September 30, 2005
Ausgerechnet Bananen

Ich habe eine Weile über Brüste nachgedacht. "Das ist kein Wunder" sagen jetzt viele "Männer denken dauernd an Brüste".
Ich persönlich denke eher an Hintern, aber die sind nicht so interessant, denn ich habe selbst einen. In einem Steve Martin Film heisst es "ich bin froh, dass ich keine Brüste habe. Ich würde dauernd an ihnen rumspielen" oder so ähnlich. Da liegt der Hase im Pfeffer. Wir Männer können uns einfach nicht vorstellen, wie es sein könnte, Brüste zu haben. Das ist so, wie es eben Menschen gibt, die die Zunge rollen können und andere, die das nicht können. Da kann man sich auf den Kopf stellen und mit den Ohren wackeln, es nutzt nichts.
Der erste Denkversuch eines Mannes, sich die Beziehung einer Frau zu ihren Brüsten vorzustellen, geht immer zuerst über den Vergleich zwischen seinem Johannes und ihren Hupen. Dann denkt der Mann solche Sachen, wie "es würde mir stinken, wenn jeder Mensch auf der Welt auf den ersten Blick sehen könnte, wie gut bestückt ich bin" und in der Tat wäre das für viele Männer eine unangenehme Vorstellung. Vielleicht ist der Vergleich gar nicht so abwegig, glaubt man zumindest einigen Berichten im Fernsehen, die verzweifelte Frauen zeigen, die wollen, dass ihnen ein fremder Mann für viel Geld glibberige Rundstücke in den Oberköper schiebt und sie hinterher wieder zunäht. Wäre der Vergleich also zutreffend, dann wären die Männer die Gelackmeierten. Man könnte sich zwar glibberige Rundstücke in den Pfnörgel implantieren lassen, allerdings würde das einen sexuell gesehen nicht wesentlich weiterbringen. Zumindest nicht, wenn man irgendwann die Hose runterlassen muss. Dann wird es nämlich peinlich. Viele behaupten zwar, dass es auf die Länge weniger ankäme, als auf die Dicke, allerdings sollte das Seitenverhältnis grundsätzlich schon zugunsten der Länge ausfallen. Der Busen lässt sich leichter vergrößern, als der Schwengel, zumindest chirurgisch und dauerhaft. Wir Männer müssen da weiterhin auf windige Typen vertrauen, die uns mit Mails zuschütten, auch wenn ich sagen muss: Diese Pillen wirken tatsächlich!
Die Brustvergrößerung ist aber auch der Punkt, an dem man festmachen kann, dass das männliche Verhältnis zu seinem Ding da unten nicht mit dem weiblichen Verhältnis zu ihren Dingern da oben Vergleichbar ist. Den Grundgedanken hinter der Brustvergrößerung können wir schon noch nacvollziehen: Sie sollen größer werden, denn größer ist besser als kleiner, so ist zumindest die landläufige Meinung. Dass man in den allermeisten Fällen sehen kann, dass der Mensch nachgeholfen hat, ist eine Tatsache, die wir auch akzeptieren würden. Das vollkommen Unverständliche aber ist, warum die Frauen die Vergrößerungen abstreiten, wenn man sie fragt und zwar obwohl ein Blinder mit Krückstock sehen kann, dass da ein Cyborg vor ihm steht. Wir Männer würden das nicht machen. Wir wären sogar noch stolz drauf und hätten Länge, Durchmesser, Gewicht und Wasserverdrängung bis auf den Millimeter genau parat.
Ich glaube, es war Tyra Banks, die kürzlich einen Arzt in ihre Show eingeladen hat, damit der ihre Brüste überprüfen und deren Echtheit bestätigen möge. An was erinnert uns das?
Richtig, an den Bundeskanzler und dessen Haarfarbe.
Haben Frauen ein Problem damit, zuzugeben, dass ihre Haare gefärbt sind? Nein.
Das männliche Pendant zu den Brüsten sind also die Haare des Mannes. Deswegen fallen dem Mann die Brusthaare auch nicht aus, selbst wenn er auf dem Kopf keine mehr hat.
Auf manche Sachen kommt man eben erst, wenn man eine Weile darüber nachdenkt. Ich glaube aber, dass das nicht der Grund dafür ist, warum Männer dauernd an Brüste denken.

Posted by banana at 06:54 EM | Comments (6)
September 29, 2005
Deine Probleme will ich haben

Das ist traurig.
Dass §§a href="http://www.rcdb.com/ig1320.htm">7 Picos§§/a>, die alte Schwarzkopf Wildcat im Parque de Atracciones in Madrid geschlossen wird und der Park dafür einen Maurer Söhne X-Car Coaster bekommt, dass habe ich gewusst.
Ich habe aber nicht gewusst, dass der Park die alte Bahn kurz und klein kloppt und verschrottet. Damnächst gibt es wohl ein paar Bilder von der Verschrottung. Das wird hart.
Zum Glück bin ich mit der Bahn dieses Jahr noch gefahren. Jetzt gibt es leider keine Gelegenheit mehr dazu. Es ist immer traurig, wenn ein alter Klassiker zerstört wird. Dass die das Ding einfach zerschreddern, bestätigt den schlechten Eindruck, den wir von dem Park hatten.
Auch sehr schade ist, dass §§a href="http://www.rcdb.com/ig818.htm">Bullet§§/a> im Flamingo Land geschlossen ist und ich damit wahrscheinlich auch nicht mehr fahren kann. Die Bahn ist zwar noch nicht kaputtgemacht, aber ein Köufer, der sich dem alten Schatz annehmen will, scheint auch nicht in Sicht.

Posted by banana at 09:13 EM | Comments (24)
September 28, 2005
On the wings of a snow white dove

Die Beantwortung der Frage ist schwieriger, als sie auf den ersten Blick scheint: Sollte ein(e) MusikerInnen, wenn er ein Lied eines/r andersgeschlechtlichen KünstlersInnen nachsingt, das Geschlecht des/r im Lied angesprochenen Liebes/Sexual/LebenspartnersInnen ändern?
Sollte man als Mann zum Beispiel "Sie gehört zu mir" singen, statt "Er gehört zu mir"?
Viele werden jetzt sagen, dass man am besten keins von beidem singen sollte und lieber die Fresse halten sollte, aber diese komischen Typen ignorieren wir einfach, zumindest im Moment.
Singt man nämlich als MannInnen "Er gehört zu mir", so könnte das bei den ZuhörerInnen den Eindruck erwecken, der Vortragende sei homosexuell. In diesem Falle würde der Eindruck der Homosexualität wahrscheinlich noch dadurch verstärkt, dass das angesprochene Stück eine eindeutig schwulen Reputation hat.
Wenn der Vortragende aber nicht homosexuell ist, sollte er dann "Sie gehört zu mir" singen? Das ist eine Frage, die jeder KünstlerInnen für sich selbst beantworten muss.
Wenn man "Sie gehört zu mir" singt, dann sagt das auf jeden Fall eine Menge aus.
Die White Stripes haben Jolene von Dolly Parton nachgespielt und den Text nicht verändert, obwohl Dolly ja ein(e) FrauInnen ist und die/der SängerInnen der White Stripes ein(e) MannInnen. Ob er homosexuell ist, das entzieht sich meiner Kenntnis.
Mir persönlich ist die Lösung der White StripesInnen sympathischer, als die dessen, der "Sie gehört zu mir" singt, aber ich würde ja auch nicht die Aufschrift auf dem Reichstag "Dem deutschen Volk" in "Der deutschen BevölkerungInnen" ändern. Man sollte nicht einfach Texte von Liedern abändern! Das sage ich, obwohl ich es selbst ständig mache. Machen das andere, dann finde ich das gar nicht lustig. Vielleicht sollte ich selbst damit aufhören und mit stattdessen lieber die elementaren Regeln der deutschen Rechtschreibung reinziehen. Da sehe ich das Sandkorn im Auge meines Nächsten, aber nicht den Balken in meinem eigenen Auge. Den Spruch habe ich nicht so richtig verstanden. Wie kann man denn einen Balken im Auge haben und es nicht merken? Ist der Balken im Auge auch gleichzeitig ein Brett vor dem Kopf?
Im Falle der White Stripes geht die Sache ja noch weiter. Der Sänger singt "Please don't take my man" (das heisst "Bitte nimm mir meinen MannInnen nicht weg") und zu wem singt er das? Richtig zu Jolene! Was tut er damit? Richtig! Er unterstellt seiner/m MannInnen, er sei bisexuell! Wenn der MannInnen nämlich vorher mit dem Sänger der White StripesInnen zusammengewesen ist, dann muss er ja auf Kerle stehen. Ok, er kann auch wegen dem Geld mit dem Sänger der White StripesInnen zusammengewesen sein, aber der Einfachheit halber werde ich diese Möglichkeit nicht in Betracht ziehen. Also, er war mit dem Sänger zusammen und dann kommt die Jolene und schickt sich offensichtlich an, dem Sänger der seine(n) PartnerInnen auszuspannen. Wenn der/die PartnerInnen darauf anspringtInnen, dann muss ihn Jolene ja wohl nicht ganz kalt lassen. Gut, dass in dem Lied der Name des Mannes nicht genannt wird, sonst hätte das bestimmt Ärger gegeben.
Natürlich kann es auch sein, dass der Sänger der White Stripes mit einer Frau zusammen ist, die "Man" heisst (vielleicht eine Abkürzung für "Manfred", aber das ist ja auch ein Männername) und dass Jolene in Wahrheit ein Mann ist, der nur einen Frauennamen hat. Naja, das ist etwas abwegig, aber jeder kennt ja auch zum Beispiel das Lied "A Boy named Sue" von Johnny Cash oder das Buch "Prinzessin Horst" (Pixi Nr. 984).
Ganz schlau hat sich Melissa Etheridge aus der Affaire gezogen. In ihrem Stück "The Way I do" singt sie auch ihre(n) PartnerInnen an, aber das Geschlecht des/der PartnerInnen wird nie genannt!!! Sie singt nur (zum Bespiel) "does she stimulate you" (das heisst "stimuliert sie dich"). Der/Die HörerInnen weiss also nicht, ob der/die PartnerInnen von Melissa ein(e) MannInnen oder ein(e) FrauInnen ist. Es sagt auch nichts darüber aus, ob der/die PartnerInnen von Melissa homosexuell, heterosexuell, bi- oder gar trisexuell ist. Da kann man nur spekulieren, da kann man nur spekulieren. Nur spekulieren kann man da, wenn man sich zu Spekulationen hinreissen lassen will! Man(n)Innen weiss ja, dass Melissa lesbisch ist, also könnte man spekulieren, dass es sich um eine Frau handelt. Aber beweisen kann man es nicht!

Posted by banana at 06:41 EM | Comments (18)
September 26, 2005
Soljanka move it, move it!

Wenn man nicht gerne telefoniert, dann sollte man folgenden Hinweis beachten: Rufe stets selbst an!
Wenn man nämlich selbst anruft, dann fällt der Anruf meistens bedeutend kürzer aus, als wenn der andere anruft. Das ist eigentlich ganz logisch, denn wenn man selbst anruft, dann bestimmt man selbst den Zeitpunkt des Anrufes, ruft aber der andere an, so tut das der andere. Natürlich würde der andere nur anrufen, wenn er grade nichts besseres zu tun hat und einfach Lust zum reden hat. Wenn man selbst anruft, so stehen die Chancen recht gut, dass der andere gerade etwas besseres zu tun hat, denn hätte er nichts besseres zu tun, dann würde er einen ja anrufen. Weil man nur selten mehrmals an einem Tag telefoniert, ist das Anrufen also ein gutes Mittel gegen überlange Telefonate. Ist doch logisch, wie Kloßbrühe.
Man kann natürlich auch damit auf die Fresse fallen, wenn nämlich das Gegenüber Dinge sagt, wie "Im Moment ist grade ganz schlecht, aber kannst du mich nochmal in fünf Minuten anrufen". Natürlich hat man dann immer die Option, zuzustimmen, aber in fünf Minuten einen Teufel zu tun und nicht anzurufen, aber dann besteht die Gefahr, dass der andere anruft. Wenn das aber passiert, dann sollte man stets eine Auswahl an stimmigen Ausreden zur Hand haben, mit dem man dem Anrufer plausibel machen kann, dass man grade unabkömmlich ist. Hier eine Auswahl. Es bleibt dem Studenten als einfache Übungsaufgabe überlassen, diese Liste zu erweitern:
"Ich habe grade Essen auf dem Herd stehen" (nur zu bestimmten Tageszeiten).
"Ich habe grade Besuch" (nur, wenn man generell zu Besuch neigt).
"Ich muss ganz dringend aufs Klo" (nur bei guten Freunden, nicht bei sehr guten Freunden, denn die würde es auch nicht stören, wenn man das Telefon mit aufs Klo nimmt).
Schlau ist es natürlich auch, das klingelnde Telefon gar nicht erst abzuheben, dann sollte man sich allerdings sofort eine Ausrede ausdenken, die man auftischen wird, wenn der Anrufende eventuell nachfragen wird, wo man denn zu diesem Zeitpunkt gewesen ist. Fängt man nämlich erst auf Nachfrage an, sich eine Ausrede auszudenken, so wird man noch unglaubwürdiger, als man ohnehin schon ist.
Das war es, was man zum Telefonieren wissen muss.
Ich dachte früher übrigens immer, dass die Nationalhymnen die besten Lieder des Landes und nur deswegen die Nationalhymne wären. Das stimmt aber nicht, glaube ich. Da passt es doch, dass die österreichische Frauenministerin Maria Rauch-Kallat den Text der Nationalhymne Österreichs ändern will. Aus "Vaterland" soll "Heimatland" werden und aus "Heimat Du bist großer Söhne" soll "Heimat größer Töchter, Söhne" werden. Ich finde das gut und unterstütze diese Forderung! Allerdings würde ich dann auch vorschlagen, die den Namen der österreichische Frauenministerin in Marie Rauch-Umnichts zu ändern.

Posted by banana at 08:17 EM | Comments (43)
September 24, 2005
Geologen und Betrogen

Liedzeien, die ich niemals schreiben werde:
Die Popkultur hat mir Erleuchtung eingraviert.
Bücher, die ich niemals schreiben werde:
Ich stand am Balkon und starrte in die Ferne. Der Nachtwind wehte eine warme Brise Erinnerung zu mir herüber. Ich streifte den Mantel des Vergessens ab und lief durch die Straßen, diese Straßen der Erinnerung.
Liedzeilen, die ich nie wieder hören möchte:
Auf sechs Achsen quer durch Sachsen ohne Anhalt.
Liedzeilen, die ich vielleicht mal schreiben werde:
Bihun-Suppe, du wirst noch haltbar sein in Twothousandnine.

Posted by banana at 02:30 EM | Comments (4)
September 22, 2005
Tzebootzamaikawockel

bna: Ich habe am Sonntag die Wahl zur Miss Italien angeschaut.
00b: Und wer hat gewonnen?
bna: Miss Italien.

bna: (redet Blödsinn und schämt sich dann dafür)
drr: das ist nicht schlimm, das kennen wir von dir.
bna: Ah, schön, das gibt mir ein gutes Gefühl und senkt meine Hemmschwelle.
drr: Och, die Hemmschwelle ist schon ok.

Posted by banana at 06:25 EM | Comments (4)
September 21, 2005
Manchmal ich fühle, wie ein mutterloses Kind

Hans sei mutig, Hans sei schnell, spring über die Kerze auf der Stell'.
Das habe ich nie verstanden. Ich habe auch nicht verstanden, wie jemand seinen Hund "Jochen" nennen kann, aber das haben die ja nur gemacht, damit es sich auf "Knochen" reimt.
Manchmal waren die Übersetzungen in der Sesamstraße wirklich ziemlich daneben.
Ich habe schon ziemlich lange dieses blöde "Durch den Monsun" durch den Kopf. In meinem Kopf heisst es allerdings nicht "Durch den Monsun", sondern "Durch den Konsum". Weitere Textzeilen habe ich noch nicht umgeändert, aber es ist ein guter Anfang. Konsum kann einerseits der Konsum sein, also das Konsumieren und zwar im negativen Sinne, weil es ein Protestsong werden soll, kann anderseits aber auch der Name der DDR-Läden sein (ja, ich weiss, dass das nicht Konsum, sondern Konsumm ausgesprochen wird). Bei der zweiten Variante wäre insbesondere der Satz "und vor mir geht die letzte Kerze aus" sehr lustig, wegen der semantischen Ambiguität. Aber, wie gesagt, ich habe den Text nichteinmal in Ansätzen fertig und bin auch schlechter Dinge, dass es jemals zur Vollendung kommen wird.
Allerdings macht die erste Strophe fast schon ohne textliche Änderungen im DDR-Konsumladen Sinn:

Das Fenster öffnet sich nicht mehr
hier drin ist es voll von dir und leer
und vor mir geht die letzte Kerze aus.
ich warte schon ne Ewigkeit endlich ist es jetzt soweit
da draussen ziehen die schwarzen Wolken auf.

Man sollte "Das Fenster" vielleicht durch "Die Kasse" ersetzen und "voll von dir und leer" durch "voll und doch so leer" und "endlich" passt natürlich auch nicht. Dort sollte man "langsam" benutzen. Dann wäre das eigentlich schon eine runde Sache. Wenn man sich etwas anstrengt, dann könnte man sogar die schwarzen Wolken interpretatorisch unterbringen.

Die Kasse öffnet sich nicht mehr
hier drin ist es voll und doch so leer
und vor mir geht die letzte Kerze aus.
ich warte schon ne Ewigkeit langsam ist es jetzt soweit
da draussen ziehen die schwarzen Wolken auf.

Nach den vielen Nudeln und der Pizza in Italien stand mir der Sinn gestern nach Kurzgebratenem. Ein Steak sollte es sein, ein Steak vom Rind. Danach tropfte mir förmlich der Zahn. Die Zubereitung eines zarten Steaks ist eine sehr schwierige Sache, eine lebenslange Suche nach der verlässlichen Methode. Gestern probierte ich zum ersten Mal eine Methode, die mich ins Nachdenken brachte.
Das Steak schmeckte wirklich hervorragend, war saftig und zart. Anmerken sollte ich vielleicht, dass ich mein Steak "bloody as hell" und nicht "burnt to a crisp"
Ich fasse die Zubereitungsmethode hier kurz zusammen:
(Die Steaks waren etwa 1,5cm dick)
Backofen auf 90° vorheizen.
Fleisch pfeffern und salzen.
Bratpfanne mit etwas Öl sehr heiss werden lassen.
Die Steaks von jeder Seite 90 Sekunden scharf anbraten.
Die Steaks in eine Auflaufform legen und 15 Minuten in den Ofen geben.
Den Ofen ausmachen und die Steaks noch 5 Minuten drin lassen.

Ich mag Saunagänge überhaupt nicht. Nach dieser Zubereitung des Steaks aber sind mir Saunen noch suspekter. Ich war schon in Saunen, die heisser, als 90° grad waren und zwar für länger, als 15 Minuten. Na gut, ich bin auch etwas dicker, als 1,5 Zentimeter, aber trotzdem kann das doch nicht gesund sein. Wie blöde muss man denn sein, um sich freiwillig in einen Raum zu setzen, in dem man langsam dampfgegaart wird? Da ist etwas mit dem Steak passiert, in diesem Backofen und ich weiss genau, dass das selbe mit mir passiert, wenn ich mich in eine Sauna setze. Natürlich muss es heissen, "als ich mich in eine Sauna gesetzt habe", denn das werde ich ganz bestimmt nicht mehr tun.
Auf der anderen Seite liegt der angebliche Vorteil dieser Zubereitungsmethode darin, dass sich das Fleisch besser entspannen kann. Entspanntheit ist unabdingbar und zwar in jeder Lebenslage. Sollte sich das Fleisch im Backofen/in der Sauna also nur entspannt haben, dann sollte ich die ganze Angelegenheit vielleicht nocheinmal überdenken.

Posted by banana at 07:22 EM | Comments (8)
September 20, 2005
and so, annie waits annie waits annie waits

Manche Dinge klären sich erst später, denn früher auf. So war ich beispielsweise überzeugt, dass in dem Lied "Talking in your sleep" von "The Romantics" die Zeile "I hear, the secret searched the key" gesungen wurde und bestand auch gegenüber meinem Bruder darauf, der felsenfest behauptete, da würde "I hear the secrets that you keep" gesungen. Ich war der Meinung, der Text handelte von Geheimagenten. Es sollte sich herausstellen, dass ich im Unrecht war.
Auch habe ich lange Zeit nicht verstanden, was denn die Gruppe "The Catch" in dem Lied "25 Years" da so singt. Heute weiss ich, dass es "It just ain't worth it" ist. Früher ging ich davon aus, dass es in etwa "They just the wanting" war, was auch immer das bedeuten mag, aber ich glaubte, zu wissen, dass "The Catch" auch keine gebürtigen Engländer waren.
Ähnliches gilt für das Lied "Point of no return", von "Nu Shooz". Dort singt die Frau "It's taken me a while to learn". Auf diese Worte konnte ich mir bis vor kurzem überhaupt keinen Reim machen, bin aber sicher, dass ich das Lied nicht nur einmal laut mitgesungen habe. Meine Textinterpretation begann mit den Worten "It's aching me" und verlor sich dann im Undeutlichen. Kürzlich lief das Stück im Radio und da fiel es mir wir Schuppen von den Augen. Die singt ja "It's taken me a while to learn"! Darauf hätte ich ja auch schon früher kommen können. Dennoch bereue ich nichts und muss mich für nichts schämen, denn ich bin ohne fremde Hilfe hinter den Text von "Miss California" gekommen und das will schon etwas heissen, denn der Herr Thomas, der nuschelt sich da ganz schönen einen zurecht, bei der Nummer. Wenn er schon so viel Geld für ein Lied bekommt, dann kann er sich wenigstens etwas Mühe bei der Aussprache geben und die Zähne auseinander machen. Das ist ja wohl wirklich nicht zu viel verlangt.
Man kann ja über den Heino sagen, was man will, aber seine Aussprache ist tadellos. Beim Dustin Hofmann ist das auch so eine Sache. Der nuschelt ja auch so fürchterlich in seinen filmischen Erfolgen. Und die Nena auch! Bei der Nena war ich mir auch lange Zeit nicht sicher, was sie da so singt. Ich dachte, sie singt "Mensch, ich bin total verwählt, ich werd verrückt, wenns heut passiert", dabei singt sie wohl "verwirrt", nicht "verwählt".
Das ist ja so eine lustige Sache. Oft sagen Leute, wenn sie plötzlich Gesprächspartner am Telefon haben, die sie eigentlich gar nicht sprechen wollten "falsch verbunden", dabei stimmt das gar nicht. Falsche Verbindungen kommen bei der modernen Technik gar nicht mehr vor. Die Brunskacheln haben mit ihren Gichtstulpen einfach die falschen Knöpfe gedrückt. Opfer der Miniaturisierung? Vielleicht!
So können aber nicht zugeben, dass sie einen Fehler gemacht haben, deswegen sagen sie "falsch verbunden". Viele legen auch einfach nur auf. Ich zum Beispiel.
Gestern im Flugzeug, da saßen ein paar Franken hinter uns. Sie waren sehr lustig, zumindest fanden sie das offensichtlich. Der eine sagte etwas davon, dass die Billigflieger auf der Kotzdistanz jetzt bald Stehplätze einführen würden. Dabei meinte er eigentlich "Kurzdistanz", aber das kann er nicht sagen, weil die über Jahre hinweg betriebene falsche Aussprache des Deutschen seinen Kieferraum derartig verformt hat, dass sein Gehirn im Mitleidenschaft gezogen worden ist. Ein Flug, auf dem man lustige Franken hinter sich sitzen hat, kann sehr unangenehm sein.
Die Landung war auch scheisse. Geklatscht haben sie aber trotzdem. Ich nicht. Man muss seine schlechte Laune auch mal an anderen auslassen.

Posted by banana at 06:56 EM | Comments (13)
September 12, 2005
Il Giorno dopo entri-gratis

Ich weiss nicht mehr, wann ich mir den Sauerkrautsaft in den Kopf gesetzt habe. Jedenfalls entdeckte ich den Saft heute bei Lidl und zwar gleich om Großgebinde zu einem ganzen Liter. Ich hatte vorher schon Sauerkrautsaft im Supermarkt gesehen, allerdings war der mir immer zu teuer. Ein halber Liter sollte da einfuffzich kosten und das war mir zu viel! Da kann ich mir ja selbst drei Dosen Sauerkraut kaufen und selbst pressen!
Das Lidlangebot entsprach meinem Geiz da schon eher, obschon ich nicht mehr in der Lage bin, mich an den genauen Preis zu erinnern.
Mein Verhältnis zu Sauerkraut ist ein spezielles und zwar nicht nur, weil ich Deutscher bin und Deutsche bekanntlich fast ausschließlich Sauerkraut essen.
Ich erinnere mich noch daran, wie meine Eltern damals selbst Sauerkraut hergestellt haben. Mein Vater prügelte das Kraut in dem Steintopf, dass es eine Art hatte, der Saft spritzte nur so und ich wollte auch mal, durfte aber nicht. Der Topf stand dann über Monate im Keller, mit einem Holzdeckel abgedeckt, das mit einem Stein beschwert war. Daran, dass wir das Kraut auch mal gegessen haben, erinnere ich mich nicht, aber irgendwo muss es ja geblieben sein, das Kraut.
Ich habe auch schon selbst Sauerkraut hergestellt. Das ist gar nicht schwer. Allerdings ist der Teil der Sauerkrautherstellung, bei der man auf das Kraut einsticht und prügelt nicht so toll, wie ich es mir immer vorgestellt habe. Groß war mein Erstaunen, als der Weisskohl, den ich mit Salz zusammen in das Einmachglas gestampft hatte, plötzlich tatsächlich so aussah und roch, wie Sauerkraut. Ob das Zeug tatsächlich zu genießbarem Sauerkraut geworden ist, das weiss ich nicht, denn ich habe mich nicht getraut, es zu essen.
Mein eigentlich freundschaftliches Verhältnis zum Sauerkraut wurde auch auf eine harte Probe gestellt, als ich bei der Bundeswehr war. Nein, wir mussten nicht dauernd Sauerkraut essen, aber wir mussten es dauernd riechen. Neben der Kaserne befand sich nämlich eine Sauerkrautfabrik und die stank, das es eine Art hatte. Sauerkraut hat einen ganz eigentümlichen Geruch und der kann einem auf die Dauer ganz schön auf den Saque gehen. Abgesehen von dem Geruch hatte die Sauerkrautfabrik noch einige andere Nebeneffekte, denn ohne Kohlköpfe gab es kein Sauerkraut und die Kohlköpfe mussten ja irgendwie zu der Sauerkrautfabrik gelangen. Das bedeutete, dass die Staßen rund um die Kaserne voll mit Traktoren voller Kohlköpfe waren. Das war insbesondere dann störend, wenn man fretags mittags die anderen Jugendlichen zum Bahnhof fahren sollte und man alle zehn Sekunden die Abfahrtszeit des nächsten Zuges in die Ohren geschrieb bekam. (Ja, das war ungerecht, denn ich musste mir nicht nur immer anhören, was man mit meinen Genitalien machen würde, wenn man den Zug verpasste, sondern es kümmerte die komischen Typen auch einen feuchten Kericht, dass ich den Zug auf keinen Fall bekommen würde, weil ich ja noch zurück zur Kaserne musste, die Verkleidung ausziehen musste und auch irgendwie zum Bahnhof gelangen musste.)
Nach all diesen Erlebnissen habe ich heute zum ersten Mal Sauerkrautsaft getrunken und zwar gleich zwei Gläser. Ich war verwundert, dass man Sauerkrautsaft herstellt, indem man Sauerkraut auspresst, aber so wird es nunmal gemacht. Offensichtlich stellt man nicht unerhebliche Mengen Sauerkrauts her, um es auszupressen. Verrückte Welt, sage ich da nur.
Sauerkrautsaft ist einfach umwerfend. Der Geschmack ist unbeschreiblich sauerkrautig, der Geruch ist genau so, wie ich ihn aus Kriegstagen in Erinnerung habe und dann hat das Zeug noch einiges mehr auf Lager, dass ich dem jungen Forscher allerdings nicht vorwegnehmen möchte.
Leute, kauft Sauerkrautsaft!
Das wollte ich nur gesagt haben.
Die Allee macht jetzt erstmal gut eine Woche Urlaub, weil ich nach Italien muss, um dort einige Dienstfahrten als professioneller Achterbahnfahrer zu absolvieren. Vielleicht schreibe ich ab Mitte nächster Woche wieder etwas. Vielleicht, also, wenn ich keine Lust mehr habe, dann auch nicht. Mal sehen.

Posted by banana at 09:21 EM | Comments (7)
September 10, 2005
Durch den Konsum

Posted by banana at 09:13 FM | Comments (19)
September 08, 2005
Schnellste Runde: K. Räikkönen (Ferrari)

Mit einem Nachbarn voller Neid
ist nicht gut Kirschen essen.
Vom Zaun bricht dann auch noch ein Streit,
so kommt es zu Prozessen.

Für Rechtsschutz sorgt die Allianz.
Sie hilft Ihnen bei Klagen.
Und eine höhere Instanz
bereinigt die Streitfragen.

Ja, so war das in der 80ern. Diese lustige Melodie und dazu die Geschichte eines Nachbarschaftsstreites. Ein Ast eines Kirschbaumes hing über die Hecke in den anderen Garten hinein. Jetzt weiss ich aber nicht mehr, wessen Ast in wessen Garten hing und wer wem an die Kirschen wollte. Ich weiss nur noch, dass der Nachbar sehr böse dreinschaute und dass man sich am Ende dann doch wieder vertrug und der Nachbar einen Korb Kirschen geschenkt bekam. Aufgrund der Tatsache, dass der Nachbar Kirschen geschenkt bekam, ließe sich jetzt herlieten, wessen Ast in wessen Garten[...] aber dazu habe ich jetzt keine Lust. Ist ja schließlich meine Seite hier und wenn ich dazu keine Lust habe, dann habe ich eben keine Lust. Es findet sich bestimmt einer von euch superschlauen Stafettenlesern da draussen, der mich wieder eines besseren belehren wird und deswegen lasse ich das hier mal offen.
An das Allianz lied musste ich gestern Abend denken, als ich mich gerade zur Nacht legen wollte. Im Fernsehapparat war eine Reportage über einen Nachbarschaftsstreit und zwar so einer mit allem Pipapo (Hauen, Kloppen, Schmipfen, Dobermannabrichten, Videoüberwachungsanlageinstallieren, Verklagen und so weiter).
Nachbarschaftsstreite sind wirklich die Geissel der modernen Menschheit! Kaum jemand scheint sich mit seinen Nachbarn zu vertragen, kaum jemand scheint die Verhältnismäßigkeiten wahren zu können und fast alle benehmen sich, wie die Axt im Walde, auch wenn sie sich gar nicht im Wald befinden, sondern in ihrem Eigenheim. Vielleicht hat das was mit der Axt im Haus und dem Zimmermann zu tun. Wobei - gestern war es ein Streit zwischen zwei Biobauern und einem Baggerfahrer.
Glaubt man Gerüchten, so sind Nachbarschaftsstreitigkeiten maßgeblich daran beteiligt, das Rechtssystem zu blockieren. Es macht aber auch Spaß, wenn eine höhere Instanz bereinigt die Streitfragen, vor allem, wenn einem die höhere Instanz Recht gibt. Wenn nicht, dann legt man eben Revision ein. Dafür hat man ja die Rechtschutzversicherung.
Gestern abend kicherte ich also kurz, über das Allianzlied, diesen Anachronismus, der ganz unverblümt dafür wirbt, seine Nachbarn in Nachbarschatsstreitsachen zu verklagen, weil man ja rechtsversichert ist.
Ich fände es schön, wenn dieses Lied viel öfter als Hintergrundmusik für diese Reportagen benutzt werden würde. Reportagen, die Nachbarschaftsstreitereien zum Thema haben, gibt es ja mehr, als genug.

Posted by banana at 08:33 FM | Comments (14)
September 06, 2005
It's not confidential

Aus einem Grund, der mir nicht mehr so recht einfallen will, musste ich früher öfters zur Post. Entweder wollte ich Geld abholen oder Geld einzahlen, Zinsen gutschreiben lassen oder Briefmarken kaufen. Ich weiss es nicht mehr.
Immer, wenn ich dann da in der Schlange stand, dann hatte ich dieses komische Gefühl. Hinter einer Sicherheitsglaswand der Schalter lag Salto aus. Salto war eine Zeitschrift der Post oder der Postbank für Kinder oder für Jugendliche. Was das genau war, das weiss ich auch nicht mehr, aber ich weiss, dass man für Salto Geld bezahlen sollte und dass mir Salto stets ein ungutes Gefühl gab.
Angeblich gab es Salto jeden Monat neu. Jeden Monat wurde also von einem Beamten die aktuelle Salto-Ausgabe hinter dem Schalterglas plaziert und wahrscheinlich im nächsten Monat wieder durch den Nachfolger ausgetauscht, ohne dass die Ausgabe je wieder angefasst worden war.
Nie sah ich ein jemanden Salto kaufen, ich sah noch nicht einmal, wie sich jemals jemand für das Heft interessierte, weder dies-, noch jenseits des Schalters. Solche Sachen haben mich schon immer traurig gemacht und machen mich immer noch traurig.
Es gab bestimmt in der ganzen Republik kein einziges Kind, dass einmal im Monat der neuen Ausgabe von Salto entgegenfieberte, kein Kind, dass am Erscheinungstag mit dem abgezählten Geld in der Hand vor der Tür des Postamtes stand und ganz aufgeregt war, weil es bald die neueste Ausgabe seines Lieblingsheftes in der Hand halten würde.
Es gab nur die Postbeamten, die das Heft einmal im Monat durch die dann aktuelle Ausgabe austauschten und es gab Leute, die in der Schlange standen und Postgeschäften nachgehen wollten und es gab mich, der sich über sowas seine Gedanken machte.
Ich stellte mir immer die Redakteure vor, die für Salto schrieben. Vielleicht waren sie am Anfang des Projektes Feuer und Flamme gewesen, vielleicht hatten sie den Hintern voller Hummeln, den Kopf voller Ideen gehabt und die Brust voller Ambitionen gehabt, den vielen kleinen Postkunden ein gutes und interessantes, lehrreiches und unterhaltsames Magazin zu schenken. Vielleicht war das Feuer in den Redakteuren dann nach und nach verblasst, als sie sahen, dass die Welt, insbesondere die Welt der kleinen Postkunden, nicht auf ein Jugendmagazin gewartet hat, dass von der Post herausgegeben wird.
Vielleicht haben die Redakteure auch manchmal in einem Postamt gesessen, stundenlang Briefmarken abgelegt und dabei beobachtet, wie sich niemand für ihre Zeitung interessierte.
Bei jedem meiner Besuche in der Post musste ich an diese Redakteure denken und sie taten mir leid und ich bekam eine Wut auf die Verantwortlichen für diese menschliche Tragödie. Es war doch verdammt nochmal klar, dass die jungen Leute lieber Bravo und Pop Rocky lasen, als Salto und es war verdammt nochmal auch unfair, die Macher der Zeitung, die mit Feuer und Flamme dabei waren, derart ins offene Messer laufen zu lassen, ihren Idealismus zu verheizen und sie an der Realität verzweifeln zu lassen.
Eigentlich tat mir die ganze Post etwas leid. Diese angestaubte Institution, die allen Ernstes glaubte, sie könnte mit einem Magazin etwas auf dem Zeitschriftenmarkt bewirken, die ernsthaft glaube, sie könnte mit ihrem blöden Salto auch nur einen jungen Menschen hinter dem Ofen hervorlocken. Für mich war die ganze Post dann immer eine arme alte Frau in einem Tante Emma Laden, die tapfer versucht, gegen den neu eröffneten Supermarkt anzukämpfen, so wie man das manchmal im Fernsehapparat sehen kann.
Da das Leben aber nunmal kein Abitreffen Film ist, verschwand Salto irgendwann von der Bildfläche. Meine Besuche bei der Post fielen mir dann etwas leichter.
Dann bekam ich eine EC Karte und heute gibt es Online-Banking.
Vielleicht war das aber auch alles ganz anders, zum Beispiel das mit den Redakteuren.

Posted by banana at 07:22 EM | Comments (24)
September 05, 2005
Wenn, dann ja

Also, meine Wäsche, der §§a href="http://www.dhl.de/dhl?check=yes%E2%8C%A9=de_DE&xmlFile=3000799" target="_blank">Packstation-Song (zum Download bitte klicken, ihr komischen Typen)§§/a> ist wirklich ein Ohrwurm. Ich mag das Lied, denn leider habe ich eine Schwäche für gefällige Musik. Deswegen kann ich mich nie mit Freunden zum Abhängen und Musikhören treffen, denn wenn ich meine Tapes einlege, dann leert sich der Raum beschämt und unter Vorwänden, aber stetig. Ich habe mich daran gewöhnt und genieße meine Musik schon seit langer Zeit alleine. Fragt mich eine flotte Biete, was ich denn "so höre", dann werde ich rot und flüchte, ebenfalls unter Vorwänden. Mein Verhältnis zur Musik ist also ambivalent; so sehr ich die gefällige Musik auch genieße, so breit ist doch der Graben, den mein Musikgeschmack zwischen mich und meine Mitmenschen treibt.
Da wäre der Packstation-Song. Ich habe mir das Lied sehr oft angehört, habe es noch öfter in meinem Kopf gehabt und habe auch schon die Akkorde rausgehört. Anfangs fand ich das Stück nur harmlos, bis leicht lächerlich, aber je länger ich mich mit dem Stück beschäftige, desto mehr Fragen wirft es für mich auf.
Was beabsichtigt die Post DHL mit dem Song? Besser gesagt: Welches Kalkül steckt dahinter?
Ich denke, das Lied nur als naiv-harmlosen Marketing-Versuch oder als das Werk des Schwagers der Frau vom Chef abzutun, ist zu einfach, gerade in der heutigen Zeit. Ginge es hier noch im die Bundespost, so wäre das vielleicht so gewesen, aber DHL ist nicht mehr die Bundespost, sondern ein international tätiges und erfolgreiches Unternehmen.
Am Anfang habe ich mich natürlich an den vorhandenen Holperigkeiten im Text hochgezogen.
"Sie ist immer für mich da" - nämlich die Packstation.
"DHL Pakete holen tut so gut" - ich weiss da noch andere Dinge, die auch gut tun.
"Sie gibt mir Freiheit und ich liebe sie dafür" - nämlich die Packstation.
"Ich hab ein Postpaket, das muss wohin" - Wenn ich "wohin" muss, dann gehe ich bestimmt nicht zu Packstation, denn das würde nur Ärger geben.
Natürlich liegt auch die Vermutung nahe, das Lied wäre eigentlich gar nicht für die Packstation geschrieben worden, sondern für eine Frau oder ein Motorrad, hätte jahrelang in der Schublade gelegen und wäre dann - Gelegenheit macht Diebe - flugs umgeschrieben worden, aber auch das wäre zu einfach.
Es muss anders sein. Der Packstation Song ist Teil einer ausgeklügelten Marketingkampagne, die genau in unsere Zeit passt.
Da hätten wir Schnappi, das kleine Krokodil. Keiner mag es wirklich, aber es ist kurios und deswegen schickt er es an sie und sie es an ihn und irgendwann steht Schnappi ganz oben in den Charts. Da hätten wir das Star Wars Kid, die arme Socke. Ebenfalls nicht gut, aber kurios und deshalb bald auf allen Rechnern der Erde zu Hause. Dann hätten wir den Numa Dance Jungen. Siehe oben.
Das gleiche gilt für den Packstation Song. DHL hofft, durch die Holprigkeit und die Kuriosität ebensolchen Kultstatus zu erlangen. Mit "Ich hab ein Postpaket, das muss wohin" haben sie etwas zu dick aufgetragen, deswegen habe ich sie entlarvt.
Werden sie Platz 1 der Charts erreichen, so gönne ich es ihnen allerdings, den die Packstation ist wirklich toll, auch international!

Posted by banana at 07:00 EM | Comments (10)
September 04, 2005
Denn zum Glück gibt's die Packstation

Schönes Wetter? Benzinpreise unter 1.50€? Das muss ausgenutzt werden!
Deswegen habe ich heute zwei Parks besucht, die ich noch nicht besucht hatte. Es waren eher Pflichtbesuche, aber eine Credit-Schlampe muss tun, was eine Credit-Schlampe tun muss.
Das Taunus Wunderland und der Wild- und Freizeitpark Klotten standen auf dem Programm. Über das Taunis Wunderland muss man nicht viel sagen. Es gab eine Wilde Maus und einen Powered-Coaster von Zamperla für Kinder.
In Klotten gab es einen schicken Customer Gerstlauer Bobsled Coaster. Wer sich darunter nichts vorstellen kann: Das ist so ähnlich, wie eine Wilde Maus, aber mit anderer Streckenführung. Wer nicht weiss, was eine Wilde Maus ist, der kann ja versuchen, das in der Wikipedia einzutragen. Ich wünsche viel Spaß dabei.
Die Achterbahn in Klotten heisst "Heisse Fahrt". Wenn ich mich recht erinnere, dann hieß sie ganz zu Beginn schon "Heisse Fahrt", wurde dann aber in "Klotti-Coaster" umbenannt und scheint jetzt wieder "Heisse Fahrt" zu heissen.
Ich persönlich begrüße das sehr. Klotti ist das Maskottchen des Parks. Wenn ich "Klotti" höre, dann muss ich immer an Klöten denken. Diese Fehlleitung wird in meinem Kopf durch das §§a href="http://www.freizeitpark-klotten.de/parkplan.html" target="_blank">Aussehen§§/a> von Klotti noch verstärkt. In der Hose scheint ein paar sehr dicke Cohones zu stecken. Ich denke, da wäre es Zeit, sich ein neues Maskottchen mit einem neuen Namen auszudenken und zwar eines, dass nicht aussieht, wie ein underfucked Kiffer nach dem Aufstehen. Aber das ist Geschmackssache. In anderen Köpfen löst "Klotti" bestimmt ganz andere Assoziationen aus.
Die Achterbahn war auf jeden Fall hervorragend! Etwas mehr Thematisierung drumherum und es wäre noch besser.
Gelernt habe ich heute auch etwas: Während ein Huhn ein Ei legt, macht ein Kind ein Ei. Jedenfalls wurden in meiner Nähe mehrfach Kinder gefragt, ob sie "Ei machen wollen". Dabei können die armen Ziegen doch gar nichts dafür und wollen nur spielen. Leider haben Tiere und Kinder ziemlich unterschiedliche Auffassungen vom Spielen.
Würde man Tiere fragen, was sie an ihrem Leben in Tierparks am meisten stört, dann käme bestimmt ganz oben auf die Liste, dass die Menschen, wenn sie sich dem Gehege nähern immer Geräusche machen, von denen sie denken, dass die Tiere sie machen würden.
Am Wolfskäfig zum Beispiel heulten die Leute dauernd so, wie sie denken, dass ein Wolf heult.
Was würden wohl die Tiere machen, wenn sie kommen würden, um sich die Menschen in ihren Gehegen anzuschauen? Würden sie "Isch schwör dir!" rufen? Würden sie sich die Hände ans Ohr halten, als ob sie telefonieren würden? Würden sie sich die Hände vor den Mund halten, als ob sie rauchen würden?
Ich weiss es nicht.

Posted by banana at 08:23 EM | Comments (18)
September 02, 2005
Umfrageergebnisse

Hallo Fans!
Hier endlich die Ergebnisse der großen Unfrage:
Die Allee der Spackonauten ist:
super: 2%
gut: 2%
mittel: 20%
irrelevant: 12%
nicht so gut: 0%
schlecht: 2%
total schlecht: 1%
echt das Letzte: 1%
die Scheisse der Nation: 0%
auch kein Mittel, die Steuern zu senken: 0%
nicht Schuld am Benzinpreis: 0%
schnaftomatic: 4%
sockomatic: 6%
weiss nicht: 49%
ich finde die Ölsardinen ganz lecker: 1%

Vielen dank an alle, die Mitgemacht haben. Der total wertvolle Preis kann leider doch nicht vergeben werden, weil so viele "weiss nicht" angekreuzt haben. So nicht! So nicht!

Posted by banana at 09:02 FM | Comments (22)
September 01, 2005
Weissbrot mit Orangensaft

Ich glaube, ich habe ein Naturgesetz entdeckt. Es wird das banana'sche Gesetz genannt werden und ich werde dafür einen sehr wichtigen Preis bekommen.
Es ist egal, wie leer die Autobahn sein mag, du magst des nachts um halb vier zwischen Punkt A und Punkt B unterwegs sein (wobei Punkt A und Punkt B dermaßen unbekannte und uninteressante Orte sind, dass ich ihre Namen noch nicht kenne), es mag der Autofreie Sonntag sein, das ist alles ganz egal. Vor dem Autobahnkreuz, auf dem man die Autobahn wechseln muss passiert immer das gleiche:
Der Verkehr wird aus unerklärlichen Gründen dichter und dichter. Selbst, wenn man in der letzten Stunde nur einem einzigen verirrten Automobilisten begegnet ist, wird sich vor der Abfahrt der Verkehr drängeln. Da mag es Sonntag sein und allgemeines Fahrverbot für LKW herrschen, das ist egal, vor deiner Abfahrt tauchen immer eine Handvoll Brummis auf, die sich oft genug gerade eine Überholschlacht bei 90km/h liefern. Ist kein LWK zur Hand, der schleichend überholen kann, so wird diese Rolle von einem Menschen mit Prinzipien übernommen. Die Prinzipien bestehen in der Regal daraus, dass man vereits einen Kilometer vor dem zu überholenden Fahrzeug ausschert und dass man nie im Leben schneller, als 100km/h fährt, weil die alte Rübe nicht schneller kann, weil das Benzin spart oder weil es die Umwelt schont.
Die Verkehrsverdichtung und die Überholwut setzen normalerweile 1500m vor dem Autobahnkreuz ein. Man hat also keine Chance mehr, an den anderen Verkehrsteilnehmern vorbeizuziehen, sondern hängt dahinter fest und zwar auf äusserst unschöne Weise.
Weiterhin besagt das banana'sche Gesetz, dass der langsamste aus dem Pulk immer die gleiche Abfahrt nimmt, wie ich. Das ist besonders Ärgerlich, weil es immer auftritt, weil ich ihn eigentlich überholen wollte, ihn aber nicht überholen konnte. Und das ist immer so!
Jetzt sagt ihr, das sei ganz logisch, weil bei Autobahnkreuzen immer eine Geschwindigkeitsbegrenzung herrscht und sich der Verkehr aus diesem Grunde natürlich stauchen muss, aber das stimmt leider nicht. Es ist nämlich ein weiterer fieser Trick, den sich die Welt ausgedacht hat, um mir auf den Saque zu gehen.
Ich werde es der Welt aber zeigen und zwar durch einen einfachen Trick: Ich nehme mir ganz fest vor, zu einem bestimmten Zeitpunkt aus dem Haus zu gehen. Dann aber, gerade, als ich das Haus verlassen will, zögere ich noch eine Minute und mache noch etwas anderes. Dadurch wird sich die Verkehrsstauchung praktisch vor mir abspielen und ich werde, weil ich ja eine Minute später komme, als es eigentlich gedacht war, unbehelligt meine Autobahn wechseln können. Das schwierige bei dem Plan ist nur, dass ich selbst nicht wissen darf, dass sich das Verlassen des Hauses um eine Minute verzögern wird. Wie ich das mache, weiss ich noch nicht, aber da wird sich auch noch eine Lösung finden.

Posted by banana at 09:24 FM | Comments (10)
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