Juli 31, 2008
Alleys that we run through

In der schönen Wetterau, da wo ich das Licht der Welt erblickte, gibt es ein schönes Wort. Es heisst "Koihorn". Nein, dass hat nichts mit dem Japanischen Zierkarpfen zu tun, sondern lässt sich ganz einfach mit "Kuhhorn" übersetzen. Ein Koihorn ist ein Mensch, der sich von sich von äusseren Umständen nur sehr wenig beeindrucken lässt. Eben so, wie eine Kuh, die man ins Horn petzt (vgl. Petzen=Kneifen, aber auch Trinken (vgl. einen Schoppen petzen)).
Nun bin ich immer daran interessiert, ein besserer Mensch zu werden. Dazu absolviere ich im Alltagsleben kleine Übungen, die stets damit beginnen, dass ich über meinen Schatten springe. Gestern war es wiedermal so weit: Ich fuhr eine Straße entlang sah vor mir, wie ein alter Mann ein Klapprad schiebend die Straße überquerte. Auf dem Gepäckträger befand sich ein Drahtkorb und in dem Drahtkorb lag ein Stockschirm. Als das Hinterrad des Fahrrades dann so den Bordstein runterhoppelte, nutzte der Schirm die Gelegenheit, um aus dem Drahtkorb zu springen und auf der Straße zu landen. Der Mann bekam davon offensichtlich nichts mit und schob sein Rad weiter über die Straße.
"Depp." dachte ich.
"Naja. Ist ja ärgerlich, wenn man seinen Schirm verliert. Kostet ja auch Geld." dachte ich.
Dann sprang ich über meinen Schatten, hielt nehmen dem Mann an und sprach ihn an.
bna: "Entschuldigung."
am: "Was?"
bna: "Ich glaube, sie haben da gerade ihren Regenschirm verloren."
am: "Was?"
bna: "Da drüben (vage Zeigebewegungen rechts vor das Auto)."
am: "Was?"
bna: "Ihr Regenschirm."
am: "Ist das ein Witz?"
bna: "Regenschirm! (Immer noch vage, aber ausschweifendere Zeigebewegungen)"
am: "Was?"

Ich setzte meine Fahrt mit angemessener Geschwindigkeit fort.
"Koihorn" dachte ich.
In meiner Welt nach meinem Geschmack hätte der Mann jetzt auf seinen Gepäckträger geschaut, hätte festgestellt, dass der Schirm fehlt, hätte in die Richtung geschaut, in die ich gefuchtelt hatte, hätte den Schirm gesehen, hätte den Schirm aufgesammelt, wäre dem freundlichen Unbekannten dankbar gewesen und hätte sich ein bisschen für sein Verhalten geschämt.
Die Welt ist aber leider nicht nach meinem Geschmack.
Deswegen brunse ich auf ihr rum. Damit sie meinen Geschmack ein bisschen annimmt.

Posted by banana at 05:45 EM | Comments (3)
Juli 23, 2008
Now that the spring is in the air

Für Schaumparties konnte ich mich noch nie begeistern. Natürlich weiss ich nicht, ob ich mir da wirklich ein Urteil erlauben kann, denn ich war erst auf einer einzigen Schaumparty und die war auch noch recht unprofessionell durchgeführt und fand im Wohnzimmer einer WG im Studentenwohnheim statt.
Man hatte sich darauf verständigt, den Schaum folgendermaßen zu erzeugen: Eine Mülltonne wurde ungefähr zur Hälfte mit Wasser gefüllt, in das dann einige Flaschen Spülmittel gedrückt wurden. In die Wasser-Spülmittel-Mischung wurde der Saugrüssel eines Industriestaubsaugers gehalten, den man von Saugen auf Blasen umgestellt hatte.
Ich weiss nicht, ob professionelle Schauerzeuger ähnlich funktionieren, ich wage es aber zu bezweifeln, denn diese Methode ist zwar hervorragend, was die Menge anbetrifft (es schäumt wirklich wie die Sau, weist allerdings einige Mängel bei der Beschaffenheit des Schaumes auf. Der Schaum ist nämlich sehr feucht, nachgerade nass. So endete auch meine erste und einzige Schaumparty frühzeitig, als es nämlich in der WG unter der Party-WG anfing, von der Decke zu tropfen.
Abergesehen davon, verstehe ich nicht, was Schaum auf einer Party zu suchen hat. Ist ja auch sehr gefährlich, sowas. Heute las ich davon, dass in der Türkei drei Menschen auf einer Schaumparty ums Leben gekommen sind und zwar ganz ohne Terrorismus.
Hihi. Jetzt hatte ich mich verschrieben und Terrorisms getippt. Aber stimmt schon: Manchmal können einem diese Kurzmitteilungen ganz schön auf den Saque gehen.

Posted by banana at 05:57 EM | Comments (11)
Juli 22, 2008
Und die erste und die zweite Hypothek

Wann werden eigentlich endlich diese Killerbagger und Killerbulldozer verboten, die immer noch frei auf unseren Straßen herumfahren?
Das ist unverantwortlich!

Posted by banana at 04:21 EM | Comments (0)
Juli 21, 2008
Alles bleibt, wie es ist

Es gibt sogar Leute, die ich gut leiden kann. Wie meinen Kollegen zum Beispiel. Und das sogar, obwohl er Optimist ist und an das Gute im Menschen glaubt.
Neulich saß ich mal wieder am Flughafen und hatte etwas Sauerheit in mir drin, weil mein Flug 90 Minuten Verspätung hatte. Sowas war ich nicht gewohnt und - mit dieser ungewohnten Situation konfrontiert - reagierte ich mit Sauerheit. Ha! Wenn ich da gewusst hätte, dass der Rückflug vier Stunden Verspätung haben würde und ich deswegen das Finale der EM verpassen würde, dann... Ja, was dann? Man sollte eben nicht mit Südamerikanischen Fluggesellschaften fliegen. Aber das nur am Rande.
Da fällt mir ein: Heute habe ich ganz viel Wasser getrunken. Ich saß dann in einer Besprechung und habe mit dem Wasser in meinem Bauch gegluckert. Das war vielleicht ulkig!
Und ich hatte mal eine Kollegin, die war mal auf dem Flughafen von Dubai und als sie aus der Maschine stieg, da wurde der "Elephant Walk" gespielt. Das finde ich auch sehr passend. Also nicht wegen der Kollegin, sondern wegen dem Ort aufgrund des Ortes.
Aber ich schweife ab.
Ich saß also da in der Abflugwartehalle und ungefähr 10 Meter entfernt von mir saß ein Mann, der telefonierte. Obwohl er 10 Meter weit weg saß, konnte ich jedes Wort verstehen. Er sprach schnell und viel und doch deutlich. Ich fühlte mich durch den Mann nicht belästigt oder gestört, denn meine Sauerkeit überlagerte alle anderen Empfindungen und so lauschte ich dem, was der Mann zu erzählen hatte und als ich eine Weile gelauscht hatte, da keimte in mir eine Frage: Wen zum Teufel rufen diese Leute eigentlich an? Was sind das für Menschen, die diese Leute anrufen?
Haben die immer Freunde, die nichts zu tun haben? Standby Freunde, die zu Hause vor ihrem Kaffetisch sitzen und auf Anrufe ihrer Freunde warten, denen sie dann geduldig lauschen?
Hat in diesem Freundeskreis immer jemand gerade Standby-Dienst, damit Freunde, die unterwegs sind jemand haben, die sie anrufen können?
Es war kein besonders intimes Gespräch, das der Mann da führte. Er klärte seinen Gesprächspartner über Eckdaten seines Lebens auf (z.B."Ich arbeite ja jetzt in London", "Nein, da wohne ich schon ein halbes Jahr nicht mehr"), die Freunde eigentlich kennen sollten.
Ein Standby-Dienst im Freundeskreis fiel also aus.
Vielleicht gibt es professionelle Dienste, bei denen geduldige Menschen sitzen, die man gegen eine geringe Gebühr anrufen und vollabern kann? Immerhin hat man dann was zu tun und muss nicht rumsitzen und so aussehen, als hätte man nichts zu tun. Das wird doch einigen Individuen bestimmt ein paar Taler wert sein. Der Eindruck zu erwecken, man habe nichts zu tun, muss unbedingt vermieden werden. Und Rosa Zeitung lesen ist so anstrengend.
Ich überlegte mir, wen ich denn mal anrufen könne, damit ich geschäftig wirken würde, mir wollte aber niemand einfallen. Die meisten Leute würden sich bestimmt gestört fühlen, weil sie gerade beschäftigt wären. Andere sehe ich so regelmäßig, dass mir der Redestoff nach einer Minute ausgehen würde. Manche sind auch schon tot.
Ausserdem bin ich beim Sprechen sehr nachlässig und zwar sowohl in der Quantität, als auch in der Qualität.
Es wollte mir keine Antwort auf die Frage einfallen, mit wem diese Menschen telefonieren. Ich sehe dauernd solche Telefonierer. Sie sitzen am Flughafen, fahren in der U-Bahn, laufen durch die Fußgängerzone oder warten auf den Bus. Und immer haben sie das Telefon am Ohr.
Ich sprach mit meinem Kollegen darüber. Für ihn war das ganz klar. Er sagte, er mache das auch so. Er nutze solche Zeiten, um Leute anzurufen, mit denen er lange nicht mehr telefoniert habe.
Mir wurde alles klar! Er hatte recht! Alles passte zusammen.
Jetzt muss ich mir nur noch Leute besorgen, mit denen ich lange nicht mehr telefoniert habe.
Und ich kann den Koleegen trotzdem leiden, auch wenn er Optimist und Menschenfreund und Flughafentelefonierer ist.

Posted by banana at 06:23 EM | Comments (6)
Juli 20, 2008
Steck Deine Hand in meine Tasche

Gestern beim Einkaufen war ich sehr verwirrt.
Ich brauchte Paniermehl.
Es gab aber nicht nur Paniermehl, sondern auch Semmelbrösel. Und zwar vom selben Hersteller.
Haben Semmelbrösel gegenüber Paniermehl irgendwelche Vorteile?

Posted by banana at 08:14 EM | Comments (4)
Juli 19, 2008
Hello, IT. Have you tried tunring it off and on again?

Einer der Hausmeister (wie heissen die jetzt nochmal? Facility Manager?) steht vor dem Fotokopierer, der gleichzeitig auch ein Fax und ein Drucker ist. Er hat die Tonerkartusche ausgewechselt. Nun ist auf dem Display schon seit einiger Zeit "Loading Toner" zu lesen.
Ich komme dazu, warte auf meinen Ausdruck. Der Facility Manager begrüßt mich freundlich.
Das Multifunktionsgerät brummt, das Display leuchtet und wir beide lächeln.
Sonst passiert nichts.
Auf dem Gang läuft ein Kollege aus der IT-Abteilung vorbei. Der Facility Manager winkt ihn herein, schildert den Sachverhalt. "Ist das normal, dass das so lange dauert?" fragt er den IT-Kollegen.
"Keine Ahung. Ich kenne mich mit den Dingern nicht aus" erwidert der. Und weiter:
"Einfach mal ausschalten und wieder einschalten."

Manches wissen kann man einfach überall einsetzen.

Posted by banana at 10:36 FM | Comments (3)
Juli 16, 2008
Out of the feathers!


Dieser Film sollte der breiten Öffentlichkeit eigentlich vorenthalten werden. Man sieht hier den ersten, letzten und einzigen Kontakt der Menschheit zu Ausserirdischen.
Der Film zeigt die Reaktion zweier Wächter des weisen Volkes der Gaggna'ack vom Planeten ACK! auf die Ankunft einer Menschlichen Spähsonde.
Zunächst begrüßen die beiden die irdische Spähsonde mit einem fröhlichen Begrüßungstanz. Doch dann nimmt der ältere der beiden Wächter die Sonde näher in Augenschein und erkennt aufgrund seiner großen Weisheit das wahre Wesen der Menschheit.
Daraufhin wird er mächtig zornig! Sein gerechter Zorn springt sofort auf seinen jüngeren Kollegen über. Schließlich lassen sie ihre tödlichen Strahlen los und zerstören die Sonde.
Ich glaube, auf ACK! können wir uns so schnell nicht mehr blicken lassen.
(Nein, das gif habe ich nicht selbst gemacht, ich weiss aber auch nicht, wer es gemacht hat, sonst hätte ich das natürlich erwähnt)

Posted by banana at 05:16 EM | Comments (6)
Juli 15, 2008
Keine Ahnung

Heute habe ich mich schon wieder verlesen: Tote bei Erdbeerenpanik auf Rhodos. Erbeerenpanik statt Erdbebenpanik. Ich sollte wirklich, wirklich mehr Sorgfalt walten lassen!
Aus: Gespräche mit banana. Heute: Einreisen.
bna: Stimmt, beim Einreisen in die USA muss man dieses komische grüne Formular ausfüllen.
wm: Stimmt.
bna: Wo man ankreuzen muss, dass man kein Terrorist ist.
wm: Natürlich kreuzt da keiner an, dass er ein Terrorist ist, aber die können Dir dann hinterher nachweisen, dass Du gelogen hast.
bna: Achso: Wegen Mordes an 3000 Menschen und Lügens verurteilen wir sie zu 400 Mal Lebenslänglich. Und ohne Abendbrot ins Bett!

Posted by banana at 05:56 EM | Comments (2)
Juli 14, 2008
Yes Sir, Already told you in the first verse

Ich verlese mich immernoch ständig. Ich führe das auf meine schlampige Leserei zurück. Gestern habe ich "Verwaltungssofa" statt "Verwandlungssofa" und "veritabeler Raumteiler" statt "variabler Raumteiler" gelesen und mich natürlich sofort aufgeregt, warum jemand so geschwollen daherschreibt.
Wenn man viel im Fettdruck schreibt, schreibt man dann eigentlich auch geschwollen daher?
Naja, egal.
An das Ende der eigenen Existenz denkt man ja nicht so gerne. Je älter man wird, desto unangenehmer wird das. Findet man es als Jugendlicher noch ganz spannend, darüber nachzudenken, wie das alles so ablaufen könnte und was dann passieren könnte, so macht man als alter Sack lieber einen Umweg um solche Gedanken. Zum einen, weil man zwar weiss, dass dann alles vorbei sein wird und zum anderen, weil man ja schon so viel Arbeit in das Leben investiert hat und es doch wirklich schade wäre, wenn das alles umsonst gewesen wäre.
Ok, die ganzen Religionen damit zu erklären, dass die Leute sich das eigene Ende nicht vorstellen können oder es nicht akzeptieren wollen, das ist sicherlich zu einfach, aber es spielt dabei bestimmt eine Rolle.
Deswegen würde ich es tatsächlich begrüßen, wenn beim Atlas-Experiment im CERN ein Schwarzes Loch entstehen würde, dass die ganze Erde auffrisst und alle umbringt. Wenn man weiss, dass für alle Sense ist, dann ist der Gedanke ans eigene Ende nicht mehr so schmerzlich, finde ich.
Ausserdem fände ich es einfach wunderschön, wenn das passieren würde: Ein paar Wissenschaftler bauen einen Apparat, der wahnsig groß und kompliziert ist, um etwas herauszufinden, was ausser ihnen kaum jemand versteht und verbrauchen dafür einen großen Haufen Geld und dann schalten sie das Ding ein machen damit die ganze Erde kaputt und vernichten alles Leben.
Das ist jetzt sehr schlecht formuliert, aber ich fände es einfach super! Wenn ich mir ein Buch ausdenken würde, dann käme darin sowas in der Art vor.
Aber angeblich muss man sich keine Sorgen machen. Es können in der Protonenschleuder durchaus Schwarze Löcher entstehen, die würden aber innerhalb von Sekundenbruchteilen wieder zerfallen. Trotzdem ist es nicht auszuschließen, dass ein stabiles Schwarzes Loch entsteht. Es ist - so die Wissenschaft - allerdings sehr, sehr unwahrscheinlich.
Und es wäre auch nur sehr klein. Es würde zwar wachsen, aber nach ein paar Milliarden Jahren wäre es erst ein paar Kilo schwer.
So ein schwarzes Loch muss aber super sein. Man haut mit dem Hammer drauf und auf einmal ist der Hammer weg. Faszinierend!
Übrigens: Die Betriebstemperatur des Large Hedron Colliders (das ist der große Teilchenbeschleuniger, wo Atlas ein Teil davon ist), liegt bei -271 Grad Celsius. Das ist ein Grad kälter, als die Durchschnittstemperatur im Weltall. Das ist auch so cool: Ich hab immer eins mehr!
Naja, eher eins weniger.

Posted by banana at 07:21 EM | Comments (10)
Juli 12, 2008
But I need a certain song!

Eigentlich geht es ja immer um Airtime, um das Gefühl, wenn es einen sanft aus dem Achterbahnsitz hebt beziehungsweise haut. Je nach Geschmack.
Airtime ist gut, Airtime muss ich haben. Wer noch keine gehabt hat, der sollte sich welche besorgen! Husch, husch, Danke sagen könnt ihr hinterher immer noch.
Die beste Airtime gibt es ganz vorne oder ganz hinten im Achterbahnzug. Wo es besser ist, das kann man nicht so pauschal sagen, das ist von Bahn zu Bahn verschieden. Und das ist auch der Grund, warum wir Achterbahnfreunde so viel Achterbahn fahren: Wir wollen einfach wissen, wo es die beste Airtime gibt.
Auf Cyclops im Amerikanischen Mt. Olypus Water & Theme Park gibt es hinten jede Menge Airtime. Das ist nämlich die einzige Bahn, auf der man 18 Jahre alt sein muss, um im letzten Wagen mitfahren zu dürfen.
Ich bin ja schon 18 und bin eingestiegen, weil ich das eigentlich auch nur für einen Gag oder eine Werbemaßnahme gehalten habe. Als ich dann aber im Wagen saß und mich festschnallen wollte und gemerkt habe, dass der Zapfen des Gurtschlosses verbogen war, da wurde die Sache spannend.
Ich habe mich dann während der Fahrt gut festgehalten und das war auch nötig, wenn die Bahn verschenkt Airtime, wie ein Marktschreier die Salamis "Hier noch mehr Airtime bei und noch bisschen Airtime bei und weil sie so eine hübsche Frau sind, noch mal Airtime bei!".
Man bekommt ständig den Zug unter dem Hintern weggerissen und kommt sich vor, wie der Kojote, wenn ihn der Roadrunner mal wieder über den Rand des Abgrundes geschickt hat.
Eine sehr interessante Bahn!
Dann gibt es da noch Hades. Auch eine sehr interessante Bahn. Das Herausstellungsmerkmal der Bahn ist ihr Tunnel, der zweimal, nämlich auf dem Hin- und auf dem Rückweg durchfahren wird. Beim Bau der Bahn scheinen die Erbauer die Schienen einfach an die Wand gehängt zu haben. Im Winkel von 90°.

Wenn man durchfährt, dann merkt man das fast gar nicht.
Wir hatten allerdings die Möglichkeit, den Tunnel zu Fuß und bei eingeschaltetem Licht zu besichtigen und da wird man schon etwas stutzig.
Man fragt sich auch, welchen Wert die ganzen Brillen, Mützen und Telefone wohl hatten, die arglose Mitfahrer im Tunnel verloren haben.
Sehr eindrucksvoll!

Posted by banana at 11:48 FM | Comments (7)
Juli 10, 2008
Das Benzin des kleinen Mannes

Ich mag ja gerne Japan. Und ich mag ja gerne Achterbahnen. Deswegen fahre ich auch nächstes Jahr zum Achterbahnfahren nach Japan. Ich denke, da kann ich zwei meiner Vorlieben gut zusammenbringen.
Einen kleinen Vorgeschmack bekam ich schon dieses Jahr, als ich in der Vereinigten Staaten zum Achterbahnfahren war.
Da gab es nämlich eine Bahn, an der zwei Japanische Ride-Operators arbeiteten (naja, ob sie wirklich Japaner waren, das weiss ich nicht genau, aber sie sahen so aus und der Rest ist Fantasie!). Und es waren auch noch Frauen! Ride-Operators sind die Leute, die bei Achterbahnen die Abfertigung und die Steuerung machen.
Frauen sind halt Frauen.
Das war toll! Das war so toll! So toll war das!
Die sahen nicht nur gut aus, die haben auch gute Dinge getan. Sie haben einem zum Beispiel den Sicherungsbügel runtergedrückt und dabei etwas Englisches mit Japanischem Akzent gesagt, was ich leider schon vergessen habe (Ich führe das auf den Schockzustand während des Erlebnisses zurück).
Was aber das Allercoolste war, war, das mit den losen Gegenständen. Manche Sachen darf man ja nicht mit auf die Achterbahn nehmen, weil man sie verlieren könnte und sie dann anderen Leuten Löcher in den Kopp machen könnten. Die beiden Frauen hatten je einen Plastikkorb, den sie den Fahrgästen vor dem Einsteigen entgegenstreckten, damit man seine losen Gegenstände da reinlegen konnte.
Und nach der Fahrt standen sie dann mit ihren Plastikkörben am Ausgang, damit man seine Sachen wieder einsammeln kann.
Das war soo cool!
Muss man wahrscheinlich mit dabeigewesen sein.
Ich muss dann auch sehr glücklich ausgesehen haben, als ich die Bahn verlies, denn die beiden riefen mir etwas Japanisches hinterher. Da war ich dann etwas froh, dass ich kein Japanisch kann.

Posted by banana at 06:53 EM | Comments (9)
Juli 09, 2008
Eine Trombose ist kein Blasinstrument

Ich hatte einen schrecklichen Traum!
Ich träumte, ich besäße ein Kaninchen. Nicht mitgeträumt hatte ich allerdings den Teil, der erklärte, wie ich zu dem Kaninchen gekommen war. Ich hatte es nicht gekauft, es war mir nicht zugehoppelt und es wurde mir auch nicht geschenkt. Es war einfach da.
Das erklärt zumindest teilweise, warum ich mich überhaupt nicht um das Kaninchen kümmerte. Wir lebten einfach nebeneinander her. Ich streichelte es nicht, spielte nicht mit ihm, ich gab ihm kein Wasser und keine Karotten.
Natürlich blieb dieses Verhalten nicht unbemerkt, zumindest nicht seitens des Kaninchens. Es wurde nämlich sehr schwach, aber anstatt auf sich aufmerksam zu machen und mich an meine Verantwortung ihm gegenüber zu erinnern, lebte das Kaninchen einfach weiter neben mir her, so als sei alles in Ordnung.
Ich weiss leider auch nicht, was aus dem Kaninchen geworden ist, denn bevor etwas passierte, wurde mir im Traum klar, dass das ja wohl nur ein Traum sein könnte und dann wachte ich auf.
Dieser Traum war nicht nur schrecklich, er war auch aufwühlend und unbefriedigend. Ich weiss nämlich weder, woher das Kaninchen kam, noch was aus ihm geworden ist. Ich weiss nicht, ob es ein Mann oder eine Frau war, ich kenne auch nicht den Namen des Tieres.
Ich weiss nur, dass es dem Tier sehr, sehr schlecht ging, als ich für es verantwortlich war.
Ich kann mich lediglich an die hellbraune Farbe des Kaninchens erinnern. Und an die traurigen Augen.

Posted by banana at 06:51 EM | Comments (9)
Juli 03, 2008
Bitte beachten Sie den Ruhewunsch der Mehrheit

Gestern war ich tanken. Ja, ich bin unter der 70 Euro Marke geblieben, aber nur ganz, ganz, ganz knapp. An der Tankstellentür war ein Aufkleber angebracht, auf dem "Dieses Geschäft wird durch Video geschützt" stand.
Hätte das nicht "überwacht", statt "geschützt" heissen müssen? Greifen Leute, die durch miese Gegenden müssen, nicht lieber zum Pfefferspray, statt zur Videokamera oder habe ich da mal wieder irgendwas verpasst? Vielleicht gibt es ja mittlerweile so kombinierte Video/Taser-Geräte. Wäre ja praktisch, nicht nur für YouTube.
Aber natürlich gibt es in diesem unserem Lande keine miesen Gegenden. Eine Unterschicht gibt es ja auch nicht. Mir ist nur gerade der Euphemismus für "miese Gegend" nicht eingefallen.
Jaja, das Präkarirat. Das Wort benutzt man, damit die Deppen nicht wissen, dass man über sie spricht.
Kann man übrigens auch "Prekariat" schreiben. Das ist beides zulässig und nicht falsch. Naja nur soweit nicht falsch, wie ein derartiger Begriff nicht falsch sein kann.
Die verschiedenen möglichen Schreibweisen sind deswegen sehr praktisch, weil Dumme sowieso nicht so gut schreiben können. Etwas Spielraum wird da dankbar angenommen. Wenn die beschränkte Hirnkapazität schon damit ausgelastet ist, sich die Schreibweise des eigenen Namens zu merken und man sich nur mit Mühe merken kann, dass man sich Kevynn und nicht Ceven schreibt, dann ist man sehr dankbar für etwas Luft im Oberstübchen.
Lustig finde ich auch, dass die Menschen angeblich Angst vor der Stagflation haben. Da weiss doch keine Sau, was das eigentlich ist. Wie kann man denn dann Angst davor haben?
Aber man hat ja meistens die größte Angst vor denjenigen Dingen, die man nicht kennt. Die größte Ausländerfeindlichkeit gibt es ja auch da, wo es die wenigstens Ausländer gibt. Wenn man dann auch noch doof ist, dann ist das sogar noch ungünstiger.
Ich glaube, viele Leute, die über andere Leute und über deren Beweggründe, etwas zu tun, beziehungsweise etwas nicht zu tun, schreiben, überschätzen diejenigen, über die sie schreiben. Oder sie mögen sich nicht so gerne zu sehr der Realität nähern, aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht, weil sie nicht so gerne schuld sein wollen.
Ein Beispiel: Der Absatz an Neuwagen geht, so las ich unlängst, deswegen zurück, weil die Energiekosten so stark gestiegen sind. Das stimmt. Aber irgendwie kostet doch das Benzin für Alt- und Neufahrzeuge das gleiche. Oder habe ich da auch wieder was nicht mitbekommen und ich stelle mich immer vor die falsche Zapfsäule?
Ich persönlich schrecke deswegen vor dem Kauf eines Neufahrzeuges zurück, weil ich die Dinger schlicht sauteuer finde und ich sie mir nicht leisten will. Ausserdem fühle ich mich durch die Verbrauchsangaben auf die Schippe genommen, die unter lustigen Laborbedingungen zustande kommen, weil ich leider nur sehr selten unter Laborbedingungen und ohne Klimaanlage zur Arbeit fahre.
Sollen die doch mit sich selber spielen und sich neuen Schnickschnack ausdenken, den sie in die Fahrzeuge einbauen.
Wer braucht denn einen Sitz, der vibriert, wenn man über eine weisse Linie fährt? Ich persönlich trage während der Fahrt nur selten einen Pilotenhelm und wenn ich das mache, dann hüte ich mich davor, das Visier runterzuklappen. Und Dinger, die vibrieren gibt es doch schon viel günstiger und auch portabel. Das ist doch viel besser. Hat das IPhone eigentlich Vibrationsalarm?
Und die Demarkationslinie, die diejenigen, die rückwärts einparken können von denjenigen trennt, die es nicht können, fand ich eigentlich auch immer ganz ok. Demnächst schnappt mir noch irgendsoein reiches Töchterchen in ihrem SUV mit Einparkautomatik die enge Parklücke vor dem Kino weg.
Wenn man fürs Einparken zahlen kann, dann sind wir jenseits von Eden.

Posted by banana at 06:10 EM | Comments (14)
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