April 25, 2005
Urlaub

Diese Woche habe ich frei. Es gibt also nix zu lesen. Vielleicht Sonntag abend wieder. Sucht Euch doch mal ein paar andere interessante Internetangebote, aber passt schön auf, denn es gibt eine Menge schwarze Haie da draussen!
Schwarze Haie? Son Quatsch. Schwarze Schafe muss das heissen. Aber son ein Schaf, das wirkt doch eigentlich gar nicht bedrohlich.
Und das sagt jemand, der schon vor einem Schwan geflüchtet ist.
Aber Haie sind echt fiese Tiere. Wenn man in die Augen eines Haies blickt, dann findet man dort kein Erbarmen, kein Mitleid, keine spur Menschliches. Man findet dort nur gar nichts.
Also kann man das mit den schwarzen Haien schon stehen lassen. Wobei die weissen Haie ja eigentlich die gefährlichen sind. Das hat aber jetzt nichts mit den Schafen zu tun.
Was ich sagen wollte: Passt auf Euch auf, vor allem vor Viren, Würmern, Phishing und sowas! Da kann man ruck zuck auf dem Rücken liegen!
Gestern war noch was Lustiges bei den "Autoverkäufern" auf RTL:
Käufer: Ich weiss nicht, das Auto sieht mir irgendwie zu groß aus...
Verkäuferin: Ach, setzen Sie sich mal rein, dann kommt ihnen das alles ganz anders vor!

Habe ich den Begriff Raumwunder immer falsch verstanden?

Posted by banana at 02:27 EM | Comments (10)
April 23, 2005
Die 12 besten Lebensmittel

Eine Sache verstehe ich nicht: Ich kenne keine Frau, die nicht 80% ihres Lebens friert. Warum aber schieben die Frauen dann ihren nackten Bauch über die Strassen, sobald ein Sonnenstrahl am Himmel zu erahnen ist?
Eine andere Sache verstehe ich auch nicht: Wenn es verboten ist, mit Sprüchen, wie "weisser als weiß" und so weiter zu werben, warum ist dann irreführende Fernsehwerbung nicht verboten?
Nehmen wir mal die Werbung von McDonalds: Eine Frau bestellt irgendein Menü, der Mensch hinter der Kasse fragt, ob sie noch einen Cappuccino für einen Euro dazu haben möchte. Oder: Ein Mensch fragt die junge Frau an der Kasse, was dies und jenes, die Handy-Nummer und so weiter kostet. Alles kostet einen Euro.
Wer nicht weiss, was an der Werbung irreführend sein soll, der möge doch bitte mal ein McDonalds Restaurant besuchen, am besten noch zur Mittagszeit, dann wird man es schon herausfinden.
Vielleicht gibt es sie aber auch irgendwo, diese wundervollen McDonalds Restaurants und ich habe sie nur noch nicht gefunden.
Nur ein paar Stichworte:
Die Kunden sind jeweils die einzigen in der Schlange.
Die Angestellten sind gut gelaunt und haben Zeit und Lust, mit dem Kunden ein munteres Verkaufsgespräch zu führen.
Die Angestellten sind in der Lage, ein Gespräch zu führen.
Der Lärmpegel im Restaurant ist so niedrig, dass man sich normal unterhalten kann.
Die Kunden erhalten alles, was sie bestellt haben sofort, "Fisch-Mäc" ist nicht zu hören.
Und so weiter, und so fort.
Das sind nur ein paar Beispiele. Aber wenn man ein paar harmlose Werbesprüche verbietet, dann sollte man solche Werbung doch auch mal überarbeiten lassen, damit sie der Wirklichkeit etwas mehr entspricht. Ich habe nichts gegen McDonalds. Ich bin auch gerne bereit, mir für die billigen Preise einen Besuch im Restaurant ab und zu mal anzuzun, aber die Werbung finde ich etwas unehrlich.
Das gleiche gilt für Bierwerbung. Da sollte man auch mal die echte Zielgruppe zeigen und nicht solche jungen, aktiven, hippen Fatzkes, die bestimmt nur zum Mineralwasser greifen.
Mehr habe ich heute eigentlich nicht zu sagen.

Posted by banana at 06:53 EM | Comments (4)
April 21, 2005
Man nennt es Liebe, man nennt es Glücklichsein

Der Öffentliche Personennahverkehr ist wirklich interessant. Ich gewöhne mich langsam an die täglichen Fahrten mit der S-Bahn. Langsam pendelt sich die Sache ein, wenn mir der Wortwitz an dieser Stelle gestattet ist.
Ein paar Dinge verstehe ich aber noch nicht so ganz.
Da hätten wir die Treppenfrauen. Wenn ich morgens zur Bahn gehe, dann gehe ich unter den Schienen durch und dann die Treppe rauf zum Bahnsteig. Im oberen drittel der Treppe, etwa so hoch, dass ihr Kopf über den Bahnsteig lugt, so wie ein freches Erdmännchen in der Steppe, stehen manchmal drei, machmal auch vier Frauen.
Ich zwänge mich umständlich an ihnen vorbei, um meinen Protest gegen diesen Aufenthaltsort auszudrücken, aber das stört sie nicht.
Ich stelle mich auf den Bahnsteig, jeden Tag an eine andere Stelle und warte auf die Bahn.
Wenn die Bahn dann kommt, dann springen die Treppenfrauen hastig die letzten Treppenstufen empor und verschwinden, genau, wie alle anderen, in der S-Bahn.
Mir kommt das etwas merkwürdig vor. Es wirkt so etwa, wie ein Sturmangriff im Ersten Weltkrieg. Die Soldaten verharren in ihren Schützengräben, bis das Signal zum Angriff kommt. Dann preschen sie hervor und machen sich an den Feind ran. Dran, drauf, drüber.
Ich finde das sehr albern. Es war weder besonders kalt, noch so stürmisch, als dass es einem die Frisur verknattern könnte. Unter uns hätte den Frisuren der Damen etwas Pepp nicht schlecht getan. Es fuhren auch keine 500km/h schnellen Magnetschwebezüge vorbei, die sie hätten mitreissen können, einem unbestimmten Schicksal entgegen. Es fureh auch keine mit Braunkohlestaub beladenen Dampfgüterzüge vorbei, die einem die Klamotten versauen könnte. Unter uns hätte das den Klamotten nur den wohlverdienten Ruhestand eingebracht. Auch Castoren waren nicht zu erwarten, zumindest habe ich niemanden gesehen, der sich an den Schienen festgekettet hatte.
Vielleicht waren die Frauen aber auch einfach nur auf der Flucht und wollten nicht gesehen werden. Aber so ein Leben, bei dem jeder Tag damit beginnt, auf der Flucht zu sein, das halte ich eigentlich nicht für lebenswert.
Vielleicht haben sie auch Angst vor Querschlägern in einer Schießerei?
Vielleicht wissen sie auch etwas, das ich nicht weiss.
Ich bin beunruhigt.

Posted by banana at 08:31 EM | Comments (2)
April 20, 2005
Ja, wir schaffen das!

Lange, ereignisreiche, dunkle, schwere, entbehrungsvolle, kalte, gemeine, fiese, hinterhältige, schuftige, verschissene, sowas von ankotzende, das ja wohl letzte, was auf dieser Erde rumlaufende, volle Kacke Jahre haben mich zu einer Person gemacht, die Menschenaufäuft meidet (also ich meine nicht Aufläufe, die aus Menschen gemacht sind, sondern wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen (also, zusammenkommen, nicht zusammen kommen, so wie beim Gang Bang (im Grunde meine ich nur viele Menschen auf engem Raum zusammen))).
Von den Menschen geht nichts Gutes aus! Das ist wahr und wird wahr bleiben. Das fängt mit dem Geruch ihrer Kleidung an, geht mit dem, was ihren Mund verlässt weiter und endet mit dem, was sie so den lieben langen Tag über veranstalten.
Warum in aller Welt habe ich mich denn dann dazu entschlossen, den Öffentlichen Personennahverkehr dazu zu benutzen, zur Arbeit und wieder nach Hause zu gelangen?
Das ist natürlich eine rhetorische Frage, denn die Gründe habe ich, wenn ich mich richtig erinnere - und das kommt nicht oft vor -, schon dargelegt.
Über die letzten Wochen war ich damit beschäftigt, eine Verbindung zu finden, die einigen von mit gestellten Kriterien gerecht wird: Ich sollte auf keinen Fall einen meiner Kollegen treffen und die Verkehrsmittel sollten möglichst leer sein.
Der erste Punkt war nicht zu schwer zu erfüllen, der zweite hingegen leider unmöglich, wenn ich meine Arbeitszeiten nicht um zwölf Stunden verschieben möchte, was ich nicht will und was auch den mit mir vereinbarten vertraglichen Bedingungen nicht entsprechen würde.
Allerdings ist das mit den vollen Bahnen gar nicht so schlimm, wie ich es mir in meinen Träumen ausgemalt habe, der routinierte Pendler durchläuft nämlich eine wunderbare Metamorphose, sobald er in seine gewohnte Bahn einsteigt. Das äussert sich darin, dass er nichts mehr wahrzunehmen scheint, was sich mehr als 30 Zentimeter von ihm entfernt befindet. Man sitzt oder steht einfach so vor sich hin, in einer Art Wachkoma, bis der Zugführer den Namen der Zielhaltestelle nennt. Dann erwacht man, schiebt sich sanft aber bestimmt in Richtung Ausgang und wird wieder zum normalen Menschen, sobald man die Schwelle des Zuges verlassen hat.
Darum weiss ich jetzt, dass es keine mangelnde Zivilcourage ist, wenn die Leute nichts machen, während neben ihnen jemand bei lebendigem Leibe genatzt wird. Sie können es nämlich einfach nicht sehen.
Ich bin noch kein routinierter Pendler. Deswegen setzte ich mich in der Bahn nie hin, denn morgens um halb Acht schon Tuch auf Tuch neben einem völlig fremden Menschen zu sitzen, das ist mir dann doch zu viel.
Ich ziehe es vor, mich in die Türräume zu stellen, in meiner Zeitschrift zu lesen und hin- und hergewackelt zu werden.
Völlig fremde Menschen?
Nein! Es sind ja keine völlig fremden Menschen! Die kennen sich ja alle! Die fahren nämlich jeden Tag mit dem selben Zug! Und die stehen auch jeden Tag an der exakt gleichen Stelle des Bahnsteigs! Und die schauen einen auch ganz grimmig an, wenn man als Neuling dazukommt!
Wahrscheinlich machen die am Abend schon Pläne, neben wen sie sich am nächsten Tag am liebsten setzen wollen und wenn das dann nicht klappt, dann ist der ganze Tag im Eimer. Aber man hat ja immernoch die Rückfahrt!
Ich stelle mich da lieber vor die Tür und lese in meiner Zeitschrift.

Posted by banana at 06:25 EM | Comments (16)
April 13, 2005
You gotta rub me the right way

Das ist schon irre, wie die das mit der Verteilung hinkriegen. Das muss hart geschultes Fachpersonal sein.
Wie schaffen die das? Denken die beim Einsteigen "Ach, in diesem Abteil ist schon jemand mit einer Stimme in der Frequenz, die direkt an den Nerven sägt und die pausenlos Scheisse erzählen kann. Dann gehe ich halt ins nächste Abteil. Vielleicht habe ich da mehr Glück."
So muss das sein, denn eine solche Person ist immer dabei.
Die Dame heute im Bus hatte eine besonders nervige Stimme. So eine Stimme, bei der man nicht weghören kann. Die Sätze auf dem Papier werden von dieser Stimme in Worte gesägt, die nicht miteinander zu tun haben. Die Stimme drängt sich zwischen die Worte, wie PU-Schaum, so dass man sie nicht mehr in einen Zusammenhang bringen kann.
An diesem Phänomen kann man sehen, wie schlecht es um die Welt bestellt ist, denn zu der Person gehört immer eine Person, die ihr zuhört und die das auch noch interessant zu finden scheint.
Die Dame heute im Bus war gebrieft worden, für das Coaching in zwei Wochen. Mit den ganzen Datenbanken für die Leute vom Marketing. Wie der Zusammenhang der ganzen Dinge war, kann ich nicht mehr sagen, denn diese Stimme konnte nicht nur gedruckte Sätze in einzelne, voneinander völlig unabhängige Worte zersägen, sondern sie war auch im Stande die mit gesprochenen Worten zu tun.
Wäre ich mit dieser Frau verheiratet, so würden wir uns nie streiten, weil ich einfach nicht verstehen könnte, was sie eigentlich gerade will.
Ab und zu lachte sie dann ein sehr unheimliches Lachen, dass mich dazu brachte, weiter in die vermeintliche Sicherheit der Zeitschrift vor mir zu blicken, obwohl die Worte keinen Sinn mehr ergaben.
Eine von denen ist immer da. Ich fahre ja noch eine Weile mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Irgendwann frage ich mal jemanden, wie sie das mit der Verteilung hinbekommen.
Die Geschichte mit den Apostrophen ist ja schon schlimm, aber mittlerweile hat man wohl mitbekommen, dass da Hopfen und Malz verloren sind. Aber warum muss denn unbedingt ausgerechnet Bernd das Brot das Brot des Monat's sein?
Zwei Arten von Menschen sind mir suspekt (natürlich sind mir noch viel mehr Menschen suspekt, aber die fallen mir grade nicht ein). Zum einen sind das Leute, die in ihrer normalen Brille getönte Gläser haben. Dazu gibt es doch Sonnenbrillen. Das ist doch im Winter total scheisse. Sowas kann ich nicht verstehen. Deswegen sind mir diese Leute suspekt und ich bin immer extra vorsichtig, wenn ich auf so einen Vertreter stoße.
Zum zweiten sind mir Leute suspekt, die völlig unmotiviert bestimmte Worte in "Gänsefüsschen" setzen, obwohl sie da gar nicht's zu suchen haben. Diese "Krankheit" scheint mir eng mit der "Apostrophitis" verwandt zu sein. Man sieht das oft in "Forum's" und "e-Mail's". Oft ist das gepaart mit Signaturen, die einem die Tränen treiben. Das sollte mal jemand untersuchen, finde ich.
Schlimm ist das.

Posted by banana at 07:59 EM | Comments (14)
April 11, 2005
Junges Gewässer zum Mitreissen gesucht

"Wohin soll ich mich in der Achterbahn eigentlich setzen?" werde ich oft gefragt. Das ist eine erfreuliche und gute Frage. Erfreulich, weil sie ein gewisses Interesse am Achterbahnsport offenbart und gut, weil das gar nicht so leicht zu beantworten ist.
In der Hochsaison kann die Wartezeit für eine Achterbahn locker eine Stunde betragen. Eine Stunde, in der man in der Schlange gestanden hat und nach der man endlich in die Station kommt. In der Station teilt sich die Schlange und man kann sich für einen bestimmten Wagen beziehungsweise für eine bestimmte Reihe anstellen.
Gelegenheitsachterbahnfahrer stellen sich dann in der Regel dort an, wo die Schlange am kürzesten ist, weil sie die elende Warterei leid sind.
Das ist ein grosser Fehler, der das Fahrerlebnis auf einer Achterbahn ist in großem Maße von der Sitzposition des Fahres im Zug abhängig. Wenn man also sowieso schon eine Stunde angestanden hat, dann kann man auch noch weitere zehn Minuten in die Wunschreihe investieren.
Ausgenommen davon ist natürlich die erste Reihe (first row). Einige Achterbahnen (Expedition GeForce im Holiday Park oder Silver Star im Europa Park) verfügen über eine extra Warteschlange (Queue oder Q) für die erste Reihe. Dort ist die zusätzliche Wartezeit für die erste Reihe mit maximal 45 Minuten angegeben. Ob man diese Zeit investieren will, das sei jedem selbst überlassen. Ich persönlich stelle mich nur für die erste Reihe an, wenn es nicht ganz so voll ist und ich nicht mehr als 20 Extraminuten warten muss.
Was aber ist denn nun meine Wunschreihe?
Das ist von Achterbahn zu Achterbahn unterschiedlich.
Zur Ermittlung der Wunschreihe teile ich die Achterbahnen in zwei Kategorien ein: Achterbahnen mit Überschlägen (Inversionen) und solche ohne. Das ist eine stark vereinfachte Darstellung der Vielfalt mit der Achterbahnen daherkommen, aber für diese Betrachtung soll es ausreichen.
Warum aber ist das Fahrterlebnis in der Bahn abhängig von der Sitzposition?
Ein Achterbahnzug ist nicht punktförmig, sondern ca 15 bis 20 Meter lang. Die Geschwindigkeit des gesamten Zuges ist überall gleich, die subjektiv empfundene Geschwindigkeit des Fahrgastes im Zug, wenn der Zug über die Hügel und Täler rast, ist allerdings unterschiedlich und abhängig von der Sitzposition.
Was soll das heissen?
Wenn der Zug den ersten Hügel (First Drop) herunterfährt, dann passiert folgendes: Der Lift zieht den Zug nach oben und schiebt die ersten Wagen über den Scheitelpunkt des Hügels. Während die ersten Wagen des Zuges schon ein Stück des ersten Gefälles heruntergefahren sind, hängen die Passagiere hinten im Zug noch auf dem Lift Hill. Die Kette gibt den Zug in dem Moment frei, in dem die Masse der Wagen, die den Scheitelpunkt der Hügels überquert haben, groß genug ist, um den Rest des Zuges mit hinunter zu ziehen. Die Passagiere vorne hängen also ein bisschen im Hügel, die in der Mitte erleben ein ziemlich natürliches Verhalten des Zugen, und die Leute hinten werden über die Kuppe des Hügels in den Abgrund herabgerissen. Wenn der Zug seine volle Geschwindigkeit erreicht hat, dann haben die Passagiere vorne schon ein gutes Stück des Hügels hinter sich und nehmen fast schon wieder den nächsten Hügel in Angriff. Sie sind im Tal des Hügels besonders schnell und werden deswegen mit den höchsten G-Kräften in die Sitze gepresst. Die Passagiere hinten werden im Tal schon wieder etwas langsamer, weil die Spitze des Zuges bereits wieder den nächsten Hügel erklimmt und sich deswegen die Geschwindigkeit des Zuges verringert.
Das gleiche Verhalten wiederholt sich auf allen Hügeln und Überschlägen der Bahn.
Grundsätzlich ist es so, dass man im Heck des Zuges die größte Airtime erlebt. Airtime definiert jeder Achterbahnfreund anders, generell kann man sagen, dass es das Gefühl ist, aus dem Sitz der Bahn gehoben zu werden. Airtime kann Schwerelosigkeit sein, Airtime kann aber auch das Gefühl sein, aus dem Sitz katapultiert zu werden. Auf jeden Fall ist Airtime eine feine Sache.
Heisst das also, dass man sich immer nach Hinten setzen sollte, damit man am meisten Airtime erlebt?
Grundsätzlich ja, allerdings nur bei Bahnen ohne Überschläge und auch bei den Bahnen ohne Überschläge gibt es Ausnahmen, wie z.B. Apollo's Chariot in Busch Gardens Williamsburg (Williamsburg, Virginia USA), wo man wirklich nur in der ersten Reihe wirklich Spaß hat.
Allerdings kann die erlebte Airtime für unerfahrene Achterbahnfahrer überraschend stark ausfallen. Hat man ohnehin schon etwas Angst vor der Fahrt gehabt und ist das Vertrauen in die Rückhaltesysteme nicht absolut, so kann eine Fahrt in der letzten Reihe für den Anfänger ein unangenehmes Erlebnis werden.
In Bahnen, wie Expedition GeForce im Holiday Park oder Colossos im Heide Park empfehle ich für die erste Fahrt lieber einen Sitzplatz in der Mitte des Zuges.
In der Mitte des Zuges empfindet man die Fahrt am natürlichsten, weil man dem Schwerpunkt des Zuges am nächsten ist. Man ist also auf dem Hügel langsam und im Tal schnell. Man bremst, wenn man den Hügel hinauf fährt und man beschleunigt, wenn man ihn hinab fährt. Die auftretenden G-Kräfte halten sich im Rahmen.
Das ist auch der Grund, warum ich für Fahrten in Achterbahnen mit Überschlägen einen Sitzplatz in der Mitte des Zuges empfehle. Wie bereits beschrieben, ist das Verhalten des Zuges in Überschlägen, wie z.B. horizontalen Loopings das gleiche, wie auf Hügeln. Sitzt man also vorne im Zug, so fährt man sehr schnell in den Looping hinein, wird dann oben, wenn man auf dem Kopf steht, langsam und wird dann wieder aus dem Looping herausgeschoben. Gerade bei engen Loopings, wie z.B. bei Big Loop im Heide Park empfinde ich das hineinsausen in den Looping wegen der stark auftretenden G-Kräfte als eher unangenehm. Durchfährt man einen Looping hinten im Zug, so wird man in der Auffahrt des Loopings abgebremst und dann durch den Looping und aus ihm heraus gezogen. Am Ausgang des Loopings treten auch hier G-Kräfte auf, die unangenehm werden können.
Grundsätzlich gilt also für Achterbahnen mit Überschlägen, dass man mit einer Sitzposition in der Mitte am besten beraten ist.
Hat man Gefallen an der Fahrt gefunden, so sollte man natürlich auch die erste und letzte Reihe ausprobieren, denn jede Bahn ist verschieden. Kraken in der SeaWorld Orlando (Florida, USA) macht in der letzten Reihe am meisten Spaß, die meisten Hängeachterbahnen (Inverted Coasters) machen in der ersten Reihe am meisten Spaß und zwar wegen der unvergleichlichen Optik: Unter sich sieht man nichts, als seine Füße, vor sich sieht man oft noch nichteinmal die Schiene.
Also doch in die erste Reihe?
Natürlich! Die erste Reihe bietet die beste Aussicht und das Fahrverhalten ist auch nicht zu verachten, dann auch in der ersten Reihe erlebt man eine gehörige Portion Airtime. Der Zug wird nämlich über die Kuppe des Hügels geschoben. Dort hebt es die Passagiere schön aus den Sitzen. Hat man die Kuppe überfahren, so bremst der Zug ab. Das merkt man allerdings kaum. Optik und Airtime bekommt man also in der ersten Reihe.
Wohin sollte ich mich als Anfänger also setzen?
Zunächst in die Mitte. Hat man Spaß an der Fahrt gehabt, so kann man experimentieren. Bei Bahnen ohne Überschläge würde ich mich eher nach hinten setzen, bei Bahnen mit Überschlagen eher in die erste Reihe.
Da mir Bahnen ohne Überschläge am liebsten sind, bin ich also meistens ganz hinten zu finden.

Posted by banana at 08:48 EM | Comments (37)
April 10, 2005
Railroad it cracked, thick madame she laughed

Manche Menschen werde ich nie verstehen. Das ist aber auch nicht schlimm, weil mich die meisten Menschen auch nicht verstehen. So kann man schön nebeneinander herleben, sich wundern und ansonsten die schönen Momente genießen.
Ich weiss, dass ich die Menschen niemals verstehen werde, trotzdem habe ich nicht aufgegeben, mich zu fragen, was denn in ihren Köpfen so vor sich geht, beziehungsweise nicht vor sich geht. Wahrscheinlich hatten sie kaputte Räder auf ihren Kett-Cars, so dass beim Bergabfahren ihre kleinen Gehirne sehr durchgeschüttelt wurden und sich irgendwelche Synapsen falsch verbunden haben. Sowas kommt vor. Das ist nicht schön, aber es kommt vor!
Was tribt zum Beispiel erwachsene Menschen, einen Mann und eine Frau, dazu, sich knallgelbe Regenjacken mit dunkelblauen Applikationen zu kaufen und diese Samstags beim Einkaufen zu tragen? Partnerlook war gestern, heute müssen es schön zwei synchronoptische Blendgranaten sein.
Vielleicht hatten sie sich mit dem Andrang verschätzt. Vielleicht war ihr Radio, der Fernseher, das Internet und die Zeitung kaputt. Aufgrund des daraus resultierenden Informationsdefizites nahmen die beiden an, der Atomkrieg sei ausgebrochen und die Leute wurden kopflos drauf loshamstern. In so einer Situation ist es immer gut, wenn man sich schnell finden kann, denn in einer solchen Menschenhorde verliert man sich schnell. Ich war sehr froh, dass sie nicht ihre Leuchtkerzen und Rauchbomben zum Einsatz brachten.
Ja, so muss es gewesen sein. Eine andere Erklärung gibt es nicht.
Dagegen spricht allerdings, dass ihr Kind keine dieser Jacken trug. Vielleicht war sie nicht brav gewesen.
Ansonsten bin ich sehr müde. Um 5:30h bin ich aufgestanden, dann 450km zum Heidepark gefahren, dann Achterbahn gefahren, bis mir der Arsch wehtat und dann 450km wieder nach Hause gefahren.
Es hat sich gelohnt, Colossos ist geil. Leider waren die ersten beiden Wagen wegen des mangelnden Andrangs mit Dummies besetzt, so dass es keinen Ritt in der Front Row gab, die letzte Reihe ich aber eh geiler.
Denn ihr wisst ja: In der Achterbahn gibt es nur zwei Plätze: Erste und letzte Reihe und da, wo die sitzen, die keine Ahnung haben.
In diesem Sinne: Prost!

Posted by banana at 08:58 EM | Comments (12)
April 06, 2005
Liebling, ich habe den Daimler geschremppt.

Die Sache mit Harald Junke ist schon traurig. Ich mochte ihn immer ganz gerne, nur diese blöden Harald und Eddi Folgen, die gingen mir auf den Saque.
Er hatte es schwer, der Harald. Das fing schon damit an, dass seine Eltern sich dazu entschieden, ihren Sohn Harry Heinz Herbert zu nennen. Mal im Ernst: Wer macht denn sowas?
Das Ende von Herrn Junke war auch nicht schön. Wir erinnern uns an die unsäglichen Bilder in der Bildzeitung, mit dem Teddy. Wer veröffentlicht denn sowas? Das hatte er wirklich nicht verdient, der Herr Junke. Die Tatsache, dass er das wohl gar nicht mehr mitgekriegt hat, ändert daran auch nichts.
Und dann ist er doch gestorben. Am ersten April. Und der Papst hat ihm die ganze Schau gestohlen. Sowas ist einfach nicht fair. Vielleicht hat das aber auch alles seine Richtigkeit so, denn wenn er im Sommerloch gestorben wäre, dann hätte irgendjemand bestimmt nochmal den Fokus nett auf die letzten drei Jahre gelegt.
Wenn man so die Artikel zum Tode von Herrn Junke ließt, dann steht dort immer die Floskel, Harald Junke sei die "deutsche Antwort auf Frank Sinatra" gewesen. Das ist auch so eine undankbare Sache. Aber so ist das in Deutschland. Jemand ist immer die "deutsche Antwort" auf irgendwas. In Rhetorikkursen lernt man immer, dass nicht derjenige, der antwortet die Macht hat, sondern derjenige, der fragt. Deutschland antwortet immer nur. Frau Biedermann (die neuerdings einen Freund hat, was ich und mein Kollege ihr niemals verzeihen werden!) ist die deutsche Antwort auf Britney Spears, Ted Herold ist die deutsche Antwort auf Elvis Presley, Alexander ist die deutsche Antwort auf Robbie Williams, Xenia Seeberg ist die deutsche Antwort auf Angelina Jolie und so weiter.
Aber wenn Alexander die deutsche Antwort auf Robbie Williams ist, dann möchte ich lieber gar nicht wissen, wie die Frage aussieht, wer sie stellt und wer darauf wirklich eine Antwort erwartet hat.
Es gibt doch auch Fragen, auf die man keine Antwort erwartet. Ich möchte mir Robbie Williams gerne als eine solche, rhehorische Frage vorstellen.
Auf der anderen Seite gibt es allerdings Menschen, die reden die ganze Zeit, die reden, ohne gefragt zu werden. Dann gibt es Antworten, die ohne eine Frage auskommen. Wahrscheinlich ist Frau Biedermann eine solche.

Posted by banana at 07:33 EM | Comments (9)
April 05, 2005
A dicker, fetter, blada

Wow, der Papst legt ja ganz schön was vor: §§a href="http://focus.msn.de/hps/fol/newsausgabe/newsausgabe.htm?id=13158">300PpM!§§/a>
Wo ich grade beim Focus bin: Ich bin ein schlimmer Kerl. Ich habe bei §§a href="http://www.sueddeutsche.de/,panm2/panorama/artikel/680/50630/">diesem§§/a> Artikel in der Überschrift "Tittenmodell" gelesen. Bei dem Foto kann mir das aber auch wirklich kein Mensch verdenken!
Ach nee! Das ist ja die Süddeutsche.
Wo habe ich nur wieder meinen Kopf? Ach, hier ist er ja, da am oberen Ende meines Körpers. Manchmal bin ich sehr froh, dass der Kopf angewachsen ist, sonst würde ich ihn auch noch vergessen! Aber eigentlich habe ich den Kopf ja nur zum Haareschneiden und dafür, dass es nicht in den Hals reinregnet.
Das ist aber denken sollte man ja ohnehin den Pferden überlassen, denn die haben den größeren Kopf.

Posted by banana at 08:25 EM | Comments (22)
April 04, 2005
Ich steh schon wieder über den Dingen

Ich steh' schon wieder über den Dingen
und schon wieder steh ich ganz alleine hier.
Ich frag mich seit ner Weile "Was solls bringen -
nichts ernst zu nehmen, Abstand halten,
über seinen Schatten springen?"
Ich mach nen Schritt nach links,
weil ich mir selbst im Weg steh,
ich mach nen Schritt nach rechts,
weil ich mich selbst nicht sehen kann.
"Du denkst zu viel" hast Du gesagt,
ich hab lang drüber nachgedacht,
das war wohl wieder falsch,
war wohl wiedermal verkehrt.
Sag mir,
wie soll das gehen,
einfach aufhörn zu denken,
soll ich denn auch durchs Leben walzen
und mich einfach amüsieren.
Nichts registrieren, außer
was man mir ins Ohr schreit
und nichts kapieren,
was man nicht erklären kann.
Aber dann wär ich doch tot,
genau so tot, wie alle andern
genau so tot, wie diese Party,
vielleicht bild ichs mir nur ein.
Der Wein schiebt mein Ego
langsam vor den Weltschmerz.
Ich glaub, ich leg mal los,
sonst schlaf ich heut wieder allein.

Den Text habe ich mal vor langer Zeit geschrieben. Es gibt auch Musik dazu, aber die besteht eigentlich nur aus A maj7 und D / A im Wechsel. Der Text gefällt mir immer noch gut und damit ist er wohl der einzige, meiner Liedtexte, die mir gut gefallen und für die ich mich nicht in Grund und Boden schäme.

Posted by banana at 11:29 EM | Comments (25)
April 03, 2005
I drove all night, crapped in your room

Angeblich behauptet die moderne Wissenschaft, man sei ab dem Zeitpunkt erwachsen, ab dem man freiwillig früher ins Bett geht, als man könnte.
Nimmt man dieses Kriterium als ausschlaggebend an, so werde ich wohl nicht mehr erwachsen werden, aber wenigstens weiss ich, dass ich kein Kind mehr bin, denn ich weiss, wann ich aufgehört habe, eines zu sein.
Wie alt ich damals war, weiss ich nicht mehr, sowas kann ich mir nicht merken, aber es war Sommer und wir waren mit der Kirche übers Wochenende irgendwohin gefahren. Wo irgendwo ist, dass weiss ich auch nicht mehr, weil ich mir sowas auch nicht merken kann, aber es war in einem Wald, es gab eine Wiese, ein Haus und ein Puppenhaus im Wald.
Das Puppenhaus war eine kleine Hütte im Wald mit einem Schaufenster. Durch das Schaufenster konnte man ein paar Puppen sehen, die in der Hütte saßen.
Es war langweilig. Die Sonne schien, ich hatte nichts zu tun und machte wohl, was man im allgemeinen als Spielen bezeichnet.
Plötzlich kam anderer Junge angelaufen. Er stoppte kurz vor mir, seine Aufregung war ihm anzusehen "Im Puppenhaus ist eingebrochen worden!" keuchte er ahnungslos.
Sofort rannte ich zum Puppenhaus. Ich rannte über die Wiese, in den Wald hinein, sprang über Wurzeln und Steine.
Während ich so rannte und sprang, fragte ich mich, was ich da eigentlich machte.
Wieso rannte ich zu dem bescheuerten Puppenhaus mit den hässlichen Puppen? Was wollte ich da eigentlich? Was sollte ich da ausrichten, wenn ich da war? Warum sollte jemand am hellichten Tag in eine Hütte einbrechen, in der es nichts zu holen gab, ausser ein paar muffigen Puppen?
Mir wurde klar, dass ich mich grade ziemlich zum Deppen machte, aber dass ich auch nichts besseres zu tun hatte.
Es war mir damals nicht klar, aber mittlerweile weiss ich, dass das das Ende meiner Kindheit war.
Erwachsen ist man also dann, wenn man freiwillig früh ins Bett geht, aber kein Kind mehr ist man dann, wenn man nicht mehr wie bekloppt rumrennt, wenn jemand auf wichtig macht und Schwachsinn erzählt.
Naja, nach der Definition gibt es allerdings eine Menge erwachsene Kinder.
Und weil das alles so sinnig ist, gibt es hier noch eine Niederschrift eines Dialoges, dem ich am Samstag in der S-Bahn lauschen durfte. Dumm können nunmal auch schlaue Menschen sein.
Er: "Es gibt auf jeden Fall nur wenige Orte auf der Erde, an die man gehen kann, ohne auf einen Vertreter der Gattung Mensch zu treffen."
Sie: "Doch, extreme Tiefsee".
Pause
Sie: "Oder Lavaströme, aber wenn die ausgekühlt sind, dann kommen die Menschen da auch wieder hin."
Er: "Es gibt auf jeden Fall kein anderes Tier, dass das von sich behaupten kann."
Sie: "Aber es kann ja auch kein anderes Tier auf solche technischen Hilfsmittel zurückgreifen."
So sind sie, die Studenten von heute. Auf jeden Fall war es eine gute Entscheidung, mit der S-Bahn zur Arbeit zu fahren. Man wird so schön geerdet.

Posted by banana at 09:21 EM | Comments (19)
April 01, 2005
Obacht!

Euer Schuh ist offen!

Posted by banana at 03:35 EM | Comments (9)
copyright by banana and tek/neoscientists