wäre bedenklich und in diesem Fall würde ich eher dazu raten, einen Arzt aufzusuchen, als etwas Joghurt zu essen. Das scheint mir keine einleuchtende Erklärung zu sein, aber eine andere fällt mir nicht ein.
Vielleicht ist es aber auch etwas offensichtliches, auf das ich mal wieder einfach nicht komme.
Sowas, wie das Tageslichtbad. Da habe ich Stoffel doch tatsächlich mein Leben lang gedacht, die Leute würden wirklich Wert darauf legen, dass sie in ihrem Bad das Licht des Tages sehen können. Das habe ich wirklich gedacht und die ganze Zeit war mir ein Tageslichtbad total unwichtig. Dabei geht es da gar nicht ums Licht. Es geht um die Lüftungsmöglichkeit. Manche Dinge möchte man geliebten Menschen einfach nicht antun. Tageslichtbad ist einfach ein beschönigender Begriff, der den wahren Grund für ein Fenster verheimlicht. Ich habe das erst kürzlich gelernt, dabei bin ich eigentlich gar nicht so doof.
Bei der Frau und der Tasche vermute ich Ähnliches und bitte um Aufklärung.

Verbindlichst,
bna

Posted by banana at 10:50 FM | Comments (12)
September 13, 2010
Less than a nine

Das GEILSTE am Autofahren ist ja wohl, dass man sich so schön aufregen kann. Wenn man allein im Automobs unterwegs ist, dann kann man böse schauen und richtig laut rumschreien und beleidigen, ohne dass es irgenwelche Konsequenzen hat. Man kann halt nur keine obszönen Gesten machen oder zu auffällig in eine Richtung schimpfen, aber der Vorteil des lauten Rumschreiens macht das locker wieder wett.
Wenn man auf offener Straße rumschreit oder böse schaut, dann bekommt man ja gerne mal was auf die Fresse. Zumindest da, wo ich wohne. Im Auto braucht man das in der Regel nicht zu fürchten und deswegen rumschreie und bösegucke ich viel und häufig und voller Begeisterung und ohne Reue.
Am besten kann man sich über Verzögerungen aufregen und oft entstehen die Verzögerungen, weil jemand einen Unfall gebaut hat oder weil jemandem seine Karre verreckt ist. Oder weil jemand einen Unfall in einer Baustelle gebaut hat oder jemandem seine Karre direkt in der Abfahrt von Autobahnkreuz verreckt ist. Die Karren scheinen ja immer in der Abfahrt von Autobahnkreuzen zu verrecken. Da kann ich mich super drüber aufregen. Das wird gar nicht langweilerisch.
Ich meine, so eine Karre, die verreckt ja nicht von jetzt auf gleich. Die kündigt das ja an. Die macht ja erst Geräusche und pufft und pafft und stockt und stickt. Sie stottert und stinkt, qualmt und bockt. Und wenn man sowas merkt, dann macht man sich doch Gedanken und bringt das Ding irgendwo zu stehen, wo man nicht gleich den schlimmsten Stau der Welt produziert und sich völlig zu recht von anderen Verkehrspartnern böse angucken lassen muss. Da fahre ich doch auf einen Parkplatz und stelle das tüvlose Rosterbarm nicht direkt in die Auffahrt vom Autobahnkreuz. Aber die Dinger stehen natürlich immer direkt in der Auffahrt vom Autobahnkreuz. DAS IST DOCH TOTAL ASOZIAL!!!
Dachte ich.
Vielleicht ist es aber auch besonders rücksichtsvoll, die liegengebliebenen Fahrzeuge in die Auffahrten von Autobahnkreuzen zu stellen, weil dann nämlich die Bergefahrzeuge schneller beim Liegengebliebenen Fahrzeug sein können und sich damit die Stauzeit verkürzt. Vielleicht solltet Ihr da mal drüber nachdenken, anstatt es Euch so einfach zu machen und rumzuschimpfen.
Bei Unfällen ist das natürlich etwas anderes. Da kann man sich in der Regel nicht aussuchen, wo man das macht. Ausser Colt Seavers und seine Kollegen.

Posted by banana at 01:01 EM | Comments (8)
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