Oktober 30, 2006
The L-Brötchen

Der Fußball hat schon ein schlechtes Image. Also auf jeden Fall schlechter, als der Laufsport. Wenn man nämlich im Fußballstadion Tonnenweise Bananen verteilen würde, dann gebe das bestimmt Ärger. Beim Marathon regt sich darüber aber kein Mensch auf. Das finde ich richtig gut, insbesondere, weil viele der besten Läufer aus Afrika kommen!
Viele Leute hören beim Laufen Musik. Ich mache das nicht, denn ich passe immer meinen Schritt dem Rhythmus der Musik an und die meiste Musik ist dann zu langsam, weil ich sehr kurze beine habe und deswegen meine Schrittfrequenz sehr hoch ist.
Eine Zeit lang habe ich also schnelle Musik beim Laufen gehört, vorzugsweise Thrash Metal. Da war ich aber immer total ausser Atem. Ausserdem machten die vielen Tempowechsel meinen Laufstil eckig.
Ich sollte mich also hinsetzen und mir einen Soundtrack zum Laufen zusammenstellen, wobei ich die Tempi der Stücke auf meinen Lauf abstimmen sollte. Mit moderner Software ist es möglich, die Geschwindigkeit der Musik zu verändern jedoch die Tonhöhe beizubehalten. Es ist schon das absolute Obermofa, was mit aktueller Software alles Möglich ist. Leider kann ich mir aktuelle Software nicht leisten, so dass ich mit Shareware-Mofas arbeiten muss, deswegen würde meine Musik beim Laufen dann klingen, wie Vader Abraham und seine Schlümpfe.
Wieso heisst das eigentlich "seine Schlümpfe"? Hat er die armen blauen Mofas etwa versklavt? Das kann ich mir nicht vorstellen, denn sonst wären sie nicht so frech zu ihrem Obermofa. Aber es heisst immerhin "und seine Schlümpfe", was ein gewisses Besitzerverhältnis andeutet. Ich muss mich doch sehr wundern, denn das ganze Mofa mit der Sklaverei, das haben wir ja zum Glück hinter uns gelassen. War ja auch nicht ok!
Da fällt mir auf, dass sich "Schlümpfe" auf "Lymphe" reimt. Ich darf nicht vergessen, mal wieder meine Lymphe drainieren zu lassen, wobei ich natürlich die manuelle Lymphdrainage der maschinellen vorziehe. Das ist ein ganz anderer Mofaplatz, das kann man gar nicht vergleichen, aber ich bin ja leider nicht privatversichert.
Das Lied der Schlümpfe ist sowieso merkwürdig und ich denke, damit hat das ganze Missmofa unseres Landes irgendwie auch ein Stück weit ein bisschen angefangen. Ich mache das an den Zeilen "Gibt es auch Schulen in Schlumpfhausen? Ja, da gibt es nur noch Pausen." fest. Wenn man sich Vorbilder nimmt, die ständig blau sind und an deren Schulen es keinen Unterricht, sondern nur Pausen gibt, dann kann das ja nichts werden mit der Bildung, dem alten Mofa.
Achso - ich finde das Wort "Mofa" sehr gut. Ich werde es jetzt so oft wie möglich benutzen, denn es eignet sich für alle Lebenslagen. Nur, damit das hier schonmal klar sein dürfte und mir nicht hinterher wieder die Klagen kommen!

Posted by banana at 05:54 EM | Comments (11)
Oktober 29, 2006
...mit Schokolade und mit Früchte

"Meine Probleme fangen in der Regel schon damit an, dass ich nicht verstehe, warum ich meine Zeitung überhaupt durch eine Gurkenscheibe lesen sollte" (Boris Krassimov, Erfinder der Krassheit).
Unlängst bestellte ich Bettwaren bei einem namhaften Versandhaus. In dem Paket, das mir daraufhin zugesandt wurde, befand sich neben meiner Bestellung auch ein kleiner Karton, der ein Geschenk für mich enthielt, mit dem man mich als neuer Kunde begrüßen wollte.
Das Geschenk bestand aus einem Gefäß aus Glas und einem Teelicht. Da mir das Geschenk nicht gefiel, stellte ich es auf die Fensterbank und strafte es mit Nichtbeachtung.

Am Wochenende aber wollte ich Kerzenlicht und da ich meine anderen Kerzen nicht mehr finden konnte, weil ich aufgeräumt hatte, nahm ich das Versandhausgeschenk zur Hand.
Jetzt kommt die Frage: Wie soll man das Ding benutzen? Das Glas ist zu hoch, um die Kerze im Glas anzuzünden. Nimmt man die Kerze aus dem Glas heraus und zündet sie an, so muss man sie in das Glass fallen lassen, wobei sie wieder ausgeht.
Ich bin ratlos und werde das Ding wegschmeissen. Oder weiterverschenken.

Posted by banana at 04:46 EM | Comments (17)
Oktober 27, 2006
Die Erbswurst - lohnt das heute noch?

Das Lied vom Trödler Abraham ist wirklich sehr merkwürdig. Es fängt schon damit an, dass man nicht weiss, ob Abraham nun der Vorname oder der Nachname ist. Sehr verwirrend, wenn man mal angefangen hat, darüber nachzudenken. Ausserdem fällt es mir sehr schwer, Liedtexte ernst zu nehmen, die die Zeile "Tschingbamba, datschingbamba, datschingbababababa!" enthalten.
Darüber hinaus bringt mich das Dehnungs-I total durcheinander. Wer sagt mir denn, dass man zum Beispiel das Wort Beispiel wie "Beispiel" ausspricht und nicht wie "Beespeel" beziehungsweise "Behspehl", je nachdem ob man das Dehnungs-E oder das Dehnungs-H bevorzugt? Ja, wer sagt mir das denn? Und da haben wir noch gar nicht vom Dehungs-W und vom Dehnung-C gesprochen! Das ist doch total verrückt! Das ist ein immerwährender Eiertanz, der eventuell ja wie "Eertanz" beziehungsweise Ehrtanz ausgesprochen wird. Das Wort "nachtwuchtig", wie wird das denn zum Beispiel ausgesprochen? Mit langem T? Wegen dem Dehnungs-W? Wie soll man den bitteschon ein langes T aussprechen? Das ist doch total unmöglich! Da bin ich aber todfroh, dass das Wort Nachtwuchtig eigentlich nie benutzt wird.
Ich habe das gerade mal mit einer Namhaften Internet-Suchmaschine verifiziert und erhielt null Treffer für das Wort "nachtwuchtig". Uff, nochmal Glück gehabt, kann man da nur sagen.
Ob ich "Nachtwächter" gemeint hätte, wurde ich gefragt. Bleib mir nur vom Hals mit "Nachtwächter".
Ich glaube, ich werde in Zukunft gar nichts mehr sagen, sondern nur noch schreiben, weil ich jetzt total verunsichert bin. Ich bin sprachlos. Ich werde es machen, wie die Mitglieder der Ellen James Society. Ich werde alles, was ich mitzuteilen habe, auf Zettel schreiben. Dann kann sich ja jeder selbst ausdenken, wie er es aussprechenInnen will. Bei mir kann jeder machen, was er will, so lange es beiden gefällt und nicht dem einen nur die Zeit raubt.
Und wer verbietet mir denn eigentlich, mir neue Worte auszudenken, die vielleicht ein Dehungs-P enthalten? Wer verbietet mir das denn bitteschön? Richtig. Niemand. Interessiert aber auch leider niemanden.

Posted by banana at 07:00 EM | Comments (4)
Oktober 26, 2006
Plane nicht Dein Leben, lebe Deinen Plan

Zwei Kollegen stehen vor dem Aufzug. Sie haben sich zwar schon gesehen, kennen sich aber noch nicht, denn sie arbeiten auf verschiedenen Stockwerken des Bürogebäudes.
Immer wieder halten sie halten sie ihre Ausweise vor den Kartenleser, damit auf dem Display doch endlich die Aufforderung erscheint, das gewünschte Stockwerk einzugeben.
Sie erscheint aber nicht. Versuchen sie trotzdem, eine Nummer einzugeben, so antwortet der Fahrstuhl mit Fragezeichen.
Ein Fahrstuhl fährt vorbei.
"Ich glaube, der will uns verarschen." sagt auf einmal der eine.
"Ich glaube auch. Früher ist man einfach in die Fahrstühle eingestiegen und hat auf den Knopf gedrückt wo man hinwill."
"Das war ja viel zu einfach."
Ein Fahrstuhl hält auf der Etage. Ein Mann steigt aus, schaut die beiden überrascht an und sagt "Hallo". Dann geht er, hält seinen Ausweis vor einen anderen Kartenleser bis ein Summton erklingt und verschwindet dann in einer Tür.
Die beiden Kollegen schauen sich an. Der eine hält wieder seinen Ausweis vor den Kartenleser des Aufzugs, aber nichts passiert.
Die Türen des Fahrstuhls schließen sich.
"Neulich hab ich gedrückt, dann kam ein Fahrstuhl, die Türen sind aber nicht aufgegangen und dann ist er einfach weggefahren." sagt der eine.
"Ich wollte mal nach unten, der Fahrstuhl ist aber erstmal in den Vierzehnten gefahren. Und das bei meiner Höhenangst." beide lachen.
"Einmal war ein Techniker von der Aufzugsfirma hier. Den habe ich gefragt, was das für ein Mist ist mit dem Aufzug. Der hat gesagt, das wäre ein Bedienungsfehler". Wieder hält er seinen Ausweis vor den Kartenleser.
Endlich erscheint die Eingabeaufforderung. Der Erste drückt auf die Sieben. Es erscheint ein "B" im Display. Kurz darauf erscheint erneut die Eingabeaufforderung und der Zweite drückt auf die Neun. Auch bei ihm erscheint ein "B".
"Geht doch" sagt er.
Aufzug B kommt, die Türen öffnen sich und beide betreten den Aufzug.
"Ich möchte wissen, wer sich diese beschissene Aufzugssteuerung ausgedacht hat" sagt der Zweite.

Solche Szenen spielen sich tagtäglich in Bürohäusern dieser Welt ab. Aber ich weiss jetzt, warum das so ist. Ich weiss jetzt, warum diese Aufzugsteuerungen so funktionieren, wie sie funktionieren, nämlich so, dass die Benutzer denken, sie würden gar nicht funktionieren: Sie geben den Menschen Gesprächsstoff. Sie dienen dem "Solcializing". Früher gab es für so etwas Betriebsfeste mit Sitzplatzverlosung, heute gibt es dafür die Aufzüge. Menschen, die sich gar nicht kennen, haben auf einmal ein Gesprächsthema. Sie merken noch nicht einmal, dass sie manipuliert worden sind. Also, ich finde das genial. Darauf muss man erstmal kommen. Ich wüsste allerdings auch ganz gerne, wie man das Socializing-Feature abschalten kann.

Posted by banana at 05:59 EM | Comments (7)
Oktober 24, 2006
Sing dub-di-dub die ganze Nacht

Gestern abend sah ich einen Fernsehbericht über die von mir sehr geschätzte Sibylle Berg. Heute wollte ich etwas über Frau Berg nachlesen und schaute in der Wikipedie nach. Der Artikel beginnt mit folgenden Worten: Nach schwerer Jugend in der DDR wechselt sie 1984 in den Westen, wo sie keine Karriere macht und auch sonst nicht viel Glück hat (schwerer Autounfall). Spontan wollte ich einen Artikel über mich schreiben, weil es auffällige Parallelen zu meinem Leben gibt (keine Karriere, nicht viel Glück), ließ es dann aber bleiben, weil ich andere Dinge tun musste (mich freuen, dass ich im Westen geboren bin, keinen Autounfall bauen).
Dann las ich andere Neuigkeiten und musste mich sehr wundern, weil dort stand, dass Unbekannte einer ehemaligen Abgeordneten in Maryland CDs mit dem Quellcode von Diebold-Waschmaschinen geschickt hatten. "Nanu" dachte ich "warum in aller Welt schickt jemand einer ehemaligen Abgeordneten Quellcode von Waschmaschinen und was zum Teufel ist denn daran so schlimm?".
Ich wunderte mich eine ganze Weile, bevor ich dann feststellte, dass es sich nicht um Waschmaschinen, sondern um Wahlmaschinen handelte.
Da bemerkte ich, dass ich offensichtlich total bekloppt, plemplem und wahnsinnig bin.
Ich beschloss, mein Leben zu entschleunigen und vielleicht doch von dem Plan mit dem kurzweiligen Leben abzuweichen, denn ich bin ganz offensichtlich etwas übertaktet.
Vielleicht ruft morgen früh schon das Käuzchen?

Posted by banana at 06:38 EM | Comments (14)
Oktober 23, 2006
Die Musik wird heavy und es macht Ram-Bam

Es ist schon merkwürdig. Zeit, in der man sich langweilt, vergeht sehr langsam, taucht aber in der Erinnerung fast gar nicht auf und Zeit, die schnell vergeht, nimmt in der Erinnerung viel Raum ein. Das ist auch gar nicht verwunderlich, denn wenn man sich langweilt, dann passiert in der Regel nichts. Man kann sich also auch an nichts erinnern. Nicht, weil man das nicht kann, sondern weil schlicht nichts da wäre, an das man sich erinnern könnte.
Wenn man das weiss, steht man am Scheideweg - welchen Weg will ich gehen, um ein möglichst langes Leben zu haben? Ein Langweiliges oder ein Kurzweiliges? Ein Langweiliges scheint erstmal länger zu dauern, als ein Kurzweiliges, weil ein Kurzweiliges ja verbeisaust, wie nächtliche Schatten und deswegen ruck-zuck vorbei ist. Viele werden sich jetzt bestimmt für ein langweiliges Leben entscheiden und wenn man weiss, wie der Hase läuft, dann wundert man sich auch nicht mehr so sehr über seine Mitmenschen.
Aber es gilt abzuwägen, denn es ist in erster Linie auch eine Frage der Veranlagung. Man muss nämlich wissen, wie gut man seine Gesundheit einschätzt. Irgendwann ist man nämlich zu alt, um ein kurzweiliges Leben zu führen. Dann schieben einen die Kinder ins Heim ab und da mögen einem die Pfleger erzählen, was man will, aber so ein Nachmittag mit Gleichgesinnten mit Hansi Hinterseer und einem Plastikbecher mit Wasser ist einfach nicht Ibiza. Wenn man dann noch fit im Kopf ist und sich an all die schönen Ereignisse des Lebens erinnern kann, dann kommt einem das Leben, das man geführt hat bestimmt nicht mehr so kurz vor, sondern reich und ausgefüllt. Und man hat sich auch noch blendend amüsiert, als Zeit dafür war.
Noch mehr spricht für ein kurzweiliges Leben, nämlich eine Angewohnheit unseres Gehirns. Wenn man jahrein, jahraus immer die gleichen Tätigkeiten vollführt, dann blendet das Hirn diese sozusagen aus. Man bekommt nichts mehr davon mit, kann sich nicht daran erinnern und hat den Eindruck, das Leben verginge schneller. Das ist der Grund, warum Rentner zu nichts kommen und immer am Samstag einkaufen gehen müssen.
Hat man sich also frühzeitig für ein langweiliges Leben entschieden, so ist man dreifach genatzt: Man langweilt sich die meiste Zeit, im Alter hat man nichts, woran man sich erinnern kann und das Leben erscheint einem auch noch immer kürzer, trotz aller Langeweile.
Entscheiden sie sich deshalb noch heute für ein kurzweiliges Leben und ziehen sie es durch! Stehen sie dazu! Noch nie gab es mehr Gründe, dieses Land zu verlassen. Oder machen sie etwas anderes verrücktes, zum Beispiel mal Eierlikör mit Bitter Lemon mischen oder einem wildfremden Menschen die Hand schütteln.
Ich dem Spliff Lied habe ich übrigens früher den Satz "schüttel was Du hast, denn Du bist kein Brett" so verstanden, als wäre mit Brett gemeint, dass man besonders steif sei. Aber jetzt glaube ich eher, da geht es um die Oberweite bei Frauen.
Die Grundschulkinder sagen übrigens auch heute noch "Busenhalter" und kichern dabei. Das finde ich total irre. Sagt sonst kein Mensch. Die kleinen Jungs laufen noch immer wie auf Watte in ihrer Busenhalterwelt.

Posted by banana at 10:09 EM | Comments (6)
Oktober 20, 2006
Und ich treffe für Dich beim ersten Schuss

Ich persönlich traue ja nichts, das sich schneller bewegt, als ein Bambushalm. Natürlich unter der Voraussetzung, dass der Bambushalm noch in der Erde festgewachsen ist. Mein Lebensgrundsatz lautet "Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere, seit ich die Tiere kenne, liebe ich die Pflanzen." Und ich kann es absolut nicht nachvollziehen, dass Tiere bei den Menschen immer so gut wegkommen.
Praktisch in jeder Geschichte, in der Tiere und Menschen vorkommen, sind die Tiere die Guten und die Menschen die Bösen. Manche Leute behaupten sogar, Tiere seien die besseren Menschen. Ich finde, das ist eine Pauschalisierung, die man so nicht stehenlassen kann.
Da hätten wir zum Beispiel Katzen. Es gibt Katzen, die kann man eine Weile lang streicheln ohne dass man den Eindruck hätte, es wäre der Katze besonders unangenehm und dann auf einmal bekommt man aus heiterem Himmel mit der Tatze einen geprankt, dass das Blut fließt.
In meinen Augen ist so eine Katze ein Arschloch. Da gibt es nichts zu beschönigen.
Es gibt da auch Hunde, wie zum Beispiel der, der meinen Bruder mal gebissen hat. Der Hund kam ganz normal angelaufen ohne zu rennen, so dub-di-dub, knurrte nicht, fletschte nichts, schnüffelte kurz, biss meinen Bruder ins Bein und ging von dannen, als wäre nichts geschehen.
Für mich ist der Hund auch ein echtes Arschloch.
Oder die Elster, die ich mal beobachtet habe, die einfach so, mir nichts dir nichts einen kleiner Vogel so lange verfolgt und behackt hat, bis der tot war. Nichtmal gegessen hat sie ihn.
Und?
Arschlochelster, genau.
Kommt mir nicht mit schwerer Kindheit, die Menschen hätten die Tiere verzogen und sowas.
Deswegen wurde ich natürlich auch hellhörig, als ich heute las, dass schon wieder ein Stachelrochen einem Mann ins Herz gepiekt hat. Diesmal sprang der Stachelrochen sogar extra auf ein Boot, damit er dem Mann ins Herz pieksen konnte. Das ist doch nicht normal für einen Stachelrochen, das sage ich!
Jetzt liegt es mir natürlich fern, zu behaupten, alle Stachelrochen wären Arschlöcher oder gar jemanden dazu zu ermuntern, jetzt allen Stachelrochen die Stacheln abzuhacken, weil alle Stachelrochen Arschlöcher sind, aber merkwürdig ist das schon. Ich sage sogar "um Gottes willen, jetzt fangt bloß nicht an, irgendjemandem irgendwas abzuhacken, nur weil er eventuell ein Arschloch ist". Ich bin erklärter Gegner davon, jemandem etwas abzuhaken, Arschloch hin, Arschloch her.
Aber wann war denn das letzte Mal, dass jemand davon gehört hat, wie ein Stachelrochen einem Menschen ins Herz gepiekst hat? Ich meine vor der Sache mit dem hektischen ADStralier? Na? Also, ich habe davon noch nie etwas gehört. Und jetzt gleich zwei Mal. Mitten ins Herz. So ein menschlicher Körper ist doch ziemlich groß, da kann man an ziemlich viele Stellen pieken, aber die Rochen haben beide ins Herz gepiekt.
Zufall?
Kann sein.
Vielleicht glauben die Stachelrochen aber auch, dass die Menschen an etwas nicht glauben, an dass die Stachelrochen wiederum glauben und deswegen müssen die Menschen aus dem Gebiet der Stachelrochen vertrieben werden und das machen sie, indem sie sich selbst opfern und dabei im Rahmen ihrer Rochenmöglichkeiten Schaden bei den Menschen anrichten.
Sicher, das klingt für euch jetzt alles sehr unwahrscheinlich, weil ihr alle so ein gutes Bild von den Tieren habt, aber wenn erst die unterseeiuschen Ausbildungslager gefunden wurden, in denen die Rochen mit ihrem Stachel zielpieksen machen, dann werdet ihr vielleicht an mich denken.

Posted by banana at 06:52 EM | Comments (13)
Oktober 19, 2006
Wort des Tages: Kleindiscobesucher

Ich gebe es zu: Ich habe ein Problem damit, mit angeschalteter Innenbeleuchtung nachts im Auto zu fahren. Bei mir darf die Innenbeleuchtung nur kurz angeschaltet werden, etwa zum Konsultieren eine Karte oder um einen heruntergefallenen Edelstein im Interieur zu suchen. Sobald die Licht erfordernde Handlung aber abgeschlossen ist, wird bei mir die Innenbeleuchtung ausgeknippst, sonst gibt es dermaßen Paar in die fiese Maulfresse, dass der Fahrgast Blut spuckt. Aber dann ausserhalb meines Fahrzeuges, damit wir uns da richtig verstehen, wir beiden Hübschen.
Da bin ich eigen.
Ich weiss auch, warum das so ist. Es begab sich zu der Zeit, als meine Prägungsfugen noch geöffnet waren, da fuhr ich mit einem Mädchen und noch einem Mädchen und dem Bruder von dem ersten Mädchen und der Mutter von dem ersten Mädchen in der Dunkelheit über die Landstraße. Am Steuer saß nicht ich, sondern die Mutter von dem ersten Mädchen, denn wenn die Prägungsfugen noch geöffnet sind, dann darf man normalerweise noch nicht Auto fahren, was sich durchaus negativ auf den Preis des Führerscheines auswirkt, aber nicht aus Sicht des Fahrlehrers.
Das erste Mädchen, deren Mutter am Steuer saß, saß auf dem Beifahrersitz, was ihr Alter weiter einschränkt, nämlich auf irgendwo zwischen 12 und 18. Aufgepasst und mitgedacht!
Das Mädchen hatte die Innenbeleuchtung eingeschaltet. Warum, das weiss ich nicht mehr, wohl weiss ich aber noch, dass sie keine Anstalten machte, die Innenbeleuchtung auszuschalten, obwohl sie keine Handlungen durchführte, die eine Beleuchtung nötig gemacht hätten.
So kam es, dass ihre Mutter unter den Dachhimmel griff und die Innenbeleuchtung ausschaltete. Dabei sagte sie in mahnendem Ton "Sonst denken die anderen Leute noch, hier fährt ein Bus!"
Das leuchtete mir ein und prägte mich. Ich bewahrte es in meinem Hirn und da war es auch noch, als sich meine Prägungsfugen schlossen.
Das ist der Grund dafür, warum bei mir auf Teufel komm raus ohne Innenbeleuchtung durch die Nacht gefahren wird.
Ich fuhr allnacht, zu Dir zu kommen. Ist das allgut? Ich fuhr allnacht, kroch in Dein' Raum, weckt' Dich von Deinem Schlaf, um Dir Liebe anzuzun.
Gestern aber geschah Folgendes: Ich fuhr auf der Autobahn nach Hause. Meine subjektiv empfundene innere Gefühlswelt sah "All righty right!" aus, denn ich hatte bei einem angenehmen Dinner gelernt, dass Vogelsberger Kartoffelwurst durchaus als gleichwertiger Ersatz der Bregenwurst/Grützwurst/Pinkel zum Grünkohl/Braunkohl gereicht werden kann und Hessen nun endlich über eine lokale Variante dieses Königs der Kohlgerichte verfügen. In meinem Kopf ging ich gerade ein paar Möglichkeiten durch, wie ich an echte Vogelsberger Kartoffelwurst kommen könnte, da fiel mir ein vor mir fahrendes Fahrzeug aufgrund seiner Form eindeutig als Ford KA auf.
Einer der Insassen hatte die Innenbeleuchtung eingeschaltet. So fuhrt der Ford über die 661 und im befunzelten Innenraum machte niemand Anstalten, die Beleuchtung auszuschalten. Und jetzt kommts: Ich dachte: "Oho! Dieser Ford KA fährt mit eingeschalteter Innenbeleuchtung über die Autobahn". Ich dachte NICHT: "Oho! Da vorne fährt ein Bus über die Autobahn."
Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Mir wurde klar, dass ich eine Lebenslüge lebe. Wenn man mit eingeschalteter Innenbeleuchtung durch die Nacht fährt, dann denken die anderen Leute gar nicht, da führe ein Bus. Ich atmete Freiheit.
Ausserdem - was wäre denn so schlimm daran, wenn die anderen Leute dächten, da führe ein Bus? Scheiss doch drauf! Sollen sie doch denken, was sie wollen, diese Ignoranten! Die Gedanken sind frei. Wenn sie so blöd sind und einen PKW für einen Bus halten, nur weil die Innenbeleuchtung angeschaltet ist, dann ist das doch wohl ihr Problem und nicht meins! Und man hat definitiv ein Problem, wenn man einen PWK nicht von einem Bus unterscheiden kann. Da mag es dreimal duster sein, wie Nachbars Lumpi.
Diese Erkenntnis rundete den Abend vollends ab. Er war jetzt so rund, wie die Risoleekartoffeln, die als Beilage zum Grünkohl Hessisch genug sind, um bei mir durchzugehen. Man könnte natürlich auch Quellkartoffel dazu machen, aber man muss ja nicht päpstlicher sein, als der Papst, wobei ich gerne mal seine Meinung zu der Risolee/Quellproblematik gehört hätte.
Mein Kopf weiss nun, dass man ruhig mit angeschalteter Innenbeleuchtung durch die Gegend fahren kann, aber bis diese Erkenntnis in meiner Gefühlswelt angekommen ist, bis dahin wird es wohl noch einige blutige Maulfressen geben.

Posted by banana at 05:20 EM | Comments (7)
Oktober 17, 2006
Das Auto war aus Heppenheim

Achtung, achtung, hier spricht die Redepolizei. Bitte vermeiden sie in Zukunft folgende Ausdrücke: "Waschecht" und "unsicher machen". Wir danken für ihre Mitarbeit.
Wenn jemand zum Beispiel ein waschechter Berliner ist, was sind denn dann die anderen? Die sind dann nur so lange Berliner, bis sie sich waschen oder wie? Das heisst dann also, dass sie sich nicht waschen, damit die anderen nicht mitbekommen, dass sie gar kein Berliner sind. Ich finde das nicht gut, wenn sich Leute nicht waschen, weil sie dann nämlich irgendwann anfangen, ganz erbärmlich zu stinken. Vielleicht hat das irgendwas mit den Obdachlosen zu tun. Die waschen sich manchmal auch nicht und die reisen von Stadt zu Stadt. Wenn da irgendein Zusammenhang bestehen sollte, dann finde ich diese Redensart mehr als geschmacklos.
Wenn jemand Dinge sagt, wie "am Abend zogen wir dann noch los, um die Düsseldorfer Altstadt unsicher zu machen", dann will ich von demjenigen schon gar nichts mehr hören. Leute, die irgendwas nämlich wirklich unsicher machen, die sagen sowas nicht. Das sind nämlich meistens keine Leute großer Worte. Die gehen los, dann ist etwas unsicher und dann gehen sie weg. Leute, die sagen, sie würden etwas unsicher machen, die sind meistens so harmlos, dass es kracht. So ist das nämlich! Das ist nämlich die Situation hier. Dann machen sie so Fotos mit ihrer Kamera, die sie beim angeblichen "unsicher Machen" von irgendwas zeigt, aber man kann genau sehen, dass sie nur blöde Schlaumeier sind, die immer die gleichen bescheuerten Posen auf den Fotos machen und dann haben sie auch so rote Augen und stehen nur blöd rum und das nennen sie dann "unsicher machen". Da kann ich ja nur leise lachen. Also, ich persönlich, also, ich kann da nur für mich sprechen, ich bin jetzt auch nicht so ein typ, der irgendwas unsicher macht, aber dann behaupte ich das auch nicht, denn wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die wahrheit spricht. Das einzige, was ich unsicher machen kann, ist ein Computernetzwerk und das kann ich selbst dann, wenn ich es gar nicht will. So sieht das nämlich aus. Das ist hier nämlich Phase.
Ach so - eine Formulierung, die bitte auch nicht mehr benutzt werden soll, ist "eine Schere im Kopf haben". Das ist doch wirklich nicht schön. Ich muss dann immer an Chirurgen denken, die ihr Werkzeug in ihren Kunden vergessen und ich mag nicht an Chirurgen denken, die ihr Werkzeug in ihren Kunden vergessen.

Posted by banana at 07:45 EM | Comments (24)
Oktober 16, 2006
Sing dub-di-dub den ganzen Tag

Er musste mir bei meinem Besuch der Keksfabrik in die Tasche geschlüpft sein. Als ich daheim den Mantel an den Haken hing, lugte sein kleiner Kopf mit dem bloden Schopf aus der Tasche hervor, gleich hinter der Paspelierung. Ängstlich schaute er aus und ein bisschen neugierig.
Ich erschrak natürlich ganz gehörig, weil ich es nicht gewohnt bin, dass kleine Köpfe aus meinem Mantel hervorschauen, aber er sah nicht gefährlich aus, also sprach ich ihn an.
"Wer bist du denn?" fragte ich.
"Ich?" fragte er erschrocken.
"Ja, Du. Wer denn sonst?"
"Mein Name ist Birger, ich bin ein Murphelmännchen."
"Nanu!" sagte ich "Davon habe ich ja noch nie etwas gehört. Aber wenigstens kannst Du sprechen. Da können wir uns ja ein bisschen unterhalten."
Ich führte meine Hand wie eine Aussichtsplattform an den Mantel und Birger, das Murphelmännchen kletterte darauf. Er maß kaum drei Zoll und war so leicht, wie ein Butterkeks. Birger schien überhaupt keine Angst zu haben. Ich trug ihn zur Sofa und er sprang auf den Couchtisch.
"Jetzt erzähl mal" sagte ich "was macht denn ein Muphelmännchen so? Ist das sowas, wie ein Heinzelmännchen?"
"Heinemännchen?" fragte Birger und kratze sich am Kopf "Was ist das denn?"
"Ach, das ist nicht so wichtig." sagte ich.
Birger versuchte die Fernbedienung hochzuheben, aber sie bewegte sich nicht. Nur sein kleiner Köpf wurde immer roter, so dass er bald aussah, wie eine Kirsche. Das sah so lustig aus, dass ich lachen musste.
"Wir Murphelmännchen machen eigentlich gar nichts" sagte er.
"Gar nichts macht ihr? Und wo kommt ihr her?" fragte ich.
"Wir leben doch in der Keksfabrik." sagte Birger und schaute mich so an, als ob ich das wissen müsste.
"Ach so!" sagte ich "Und da treibt ihr dann allerlei Schabernack?"
"Nein." sagte Birger und schaute in einen leeren Puddingbecher. "Wir können keinen Schabernack treiben, weil wir doch eingesperrt sind. Wir werden da gezüchtet und wenn wir erwachsen sind, werden wir geschlachtet und kommen in die Kekse. Wir sind die geheime Zutat, weisst Du?" sagte Birger wie nebenbei dann plumpste er in den Puddingbecher.
"Oh." machte ich und machte eine Pause. Als er mit dem Puddingbecher umgefallen und herausgekletter war sagte ich "Das ist ja schrecklich."
"Ja." machte er und zuckte mit den kleinen Schultern "Es ist echt kacke, wenn man lecker schmeckt."
"Und Du bist geflüchtet, weil Du nicht so enden wolltest?"
"Ja" sagte er und stemmte die Fäuste kampfeslustig in die Hüften "und damit die ganze Welt die Geschichte von den Muphelmännchen erfährt."
"Da hast Du Dir aber ganz schön viel vorgenommen." sagte ich und kratzte mich am Kinn. Der kleine Kerl hatte mich neugierig gemacht.
"Warte!" sagte ich "Ich hole ein Blatt Papier."
Birger nahm sich eine Erdnuss aus der Schale. Sie war fast so groß, wie sein Kopf. "Schade, dass ich eine Erdnussallergie habe." sagte er.
Ich legte das weisse Blatt Papier auf den Tisch. Sofort stellte sich Birger in die Mitte.
Ehe er sich versah, schlug ich mit der flachen Hand auf das Murphelmännchen, dass es lustig knackte. Ich spürte ein Kitzeln unter meine Hand, dass erst aufhörte, nachdem ich mit der anderen Hand dreimal beherzt auf den Handrücken geschlagen hatte.
Dann aß ich Birger. Er schmeckte ganz lecker. Nicht hammerlecker, aber irgendwas zwischen oberlecker und voll lecker.
Vielleicht muss man Muphelmännchen noch irgendwie zubereiten, damit sie hammerlecker schmecken. Vielleicht hätte ich auch die Knochen rausmachen müssen.

Posted by banana at 09:40 EM | Comments (17)
Oktober 13, 2006
Bis bin bis oben voll mit Ahnung

Wir müssen nach einem Leben streben, das vom Verständnis für unsere Mitmenschen geprägt ist. Wir müssen lernen, uns in die Situation und die Gefühlswelt der anderen Menschen hineinzuversetzen. Wir müssen akzeptieren, dass es nicht immer nach unserem Willen geht. Wir müssen lernen, wie das Wasser zu reagieren, in das ein Stein geworfen wird - nicht zu wenig und nicht zu viel.
Ich stelle mir dann aber immer sofort die Frage, warum dieser bescheuerte Vollpfosten eigentlich gemeint hat, er müsse einen Stein ins Wasser werfen. Das würde ich gerne mal wissen!
Ich persönlich kann ja abends nur dann einschlafen, nachdem ich mir eine halbe Stunde lang das Leben nach dem Tod vorgestellt habe und zwar so: Die Verstorbenen kommen im Himmel an. Weil es eine ganze Menge Verstorbene gibt, werden die Verstorbenen auf verschiedene Räume für Verstorbene verteilt. Dort wird der jeweils Verstorbene nicht besonders freundlich gebeten, sich auf einen nicht besonders bequemen Stuhl zu setzen. Wenn er sitzt, betritt ein nicht besonders freundlicher Mann den Raum. In seiner Hand befindet sich die himmlische Entsprechung einer Videokassette. Auf der Videokassette befindet sich eine Aufzeichnung des gesamten Lebens des Verstorbenen. In noch einer Hand von dem Mann befindet sich ein Zettel, auf dem steht, wo die in dieser Situation relevanten Stellen auf dem Videoband von dem Leben von dem Mann sind. Nach einer nicht besonders freundlichen Begrüßung von dem Mann für den Verstorbenen legt der Mann das Videoband in die himmlische Entsprechung eines Videorekorders und spult ohne Umschweife zu der ersten relevanten Stelle von dem Leben von dem Verstorbenen.
Die relvante Stelle schauen sich dann der Mann und der Verstorbene an, wobei der Mann den Verstorbenen nicht besonders freundlich beobachtet. Ich stelle mir das immer so, wie einen Kaufhausdetektiv vor, allerdings nachdem er zugeschnappt hat und der nie gelernt hat, was das Wort "Spaß" eigentlich bedeutet, für den das Wort Spaß also nichts ist, als eine leere Worthülse, die kimpernd in dem Keller zu Boden fällt, der Einsamkeit heisst. Der Verstorbene fühlt sich schon nicht besonders wohl, weil er denkt "Au Backe, wo bin ich hier nur wieder hingeraten?" und "Mist, wo sollte ich nochmal den Löffel abgeben?". Bei den relevanten Stellen aus dem Leben von den Verstorbenen handelt es sich ausschließlich um Stellen, wo die Verstorbenen sich nicht besonders gut benommen haben. In der Regel haben sie sich moralisch über andere gesetzt und sich öffentlich als moralisch komplett integere Individuuen dargestellt. Ist die Stelle zuende angeschaut, dann spult der Mann ohne Umschweife zu der Komplementärstelle, in der die beiden dann zu sehen bekommen, wie der Verstorbene sich genau der Taten schuldig macht, über die er sich in Bezug auf andere moralisch gestellt hat.
Der Mann tut dann total überrascht und sagt Dinge wie "Nanu? Jetzt bin ich aber überrascht." oder "Pottstausend, jetzt schlägts aber dreizehn." oder "Wer hätte das gedacht?" oder "Irre ich mich oder war das gerade ein und derselbe Mensch?" und dann geht so ein Licht an, hinten auf eine Jury, die da schon die ganze Zeit gesessen hat und die der Verstorbene vorher nicht gesehen hat und die machen dann "Uh!" und "Bäh!" und "Pfui!" und halten Schilder hoch mit total schlechten Bewertungen drauf und dann sagt der Mann "jetzt erklären sie mir das mal!" und er sagt das nicht besonders freundlich, sondern besonders ernsthaft und mit einem fiesomastischen Blick, den er extra bei seiner Ausbildung jeden Freitag in "Fiesomastischer Blick" beim Engel Dankwart geübt hat und bis zur Perfektion zu Hause in seinen vier Wänden privat perfektioniert hat.
Dann gibt es natürlich verschiedene Reaktionen von den verschiedenen Verstorbenen. Die einen versuchen, sich rauszureden, sie werden sich winden, wie ein Aal. Die anderen werden gleich versuchen, komplett ohnmächtig zu werden und sich so dieser nicht besonders angenehmen Situation zu entziehen, aber das klappt nicht, weil das da oben eben nicht so klappt. Aber allen wird diese ungewohnte Situation ziemlich unangenehm sein, insbesondere, weil sie nicht damit gerechnet haben, weil man ja eigentlich immer denkt, wenn man in den Himmel kommt, dann wäre alles sockomatic und Friede, Freude, Eierkuchen in positiven Sinn.
Aber da haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Wirt ist in diesem Fall der Mann, der am Anfang der Erzählung in den Raum gekommen ist. Er hat auf einmal ein Stück Kreide in der Hand und macht ohne Umschweife einen geräuschvollen, dicken, weissen Strich auf eine Tafel. So geht das weiter, Situation für Situation. Die Prozedur kann sehr lange dauern, aber egal, wie lange sie auch dauert, der Mann zieht sein Ding durch. Es macht ihn keine besondere Freude, denn er ist kein Sadist oder sowas, er macht einfach nur seinen Job und er macht einen verdammt guten Job und er steht auch dazu.
Dann aber ist alles vorbei und dann bekommt der Verstorbene eine nicht besonders bequeme Klammer an einen geheimen Mister Spock Punkt am Hals. Diese Klammer bewirkt, dass er sich so lange er diese Klammer trägt, genau so schlecht fühlen wird, wie er sich gefühlt hat, als er die Klammer gesetzt bekommen hat.
Das ist dann der Punkt, an dem ich zufrieden einschlafe, deswegen kann ich leider auch nicht erzählen, wie die Geschichte weiter geht. Ich selbst würde es auch gerne wissen, aber wie sagt man immer "was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss".
Ich habe übrigens der Einfachheit halber in meiner Erzählung immer die männliche Form benutzt, obwohl ich eigentlich beide meine. Also der Mann kann auch eine Frau sein und der Verstorbene kann auch eine Frau sein und die Jury kann auch ein Mann sein.
Das ist besser, als Nesquick.

Posted by banana at 05:56 EM | Comments (10)
Oktober 12, 2006
The contrast of white on white

"Nein, das hier ist kein Soja-Majo Studio. Da irren sie sich. Essen gibt es nebenan."
"Aber eine Serviette darf ich mir doch mitnehmen?"
"Raus!"
Was kann ich noch?
Guten Tag, liebe Passagiere an Bord der MS Möwe. Hier spricht ihr Käpt'n, mein Name ist Hotte Hansen. Als musikalische Untermalung der heutigen Fünf-Seen-Fahrt hören sie heute den von mir selbst komponierten, arrangierten und produzierten Dub-Di-Dub Song. Und zwar ausschließlich den Dub-Di-Dub Song und nichts anderes. (Unruhe in der Besatzung) . Zunächst hören sie das Stück in der Originalversion, danach den Helga-Remix, der meiner Frau gewidmet ist, gefolgt Hertha-Remix, der meiner Schwiegermutter gewidmet ist. Danach nehmen wir etwas Fahrt auf und es erklingt zunächst die Tobi-Techno-Track Version des Dub-Di-Dub Songs, die ich für meinem Sohn komponiert habe und wenn wir dann alle so richtig schön eingegrooved sind, dann setze ich mit der Verena-Version dem Fass noch die Krone auf. Und dann geht es auch schon wieder los mit der Original Version des Dub-Di-Dub Songs. Die CDs können übrigens zum Schnäppchenpreis von fünf Euro bei mir käuflich erworben werden. Viel Spaß und gute Unterhaltung auf unserer Fünf-Seen-Fahrt wünscht Ihnen Ihr Käpt'n, Hotte Hansen.
(Es gelingt es den anderen Crew-Mitgliedern, die Tür zur Steuerhäuschen aufzubrechen. Es folgt ein wildes Handgemenge, Schreie, Stille, die Caprifischer). Majestätisch gleitet die Möwe über Plöns fünf Seen. Still schauen die Passagiere auf die Uferlinie, wohlwollend.

Posted by banana at 07:07 EM | Comments (6)
Oktober 10, 2006
You wouldn't like it here

Och Menno! Jetzt wollte ich eines von diesen Geräten kaufen, auf die man die Füße legt und die einen so hin- und herwackeln und jetzt sind sie nirgendwo mehr zu bekommen! Wieso habe immer ich so ein riesengroßes Pech? Immer trifft mich dieses total blöde Pech! Wieso können nicht auch mal andere Leute so viel Pech haben, wie ich? Das wäre nur mal gerecht, wenn Herr Schicksal auch mal die anderen so fisten würde, wie mich!
Vor einer Weile bekam man die Beinschüttler noch überal hinterhergeschmissen und jetzt ist der Markt so abgegrast, wie eine Wiese, die gerade von vielen Kühen gründlich abgegrast wurde.
Naja, hinterhergeschmissen ist vielleicht nicht das richtige Wort, weil man schon einige hundert Euro für so ein Gerät auf den Tisch legen musste, aber dafür bekam man im Gegenzug ewige Jugend und Glücksseligkeit (Serviervorschlag, bzw. Abb. ähnlich).
Ich merke schon, wie die Enttäuschung in mir hochkriecht und mein Gehirn umrankt, so wie ein Efeu eine alte Säule. Bald werde ich der Lethargie anheim gefallen sein und nur noch meinem von aussen bestimmten Ende entgegendremsen.
Doch halt! Da flüstert mir gerade ein kleines Engelchen ins Ohr, dass es die Geräte doch noch gibt. Man muss nur wissen, wonach man suchen muss. Die Geräte heissen "Chi-Machine". Wahrscheinlich, weil sie das Chi wieder so richtig so machen, wie es eigentlich sein muss, wenn man es durch total falsche Lebensweise knotigelebt hat. Uff, nochmal Glück gehabt. Man hält es ja manchmal gar nicht für möglich, wieviel besser man sich fühlen kann, wenn man mal so richtig an bestimmten Körperteilen rumschüttelt. Ich hätte das früher auch nicht für möglich gehalten. Ich bin begeistert!

Posted by banana at 07:11 EM | Comments (21)
Oktober 09, 2006
Complex systems fail in complex ways

Ich finde, es sollte sehr, sehr dringend ein Fernsehquiz eingeführt werden, dass "Knack die Nuss heisst".
Das Titellied sollte etwas so gehen:
Knack, knack, knack, knack, knack, knack, knack die Nuss.
Knack, knack, knack, knack, knack, knack, knack die Nuss.
Knack, knack, knack, knack, knack, knack, knack die Nuss.
Knack, knack, knack, knack, knack, knack, knack die Nuss.
Dazu müsste man natürlich noch die Musik erfinden, aber das ist ja nicht so schwer, wenn man den Text erstmal hat.
In der Show selbst müssten die Quizkandidaten dann kniffelige Rätselfragen ("Nüsse") lösen ("knacken"), z.B. "Wie heisst der Bürgermeister von Wesel?".
Der Showmaster fragt die Frage und die Kandidaten dürfen erst antworten, wenn der Showmaster "Knack die Nuss!" gesagt hat. Ok, das ist jetzt etwas von Wetten dass?! geklaut, aber nur etwas.
Das könnte man dann so total lustig machen, nämlich, wenn man zum Beispiel zwischen dem Stellen der Frage und dem Ausspruch "Knack die Nuss!" mehrere Stunden vergehen ließe. Dann wären die Kandidaten schon total am einschlafen und auf einmal sagt dann jemand "Knack die Nuss!" und dann müssten sie wieder total schnell am sein und die Frage beantworten. Leute mit ADS hätten dann die Frage schon wieder vergessen. In diesem Fall würde man dann einen Knopf drücken und es käme eine MAZ mit "Kann ich den zweiten Teil der Frage nochmal haben". Dann gäbe es Punktabzug, aber trotzdem würde die Frage nochmal gestellt. Vielleicht könnte man auch ein paar Folgen machen, in denen gar nicht "Knack die Nuss!" gesagt wird. Das würde die Spannung noch erhöhen, wann der Showmaster mal wieder "Knack die Nuss!" sagt. Das wäre bestimmt recht spannend und man könnte im Kreis der Familie Wetten abschließen, ob der Showmaster in der nächsten Folge "Knack die Nuss!" sagen wird. Dann käme eine Sängerin.
Gestern Abend im Bett fiel mir dann ein, dass es eine Zeit gab, in der ich am Montag immer die Anzeigenseiten der Region durchgeschaut habe. Ich war auf der Suche nach Anzeigen vom Typ "Ich, w. 18, suche den Typen, der der am Samstag in der Disco Starlight war. Du trugst eine Jeans und ein blaues Sweatshirt und hast mich total süß angelächelt. Leider habe ich mich nicht getraut, dich anzusprechen."
Der Typ, der da so süß gelächelt hätte, wäre natürlich ich gewesen. Es war aber nie eine Anzeige für mich dabei gewesen, also habe ich das aufgegeben. Das kann aber auch daran gelegen haben, dass ich nicht ausgehe.
Während ich am Sonntag auf der Kommando-Couch saß und das Formel 1 Rennen beobachtete, fiel mir auf, dass ich meinen Knackschluck, der mich schon seit Jahren nervt und schier um den Verstand bringt, dadurch geseitigen kann, dass ich meinen Schildknorpel nach links verschiebe. Natürlich ist diese Lösung nicht von langer Dauer, dann mein Schildknorper rutscht nach einiger Zeit wieder von selbst in seine Knackschluckposition zurück, aber immerhin weiss ich jetzt, wie ich mir zumindest temporär Linderung verschaffen kann.
Das Verschieben des Schildknorpels ist eine erstaunlich simple Lösung für ein Problem, mit dem mir mittlerweile drei Ärzte nicht helfen konnten.
Man muss aber auch wirklich erstmal auf die Idee kommen, an seinem Schildknorpel rumzuschieben. Mich brachte auch eher eine ungeschickte Bewegung dazu - ich flätzte mich auf der Couch umher, dabei hieb ich mir selbst die Faust gegen die Kehlkopf und rutsch! - verschob er sich. Das Verschieben selbst ist deutlich spürbar. Es fühlt sich in etwa so an, als sei man eine Pyramide und Grabräuber öffneten die Grabkammer. Ohne diesen Zufall wäre ich selbst nie auf die Idee gekommen, an meinem Schildknorpel rumzuschieben, weil ich nie gedacht hätte, dass man daran herumschieben kann. Man geht ja zunächst davon aus, dass alles im Inneren des Körpers einigermaßen fest oder dauerelastisch an seinem angestammten Platz sitzt. Im Falle des Schildknopels scheint das aber nicht so zu sein. Der ist verschiebbar und zwar von Position 1 (schlecht) in Position 2 (gut). Es scheint allerdings nicht möglich zu sein, ihn von Position 2 wieder nach Position 1 zu schieben. Ich will es nicht aber auch nicht länger versuchen, denn ich habe Angst, dass ich ihn dann irgendwann auf Position 3 schiebe und ich dann tot im Zaun hänge.
Dann habe ich mich noch gewundert. Der Lotto-Jackpot ist geknackt worden und was ruft mir die Schlagzeile entgegen? "Gewinner setzte nur 9,50 Euro"! So eine verdammte Frechheit! So eine Ungerechtigkeit! Der gehört doch sofort an den Beinen aufgehängt, der alte Säuwatz! Was fällt dem eigentlich ein, nur 9,50 Euro zu setzen und einfach den Jackpot abzukassieren? Wenn das jeder machen würde! Es wäre nämlich viel gerechter gewesen, wenn er 30 Millionen Euro gesetzt hätte! So ist das eine himmelschreibende Ungerechtigkeit. Das muss sofort geändert werden! Man darf ab sofort nur noch höchstens das gewinnen, was man auch eingesetzt hat, sonst ist das irgendwie total ungerecht.

Posted by banana at 07:00 EM | Comments (24)
Oktober 05, 2006
Die Puppenkernkeule: der Pilz des Jahres 2007

Gestern habe ich in der Badewanne den Spiegel Artikel gelesen, in dem es um die Verarmung der Deutsche Sprache ging. Erst fand ich ihn ziemlich überflüssig, geschwätzig und weinerlich, dann aber musste ich zugegeben, dass man als Deutscher-Muttersprachler ziemlich stammelig wirkt, wenn man versucht, komplexe Sachverhalte in einer Fremdsprache (meistens in Englisch) ausdrücken muss. Am Ende war das Wasser kalt und ich war auch nicht viel schlauer. Die Benutzung von fremdsprachlichen Begriffen, so hieß es im Artikel, ist dann legitim, wenn es dafür keine Deutsche Entsprechung gibt. Das ist wahr. Deswegen bin ich der Meinung, dass dringend eine Deutsche Entsprechung des Wortes Blowjob hermuss.
Vielleicht aber auch nicht, denn so wichtig ist das auch wiederum nicht, denn der Weg zum Herzen eines Mannes im interessanten Alter führt durch den Magen und das liegt nicht nur daran, dass der Magen in der Regel näher am Herzen liegt, als der Penis. Das bedeutet also, dass man ihm etwas kochen soll, dass ihm richtig gut schmeckt.
Deswegen verrate ich heute ein kleines aber wertvolles Geheimnis, nämlich, wie man gute Bratkartoffeln herstellt. Deren Zubereitung ist nämlich nicht ganz einfach, aber auch nicht so schwer, wie es den Anschein hat, denn man bekommt sie kaum zu essen. Richtige Bratkartoffeln kommen nämlich roh in die Pfanne und nicht schon gekocht. Die Kartoffeln aus gekochten Kartoffeln sind eigentlich nur als Resteverwertung akzeptabel, denn sie schmecken einfach nicht so gut, wie es die roh gebratenen tun. Keine Ahnung, woher der Unterschied kommt.
Ausserdem sollte man dringend der Entwicklung entgegenwirken, das Wort "lecker" dauernd zu benutzen. Schon gar nicht als Adjektiv.

Und so wirds gemacht:
Ein paar Worte vorweg: Man sollte am besten festkochende Kartoffeln nehmen. Vorwiegend Festkochende tun es auch. Mehlige kann man vergessen. Man benötigt unbedingt eine Pfanne mit Deckel, denn sonst werden die Kartoffeln nur braun und schwarz und nicht gar (schwarz-braun ist die Bratkartoffel ist kein Hit von Heino, zumindest bis
jetzt noch nicht).
Here we go go go to the temple of consumption:
Schäle die Kartoffeln und hobele sie in dünne Scheiben (etwa so, wie Gurken für den Gurkensalat). Tupfe die Scheiben leicht mit Küchenkrepp ab, dann spritzt es weniger, wenn sie in die Pfanne kommen. Setze eine Pfanne aud den Herd und lasse sie auf der höchsten Stufe heiss werden. Es ist sehr wichtig, dass die Pfanne sehr heiss ist. Gebe etwas Öl in die Pfanne und wenn das Öl heiss ist, dann gebe die Kartoffelscheiben in die Pfanne. Die Hitze bleibt dabei auf der höchsten Stufe, der Pfanne bleibt zunächst ohne Deckel.
Nun ist es wichtig, dass man nicht anfängt, hektisch umzurühren. Die Karoffeln müssen so lange ruhen, bis sie schön gebräunt sind, erst dann werden sie gewendet, damit die auch von der anderen Seite braun werden. Es kann nötig sein, dass etwas Öl nachgegossen werden muss, weil die Karoffeln relativ viel Öl aufsaugen.
Wenn die Kartoffeln schön braun sind, schalte die Hitze zurück (auf 1 bei Elektroherden). Nun würze die Kartoffeln mit Pfeffer und Salz, wende sie nochmal und setze den Deckel auf die Kartoffeln.
Inzwischen kannst du eine Zwiebel in feine Würfel schneiden und oben auf die Kartoffeln legen, so verhinderst du, dass die Zwiebel schwarz wird.
Die Karfoffeln müssen jetzt zirka 15 Minuten in der geschlossenen Pfanne garen. Alle fünf Minuten solltest du sie wenden und wenn nötig mit Pfeffer und Salz nachwürzen.
Fertig.
Wer will kann gegen Ende der Garzeit die Kartoffeln in eine Hälfte der Pfanne schieben und noch ein oder zwei Eier in die Pfanne schlagen.
Wohl bekomm's.

Posted by banana at 06:20 EM | Comments (22)
Oktober 02, 2006
Beder, der frängische Mandelpavian

Liebe Kinder,

ich finde es wirklich ganz super klasse, dass ihr so gerne und so viele Bilder malt. Leider musste ich jedoch erkennen, dass allem Anschein nach viele von Euch beim Malen die gleichen Fehler machen. Heute möchte ich mir etwas Zeit nehmen, um euch auf einige häufig gemachte Fehler hinzuweisen:
Denkt doch bitte mal nach - wann kam es zum letzten mal vor, dass die ganze Familie einfach so vor dem Haus im Garten rumstand ohne etwas zu tun?
Richtig. Sowas kommt eigentlich nie vor. Und warum zeigt dann jedes zweite Bild von euch genau diese Situation? Schaut mich nicht so fragend an, mit euren Kinderaugen, denn das weiss ich auch nicht. Schaut doch einfach beim nächsten Mal etwas besser hin, entwickelt ein Auge für Sitationen und Momente, dann klappt es vielleicht auch mit der realistischeren Motivwahl.
Natürlich kommt es auch, dass Menschen einfach so rumstehen. Aber dann ist das meistens da, wo es Bier zu kaufen gibt und dann ist es auch nicht die ganze Familie und in der Regel strecken dann nicht alle die Arme vom Körper weg, es sei denn, sie werden gerade von der Polizei durchsucht oder von Räubern bedroht. Wurde eure Familie schonmal von der Polizei durchsucht oder von Räubern bedroht? Das will ich doch wirklich nicht hoffen!
Jetzt schaut euch doch mal eure Haare an. Ja, stellt euch dazu ruhig vor einen Spiegel. Wenn ihr euch nur einmal im Leben eure Haare oder vielleicht die Haare von euren Mitmenschen angeschaut hättet, dann wäre euch bestimmt aufgefallen, dass eure Haare überall rund um euren Kopf sind und nicht nur so von oben wie eine nasse Wurst über den Kopf gelegt sind. Ich kann nicht begreifen, wie ein vernunftbegabter Mensch auf die Idee kommen kann, dann man hinten keine Haare hätte.
Wobei ihr gerade dabei seid, euren Körper zu betrachten - jetzt schaut euch mal eure Hände an. Zählt ruhig auch mal die Finger nach. In der Regel sind es fünf. Nicht vier, nicht sechs, nicht sieben, nein, fünf. Die Finger sind auch nicht rund und dick und kreisförmig überall um die Hände herum angeordnet, sondern schön nebeneinander. Eine Ausnahme gibt es. Das ist der Daumen. Ihr kennt den sicher, dass ist nämlich der, der die angeblich die Pflaumen schüttelt. Na, klingelts?
Wenn ihr euch etwas Zeit nehmt und die Hände betrachtet, dann bemerkt ihr sicherlich, dass beide ziemlich genau gleich groß sind. Euch fällt vielleicht auch auf, dass die nicht wesentlich breiter sind als die Arme und schon gar nicht größer sind als der Kopf. Wenn das so klar ist, dann verstehe ich nicht, warum ich dauernd Bilder zu sehen bekomme, auf denen die Menschen aussehen, wie die Ausgeburten einer übelen Laune der Natur.
Jetzt nehmt mal einen rosafarbenen Malstift, haltet ihn neben euren Arm und vergleicht die Farben miteinander. Fällt euch etwas auf? Aha. Gut.
Dann schaut mal an euch runter. Was ist das denn da unten? Das sind ja Füße! Richtig! Ihr habt Füße. Zwei Stück. Wäre nett, wenn die beiden auch mal auf euren Bildern auftauchen würden. Sie haben es wirklich nicht verdient, einfach ignoriert zu werden, denn wir verdanken den Füßen Großartiges.
Und jetzt schaut euch auch mal das Haus an, in dem ihr wohnt. Ist es wirklich höher als es breit ist? Habt ihr wirklich zwei Stockwerke mit jeweils zwei Fenstern? Sitzt die Tür tatsächlich genau in der Mitte? Steht der Schornstein wirklich im 45 Grad Winkel vom Dach ab? Steigen aus ihm wirklich bei schönstem Sonnenschein dicke schwarze Rauchwolken hervor? Ich hoffe doch nicht, denn ansonsten würde es ganz schön Ärger mit den Nachbarn und den Behörden geben.
Wenden wir uns dem Grundstück zu: Habt ihr wirklich einen Zaun vor eurem Haus? Das kann schon sein, aber schaut euch den Zaun doch mal genauer an. Hört er wirklich links und rechts neben dem Haus auf? Hört er wirklich auch da auf, wo gerade zufällig jemand steht? Auch hier sage ich: Ich glaube kaum.
Nun schaut zum Himmel. Seht ihr die Vögel. Sehen die vielleicht aus, wie ein M? Ich finde nicht. Warum zum Teufel malt ihr sie dann so?!
Das ist eine grobe Vereinfachung der Natur, die dem wunderbaren Wesen der Vögel nicht gerecht wird und die ich mir nur durch eine arrogante Leistungsverweigerung eurerseits erklären kann.
Weiterhin kann es vielleicht vorkommen, dass alle Vögel, die gerade zu sehen sind, genau auf die Kamera zufliegen. Das dürfte aber wirklich nur sehr, sehr selten der Fall sein. Etwa genau so selten, wie sich die ganze Familie nichtstuend, in die Kamera blickend und die Arme reckend vor dem Haus versammelt. Also praktisch nie! Geht das denn nicht in eure kleinen Kinderschädel rein? Ich begreife das einfach nicht.
Wenn ihr grade zum Himmel blickt - ich kann nicht verstehen, wie ihr auf die Idee kommt, der Himmel sei ein kleiner schmaler blauer Strich. Das kann ich einfach nicht verstehen und Faulheit und mutwillige Ignoranz sind auch hier die einzig nöglichen Erklärungen.
Und die Wolken! Sind die vielleicht blau? Habt ihr vielleicht schonmal irgendwann irgendwo blaue Wolken gesehen? Ich jedenfalls nicht und ich kann von mir behaupten, dass ich schon eine ganze Menge Wolken gesehen habe.
Und die Sonne! Ist die vielleicht dreieckig und drückt sich in einer Ecke des Himmels herum? Nein. Kann sie nämlich gar nicht, weil der Himmel gar keine Ecken hat, ihr Schwachmaten. Von den bescheuerten Gesichtern will ich gar nicht erst anfangen.
Ich glaube, ihr seid also alles kleine Ignoranten, die nichts von der Welt wissen wollen, in der sie Leben, die aber ständig damit beschäftigt sind, sie zu malen. Ihr kopiert ihr munter und ohne Scham die Fehler, die euch eure feinen Altersgenossen vormachen, ohne euer Handeln zu hinterfragen. Ist ja auch ganz egal, die anderen machen es ja auch so.
Wie schrecklich wäre die Welt, wenn sie so wäre, wie ihr sie malt. Wenn wir weiter Atomkraftwerke bauen und Genreis fressen, dann wird eure Welt vielleicht einmal Realität. Schreibt euch das mal hinter die Ohren. A propos Ohren: Ja, Ohren habt ihr auch.

Posted by banana at 04:55 EM | Comments (34)
Oktober 01, 2006
Doktor Zion, freue dich!

Die Allee kocht. Heute: Zwiebelsuppe.
Zutaten:
Ca 750g Zwiebel (am besten Gemüsezwiebeln, aber andere tun es auch)
750ml Brühe
250ml trockener Weisswein (oder weniger, je nachdem, wie säuerlich man es mag)
Öl, Butter
Thymian, geriebener Kümmel
Salz, Pfeffer

Die Zwiebeln schälen und in feine Ringe schneiden. Öl und ein kleines Stück Butter in einem Topf erhitzen, darin die Zwiebelringe scharf anbraten. Die Ringe müssen braun werden und am Topfboden muss sich brauner Satz absetzen, das ist ganz wichtig. Dadurch erhält die Suppe Farbe und Geschmack.
Die Brühe und den Weisswein hinzufügen. Thymian und Kümmel hinzufügen.
Die Suppe 30 Minuten kochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Fertig.
Wer will kann noch den Firlefanz mit dem Weissbrot und dem Käse machen, aber das ist eigentlich nicht nötig.
Mahlzeit!

Posted by banana at 08:13 EM | Comments (11)
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