Juli 30, 2010
Mist, Überschrift vergessen: KommWirLassenUnsErschießen

Gestern ging ein Mann an mir vorbei.
Ich ging schnell auf dem Weg zur S-Bahn.
Er ging schneller, fegte vorbei wie ein Sturm im Wasserglas.
Er schien zu schwingen, so schief abgelaufen waren seine Absätze.
Seine Hose war beige.
Seine Jacke war beige.
Sein Beutel war beige.
Seine Kopfhaut war rosa.
Die Haare, die sich ums sie herum gelegt hatten, waren beige.
Seine Brillengläser waren leicht getönt.
Aber mein lieber Scholli, er hatte vielleicht einen Affenzahn drauf.

So, das waren jetzt mal wieder die Lyrikwochen in der Allee der Spackonauten. Tut mir leid, dass sie so kurz waren, aber: Lyrik ist einfach nicht mehr so gefragt. Ist ja auch total verwässert, das Thema. Wer liest denn heute noch Lyrik? Richtig: Keiner. Aber: Wer schreibt denn heute noch Lyrik? Richtig: Viel zu viele. Und das meiste davon ist - nennen wir das Kind doch mal beim Namen - Kevin. Das ist wie mit dem 80er Jahre Hairmetal. Hört kein Hengst mehr, wird aber mit scheinbar (Achtung: Wortwitz:) (Haar-)wachsender Begeisterung gespielt. Ist ja so, wie Wichsen. Macht auch Spaß, will aber auch keiner sehen, weil es peinlich ist.
Zur Shoveparade sag ich mal nichts. Zum Ölteppich von BP habe ich ja auch nichts gesagt. Das sollen andere für mich tun. Und die machen es ja auch. Schlimm genug.
Veit ist ja auch so ein komischer Name. Gibt aber Leute, die wirklich so heissen. Ein Tipp von mir an alle Veits, die so heissen und Rechtsanwalt sind: Hier ist ein Superspruch für Euch: "Veit for your right". Könnt Ihr Euch auf die Tür malen lassen. Aber bitte nur absolute Profis ans Malen dranlassen, sonst sieht es vielleicht total scheisse aus und dann hat man den Salat. Aber als Anwalt kann man die dann verklagen und schon ist das Geld wieder auf dem Sparkonto drauf. Dafür kann man sich dann ein dickes Auto kaufen. Komisch. Alle Leute wollen total schlank sein, aber die Autos werden immer fetter. Das ist bestimmt so eine Kompensierungssache.
Ich bin ja auch gegen Rollatoren. Ich bin voll Anti-Rollator unterwegs. Was die Dinger an Platz wegnehmen, das ist nicht mehr feierlich (deswegen gibt es ja auch keinen Tag des Rollators: Weil es nicht mehr feierlich ist). Und meist sind die Rollator-Typen ja auch noch total langsam unterwegs. Früher ging es doch auch ohne Rollator. Ist doch auch gegangen. Auf einmal muss jeder so ein Ding durch die Gegend schieben. Das (eckig) will mir nicht in den Kopf (rund). Da schwillt mir der Saque auf Wettkampfgröße und der Kamm gleich mit. Die Rollatoren werden immer größer. Die Kinderwagen werden immer größer. Die Autos werden immer größer. Aber alle wollen schlank sein.
Darüber sollte mal jemand was schreiben? Da ist doch ein Zusammenhang und steht mit der Warnweste auf dem Goetheplatz und winkt. Aber wer schreibt was? Eine Kuh, also: Keine Sau.
Stattdessen: Lyrik und Hairmetal.
Super.

Sehr enttäuscht,
bna

Posted by banana at 12:05 EM | Comments (9)
Juli 21, 2010
When I eat much I grow boobytits

Kinder, Kinder, bin ich müde. Und warum? Weil ich mich so aufregen musste! Weil ich mich vor dem Schlafengehen so aufgeregt hab, dass ich nicht schlafen konnte! Und das kam so:
Gestern bekam ich endlich meine neue Zahnbürste. Es ist eine elektrische und so eine Ultrasuperschallzahnbürste, die einem angebliche den Baterienschlamm nur so vom Gebiss brüllt. Mein Zahnarzt hatte mir das empfohlen. Er wollte mir auch gleich eine verkaufen. In der Praxis. Zu einem guten Preis. Ich wurde aber sofort total stutzig und da ich leicht zur Bockigkeit neige, wurde ich das gleich mit.
So vergingen die Jahre.
Gestern war es dann soweit: Die neue Bürste wurde in Betrieb genommen. Ich wartete bis kurz vor dem Zubettgehen und putzte mir dann die Zähne mit dem neuen Gerät. Das war gut! Es reinigte die Zähne und war dabei schonend zum Zahnfleisch. Richtig enthusiastisch war ich.
Nun war mein Enthusiasmus nicht der Grund, warum ich nicht schlafen konnte, aber der Grund dafür, warum ich mich entschied, mir auch gleich die Zähne zu fädeln. Sagt man das so? "Fädeln"? Ich meine damit den Vorgang, wenn man sich mit einem Faden ins Zahnfleisch sägt, um den Keimpudding zwischen den Zähnen zu ernten.
Ich fädelte ein und fädelte aus und sägte, dass es nur so spritzte. Der Spiegel war schon über und über mit Speichel und Plaque bespritzt, so dass ich mich kaum noch sehen konnte. Zum Glück trug ich meine Warnweste, so dass ich mich wenigstens grob orientieren konnte.
In meinem Elan vergaß ich meinen hinterhältigen Zwischenraum zwischen dem 25er und dem 27er (ja, der 26er wurde mir als Jugendlicher gezogen, um Platz für die anderen Zähne zu machen). Dieser Zwischenraum ist besonders eng und scharfkantig, so dass es mir dort regelmäßig die Zahnseide zerstückelt. Das passierte auch gestern. Leider blieb allerdings ein Stück Faden zwischen den beiden Zähnen stecken. Es klemmte zwischen den Zähnen fest. Ich spürte, wie der Fremdkörper sie auseinanderdrückte.
Sofort tat ich das Naheliegende: Ich versuchte erneut mit der Seide zwischen die Zähne zu kommen, um das Stück Faden hauszuholen. Es klappte nicht. Der Faden riss, das verklemmte Stück klemmte. Ich versuchte es wieder und wieder. Es klappte nicht.
Mit den Fingern bekam ich das Ding nicht zu fassen. Da war ich schon ganz schön sauer, aber immernoch erfolglos. Ich schrubbte mit der Bürste, ich fädelte erneut, ich kratzte mit dem Finger. Nichts half.
Dann ging ich in die Abstellkammer und bei dem Versuch eine Zange aus der Werkzeugkiste zu holen, rammte ich mit den Zeigezah böse am Ivarregal an. Jetzt hatte ich Wut im Kopf, Faden zwischen den Zähnen und Schmerzen im Fuß.
Ich steckte mir die Zange in den Mund und versuchte das Fadenstück zu greifen. Es war aber zu kurz. Die Zange schmeckte metallisch, meine Mundwinkel rissen ein und der Kiefermuskeln verkrampften. Ich bekam einen kleinen Tobsuchtsanfall und rockte durch das Badezimmer, wie ein Feinmechaniker, dem gerade zum fünften Mal irgendwas schief gelaufen ist. Also wieder die Zange in den Mund, rumstochern, toben.
Ich erwog kurz, mir den 25er und den 27er auch noch zu ziehen, konnte mich aber selbst schnell wieder von dieser Schnappsidee abbringen.
Ich beschloss, dass ich Urlaubsreif bin.
Jetzt steckt der blöde Faden immernoch zwischen den Zahnen und verursacht ein unangenehmes Druckgefühl.
Ich bereue sehr, dass ich mich nicht besser um meinen Twitter-Account kümmere. Denn hätte ich eine Billiarden Follower, dann könnte ich sie bestimmt fragen, was in einem solchen Fall zu tun ist. Habe ich aber nicht.
Was soll ich tun? Im Moment erwäge ich, mir den Fetzen beim Zahnarzt rausholen zu lassen. Der hat mir die scharfe Kante zwischen den Zähnen ja auch reingemacht.
Ach und weh und weh und ach.

Posted by banana at 12:35 EM | Comments (21)
Juli 20, 2010
Calibrate Audio and Video

Macht zu viel Sicherheit eigentlich doof? Muss der Mensch vor sich selbst geschützt werden?
In einem Test der Stiftung Warentest wurde der IPod Touch abgewertet, weil er die Musik zu laut abspielt. Wenn die Stulle also voll aufreisst, dann runiniert man sich langfristig das Gehör.
Also, ich fand die Lautstärke bei Musikabspielgeräten auch immer sehr wichtig. Je lauter, desto besser. Für mich persönlich ist es also eher ein Vorteil, wenn das Ding mir schön in den Hirnschädel durchfeudelt, aber damit schade ich wohl meiner Gesundheit. Ich sollte sowas also nicht kaufen, weil es zwar Spaß macht, aber nicht gut für mich ist, aber sollte man mir deswegen verbieten, das zu kaufen, weil ich mir selbst schade und weil ich damit langfristig die Gemeinschaft finanziell belaste?
Muss man micht also vor mir selbst schützen?
Toyota hatte ja gerade ziemlichen Ärger, weil Leute behauptet haben, das Auto wäre immer schneller geworden, obwohl sie auf die Bremse getreten hätten.
Das Phänomen trat nur in Amerika auf. Dort fährt man fast ausschließlich Automatikfahrzeuge und wer schonmal in den Fußraum eines Automatikfahrzeuges geschaut hat, der weiss, dass es da nur zwei Pedale gibt. Man hat also eine 50% Chance, das richtige Pedal zu treffen. Um die Entscheidung noch etwas zu erleichtern und die Sicherheit zu erhöhen, ist das Bremspedal saugroß und das Gaspedal sauklein. Einige Leute verfügen trotzdem über das Geschick einer Ballerina und treffen das Gaspedal. Und behaupten hinterher noch, sie hätten die Bremse betätigt.
Macht zu viel Sicherheit eigentlich doof?
Neulich war ich auf einem Spielplatz, als ein Junge auf ein Kletterhaus stieg und von oben Steine nach unten zwischen die anderen Kinder warf. Als man ihm sagte, dass er gefälligst keine Steine da runterwerfen solle, entgegnete er, dass es ja nicht verboten sei, weil nirgends stand, dass es verboten sei.
Wir erinnern uns an die Mikrowelle und an den Hund. An den Kaffee und den Schoß.
Was ich damit jetzt sagen will, weiss ich auch nicht, musste aber mal gesagt werden. Wir ja viel gesagt, wenn der Tag lang ist.

Posted by banana at 02:44 EM | Comments (3)
Juli 16, 2010
Providing Appropriate Tools Required to Intercept and Obstruct Terrorism

Amazon Leserbewertungen sind manchmal so, wie eine Dose Lift in der Wüste, die man trinken tut, weil man durstig ist.
Zum Beispiel dieser glitzernde Freudenspender zum Album Keine Ahnung wie das heisst von Frau Perry:

*schnipp*
Unmusik - Katy braucht Nachhilfe bei Suzi Quatro
Ich bin zwar ein alter Sack, trotzdem kann ich gute von schlechter Popmusik unterscheiden, auch mir nicht gefallende Musik kann ich als gute Popmusik anerkennen.
Katy Perry ist einfach unoriginell, eine weibliche Ausgabe von David Hasselhoff - wahrscheinlich meinen bald alle Amis, sämtliche Deutsche mögen Katy Perry?!?
*schnapp*

Das ist so toll. Hasselhoff und Suzie Quatro aus der Luft geschnappt und zusammen in eine Bewertung gemeisselt. Ich finde besonders schön, wie beide völlig ohne Zusammenhang und sehr überraschend auftauchen. Das Leben ist sehr bunt und stark, wie eine Granate. A propos meisseln: Inge Meysel hätte man hier auch noch schön erwähnen können.

Nochmal a propos Meysel: Obwohl es stimmt, dass Nikolaus Otto den Ottomotor erfunden hat, stimmt es nicht, dass Heidi Kabel das Kabelfernsehen erfunden hat. Sie hat auch nicht den Kabeljau erfunden. Das war Gott. Wer das Kabelfernsehen erfunden hat, weiss ich leider nicht.

Wie es der Zufall will, schaute ich unlängst zwei Folgen von "Der Alte". Ich wunderte mich.
Ich konnte mich gar nicht auf die Handlung konzentrieren, denn ich musste dauernd dem Herrn Kress (Kommissar) auf die Brille schauen, weil ich mich des Eindruckes nicht erwehren konnte, dass es sich dabei um ein Damenmodell handelt. Zum einen ist sie golden und zum anderen scheinen mir ihre Formen seltsam geschwungen.
Meine Erklärung: So, wie manche ältere Ehepaare sich ein Gebiss teilen, teilen sich die Kresses eine Brille. Tagsüber trägt sie der Herr Kommissar und abends die Frau Kommissar. Über Nacht kommt sie dann ins Coregabad und wird wieder richtig schön saubergesprudelt.
Wahrscheinlich hat der Kommissar seine eigene Brille mal bei einer rasanten Personenverfolgung verloren und hatte seitdem noch keine Zeit, zum Optiker zu gehen. Er ist ja wirklich sehr beschäftigt, der Herr Kress.
Was daran liegt - und damit kommen wir zu einem weiteren Punkt, der mich von der Handlung ablenkte - dass die ganze Mordkommission 2 keinen Computer besitzt. Das einzige Elektrogerät im Kommissariat scheint die Kaffeemaschine zu sein! Ja, das gibt es doch nicht! In München wird noch ausschließlich mit dem Gehirn ermittelt und ohne Kommissar Computer.
Wenn das die Kollegen von CSI New York mitkriegen, die greifen sich doch an den Kopf!
Die Münchner Ermittler sitzen am Tisch und wissen nicht, auf was sie tippen sollen. Deswegen trinken sie Kaffee und besprechen, wer der Mörder sein könnte. Darüber hinaus fahren sie viel durch die Gegend, haben keinen Humor und sind - das muss auch mal gesagt sein - nicht gerade sehr freundlich zu den Verdächtigen.
Ich vermute, dass der Kommissar Kress nur mit einer Damenbrille rumrennt, weil er die Verdächtigen einschüchtern will. Wer mit einem solchen Gestell durch die Landeshauptstadt zieht, der muss ein ganz harter Hund sein.
Trotzdem - weit und breit kein Computer! Und das, obwohl es schon den Euro gibt (Nachtrag: Die Folge wurde 2005 gedreht). So kann man doch in modernen Zeiten nicht ermitteln.
Heute ermittelt man so (vgl: CSI): An den Tatort gehen, Spuren aufnehmen, Fingerabdrücke sichern, DNA sichern, alles in den Computer tun und sich vom Computer sagen lassen, wer es war, weil der alle Menschen wegen dem Patriot Act alle Menschen gespeichert hat.
Das geht doch gar nicht ohne Computer, wie uns die Leute von "Der Alte" weiss machen wollen. Vielleicht geht es aber mit Kaffee, Charme und Damenbrille.

Posted by banana at 02:24 EM | Comments (9)
Juli 14, 2010
You are a single-celled organzism

Hier ein Beitrag aus der Reihe "Wissen, dass Sie garantiert niemals brauchen, sich aber trotzdem garantiert merken werden":

Das Interrobang ist ein Satzzeichen, dass gleichzeitig ein Fragezeichen und ein Ausrufezeichen ist. So sieht es auch aus. Es kommt daher, wie ein Fragezeichen, auf das ein Ausrufezeichen gedruckt wurde. Im Englischen nennt man es auch Quesclamationmark. Man könnte das also aus Ausragezeichen übersetzen. Macht man aber nicht, weil es bei uns ja nicht benutzt wird. Im Englischen auch nicht, aber die haben trotzdem einen Namen dafür.
Wenn man es benutzen würde, würde man es hinter Fragen setzen, die gleichzeitig großes Erstaunen ausdrücken. Normalerweise macht man das ohne das Interrobang, indem man ein Ausrufezeichen und ein Fragezeichen ans Ende setzt, zum Beispiel:

Die Krankenkasse bezahlt für Homöopatische Mittel aber nicht für meine Zahnreinigung?!

Da könnte man hinten ein Ausragezeichen dransetzen. Sieht aber scheisse aus, ist nirgends verfügbar und wird auch nicht gemacht.
Vergessen kann man es trotzdem nicht mehr.

Posted by banana at 10:11 FM | Comments (14)
Juli 12, 2010
Das heisst doch heute Boombox!

Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte ich Hunger.
Wenn ich Hunger habe, dann horche ich in mich hinein und versuche herauszubekommen, auf was ich denn genau Hunger habe.
Ich horchte also und bekam heraus, dass ich Hunger auf Pizza mit Champignons hatte. Ich hatte aber nicht Hunger auf eine Pizza mit so einem Pilzgeschmack, wie man ihn zum Beispiel bei Fertigpilzgerichten bekommt oder bei Pizzabaguettes mit Pilzen drauf. Ich wollte einen Pilzgeschmack, wie von Champignons dritte Wahl aus der Dose.
Deswegen kaufe ich eine Tiefkühlpizza und eine Dose Champignons dritte Wahl geschnitten. Ich öffnete die Dose und legte die Pilzstücke auf die tiefgefrorene Pizza und dann machte ich die Pizza in den Ofen rein, wo ich vorher aufgeheizt hatte auf die gewünschte Temperatur (der Wunsch war vom Pizzamacher geäussert worden).
Oh mein Gott! Ich muss mich mehr anstrengen beim Satzbau. Das, was man da oben sehen kann, das ist eindeutig Pfusch am Satzbau und wenn das die Behörden mitkriegen, dann kriege ich das Behördenequivalent zu an den Eiern aufhängen und mit Blaubeern einschmiern.
So briet und brühte die Pizza vor sich hin und als mein Kurzzeitmesser nach der gewünschten Backzeit alarm schlug, da holte ich den pilzigen Teigfladen aus dem Ofen.
Und, was glaubt ihr, was mir da im Gesicht stand?
Richtig: Enttäuschung.
Die Pilze waren nämlich zu feucht gewesen und hatten den Pizzateig aufgeweicht. Ich bekam keine leckere Pilzpizza, sondern eine nicht so leckere Pilzpizza, denn der Teig war matschig. Geschmacklich entsprach das Gericht durchaus meinen Erwartungen, aber von der Bissigkeit her war es höchstens Kreisklasse. Wenn nicht sogar nur Dreiecksklasse oder Quadratklasse. Ich merkte mir: Die Pilze das nächste mal vor dem Belegen abtrocknen oder gleich beim Fachmann kaufen.
Meine schlimmste Pizza, die ich je gegessen habe:
Ich besuchte einen Freund. Wir redeten und tranken alkoholische Getränke. Es war langweilig. Wir einigten und darauf, alle drei Teile von Krieg der Sterne nacheinander anzuschauen. Es gab damals nur drei Teile. Wir waren jung. Ungefähr in der Mitte der Nacht und in der Mitte des zweiten Teils überkam uns großer Hunger, der gestillt werden musste. Der Gastgeber holte zwei Pizzafladen aus der Gefriertruhe seiner Mutter. Es handelte sich nicht um ein Markenprodukt und es war die Pizzasorte Margharita, die bekanntlich aus Teil, Tomatensoße, Käse und Spurenelementen von zufällig verfügbarem Gemüse besteht. Er sagte, das sei seine Lieblingspizza, den der karge Eigenbelag böte den größten Spielraum zur geschmacklichen Variation. Wie wahr diese Worte waren.
Er öffnete den Kühlschrank und türme pizzanahe (Gouda, Ketchup, Salami) und pizzaferne (rohe Eier, Bockwurst, Kartoffelsalat aus dem Eimer) auf das italienische Nationalgericht. Bierverwoben behobachtete ich das Geschehen und meine Hoffnung wurde klamm und klämmer.
Nacheinander setzte er die Lebensmittelberge mikrowelliger Strahlung aus, bis alles heiss und weich war.
Dann setzt meine Erinnerung aus. Ich denke, ich verfiel in einen Schockzustand, den mein Körper aus Selbstschutzgründen erfunden hat. Vielleicht war es auch das Bier. Egal, ich möchte nie wieder sowas essen müssen.
Das war diese Geschichte.
Neulich fand ich etwas schön: Ich glaube, es war die Sendung "Achtung Kontrolle". Dort schauten Menschen in der Heidelberger Altstadt beruflich nach dem Rechten. Sie hörten Gesang und Musik dazu. Nun darf man, wie die beiden Menschen sagten, in der Heidelberger Altstadt zwar singen, man darf sich dabei aber nicht von Verstärkern unterstützen lassen. Das aber genau tat der Sänger. Er sang zum Band, sprach aber kein Deutsch.
Der Kassettenrekorder war nicht besonder groß. Vielleicht so groß, wie eine Schuhschachtel. Das war aber egal, denn elektrische Unterstützung ist elektrische Unterstützung.
Die Frau klärte den Sänger auf: "Singing ok, but no Ghettoblaster"
Das fand ich schön.

Posted by banana at 11:10 FM | Comments (12)
Juli 09, 2010
Er scheint zu fliegen, genauso, wie Supermann

Gestern habe ich gelernt, dass Latto Merkato, Caputschenium und der ganze andere Firlescheiss "Kaffespezialitäten" genannt werden. Ich glaube, da drehen sich einige Spezialitäten im Grab rum, dass es total viel Reibungswärme gibt. So tragen diese Getränke zur Erderwärmung bei. Man muss ja auch mal die Zusammenhänge ins richtige Licht stecken.
Ich werde alt und sondersam. Das ist so: Dauernd erwähne ich diesen Artikel, den ich mal gelesen habe. In dem Artikel stand, dass verschiedene Völker gewisse Speisen essen, um sich von anderen Völkern abzugrenzen und ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu erzeugen. Wer nicht von klein auf Schafsköpfe gegessen hat, den überkommt bei dem Gedanken an dieses leckere Gericht leichte Übelkeit.
Wir lieben Deutschen essen ja nur leckere Sachen. Bei uns muss grenzt man sich nicht über das schlechte Essen, sondern über den schlechten Humor ab. Anders ist die Existenz und Konsistenz des deutschen Humors, sowie der Erfolg einiger lokaler Witzereisser nicht zu erklären.
Wer nicht schon im Kindergarten mit diesem Schrott überkotzt wurde, der findet das auch später nicht lustig. Das ist Fakt. Das sieht man auch daran, dass deutsche Witzleute im Ausland total unerfolgreich und unbekannt sind. Frag mal einen Amerikaner nach Fips Asmussen. Der sagt nur "Fips who?"
Durch diese humoristische Früherziehung wird bei den Deutschen ein komplett falsches Humorverständnis konditioniert und geprägt und gemacht. Sie denken tatsächlich, die Büttenreden zu Karnevall wären lustig. Sie wissen es halt nicht besser. Und sie machen es nach.
Aktuell muss der arme Achtarmer Paul darunter leiden.
Man braucht das arme Tier, dass sein Leben in Gefangenschaft fristen muss und täglich von mehreren Menschen angegafft werden muss nur zu erwähnen und schon kommt reflexartig ein lustiges Thema: Man will ihn essen. Viele haben auch schon Tintenfischrezepte rausgesucht, bevorzugt auf spanische Art.
Die denken dann, das sei lustig. Sie schauen einen erwartungsfroh an und warten, bis man endlich lacht.
Das ist aber nicht witzig.
Das ist dumm und primitiv.
Ausserdem sollte man generell keine Tintenfische essen. Weil: Wegen Moral und Gefühle.
Was denken diese Leute denn? Denken die, dass der Paul tatsächlich für die Ergebnisse der Fußballspiele verantwortlich ist? Erschießen die auch den Postboten, wenn er ihnen eine Rechnung bringt? Denken sie, sie könnten den armen Kerl demütigen, in dem sie ihn aufessen?
Ich verstehe es nicht. Das ist mir zu eckig für meinen runden Kopf. Ich finde es auch überhaupt nicht lustig und die Tatsache, dass auf einem jeder diesen "Witz" (in ANFÜHRUNGSZEICHEN) reisst, beziehungsweise meint, reissen zu müssen, macht es auch nicht besser, sondern eher schlimmer.
Ich fände es besser, wenn sich jeder stattdessen mal einen richtig lustigen und originellen Witz ausdenken und diesen stattdessen zu Gehör beingen würde. Ich denke, da wäre uns allen geholfen (meine Meinung).

Posted by banana at 12:27 EM | Comments (4)
Juli 08, 2010
Der Junge mit der Vu-Vu-Vu-Ze-La

Die FDP ist so ein bisschen, wie die Bildzeitung. Wenn man sie nicht ernst nimmt, ist sie ganz unterhaltsam und keiner gibt zu, die zu lesen oder gewählt zu haben.
Schade, dass die beide so einflussreicht sind. Naja, bei den einen wird sich das in absehbarer Zeit ändern.
Und weil die eh schon eine lahme Ente, hat die Regierung sich noch schnell was was ausgedacht und das "Gesundheitsreform" genannt und gesagt, der Rösler (FDP) ist schuld.
Das ist sowas, wie die Agenda 2010. Alle Politiker, die nicht dafür verantwortlich sind, finden es scheisse, sind aber insgeheim froh, dass es jemand gemacht hat. Und dass sie es nicht selbst sind. Sonst würde man sowas ja rückgängig machen.
Aber wie entsteht so eine "Gesundsheitsreform"?
Ich stelle mir das so vor:


"Leute, wir können die Gesundheitsreform nicht weiter verschieben."
"Warum denn nicht?"
"Geht halt nicht. Verstehe ich auch nicht."
"Und was sollen wir machen?"
"Wir könnten mal die Kosten analysieren und dort Einsparungen verordnen, wo zu viel Geld ausgegeben wird."
"Ui."
"Das klingt anstrengend."
"Und das dauert ewig."
"Und dann sind die Pharmaleute sauer auf uns."
"Und die Apotheker."
"Und die Ärzte."
"Stimmt. Das wäre doof."
"Dann machen wir es einfach teurer! Das hat bis jetzt auch immer geklappt!"
"Haut mich, wenn ich einen Denkfehler mache, aber wenn es teurer wird, dann muss jemand mehr bezahlen."
"Stimmt. Mist."
"Ach, warum muss das immer alles nur so kompliziert sein?"
"Uff! Mir tut auch schon das Gehirn weh."
"Warum lassen wir das nicht einfach alles die Versicherten bezahlen. Das wäre am einfachsten."
"Und wir sagen, die FDP wars. Die sind eh schon so gut, wie weg vom Fenster."
"Aber das geht doch nicht. Das gibt doch einen Megastress. Und ausserdem haben wir versprochen, dass die Leute mehr Geld übrig haben und nicht weniger."
"Ach, die Leute haben das bald wieder vergessen. Ausserdem war das Wahlkampf, das darf man nicht so ernst nehmen. Hat der Münte auch schon gesagt, gell?"
"Aber ich finde das irgendwie unfair. Die, die sowieso schon alles bezahlen, müssen dann noch mehr bezahlen."
"Immer diese Bedenkenträger und Verkomplizierer. Ausserdem ist doch gerade Fußball WM, da passt doch keiner so genau auf."
"Stimmt auch wieder."
"Die WM ist aber bald vorbei. Da müssen wir uns beeilen, da muss es ganz schnell gehen.!"
"Na gut. Sollen das doch einfach alles die Versichten bezahlen."
"Aber wir dürfen das nicht so offensichtlich machen."
"Haha! Wir geben einfach die Zusatzbeträge frei!"
"Haha!"
"Haha, genau! Die sind so doof, die raffen das nicht."

So ungefähr stelle ich mir das vor. So ist es natürlich in Wirklichkeit nicht. Da wird das alles viel fundierter analysiert und Alternativen abgewogen und dann wird die Entscheidung getroffen, die am besten für alle ist. Man kennt das von Unternehmensberatungen.
A propos WM: Meine Einschätzung war falsch. Es kommt nicht nur auf einen guten Abwehrschuss an, denn Neuner hat bei der Niederlage gegen Spanien einmal einen grandiosen Abwehrschuss gezeigt. Der Ball ging weit in die gegnerische Hälfte, allerdings waren die Spanier rucki-zucki wieder zurück und waren gar nicht aus der Puste.
Man braucht also auch einen guten Angriffsschuss.
Ja, ich glaube, es hat etwas beim Angriffsschuss gehapert.
Also, lieber Jogi: Bitte übe mit den Kerlen den Angriffsschuss. Damit wir im Finale nicht schon wieder verlieren.

Posted by banana at 10:19 FM | Comments (4)
Juli 05, 2010
EU-Terroristen teilweise rechtswidrig

Die Überschrift oben habe ich heute gelesen. Da habe ich mich natürlich mal wieder verlesen. Muss natürlich "EU-Terrorlisten heissen. Wäre ja noch schöner, wenn Terroristen rechtswidrig wären! Wir sind hier ja nicht in [HierEinenOrtEinfügenDenManFürTotalUnreglementiertHält].
Was ist denn da überhaupt mit der Demokratie los? Da wählt eine Zahl Delegierte einen Bundespräsidenten, den keiner so richtig haben will, dann erhöhen die mal eben die Beiträge für die Krankenkasse, weil alles andere wahrscheinlich zu viel Arbeit machen würde und es nur wieder Ärger mit den Pharmaleuten geben würde und dann setzen sich auch noch die Nichtraucher in Bayern durch.
Ich glaube, da ärgern sich die Raucher gerade ganz schön stark. Vielleicht auch nicht. Ist ja Fußball-WM und The Mannschaft hat einen guten Abwehrschuss und einen guten Angriffsschuss und da kriegt man sonst gar nicht so viel mit. Und plötzlich ist schluss mit Rauchen im Bierzelt.
Ich glaube ja, die Bayrischen Raucher, die waren alle am Samstag Fußifeiern und waren dann am Sonntag zu groggy, um abstimmen zu gehen. Die haben sich gesagt "Es werden schon genug andere abstimmen gehen, auf meine Stimme kommt es ja nicht an". Aber die Nichtraucher, die waren natürlich nicht zu groggy dazu. Die haben nämlich keinen Spaß am Fußball, weil die Fußballer ja eh alle rauchen und die Fußballgucker sowieso und dann sind die alle schön früh und nüchtern und unverraucht ins Bett gegangen.
Wenn die Nichtraucher groggy waren, dann nur davon, dass sie sich den ganzen Samstag lang die Hände gerieben haben und gesagt haben "Hahaha! Schaut Euch die doofen Raucher an, die rauchen sich heute schön groggy und morgen kommen sie dann nicht aus der Furzmulde und verpassen die Abstimmung".
Und Zack! Da haben die Bayern jetzt den strengsten Nichtraucherschutz der Republik und jetzt tut ihnen leid, den Rauchern, dass sie nicht abgestimmt haben.
Mir ist es recht, mit dem Nichtraucherschutz, weil erstens: Ich bin auch für Nichtraucherschutz und zweitens wohne ich nicht in Bayern. Das ist jetzt eigentlich ein Widerspruch, aber davon leben wir ja auch: Von Liebe, Luft und Widerspruch und Essen und Trinken und Sauerstoff und Wärme und Mehl, Eiern, Salz und so weiter und so fort.
Eigentlich ist es ja der falsche Name: Nichtraucherschutz. Die Raucher werden ja auch geschützt. Also müsste es Menschenschutz heissen. Aber die Tiere werden ja auch geschützt. Also müsste es Lebewesenschutz heissen. Aber die Pflanzen werden doch auch geschützt und die Gardinen, die werden dann nicht mehr so schnell gilbig. Und die Tapeten. Eigentlich schützt es alles. Aber Allesschutz wäre als Name jetzt wieder etwas zu allgemein. Dafür stimmt doch keiner ab.
Ach, ach, ach. Wieso muss immer alles so kompliziert sein?

Posted by banana at 03:47 EM | Comments (3)
Juli 02, 2010
Warum schauen die Menschen so traurig aus?

Ei, der Daus! Morgen ist das große Spiel! Deutschland gegen Argentinien. Das wird spannend. Zu spannend für mich, ehrlich gesagt. Ich weiss immer gerne vorher, wie etwas ausgeht. Das Spiel, wo wir gegen England gespielt haben, habe ich mir auch nicht angeschaut. Ich dachte "Ok, Alderdigger, wenn ein Tor fällt, dann bekommst Du das ja sowieso mit. Dann kannst Du in der Zeit doch ein Telespiel spielen, Diggeralder". Gedacht, getan. Ich spielte also ein Telespiel. Kurz vor der Halbzeit übernahm dann kurz die Spannung die Regie von mir statt die Spiellust und ich drückte einen Knopf auf der Fernsehbedienung, was zur Folge hatte, dass ich das Fußballspiel sehen konnte. Da stand es ja schon zwei zu eins! Und ich hatte keines der drei Tore mitbekommen (haha, eigentlich waren es ja vier Tore haha). Keiner in meinem persönlichen Umfeld hatte gejubelt oder geweint! Niemand hatte gevuvuzelat oder mit den Füßen gestampft.
Ich spielte wieder das Telespiel, konnte aber nicht an mich halten und schaltete alle Nase lang wieder das Empfangsgerät auf Weltmeisterschaftssport. Wer es noch nicht weiss: Deutschland hat das Spiel gewonnen. Mit 4:1.
Morgen wird es wieder spannend werden. Ich halte erneut zu Deutschland, obwohl Argentinien die schöneren T-Shirts anhat, wie ich finde. Aber darauf kommt es ja nicht an.
Meiner Meinung nach kommt es darauf an, wer den besten Abwehrschuss hat. Aus eigener Erfahrung als Fußballer kann ich sagen, dass ein guter Abwehrschuss sehr wichtig ist. Mit so einem Hammerabwehrschuss kann man den Ball sehr weit weg vom eigenen Tor schießen und bis die anderen Kinder den wieder geholt haben, dauert es eine ganze Weile und sie sind ganz ausser Puste.
Also, Jogi: Übe den Abwehrschuss! Schön weit muss er sein. Und nicht mit der Fußspitze schießen, weil sonst *AUA* (auch eigene Erfahrung)!
Am Sonntag gibt es wieder Triatlon. Ich habe mich dieses Mal nicht dazu angemeldet, weil: Der Start ist mir zu früh (6:45h) und mir ist das alles zu lasch.
Meine Traumsportart wäre Superdiamantmann! Dabei muss man erst barfuß auf die Zugspitze laufen, dann 200m tief NoLimit Apnoetauchen und dann einen Stierkampf machen. Und zwar alles auf Hawaii. So lange sowas nicht angeboten wird, mache ich keinen Finger krumm.
Dideldumm.

Posted by banana at 12:26 EM | Comments (2)
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