Februar 27, 2009
Nerv, nerv, nerv, nerv. Nerv! (Nerv, nerv)

Jaja, zur Zeit gibt es hier nur sehr wenig zu lesen. Das ist mir auch schon aufgefallen!
Ich muss einfach im Moment sehr viel arbeiten. Ui, muss ich viel arbeiten. Und hart muss ich arbeiten. Ich muss sehr viel und sehr hart arbeiten. Wenn ich nicht arbeiten muss, dann bin ich krank. Ui, wie krank bin ich dann! Das kann man sich gar nicht vorstellen. Normale, gesunde Menschen können sich gar nicht vorstellen, wie krank ich bin, wenn ich nicht arbeite. Da braucht man mich nur anzuschauen und dann sieht man schon "Oh-Ha! Der ist aber krank, den hat es ordentlich erwischt".
Da habe ich wirklich keine Zeit mehr, hier noch Schrott zu schreiben. Ausserdem gibt es ja jetzt dieses Abwrackprämie. Wenn ich also irgendwo in meinem Gehirn Schrott finde, der älter ist, als zehn Jahre, dann bringe ich den einfach weg und bekommen Abwrackprämie dafür. Ist doch allemal besser, als den Schrott hierhin zu kopieren, für lau, wo ich von der undankbaren Leserschaft keinen roten Heller zu Gesicht bekomme. Ihr undankbares Pack! Ja, ihr seid gemeint!
Gestern hat mir auch nichtmal ein enziger von Euch zum Geburtstag gratuliert. Also, wenn ich ihr wäre, dann würde ich mich aber ganz gehörig schämen! Aber ganz gehörig! Dann würde ich mal in mich gehen und mir ein paar Gedanken machen, wie es dazu kommen konnte.
Es ja nämlich kein Wunder, dass es so gekommen ist, wie es gekommen ist, wenn die Welt voller Typen ist, wie ihr es seid. Ich sage nur ein einfaches Wort: Konsumentenhaltung. Wenn das alle machen, was haben wir denn dann? Nichts haben wir dann, aber da muss man ja erstmal etwas Platz haben im Kopf, damit so ein Gedanke da auch reinpasst. Aber da ist ja kein Platz drin, in Eurem Kopf, weil die Gier den ganzen Platz schon eingenommen hat und sie sagt "Om nom nom, om nom nom, om nom nom" und madiert sich fettwülztig in Euer Hirngehörn.
Naja, ist ja auch nicht schade drum, wenn das letzte bisschen Verstand über die Wupper geht.
Da war ich übrigens vor kurzem: An der Wupper. Ist nicht besonders schön. Die Schwebebahn braucht auch kein Mensch.
Da habe ich übrigens gearbietet, an der Wupper (hart). Und abends war ich dann krank. Das hatte ich dann davon.

Posted by banana at 06:28 EM | Comments (17)
Februar 26, 2009
Der Schrei verhallte ungehört in der Dunkelheit

Neulich war ich zum Abendessen eingeladen. Ich saß an einem Tisch und aß hervorragende Königsberger Klopse. Es war die Variante mit einer angemessenen Säure in der Soße, einer soliden Anzahl an Kapern und einer Handvoll Sardellen, die erst zerhackt und dann unter den Teif der Klopse gemischt worden waren. Die anderen Herrschaften waren mindestens zehn Jahre älter, als ich.
So oft ich es auch bedauere, dass ich einen nicht unerheblichen Teil meiner Freizeit dafür opfere, mich in die Lage zu versetzen, mit anderen Menschen zu kommunizieren kann und deswegen manchmal mehrere Stunden täglich vor dem Fernseher verbringe, so zupass kommt mir dieses Opfer in Stunden, wie dieser.
Ich sagte: "Was ich beim Perfekten Dinner nicht verstehe, ist, dass sie da Leute anmelden, die eigentlich gar nichts mögen. Keine Tomaten oder keine Nüsse oder keine Bohnen. Aber wahrscheinlich mischen die Leute vom Sender solche Leute auch nur in die Gruppen, damit das für den Zuschauer interessanter wird."
"Oder Vegetarier!" bekam ich zur Antwort.
"So ein Vegetarier kann ja gar nicht bewerten, was andere gekocht haben."
"Wenn ich bewerten müsste, was ein Vegetarier gekocht hat, dann würde ich immer nur zwei Punkte geben. Weils mir nicht schmeckt ohne Fleisch."
"Ich würde sagen 'Bei mir müssen Vegetarier auf dem Balkon essen".

Wir haben uns dann über die Finanzkrise unterhalten.

Posted by banana at 05:44 EM | Comments (5)
Februar 19, 2009
I guess it rains down in Africa

Wenn ich das Schwimmbad betrete ist sie schon da und wenn ich das Schwimmbad verlasse, ist sie immer noch da. Dazwischen liegen ungefähr fünfundsiebzig Minuten.
Fünfundsiebzig Minuten, in denen ich von der einen Seite des Beckens zur anderen schwimme, mich an den Rand stelle, mir die Leute anschaue und dann wieder zurückschwimme. Das ganze etwa dreissig Mal. Oder bis es mir langweilig wird.
Sie schwimmt auch von der einen Seite des Beckens zur anderen, allerdings schwimmt sie nicht bis ganz bis zum Rand, sondern stoppt einen Meter davor, dreht sie sich auf der Stelle, so als hätte man sie auf einen Plattenteller gesteckt. Dann schwimmt sie wieder zurück.
Ohne Unterbrechung macht sie das. Sie schwimmt durch. Ich weiss nicht, wie lange sie das schon gemacht hat, bevor ich komme und ich weiss auch nicht, wie lange sie das noch macht, nachdem ich gegangen bin.
Sie schwimmt Brust, allerdings einen sehr stochernden Stil. Die Arme werden nicht seitlich am Körper vorbeigezogen, sondern eher vor dem Gesicht geschüttelt. Dazu versetzen die Beine dem Wasser kleine Tritte, als würde sie Seilspringen. Ihr Stil hinterlässt bei mir einen sehr hektischen Eindruck. Vielleicht stellt sie sich einen Raubfisch vor, der hinter ihr her ist. Vielleicht will sie aber auch eine bestimmte Anzahl von Bahnen möglichst schnell hinter sich bringen.
Sie ist nicht langsam. Auf jeden Fall ist sie schneller, als ich und ich überhole eher, als überholt zu werden.
Einige Male machte ich mir den Spaß und heftete mich an ihre Fersen. Das ging zwei Bahnen lang gut, dann musste ich sie wegzappeln lassen.
Wenn sie schwimmt, dann regt ihr Kopf gerade so aus dem Wasser. Sie muss den Kopf in den Nacken legen, damit sie beim Atmen kein Wasser schluckt. Dabei ist ihr Blick immer an die Hallendecke gerichtet.
Vielleicht ist es auch anders herum und sie legt den Kopf in den Nacken, damit sie an die Hallendecke starren kann.
Ab und zu stöhnt sie beim Schwimmen. Die Wasserstichelei scheint anstrengend zu sein. Trotzdem zieht sie Bahn um Bahn, dreht kurz vor dem Beckenrand und schwimmt wieder zurück.
Natürlich habe ich mich gefragt, was das soll. Sie ist sehr dünn und hat sehr kleine Ohren. Vielleicht will sie noch dünner werden. Oder sie will, dass ihre Ohren noch kleiner werden. Vielleicht hat sie aber auch zur Fremdensitzung die Verkleidung eines Aufziehfrosches gewählt und bereitet sich nun vor.
Die Wahrheit werde ich wahrscheinlich nie herausfinden. Entweder kommt sie nach Fasching nicht mehr, weil sie ihre Aufgabe erledigt hat oder sie hat sich einfach aufgelöst.

Nachtrag 26.02.09
Gestern war ich vor ihr da. Ich glaube, sie war zu Fasching Amy Winehouse und hatte ihre Tatoos und ihr falsches Haar nicht dabei. Und sie hat verpennt, das Fasching vorbei ist.

Posted by banana at 09:29 EM | Comments (22)
Februar 16, 2009
Have no fear for atomic energy

Dieses Jahr wird mal als normaler Mensch aber wirklich derartig durchgefistet, dass man sich wie ein Socken fühlt, der zum Trocknen aufgehängt und dazu auf links gedreht wurde.
Erstmal war Winter. Da ist es immer sehr dunkel. Spätestens um fünf ist es dunkel. Danach hat man keine Lust mehr, irgendwas zu machen. Drinnen nicht und draussen auch nicht. Achso - draussen ginge ja ohnehin nicht, weil einem dieses Jahr alle extremitäten sofort abfrieren, wenn man sie der Witterung aussetzt. Seit Weihnachten ist es saukalt. Es langt langsam. Mit Schnee langts auch langsam. Das nervt. Dunkel und kalt und Schnee.
Und dann ist auch noch Fasching. Das reicht jetzt wirklich, das ist jetzt nicht mehr lustig. Das geht an die Substanz.
Ich muss allerdings sagen, dass diese Fastnachtssendungen im Fernsehen einen großen Vorteil haben: Man kann in Sekundenbruchteilen erkennen, dass es eine Fastnachtssendung ist und weiterschalten, weil für die meisten Deutschen nur lustig ist, wo auch lustig draufsteht. Und zwar so, dass man es vom Bomber aus lesen kann.
Und jetzt alle das Mantra aufsagen: Baldistesvorbei Baldistesvorbei Baldistesvorbei.

Posted by banana at 08:48 EM | Comments (21)
Februar 12, 2009
Mit drei Promille ins Kinderkrankenhaus

Wer hat denn eigentlich die Verantwortlichen davon überzeugen können, dass ein eBook-Reader ein Produkt sei, dass man verkaufen kann?
Gut, manche Kinder überzeugen auch ihre Eltern, dass sie unbedingt einen Chemiebaukasten brauchen, mit dem sie theoretisch in der Lage wären, das ganze Haus in die Luft zu jagen und hinterher die scheußlich zugerichteten Überlebenden effizient zu vergiften, aber das sind Kinder. Und die Kinder verheimlichen den Teil mit dem Sprengen und dem Vergiften und stellen wahrscheinlich eine bessere Note im Chemieunterricht in Aussicht.
Aber ein eBook-Reader? Wer braucht das denn? Wer benutzt das denn?
Was bietet mir das denn?
Ok, ich kann eintausendfünfhundert Bücher bei mir haben. Und diese eintausendfünfhundert Bücher machen meinen eBook-Reader nicht schwerer!
Wenn man ehrlich ist, dann muss man sich eingestehen, dass man wohl nie in der Lage sein wird, eintausendfünfhunder konventionelle Bücher mit sich herumzuschleppen. Wenn man dann aber nochmal in die andere Richtung ehrlich ist, dann wird man sich auch eingestehen, dass man das eigentlich gar nicht will.
"Aber auf meinem mp3 Player schleppe ich auch eintausendfünfhundert Alben mit mir rum und es stört ja auch nicht" werdet Ihr jetzt sagen. Und das ist ja auch sehr richtig.
Zwei Sachen: Bei Musik ist es ja durchaus üblich, dass man Sachen durcheinander hört. Ein Stück von diesem, dann ein Stück von jener, dann ein Stück von ebendiesem. Ist ja auch schön. Funktioniert aber bei Büchern nicht. Ein Kapitel von diesem, eines von jener, dann ein Kapitel von ebendiesem. Klappt nicht. Bei Büchern kommt es ganz cool, wenn man sie von vorne bis hinten liest. In anderen Worten: Der Shuffle Mode wird sich bei Büchern wahrscheinlich nie durchsetzen.
Zweitens: Es gibt beim Musikhören eigentlich keine Alternative, die ohne Technik auskommt.
Ok, mann könnte vielleicht so unebene Vinylstreifen erfinden, über die man mit dem Fingernagel rubbelt und die dann beim Rubbeln den neuesten Track meiner Lieblingsstars zu Gehör bringen, aber wirklich praktisch wäre das wohl nicht.
Obwohl ich mir das in der S-Bahn sehr lustig vorstelle.
Beim Lesen gibt es aber eine Alternative und die heisst Buch.
So ein Buch ist wirklich ganz praktisch und hat beim Lesen viele Vorteile gegenüber einem eBook-Reader.
Unter anderem:
Wenn wir annehmen, dass ein Buch zehn Euro kostet, dann kann ich mir für einen eBook-Reader 35 Bücher kaufen.
Bücher kann man sich auch prima leihen. Und zurückgeben. Und der, der mir das Buch geliehen hat, kann derweil seine anderen Bücher lesen. Einfach so!
Wenn man nicht gerade in ein Buch verliebt ist, dann ist so ein Buch ziemlich umgänglich. Man kann es in die Tasche oder in den Rucksack stopfen und es da zusammen mit seinen anderen Sachen eine lustige Party feiern lassen. Da wird es vielleicht ein bisschen gedrückt und geknufft und geknickt und verdreckt. Man kann es aber hinterher in der Regel immernoch lesen. Und seine ganzen anderen Bücher auch!
Man kann es auch sogar im Regen lesen, wenn man auf sowas steht.
Und selbst, wenn man so ein Buch mal komplett runtergerockt hat und man es trotzdem nochmal lesen will, dann kauft man es sich eben nochmal und der ganze Spaß geht von vorne los.
Wenn man dann ein neues Buch kauft, dann ist das ganze Buch neu. Dann übernimmt es nicht die Flecken und Kratzer und Joghurtpfützen von allen anderen Büchern.
Ausserdem funktioniert so ein Buch von ganz alleine. Ganz ohne Strom. Ich laufe also nicht Gefahr, dass ich irgendwann nicht mehr weiterlesen kann, weil die Batterien leer sind.
Ich kann in jedes Buchgeschäft gehen und mir ein Buch kaufen und vorausgesetzt, ich kenne mich mit den benutzten Schriftzeichen und der benutzten Sprache aus, dann kann ich es sogar lesen.
Wenn ich wollte, könnte ich auch Sätze unterstreichen oder lustige Männer in das Buch malen. Aber wer will das schon?

Ok, so ein Buch hat auch Nachteile:
Man kann es sich nicht überall sofort auf der Welt kaufen und eine Minute später lesen.
Es macht beim Umblättern Knistergeräusche und keine Knackgeräusche.
Man kann damit keinen Käse schneiden.

Dann gibt es noch Leute, die mit bestimmten Büchern auch bestimmte Erinnerungen verknüpfen, zum Beispiel, weil sie es gelesen haben, als es ihnen gerade besonders gut oder besonders schlecht ging. Oder weil es ihnen eine bestimmte Person geschenkt hat. Soll es geben.
Angenommen, meine Freundin schenkte mir einen eBook-Reader und einige Monate später höckerte sie mit einem Bankkaufmann. Was mache ich denn dann?
Da fehlte mir doch die emotionale Klaviatur, um auf dieses Ereignis angemessen zu reagieren.

Posted by banana at 06:02 EM | Comments (9)
Februar 04, 2009
Schwuddilectro - Best in Electronic Gay Music

Gestern war ich seit langem wieder im Schwimmbad.
Als Spitzensportler kennt jeder die Probleme am Anfang des Jahres: Teigiges Geschmeiss, das sich der Illusion hingibt, die Guten Vorsätze, die sie gefasst haben, würden länger frisch bleiben, als der Fertigkuchen, der noch von der Silvesterfeier im Kühlschrank steht, schimmelt auf den Sportanlagen rum.
Sowas nervt. Mich auch. Obwohl ich eigentlich auch zu dem Geschmeiss gehöre, weil es - wenn ich ehrlich bin - auch der Jahreswechsel war, der mich in die Anstalt getrieben hat. Ich habe allerdings erst ein paar Wochen ins Land ziehen lassen, bevor ich meine Guten Vorsätze umsetze, damit die anderen nicht denken, ich sei so ein Vorsatzschimmler.
Nachdem ich locker ein paar Bahnen geschowmmen war, stand ich am Beckenrand und keuchte so vor mich hin. Neben mir stand ein Mann, den ich schon oft gesehen hatte und obwohl ich glaube, dass er sich im Wasser allein dadurch fortbewegt, dass er sich bis zur Mitte des Beckens abstößt und seinen massigen Körper dann mittels Gravitation vom anderen Beckenrand ansaugen lässt, muss man ihm doch zugute halten, dass er über einen langen Zeitraum ein regelmäßiger Badbesucher ist.
Der Mann war ungehalten.
"Was ist denn das für ein Chaos mal wieder?" fragte er sich selbst.
"Scheiss Jahresanfang. Da wollen alle abnehmen." fuhr er fort.
"In zwei Wochen ist das mit dem Abnehmen vorbei und dann kann man endlich wieder schwimmen."
Ich wurde etwas sauer, denn trotz jahrelangem Zen-Training in den Wäldern von Düdelsheim konnte ich das Gefühl nicht loswerden, dass der Mann auch über mich sprach.
Deswegen hörte ich mich sagen: "Ja. Bei ihnen dauert das ja noch etwas länger mit dem Abnehmen."
Mit einer Geschwindigkeit, die ich von einem Brocken seiner Ausmaße nicht erwartet hätte, spritzte eine seiner acht Fäuste aus dem Wasser und zwar so gezielt, dass seine Fingerknöchel vorbei am Visier meines Helmes mit einem häßlichen Geräusch auf mein Jochbein trafen. Intern schätzte ich die Kosten für dieses Geräusch auf tweitausend Euro.
Augenblicklich färbte sich das Wasser rot. Ich war kurz vor der Ohnmacht und konnte deshalb nicht verhindern, dass der Dicke mit einer weiteren Faust meine Leber traf. Ich wollte gerade zusammenklappte, da richtete mich ein Haken wieder auf, den der Dicke wohlplaziert unter mein Kinn gesetzt hatte.
Da kam auch schon der Bademeister und trennte die Streithähne.
"Er hat angefangen!" sagte ich später in der Verhörzelle des Bademeisters.
"Aha" sagte der Bademeister.
Der Dicke wird in Zukunft anderswo abnehmen müssen, denn im Schwimmbad hat er lebenslanges Hausverbot.
Da sieht man mal wieder: Gewalt ist keine Lösung.

Posted by banana at 05:48 EM | Comments (14)
Februar 02, 2009
Terzen, Terzen, Terzen

Gestern Nachmittag war mir fad.
Da erfand ich mich mal wieder neu. Ich schloss die Anleitung in den Panzerschrank, drehte am Knackerad und vergaß die Kombination. Dann nahm ich mich auseinander, putzte die Einzelteile nachlässig mit einer Spagatbürste und begann, mich wieder zusammenzusetzen. Nur anders.
Sich selbst neu zu erfinden ist im Prinzip nicht schwer. Das einzige, was man braucht, ist Geduld und das aufrichtige Verlangen, sich nicht selbst etwas abzuzwacken.
Kennt ihr Tangram? Richtig, das ist dieses Spiel, bei dem man aus schwarzen Vielecken bestimmte Figuren zusammenlegen muss und es nicht hinbekommt.
So funktioniert das auch mit dem selbst neu Erfinden. Man schubbelt so lange rum, bis man denkt, es passe.
So tat ich das dann gestern auch. Stunden um Stunden schob ich meine Teile hin und her. Erst behutsam, dann unter leichtem Druck und schließlich mit drei Pfund Unbehalt knirschten die Teile über den Marmorboden.
Es wollte einfach nicht passen! Draussen wurde es schon dunkel, Käuzchen riefen, die Großmutter knabberte am Wolf und ich hatte noch nicht zu Abend gegessen.
In meiner divenhaft-gerechten Ungeduld klob ich das Telefon und tapperte die Nummer des Vorschlaghammernotdienstes Immerdruff.
Der kam auch recht bald, kassierte 20 Euro Anfahrtsprämie und drisch dann auf mich ein, dass es nur so stieb. Weitere 40 Euro später war der Vorschlaghammernotdienst und somit ich dann fertig.
So richtig gefallen wollte ich mir nicht. Ich stand vor meinem Spiegel, bürzelte mir den Steiss, pommierte mir den Kropf und klapperte mit den Rockschößen. Aber so sehr ich mich auch in den Knacks schupperte - es wollte mir nicht gefallen!
Dann zog ich mir erstmal etwas Bequemes an und dann war es auch schon wieder gut.
Das dachte ich zumindest bis heute Mittag. Ich stand in der Kantine und wollte Suppe ohne Wurst bestellen. Was aber kam über meine Lippen? "Wurst ohne Suppe"! Und ich merkte es nichteinmal. Als die Frau zu einem flachen Teller griff und anhob, eine Wurst darauf zu legen, da wollte ich schon zürnen und hätte mich dabei sogar noch im Recht gewähnt, als die Frau zögerte und mich fragend ansah.
Ich las in ihren Augen: "Sollte dieser feine Vorbildvegetarier wirklich seine Überzeugungen verraten und zum Fleisch greifen? Das kann nicht sein! Seit drei Generationen ist er nun Vegeratier."
Als ich fertig gelesen hatte, da kam mir in den Sinn, dass es wohl ich selbst gewesen sein muss, der einen Fehler gemacht hatte.
Ich ließ ein joviales Lachen hören und sagte "Ach nein! Entschuldigung. Ich meinte natürlich Suppe ohne Wurst". Die Frau lachte mit und alles war gut.
Bis zu dem Moment, als ich sagte, man sollte im Layout doch einen "Weissen Strichenzwisch" einfügen. Diesmal war es nicht ich, der lachte, sondern die ganze Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen.
Naja, jeder macht mal Fehler. Ich habe jetzt sogar bereits zwei gemacht.
Mir war klar, dass bei meiner Neuerfindung etwas falsch gelaufen war. Der Mann vom Vorschlaghammernotdienst hatte dermaßen stümperhaft auf die Einzelteile gehauen, dass sich der Reihenverfolger verdreht haben musste.
Schnell schloß ich mich in der vegetarischen Herrentoilette ein und behob das Missgeschick.
Danach klappte alles wieder ganz gut.

Posted by banana at 10:15 EM | Comments (15)
Februar 01, 2009
There are 89 flying rats left in liberty city

Posted by banana at 07:06 EM | Comments (7)
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