Dezember 30, 2005
Europas hurigste rutschebane

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man sich beim Kauf von Kleidungsstücken nicht allzusehr von funktionalen Aspekten leiten lassen soll. Die Welt hat schließlich schon genug Funktionsjackenträger. Irgendwo muss man allerdings eine Grenze ziehen und den Fakten ins Auge schauen. Fakt ist: Es gibt keine coolen Hausschuhe. Hauseschuhe sind keine Datewear. An dem Tag, an dem man sich seinem Partner in Hausschuhen präsentiert, muss man sich ihrer oder seiner Liebe schon ziemlich sicher sein. Wäre das Leben ein Rollenspiel, so hätte man in dem Moment, in dem man Hausschuhe anzieht Sexyness -12. Wenn es also keine coolen Hausschuhe gibt, dann kann man doch die kaufen, die ihre Hausschuhpflichten am besten erfüllen. Besinnen wir uns kurz auf die Tugenden eines guten Hausschuhs, die da wären: Bequem sein, warm halten, dafür sorgen, dass man, wenn man über die Befliesung des Nassbereichs gondert, nicht auf die Schnauze fällt.
Ich selbst bin seit vielen Jahren Besitzer extra uncooler Hausschuhe in Farben, die noch nie in Mode waren und es auch nie sein werden und sich einer miesen Gegend des Farbspektrums befinden. Es sind gewissermaßen Gegenstände, die in einem Paralleluniversum entstanden sind, in dem die Charts von einer Mutter angeführt werden, die mit dem noch speichelbenetzten Taschentuch ihrem Sohn hinterherwinkt, der eine Wollmütze mit integriertem Kragen und Handschuhe, die durch die Ärmel mit einer Schnur verbunden sind, trägt. Und dieser Sohn wird die Dinger auch nicht ausziehen, sobald er ausser Sichtweite ist.
Aber ich mag meine Hausschuhe. Sie wärmen meine Füße zuverlässig bei angenehmem Tragekonfort. Ausserdem finde ich meine Füße eigentlich nur zum Nägelschneiden interessant und strafe sie sonst mit Nichtbeachtung und deswegen ist für mich das Aussehen der Schuhe nicht sonderlich wichtig.
Jetzt lösen sich meine Hausschuhe aber leider nach Jahren intensiver Nutzung in ihre Bestandteile auf. Sie gehen also den Weg allen Irdischens. Da muss Nachschub her und das ist schwierig. Der Hausschuhkauf selbst ist etwa so unangenehm, wie der Kauf von Kondomen und das letzte, was man da möchte, ist eine intensive Beratung duch die Verkäuferien ("und was ist jetzt der Vorteil von den Genoppten im Gegensatz zu denen mit Bananengeschmack?"). Folglich nutzte ich das Internet, um mich über das vorhandene Angebot und die aktuellen Buzzwords zu informieren. Schwierig wurde es da schon bei der Bezeichnung dessen, was ich suchte, denn eigentlich sind es gar keine richtigen Hausschuhe, die ich will. Eigentlich sind es dicke, dicke Strümpfe mit einer festen Sohle unten, die aussieht, wie die erstarrte Kotze eines Wesens, das Gummi und Filz gefressen hat. Ich klapperte diverse Hausschuh- und Pantoffelforen ab, sowie die Seiten einiger Hausschuhanbieter und lerne recht bald, dass ich eigentlich Hüttenschuhe möchte und keine Hausschuhe, keine Pantoffeln, keine Clogs und auch keine Pantoletten. Ich lernte auch, dass wahrscheinlich alle Hausschuhhersteller der Welt mit ein und dem selben Designer zusammenarbeiten. Wäre dieser Mensch im Hausschuhdesignen so gut, wie er im Sichern seiner Monopolstellung ist, dann wären Menschen mit Partnern nicht mehr so oft erkältet. Es scheint auch noch der gleiche Mensch zu sein, der für die Gestaltung meiner verblichenen Hüttenschuhe verantwortlich zeichnet.
Nach kurzer Suche und verübergehender Verabschiedung meines Selbstwertgefühls habe ich mich für ein Modell entschieden. Man kann es sogar online bestellen und sich so der Peinlichkeit des direkten Augenkontaktes entziehen. Kondome kann man ja mittlerweile auch online bestellen.

Ach, einen habe ich noch: Sehr schön ist die Bezeichnung "Walktoffel". Das hat allerdings nichts mit dem Walkman oder mit Nordic Walking zu tun, sondern mit gewalkter Wollte, aus denen diese Dinger hergestellt sind. Ich möchte also in Zukunft nicht mehr nur als Vollstarker, Diplom Spackonast und Idiot mit Herz bezeichnet werden, sondern bitte schön auch als Walktoffelheld. Und ich lege Wert auf die Feststellung, dass ich nicht unter dem Walktoffel stehe.

Posted by banana at 02:05 EM | Comments (27)
Dezember 28, 2005
Even a glamorous bitch can be in need

Ich weiss nie, wo jung aufhört und wo alt anfängt. Zum Glück sind die meisten Dinge ja für "jung and alt" gedacht. Deswegen ist eine genaue Abgrenzung wohl nicht nötig.
Anders ist das bei Gesellschaftsspielen. Viele Spiele sind geeignet für Spieler von 4-99. Das soll wahrscheinlich total lustig sein, aber dieser Schuss kann schnell nach hinten losgehen!
Gerade in der heutigen Zeit, in der die Menschen immer älter werden, ist diese Einschränkung des Alters der Spieler ein Tanz auf dem Vulkan. Was sage ich denn als armer Zivi im Altersheim dem armen Herrn Voigt, der gerade seinen Hundertsten hinter sich gebracht hat und auf einmal nicht mehr Risiko spielen darf? "Tut mir leid, Altes Haus, aber die Weltherrschaft ist nur für junge Hüpfer"? Das ist nicht in Ordnung! Nur, weil die alten Leute keine Lobby haben, ist das noch lange kein Grund, sie von der Eroberung der Welt auszuschließen!
Und was hat das eigentlich mit diesen abgesägten Holzpfosten auf sich, die sich die Leute als Weihnachtsmann vor die Tür stellen? Das gabs früher nicht und scheisse aussehen tut es auch noch. Es ist keine gute Idee, wenn man aus Dingen, die eigentlich etwas anderes sind, Sachen bastelt, die sie eigentlich nicht sind. Einen Pfosten kloppt man in die Erde und einen Weihnachtsmann bestellt man sich beim Studentendiest. So sieht die Sache nämlich aus.
Schlimm sind auch diese Strohräder, die irgendwer auf das Feld vor dem Kaff stellt und die dann einen Mann oder eine Frau darstellen sollen. Das sieht auch komplett bescheuert aus. Bin ich eigentlich nur von Bekloppten umgeben?

Posted by banana at 11:41 EM | Comments (27)
Rohling, Rohling, Rohling

Das Schlimmste an Weihnachten sind die Geschenke. Wenn man ein Kind ist, dann ist das noch in Ordnung, dann schaut man sich die Spielzeugprospekte an, die sich vor Weihnachten in wundersamer Weise häufen und man weiss Bescheid, weiss genau, was man will, schreibt das auf einen Zettel und die Erwachsenen sehen das nicht als Raffgier, sondern als willkommene Anleitung, was dem Nachwuchs denn bitteschön unter den Baum zu hiefen ist. Und am Mittwoch kommt die Müllabfuhr und holt den ganzen Plunder.
Die Kinder sind also kein Problem. Die sagen sogar, wenn sie ein Geschenk scheisse finden, zum Beispiel den "Jesus liebt mich" Schal, den es von der Kirche gab. Das ist lustig, weil ich selbst in der Regel keine "Jesus liebt mich" Schals verschenke.
Schwierig wird es bei den Frauen in der Verwandschaft. Da fällt mir nie etwas ein und ich finde mich jedes Jahr wieder mit lausig verpackten Küchenutensilien und schlechtem Gewissen unter dem Weihnachtsbaum wieder. Da bin ich aber nicht der einzige. Es beruhigt mich, dass die Geschenkideen der Ehemänner auch nicht origineller sind, als meine eigenen, obwohl sie doch eigentlich bessere Einfälle haben sollten. Meistens greift der Ehemann auf die neueste CD desjenigen Künstlers zurück, bei dem die Ehefrau nicht die Nase rümpft, wenn dessen Melodeien durch die Lüfte äthern.
Da tritt der Feind des ideenarmen Ehemanns auf den Plan: Peer to Peer! In der modernen Zeit nämlich hat die Ehefrau schon ihren Bruder gebeten, das Album "aus dem Internet runterzuladen" und der Ehemann muss sich doch wieder neue Gedanken machen, was er seiner Holden denn zukommen lassen möchte. Schlimm, schlimm und illegal!
Dann wird es doch die Friends DVD Box. Oder eben doch eine Schüssel.

Posted by banana at 10:54 FM | Comments (8)
Dezember 25, 2005
Rolling, rolling, rolling.

Weihnachten ist toll!
Neuer Bademantel, Zeit und Resident Evil 4.

Der Klabautermann ist übrigens kein Klabautermann, sondern eine Klabauterfrau und wenn man sie sich so anschaut, dann wundert man sich nicht mehr, dass sie beim Laufen so lautes Donnerhallen verursacht.
Die Klabauterfrau ist allerdings über die Weihnachtsfeiertage weggefahren. Wahrscheinlich, um ganz viel zu essen.

Posted by banana at 09:25 EM | Comments (30)
Dezember 23, 2005
Ziehet durch die Lüfter froher Schall

Aus dem Land kann ja nix werden, bei diesen infantilen Einwohnern. Ich glaube, meine ganze Generation ist einfach nicht erwachsen geworden, mich eingeschlossen natürlich, aber auf mich kommts ja nicht an. Ich bin ja nur ein kleines Rad im Getriebe der Weltenmaschine, ich kann ja nix ausrichten. Mich fragt ja auch keiner. Es ist zum heulen.
Wie infantil die Welt ist, das kann man schön an den Adventskalendern sehen. Adventskalender sind für Kinder. Für kleine Kinder, die sich noch auf Weihnachten freuen und für die Weihnachten nicht nur ein schlechter Gewissensklops ist, weil man noch nicht alle Geschenke gekauft hat und ein Stressklops, weil man alle Freunde und Verwandten unter einen Hut bringen muss, ohne dass es sich hinterher negativ auf das zu erwartende Erbteil auswirkt.
Da gehe ich durch die Büroräume, die allesamt mit Leuten besetzt sind, die Abitur haben und studiert haben und sich jenseits der 30 Jahre bewegen und überall sehe ich Adventskalender. Die Leute machen also im Dezember jeden Morgen ein kleines nummeriertes Türchen auf und essen ein Stück Schokolade. Manche haben sogar mehrere Adventskalender. Eigentlich sollte man ihnen mal sagen, dass es die Adventskalender spätestens ab Mitte Dezember zum halben Preis gibt und dass es eigentlich viel günstiger wäre, dass man mit der Türchenklapperei erst dann anfängt. Sonst sind die meisten nämlich auch sehr fürs Sparen zu haben. Wahrscheinlich gibt es die Dinger nach Weihnachten sogar noch günstiger. Dann kann man jeden Tag mehrere Türchen aufmachen. Sogar im Januar. Das wäre egal, denn eigentlich ist Weihnachten ja sowieso scheisse.
Die Industrie hat die veradventskalenderung der Gesellschaft erkannt und so gibt es Adventskalender von allen möglichen Firmen. Richtig teuer sind die Dinger. Die Eltern kaufen ihren Kindern den Müll aber trotzdem. Irgendwie müssen die Adventskalender eine Saite unserer Seele anschlagen, die uns weich macht, wie Adventskalenderschokolade im Spätsommer. Das muss so ähnlich sein, wie mit den Geländewagen.
Nur den Adventskalender von Tuborg, den gibts nicht mehr. Scheiss Dosenpfand!
Enttäuschungen aller orten. Heute abend war ich in Frankfurt, um mein letztes Weihnachtsgeschenk zu kaufen und noch ein paar Kartoffelpuffer auf dem Weihnachtsmarkt zu essen. Was musste ich feststellen? Da war gar kein Weihnachtsmarkt mehr!
Schwer enttäuscht schleppte ich mich zurück zur S-Bahn. Dort lernte ich, dass Drehorgelleiern eine große Kunst sein muss, denn in der S-Bahn Station stand ein als Weihnachtsmann verkleideter Junge, der an eine Drehorgel rumleierte. Es klang total beschissen und es waren auch noch Weihnachtslieder.
Vielleicht muss er auch nur die abgeleierte Orgel seines großen Bruders aufleiern.
Ich will es gar nicht wissen.

Posted by banana at 06:52 EM | Comments (7)
Dezember 20, 2005
My heart is crammed in my cranium

Aspirin: Lecker! Mir hat Aspirin schon immer geschmeckt. Am liebsten würde ich in jedem Glas Wasser, das ich trinke, eine Tablette auflösen, aber ich mache es natürlich nicht. Zum einen würde das ziemlich ins Geld gehen und zum anderen wäre mein Blut dann bald so dünn, dass es mir unten aus den Füßen rauslaufen würde und das kriegt man ja so schwer aus dem Teppich raus.
Und dann kommen die Profiler und benutzen das Wundermittel: Sie benutzen Luminol! Und dann ist alles voller Blut, alles leuchtet von Blut, besonders in den Ritzen, da kann man wischen und waschen, wie man will, mit Luminol kommt alles Blut wieder zum Vorschein. Und dann stellen sie blöde Fragen, ein Wort gibt das andere und schwubberdiwubberdi sitzt man auf Alkatratz und brummt hinter schwedischen Gardinen, wie einst Capone.
Vielleicht könnte die Getränkeindustrie einen Softdrink entwickeln, der nach Aspirin schmeckt. Also, ich würde das kaufen. Hm, lecker, Aspodrink! Nicht so süß! Dann könnte man auch gleich noch Bollchen machen, die nach Esberitox schmecken. Würde ich auch kaufen. Hm, lecker, Esberidrops! Nicht so süß! Und dann könnte man auch gleich noch ein Parfüm machen, das nach Benzin riecht! Hm, lecker, Gascoline, nicht so süß!
Ach, man könnte so viele tolle Sachen machen, wenn sie einem nur einfallen würden.

Posted by banana at 08:13 EM | Comments (20)
Dezember 19, 2005
Und sie legen in weitem Bogen die Netze aus

Es wird Zeit, dass die dunkle Jahreszeit aufhört, denn mir will so gar nichts einfallen, was ich aufschreiben möchte. Eigentlich stimmt das gar nicht: Vielmehr habe ich schon gar keine Lust, darüber nachzudenken, was ich aufschreiben könnte. Da kann ich gar nicht beurteilen, ob mir etwas einfallen würde. Ist es die Angst vor dem bevorstehenden Weihnachtsfest? Ist es das Wissen, dass die Kinder zwei Elektrohunde geschenkt bekommen, die angeblich Kommandos in Deutsch, Englisch, Italienisch, Schwedisch, Finnisch, Französisch, Norwegisch, Dänisch und weiteren 20 Sprachen verstehen und das Wissen darum, dass die beiden Sprachgenies sich einen Teufel um die Kommandos scheren werden und dass das für ziemlich dicke und feuchte Luft sorgen wird?
Vielleicht.
Ich denke aber eher, dass es an der Jahreszeit liegt. Die tut mir nicht gut. Ich rege mich über jeden Mist auf und zwar nicht so, dass mir eine spitze Bemerkung einfällt, sondern so, dass es mir im Bauch weh tut.
Da hätten wir zum Beispiel den Klabautermann, der vor ein paar Wochen eingezogen ist. Der Klabautermann ist entweder auf der Startbahn vom Fraport aufgewachsen oder vielleicht unter Tage oder vielleicht bei den Proben einer Marschmusikkapelle, aber auf jeden Fall nicht in einem Haus, in dem noch andere Menschen gewohnt haben. Man weiss immer genau, wo der Klabautermann sich gerade aufhält, denn er läuft so, wie andere Menschen Feuer austreten. Man weiss auch genau, wann er sich zum Essen setzt, denn er zieht die Stühl über die Fliesen und es klingt so, als würde ein Riese den Rotz in der Nase hochziehen. Man weiss auch, wann er lustige Sendungen im Fernsehen schaut, denn wenn eine lustige Stelle kommt, dann lacht er hell auf und stampft dann mit dem Fuß auf den Boden. Ich will nicht wissen, was passiert, wenn er einmal Sex hat.
Natürlich muss es auch derart mitteilsame und lebenslustige Menschen geben und der dauernde körperliche Einsatz ist für den armen Kerl bestimmt auch sehr anstrengend, aber es ist mir scheissegal, wo der Kerl gerade rumrennt und wann er ist und die lustigen Stellen im Fernsehapparat, die suche ich mir am allerliebsten selbst. Der Arsch geht mir auf den Saque. Vor allem nach einem lustigen Tag im Büro, wo wiedermal die Weltmeisterschaft im Synchronbohren ausgetragen wird, weiss ich einen ruhigen und geruhsamen Feierabend wirklich zu schätzen und da ärgert es mich wirklich auf ungesunde Art, dass jetzt so ein Nilpferd in meinem Hause wohnt.
Es ist aber nicht davon auszugehen, dass sich der Zustand in der nächsten Zeit bessert, denn der Knabe ist offensichtlich mit dem D-Zug durch die Kinderstube gefahren. Ich selbst hatte auch eine Elektroeisenbahn und ICH stampfe nicht so rum beim Laufen.
Ich wurde aber auch sehr streng erzogen und deswegen stelle ich überhöhte Anforderungen an andere Menschen, die sie nie erfüllen können. Machen diese Menschen dann auch nur den Allerklitzekleinstenminifehler, dann haben sie bei mir gelitten. DANN HABEN DIE BEI MIR VERSCHISSEN!!! UND DIE DRECKSAU, DIE DA OBEN DEN SCHWANENSEE FÜR STEPPSTIEFELTRAGENDE ZYKLOPEN AUFFÜHRT, DIE HAT ERST RECHT VERSCHISSEN!!!

Posted by banana at 07:17 EM | Comments (14)
Dezember 16, 2005
Stop! Hammertime!

Heute habe ich ein Bild gemalt. Es ist gut.
Es heisst "Die Osterinsel".

Posted by banana at 11:33 FM | Comments (19)
Dezember 14, 2005
You wanna live like common people

Es geht immer noch um den Vorfall mit MvK4, dem Mädchen von Kasse 4 aus der Kantine. Der Vorfall, der ihr den Beinamen "Brötchenhexe" eingebracht hat, weil sie einmal angeblich um kurz vor acht (ab acht gibt es offiziell Brötchen zu kaufen) auf die Frage, ob es schön Brötchen gäbe mit "noch lang nett!" geantwortet hat.
Ich stelle klar:
bna: Wenn der Peter sagt, es sei kurz vor acht, dann ist es nicht kurz vor acht. Lad doch den Peter mal nach Hause zum Kaffeetrinken ein. Um vier Uhr und dann rate mal, wer pünktlich um halb vier auf der Matte steht. Der Peter hat eine andere Wahrnehmung der Zeit. Für uns alle mag es halb vier sein, für Peter ist es aber schon vier. Von dieser Meinung lässt er sich auch nicht durch solche profanen Werkzeuge, wie Uhren abbringen. Er meint das nicht böse. Das ist einfach so. Das muss man akzeptieren. Also kann es auch auf keinen Fall "kurz vor acht" gewesen sein, sondern es war wahrscheinlich halb sieben. Und jemand, der um halb sieben schlechte Laune hat, kann kein schlechter Mensch sein.
00b: Meinst du?
bna: Ja. Wie geht's eigentlich deinen Fischen?
00b: Gut. Die fühlen sich wohl. Ich habe die Rückwand ins Aquarium eingebaut.
bna: Ach, die Steine auf dem Foto, das ist die Rückwand.
00b: Ja. Dabei ist leider einer gestorben.
bna: Beim Einsetzen der Rückwand?
00b: Ja.
bna: Hast du ihn zerquetscht.
0bb: Nein. Ich hab beim Einsetzen extra immer geschaut, wo die Fische sind, damit keiner hinter die Rückwand kommt, aber dann war doch einer hinter der Rückwand.
bna: Also ist er erbärmlich erstickt?
00b: Wahrscheinlich. Weil er seine Kiemendeckel nicht mehr bewegen konnte.
bna: Der arme Fisch. Qualvoll erstickt.
00b: Und dann habe ich ihn nicht rausbekommen, als er tot war. Da habe ich dann eine Büroklammer aufgebogen und durch das Auge gesteckt und dann habe ich ich rausgezogen. Das war ziemlich eklig.
bna: Aber die anderen fühlen sich wohl?
00b: Ja.
bna: Ich stelle mir das grade vor. Wir sitzen hier im Büro und können nicht raus und auf einmal kommt eine große Wand von oben und sperrt einen von uns hinter sich ein und der stribt dann. Dann kommt ein großer Haken von oben, wird dem Toten in die Augenhöhle eingeführt und dann nach oben gezogen. Also, bei mir käme da ein gewisses Unbehaglichkeitsgefühl auf.
00b: Ach wo.
bna: Ich glaube, deine Fische singen zu Hause schon Gospels.
00b: Nein, die fühlen sich wohl.

Posted by banana at 07:32 EM | Comments (16)
Dezember 13, 2005
The Puffy Shirt

Das blöde im Leben ist ja, dass man irgendwie nicht vorwärts kommt, was die grundlegenden Dinge betrifft.
Man steht morgens auf, dann putzt man sich die Zähne, dann rasiert man sich, dann duscht man, dann fährt man zur Arbeit.
Das ist doch komplett überflüssig. Ich weiss, wie ich mir die Zähne putzen muss, denn ich habe es oft genug gemacht. Ich muss mir nicht immer beweisen, dass ich es kann. Es nervt einfach nur.
Wenn das Leben ein Computerspiel wäre, dann müsste man sich vielleicht 10 mal rasieren, dann gäbe es ein Level-up oder man bekäme einen Superrasierer, mit dem man sich nur noch einmal im Monat rasieren muss und trotzdem immer ordentlich aussieht. Eine Superzahncreme würde man auch bekommen. Und Superduschgel. Wenn man sich ins Auto setzt, dann muss man nur *zack* auf einen Knopf drücken und man wäre am Arbeitsplatz. Die Wohnung müsste man auch nicht mehr jede Woche putzen und so weiter. So müsste man nie wieder die langweiligen Routinetätigkeiten durchführen und sähe sich stänig mit neuen, interessanten Herausforderungen konfrontiert. Und man hätte mehr Zeit, um im Bett rumzuliegen.
Das Leben ist aber kein Computerspiel und deswegen wird es für diese kleinen Probleme leider mittelfristig keine Lösung geben.
Vielleicht wäre es aber auch eine andere Art von Computerspiel und irgendwann stünde man mit der Bürste vor dem Spiegel, eine Melodie würde gespielt und auf einmal wäre das Zähneputzen schwieriger als vorher UND man müsste schneller fertig sein, weil man Level zwei erreicht hat. Wenn man es dann nicht schaffen würde, die Zähne in der vorgegebenen Zeit zu putzen, dann würden sie einem einfach alle ausfallen. Man hätte drei Gebisse.
So gesehen ist es vielleicht ganz gut, dass das Leben nicht wie ein Computerspiel ist.

Posted by banana at 07:39 EM | Comments (5)
Wring my faithful heart

Heute ein paar Witze über Iren.
An Irishman goes to an intelligence test. The interviewer asks him "What is one hundred divided by three?"
The Irishman does not know the answer. He looks out of the window and sees a dog pissing agains a tree. The irishman sais "Oh, now I know, it's dirty tree."
The interviewer says "Well, that's not quite right".
Then the Irishman looks out of the window and sees that the dog is taking a crap near the tree and he says "Oh, now I know, its dirty tree and a turd."
Und noch einer:
How do you get an Irishman on the roof?
Tell him the drinks are on the house.
Und noch einer:
How do you confuse an Irishman?
Give him three shovels and tell him to take a pick.
So, genug gelacht. An die Arbeit!

Posted by banana at 09:36 FM | Comments (1)
Dezember 11, 2005
You know you make me wanna shout

Der Fernsehbericht, in dem gezeigt wurde, dass man mit benzinsparender Fahrweise Geld sparen kann, hat mich sehr beeindruckt. Die einzuhaltenden Regeln waren auch eigentlich recht einfach: Vor roten Ampeln ausrollen, statt zu bremsen, frühes Hochschalten (bei 2000U/Min), generell niedertourig fahren, im Verkehr mitschwimmen.
Heute habe ich die Tipps auch gleich umgesetzt. Ob ich damit Benzin gespart habe, weiss ich nicht, aber es steht fest, dass die Welt dadurch nicht sicherer geworden ist. Besonders das niedertourige Fahren ist es, was die Straßen unsicher macht. Normalterweise bin ich immer im dritten Gang durch Ortschaften gefahren. Dann war die Drehzahl angenehm hoch und ich kam mir angemessen schnell vor. Heute aber bin ich im fünften Gang durch die Ortschaften gesaust, fein niedertourig, benzinsparend und umweltfreundlich. Wenn der Drehtzahlmesser aber so zwischen 1000 und 2000 hängt, dann ist das gefühlte Tempo viel geringer, als das tatsächliche Tempo. Ausserdem hat man Angst, bei einem Tritt auf die Bremse den Motor abzuwürgen.
So sauste ich also mit freundlich blubberndem Motor durch die Ortschaften und verringerte auch vor engen Kurven nicht mein Tempo. Das führte zu einigen zwar entspannt blubbernden, aber sehr rasanten Wendungen, bei denen ich mich im Tempo gehörig verschätzt hatte. Bringt also nix, mit dem Umweltschutz.
Das ist ja auch eine Sache mit der Umwelt. Manchmal ist die nämlich auch gar nicht so freundlich.
In meinem neuen Fitnesscenter (hessisch: Studdjo) (also, ich meine, das Fitnesscenter äähhh... Club gehört mir nicht, aber ich bin da Mitglied) gibt es weniger Muskelprotze, als in dem alten. Natürlich gibt es auch dort Deppen, die sich ähnlich verhalten, wie die Full-Blown-Muskelprotze aus dem alten Studio, aber die würden sich nicht trauen, sich in dem alten Studio so aufzuführen. Das sind B-Muskelprotze.
Dafür gibt es aber Frauen, die sich merkwürdig verhalten: Sie fahren mit dem Auto in Studdjo, ziehen ihre Leggins an, streifen sich ein Funktions-Hemd über und gürten ihre Rübe mit einem Schweissband, schnappen sich ihr Wasser in der schnellen Flasche und besteigen das Laufband.
Dann folgt das Training. Dieses besteht aus einem viertelstündigen Lauf im Spaziertempo. Danach ziehen sie wieder ihre Zivilkleidung an und fahren mit dem Auto nach Hause.
Da kann man sehen, wie gemein die Umwelt ist, denn sie scheint sie davon abzuhalten, mal spazieren zu gehen. Mal sehen, wann der erste mit Nordic-Walking-Stöcken aufs Band steigt. Ich habe gehört, es gibt fürs Nordic-Walking solche Grubenlampen für den Kopf. Das würde sich auf dem Laufband bestimmt auch gut machen.

Posted by banana at 08:27 EM | Comments (6)
Dezember 10, 2005
18 and life

Heute habe ich einen interessanten Bericht im Fernsehapparat gesehen. Es ging um Ölsardinen.
Die Sardinen werden gefangen und man schneidet ihnen den Schwanz und den Kopf ab. Dann holt man auch noch das Zeugs aus der Bauchhöhle raus. Alle Sardinen baden dann in einem großen Badebecken, umstellt von Förderbändern und Arbeiterinnen. Auf den Förderbändern laufen kleine Blechschälchen, die von den Arbeiterinnen mit Sardinen gefüllt werden. Je nachdem, wie dick die Fischchen sind, passen drei oder vier Sardinen in ein Döschen. Die Arbeiterinnen sind angehalten, 100g Sardine in ein Döschen zu packen. Dann fahren die Sardinen weiter, ohne Kopf und ohne Schwanz, ihrer Wege.
Die Sardinen werden dann umgedreht. Ich würde sagen, dass sie auf den Kopf gedreht werden, aber das ist ja nicht möglich, weil sie ja zu diesem Zeitpunkt schon keinen Kopf mehr haben. Vielmehr wird das Döschen umgedreht, die Sardinen kommen auf einem Gitter zum liegen und werden, bedeckt durch das Döschen, in ein Förderband gehängt, dass sie durch einen Dampfgarofen leitet. Die Sardinen garen dann im Dampfgarofen und zwar etwa 40 Minuten lang. Ich finde, das ist ziemlich lang für so einen kleinen Fisch. Dann werden die Sardinen in den Dosen gedreht. Diesen Teil habe ich nicht ganz verstanden, da mich ein Anruf meines Bruders kalt erwischte. Ich habe allerdings mitbekommen, dass das gemacht wird, weil die Sardinen nach dem Garen von unten besser aussehen, als von oben.
Nun kommt das Öl zu den Sardinen. Endlich können sie sich Ölsardinen nennen. Von einem Richtfest war aber keine Spur zu sehen. Vielmehr liefen die kleinen Fische weiter auf dem Fließband und geradeaus zum Bedeckeln hin. Der Deckel wurde mit 80kg auf die Dose gepresst.
Dann mussten die Sardinen sterilisiert werden. Ha ha, das ist lustig. Wie soll man sich denn fortpflanzen, ohne Kopf? Aber das war nicht gemein. Vielmehr sollten die Keime in den Dosen abgetötet werden.
Das geschieht bei 150Grad in einem Rohr und dauert 45 Minuten.
Dann werden die Dosen gewaschen und lustig verpackt.
Uff, wer hätte gedacht, dass es so viel Arbeit ist, bis man eine schöne Dose Ölsardinen hat?

Posted by banana at 12:49 FM | Comments (9)
Dezember 08, 2005
Wir geben dem Rosse die Zügel

Ich habe ein Buch, das "Die 100 schönsten Gemälde der Welt" heisst.
Es ist ein sehr beruhigendes Buch. Im Leben gibt es so viele Fragen. So viele offene Fragen, Fragen, auf die man nie eine Antwort bekommen wird, Fragen, die wahnsinnig knifflig sind und Fragen, die sehr unangenehm sind. Wenigstens ist da die Frage, welches die 100 schönsten Gemälde der Welt sind, schon beantwortet.
Das ist auch das schöne beim Programmieren. Die Entwicklungsumgebung sagt mir genau, wie viele Probleme es gibt. Die Frage wäre dann auch schonmal geklärt. Sowas sollte man mal für das richtige Leben erfinden, vielleicht mit so einer praktischen Gürtelschlaufe, wie sie für Handies angeboten werden. Auf dem Display könnte man dann ablesen, wie viele Probleme man hat. Wenn man mehr als hundert Probleme hat, dann würde das Gerät automatisch Kontakt mit dem Psychater aufnehmen.
Vielleicht bräuchte es diese Gürtelschlaufe auch gar nicht. Vielleicht sollte man das Gerät einfach in die Schreibtischschublade legen. Man könnte dann Abends einen Blick auf das Display werfen und feststellen, ob es mehr oder weniger Probleme gewesen sind.
Es wäre wirklich nicht nötig, das Ding immer mit sich herumzuschleppen. Bei den Handies ist es ja auch nicht nötig, Zumindest hat in meiner Gegenwart noch keines der am Gürtel befestigten Telefone geklingelt. Ich weiss das genau, denn ich wollte immer mal wissen, ob es die Leute schaffen, das Telefon aus der Gürteltasche zu puhlen, before der Anrufer auflegt. Immer, wenn ich jemanden mit Gürteltelefon sehe, dann stelle ich mir die Frage, was diese Leute wohl machen, wenn das Telefon klingelt, wenn sie gerade auf dem Klo sitzen.
Ich selbst habe mit sehr guten Freunden telefoniert, während ich auf dem Klo war und ich habe auch mit sehr guten Freunden telefoniert, während sie auf dem Klo waren und ich weiss: Es kommt immer raus. Der Gesprächspartner weiss, dass ihr auf dem Klo seid. Das ist der typische Klohall, der euch verrät und spätestens, wenn ihr spülen müsst, seid ihr sowieso überführt. Ganz zu schweigen von der würdelosen Prozedur, das Telefon auf dem Klo sitzend aus der Gürteltasche fummeln zu müssen.
Eine Sekretärin konnte ich regelmäßig dabei beobachten, wie sie das Mobilteil des Telefones mit aufs Klo nahm. Ich weiss nicht, was schlimmer ist: Eine Firma, die vier Minuten nicht zu erreichen ist, oder eine Firma, die mit der verhallten Stimme der heiligen Porzellanhallen antwortet. Wie gesagt, es kommt immer raus!
Bedenket: Raus kommt alles, früher oder später. Ich halte es mit Douglas Adams: Tu nie etwas, bei dem du nicht tot erwischt werden willst.
Mein Lieblingsbild der 100 schönsten Gemälde der Welt ist übrigens "Straße mit Männern" von Jean Dubuffet. Ich hätte das Bild gerne als Druck, aber das scheint es nirgends zu geben. Schweinewelt!

Posted by banana at 09:40 EM | Comments (7)
Dezember 07, 2005
Und fällt wer vom Pferde, so fällt er gelinde

Der Bademeister ist im Keller und hackt Wasser.
Mein Bruder hat sich im Alter von sechs oder sieben Jahren beim Messerwerfen ein Messer in den Fuß geworfen. Sonst hat er aber nichts getroffen. Daran kann man sehen, dass Messerwerfen kein Hobby für ABC-Schützen ist. Deswegen heissen sie ja auch nicht ABC-Messerwerfer. Ein Gewehr haben sie aber auch nicht. ABC-Schützen sagt sowieso kein Mensch mehr. ABC-Waffen freie Zonen sind auch irgendwie aus der Mode gekommen. Es gibt sie noch, aber man beachtet sie nicht mehr. Es ist trotzdem schön zu wissen, dass es in ein paar Marktflecken in der Wetterau keine Atomrakteten stationiert sind.
Das Messer drang durch den Schuh in den Fuß und verursachte eine Schnittwunde, die meinem Bruder einen Besuch beim Arzt einbrachte. Meine Mutter begleitete ihn. Darauf hatte er bestanden. Von wegen "damals waren die Kinder selbstständiger".
Der Arzt besah sich die Sportverletzung und sagte, dass die Wunde genäht werden müsse. Eine Spritze müsse er meinem Bruder vor dem Nähen auch noch geben.
"Tut das weh?" fragte meine Bruder, der bis zu diesem Zeitpunkt erstaunlich ruhig gewirkt hatte.
"Nein, das tut überhaupt nicht weh" log der Arzt.
"Wenn das doch wehtut, dann schlage ich hier die ganze Einrichtung zusammen." sagte mein Bruder ruhig. Offenbar steckte er die ganze Situation doch nicht so gut weg, wie es aussah.
Der Arzt war wohl auch ein bisschen uncool, denn er äusserte sich dahingehend, dass er sich dann auf eine ernsthafte körperliche Auseinandersetzung mit meinem Bruder einlassen würde.
Das wiederrum rief meine Mutter auf den Plan, die den Arzt daran erinnerte, dass es seine Pflicht sei, die Wunde meines Bruders zu versorgen und nicht, sich mit geschockten Grundschülern zu prügeln.
Den Rest der Geschichte kenne ich nicht, denn dann schweift meine Mutter immer ab und beklagt sich darüber, dass in solchen Momenten immer sie für die Kinder zuständig war und nicht mein Vater.
Wenn mein Vater mich zum Beispiel zum Kindergarten bringen musste und ich mich weigerte, dort zu bleiben, dann fuhr er mich immer nach Hause und übergab mich meiner Mutter. Die sorgte dann schon dafür, dass ich dort blieb irgendwie war sie da die Konsequentere.
Kennen wir sie nicht alle, die kleinen Anekdoten, die das Leben schrieb, diese kleinen Geschichten, wie wir sie alle erlebt haben und wie wir sie alle wieder und wieder hören, so wie die alte Schallplatte von der kleinen Hexe oder Raumschiff UX-3 antwortet nicht. Diese kleinen Begebenheiten aus dem Spiel, das Leben heisst und bei dem es keine Spielregeln gibt, bei dem es jede Menge Möglichkeiten gibt, alles zu versauen und so wenige Chancen, das große Glück zu finden. Der, der die Fäden zieht, hat uns in der Hand und da ist es nur eine Frage eines kleinen Fingerschnippens, um aus einem Bettelmann einen Prinzen zu machen. Der eine mag lieber Cola, der andere mag lieber Pepsi und wieder anderen ist es egal. Viele Menschen haben sogar noch nie Cola getrunken und sie vermissen auch nicht.
Wir alle werden einmal sterben. Wenn man jung ist und das Leben noch vor sich hat, dann ist das nicht so schlimm, aber wenn man älter ist und schon viele Sachen erlebt hat und viele gute Ideen hatte und schon lange Zeit mit Warten auf den Zug verbracht hat, dann kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie die Welt wohl ohne einen aussehen könnte.
Ja, so ist das.
Die Liebe kommt und geht vom einen zum anderen, denn sie ist ein seltsames Spiel. Dem einen gibt die Liebe viel, dem andern Müh' und Plage.
Ich zum Beispiel habe gestern eine Scheibe Salami auf mein Brot gelegt und hinterher ein kleines süßes Katzenmädchen gestreichelt. Da hat das Katzenmädchen meine Finger mit ihrer kleinen Katzenmädchenraspelzunge abgelegt. Da musste ich lachen. Dann habe ich mir die Hände gewaschen. Und wieder ist es etwas schwerer geworden, sich die Welt ohne mich vorzustellen.

Posted by banana at 10:08 EM | Comments (14)
Dezember 05, 2005
Wipeout ist für Harteier.

Dieser Beitrag ist total langweilig und interessiert keine Sau. Es ist nur so, dass ich gestern ein paar Stunden Wipeout Fusion gespielt habe und in meinem Leben sonst nichts los ist, also gehen sie weiter, es gibt nichts zu sehen.
"Wipeout ist kein Spiel, Wipeout ist eine Lebenseinstellung", so formulierte das mal ein Freund von mir. Vielleicht hat er damit recht. Das erste Wipeout erschien ziemlich früh für die erste Playstation. In dem Spiel fliegt man mit Gleitern über Rennstrecken auf der ganzen Welt. Auf der Strecke sind Turbo Pads verteilt, die für einen kurzen Geschwindigkeitsschub sorgen, sowie farbige Pads, bei denen man Waffen, Schutzschilde oder Autopiloten aufsammeln kann, die man einsetzen kann, wann man möchte.
Zeil des Spieles war es natürlich, die Rennen zu gewinnen. Es gab eine Auswahl an Teams, deren Fluggeräte unterschiedliche Eigenschaften hatten und es gab eine Auswahl von Ligen, durch die man sich hocharbeiten musste. Die Anzahl der Strecken war sehr überschaubar und das Spiel war höllisch schwer.
Kannte man die Strecken nich komplett auswendig, dann konnte man sich von dem Gedanken, ein Rennen zu gewinnen, verabschieden. Speziell in den höheren Ligen brauchte man nur einen einzigen Fehler zu machen und das Rennen war gelaufen. Auf der einen Seite war das sehr frustrierend, da man sehr viel Übung brauchte, um weiterzukommen, auf der anderen Seite bedeutete eine perfekte Runde auf einem kurz eine tiefe Befriedungung als Lohn für harte Arbeit.
Untermalt wurde das Spiel von elektronischer Musik, das Design war puristisch und futuristisch. Insgesamt sorgte das alles dafür, dass man sich als fähiger Wipeout-Pilot als zu einer kleinen Elite zugehörig fühlte und dass man das Gefühl hatte, alle, die keine fähigen Wipeout-Piloten waren, hatten keine Ahnung.
Dem ersten Teil folgte Wipeout 2097, dann Wip3out, alle auf der Playstation One und alle ziemlich ähnlich zum ersten Teil, nur mit neuen Strecken und neuen Teams.
Mitte 2002 erschien dann Wipeout Fusion für die Playstation 2 und wurde von der Szene ziemlich abgewatscht. Für die Rennen bekam man nun, abhängig von der erzielten Platzierung und der Anzahl der ins Jenseits beförderten feindlich Gleiter, Geld, dass man dazu nutzen konnte, sein Schiff zu verbessern. Die Strecken hatten jetzt Variationen, in jeder Liga waren die Strecken ein bisschen anders, die Teams hatten jetzt Piloten mit Namen, die Grafik war prächtiger, es regnete, schneite, blitze, blinkte und ...ruckelte.
Kein Playstation One Wipeout-Pilot spielte Wipeout Fusion.
Das Spiel ist eigentlich gar nicht schlecht, nur leider haben alle Neuerungen dazu geführt, dass die besondere Aura des Spieles, das Wipeout-Gefühl, verloren ging.
Was aber am allermeisten nervt, ist dieser total inflationäre Einsatz der Vibrationsfunktion. Sobald man den Streckenbegrenzung berührt, virbiert der Kontroller, wie eine Miele im Schleudergang. Da man die Strecken nicht kennt, kommt Bandenkontakt praktisch dauernd vor und irgendwann geht einem das Geschüttel so auf den Saque, dass man auf einen weiteren Durchgang verzichtet.
Schade, ein schönes Konzept kaputtgejazzt.
Für die Playstation Portable ist jetzt Wipeout Pure erschienen. Angeblich hat man aus den Fehlern bei Wipeout Fusion gelernt und sich auf die alten Tugenden von Wipeout besonnen (daher auf der Namenszusatz "Pure"). Ob das geklappt hat, weiss ich nicht. Ich habe einige Reviews gelesen, die das Spiel als "unspielbar" und "viel zu schwer" bezeichnet haben, die sich über die "Fahrphysik" im Spiel beschwert haben. Das macht Mut und Laune. Sollen die Weicheier doch bei Need for Speed bleiben.

Posted by banana at 11:59 FM | Comments (24)
Dezember 01, 2005
Worst things happen at sea

Eigentlich kann doch so eine Kinopremiere eines großen Filmes gar nicht stattfinden. Sobald das Licht im Kinosaal ausgeht, müssten die Realitäten aufeinanderprallen und sich gegenseitig auslöschen.
Schließlich kommen zu einer Kinopremiere viele wichtige Leute. Was zeichnet wichtige Leute aus? Richtig, sie bekommen dauernd sehr wichtige Anrufe. Wichtige Anrufe sind solche, die man selbst annimmt, selbst wenn man gerade mit dem Fallschirm überm Tegernsee abspringt.
Was dagegen zeichnet ein Kino aus? Richtig, Man bekommt ordentlich Mecker, wenn das Handy klingelt. Von der Fatalität und der Reaktion anderer kommt das gleich nach Kinder anbrüllen und Hunde ins Auto sperren.
Da ist die Zwickmühle, das passt nicht zusammen! Wichtige Leute können nicht ins Kino gehen. Selbst wenn sie ihre Telefone auf stumm schalten und es nur lustvoll in der Hosentasche wichtelt, wenn ein Anruf kommt, dann müssen sie das Gespräch trotzdem entgegennehmen, denn es ist ja wichtig. Dazu müssen sie durch die Reihen Richung Ausgang storchen, um Entschuldigung bitten und den Leuten auf die Füsse treten. Wenn jemand das einmal macht, dann wird das noch toleriert, aber wenn das jeder dauernd macht, dann dürfte das die Athmo eklatant stören, denn, das ewige auf-dem-Sessel-Gewippe und Beineverdrehen, wenn jemand an einem vorbeistreift, das nervt. Viele Leute suchen sich ja auch ganz gerne selbst aus, mit wem sie Körperkontakt haben.
Diese genau gegensätzlichen Interessen müssen sich also zwangsläufig aneinander reiben, eine enorme Hitze entwickeln und schließlich explodieren. Und dann ist das Kino weg und viele Prominente und keiner weiss so recht, wer jetzt die Kommentare zur besten Musik der Achtziger ablassen soll.
Nun war ich noch nicht bei einer Kinopremiere im Premierenkino. Vielleicht geht es da ja auch zu, wie im Zuschauerraum der Muppetshow. Dafür spricht, dass die meisten Promminenten, die nach der Premiere über den Film befragt werden, ziemlichen Stuss von sich geben, was darauf schließen ließe, dass sie einfach nicht viel vom Film mitbekommen haben, weil sie telefonieren mussten. Denn, wenn sie tatsächlich drei Stunden auskommen, ohne nur ein einziges Telefonat führen zu müssen, dann können sie ja so wichtig gar nicht sein, soviel steht fest.
Nüchtern betrachtet ist so ein Kino ein guter Platz, um seinen Mitmenschen seinen neuesten Klingelton zu präsentieren, für den man ein Heidengeld ausgegeben hat.
In der Tat sind es ja nur die Neider, die es stört, wenn im Kino das Telefon klingelt und jemand ein Telefonat führt. Die Leute sind nur neidisch, weil sie selbst nicht angerufen werden, weil sich keine Sau führ ihr langweiliges Leben und ihre deprimierende Durchschnittlichkeit interessiert und deswegen gönnen sie den Leuten, die noch ein intaktes Sozialleben haben nicht, ganz normal mit ihren Mitmenschen zu kommunizieren, um dieses soziale Umfeld auch weiterhin funktionabel zu halten. Wenn sie nämlich selbst regelmäßig Anrufe von Menschen bekämen, die ihnen interessante Dinge mitteilen wollen, Tips austauschen wollen oder einfach nur ihre Gefühle teilen wollen, dann wüssten sie das Gewicht der Situation besser zu beurteilen und würden nicht versuchen, andere für ihre eigene Armseligkeit zu bestrafen.
Somit müsste in einer Kinopremiere ja alles peachy sein, denn jeder hat Verständnis für den anderen. Wahrscheinlich rufen sich die Anwesenden sogar gegenseitig an, wenn es mal zu still wird.
Somit sind Kinopremieren also doch kein Ding der Unmöglichkeit. Man sollte die Idioten nur unter sich lassen. Vielleicht könnte man es so handhaben, wie in der Bahn, da gibt es ja auch Raucher und Nichtraucherabteile.
Wie sagte Frau Beimer einst so passend? "Lärm ist Leben!"

Posted by banana at 07:55 EM | Comments (34)
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