Februar 28, 2006
I had a jackpot girl in my arm

Ist es wahr, dass jede Generation verweichlichter wird, als ihre Elterngeneration? Sind die Jugendlichen von Heute weicher als wir? Sind wir weicher als unsere Eltern? Sind unsere Eltern weicher, als unsere Großeltern?
Ein Beispiel:
Als ich ein kleines Kind war, machte unsere Familie einen Ausflug zum Radau Wasserfall im Harz. Nein, der Wasserfall heisst nicht so, weil er besonders laut ist, sondern vielmehr ist die Radau ein Gewässer. Die Wahrheit ist eben manchmal nicht so schön, wie man sich das wünscht.
Am Wasserfall angekommen untersuchte die Familie das Gelände und mein Bruder fand heraus, dass die eigentlich interessanten Stellen nicht unten am Parkplatz, sondern oben am Wasserfall seien. Um zu den interessanten Stellen zu gelangen musste man allerdings einen nicht unerheblichen Aufstieg in Kauf nehmen. Mein Bruder und mein Vater taten das auch, meine Mutter war allerdings zu faul, mich den ganzen Weg zu tragen, denn ich selbst war im Klettern noch ziemlich schlecht. Es ist nicht so, dass ich nicht gewollt hätte, vielmehr wurde die Entscheidung, dass ich nicht hochklettern würde, über meinen Kopf hinweg getroffen. Mein Kopf soll im weiteren Verlauf der Geschichte noch eine wichtige Rolle spielen. Das sage ich hier schonmal, um die Spannung aufzubauen.
Mein Bruder und mein Vater kletterten los, während meine Mutter warete und ich mich langweilte. Der Wasserfall war auch von hier unten zu sehen und zwar hinter einem Gitterzaun. Der Zaun befand sich auf einem Vorsprung, unter dem es etwa zehn Meter in die Tiefe ging. Wenn man nach unten schaute, konnte man dem Wasser beim Fallen und beim Aufschlagen auf dem steinigen Untergrund zuschauen. Der Gitterzaun war hüfthoch und die Abstände zwischen den Gitterstäben waren gerade so groß, wie ein Kinderkopf. Ohne Ohren.
Ich stand mit meiner Mutter vor dem Zaun, sie schaute darüber hinweg, ich durch den Zaun hindurch. Und weil ich sehen wollte, was unter mir so passierte, steckte ich meinen Kopf durch die Gitterstäbe.
Nun verhält es sich glücklicherweise so, dass ich damals über einen Kinderkopf mit Ohren verfügte und wie jeder nach kurzem Befühlen bestätigen kann, verhalten sich Ohren ein kleines bisschen so, wie Widerhaken. Man kann den Kopf zwar gut vorwärts in etwas hineinstecken, will man den Kopf aber rückwärts wieder herausziehen, so klappen sich die Ohren nach aussen, verbreitern die Birne dadurch und melden heftigen Schmerz an das Gehirn.
Nach einer Weile hatte ich genug gesehen und wollte meinen Kopf zwischen den Gitterstäben herausziehen, aber es ging nicht. Ich steckte fest.
Wie das damals so meine Art war, fing ich an zu weinen, weil mir sofort klar war, dass ich mich in eine missliche Lage manövriert hatte.
Meine Mutter zog an mir, die Ohren wickelten sich um die Gitterstäbe und ich schrie noch lauter. Der leicht hilflose und in Ansätzen panische Eindruck, den meine Mutter auf mich machte, trug nicht dazu bei, meine Laune zu verbessern. Vielmehr geriet ich jetzt auch in Panik, weil ich nicht damit einverstanden war, den Rest meines Lebens festgeklemmt in einem Gitterzaun am Radau Wasserfall zu verbringen. Ich hatte doch so viele Pläne! Meine Mutter zog immer wieder, aber sie bekam micht nicht frei. Meine Ohren hingen nur noch an einem kleinen Hautfetzen an meinem Kopf, aber der Hautfetzen wollte nicht durchreissen.
So kam es mir zumindest vor. Sie versuchte, die Gitterstäbe auseinander zu biegen, aber es gelang nicht. Die Stäbe waren zu dick.
Da stand ich - vor mir bedrohlich nah eine ganze Menge fallendes Wasser, unter mir zehn Meter Abgrund, in dem das Wasser geräuschvoll auf die Steine aufschlug und hinter mir eine Frau in den Dreissigern, die als einzige Lösung auf mein Feststeckproblem nur noch festeres Ziehen und den nicht ganz höflich vorgetragenen Wunsch an mich, etwas ruhiger zu sein, in Petto hatte.
Die neugierig herbeigeeilte Menschenmenge hatte viele gute Ratschläge parat, die zwar zu einem gewissen Teil in die Tat umgesetzt wurden, aber nicht zu dem erwünschten Ergebnis führten.
Nach ein paar Stunden und mit den Ohren in den Hosentaschen kam ich frei. Auf jeden Fall kam es mir so vor. Das ist jetzt nicht besonders überraschend, denn sonst könnte ich das hier ja auch gar nicht schreiben. Warum ich dann auf einmal frei kam, weiss ich nicht mehr, aber ich muss frei gekommen sein, denn ich habe noch beide Ohren, keinen Gitterzaun um den Kopf und kann mich relativ frei bewegen (visumpflichtiges Ausland ausgenommen). Seit diesem Vorfall vermeide ich es, meinen Kopf durch Gitterzäune zu stecken und ich habe damit durchweg positive Erfahrungen gemacht.
Natürlich erzählte meine Mutter meiner Oma diese Geschichte. Sie erzählte, dass sie Angst gehabt hätte und dass sie nicht gewusst hätte, was sie tun sollte. Meine Oma sagte nur "Der Kopf ist doch das Dickste an dem Kerl. Da wo der durchpasst, passt der Rest auch durch".
Wäre ich also mit meiner Oma am Radau Wasserfall gewesen, so hätte sie mich vorwärts in Richtung fallendes Wasser durch den Gitterzaun geschoben und hätte mich dann über dem zehn Meter tiefen Abgrund zurück über den Zaun gehoben. Wie ich mich über Abgrund hätte halten sollen, dass entzieht sich meiner Kenntnis, aber wahrscheinlich hätte sie mich vorher irgendwo festgebunden oder -genagelt.
Das sollte die Frage beantworten, ob jede Generation weicher wird, als ihre Elterngeneration.

Posted by banana at 10:50 EM | Comments (32)
Februar 26, 2006
I don't want the world, I just want your half

Ich wachte heute hungrig auf, verlies das Bett, schlurfte zum Kühlschrank und fand nichts, was die Bezeichnung Frühstück verdient hätte.
Da war nur eine Packung gekochter Schinken, der heute den Ablauf der Mindesthaltbarkeit feierte. Ich beschloß, dass wir zusammen feiern sollten und griff mir die Packung. Als ich auf der Kommando-Couch Platz genommen hatte und den Schinken aufgemacht hatte, rutschten mir zwei Gedanken durch den Kopf: Warum waren auf einmal alle Packungen wiederverschließbar, wo das früher auch keine Sau interessiert? hat und Habe ich da Frauenschinken gekauft?
Früher gab es keine wiederverschließbaren Verpackungen. Wenn der Kochschinken geöffnet war, dann war er geöffnet, dann war er am nächsten Tag auf die oberste Scheibe an der einen Seite viel dunkler als auf der anderen, aber meistens überlebte der Kochschinken sowieso nicht länger, als ein Frühstück, einen Salat oder eine besoffene Heimkehr von irgendeiner Party. Jetzt ist praktisch alles wiederverschließbar, geht schwerer auf und klebt am Rand. Eigentlich eine gute Sache. Die Schinkenpackung klebte am Rand und in der Schinkenschachtel waren nur halbe Schinkenscheiben zu sehen. Das brachte in mir die Frage auf, ob ich denn Frauenschinken gekauft hatte.
Nun ist das im Deutschen mit den Bezeichnungen etwas schwierig, weil es so ungenau ist. Da hätten wir zum Beispiel Schweineschnitzel, Jägerschnitzel und Kinderschnitzel. Und jedes Mal ist etwas anderes gemeint. Mein Frauenschinken fiel in die letzte Kategorie, es war nämlich Schinken für Frauen, nicht Schinken aus Frauen oder Schinken nach Frauenart.
Frauen lieben es ja, besonders beim Frühstück und beim Kaffeetrinken, halbe Sachen zu machen. Eine ganze Scheibe Käse wäre natürlich zu viel, deswegen nehmen sie ihr Messer und schneiden eine Käsescheibe durch, damit sie eine halbe Scheibe Käse haben. Das machen sie auch mit Kuchenstücken, Tomaten, allem möglichen und eben mit Schinken. Nach dem Frühstück sieht dann der Brotbelag aus, wie ein Statist aus Kill Bill.
Hat das auch der Schinkenhersteller erkannt und deswegen bereits halbe Schinkenscheiben in die Packung gelegt, so fragte ich mich. Ich nahm eine Scheibe in die Hand und siehe da - sie klappte auf. Es war also keine halbe Schinkenscheibe, also auch kein Frauenschinken. Ich hatte mich geirrt. Niemand hatte mir meine Idee vorweg genommen. Ich konnte also immernoch total reich und mächtig werden.
Als ich so kaute und über die Idee nachdachte, da wurde mir dann aber klar, dass diese Idee mal wieder nicht dazu taugen würde, mich total reich und mächtig zu werden, denn so einfach sind die Frauen nicht zu überlisten.
Wenn nämlich die Scheibe schon als halbe Scheibe aus der Schachtel kommt, dann wird sie nicht als halbe Scheibe wahrgenommen, sondern als ganze und würde dann also abermals halbiert und auf den Toast gebettet werden. Man könnte dann tausendmal erklären, dass es sich nicht mehr um eine halbe, sondern um eine viertel Scheibe handeln würde, man würde nicht erhört werden. Beim halbe Sachen machen kommt es nämlich nicht darauf an, wieviel man absolut gesehen bekommt, es kommt nur darauf an, dass man die Hälfte von etwas bekommt, sei es ein Radieschen oder ein Geburtstagskuchen. Es geht dabei auch gar nicht ums Essen, ums Sattsein, ums Abnehmen, um den Hunger, sondern es geht dabei darum, sein Revier zu markieren. Es ist ein Ruf, der sagt "Du magst die Wände voller Papier geklebt haben und das ganze dann noch überpinselt haben, du magst die Eier auf den Punkt gekocht, den Kaffee aufgebrüht haben und den Frühstückstisch mit leckeren Dingen überhäuft haben, die du harmonisch und geschmackvoll auf kostbarem Porzellan angerichtet hast, aber ich, ich habe immernoch die Macht, in deinem Essen rumzuschneiden, wie die Axt im Wald und du kannst nichts dagegen tun!"
Und dann wundern sich manche Leute noch, warum so viele Männer im Stehen pinkeln. Das ist nämlich auch ein Signal.
Doch, ich bin mir sicher, dass der Schinken noch nicht abgelaufen war.

Posted by banana at 07:02 EM | Comments (26)
Februar 22, 2006
Dicke Wolken fielen vom Himmel

Wieso ging mir heute das Wort Peristaltik im Kopf herum? Und warum wusste ich nicht, was es bedeutet? Welchen Sinn hat es, wenn einem Worte durch den Sinn schwirren, von denen man nicht weiss, was sie bedeuten? Natürlich ist es wichtig, dass man sich Fremdworte und deren Bedeutung einprägt, damit man sie zu gegebener Zeit benutzen kann und damit Zeit spart, weil sie kürzer sind, als ihre Umschreibungen. Natürlich kann man damit auch auf die Nase fallen, denn wenn man die Fremdworte dann erst umständlich erklären muss, dann ist die ganze Zeitersparnis wieder beim Teufel. Manchmal ist es aber auch Zeitverschwendung, sich die Fremdworte einzuprägen, weil man sie nie anwenden kann. Ich zum Beispiel prägte mir einst die Wortkombination "aberranter Sekretor" ein, ohne - selbst nach Jahren - die Chance gehabt zu haben, sie zu benutzen. Nicht nur war es mir unmöglich, die beiden Worte in Kombination in ein Gespräch einzuflechten, nein, selbst einzeln kamen sie noch nie zum Einsatz. Ich werde sie aber trotzdem nicht vergessen, denn irgendwann wird mein Tag kommen und dann werde ich sie über meine Zunge rollen lassen und vor der staunenden Zuhörerschaft auf den Boden plumpsen lassen.
Jetzt sind bestimmt die von euch schon ganz unruhig, die wissen, was "Perestaltik" eigentlich bedeutet. Ich hatte es ursprünglich in der Ecke der Plattentektonik vermutet, aber da lag ich falsch. Ich lag auch falsch damit, mir Gedanken darüber zu machen, was man sich unter "Festplattentektonik" vorzustellen habe, denn das macht keinen Sinn. Wie ich da so über die Plattentektonik lese, da lerne ich auch, dass ein Faltengebirge nichts mit alten Frauen zu tun hat, aber das nur am Rande.
Bei der Perestaltik handelt es sich um die Muskelbewegungen der inneren Hohlorgrane (Speiseröhre, Magen, Darm, etc.) Das war für mich sehr überraschend, trotzdem war ich froh, den Muskelbewegungen meiner inneren Hohlorgane endlich einen Namen geben zu können.
In Zukunft kann ich also mein Magenknurren als peristaltisches Knurren bezeichnen, wobei das Wort Knurren natürlich auch noch durch ein besser klingendes ausgetauscht werden muss. Obwohl, dann kann man auch gleich Borborygmus sagen.

Posted by banana at 07:43 EM | Comments (44)
Februar 21, 2006
Die Meeresfrüche parken im Hof

Es gibt kein Bargeld mehr
Keine neuen Scheine aus der Wand
Die Leute stehen umsonst
In Kilometer langen Schlangen an
Jeder zählt nur noch Schmuck und Gold
Jeder überlegt sich wen er noch umbringen wollte
Und ich mach mir ernsthaft sorgen
Sorgen um Dich
Um Deinen Schneidezahn
Den oben links
Aus Diamant

So singt es Nils Frevert. Das könnte bald Wahrheit werden, weil nämlich die Geldlaster nicht mehr fahren können. Viele Leute wussten es ja schon lange, dass das Geld eine Sackgasse war, weil man es nicht essen kann. Ich denke aber, ich würde gar nichts essen wollen, was als Zahlungsmittel dient, allein schon aus hygienischen Gründen. Es gibt ja immer wieder Menschen, die sich nicht die Hände waschen, nachdem sie auf dem Klo waren.
Es gibt aber auch viele Tiere, die eine schlechte Erziehung genossen haben. Eigentlich haben sie gar keine Erziehung genossen. Was man nicht hatte, konnte man auch nicht geniessen, also gibt es Tiere, die gar keine Erziehung haben. Das sind die Tiere, die ihre Eltern nichteinmal kennen. Zum Beispiel Frösche. Die Froschfrau legt die Eier ins Wasser, der Froschmann gibt seinen Samen drauf. Dann machen beide die Biege. Das verstehen die Frösche unter Sex und unter elterlicher Verantwortung. Wahrscheinlich ist für den Froschmann das beste an der ganzen Fortpflanzerei, dass es sich mal so richtig schön durch die Botanik tragen lassen kann. Vielleicht ist das ja auch ganz schön. Kann man sich als Mensch nicht so richtig vorstellen, aber wahrscheinlich wundern die Frösche sich auch über das Gewürmel, dass wir Menschen abziehen um uns fortzupflanzen.
Jetzt habe ich mich gerade gefragt, ob wohl schonmal ein Frosch Menschen beim Sex beobachtet hat und ob er sich dann wohl gewundert hat. Zugeschaut hat bestimmt schon mal einer. Ob er sich gewundert hat, darüber bin ich mir nicht so sicher.
So schlüpfen dann die Frösche aus den Eiern, ganz ohne Eltern. Erstmal werden sie dann Kaulquappen und atmen unter Wasser mit ihren Kiemen. Irgendwann wachsen ihnen dann Beine, erst hinten, dann vorne und dann fallen die Kiemen ab und die Kaulquappen, die nicht ertrinken, werden Frösche.
All das passiert komplett ohne die Eltern und damit auch komplett ohne Erziehung. Das wirft natürlich die Frage auf, ob Erziehung überhaupt notwendig ist, schließlich froschen Millionen von Fröschen ein ganzes Leben lang umher, ohne je in den Genuss von Erziehung gekommen zu sein. Es geht doch!
Wie viele Ehen wären glücklicher, wenn die Partner sich nicht dauernd darüber streiten müssten, wer die Kinder wickelt, wer Essen kocht, wer die Kinder nicht erzogen hat und so weiter. Sicher, auf den ersten Blick hätte er Vorteile, wenn man Kinder nicht erziehen müsste. Auch wenn der Sex dann ziemlich lächerlich wäre. Aber das ist er so - nüchtern betrachtet - ja eigentlich auch schon. Um sich das vor Augen zu führen, sollte der Student sich einen pornografischen Film anschauen und dazu das Lied "Dschingis Khan" von der Gruppe Dschingis Khan anhören.
Zurück zur Erziehung: In Wirklichkeit ist es aber so, dass Erziehung durchaus Sinn macht, was man am Beispiel des Frosches sehr gut sehen kann: Die Kaulquappe kann sich nicht so richtig entscheiden, ob sie nun im Wasser oder an Land leben soll. Sie bildet erst Kiemen und einen Schwanz aus, die aber später abfallen. Dann werden Beine und Lungen gebildet und es geht auf das Land. Wären die Eltern zur Stelle gewesen, so hätten sie dem Jungfrosch sofort die richtige Richtung aufzeigen können und man hätte sich das Geschiss mit dem Schwanz und den Kiemen sparen können.
Ausserdem lässt sich jemand, der eine gute Erziehung genossen hat, nicht kilometerweit von einer Frau auf dem Rücken tragen.

Posted by banana at 07:20 EM | Comments (28)
Februar 20, 2006
I saw it written and I say it say

Zunächst einmal vielen Dank an §§a href="http://parken.blogs.verboten.net/">Christophe§§/a> für 4 (in Worten: vier) neue Fotos für die §§a href="http://www.spackonauten.org/adoe/index.html">Allee der Ölsardinen§§/a>. Großartige Bilder, unter anderem eine griechische Sorte (zwar in Tomatensoße und nicht in Öl, also eigentlich Tomatensardinen und keine Ölsardinen, aber da drücken wir mal ein Auge zu). Vielen Dank!
Ich könnte wohl schon deswegen kein politisches Amt übernehmen, weil ich mich dann auf Veranstaltungen blicken lassen müsste, auf denen ich mich nicht blicken lassen will. Karnevalsveranstaltungen zum Beispiel. Unlängst blieb ich beim Zappen bei einer Karnevalsveranstaltung hängen. Eigentlich wollte ich schnell weiterschalten, aber der mir entgegenströmende Dumpfmut er wischte mich kalt und lähmte mein zentrales Nervensystem. Nur durch die neuesten Konzentrationsübungen, die ich im Dschungel-Camp in England gelernt hatte, gelang es mir, wieder die Kontrolle über meinen Körper zu erlangen.
In den wenigen Minuten, die ich dem Schauspiel bei vollem Bewusstsein beiwohnte, sah ich einen Mann, der sich total lustig angezogen hatte (Köstüme erhältlich im Supermarkt, bzw. zeitlich begrenzt beim Discounter ihrer Wahl) und der eine Rede hielt, die vor allem zwei Kriterien zu genügen hatte, nämlich sich erstens nicht sauber zu reimen und zweiten die Flughöhe der Stammtische und Scheisshäusparolen nicht zu übersteigen. Die ab und zu eingestreuten Witze waren so schmutzig, wie die Reime und so alt, wie Theresa Orlowsky (den älteren unter uns wird der Name noch etwas sagen). Damit das Publikum wusste, wann es lachen sollte, wurden vom der Combo an den entsprechenden Stellen Tuschs eingespielt. Da lachte auch der Friedrich Merz im Publikum und die Kamera hielt immer druff.
Ei, wie er sich da amüsierte, der Friedrich, zwischen den Leuten mit Hotdogs auf dem Kopf, den Clowns mit den Regenbogenhaaren, den Matrosen, den Köchen und den ganzen anderen Dummbratzen, die sich da zusammengefunden haben, um sich zusammenzufinden.
Der Mann, der in meiner Heimatstadt Bürgermeister war, ist heute tot. Dafür ist heute eine Straße nach ihm benannt. Der war auch gerne auf solchen Festen. Ich nicht. Ich lege aber auch keinen Wert darauf, dass eine Straße nach mir benennt wird, denn es könnte ja sein, dass in dieser Straße mal ein böser Meuchelmörder das Licht der Welt erblickt oder dass dort etwas anderes passiert und wie stünde ich denn dann da?
Für mich wäre eine berufliche Verpflichtung zum Besuch solcher Veranstaltungen, wie gessagt, nichts. Ich müsste schon gleich mindestens als Bundeskanzlerierender einsteigen, denn als solche(r) muss man sich nicht auf solchen Veranstaltungen blicken lassen.
Sonst würde ich da sitzen und sauertöpfisch in die Kamera glotzen, auf den Papierservietten rumkritzeln, in der Nase bohren oder meinen Tischnachbarn böse Bemerkungen zur Darbietung ins Ohr sagen.
Das käme beim Wähler nicht gut an und bei der nächsten Wahl, da hätte ich dann den Salat. Da hätte mir der Wähler dann gezeigt, was er von Leuten hält, die keinen Spaß verstehen.
Wobei "Spaß verstehen" ja eigentlich eine Formulierung ist, die zum Fasching gar nicht so recht passen will, weil das eine Art vom Spaß ist, die man nicht verstehen muss. Man kann sie meistens auch gar nicht mehr verstehen, weil die Denkkutteln meistens schon in Alkohol eingelegt sind. Man lacht halt einfach, wenn alle lachen oder wenn die Combo einen Tusch spielt oder wenn Männer in Frauenkleidern auf die Bühne kommen und unbeholfen tanzen.
Beim Spaß muss ja schließlich auch alles seine Ordnung haben. Was ich nie verstanden habe, ist, warum die Anführer von den lustigen Leuten sich gar nicht lustig anziehen, sondern sich nur solche Mützen aufsetzen. Das ist doch gar keine lustige Verkleidung. Da sollten sie sich lieber Frauenkleider anziehen, aber ich glaube, das wollen sie dann doch nicht.

Posted by banana at 07:17 EM | Comments (48)
Februar 19, 2006
He's not you kind

Jeder weiss das und jedem macht das ein schlechtes Gewissen: Man soll jeden Tag 3 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Natürlich gilt hier als "Flüssigkeit" nicht alles: Kaffee gildet nicht, schwarzer Tee gildet auch nicht und Sachen mit Alkohol, die gilden schon gleich gar nicht. Wenn man also einen Tag lang nur Kaffe getrunken hat und zwar literweise, dann hat man eigentlich gar nichts getrunken.
Das ist doch mal wieder totaler Beschiss. Wie soll denn der Körper das bitte auseinanderhalten? Das kann ich mir nicht vorstellen.
Wenn ich also zum Beispiel ein Glas Tee zusammen mit einem Glas Wasser trinke, dann muss der Körper das ja praktisch getrennt voneinander zählen. Also, er muss wissen, aha, das war jetzt ein Schluck von dem Wasser, das zähle ich dazu, das war aber jetzt ein Schluck von dem Tee und das zähle ich nicht dazu. Oder ist es etwa so, dass das Wasser, das ich alternierend zu dem Tee trinke auch gar nicht zählt? Dann müsste ich ja noch mehr wasser saufen. Und wie ist es eigentlich mit einer Weissweinschorle. Ode mit einer Bierschorle? Oder mit einer Kaffeeschorle?
Es gibt ja auch starken Tee und schwachen Tee. Wenn ich mir zum Beispiel einen Liter Tee mit einem Teebeutel mache, ist das dann genau so für die Füße, wie ein halber Liter Tee mit zwei Teebeuteln?
Gilt die Plörre, die bestimmte Personen im Büro kochen auch als Kaffee, obwohl sie weder nach Kaffee schmeckt, noch irgendwie wach macht?
Man sieht, die strikte Trennung zwischen Kaffee, Tee, Alkoholika und allem anderen macht keinen Sinn.
Vielleicht sollte man die Flüssigkeiten lieber nach ihrer Farbe klassifizieren. Brauner Sud, der tut gut. Sag nein danke zu grünem Tranke. Oder sowas. Das wäre mal was, woran man sich auch halten kann.

Achtung: Erstmalig biete ich heute als besonderen Service eine Vorschau des morgigen Beitrages als Podcast an.
§§a href="http://www.spackonauten.org/music/vorschau_060220.mp3">Bitte hier klicken§§/a>, um die Vorschau anzuhören (MP3, ~860kb).

Posted by banana at 06:50 EM | Comments (33)
Februar 16, 2006
The Soul Cadillac is in me

Manche Dinge ändern sich im Laufe des Lebens. Jüngere Menschen benutzen beispielsweise das Wort "Ficker" als Schimpfwort, später ersetzt man das Wort dann durch "Wichser", weil das mehr Sinn zu machen scheint. Jüngere Leute bezeichnen sich gerne auch als "verrückt" oder "durchgeknallt". Ab einem gewissen Alter unterlässt man auch das, weil man befürchtet, die anderen könnten das ernst nehmen. Verrückt und durchgeknallt zu sein ist ab einem gewissen Alter auch nicht mehr lustig, sondern der Grund für Trennung und mehrere Jahre Einsamkeit. Man versucht, sich ganz normal zu verhalten, obwohl das eigentlich komplett durchgeknallt ist.
Mit dem Essen ist es auch so. Als junger Mensch prahlt man noch damit, wie viel man essen kann ("Ich habe gestern acht Cheeseburger gegessen"). Später ist man darauf nicht mehr so stolz und wenn man es macht, dann achtet man darauf, dass man dabei wenigstens nicht beobachtet wird.
Mit dem Saufen ist es auch so.
Wenn man jung ist, dann verbringt man auch eine Menge Zeit damit, mit Leuten abzuhängen, die man Cool findet. Es gibt immer einige Leute, die cooler sind, als die anderen. Kann man mit denen zusammen abhängen und Unsinn anstellen, dann fühlt man sich gut.
Später stellt man fest, dass die coolen Leute eigentlich ziemliche Heizbirnen gewesen sind, aber dann ist es zu spät. Was man machen muss, um cool zu sein, darüber habe ich viel nachgedacht, aber mir ist die Lösung nicht eingefallen. Die einzige Erklärung, die mir eingefallen ist, ist, dass man ziemlich blöd sein muss, aber das beschreibt den Umstand nur unzulänglich.
Wahrscheinlich ist ein Hauptmerkmal der coolen Leute, dass sie Dinge machen, die die Eltern richtig kacke finden. Deswegen findet man sie wahrscheinlich auch so cool. Das ist so ein Rebellending (Rebel heisst rückwärts übrigens Leber). Wenn die coolen Leute aber nun blöd sind und sie sich dadurch auszeichnen, dass sie Dinge machen, die die Eltern nicht gut finden, dann hieße es ja, dass es gut wäre, Dinge zu tun, die die Eltern gut finden. Das kann man so aber nicht stehen lassen, denn das stimmt nicht.
Viele Eltern fänden es zum Beispiel gut, wenn man als Jugendlicher den ganzen Haushalt schmeisst, täglich das Auto abledert und sich ansonsten schweigend auf seinem Zimmer aufhält. Das ist aber nicht gut, denn das kann zu seelischen und körperlichen Schäden führen, ganz zu schweigen von den allergischen Reaktionen, die durch Pflegeprodukte für Autos ausgelöst werden können.
Vielleicht ist es gar nicht schlecht, mit coolen Leuten abzuhängen. Irgendwann rafft man dann, wie stinkend langweilig das ist und dann ist das schon der Anfang vom Ende. Dann beginnt der soziale Abstieg, inklusive Brille, Cordhose, Literatur und Corn Flakes ohne Zucker. Kinder können ja so grausam sein.
Da fallen mir noch zwei Dinge ein: Mit etwas Übung und leichtem touchieren der Tastatur mit den Fingerkuppen, kann man ziemlich gut den Anfang von "Don't let me be missunderstood" von Santa Dingsda nachmachen.
Mit sechs Flummies, die man gleichzeitig auf die Tischoberfläche fallen lässt, kann man ziemlich gut das Geräusch einer klatschenden Meute von Eishockeyfans nachmachen. Dazu muss man dann noch Fangesänge anstimmen. Ich begrüsse damit regelmäßig Kollegen, die ins Büro kommen und deren Vorname nur aus drei Buchstaben besteht.
(*klack* *klack* *klack*, *klack* *klack* *klack*, *klack* *klack* *klack* *kla* *kla* *kla* *kla* (*klack* *klack* *klack*, *klack* *klack* *klack*, *klack* *klack* *klack* U.L.F. (Serviervorschlag)

Posted by banana at 07:44 EM | Comments (23)
Februar 15, 2006
Yolk Yolk Yolk Yolk Yolk

Was im Ausland nervt, das sind die verschiedenen Sprachen. Nach ein paar Wochen geht mir das dermaßen auf den Saque, dass ich wieder nach Hause fahre und mich dann sehr freue, wenn ich endlich wieder verstehen kann, was auf den ganzen Schildern steht.
Ich frage mich dann, warum nicht einfach alle Menschen die gleiche Sprache sprechen. Das wäre doch viel praktischer und es würde auch eine Menge Geld sparen, weil man gar nichts mehr zu übersetzen braucht. Ok, die Übersetzer würden dann arbeitslos werden, aber das ist ihr Problem. Dafür kann ich nichts, wenn die Leute bei ihrer Berufswahl nicht von zwölf bis Mittag denken.
Aber man soll sich nicht beschweren, schließlich war es Gott selbst, der die verschiedenen Sprachen erfunden hat. Für bibelfeste Menschen ist das nichts neues, den anderen erzähle ich das mal kurz.
Eigentlich war es nämlich so, dass alle Menschen die selbe Sprache gesprochen haben. Das ist ja auch eigentlich logisch, weil es nämlich komplett bekloppt ist, wenn die Menschen verschiedene Sprachen sprechen. Dann aber kamen die Menschen auf die Idee, einen großen Turm zu bauen. Ein Turm, der so hoch sein sollte, dass er bis an den Himmel reichen sollte und sogar bis an Gott heran reichen sollte. Das geschah an einem gewissen Ort namens Babylon (bzw. Babel).
Die Sache lief wohl ziemlich gut, für die Menschen. Es lief nämlich so gut, dass Gott die Bauarbeiten unterbrechen sollte. Er tat das auf eine bestimmte Art, nämlich, dass er sich ganz schnell viele verschiedene Sprachen ausdachte und sie den Menschen gab. Von da an verstanden sich die Menschen nicht mehr, denn sie hatten unterschiedliche Sprachen. Daran liegt es, dass ich z.B: in Frankreich kein gescheites Essen bestellen kann.
Die Menschen waren sehr verwirrt und konnten die Bauarbeiten an dem Turm nicht fortsetzen.
Ob das ganze so stimmt, das weiss ich nicht. Wenn ich mir nämlich moderne Baustellen so anschaue, dann verstehen sich die verschiedenen Bauarbeiter da auch nicht und die Arbeiten gehen trotzdem weiter. Jetzt streben die modernen Baustellen nicht an, den Himmel zu erreichen, aber ich denke, im Prinzip ist jede Baustelle gleich, ob man da jetzt einen Bungalow oder einen Wolkenkratzer baut.
Das ganze wollte ich eigentlich als Kommentar bei Frau Klugscheisser schreiben, aber das wäre da zu lang geworden. Ausserdem - was tut man nicht alles, damit es einen Beitrag mehr gibt?
Den Rückwärtstrick hat Gott übrigens auch erfunden: Das Reden in Zungen. Dafür ist der Heilige Geist zuständig. Die Zungenrede beherrscht aber heute niemand mehr. Moderne Menschen können höchsten 8 Fremdsprachen sprechen.

Posted by banana at 07:22 EM | Comments (52)
Februar 14, 2006
Auf dem anderen Ufer der Nacht

Letztendlich habe ich mir dann doch nie einen Wurfstern gekauft. Dabei waren die Dinger in meiner Klasse eine Zeit lang das Angesagteste überhaupt. Aber auch sonst hat sich keiner meiner Freunde Wurfsterne gekauft, obwohl die Prospekte kursierten und sich jeder schon für das eine oder andere Modell entschieden hatte. Wir hatten auch schon Pläne gemacht, wie die Sterne zu schärfen seien, um sie zu absolut tödlichen Waffen zu machen.
Konkrete Pläne für Morde gab es jedoch nicht. Wir hatten auch nicht vor, die Spitzen zu vergiften, damit unsere Gegner qualvoll eingehen sollten, wenn der Treffer des Shuriken nicht sofort tödlich war. Wir wurden ja nichtmal zu Fasching Ninjas, weil Ninjas keine Handfeuerwaffen benutzen, sondern nur so blöde Schwerter. Wir wollten einfach nur Wurfsterne haben und sie gegen Bäume schmeissen.
Mitlerweile ist der Besitz von Wurfsternen in Deutschland übrigens verboten, wer also aus seiner Jugendzeit noch Wurfsterne rumliegen hat, der muss jetzt leider ins Gefängnis gehen. Ja, das ist hart, aber ich kann nichts dafür, ich habe mir das nicht ausgedacht. Ich bin zwar fein raus, aber das ist reine Glückssache und Glück hat auf die Dauer nur der Tüchtige.
Vielleicht hätten wir uns ja auch tatsächlich gegenseitig umgebracht, wenn wir Wurfsterne gehabt hätten. Wir hatten damals viel Zeit, die wir zu einem großen Teil mit "gammeln" verbrachten, was ziemlich identisch mit dem heutigen "abhängen" ist. Damals gammelte man noch und hing nicht ab. Das Abhängen war damals dem toten Fleisch vorbehalten.
Vielleicht hätten wir unsere Zeit statt mit gammeln damit verbracht, es zu meisterlicher Geschicktheit beim Umgang mit dem Wurfstern zu bringen und vielleicht wäre uns dann der Jungensmut übergekocht und einer von uns hätte mit dem Stern auf die Hirnnuss eines anderen gezielt und ihm das Lebenslicht mit dem schartigen Stahl ausgeblasen. Vielleicht hätte der Mörder dann fliehen müssen, in ein Land, weit weg. Vielleicht wäre er aber auch in die Wurfsternkompanie der Fremdenlegion gekommen, die suchen ja immer fähige Werfer mit scharfem Blick und kühlen Blut. Dann hätten wir gleich zwei Freunde weniger gehabt, nämlich den einen, der tot gewesen wäre und den anderen, der in der Fremdenlegion wäre und dem blutigen Handwerk nachging.
Manchmal kann es einen schier in den Wahnsinn treiben, wenn man überlegt, was hätte alles sein können. Die vielen verschiedenen Möglichkeiten sind ja wiederum selbst nur die weitere Basis für viele andere Möglichkeiten. Somit ist die erste Möglichkeit nur die erste Ebene der Matrix der Möglichkeiten. Von dort aus kann man sich dann weiterhangeln, entlang der Ideen, nur begrenzt durch die eigene Phantasie, die Naturgesetze und den eigenen Verstand. Und von die Regeln der Grammatik.
Manchmal bewegt man sich dann so weit weg von der eigenen Realität, dass man Angst haben muss, den Weg zurück in die Normalität überhaupt noch zu finden. Gerade, wenn die Ausflüge in die eigene Phantasiewelt länger dauern, als zwei Stunden, dann kann es vorkommen, dass einem die Geistesbrotkrumen ausgehen und dass man den Weg zurück nicht mehr findet und aus seinen Tagträumen in einer Welt aufwacht, mit der man nicht gerechnet hat. Vielleicht in einer Welt, die weit weg ist von der Welt der Twilight Zone, in der man plötzlich nicht mehr Moviestar ist, sondern ein Angstellter einer Bank, der mit einer Frau verheiratet ist, die mit dem Wort "Problemzone" auf du und du ist.
Oder man erwacht in einer Welt und ist plötzlich gefangen in einem Geist, der dem "Zwang" unterliegt, bestimmte "Ausdrücke" völlig "wahllos" in "Gänsefüßchen" zu setzen.
Oder man hat sich stundenlang darüber Gedanken gemacht, ob es "Verbandskasten", "Verbandkasten", "Verbandsschere", "Verbandschere", "Schafskäse", "Schafkäse", "Monatkarte", "Monatskarte" oder wie auch immer heisst. Und plötzlich findet man heraus, dass man fast dreissig Jahre lang "Firnament", "Luxenburg" und "Baden-Würtenberg" gesagt hat.
Das alles sind Dinge, die jedem von uns passieren können und es sind DInge, die hart sein können. So hart, wie eine alte Salamiwurst. Deswegen ist es wichtig, dass man das Gespräch mit seinen Mitmenschen sucht, pflegt und führt, denn es sind gerade diese Gespräche, die uns oft wertvolle Hinweise auf die eigene Wirklichkeit geben. Sie sind die Erde in uns, der Saft, der unsere Äste stützt und die Energie, die unser Lämpchen am Glühen hält.
Traurig war für mich zum Beispiel die Geschichte von dem Schreiner, der sich alle Finger der linken Hand abgesägt hat und niemanden hat, mit dem er darüber reden kann.

Posted by banana at 07:13 EM | Comments (55)
Februar 13, 2006
Klassenpfad zum Titisee

Die Frage, ob es das Wort "fagottieren" wirklich gibt, bleibt weiterhin offen. "Fagottieren" bedeutet nicht, sich schwul zu benehmen, sondern ist ein Synonmy für "Fagott spielen". Das andere müsste ja "foggotieren" geschrieben werden, aber das nur am Rande.
Wenn es also stimmt und es das Wort "fogottieren" wirklich gibt, dann hieße das ja auch, dass entsprechende Wortkonstrukte auch mit allen anderen Instrumenten anstellen könnte. "Klavieren", "schlagzeugieren", "oboieren" und so weiter. Und tatsächlich scheint das zu stimmen, denn da kommen mir Worte in den Sinn, wie "orgeln", "trompeten", "trommeln", "schalmeien". Damit wäre es also bewiesen: Es gibt das Verb "fagottieren". Und wieder ist die Welt ein kleines Stück erhellt worden.
Naja, eigentlich stimmt das ja auch wieder nicht. Es müsste dann ja "orgelieren", "trompetieren", "trommelieren" und "schalmeiieren" heissen. Oder eben andersrum, nämlich "fogotten". Das gefällt mir aber gar nicht. Nein, das will mir so gar nicht gefallen. "Wo ist Peter?" "Der sitzt in der Kammer und fagottet". Nein, das mag ich nicht. Und wieder hat sich die Welt ein Stück verdunkelt.
Auch sonst geht es mir nicht gut, denn ich leide unter immer schlimmer werdenden Entzugserscheinungen. Gestern saß ich schon eine geschlagene Stunde vor dem Rechner und schaute mir mit erhobenen Armen Achterbahnvideos an. Das verschaffte mir etwas Linderung, aber es ist einfach nicht das gleiche.
Die Parks öffnen erst wieder Anfang April, was bedeutet, dass ich mindestens sieben weitere Wochen ohne eine Fahrt durchstehen muss. Ich kann mir noch gar nicht so richtig vorstellen, wo das hinführen soll. Wahrscheinlich werde ich bis dahin vollends des Wahnsinns fette Beute geworden sein und auch körperlich in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Schließlich lechzt mein Körper nach G-Kräften, mein Gleichgewichtssinn langweilt sich und meine Höhenangst möchte mal wieder frei sitzend und schön festgeschnallt auf 70 Meter Höhe gezogen werden ohne zu wissen, ob man diesmal vielleicht steckenbleiben wird.
Schlimm ist auch die Ungewissheit, wann die neue Achterbahn im Phantasialand eröffnen wird.

Posted by banana at 06:45 EM | Comments (25)
Februar 10, 2006
Those lucky suckers that don't have to work

Aus: Gespräche mit bna. Heute: Mit was? Mit Recht!
bna: You fucker.
00b: You cannot call me a fucker.
bna: Yes, I can.
00b: No, you cannot call me a fucker.
bna: Off course I Can.
00b: Why?
bna: Because you fuck on a regular basis.

Das Reel Big Fish Konzert gestern war für mich enttäuschend, denn mein Lieblingsmusiker, Scott Klopfenstein war nicht dabei. Auf der Website der Band erfuhr ich, dass er erkrankt ist und die Tour abbrechen musste. Eigentlich hätte ich mir das Konzert gar nicht anhören müssen, den ohne Scott hatten die anderen keine Chance bei mir. Sie bemühten sich zwar redlich, aber der Funke wollte nicht überspringen.
Auf der anderen Seite bin ich auch zu alt für überspringende Funken, ebenso, wie meine Begeleitung. Also hielten wir mich ganz hinten auf, wo wir garantiert nicht umgetanzt werden würden. Wir hielten uns auch von diesen komischen jungen Menschen fern, die ihre Jugend und ihr gutes Aussehen gar nicht zu schätzen wissen.
Naja, das mit dem guten Aussehen ist eigentlich ein Klischee, denn so gut sahen die gar nicht aus. Da sehe ich besser aus, obwohl ich schon alt und grau bin und meine Bindegewebe schon den Bindegewebs-Blues singt.
Ich sing den Bindegewebs-Blues
Weil ich immer gegen die Schwerkraft kämpfen mus
(Ich sagte gerade)
Ich sing den Bindegewebs-Blues
Zieh mich von hier bis raus zum Uranus

Aber so ist das mit den Männern. Sie sind wie Käse, mit dem Alter werden sie stärker. Sicherlich, die jungen Leute können zwei Stunden tanzen, ohne erschöpft zu sein, sie können jede Menge Bier trinken und am nächsten Morgen ausschlafen, sie können dicke Whopper essen, ohne zuzunehmen, dafür kann ich in wenigen Jahren Bundespräsident werden, zumindest theoretisch. Das muss mir erstmal jemand nachmachen! Naja, eigentlich kann mir das jeder in meinem Alter nachmachen, aber darum geht es hier nicht. Es geht hier ums Prinzip! Es geht darum, dass in dieser Gesellschaft, mit ihrem Jugendwahn und mit ihrer bigotten Zurschaustellung der Geilheit der Jugend endlich mal gesagt werden muss, dass es doch in Wirklichkeit so ist, dass wir, die Männer in den besten Jahren, den ganzen Laden hier am Laufen halten. Bitte, dann tanzt halt zwei Stunden dumm rum und tanzt dabei die gesetzeren Herrschaften um, damit bekommt ihr euern ROI auch nicht geradegezogen. Dazu gehört schon mehr, als ein flacher Bauch und eine rosige Haut. Dazu gehlrt nämlich viel Wissen und viel Erfahrung und viel Fleiss und viel Verzicht. Genau! Ich stimme dem Bandleader der Band Tiffanys zu, der sagt, dass man im Leben abliefern muss. Und genau so ist es auch! Wenn man mal tot ist, dann wird man gefragt, ob man auch abgeliefert hat und dann kann man nicht einfach lügen, denn man ist ja an einen Lügendetektor angeschlossen und da kann man auch eine noch so coole Sau sein, wie man will (mit Sonnenbrille), man kann den Lügendetektor nicht austricksen, denn man hat beim Übergang vom Leben in den Tod ja vergessen, wie man den Lügendetektor austrickst, denn bekanntlich hat das letzte Hemd ja keine Taschen. Dann sitzt man da also auf dem Lügendetektorstuhl und man wird gefragt "Hast du auch abgeliefert?" und wenn man dann lügt und sagt "Ja, natürlich habe ich abgeliefert", dann geht die rote Lampe an und man ist als Lügner begranntmarkt, nachgerade stigmatisiert.
Dann muss man zurück auf die Erde und zwar so oft, bis man abgeliefert hat. Hat man dann abgelierfert und ist tot, dann kann man sich aussuchen, wann man wieder zurück auf die Erde will und als was.
Davon hat die Jugend natürlich keine Ahnung. Die wollen nur ihren Spaß haben, Alkohol, Drogen, Sex und Zigaretten. Aber das sind nicht die Dinge, auf die es wirklich ankommt. Es kommt nämlich wirklich darauf an, im Hier und Jetzt zu leben und den Moment zu genießen. Wenn man das kann, dann bleibt einem nicht mehr viel zu lernen, dann sind die Fasern des Körpers durchzogen mit dem Wachs, das Leben heisst.

Posted by banana at 06:35 EM | Comments (19)
She has a girlfriend now

Es ist schon grausam, die Geschichte mit dem Valentinstag. Eigentlich müsste der Valentinstag heute sein, denn Karl Valentin ist am 9.2.1948 gestorben, er ist aber 14.2. und hat mit dem Karl leider gar nichts zu tun.
Das ganze scheint vielmehr eine mehr oder weniger offizielle Aufforderung dazu zu sein, seinem Partner/PartnerIn/PartnerInnen/Partnerierenden ein geschmackloses Geschenk zu machen. Solche Geschenke kann man nicht wegschmeissen, egal, wie fürchterlich sie auch sind und das verstärkt die Tragik des Umstandes noch. Man hat den Mist also für den Rest seines Lebens.
Lidl bietet uns da eine ganz gute Bestätigung dieser Annahme. Verstärkend kommt dazu, dass die Kleinode dort erst ab dem 13.2. angeboten werden. Spät, aber wohlfeil. Ob dieser Zusammenhang auch zur Unterstützung der These, dass Leute, die alles auf den letzten Drücker machen, auch einen Geschmack, wie mein Arsch haben, das bleibt weiter offen, wird aber fürderhin beobachtet werden.
Da hätten wir zum Beispiel "Zwei Sektkelche mit Herzstiel" zu 3.99€. Für Männer ist es ja schon schlimm genug, wenn sie Sekt trinken müssen, denn Männer trinken Bier, wenn Männer dann auch noch Sekt aus einem Sektkelch mit Herzstiel trinken müssen, dann sind sie in größter Gefahr, sich selbst aufzugeben. Schenkt nämlich die Partnerinnende dem Mann einen Sektkelch mit Herzstiel, dann wird er diesen für immer behalten und zwar aus dem einfachen Grunde, weil sich ein Mann keine Sektgläser kauft. Es gibt zwei Arten von Gläsern, die sich ein Mann selbst besorgt: Biergläser (in Hessen zählen auch Gerippte zu dieser Kategorie) und Senfgläser. Biergläser werden ausschließlich im stockbetrunkenen Zustand aus Kneipen geklaut und Senfgläser werden gekauft, weil Senf drin ist. Wenn der Sekt dann leer ist, dann merkt der Mann, "Ui! Das ist ja ein Glas!" Bekommt ein Mann also von seiner Partnerin Sektkelche mit Herzstiel geschenkt, so wird er zwei Dinge tun: Er wird sie verstecken und nur rausholen, wenn die Partnerin da ist und keiner seiner Freunde da ist und er wird sie nicht wegwerfen, denn sie könnten sich in "gewissen Situationen, in denen Alkohol im Spiel ist" als nützlich erweisen. Ausserdem hat ein Mann in seinem Leben vielleicht nie wieder die Chance, an Sektgläser zu kommen und das weiss er auch.
Ach so, ich habe meine Sektgläser übrigens, weil ich meine Mutter für den ADAC geworben habe. Die haben aber auch keinen Herzstiel.
Darüber hinaus sind Partner-Schlüsselanhänger im Angebot. Wenn ich mir die Dinger so anschaue, dann bin ich gar nicht mehr so überzeugt, dass Lidl mit dieser Aktion die Last-Minute-Männer ansprechen wollen. Vielmehr scheinen Frauen die Zielgruppe darzustellen. Weiter oben habe ich ja bereits bewiesen, dass die Sektkelche mit Herzstiel nur von Frauen gekauft werden können und das scheint mir auch beim Partner-Schlüsselanhänger so zu sein.
Der Partner-Schlüsselanhänger kommt in zwei Versionen daher: In Herzform oder in runder Form. Beide Anhänger können in zwei Teile geteilt werden, nämlich in zwei halbe Herzen bei der Herzform und in Ying/Yang-Dinger bei der runden. Die eine Version scheint für rommantische Tanten und die andere für Esotussies zu sein. Eine Hälfte ist dann zum Verbleib bei einem der Partner bestimmt. Da es sich um Anhänger handelt, haben beide Hälften ein Metallkettchen, mit dem man sie am Schlüsselbund befestigen kann. Treffen sich die Partner dann mal, dann können sie beide Teile zusammenfügen. Das Ergebnis der Verinigung sieht so aus, wie eine paar Handschellen mit dicken Eiern. Wahrscheinlich ist es dieses Symbol, dass die Partnerschaften am besten charakterisiert, in denen man sich Partner-Schlüsselanhänger schenkt. Das Symbol spiegelt die wichtigsten Eigentschaften der Beziehung wider und zwar aus männlicher und aus weiblicher Sicht.
Wer mit Esoterik und mit Rommantik nichts anfangen kann und lieber total auf Musik steht, der kommt auch nicht zu kurz: Es gibt ja noch den Freundschaftsanhänger, einen kleinen Quältgeist in Herzform, der in zwei Stücke gerissen werden kann. In zufälligen Zeitabständen erklingt aus beiden Hälften ein Liebeslied, wo auch immer sich die Verliebten befinden!
Wahrscheinlich muss dieser Satz schon nach kurzer Zeit abgeändert werden in In zufälligen Zeitabständen erklingt aus beiden Hälften ein Liebeslied, wo auch immer sich der Freundschaftsanhänger befindet, nämlich im Mülleimer, in der Mülltonne, im Müllwagen und im Müllheizkraftwerk.

Posted by banana at 12:01 FM | Comments (23)
Februar 08, 2006
Little killer froggy, where did you hop

Wer sich jetzt schon über die Korallen aufgeregt hat und sie für rücksichtslos hält, der sollte gar nicht erst weiter über das nachdenken, was viele Pflanzen und Pilze so machen. Der hat nämlich gedacht "Haha, mir doch egal, wenn die Fische im Fruchtischmand rumschwimmen müssen". Aber da hat er sich geschnitten.
Natürlich gibt es auch die rücksichtsvollen Pflanzen, die sich von Insekten bestäuben lassen und davon absehen, ihre Eier und Sporen in unsere Atemluft zu verteilen, aber es gibt auch genügend Exemplare, die genau das machen. Ich denke da ganz speziell an den Bovisten. Dieses Thema sollten wir allerdings nicht weiter vertiefen, denn wenn man zu lange über diese Dinge nachdenkt, dann setzen sie kleiner Anker in das Gehirn, die des Nachts, bedingt durch das rasselhafte Atmen in der Vorträumphase, die Hirnrinde stimulieren und so zu merkwürdigen Phänomenen führen.
Ich zum Beispiel schlief letzte Nacht relativ schlecht.
Ehrlich gesagt frage ich mich schon eine ganze Weile, was es eigentlich heisst, wenn man "schlecht schläft". Schlafen ist schlafen, das kann man nicht gut, oder besser. Es gibt ja schließlich keine Weltmeisterschaften im Schlafen, wo dann die Punktrichter die Tafeln hochalten, nachdem der Mensch aufgewacht ist. Schlafen kann man auch nicht lernen, man macht es einfach.
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass gutes Schlafen ergebnisorientiert ist, das heiss, dass ich, wenn ich gut geschlafen habe, am nächsten morgen frisch bin, wie ein Pfefferminzbonbon. Habe ich schlecht geschlafen, so hätte ich mir das Schlafen eigentlich ganz sparen können, aber nachts kommt ja nur Mist im Fernsehen.
Auf jeden Fall schlief ich in der letzten Nacht ziemlich schlecht. Ich dämmerte in einem Halbwachzustand auf meiner Matraze herum. Tagsüber musste ich mir ein paar der Anker eingefangen haben, denn ich hatte die ganze Nacht das Wort "Druse" im Kopf und schien völlig unter dem Einfluss einer Druse zu stehen. Wichtig war der Druse, dass es nicht zwei Drusen gab und darauf achtete sie auch ganz genau. Natürlich machte mir das große Angst und ich achtete streng darauf, nicht an eine andere Druse zu denken. Dadurch schlief ich auch nicht besser. Vor etwa einer Woche hatte ich die ganze Nacht die Worte "Super Aguri" im Kopf. Die näheren Umstände sind mir allerdings entfallen.
Jetzt bin ich ratlos. Eine Druse ist einerseits ein mit Kristallen bewachsener Hohlraum in - meist vulkanischem - Gestein. Andererseits kann Druse aber auch eine bakterielle Infektion bei Pferden sein. Natürlich sind mir die Kristalle lieber. Wenn ich demnächst aber wieder schlecht schlafe und vielleicht die ganze Zeit "Staupe" denke, dann sollte ich vielleicht doch alles über den Haufen werden und Tierarzt werden.
Andererseits sollte man seinen Träumen und seinen Gedanken im Halbschlaf nicht zu viel Gewicht geben. Neueste Forschungsergebnis aus der Schweiz sagen aus, dass für das Träumen das sogenannte Zentrale Traumbecken im Gehirn zuständig ist. Von der Hirnaussenwand tropft der Hirnschutzschleim tagsüber in das Zentrale Traumbecken, wo er in der Nacht durch das Träumen aufgebraucht wird und den ausgezehrten Gedankenspeichern wieder zugeführt wird. Je nachdem, wie man den Kopf hält, füllt sich das Traumbecken auch mit verschiedenen Spielarten des Hirnschutzschleimes und das führt dann dazu, dass man manchmal kompletten Blödsinn träumt. Zumindest habe ich das so verstanden. Mein Retroromanisch ist nicht besonders gut.

Posted by banana at 09:42 EM | Comments (18)
Februar 06, 2006
Treat me like a fool

Wenn man als Lebewesen festgewachsen ist, dann ist das schon ziemlich blöd. Das heisst, ich stelle mir es ziemlich blöd vor, weil ich noch nie festgewachsen war. Einmal war ich fast festgewachsen, da bin ich mit meinen Gummitstiefeln im Watt rumspaziert und plötzlich steckten beide Gummistiefel im Watt fest. Woran das lag, weiss ich nicht, ich vermute aber, dass eine halbstarke Wattwurm-Gang mit eins auswischen wollte und mir zeigen wollte, wer der Herr im Watt ist.
Ich steckte mit beiden Gummistiefeln im Watt fest und sah mich ausser Stande, die Wasserdichten ohne fremde Hilfe aus dem Schlick zu ziehen. Zum Glück war ich nicht alleine, so dass mir geholfen wurde und ich zwar verstört, aber lebendig auf das Festland zurückwandern konnte.
In diesen kurzen Momenten des Festgewachsenseins aber, wurde mir unmittelbar bewusst, was daran denn so dumm sei, nämlich, dass man nicht dort hingehen kann, wo man möchte. Man ist praktisch total unflexibel, was seinen Aufenthaltsort angeht. Im Falle des Wattes und mir hätte das sogar zu ernsthaften Problemen führen können denn so eine Nordsee kommt ja irgendwann auch wieder zurück und dann ist es ihr herzlich egal, wer denn da gerade so alles festgewachsen ist.
Nun wachsen aber Lebewesen in der Regel nicht dort fest, wo sie ein paar Stunden später ertrinken und auch nicht dort, wo sie ein paar Stunden später vertrocknen würden.
Manche wachsen unter Wasser fest und führen dort ihr festgewachsenes Leben. Gut, sie kennen nichts anderes. Dass man nichts anderes kennt, das wird oft als Entschuldigung vorgeführt. Das ist aber meiner Meinung nach nur engeschränkt legitim. Würden die Festgewachsenen sich mal bemühen, die Welt aus dem Blickwinkel von uns Mobilen zu sehen, dann würden sie vielleicht ihr Verhalten ändern.
Nehmen wir zum Beispiel mal die Korallen. Und nehmen wir zum Beispiel mal die Fortpflanzung. Da wird schon klar, wie unvereinbar die beiden Welten sind. Korallen können keinen normalen Sex haben, denn sie sind ja festgewachsen. Die Korallenjungs können sich also nicht ihr Lieblingskorallengirl aussuchen, zu ihr hingehen, sie fragen, ob sie öfters hier ist und so weiter. Das läuft nicht. Zu einem Hole in one sind nur wenige Überkrawallen fähig, aber nicht nachweislich.
Was machen die Korallen also? Sie verabreden sich an einem bestimmten Tag und schießen dann mit allem los, was sie an Gesprotter und Geschleime bis dahin produziert haben. Immer in das Wasser damit. Richtig, in das Wasser, in dem zum Beispiel die Fische schwimmen. Das ganze Wasser ist dann voller Spermien und voller Eier und alle armen Fische, die grade zufällig in der Gegend sind, die schwimmen dann durch die Fruchbarkeitssuppe. Dagegen ist Passivrauchen das reinste Zuckerschlecken.
Spaß macht das bestimmt nicht und besonders effektiv stelle ich mir das auch nicht vor. Allerdings würden die Vaterschaftstest in Talkshows für Korallen bestimmt ziemlich interessant werden.
Ich bin auf jeden Fall sehr froh, dass ich mich bewegen kann. Und das die Mobilen sich auf eine individuellere und weniger exponierte Art der Fortpflanzung geeinigt haben. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie es aussehen würde, wenn es anders wäre. Obwohl ich sowas, glaube ich, schonmal im Fernseher gesehen habe.

Posted by banana at 06:41 EM | Comments (29)
Februar 03, 2006
Geisterjäger Bernd Kubinsky, Teil 2

Ihr habt sicher alle schon auf die Fortsetzung §§a href="http://www.spackonauten.org/aktuell/archiv/2004_12.html#001334">dieser§§/a> spannenden Geschichte gewartet. Hier ist sie endlich!

Kubinsky sitzt auf seinem Hausboot und trinkt einen Tee. Der Tee schmeckt ihm nicht. Es ist Rooibos Erdbeer-Sahne, ein Geschenk von seiner Tante und stinkt gotterbärmlich. Der Sportteil der Zeitung war auch schonmal interessanter. Alles millionenschwere Schlappschwänze, heutzutage. Das Telefon schellt schrill. Kubinsky nimmt ab. "Kubinsky" meldet er sich. "Ja, der Geisterjäger". Er kratzt sich am Unterarm. "Ein Toter? Ektoplasma? Aber in der Zeitung stand doch, dass er sich selbst... Gut, ich komme vorbei. Aber erst fertigfrühstücken. Soviel Zeit muss sein." Kubinsky legt den Hörer auf die Gabel. Er beisst noch einmal in sein Milchhörnchen, kippt den Tee in den Kanal und steht auf. In der Kajüte holte er seinen Geisterjägerkoffer vom Schrank. Er ist eingestaubt. Keine guten Zeiten für Geisterjäger, das hatte sein Kumpel John Sinclair auch gesagt.
Der Morgen ist kalt und klar. Die kalte und klare Luft wird von Kubinsky in seinen Kopf durch die Nasenlöcher eingezogen. Von dort geht sie hinten am Mund vorbei durch die Halsweiche ins Lungenrohr und bis fast ganz runter in die Lunge rein. Da ist aber alles voller Teer und Ablagerungsprodukten von vielen sehr gefährlichen Geisterjäger-Geist Kämpfen. Dann läuft das ganze Spiel wieder retour ab. Es ist ein Wunder der Natur.
Am Ort des Geschehens angekommen macht Kubinsky seinen Geisterjägerkoffer auf und holt die Spezialkamera heraus. Er schaut durch das Okkular und macht Beobachtungen. Ganz klar! Um die Leiche herum leuchtet hellgrün das Ektoplasma vom Typ Wenckenberg 4.
"Das ist ganz klar Ektoplasma vom Typ Wenckenberg 4. Das wird nur noch von echten Old School Geistern von der alten Schule benutzt. Wir haben es hier mit einem echten Stück gelebter Klassik zu tun."
"Interessant. Und ich dachte immer, Geister wären tot." sagt der Kommisar, missgelaunt. Er hat schlechte Laune, weil er den Mähdreschermörder immer noch nicht gefangen hat.
"Ich brauche sie hier nicht mehr" sagt Kubinsky zu dem Kommissaren bevor er sich zu der Leicher hinunterbeugt. Kubinsky untersucht das Loch in der Brust des Toten. Das muss sehr schmerzhaft gewesen sein, aber es war nicht die Todesursache. Es war nur ein Haltezauber, mit dem der Geist den Mann in der Luft fixiert hatte. Ein vorsichtiger aber gewissenhafter Geist, wahrscheinlich einer der Kategorie G4/Beta, also einer ohne feste Aussengestalt. Hätte er eine feste Aussengestalt gehabt, dann hätte er seine liebe Not mit dem großen Mann gehabt. So aber hatte der Mann keine Chance gehabt und sie so also auch nicht nutzen können. Der Kopf des Mannes sieht aus, wie ein Blumenkohl aus Fleisch mit Haaren drauf und Blut in allen Farben von hell bis dunkel. Er war total zermanscht. Kubinsky schätzte, dass der Geist einen Hammerzauber benutzt hatte, um seinem Opfer den Schädel zu spalten. Kubinsky hat genug von dem Mann gesehen. Der Kollege hat es hinter sich und ist jetzt in einer Welt, in der es schöner ist, als auf der Erde.
Kubinsky blickt sich um. Hat dort nicht die alte Lagerhalle gestanden? War sie nicht vor kurzem abgerissen worden? Kein Zweifel. Bestimmt hat der Geist in der Lagerhallte gewohnt und ist nun sauer, weil man ihm seine Hütte unter dem immateriellen Hinter weggekloppt hatte. Bestimmt hatte er den Toten für den Abriss verantwortlich gemacht. Dieses Verhalten ist nur mehr als verständlich, kann aber in einer Gesellschaft, die festen Regeln folgt und bei der nicht jeder machen kann, was er will, nicht toleriert werden.
Das war fast zu einfach. Kubinsky geht zu einem Beamten und sagt "Ich komme heute abend wieder. Und zwar kurz vor der Geisterstunde! Uhrenvergleich."
"Casio" sagt der Beamte.
"Dugena" sagt Kubinsky.
Kubinsky verlässt den Ort der Tat. Er muss noch seine Wengerfallen kalibrieren und die Wengerfallen sind ein widerspenstiges Werkzeug, können aber in den Händen eines Meisters Leben retten, Leben nehmen und haben noch 15 weitere Funktionen und coole Aktionsounds.

Posted by banana at 07:14 EM | Comments (60)
Februar 02, 2006
I can't help loving the fall with you

Aus: Gespräche mit banana. Heute: Nationalhymnen.
00b (singt die italienische Nationalhymne)
dr aus dem Odenwald kommt dazu.
00b: Und, dr, wie geht die odenwälder Nationalhymne?
bna: Die kenne ich! Uh uh uh uh uh uhuh.
dr schaut böse.
bna: Oder etwa nicht?
dr: Doch. Uh uh uh uh uhuh.
bna: Du kannst das natürlich besser, als ich.
dr: Und wie geht eure wetterauer Nationalhymne?
bna: Man nimmt sich einen dicken Ast und schlägt damit gegen einen Baum.

Posted by banana at 07:43 EM | Comments (21)
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