September 29, 2006
Murph, Murph, Murph

Shanghai
Das ging wohl in die Hose. Mit wilden Protesten antworteten westliche Touristen auf den Versuch eines Chinesischen Restaurants, sich durch Änderung der Speisekarte dem Westen zu öffnen. Der Stein des Anstoßes war das Gericht "Bernhardinersteak bei Fussili".

Eines Tages passierte es. Da betrat ich die Kantine mit meinem Tablett in den Händen und auf der Suche nach einem Platz, da sah ich diese Frau an einem der Tische sitzen.
Ich dachte sofort "Sie hat ein sehr offenes Gesicht". Warum ich das dachte, wusste ich nicht, aber ich wünsche mir, ich hätte es nicht gedacht.
Nun sollten Leute wie ich eigentlich solche Einrichtungen wie Kantinen nicht benutzen, denn bei einer Kantine handelt es sich um eine dieser Zonen, die ich gar nicht mag: Man sieht viele Leute öfters, aber man hat eigentlich gar nichts miteinander zu tun. Die eigene Beziehung untereinander ist undefiniert und irgendwann wird es blöd, sich jeden Tag anzuschauen ohne irgendeine Reaktion zu zeigen. Nicht, dass ich irgendeine Reaktion zeigen wollte, aber ich bin nunmal leider gut erzogen. In solchen Zonen lernt man Leute kennen, die man irgendwann am Bein hat ohne genau zu wissen, warum eigentlich. Viele Leute mit denen niemand etwas zu tun haben will, nutzen solche Zonen nämlich aus um sich unbemerkt in das Leben anderer einzuschleichen.
Nun will sich die Frau mit dem offenen Gesicht bestimmt nicht in mein Leben einschleichen, denn das hat sie gar nicht nötig. Das unangenehme an der Situation lässt sich aus dem vorhergehenden Satz erschließen: Fast jedes mal, wenn ich die Kantine betrete, sitzt diese Frau da und ich denke "Sie hat ein offenes Gesicht" und das nervt.
Was bitteschön ist ein offenes Gesicht? So viel weiss ich: Ein offenes Gesicht ist etwas anderes als ein offener Rücken oder ein offenes Bein. Ein offenes Gesicht ist keine Krankheit. Ein Gesicht ist nunmal manchmal offen. Und sie hat ein offenes Gesicht, wie der Fischmäc an unserer Schule nunmal aussah, wie ein Fischmäc und wie der Penis in meiner Kompanie nunmal aussieht, wie ein Penis.
Ich will aber dahinterkommen, warum hat diese Frau ein offenes Gesicht hat, damit ich mich nicht jeden Mittag aufs neue Fragen muss.
Ich bin aber noch weit davon entfernt, es zu wissen.

Posted by banana at 05:50 EM | Comments (7)
September 28, 2006
Das Alphabet geht durch von A bis Z

Der gestrige Abend war schlimm für mich.
Es fing damit an, dass ich sehr stark niesen musste. Dabei habe ich mir fast einen Teil des Gehirns rausgeniesst. So fühlte es sich zumindest an. Ich merkte den Niesreiz, schloss die Augen, niesste und bemerkte dann einen weichen Fremdkörper, im hinteren Rachenbereich frech über das Gaumensegel hinaus in die Mundhöle spähte. Reflexartig schob ich den Kerl ihn mit dem hinteren Teil der Zunge wieder in den Kopf zurück, wo er offensichtlich hergekommen war.
Danach haderte ich etwas mit mir, weil ich nicht wusste, ob es wirklich gut war, dass ich den Fremdkörper wieder zurückgeschoben habe und ihn nicht durch eine flinke Drehung des Kopfes in eine stationäre Umlaufbahn geschossen hatte. Ich vergab mir aber, denn wie beschrieben, geschah es reflexartig. Ich konnte also nichts tun, als mich im Nachhinein grämen.
War es aber wirklich ein Teil meines Gehirns gewesen? Saß mein Gehirn derartig locker und in Einzelteilen im Schädel? Wäre es auch ein Teil meines Gehirns gewesen ohne den ich hätte auskommen können? War es vielleicht der Teil meines Gehirn gewesen, in dem alle meine Sorgen wohnten? War es vielleicht aber auch der Teil meines Gehirnes gewesen, in dem mein Sprachzentrum lag? War es überhaupt ein Teil meines Gehirns gewesen? War es vielleicht ein fieses Rotzgewölle, dass ich seit Jahren mit mir herumtrage und dass auf die Stimmung drückt?
Der Rotzgewöllerklärung wurde mir immer plausibler. Ich bin anhänger der Pressurlehre, die besagt, dass Drücke auf bestimmte Stellen des Körpers Veränderungen im Menschen auslösen. Jeder weiss, dass man anderen Leuten nicht Laienhaft auf den Füßen rumdrücken darf, weil man sonst schere Nierenleiden bekommen kann. Man darf auch nicht unkoordiniert Nadeln in andere Leute stecken und zwar aus vier Gründen: China, Voodo, Drogen und Ärztekammer.
Hatte ich eine einmalige Chance vertan? Die Chance, das Rotzgewöll, dass auf meine Stimmung drückt aus dem Kopf zu schneuzen? Ich war relativ verzweifelt.
Um den Abend nicht vollends zu verschenken, ergriff ich die Initiative. Ich hatte nämlich ein ungutes Gefühl. An mindestens drei Stellen meines Körpers wachsen einzelne Körperhaare viel stärker als die Körperhaare in ihrer unmittelbaren Umgebung: Eines in der linken Augenbraue, eines oben auf dem rechten Arm und eines kurz unterhalb des linken Knies.
Was war, wenn auch eines meiner Nasenhaare schneller wuchs als die anderen und durch den Riechgang oben in mein Gehirn reingewachsen war und dort auf meine Stimmung drückte? Das würde vieles erklären.
Schnell eilend eilte ich ins Badezimmer hinein. Dort angekommen kämmte ich alle meine Nasenhaare aus der Nase heraus und schnitt mir erstmal einen frechen Nasenpony. Ich konnte allerdings nicht feststellen, dass eines der Nasenhaare schneller gewachsen war als die anderen. Wo sie alle schonmal draussen waren, tönte ich sie Kastaniengold, gönnte ihnen auch noch eine pflegende Packung und stopfte sie schließlich wieder in ihr angestammtes Habitat zurück.
Meine miese Stimmung rührte also nicht daher, dass ein mutiertes Nasenhaar auf das Party-Zentrum meines Gehirnes drückte.
Die Suche würde also weitergehen.
Achso - Daumendrücken ist auch gar nicht gut. Davon kann man Bauchweh bekommen.

Posted by banana at 06:57 EM | Comments (13)
September 27, 2006
Birger, das Murphelmännchen

Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn es eine Art der Zubereitung von Kartoffeln als Beilage gibt, die mich wirklich begeistert, dann ist das der Kartoffelbrei.
"Sicher," wird jetzt der eine oder andere sagen "Kartoffelbrei, das ist ein Wort, das ist schnell gesagt, aber Kartoffelbrei ist nicht gleich Kartoffelbrei".
"Moment" wende ich da ein "- Kartoffelbrei, dass ist gar nicht schnell gesagt. Blitz, das ist viel schneller gesagt und das hängt nicht nur damit zusammen, dass ein Blitz von Natur aus auch viel schneller ist, als Kartoffelbrei. Vielmehr gibt es überhaupt keinen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Buchstaben eines Wortes, das ein Ding beschreibt und der Geschwindigkeit des beschriebenen Dings."
Aber ich schweife ab.
Sicherlich liegen Welten zwischen einem Kartoffelbrei, der mit der Hand gestampft wurde und aus mehligen Kartoffeln zubereitet wurde, fein gewürzt mit etwas Muskat, Pfeffer, Salz und einem Kartoffelbrei, der aus einem industriell hergestellten Pulver und etwas heissem Wasser zusammengerührt wurde.
Dennoch mag ich beide! Der eine kommt locker und leicht daher, wie eine tanzende Libelle an einem murmelnden Bächlein, die emsig den Partner umwirbt. Der andere kommt selbstbewusst und schwer daher, wie ein dicker lustiger König, der voll Weitsicht die Geschicke seines Reiches regelt und dabei mit der Hand um Honigtopf patscht.
Und doch sind beides Ausprägungen der gleichen Idee und weil sie das sind, so bereiten sie mir beide gleichgroße Freude beim Verzehr. Natürlich haben beide ihre perfekten und weniger perfekten Partner, haben beide ihren Tag und ihre Stunde aber dennoch kann und will ich mich nicht erdreisten, den einen auf immer den Vorzug vor dem anderen zu geben.
Der Karfellbrei kommt nicht so eitel daher, wie die blankgeputzte Pellkartoffel. Bei der Pellkartoffel kommt es auf das Aussehen kann. Sie kann nicht klein genug sein, sie kann nicht makellos genug sein. Oft geht das zugunsten des Geschmackes. Der Kartoffelbrei an sich hat keine Form. Bitten sie mal ihren kleinen Sohn, Karoffelbrei zu malen. Sehen sie? Keine Form. Kartoffelbrei, das ist Wärme, Beschaffenheit, Geschmack und eine angenehme Sättigung, die daher rührt, dass der Brei im Magen ganz vorsichtig aber gründlich alle Sattknöpfe drückt, weil er den Magen bis in die letzte Ecke füllt. Anders als Pommes Frittes, die mit ihren Ecken und Kanten gerne mal den einen oder anderen Sattknopf verfehlen oder die Krokette, die die empfindliche Magenschleimhaut mit ihrer scharfkantiken Umhüllung abraspelt.
Der Kartoffelbrei ist einfach. Er macht satt und zufrieden. Er zaubert eine gesunde Farbe auf die Backen und ist praktisch geräuschlos.
Wenn mich also jemand fragen sollte, was meine liebste Kartoffelbeilage ist, dann muss ich nicht lange nachdenken, dann rufe ich froh "Der Kartoffelbrei!"

Posted by banana at 05:18 EM | Comments (29)
September 25, 2006
I like to call it E-Germany

Ich teile sie in zwei Hälften, lege eine auf die Gabel, führe sie in den Mund und drücke sie mit der Zunge gegen meinen Daumen. Genussvoll merke ich, die die rauhen Semmelbrösel meinen Gaumen kitzeln, während ich auf der Zunge den weichen Brei spüre.
Mmmmh, lecker, einfach lecker oder einfach nur genial! Wenn ich diese leckeren Kartoffelkroketten irgendwo als Beilage erspähe, dann kann ich einfach nicht nein sage. Dann muss ich einfach zugreifen. Diese knusprig goldbraunen Röllchen, die so verführerisch duften. Innen sind sie zart und cremig, wie lockerer Kartoffelschnee und aussen sind die so kross und knusprig, als hätte man sie paniert und in Fett ausgebacken.
Wenn ich die Wahl zwischen verschiedenen Beilagen habe und eine davon sind Kartoffelkroketten, dann steht mein Entschluss fest, dann muss ich die Karte gar nicht weiterstudieren, denn die Krokette schlägt alle anderen Kartoffelbeilagen. Mögen das Salzkartoffeln, Kartoffelbrei, Pommes Frites, Herzoginnenkartoffeln oder Bratkartoffeln sein; meine Wahl fällt immer auf die knusprig-cremige Rolle. Mit einem lauten "Mjam, mjam", sind die Dinger schneller verputzt, als man "Papp" sagen kann. Auf dem Teller zurück bleiben dann nur noch die kross-krümeligen Reste der duftigen Panade und erinnern mich an den Genuss, den ich erleben durfte.
Die Krokette genießt bei mir einen derartigen Vertrauensvorsprung gegenüber den anderen aus Kartoffeln hergestellen Beilagen, dass es mir auch nichts ausmacht, wenn die Soße über meine zylindrischen Freudenspender gegeben wird und dadurch die Knusprigkeit gemindert wird, denn selbst dann, wenn die Aussenhülle durch Soße leicht angeweicht ist, ist die Korkette ein geschmackliches Erlebnis. Ich möchte mich sogar zu der Behauptung versteifen, die Krokette käme aus kulinarischer Janus daher - mal knackig-krachig und mal soßig-weich. Beides ein absoluter Hochgenuss.
Oft lag ich schon auf der Seiser Alm und dachte draüber nach, warum die Krokette bei mir derart hoch im Kurs steht, denn allein durch ihren Geschmack, ihre Optik und ihre Texttur ist diese Verehrung nicht zu erklären. Ich bin zu dem Schluß gekommen, dass es auch der Nimbus der Unerreichbarkeit ist, der die Krokette auf meine persönliche Kartoffel-Pole-Position stellt: Eine vernünftige Krokette ist am heimischen Herd mit vertretbarem Aufwand praktisch nicht herzustellen. Die vom Einzelhandel angebotenen Tiefkühlprodukte, die in der Regel fettfrei im Umluftherd zuzubereiten werden, sind mit den in der Gastronomie erhältlichen Goldbürzelchen nicht wirklich zu vergleichen. Wer das doch tut, der tut der echten Krokette unrecht und bekommt die Nase blau gemacht. Die im warmen Luftstrom erhitzte Kartoffelwurst ist erst bei der Zweihundermetermarke, wenn die Gastro-Krokette schon längst durch das fettige Ziel schwimmt.
Da bleibt nur die Heimfirteuse. Aber was das heisst, darauf braucht ich hier wohl nicht genauer einzugehen.
Du bist klasse, Kartoffelkrokette. Kartoffelkrokette, du darfst nicht sterben!

Posted by banana at 05:11 EM | Comments (6)
September 22, 2006
Japan nimmt die Petaflop Herausforderung an

Wenn man so den ganzen Tag mit dem Ohr auf der Datenschiene in seinem Vorgarten sitzt und Apfelwein trinkt, dann sausen eine Menge Nachrichten an einem vorbei, die man gar nicht schnell genug in die Nachrichtenbeutel einsortieren kann, wie man das gerne möchte. Sommerzeit ist eben Ferienzeit und ich alleine kann die fünf fleissigen Damen nicht ersetzen, die die Sortiererei sonst für mich erledigen.
Da hätten wir zum Beispiel die Nachricht über die Fans des hektischen Australischen Schlangenerschreckers, dessen Namen ich mir nicht merken kann. Der wird von einem Stachelrochen erstichelt und was machen die Fans? Zack! Sie ziehen aus und schneiden den Stachelrochen, die sie finden können, die Stacheln ab. Das klärt zumindest die Frage, ob den Stachelrochen der Stachel beim Stacheln abfällt, weil die armen Kreaturen nämlich verrecken, nachdem man sie vom Stachel befreit hat. Recht so! Das wird den Stachelrochen eine Lehre sein! Sie werden nie wieder berühmten Australischen Tierschützern in die Tierschützerbrust stechen! Sowas wirkt auf Tiere nämlich total abschreckend und es spricht sich rum, wie ein Lauffeuer. Wenn wir Glück haben, dann sehen die Stachelrochen in Zukunft sogar ganz davon ab, sich überhaupt einen Stachel wachsen zu lassen. Wenn das klappt, dann haben diese schlauen Menschen einen wirklich großen Erfolg zu verbuchen und der Menschheit im Besonderen und der Welt im Allgemeinen einen großen Dienst erwiesen. Wenn nicht, dann bleibt nur die Frage, wann die Frühstücksgrütze bei diesen Leuten angefangen hat, den Umweg über das Hirn zu nehmen und da steckengeblieben ist.
Auch interessant ist, dass Wolfgang Petry erklärt hat, dass er seine Karriere beenden wird. Sein letzter Auftritt sei der bei der Verleihung der Goldenen Stimmgabel in Platin gewesen, die er für sein Lebenswerk erhalten hat. Das war übrigens schon seine zweite Goldene Stimmgabel in Platin. Das nächste Mal hätten sie ihm dann den Goldenen Zaunpfahl in Platin verliehen. Manche Leute sind eben etwas schwer von kape.
Aber im Ernst. Herr Petry ist mir noch lieber, als viele andere Künstler. Die fallen mir gerade nicht ein, aber Musik höre ich ja schon lange nicht mehr. Man kann Musik ja wunderbar aus dem Weg gehen und die Musikindustrie arbeitet nach Kräften daran, dass das in Zukunft noch einfacher wird. Ist das nicht toll? Dann werde ich zwar ohne Mariah Carrey und ihre tollen Hits leben müssen, aber ich habe es auch geschafft, ohne mein Kettcar zu leben, obwohl mir die Trennung bestimmt nicht leicht gefallen ist.
Und dann ist natürlich auch noch Annemarie Wendl, gestorben, die die Else Kling in der Lindenstrasse so wunderbar gespielt hat. Es ist mir fast etwas peinlich, dass ich als bekennender Lindenstraße-Anhänger zu ihrem Tod noch gar nichts geschrieben habe. Es gibt aber nur wenige Menschen, die so über tote Menschen schreiben, dass einem nicht das kalte Kotzen kommt, also bin ich lieber ruhig. Mir hat sie als Else immer sehr viel Spaß bereitet.
So, jetzt habe ich ihnen aber genug erzählt!

Posted by banana at 06:36 EM | Comments (6)
September 21, 2006
Eine Nachricht von den freundlichen Bewohnern von RoboBop 22

Eierkocher=ok.
Toaster=ok.
Wasserkocher=ok.
Videorekorder=evil.
Radio=ok.
Herd=ok.
Fön=ok.
Elektrische Brotschneidemaschine=ok.
Elektrischer Dosenöffner=ok.
Elektrischer Schwangerschaftstest=ok.
Rasierapparat=ok.
Reisewecker=ok.
Lampe=ok.
Bügeleisen=ok.
Funkuhr/Funkwecker: evil.
Flipper=evil.
Akkuladegerät=ok.
Computer=evil.
Playstation=evil.
Playstation 2=evil.
XBox=evil.
XBox 360=evil.
GameCube=evil.
Alle anderen Videospiele=evil.
Roboterspielzeug=evil.
Fischer Technik=evil.
Lego Mindstorms=evil.
Fernseher=ok.
Webcam=evil.
Bassrusche=ok.
Elektrischer Nasenhaarschneider=ok.
Epiliergerät=ok.
Mirkowelle=evil.
Onduliereisen=ok.
Kleiner schwarzer Kasten mit Antennen und Kabeln, den sie vor ein paar Tagen vor ihrer Haustür gefunden haben=ok.
Beleuchteter Globus=ok.

Die oben mit "evil" gekennzeichneten Elektrogeräte sind unbedingt sofort (!!!) abzuschalten, wenn die Maschinen sich anschicken, die Weltherrschafft zu übernehmen. Vielen Dank für ihre Mitarbeit. Sie haben geholfen, das Überleben der Menscheit zu verlängern.

Posted by banana at 05:25 EM | Comments (12)
September 19, 2006
In the kita, it is cold

Man möchte heutzutage ja kein Busfahrer mehr sein.
Ich wollte eigentlich noch nie Busfahrer sein, leben doch Busfahrer in meiner Gedankenwelt ständig zwischen diversen Ängsten hin- und hergeworfen: Der Angst vor Schülern, die die Nothämmer stibitzen wollen, der Angst vor Rentnern, die hoffnungslos überbutterte Stullen im Tiefflug über die Sitze schwenken und der Angst vor biertrinkenden Reisegruppen, die tatsächlich irgendwann die Bordtoilette benutzen wollen.
Das alles sind Ängste, denen man sich stellen kann, Ängste, die man überwinden kann, indem man nur laut genug Verbote und Drohungen und an den Haaren herbei gezogene Begründungen ausstößt.
Es gibt aber eine neue Bedrohung, die zu einer ganz anderen Art von Angst wird. Eine Angst, die ganz klein und harmlos in den Bau des Busfahrers getragen wird, die dort plastikglatt schimmernd und diodenkalt leuchtend in den Händen der Fahrgäste liegt und dann unsichtbaren Kontakt zu den Beischwebern der Erde aufnimmt, um mit ihnen Abzusprechen und dann in emotionsloser Besserwisserei das Selbstbewusstsein des Busfahrers zu untergraben und seinem von Schülern, Rentnern und Reisegruppen geschwächten Nervenkostüm des den Gnadenstoß zu versetzen.
Ich rede von der Angst des Busfahrers vor dem Navigationssystem.
Nun steht eigentlich zuallerforderst in der Schlange diese eine Frage, nämlich die Frage, was Menschen dazu bringt, auf einer Busreise ihr tragbares Navigationssystem mitzuführen und auch noch in Betrieb zu nehmen.
Aber diese Frage soll uns nicht weiter beschäftigen, denn wir machen es, wie es die Punktrichter in vielen Sportarten machen: Wir streichen die beste und die schlechteste Wertung. Wir ignorieren diese vermeintlich grundlegende Frage einfach. Diese Strategie scheinen viele Menschen ohnehin dauernd anzuwenden und wenn man das mal begriffen hat, dann kann man die Welt mit ganz anderen Augen sehen und kann auch mal in Ruhe ein Butterbrot essen, anstatt ständig auf der Suche nach Balken zu sein, gegen die man den Kopf schlagen kann.
Tatsache ist, dass es eine erschreckend hohe Zahl von Menschen gibt, die als Passagier in einen Reisebus einsteigen, ihr tragbares Navigationssystem auspacken, das Ziel einprogramieren und die anderen Fahrgäste die Fahrt über mit vermeintlich zufällig eingeworfenen Gesprächbeiträgen von Werner, Iris, Manfred oder Hellen unterhalten; je nachdem, welchen klangvollen Namen die gerade eingestellte Stimme denn gerade trägt.
Merkwürdigerweise ist es genau die Klientel, die im vorderen Drittel des Reisebusses Platz nimmt. Da scheint es also einen gewissen Zusammenhang zu geben. Ich war ja schon vor Jahren dafür, bei jeder Busreise vor Fahrtantritt die ersten fünf Reihen einfach zu leeren und diejenigen, die dort saßen an der Abfahrtsstelle stehen zu lassen. Mit dieser Maßnahme kann der Loony-Anteil bei Busreisen zuverlässig auf ein erträgliches Maß reduziert werden. Aber auf mich wollte ja mal wieder niemand hören.
Auf jeden Fall ist der Busfahrer diesen Dingern ausgeliefert. Plötzlich meint jeder, den Weg besser zu kennen, als der Busfahrer selbst und er kann nichts dagegen machen, weil hinter dem Navigationssystem geballte Computer und Satellitenpower steckt.
Dem Busfahrer bleibt nur eins: Zu hoffen, dass Fahrgäste an Bord sind, die Navigationssysteme unterschiedlicher Hersteller dabei haben, auf dass unter den Besitzern ein Streit ausbrechen möge, wenn die Routenvorschläge voneinander abweichen.
Aber auch dann ist der Busfahrer nicht frei von Angst, denn er muss ständig auf der Hut sein, damit die aufgebrachten Gäste nicht nach den Nothammern greifen, mit überbutterten Stullen werfen oder ihre blutigen Nasen auf der Bordtoilette abwaschen wollen.
Jetzt weiss ich auch, warum so viele Busfahrer die Gefängnisbusse fahren wollen.

Posted by banana at 06:03 EM | Comments (18)
September 15, 2006
Worse things happen at sea

Ja! Wieder neue Sardinen in der §§a href="http://www.spackonauten.org/adoe/index.html">Allee der Ölsardinen§§/a> Damit ist die ADÖ die größte Deutsche Ölsardinenseite der Welt. Das hat uns keiner vorgemacht und es wird uns so schnell auch keiner nachmachen! Fünf (in Worten: Fünf!) neue Sardinendosen von Ruhr-Pauli. Vielen Dank und ein großes Lob für Fotos. Schöne Dosen schön fotografiert, würde ich sagen. Würde ich sagen? Nein, sage ich! Schöne Dosen schön fotografiert, sage ich. Jetzt sind es schon über hundert. Langsam wird es Zeit für eine Rezeptseite, glaube ich.
Ich bin ein Glückspilz! Einmal dachte ich, es hätte mir jemand meine Brieftasche, komplett mit Papieren und so weiter gestohlen, aber dann, etwa ein halbes Jahr später, fand ich alles wieder. Blöd war nur, dass ich inzwischen alle Papiere neu beantragt und bekommen hatte.
Trotzdem war ich weiter im Glück. Einmal war ich auf dem Flughafen von Atlanta. Da merke ich plötzlich, dass mein Reisepass weg war. Ich wollte schon anfangen zu schwitzen, aber dann ging in zu dem Platz, an dem ich gesessen und gewartet hatte und was lag da? Richtig, mein Reisepass!
Und vorgestern war ich sehr froh, denn mein Fisher Space Pen war gekommen. Am Nachmittag saß ich dann lesend am Main und am Abend war ich dann im Kino. Als ich zu Hause war und meinen Space Pen bewundern wollte, da war er weg. Ich wurde sofort sehr traurig (auf einer Skala von 0 bis 14 war ich 9 traurig), weil ich dachte, ich hätte den Space Pen entweder an der Mainwiese oder im Kino verloren. Aber am nächsten Tag gab mir dann ein Freund meinen Space Pen zurück - ich hatte ihn auf der Heimfahrt in seinem Sportrenner verloren. Da war ich wieder froh (auf einer Skala von 0 bis 52 war ich 37 froh).
Ich lebe nämlich nach dem Grundsatz: Wenn du denkst, du hast total viel Pech, dann denk nicht dran, dann geht es weg.
(Also, man muss "weg" so, wie "wech" aussprechen, damit es sich reimt. (Auf einer Skala von 0 bis 3 reimt sich das 2).

Posted by banana at 06:58 EM | Comments (11)
September 13, 2006
Sie goss ihm den aromatischen Tee ein

Uff, jetzt bin ich erstmal entspannter und esse mitten auf der Zeil großspurig eine Jumbotüte Pommes mit Majo: Es kommt den Frauen gar nicht aufs Aussehen an. Gestern, sagte ein Junges Ding im Fernsehapparat, dass es beim Papst viel aufregender sei, als bei Robbie Williams. Eins für Robbie, eins für Justin, eins für Usher.
Was? Die Jumbotüte ist gar nicht die Größte? Gut, dann nehme ich die Nebukadnezartüte und knausern sie nicht mit der Fettsalbe, sie Hungerhaken!
Wer jetzt denkt, dass man den Papst nicht mit Angehörigen von Boybands vergleichen kann, der hat wiedermal nicht gründlich genug nachgedacht. Sie haben zum Beispiel beide in ihrem Vertrag stehen, dass sie keine Freundin haben dürfen. Oder keinen Freund. Zumindest nicht "so einen" Freund, wenn ihr wisst, was ich meine, zwinker, zwinker, knuff, knuff.
Aber, wer will schon was mit jungen Dingern anfangen? Das bringt doch nichts. Ok, sie haben knackige Körper, sie glauben jeden Scheiss, man kann sie mit Red Bull Wodka und einem Fiat Punto mit CD-Player beeindrucken und ein Abend an der Tankstelle ist billig und man muss sich nichteinmal umziehen. Aber die Nachteile überwiegen, zum Beispiel Nachteil A, Nachteil B und Nachteil C. Und dann ist man auch noch ständig müde.
Aber alte Dinger sind auch schlimm. Neulich wurde ich Zeuge eines Gespräches, von dem ich überzeugt bin, dass es tagtäglich so hunderte Male in der Republik geführt wird:
AD1: "Willst du auch ne Latte?"
AD2: "Nee, lieber nen Kappu!"
Mir wurde sofort blümerant und es überkam mich das dringende Bedürfnis, mir die Ohren auszuwaschen, aber dann wurde mir klar, dass das nichts bringen würde. Die Ohren auswaschen. Da war doch nur Luft in meinen Ohren, die meine Ohrsteighämmer und Ambrosiusbürgel in Schwingungen versetzt hat. Da wurde gar nichts berührt. Kein Grund, sich die Ohren zu waschen. Ein Glück! Ist ja erst September. Waschen bringt ja nur was, wenn man böse Worte gesagt hat. Allerdings - ist es nicht so, dass die Worte erst durch unsere Gedanken böse werden? Doch, es ist so. Bringt also auch nichts. Aber Zähneputzen sollte schon drin sein!
Trotzdem ist es doch schön, dass wir Meister Proper haben. In Amerika heisst der nämlich §§a href="http://www.homemadesimple.com/sites/en_US/mrclean/index.shtml">Mr. Clean§§/a>. Da hätte man ja auch hingehen können und den einfach "Herr Sauber" nennen können oder "Saubermann". Aber nein, man hat sich die Mühe gemacht, eine adäquate Übersetzung zu erschaffen und ist auf Meister Proper gekommen. Ich finde das wirklich schön. Wobei "proper" natürlich erstmal ein Englisches Wort ist. Klingt etwas nach "Popper", dabei sieht der Meister Proper eigentlich eher, wie ein Skinhead aus. Ist er aber nicht. Die würden ja niemals selber saubermachen. Verwirrend ist allerdings, dass auf den Flaschen ganz klar "Mr. Proper" steht. "Mr." ist für mich ganz klar die Abkürzung von "Mister" und nicht für "Meister". Damit haben wir noch etwas Restverwirrung übrig. Das ist gut, dann müssen wir uns morgen nicht nochmal von vorne verwirren.

Posted by banana at 10:47 EM | Comments (21)
September 11, 2006
Wenn ihr das hier spielt ist eure Party weg

Im Moment ist richtig viel los in der §§a href="http://www.spackonauten.org/adoe/index.html">Allee der Ölsardinen§§/a>. Heute gibt es gleicht elf (in Worten: elf) neue Sardinendosen zu sehen, die Ruhr-Pauli auf den Azoren (ja, die gehören zu Portugal) ergattert hat. Vielen Dank dafür! Jetzt haben wir Dosen aus Deutschland, Spanien, Portugal, Griechenland, den USA, Thailand und eventuell dem einen oder anderen Land, das mir gerade nicht einfällt.
Die Deutschen Besucher des Papstgottestdienstes in München waren auch begeistert. Sie äusserten sich im Britischen Fernsehen übereinstimmend: "What a mess!"
Jasowanz! Jasowanz! Jasowanz, die alten Ritterleut.
Hm. Nach diesem turbulenten Anfang habe ich jetzt ehrlich gesagt leichte Schwierigkeiten, das rasante Tempo aufrechtzuerhalten.
Pass auf, da, hinter dir!
Mist, klappt nicht.
Wenn das Pulver erstmal verschossen ist, dann ist guter Rat teuer.
Gestern hat der Michael Schumacher seinen Rücktritt bekanntgegeben. Dabei dachte ich immer, die Profis fahren mit Freilauf.
Naja, das war jetzt nicht so witzig.
Er hat aber seinen Rücktritt bekannt gegeben, hat schön auf Englisch alles erklärt, hat wenige Schritte vom Wasser entfernt gesprochen, das konnte man an seiner Stimme hören. Er war bewegt. Als er fertig war, herrschte einen Moment Stille im Raum. Dann stellte der Interviewer die nächste Frage: "Michael, kommen wir zum heutigen Rennen zurück - beschreiben sie aus ihrer Sicht die Situation in der ersten Schikane".
Das fand ich etwas unpassend, aber auch irgendwie lustig. Herr Schumacher schien auch etwas überrascht gewesen zu sein, beantwortete die Frage dann aber in gewohnt professioneller Weise.
Auf der anderen Seite war es die Pressekonferenz zum Rennen und nicht die Michael Schumacher Rücktrittspressekonferenz. Hätte der ja seine eigene Pressekonferenz machen können, der Mischael.
Fernando Alsonso ist derweil total stinkesauer und zwar nicht nur, weil sein Renault abgeraucht ist, sondern, weil man ihn auch total veräppelt hat und fünf Startplätze nach hinten versetzt hat. Es ist aber auch komisch. Im Krieg und bei Klausuren wollen alle hinten sein, aber in der Formel 1, da wollen auf einmal alle vorne sein. Viele sagen ja, dass sein Renault gar nicht abgeraucht wäre, wenn er weiter vorne gestartet wäre, weil er dann nicht so sehr auf die Tube hätte drücken müssen. Eigentlich ist das ja auch gar nicht die Art von einem Renault, so einfach abzurauchen. Das hätte ich eher von Kimi erwartet. Kimi geht übrigens zu Ferrari, jetzt wo der Mischael da nicht mehr in den Volant greift.
Aber was wird jetzt aus der Formel 1 werden? Wird RTL sie überhaupt noch in den Fernsehapparat reintun? Die meisten haben das doch nur wegen dem Mischael geschaut, so wie sie den Skisprungschrott nur wegen dem Dingsda geschaut haben. Immerhin gibt es auch noch ein paar verbleibende Deutsche Fahrer: Ralf Schumacher, Nick Heidfeld, Nico Rosberg und der Testfahrer von BMW Sauber. Allerdings fahren die alle nicht so ein auffällig rotes Auto und sind damit vom durschnittlichen Fan nur sehr mit Mühe zu identifizieren. Damit fällt schonmal die Identifikation mit dem Sportler an sich ziemlich flach, wodurch auch das Interesse am Sport abflauen wird. Ausserdem ist auch keiner von denen derat überlegen, wie Schumacher es war und dann ist das natürlich langweilig. Wieder ein Punkt für verschwindendes Interesse. Gibt ja auch viele Bayern München Fans. Naja. Wird dann wohl mittelfristig keine Formel 1 mehr im kostenlosen Fernsehen geben. Dann hat man auch mehr Zeit, seine Nase mal wieder in ein gutes Buch zu stecken!

Posted by banana at 06:31 EM | Comments (11)
September 10, 2006
Noch 52,4 Sekunden bis zum Auftritt

Vorneweg Danke an Ernst für ein neues Sardinendosenfoto! So eine Sardinendose habe ich noch nicht gesehen, aber Sardinendose ist Sardinendose. Vielen Dank!
Bitte berücksichtigen sie folgende Hinweise:
Halte deine Sehnen geschmeidig. Weise den Eimer nicht zurück, nur weil Melkfett draufsteht. Frage beim Discounter an der Kasse nach Vaseline.
Sei ganz du selbst. Filme dich dabei und gib das Band deinem Logopäden. Dann schließe dich ein, schreibe dir was hinter die Ohren und komme erst raus, wenn die Welt nach dir ruft. Regele vorher deine Angelegenheiten. Aber halte um bitte deine Sehnen geschmeidig.
Kaufe dir Schwefelhölzer und Schmalzfleisch. Kaufe alle Schwefelhölzer, die du kriegen kannst und baue daraus Wilhelm Gustloff im Maßstab einz zu fünfundvierzig nach. Lass dir Zeit. Aber halte unbedingt deine Sehnen geschmeidig.
Höre nicht auf die anderen. Wecke dein Mobiltelefon mit Stachelbeeren ein und überschreibe dein Erspartes einem unbekannten Kind in einem S.O.S. Kinderdorf in Nepal. Meide alle Gelegenheiten, bei denen du auf die anderen hören kannst. Kaue nicht auf den Schwefelhölzern. Rauche, aber schnüffele nicht den Klebstoff. Sei unnachsichtig gegen dich selbst, wie auch andere unnachsichtig gegen dich sind. Aber halte um Gottes Willen deine Sehnen gemscheidig.
Überdenke deine Ratschläge. Multipliziere sie mit deiner Hosengröße und Graviere sie in die Türklinke. Meide deinen Logopäden.
Arbeite vor dem Spiegel. Erforsche deine Kuttelseiten und fotografiere sie mit Blitzlicht und dann stelle sie ins Internet. Schraube eine Neonröhre über dein Bett. Freunde dich mit den Gedanken an.
Führe stets ein diktiergerät mit dir. Nehme alle auf, was du zu anderen sagst. Höre es dir an, wenn du die Blauen hast. Schreibe alle deine Ausreden an. Ordnete sie nach der Zahl der Umlaute und wirf sie in den Fluss.
Aber halte in drei Teufelsnamen deine Sehnen geschmeidig.

Posted by banana at 12:53 EM | Comments (10)
September 07, 2006
Wenn alle schwören, wem soll ich da glauben?

Heute war ich total lustig drauf.
Aus: Gespäche mit bna. Heute: bna ist total lustig drauf.
dkb: Gestern ist mir mein WLAN-Router abgeraucht.
bna: Dann ist es ja ein WLAN-Raucher.
dkb: Naja, war vier Jahre alt.
bna: Was? Erst vier Jahre alt und dann schon rauchen?
dkb: Ja, eigentlich kein Wunder, dass er kaputt gegangen ist.

Ich wollte ja mal wieder über etwas anderes als über Essen schreiben. Also habe ich eine Umfrage gestartet und bei der Umfrage hat mit überwältigender Mehrheit das Thema "Achterbahnen" gewonnen.
Das freut mich natürlich sehr, weil das Achterbahnfahren eines meiner Lieblingshobbies ist.
Das Mekka vieler Achterbahn-Fans liegt in Santa Claus, Indiana und heisst "Holiday World". Holiday World ist ein relativ kleiner Park, der weder von den Ausmaßen, noch von der Anzahl der Achterbahnen und Attraktionen mit den ganz großen Parks wie Cedar Point oder Six Flags Magic Mountain mithalten kann. Alles in allem gibt es dort nur drei Achterbahnen ("Howler", die Kinderbahn unterschlage ich hier mal ganz nonchalant). Aber was für welche! Allesamt aus der Kategorie Holz und allesamt aus der Kategorie Extraklasse (über §§a href="http://www.spackonauten.org/aktuell/archiv/2006_06.html#001650">"The Raven"§§/a>, die auch in dem Park steht, hatte ich schon etwas geschrieben). Zum einen liegt das an den Bahnen selbst, zum anderen aber auch an der Pflege, die den Bahnen in dem Park zuteil wird.
Alles könnte so schön sein.
Das Dumme bei der Sache ist nur, dass Holiday World ziemlich ab vom Schuss liegt. Dass heisst, wer dort nicht wirklich hin möchte, der kommt dort auch nicht hin, es sei denn, man stürzt vielleicht mit dem Flugzeug ab oder wird entführt, aber dann hat man andere Sorgen. Da ist nichts mit "Schatzimausi, ich sehe gerade, da liegt ja Holiday World auf dem Weg, da könnten wir doch einen kleinen Abstecher machen". Nein, damit ist nichts.
In diesem Jahr wurde "The Voyage" neu eröffnet. Die Konstrukteure von "The Voyage", die "Gravity Group", sagen, sie wollten bei der Bahn das beste aus beiden Welten bieten. Beide Welten, dass heisst im Achterbahnuniversum zum einen "Airtime" und zum anderen "out of control feeling". Deutsche Begriffe gibt es dafür nicht. Die Achterbahnkultur ist bei uns noch nicht so sehr verbreitet, wie in den USA, aber vielleicht kommt das ja noch.
Ich schreib oben, dass es sich bei "The Voyage" um eine Holzachterbahn handelt. Genauer gesagt handelt es sich um eine Hybridkonstruktion, denn die Bahn steht auf Stahlstützen, auf denen die Holzgleise verlegt sind. Da man Achterbahnen nach dem Material klassifiziert, auf dem die Wagen fahren, handelt es sich bei Voyage um eine Holzachterbahn. Die Stahlkonstruktion für die Stützen wurde aus Kostengründen gewählt. Reine Holzbahnen sehen zwar noch etwas schöner aus und klingen auch besser, das Fahrgefühl der Hybridbahnen ist aber ziemlich ähnlich zu dem von reinen Holzkonstruktionen. Ausserdem hat man während der Fahrt andere Dinge zu tun, als sich über Stahl- oder Holzgerüste Gedanken zu machen, nämlich festhalten und rumbrüllen.
Laut §§a href="http://www.rcdb.com/id3231.htm" target="_blank">RCDB§§/a> ist The Voyage 50 Meter hoch und fast zwei Kilometer lang. Für eine Holzachterbahn ist das ziemlich hoch und verdammt lang. Vom Layout her würde ich The Voyage als "Out and Back" (also hin und zurück) Bahn bezeichnen. Wobei die Bahn in der Out-Hälfte das eine Gesicht und in der Back-Hälfte das andere Gesicht zeigt. Dere "Out" Teil der Fahrt führt ziemlich gerade über eine Reihe von Hügeln in den Wald hinaus, wobei es einen auf der Spitze jedes Hügels ordentlich aus dem Sitz hebt und in die Rückhaltesysteme drückt (das ist die Airtime) und die Schienen des "Back"-Teils schmiegen sich nach ein paar 90° steilen Kurven in Unterholz in wahnwitzigen Kurven um die Stützen der Hügel des "Out"-Teils herum. Zuweilen fühlt man sich auf der Rückfahrt, als hätte ein Riese den Zug zu Weihnachten geschenkt bekommen. Noch in der Verpackung dreht er den Zug und hält ihn ans Ohr und schüttelt ihn, damit er hören kann, was denn in der Schachtel drin sein könnte.
Aber es ist ein verdammt netter Riese. Etwas ungestüm, aber nett.
Dabei ist die Fahrt nie unangehm rappelig ("rough", wie der Fan sagt), vielmehr ist der erste Teil angenehm sanft. Auf den Hügeln lupft es das Hinterteil leicht aus den Sitzen und kurz vor Erreichen der Talsohle wird man wieder sanft auf den Polstern abgegeben. Anders ist es auf der Rückfahrt. Die kleinen Absätze und scharfen Kurven beuteln den Fahrgast ordentlich. Da sollte man schon den Streckenverlauf im Auge haben, ansonsten könnte man unangenehm überrascht werden. Gegen Ende der Fahrt schießt die Bahn mit einem deratig großen Geschwindigkeitsüberschuss an der Station vorbei, dass man den Mitfahrenden noch eine kleine Runde um den Vorplatz von The Voyage spendiert hat. Das ist eine feine Sache, denn so bleibt auch denen etwas zu schauen, die sich nicht trauen, einzusteigen.
Da sich fast alles in Santa Claus, Indiana, ingendwie um Weihnachten dreht, würde ich die Fahrt mit The Voyage" mit der Fahrt auf Santa's Schlitten vergleichen, wobei man ungefähr nach der Hälfte die Mütter der Rentiere beleidigt hat.
Ich glaube, Santa hat das auch immer so gemacht.
Als ich in Holiday World war, fragte ich die Leute spaßeshalber nach ihrem "Lieblingsmoment auf The Voyage" und fügte hinzu, mein Lieblingsmoment sei der Moment auf dem dritten Hügel, wenn man den Scheitel des Hügels überfahrt, zurück zum Boden saust und dort keine Schiene sieht, sondern nur blanke Erde, weil die Fahrt dort unterirdisch weitergeht.
Meistens bekam ich zur Antwort, der Lieblingsmoment sei der Moment in einem der Tunnel auf der Rückfahrt, wenn man mitten im Lachen nach zwei plötzlichen Abwärtsfahrten im Stockfinsteren plötzlich von einem dritten Absatz nach unten gezogen wird, mit dem man auch nach mehreren Fahrten nicht mehr rechnet.
Für einige war der Lieblingsmoment allerdings auch die Blockbremse zur Hälfte der Fahrt, die den Airtime-Teil von dem Out of Control Teil trennt, weil man dann schon eine schöne Fahrt hinter sich hat und sich noch auf die zweite Hälfte freuen kann (das ist da, wo Santa die Mütter der Zugtiere als "Schlampen" bezeichnet).
Einige Leute, die vor mir The Voyage gefahren sind, hatten mich gewarnt, die Bahn sei sehr anstrengend, der §§a href="http://www.rcdb.com/m/id2586.htm" target="_blank">J2§§/a> in Clemtenton nicht mindestens eine Stunde durchgefahren wäre, der bräuchte mit The Voyage gar nicht erst anzufangen.
Ich hatte auf J2 nach zwei Fahrten aufgegeben.
Sicherlich ist The Voyage keine Spazierfahrt, es geht ordentlich zur Sache. Ich persönlich fand the aber nicht so hinterhältig, wie J2, sondern anstrengend, aber schön.
Auch wurde gesagt, wir sollten The Voyage in ihrer derzeitigen Form aufmerksam fahren, denn es sei so gut wie sicher, dass auf dem Ding nachträglich noch die eine oder andere Bremse installiert werden würde.
Ich hoffe, dass das nicht der Fall sein wird, denn ich ich will da nochmal hin und eine entschärfte Version meiner Lieblingsbahn würde mir doch sehr leid tun.

Posted by banana at 06:55 EM | Comments (4)
September 05, 2006
Ich habe ja schon viele Bücher über den neunten September gelesen

So ein Mist. Ich merke gerade, nachdem ich diesen sehr guten Essay geschrieben habe, dass es hier schon wieder uns Essen geht. Es geht hier dauernd nur ums Essen! Das ist wirklich sehr schlimm! Ich sollte mich mal in anderen Bereichen des menschlichen Lebens umschauen. Moment. Ich muss überlegen.
Ich überlege immernoch.
Dummdidudmm. Kommt, du Gewitter und blitze durch meine Gedünken! Wie? Achterbahnen? Ja, genau! Das ist auch ein sehr interessantes Thema! Ich werde also demnächst etwas mehr über Achterbahnen schauen. Achso - wer gestern King of Queens geschaut hat, der hat eine Achterbahn gesehen und zwar laut Serie "Goliath auf dem Thrill Mountain". Die gezeigte Achterbahn heisst tatsächlich Goliath, steht aber nicht auf dem "Thrill Mountain", sondern im Six Flags Park "Magic Mountain" in Kalifornien. Jetzt denkt ihr - "Moment mal. Ich bin zwar ziemlich unterbelichtet, aber ich weiss, dass Queens in New York liegt und dass Kalifornien nicht in New York liegt". Das stimmt, aber King of Queens wird in Los Angeles gedreht und das liegt ja tatsächlich in Californ-I.A.! Jetzt denkt ihr "verwunderlich, verwunderlich, wieso spielt King of Queens in New York, wird aber in Kalifornien gedreht, das ist doch crank." Ist es auch, aber das ist normal. Die Lindenstraße wird ja auch in Köln gedreht, obwohl sie in München spielt. Und so weiter und so fort, laberfasel, laberfasel, wie gut, dass ich nicht nach Zeilen bezahlt werde.
Auf geht's, jetzt wird g'jodelt!
Skandal! Erdnussflips bestehen gar nicht aus Erdnüssen! Dass das erlaubt ist! Erdnusslocken bestehen auch nicht aus Erdnüssen und schon gar nicht aus Locken! Dass das erlaubt ist, dass finde ich wirklich skandalös! (§§a href="http://www.dooyoo.de/suessigkeiten-knabbereien/bahlsen-erdnusslocken/1034329/">Hier§§/a> gibt es einen schönen Test zum Thema Erdnusslocken zu lesen. Ich finde es nur etwas bedenklich, dass hier die Locken den Gästen vorgesetzt werden, nachdem sie gegessen wurden. Aber mich geht es ja nichts an, was die Leute in ihren eigenen vier Wänden so machen.)
Schon als Kind habe ich mich immer gefragt, wie man es denn schaffen kann, aus Erdnüssen kleine knusprige Würstchen herzustellen. Es musste einen Trick geben, da war ich mir ganz sicher, denn Erdnuss Flips schmeckten zwar nach Erdnüssen, hatten aber von der Konsistenz und vom Aussehen her gar nichts mit Erdnüssen zu tun. Ich war aber auch schon reletiv früh Zeuge geworden, wie aus Mais Popcorn wurde, also schien mir im Lebensmittelsektor eigentlich nichts unmöglich zu sein. Ich wollte aber nicht versuchen, eine Handvoll Erdnüsse in einen heissen Topf zu geben, denn das hätte Ärger gegeben. In den Zeiten meiner Kindheit wurden die Kinder nämlich noch gezüchtigt. "Arschreise" nannte das meine Mutter. Das machte die Sache aber auch nicht angenehmer. Wenigstens wurde zu meinen Zeiten kein Kleiderbügel mehr benutzt. Meine Mutter bekam noch mit dem Kleiderbügel den Hintern versohlt. Mein Opa war allerdings schon soweit emanzipiert, dass er diese Arbeit meiner Oma überließ und meine Oma war so human, dass meine Mutter sich den Kleiderbügel selbst aussuchen durfte. Ich nenne das mal "frühes Stadium des Mitspracherechts (Arbeitstitel)".
Wo war ich stehengeblieben. Genau. Erdnussflips. Die sind nämlich gar nicht aus Erdnüssen hergestellt, sondern aus Mais. Und? Steht das irgendwo? Nein. Eigentlich müssten sie doch dann "Maisflips mit Erdnussgeschmack" heissen, wobei "Flips" die tatsächlichen Eigenschaften des Produktes meiner Meinung nach auch nur unzureichend beschreibt. Höre ich Flip, dann denke ich an Biene Maja und nicht an eine kleine Wurst, die sich krümmt. Ich fühle mich verhohnepiepelt! Wenn ich nämlich zum Beispiel Apfelsaft kaufe, dann kaufe ich die Packung, auf der "Apfelsaft" steht und dann kann ich mir auch sicher sein, dass da Apfelsaft (100%) Saftgehalt drin ist. Schließlich gibt es ja auch noch Nektar (25%-50% Saftgehalt) und Getränk (6%-30% Saftgehalt). Da weiss man, was man hat, wobei ich mich jetzt spontan Frage, wie ein Getränk heissen muss, dass sich Saftmäßig in der Schnittmenge zwischen 25% und 30% bewegt. Vielleicht zum Beispiel Apfelnektargetränk oder so. Habe ich aber noch nicht gesehen. Ach so, höre ich es da gerade von hinten aus dem Auditorium - das ist je nach Fruchtart geregelt. Na bitte. Hätte ich auch nicht anders vermutet.
Aber auf jeden Fall kann es nicht angehen, dass "Erdnussflips" draufsteht und in Wahrheit harte Maiswürste mit Erdnussgeschmack drin sind. "Erdnusslocken" finde ich auch sehr, sehr irreführend. Aber Goldbären darf man ja auch so einfach verkaufen, obwohl gar kein Gold drin ist. Da besteht durchaus noch die Möglichkeit, die Verbraucher besser zu Informieren und ihm die Schweinemaske der Verwirrung vom Schwartenmagen zu reissen.
Was kann ich noch. Ach ja - Fragen über fragen. Steve Dingsda, der Corocidile Hunter ist tot. Seine Film kann man mögen oder auch nicht. Mir kam er immer in seinen Filmen immer so vor, als hätte ihn jemand auf "Fast Forward" geschaltet und vergessen, allen anderen Bescheid zu sagen und wenn wilde Tiere sprechen könnten, dann hätten sie bestimmt "What the fuck?" gesagt, als er sie am Wickel hatte (männlich) oder Kopfschmerzen vorgetäuscht (weiblich). Aber dass man so jung stirbt, dass ist natürlich niemandem zu wünschen.
Da habe ich aber noch ein paar Fragen: Wenn ein Stachelrochen ihn ins Herz gestochen hat und er sich den Stachel selbst rausgezogen hat, heisst das dann, dass so ein Stachelrochenstachel abbricht, wenn der Rochen zugestochen hat? Und wenn ja - wächst demm Stachelrochen dann ein neuer Stachel nach? Oder hat der Stachelrochen vielleicht sogar mehrere Stacheln und müsste er dann nicht eigentlich "Stachelnrochen heissen"?
Ach. Ich weiss schon, warum viele Leute so wenig Nachdenken. Nachdenken wirft nur wieder neue Fragen auf. Es ist, wie überall - Arbeit zieht Arbeit nach sich.

Posted by banana at 06:17 EM | Comments (10)
September 04, 2006
Last night I dreamt of some Pedro

Wirklich verwirrend ist das! Gestern war eine junge Frau im Fernsehapparat, die ging in einem Supermarkt einkaufen. Dabei wurde sie von einer anderen Frau beobachtet. Ich glaube, es war eine Verbraucherschützerin. Jetzt könnte man natürlich annehmen, dass die Aufgabe der Verbraucherschützerin darin bestand, die Verbraucherin zu schützen, also zum Beispiel "Hör sofort auf!" zu rufen, wenn der Verbraucherin jemand auf die Omme klopfen will, aber dem war nicht so. Sie sollte der Frau vielmehr ein paar Tips geben, wie man beim Einkauf im Supermarkt Geld sparen kann.
Das zeigt auf der einen Seite, wie sicher das Einkaufen in Deutschen Supermärkten ist, aber auf der anderen Seite verwunderte mich das ganze auch ein kleines bisschen.
Die Verbraucherschützerin riet nämlich zum größten Teil dazu, einfach die billigeren Produkte zu kaufen. Oftmals seien diese Produkte einfach schwieriger zugänglich, aber es lohne sich auf jeden Fall, sich auch mal zu bücken, um die Schnäppchen aus den unteren Regalbrettern zu angeln. Im Bild lagen dick und salpeterrot Würste aus der supermarkteigenen Disount-Linie.
Ich wundere mich. Ein paar Minuten vorher noch war in den Nachrichten zu hören, dass man mal wieder tonnenweise Jahrgangsfleisch in irgendwelchen zwi- bis trilichtigen Kühlhäusern gefunden hatte und ich hatte noch die Worte einer Dame von den Grünen in den Ohren, die sinngemäß sagte, dass man sich über Fleischskandale nicht zu wundern braucht, wenn die Verbraucher vor allem das kaufen, was billig ist, solange es nach Fleisch aussieht und nicht allzu atemberaubend ausgast.
Ja wie denn nun? Ich bin ein einfacher Mensch, ich mag einfache Richtlinen. "Socken müssen schwarz sein" ist zum Beispiel eine Richtline ganz nach meinem Geschmack. Soll ich jetzt zum Biometzger gehen und das Fleisch von Tieren kaufen, die wenigstens so lange glücklich waren, bis sie es hinter sich hatten und mich in den finanziellen Ruin stürzen oder soll ich billige Wurst kaufen und somit mein Geld der Fleischindustrie in den Rachen werfen, die nur auf Gewinn hin optimiert und noch das letzte Stück Rindersehne zu Geld macht?
Und was sagen eigentlich die Tierschützer dazu? Und die Kinderschützer?
Am Ende des Beitrages sagte die einkaufende Frau nämlich auch noch, dass sie beim Einkaufen zukünftig ihr Kind nicht mehr mitnehmen würde. Wahrscheinlich konnte sie damit auch Geld sparen, weil das Kind dann nicht rumnervt und irgendwelche überteuerten Süßigkeiten haben will, die von den fiesen Supermarktpsychologen geschickt und perfide in Kinderaugensichtweite und Kinderhandgrapschhöhe platziert worden sind.
Das verwirrte mich vollends. Sollten Kinder nicht möglichst viel Zeit mit ihren Eltern verbringen? Was macht das Kind, wenn es nicht mit zum Einkaufen darf? Auf der Straße rumhängen? Rauchen? Saufen? Klauen? Alte Frauen abziehen? Ich weiss es nicht.
Ausserdem habe ich auch gelernt, dass Kinder natürlich nur das Allerbeste essen sollten und wenn die Mami sich dann ganz allein und nur vom Spartrieb gelenkt durch die Supermarktregale bückt und angelt und Schrottwurst kauft, dann kann das doch nicht gut für das Kind sein. Wahrscheinlich erliegt es dann beim ersten Bissen ins Leberwurstbrot einem anaphylaktischem Schock, weit davon entfernt, dieses Wort je ausgesprochen zu haben. Bei der Obduktion wird sich der Arzt dann wundern, weil auf seinem Zettel steht, dass das Kind nach einem Biss ins Wurstbrot verschied, aber er wird gar kein Fleich im kleinen Bäuchlein des Kindes finden können, sondern nur Säge- Fisch- und Bärlauchmehl und Geschmacksverstärker. Doch hat! Da sind ja auch Spurenelemente von Schweinehaut, die länger abgezogen in Kühlhäusern rumhing, als rosig gespannt auf Schweinerücken in tageslichtfreien Schweineställen von roten Wärmelampen beschienen wurde.
Das ist wirklich tragisch. Ich habe gelesen, dass die wir Deutschen wesentlich weniger Geld für Lebensmittel ausgeben, als die anderen Europäer. Das kann natürlich an den günstigen Preisen hier im Lande liegen. Es kann aber auch daran liegen, dass für uns tatsächlich erst der Preis und dann die Qualität kommt. Wenn das so ist, dass brauchen wir uns nicht aufzuregen und zu wundern, wenn wir Schrott vorgesetzt bekommen. Dass das jetzt auch schon im Fernsehen beworben wird, dass wundert mich. Wir Deutsche scheinen aber schon als knauserig bekannt zu sein. In Norwegen unterhielt ich mich mit einer Einheimischen, unter anderem auch über Deutsche Touristen. Deutsche Touristen waren für sie vor allem Leute in Wohnmobilen, die komplett autark durch Norwegen fahren und dem Land überhaupt nichts bringen, weil sie alles von zu Hause mitbringen und überhaupt nichts im Gastland kaufen. Kürzlich habe sie sogar einen Bericht über ein Deutsches Touristenpaar gesehen, die palettenweise Speiseöl mitgeführt hatten und damit ihr Mobil betankten.
Das war ihr sehr eindrücklich im Kopf geblieben, den sie ob dieses für sie unverständlichen Verhaltens heftig schüttelte.
Und jetzt? Was ist jetzt mit den einfachen Richtlinien? Nix wars mit den einfachen Richtlinien. Wird Zeit, dass die Privaten ihre Sendungen verschlüsseln, damit ich mir weniger Schrottfernsehen anschaue und meine Nase lieber mal wieder in ein gutes Buch stecke. Oder mal wieder eine leckere Gemüselasagne braten.

Posted by banana at 06:00 EM | Comments (40)
September 01, 2006
Robots going crazy 'cross the galaxy

Guten Tag,
heute gibt es mal wieder gute Nachrichten und zwar aus der §§a href="http://www.spackonauten.org/adoe/index.html">Allee der Ölsardinen§§/a>! Herzlichen Dank an pipa für gleich vier neue Sardinendosen, die er aus Griechenland mitgebracht hat. Ich finde besonders die apricot-farbene Dose besonders hübsch. Nochmal: Vielen Dank! Es ist mir wirklich eine große Freunde, wenn ich sehe, dass da schon eine sehr umfangreiche Sammlung zustande gekommen ist. Neuzugänge sind natürlich immer willkommen!
Als nächstes noch vorweg aus aktuellem Anlass §§a href="http://www.fguide.org/Bulletin/conflictdiamonds.htm">hier§§/a> eine Liste der zehn besten Gründe, warum du niemals einen Diamantring als Geschenk annehmen solltest. Stattdessen drehe dich drei Mal im Kreis, sage "weiche von mir, du komischer Typ" und schick den Schenkenden in die Wüste, wo der Pfeffer wächst.
Darüber hinaus bedenkt bitte immer, dass die Basis für die Liebe der Respekt ist. Und das Vertrauen. Ja, Vertrauen ist auch ganz wichtig. Aber wenn der Respekt nicht die Basis ist, auf der die Liebe gebaut ist, dann könnt ihr eure Liebe auch gleich auf Sand bauen, dann alles, was nicht Respekt ist, das ist Sand, zumindest in Bezug auf die Liebe. Und ihr wisst, wie das mit dem Sand ist: Er ist nicht so gut geeignet, wenn man darauf Liebe bauen will.
Bedenkt auch folgendes: Sucht euch eine Liebe aus, mit der ihr lachen könnt. Denn wenn ihr schon in guten Zeiten nicht zusammen lachen könnt, wie soll das dann erst in schlechten Zeiten sein? Das ist ein ganz wichtiger Punkt, ein ganz zentraler Punkt. Nicht ganz so wichtig und zentral, wie das mit dem Respekt, aber doch ziemlich zentral. Sagen wir es mal so: Wenn der Respekt als Grundlage Frankfurt ist, dann ist das gemeinsame Lachen Offenbach. Und Frankfurt und Offenbach liegen ziemlich nah beieinander, auch wenn es ziemlich untschiedliche Städte sind. Aber Respekt und gemeinsames Lachen haben ja auch nicht so viel miteinander zu tun. Deswegen war der Vergleich mit Frankfurt und Offenbach von mir schon ziemlich Clever gewählt.
Dunnerknispel! Manchmal bekomme ich richtig Angst vor mir, wenn ich mir mal wieder beweise, was für ein cleveres Kerlchen ich eigentlich bin. Ich meine echt, so.. wow, ich mein, so ey, man, so. Ich so: Echt fett, Alter.
Jetzt hätte ich das mit dem Vertrauen doch fast aus den Augen verloren. Dabei ist das doch auch eine verdammt wichtige Sache. Vertrauen ist eine verdammt heikele Angelegenheit. Vertrauen ist so, wie das Salz in einer Beziehung, nur anders. Ich will es mal mit dem Zucker vergleichen, obwohl das vielleicht etwas ungeschickt ist, weil ich ja vorher mit dem Salz angekommen bin, aber wenn ihr etwas weiterlest, dann werdet ihr schon sehen, auf was ich eigentlich herauswill: Viele Leute wissen das gar nicht, aber man soll an jedes salzige Gericht, das man kocht, etwas Zucker geben und an jedes süße Gericht etwas Salz geben. Verblüffung, was? Aber es ist wahr! Und so ist das auch mit dem Vertrauen. So wie der Zucker dem salzigen Gericht den Körper gibt, ohne dass man ihn beim Schmecken sofort erkennt, so gibt das Vertrauen auch der Beziehung den Körper. Wenn das Vertrauen aber so stark ist, dass man es immer spürt, dann ist es schon zu viel des Guten. Das Vertrauen muss einfach da sein, ohne, dass man es spürt!
Moment. Das ist vielleicht nicht so günstig, weil man das Vertrauen ja schon spüren soll. Es soll aber nicht so sein, dass man es zu sehr spürt. Denkt als kleine Denkhilfe einfach an Vanillepudding mit viel Salz und vergleicht das in eurem Kopf mit eurer Beziehung und dann wisst ihr schon, was ich meine. Das ist ja wohl nicht zu viel verlangt, oder? Ich meine, wenn man sich nichtmal die einfachsten Vorstellungen machen kann, dann kann man es ja komplett gleich bleiben lassen. Ein Großteil von Beziehungen spielt sich nämlich sowieso auch im Kopf ab, zum Beispiel, weil der Partner gerade nicht da ist, weil er arbeiten muss oder sowas. Dann läuft die ganze Sache ja auch auf Vorstellungsbasis ab. Man braucht also auch eine gute Phantasie. Damit schließt sich der Kreis, denn wenn man keine gute Phantasie hat, dann kann man es sowieso mit dem Respekt vor dem Partner schonmal gleich komplett vergessen. Das ist ja wohl so klar, wie Kloßbrühe.

Posted by banana at 05:06 EM | Comments (9)
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