September 29, 2008
Da: die Glyzinien

Vorweg ein Styling-Tipp von Eurem lieben Onkel bna. Ihr wisst schon, der es immer gut mit Euch meint und der Euch nur dann in die Pfanne haut, wenn er eine Pointe verpassen könnte:
An den Ärmeln um die Hüften geknotete Jacken sehen immer, immer, immer, immer sehr, sehr, sehr, sehr unvorteilhaft aus. Sie tragen auf, sie erwecken den Eindruck, als hättet Ihr einen grotesk verkürzten Oberkörper und sie machen Euch dreissig Jahre jünger.
Die Verlockung ist offensichtlich und es mag ja auch wahnsinnig praktisch sein, aber macht es bitte einfach nicht, ok? Danke!

Am Sonntag trieb ich in der Badewanne und wollte gearde mein Haupthaar shampoonieren, als mein Blick auf die Shampooflasche fiel. Gerne lese ich die Texte, die die Hersteller auf die Produkte, die ich benutze, drucken und so las ich, dass mein Shampoo für "Normales Haar" geeignet sei.Ich wunderte mich.
Ich wunderte mich, dass sich dieses Produkt überhaupt noch am Markt halten konnte. Wer will denn heutzutage schon normales Haar haben? Wer will denn schon so im Strom der Normalität untergehen? Niemand! Jeder will etwas Besonderes sein. Man muss nicht weit schauen, um anschauliche Beispiele dafür zu finden.
Zum Beispiel bei uns in der Tiefgarage. In der Mitte sollten immer zwei Autos gegenüber parken, Kühler an Kühler. Die Parkflächen sind schräg eingezeichnet, damit man, der Fahrtrichtung folgend, bequem hineinfahren kann.
Will man die Parkfläche dann verlassen, dann fährt man ein paar Meter rückwärts, nordet sich dann auf dem Zubringer ein und fährt zufrieden seiner Wege.
Normalerweise sollte es so sein.
Aber normal geht ja nicht!
Einige Parken deswegen anders. Sie parken nämlich nicht auf der ersten Parkfläche, die unmittelbar vom Zubringer aus zugänglich ist, sondern sie überfahren diese Parkfläche und stellen ihr Fahrzeug auf die Fläche, die eigentlich von den Wagen beparkt werden sollte, die von der anderen Seite her einparken.
Zunächst dachte ich, das sei sehr praktisch, denn dann könne man einfach vorwärts aus der Parklücke fahren und würde sich das Rückwärtsgefahre sparen.
Das habe ich aber nur so lange gedacht, bis ich den ersten Individualisten beim Ausparken beobachten durfte.
Solange man nämlich keinen Gabelstapler fährt, ist der Wendekreis eines handelsüblichen Fahrzeuges viel zu groß, um direkt linksrum gen Freiheit zu fahren. Zum Ausparken bedarf es eines Hin- und Hergezackeres, dass noch viel umständlicher ist, als das rückwärts Ausparken, zu dem man normalerweise gezwungen ist.
Aber normal geht ja nicht.
Diese Art des Parkens scheint sich übrigens mehr und mehr durchzusetzen.
Wer hat da Videorekorder gesagt?
Manchmal ist es wirklich verwunderlich, wie der Mensch so funktioniert. Am Wochenende habe ich gelernt, dass man Strom sparen kann, wenn man bereits vorgewärmtes Wasser (zum Beispiel aus der Heizung) in die Waschmaschine kippt. Die muss dann nämlich das Wasser weniger lange aufheizen.
Das ist doch toll! Man muss zwar erst das Wasser umständlich aus der Heizung zapfen, aber man kann Strom und damit Geld sparen!
Macht aber keiner.
Es ist doch viel toller, sein Auto verkehrtherum in die Tiefgarage zu stellen. Man muss zwar beim Ausparken umständlich hin und her rubbeln, aber dafür... Ja, dafür... Ja was eigentlich dafür?
Merke: Warmes Wasser kippt niemand in die Waschmaschine, aber falschrum Parken, das setzt sich durch.
Oder neulich, als ich mal wieder die Sendung mit der schwangeren Frau und ihrem Mann, der mal bei dieser Casting Band gesungen hat, gesehen habe, da ging es nämlich um Namen.
Und das war wirklich interessant für mich, denn ich wollte schon länger mal verstehen, wie Leute ticken, die ihren Kinder so ausgefallene Namen geben.
Sie sagte, das Kind solle Gabriel heissen. So lange sie denken könne, habe sie sich ein Kind gewünscht, dass Gabriel heisse. Das sei ein schöner Name und er werde in drei Sprachen richtig ausgesprochen: In Deutsch (Wohnort), in Portigiesisch (ihre Muttersprache) und Italienisch (Herkunft von ihm).
Mir erschien das alles sehr einleuchtend.
Der Vater aber wollte das nicht akzeptieren.
Es ginge nicht, dass sein Kind so heisse, wie tausend andere Kinder, sagte er. Sein Kind müsse einen besonderen Namen haben. "Romeo Rock" schwebte ihm vor. Nur ein paar Schnitte später war er dann auf "Montreal" abonniert. Sie sagte, er ginge im Moment die ganze Weltkarte durch, immer auf der Suche nach Städten, die gut klängen. Dann wollte sie wissen, was er denn mit Montreal verbinde. Ob er schonmal dort gewesen sei. Er sagte, wenn jemand fragte, wie man hieße und man sage dann "Montreal", dann sei das eine Ansage. Dann fragte er, wie denn die Kinder von den Beckhams hießen. Sie zählte auf: Brooklyn, Romeo und Cruz. "Genau!" Sagte er. Das seien Namen, sagte er, das seien Namen mit Bedeutung.
Aha. Jetzt habe ich genug Einblick, wie solche Leute ticken. Einer nennt sein Kind nach einer Stadt, ich glaube, weil es da gezeugt worden ist und alle anderen nennen ihre Kinder nach einer Stadt. Aber jeder bitte nach einer anderen. Zeugung hin oder her. Kann ja nicht jeder "Düsseldorf" heissen.
Und die Individualität blüht im Maisfeld.
Ich öffnete die Plastikflasche und wusch mein normales Haar. Und ich werde mein normales Haar waschen, so lange es noch geht.

Posted by banana at 06:57 EM | Comments (11)
September 26, 2008
Der linke Fahrstreifen ist schockiert

Gestern war ich in einem Kinofilm. Er heisst Willy. Ich fand ihn gut. Es war auch gut, dass das Kino nur sehr leer war. Ausser mir und meiner Begleitung saßen nur zwei weitere Menschen im Kino. Es waren ein Mann und eine Frau. Sie saßen in so einem Doppelsessel, in die man sich als Kinobesucher zum Beispiel reinsetzt, um zu Knutschen oder um zu Fummeln. Als Mann macht man dann zum Beispiel einen Plan folgender Güte "Ach Du heilige Backe! Endlich habe ich mich getraut, diese total interessante Frau zu fragen, ob sie mit mir ins Kino geht und als Lohn meiner Überwindung hat sie ja gesagt. Ich bin so glücklich! Ich bin so froh! Ich bin so dankbar! Ich bin so frisch geduscht! Natürlich habe ich das Kino ausgesucht, dass immer leer ist, weil da die Filme in der Originalfassung laufen und die schaut sich keiner an. Und die haben da diese Doppelsessel, in die man sich als Kinobesucher zum Beispiel reinsetzt, um zu Knutschen oder um zu Fummeln. Wie bringe ich die denn jetzt dazu, sich mit mir in so einen Sessel zu setzen?"
Also das ungefähr war die Vorgeschichte, die sich in der Gedankenwelt des Mannes abgespielt haben musste, der in dem Kino saß und zwar im Fummelknutschfauteuildoppelsitzer. Und ich glaube, der hat sich schon einen Ast gefreut, dass er mit seiner Flamme in spe da ganz allein im Kino saß und dann kamen wir rein und was machen wir? Klaro! Ist doch Ehrensache! Wir setzen uns natürlich genau eine Reihe hinter sie. Das war ein Spaß.
Hätte der sich eben nicht so mittig reinpflanzen sollen, der Hullu. Selbst schuld, sage ich da. Typischer Änfängerfehler. Und: Tja, scheisse, wenn man nicht kochen kann, wa?
Dann ging der Film los. Erst kam keine Werbung und keine Vorschau und dann kam der Vorfilm. Dabei geht es um einen Zauberkrieg zwischen einem Hasen, der gerne die Möhre essen will und einem Zauberer. Ich sage nur Folgendes: Achtung! Der spitze Hut und der Zylinder sind magisch verbunden. Und: Der Zauberer möchte ich nicht sein. Zumindest nicht in dem Film. Ich habe aber gut abgelacht.
Knutscher: 0. Fummler: 0.
Tja, scheisse, wenn man nicht kochen kann, wa?
Dann kam der echte Film. Ich fasse ihn hier kurz zusammen, für alle die, die zu arm sind, um ins Kino zu gehen oder für die, die sich den Film illegal als Klötzchenversion im Internet besorgt haben und jetzt nichts erkennen können.
Ein Roboter ist auf der Erde. Er hat alle Menschen und alle Pflanzen und alle Tiere und alle Pilze umgebracht und in handliche Würfel gepresst. Nur noch eine Kakerlake lebt. Die kann der Roboter nicht umbringen, weil sie ihm immer wegglitscht. Er überfährt die Schabe auch mehrmals, aber er kriegt sie nicht tot. Dann wechselt der Roboter einen Reifen, weil der total runtergeritten ist.
Dann kommt ein Raumschiff mit einem ballerwütigen Ipod an Bord, der auch fliegen kann. Der Roboter nimmt die Verfolgung auf, aber er hat ein Problem, weil der Ipod heftigst am Rumballern ist, wenn er sich gestört fühlt.
Plötzlich findet der Ipod eine Pflanze und isst sie auf und fällt in einen tiefen Winterschlaf. Der Roboter bewacht den Ipod, , weil er ihn irgendwie mag und zwar so lange, bis er abgeholt wird. Von einem Raumschiff voller Amerikaner! Sie haben den Kontakt zur Erde verloren!
Danach kommen einige Dialoge (weiss nicht genau, da war ich auf Klo) und dann leitet die Pflanze das Raumschiff zurück auf die Erde.
Mittlerweile sind die Batterien vom Roboter leer oder er hat auf die Fresse bekommen oder beides.
Dann sind alle auf der Erde und dann kommt das Ende. Der Roboter läd seine Batterien mit Solarstrom auf. Auch eine ach so tolle Aussage!
Knutscher: 0, Fummler: 0.

Der Film ist gut! Auch wenn es etwas unrealistisch ist, dass Roboter in der Zukunft noch VHS schauen.

Was ich aus dem Film gelernt habe: Man sollte den Robotern nach Möglichkeit kaum Macht geben, denn sonst bringen sie uns alle um und verwüsten die Welt.

Was ich bei dem Film besser machen würde: Mehr Sex.

Was ich nicht so gut fand: Die englische Sprache ist für Deutsche oft nicht so leicht zu verstehen, vor allem, wenn man so billige Sprachcomputer nimmt, wie für die Roboter.

Was ich mir für den Nachfolger wünsche: Mehr Pferde und mehr Schwertkampf und dass die Menschen am Ende gewinnen. Und weniger Moralin.

Posted by banana at 09:12 EM | Comments (3)
September 25, 2008
He said, "Son now here's some little something"

Aus: Gesprächen mit banana. Heute: bna wird zur Finanzkrise gefragt.
kfm: bna, was ist das Fazit, das Sie aus der Finanzkrise ziehen?
bna: Der Teufel macht immer auf den größten Haufen.
kfm: Wir danken Ihnen für das Gespräch.

Der Minister sitzt am Sparzitron und feuert auf die Kosten. Sparzitrone spritzen aus dem Lauf von dem Gerät. Die Kosten komm' aus Westen, doch wer deckt uns Richtung Osten? Ey, Minister duck Dich ganz schnell weg, sonst kommt das auch noch aufs Tapet! Der Splitterschutzwesten sagt der dann der war randvoll mit Illusionen. Der Markenname stand groß drauf, sah man sogar bei Google-Earth. Hat ja keiner gewusst, nee hat ja keiner geahnt, dass die Produkte sich nicht lohnen. Ist ja sehr komplex und ich, ich weiss ja nichts, das hat den Durchblick stark erschwert. Nur das Sparzitron, das ballert frisch und frei und fotogen und immer nach oben. Ist ja Freitag schon, erstmal Wochenschluss, ich bin verplant in den Montag rein. Wo kommt die Wärme her? Das ist so muckelig, sag Peer, was dampft denn da im Koben? Ja Du, das weiss ich nicht, das scheint mir sehr komplex, es könnte Händereibungswärme sein.

Einfache Übungsaufgabe für den Studenten: Was will uns der Autor damit sagen?

Posted by banana at 09:57 FM | Comments (14)
September 18, 2008
Denken Sie an die Feinstaubplakette!

Vor gar nicht allzu langer Zeit installierte ich mir eine Erweiterung für meinen Firefox Brauser, die §§a href="https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/1368">ColorfulTabs§§/a> heisst. Diese Erweiterung färbt die Tabs im Brauser in verschiedenen Farben ein und zwar auf drei verschiedene Arten: Zum Ersten kann man sich für bestimmte URLs selbst eine Farbe aussuchen, zum Zweiten kann man einfach rein zufällig Farben generieren lassen und zum Dritten kann man eine Farbe aus der URL errechnen lassen.
Da fällt mir auf - muss es nicht eigentlich "aus dem URL berechnen lassen" heissen? Schließlich steht das "L" in "URL" doch für "Locator" und das Wort würde ich ganz nonchalant mal als maskulin einstufen.
Da fällt mir ein Gespräch ein, dass ich unlängst führte. Ich berichtete darin, dass wir in der Grundschule oft mit Wachsmalstiften gemalt hatten. "Wachser" nannten wir die übrigens damals und oft hatte man im täglichen Malbetrieb nicht den passenden Wachser zur Hand. Wollte man zum Beispiel eine Wiese malen, dann benötigte man den grünen Wachsmalstift, den hatte aber gerade der Markus, was dazu führt, dass man sagte "kann ich mal die Grün haben?". Mein Gesprächspartner lachte abschätzig. "Wir" hob er an "haben immer das Grün gesagt". Und das war der Grund, warum die diplomatischen Beziehungen mit seinem Land abgebrochen wurden und es demnächst einen schlimmen, schlimmen Krieg geben wird.
Derselbe Kerl berichtete mir auch, dass Vorhautverengung in der Pubertät in seinem Freundeskreis niemals ein Thema war. Bei uns war das schon ein Thema. Als ich dreizehn war, wurde bei uns jedem, der frech kam, sofort eine Vorhautverengung angedichtet und weil ich manchmal frech kam und nie so genau wusste, was eine Vorhautverengung eigentlich war, hatte ich damals immer Angst, mit anderen Jungens zu Duschen, falls die dann nämlich rausfinden würden, dass ich tatsächlich eine hatte. Mitlerweile habe ich mich aber informiert und weiss, dass ich niemals eine hatte und die Verengung war auch nie wieder ein Thema.
Liebe Leser, die über eine Internetsuchmachine auf diese Seite gekommen sind: Wenn Sie Informationen zum Thema Vorhautverengung suchen, dann schauen sie doch gnädigst in der Wikipedie nach. Suchen Sie dort unter "Phimose", aber stellen Sie sicher, dass Sie vor dem Lesen des Artikels das Anzeigen von Bildern in ihrem Brauser unterdrücken, ansonsten könnte Ihr Gehirn für sehr unangenehme Empfindungen sorgen. Gehirne sind nunmal so. Die meinen das gar nicht böse.
Ach! Stimmt! Brauser! Ich erinnere mich! ColorfulTabs! Genau!
Natürlich wollte ich wissen, welche Farbe ColorfulTabs denn für meine kleine, bescheidene Seite denn errechnen würde. Ich hätte mir eine seriöse, warme Farbe gewünscht, vielleicht Bronzenuancen. Aber was kam heraus? Ein langweiliges, rückgratloses Grün, das gerade ins Türkise wendehalst. Ich bin sehr, sehr enttäuscht!

Posted by banana at 06:08 EM | Comments (6)
September 17, 2008
Laute Ruftöne können das Gehörn schadigen

Heute Abend esse ich Tomatenbrot mit Rührei. Hier ist das Rezept.
Man nehme eine Scheibe Mehrkornbrot und bestreiche sie dünn mit Margarine. Am besten Margarine mit einem guten Gesundheitskick. Dann nehme man eine Tomate und schneide sie in dünne Scheiben. Am besten wäscht man die Tomate übrigens, bevor man sie in Scheiben schneidet, denn hinterher ist es ziemlich mühsam. Wenn man vergessen hat, die Tomate vor dem Schneiden zu waschen, dann läßt man es lieber gleich bleiben. Irgenwann rafft es uns eh alle mal dahin und dann ist es ja auch egal.
Jetzt verteilt man die Tomatenscheiben auf der Brotscheibe und würzt das ganze mit etwas Odenwaldsalz und Knüllpfeffer.
Gerne kann man die Brotscheibe vor dem Bestreichen mit der Margarine auch etwas Toasten, dann suppt die Tomate nicht so durch.
Dann nehme man drei rohe, frische Eier und schlage sie in eine Tasse rein, in der sonst nichts drin war. Nun füge man Salz und Pfeffer dazu (gerne Odenwaldsalz und Knüllpfeffer) und rühre die Eier mit einer Gabel kräftig durch, bis sich alles gut anschauen lässt.
Jetzt erhitze man etwas Butter in einer Pfanne. Wenn die Butter zerlaufen ist, gebe man die Eierflüsse hinzu und mache daraus mit der bekannten Technik oberleckere Rühreier, die auch noch gut schmecken.
Jetzt esse man alles auf, wobei man immer schön aufpassen sollte.
Man sollte natürlich nur Biorpodukte nehmen und nur darauf achten, dass alles soweit ok ist, wie man das auch selbst noch vertreten kann. Das ist ja wohl logisch, finde ich.
Guten Apo!
Schnittlauch obendrauf kommt auch noch ganz gut. Passt ja zu fast alles, der Schnittlauch. Man sagt ja auch, der Schnittlauch sei die Petersilie unter den Gewürzen, weil er einfach zu alles passt, der Schnittlauch. Das ist so ein Universalgewürz. Und sieht auch noch gut aus, der Schnittlauch. Finde ich zumindest.
Hihi... Manchmal rollter Schnittlauch dann so weg. Dann muss man schnell schauen, dass man die Röllchen unters Sofa kickt, bevor Mutti kommt und meckert.
Ach! Wie lecker ist ein Tomatenbrot mit Rührei. Wichtig beim Rührei ist ja auch, dass es nicht zu trocken ist.
Pfui! Wie schlecht schmeckt trockenes Rührei. Ich aß man ein Rührei, das war so trocken, dass es bald staubte. Da musste ich große Mengen Kaba trinken, damit ich das überhaupt mit Mühe und Not runterwürgen konnte. Und dann hane ich mal ein Rührei gegessen, das hat auch gar nicht gut geschmeckt, weil es aus Rühreipulver gemacht wurde. Es schmeckte so glatt, als würde man einen Spiegel ablecken. Kulinarisch blieb bei mir da gar nichts hängen, ausser "nein, das war nicht so leckter, dieses Rührei, gemacht aus Rühreipulver". Farblich war es auch nicht so aufregend. Eher künstlich. Ich schätze, da waren auch künstliche Farbstoffe mit im Spiel.
Tomaten sind auch so eine Sache. Aber das ist eine andere Geschichte.
Heute morgen sang ich das Lied "Es hängt ein Lagerfeuer an der Wand" und da bekam ich total Lust auf einen Kaffee. Ich füllte ein Gefäß mit Wasser und füllte den Wasserbehälter der Kaffeemaschine mit Wasser, als auf einmal ein kleines Silberfischchen aus dem Wasserbehälter rausgefischt kam. Nein! Dachte ich! Es war nicht meine eigene Kaffeemaschine. Bei mir daheim haben Silberfischchen kein Bleiberecht. Sie fliegen raus und zwar hochkantig auf der Kehrachse, bevor sie "Papp" sagen können. "Das ist ja ein super Start in den Tag" dachte ich so bei mir. Dann las ich in der Zeitung, dass Wasserspender totale Komplettkeimschleudern sind und dann dachte ich so "Na dann, Prost Mahlzeit" und da war der Tag eigentlich schon gelaufen. Deswegen sollte man immer auf Biolebensmittel achten, dann bekommt man so einen Ärger gar nicht erst aufs Brot geschmiert, auf seine alten Tage.
A propos alten Tage: Ich habe dann anderen Menschen von meiner Silberfischerfahrung erzählt und davon, dass ich bei dieser "Person" bestimmt nicht mehr übernachten würde, so gut das auch sonst so gewesen sein mag und das konnten die anderen Personen aber gar nicht so nachvollziehen. In meinen Augen verharmlosierten sie die Silberfischproblematik komplett von vorne bis hinten, von a bis z, von null auf hundert! Sie sagten, die Silberfischchen lebten ja in der Dusche, die seien ja sauber. "Na Prost Mahlzeit" dachte ich da. Wo lebe ich denn eigentlich? Das war im großen und ganzen die Frage, die ich mir dann gestellt habe und dann dachte ich etwas nach und dann trank ich einen Tee. Ich weiss: Ich lebe ja wohl in einem Land, in dem verschiedene Menschen, mit verschiedenen Hoffnungen und Wünschen leben, aber trotzdem ist die Mark immer noch hundert Pfennige wert. Wie man es auch dreht und wendet, man bekommt es nicht unter einen Hut, die Vorstellung der Menschen und die Ahnung, die sie haben mögen, von dem, was da kommen möge. Und dabei haben wir gar nicht darüber gesprochen, was wohl mit der Seele des Silberfischchens passiert ist, nachdem ich es mit einem Papierhandtuch platt gedrückt hatte. Wir haben eher von den SF als Lebewesen gesprochen, beziehungsweise als Ereignis, dass mir nichts, dir nichts ohne Vorwarnung in das Leben tritt. Oft treten wir auch ohne Vorwarnung in anderer Leute Leben. Darübe könnte man mal nachdenken. Natürlich unter dem Aspekt davon, was wäre, wenn man selbst nicht unbedingt so ein unwillkommener Gast ist, wie ein Silberfischchen.
Rhömb, rhöm, rhömb. Gegrüßen wir den Steuf.
Der Robin von Take That ist auch wieder zu haben. Er und seine Freundin, sie haben sich getrennt, weil er keine Zeit hat für sie, weil er sich um Ufos und Golf kümmern muss. Ich interessiere mich ja nicht so für Ufos, aber ich frage mich, ob dieses Hobby wirklich so zeitaufwändig ist. Ich sollte mir auch mal ein Hobby ausdenken. Mal sehen, was sich so ergibt.
Als ich vorvergangene Woche mein Horoskop las, da war ich schon etwas aufgeregt, denn es sagte mir sinngemäß für letzte Woche voraus, dass mich jemand total anmachen würde. Also im Sinne von "jemand würde mir sehr stark zu verstehen geben, dass Interesse an meiner Person bestehen würde und zwar nicht bloß Freundschaft". Und ich wäre der ganzen Sache gar nicht abgeneigt. Geil, was? Ja, das habe ich auch gedacht und war demnentsprechend schon etwas Unruhig in den Stiefeln. Schnell las ich auch die anderen Horoskope, falls ich mir mal wieder ein anderes Sternzeichen aussuchen sollte, aber sie waren alle nicht so abgefahren, wie meins. Schnell rief ich aber meinen Bruder an, um ihm mitzuteilen, dass es am kommenden Mittwoch bei ihm im Büro wieder total harmonisch werden würde. Dieser Mittwoch war der letzte Mittwoch.
Nun weiss ich nicht, ob es bei meinem Bruder total harmonisch im Büro geworden ist. Mich hat jedenfalls keiner total angemacht. Meine kleinen Hoffnungen wurden in den Boden der Tatsachen gestampft und der Traum vom Traum war ausgeträumt. Ich denke, im Himmel schreibt man Liebe anders.
So heisst übrigens der Film, der heute im ZDF läuft. Mit Eva Habermann. Die kommt ja auch immer total sympathisch rüber!
Sülze kann aber auch sehr lecker sein. Könnte ich auch mal wieder kochen. Mjam!

Posted by banana at 06:00 EM | Comments (8)
September 11, 2008
No phone, no pool, no pets

Mein Gehirn ist explodiert, I say rhumba rhumba hey, what do you say?
I say rhumba rhumba hey if that's ok.
Anyway.

Finden Sie in obigem Text die Fehler und behalten Sie sie für sich, bitteschön.

Darüber hinaus bin ich sehr verständnisvoll.
Im der Küche sagte eine Kollegin zu mir, dass man, wenn die Kaffeemaschine keinen Kaffee brühen wolle, an dieser Schraube drehen solle, denn dann habe sie zu viel Druck und dann wolle sie nicht so richtig.
"Das kann ich gut verstehen" sagte ich.
In der Bahn hatte der Schaffner einige Probleme, mein elektronisches Ticket mit seinem Scan-Dingsda zu scannen. Er sagte, sie hätten eine neue Software. Das sei das Problem.
"Das kann ich gut verstehen" sagte ich.
In der Schlange vor der Essensausgabe sagte die Frau vor mir, sie wolle zu ihrer Grünen Soße nur zwei statt der üblichen drei Eier, denn zwei Eier würden ihr völlig ausreichen.
"Das kann ich gut verstehen" sagte ich.

Das Reisen im Erster Klasse Großraumwagen in einem ICE der neuesten Generation ist sehr angenehm. Man bekommt Nüsschen, Lektüre und Ledersitze und das bei einem Raumangebot, dass das der zweiten Klasse um Längen schlägt. Wenn es auch nicht gerade sehr lange Längen sind.
Von den zwei nebeneinander angeordneten Einzelsitzen verfügt jeder über seine eigene Armlehne. Das finde ich sehr prakisch, denn die Ellenbogenfechtereien ermüden mich und verzehren meine Menschenliebe in einer Geschwindigkeit, die der eines ICE der neuesten Generation in nichts nachsteht.
Leider verfügen auch die Sitze vor dem eigenen Sitz über diese getrennten Sitzlehnen und der durch die Lehnen erzeugte Durchschuss gibt den Blick frei auf die Aktivitäten derjenigen, die dort zu Sitzen kommen.
Da hätten wir zum Beispiel dieses Pärchen. Ich nenne sie Pärchen, obwohl das Wort in der Regel nicht zu meinem aktiven Sprachschatz gehört, aber ich bin sicher, dass sie sich selbst auch als Pärchen bezeichnen, deswegen bin ich so höflich und nenne Sie auch so. Ich bin ja flexibel.
Ich war schon tief ins wohlige Glucksen verfallen und schob meinen Ledersitz unermüdlich von der aufrechten in liegende Position, wobei ich Nüsschen kaute und die Spätausgabe des Handelsblattes las, denn die Welt war gut zu mir. Der Grund dafür war, dass die Sitzreihe vor der meinen offensichtlich frei geblieben war und zwar obwohl der Reservierungsanzeiger anzeigte, dass sie von Köln bis München reserviert seien. Das freute mich. Ich weiss nicht warum, aber es freute mich und als ich so meinen Ledersessel immer wieder vor uns zurück schob und mich an der Leichtgängigkeit der Mechanismus erfreute, kam das Pärchen und nahm die Sitzreihe ein.
Sie nahmen sie etwa so ein, wie es die Türken mit Wien niemals geschafft haben.
Ich hoffe für die beiden, dass sie gerade ihren zweiten Frühling erlebten. Wenn es der Erste war, dann würde ich ihnen ihr Glück zwar gönnen, die Natur wäre dann allerdings ein Arschloch.
Oder die Kosmetikindustrie.
Sie hatten beide einen dieser Trolleys im Schlepptau und während sie durch die Sitzreihen pflügten, pendelten ihre Augen hin und her, wie die Leuchtdiode von Knight Rider, immer auf der Suche nach ihrem Sitz.
Die Verspätung, mit der sie an ihrem Platz ankamen, erklärte ich mir dadurch, dass sie die Durchsage auf dem Bahnsteig überhört hatten, die die Reisenden darüber aufgeklärt hatte, dass der Zug heute nicht in der üblichen Weise zusammengestellt worden war, sondern zu Ehren des just an diesem Tage stattfindenden Urknalls in einer frisch frechen Wagenreihenfolge, die genau vom ebendiesem inspiriert war.
Letztendlich hatten sie aber doch ihren Platz gefunden und waren darüber sehr glücklich.
Aber ich hatte verständnis. Wie kann man auch auf Durchsagen achten, wenn man ständig etwas anderes zu tun hat? Zum Beispiel wenn man den Trolley ins Gepäckfach hieven muss. Oder ihn wieder runterhieven muss, weil man etwas im Trolley vergessen hat, was dann doch nicht im Trolley ist. Oder wil man den Trolley wieder hochhieven muss. Oder doch wieder runterhieven muss. Oder weil man vor lauter Hieverei das Besteck durch den Wagen wirft, dass einem die freundliche Zugebegleiterin zu Würstchen und Salat reicht. Oder weil man laut seufzend in den Sitz fallen muss. Oder weil man noch lauter seufzend wieder aus dem Sitz aufstehen muss, weil man vergessen hat, seine Strickjacke auszuziehen. Oder weil man die mitgebrachte Bild Zeitung so origamieren muss, dass das Zielformat den Erwartungen entspricht. Oder weil man in der Handtasche rumkramen muss, von der man plötzlich feststellt, dass man sie falscherhum zwischen die Sitze gestellt hat. Oder weil man lachen muss, weil man die Handtasche falschherum zwischen die Sitze gestellt hat. Oder weil man die Armlehne nach oben klappen muss, weil man sie so viel besser auf die Armlehne des anderen Pärchenbetroffenen lehnen kann, während man ihm mit der Salatgabel vor dem Gesicht zum fuchtelt. Oder weil man rumknutschen muss, während man noch auf den Würstchen rumkaut. Oder weil man die Bildzeitung doch wieder reorigamieren muss, weil man einfach nicht mit der Gabel an den Salat drankommt. Oder weil man sich doch wieder quer zum Liebsten rüberlehnen muss, weil es anscheinend wahnsinnig einsam ist, so allein auf der Fensterseite.
Dafür habe ich Verständnis. Manche Leute haben einfach sehr viel zu tun.
Zugute halten muss ich übrigens beiden, dass sie nicht mit ihrem Mobiltelefon rumgefummelt haben und auch nicht telefoniert haben. Wahrscheinlich waren sie einfach zu beschäftigt.
Der Herr war übrigens damit beschäftigt, auf einem Computer rumzudrücken. Stetig tat er da, wenn auch nicht sehr schnell oder regelmäßig. Ich kannte das. Bei einem Test musste ich mal auf einen Bildschirm starren und dann immer, wenn ein Zeichen auf dem Bildschirm erschien, auf die entsprechende Taste drücken. Ich glaube, das hieß Power Point oder so ähnlich.

Posted by banana at 05:13 EM | Comments (8)
September 05, 2008
And now you're older, still

Aus: Gespräche mit banana. Heute: Americans seem to lack essential words.
jas (kommt ins Büro und nimmt Bezug auf die schlichten Oberteile, die wir tragen)
jas: We're both amish today.
bna: Yes, very british.
jas: No, amish.
bna: Oh, ok. Amish. You're right. Sehr schlicht.
jas: Did you read that the other day, when a guy went and shot about 20 amish people?
bna: No, didn't read that. Why did he do that?
jas: Because he was mentally sick. I feel sorry for him.
bna: He ran amok?
jas: What?
bna: He ran amok. It's a popular way of killing yourself.
jas: What?
bna: Like when some guy walks into a school and starts shooting everybody and then eventually he kills himself.
jas: You mean a school shooting?
bna: We call it "running amok", I was under the impression that in the states it happened all the time.
jas: I don't know.
bna: So it's called school shooting or mall shooting or church shooting or park shooting or city shooting?

Posted by banana at 05:38 EM | Comments (7)
September 02, 2008
Or does the water get him instead?

Sind doch alles Optimisten.
Ok, kommt auch auf den Standpunkt an.
Es gibt ja meistens mindestens zwei Lager. Bei Risiko gibt es manchmal mehr Lager. Bis zu vier Lager gibt es da, die alle irgendwen befreien wollen. Fragen Sie mal einen Hummer, wie der sich fühlt, wenn er von seiner Schale befreit worden ist. Das zum Thema Befreiung.
Bei Asterix gibt es auch vier Lager. Rund um das gallische Dorf herum.
Das meine ich aber alles gar nicht.
Mir geht's eher ums Internet.
Das Internet wird das Fernsehen ablösen. So ein Quatsch. Dazu sind die Leute doch viel zu doof. Aber so sind sie, die optimistischen Menschenfreunde: Meistens sehr optimistisch und menschenfreundlich. Ich will jetzt nicht sagen, dass das ein Fehler ist, aber es schränkt die Sichtweise bisweilen doch stark ein.
Auf Youtube schaut man sich in der Regel an, was man sich anschauen möchte, aber viele Leute wüssten gar nicht, was sie sich anschauen wöllten, wenn ihnen das nicht jemand sagen würde.
Gestern beim zwangshaften Kanalwechseln bin ich bei einem Bericht über den Mann mit den neuen Zähnen, der singt und alle weinen und jetzt hat der aber keine schiefen Zähne mehr, hängengeblieben. Der Opernheinz. Ist ja auch egal, wie der heisst.
Der hat ein Konzert gegeben. Und wer war im Publikum? Richtig. So Tokio Hotel Tussies. Alle übrigens total beeindruckt. Klar, weil sie leicht zu beeindrucken sind, so ohne eingenen Geschmack.
Wie soll denn so jemand bitte ohne Massenmedien auskommen, die ihnen sagen, was sie zu mögen und anzuschauen haben? Ich sage nur: Arschgeweih als Ausdruck der eigenen Individualität. Da lachen ja die Hühner.

Posted by banana at 06:35 EM | Comments (17)
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