Februar 28, 2005
He's here, have no fear

Ok, Leute, heute mal wieder eine 1A Geschäftsidee, mal wieder eine Sache, auf die die Welt gewartet hat, wenn ihr Euch also mit dem Gedanken tragt, eine weltweit erfolgreiche Fastfood-Kette zu gründen, dann ist hier die Geschäftsidee. Sie liegt schon ein paar Jahre in der Schublade, aber ich glaube, ich werde in meinem Leben keine Fastfood-Kette mehr gründen, aber essen würde ich sowas schon gerne.
Wann macht richtigen Kerlen das Essen am meisten Spaß? Wenn sie mit der Hand essen können! Noch mehr Spaß macht es, wenn man etwas abnagen kann. So richtig gut fühlt man sich, wenn man einen Knochen in die Hand nehmen kann und so richtig daran rumnagen kann. Das entspricht nämlich unseren Urinstinkten aus der Zeit, in der wir unser Essen noch selbst gejagd haben und es am Lagerfeuer aufgegessen haben.
Nun kann man sich natürlich irgendwo ein Eisbein kaufen oder ein Kotelett und kann anfangen zu nagen, das ist überhaupt kein Problem. Spaß macht es auch, aber ein paar Dinge stören bei der ganzen Angelegenheit etwas.
Zum einen ist es das Fett! Fett darf im Fleisch sein, aber man darf es nicht sehen. Fett ist eklig, Fett kann man in der heutigen Zeit nicht bringen. Fett muss raus, Fett ist unser Feind.
Wenn man dann so ein Eisbein in der zur Faust geballten Hand hält und losnagen will und dann glotzen einem die Fettaugen engegen, dann mag man schon gar nicht mehr so richtig nagen, weil man sich dann schon wieder in lächerlichem Outfit über Felder und Wiesen joggen sieht, um das Hüftgold, die Pfunde und wie man das noch so alles nennt, wieder loszuwerden.
Natürlich kann man sich auch ein halbes Hähnchen kaufen und beginnen zu nagen, aber dann fängt es schon wieder an, eklig zu werden, weil es sich bei einem halben Hähnchen nämlich um genau das handelt, wie es benannt ist: Um ein halbes Hähnchen. Ja, ich weiss, dass in Köln ein Halber Hahn ein Käsebrötchen ist.
Aber ein halbes Hähnchen ist ein halbes Hähnchen, komplett mit Gelenken, Knorpeln, Sehnen, der Wirbelsäule, Blutresten, Haut und irgendwelchem Glibber, von dem ich eigentlich gar nicht genauer wissen will, was es eigentlich ist.
Da kann einem das Nagen schon ganz schön vermiest werden, wenn man wiedermal auf etwas rumkaut, was für das Huhn zu Lebzeiten wahrscheinlich wahnsinnig wichtig war, aber was im Mund ziemlich eklig ist.
Die Lösung?
Künstliche Knochen mit aufgeschäumter Fleischmasse!
Ganz einfach ist das.
Man designed einfach schicke Edelstahlsknochen, die zum Beispiel so ähnlich aussehen, wie ein Huhn oder wie ein Eisbein und beschäumt sie mit einer gewürzten Fleischmasse. Das ganze kann dann noch paniert werden und wird dann in heissem Öl gargesotten.
Lecker! Ganz ohne Sehnen, Fett, Blut, Schleimbeutel und anderer biologischer Details, auf die man gerne verzichten kann. Natürlich sind auch Sehnen, Fett und so weiter drin, aber alles so kleingemantscht, dass man es nicht mitbekommt. Es muss ja auch nicht nur Fleisch von einem Tier drin sein, es kann ja auch gemischtes Fleisch geben, Huhn-Rind zum Beispiel. Man kann sich sicherlich auch vegetarische Schaummasse ausdenken, damit auch diejenigen mal nagen können, die das eigentlich aus ethischen Gründen ablehnen.
Das wäre dann herzhaftes nagen!
Man könnte sich auch komplett neue Tiere ausdenken, deren Skelette man dann entwerfen und mit Schaumfleisch besprühen könnte, dann hätte man kein Problem mehr damit, dass die Tiere leiden mussten. "Für dieses halbe Moogawi musste kein Moogawi sein Leben lassen".
Dann wäre es auch ziemlich egal, welches Fleisch man da reinmacht.
Ganz wichtig ist es natürlich, dass die Knochen und Skelette total cool aussehen. Damit steht und fällt die ganze Geschichte.
Deswegen müssen sie auch aus Edelstahl sein.
Damit sind wir aber auch schon an dem Punkt angekommen, warum die Sache nicht funktionieren wird: Edelstahl.
Die Herstellung der Skelette wird sehr teuer und natürlich würden die Skelette geklaut, wie blöd, weil sie einfach so killercool sind. Das reisst tiefe Löcher in die Finanzen.
Auf der anderen Seite werden die Edelstahlknochen beim Frittieren derartig heiss, dass sich jeder zuerst die Hände und dann den Mund verbrennt. Das wird in den USA zu einer Klagewelle führen, die die Welt noch nicht gesehen hat.
Aber es muss Edelstahl sein. Eine Alternative wäre Silikon. Aber wer will schon sein Fleisch von Silikon runternagen? Silikon ist unsexy. In jeder Form.
Tja, wird wohl nichts mit der schönen Idee. Schade eigentlich.

Posted by banana at 07:35 EM | Comments (42)
Februar 27, 2005
Es kommt die Zeit, da will man in die Fremde

Ich will keinen Polizeiruf 110! Ich will Tatort. Die Kommissarin bei Polizeiruf 110 ist mir unsympathisch. Cool ist aber Anna Thalbach, die genau so aussieht, wie ihre Mutter und auch genau so spricht.
Sonst fällt mir heute nichts ein und wenn einem nichts einfällt, dann hat es überhaupt keinen Sinn, zu versuchen, etwas zu schreiben. Man sitzt dann da und zermartert sich das Gehirn, was man den schreiben könnte, aber eigentlich weiss man schon, dass einem nichts einfallen wird. Das ist so eine Art self-fulfilling proficiency, wie einer meine ehemailgen Scheffs zu sagen pflegte.
Hat man dann einen Einfall, so weiss man, dass es nur einer dieser zweitklassigen, erzwungenen Einfälle ist, die nicht so richtig funktionieren werden und man beginnt nur äusserst halbärschig zu schreiben, weil man weiss, dass man die Sosse nach ein paar Absätzen ohnehin wieder löschen wird.
Ich setze mich für gewöhnlich dann in mein Auto und fahre einige Runden durch den Wald. Ich habe an meinem Rückspiegel nämlich so einen praktischen Dreamcatcher. Wenn ich dann so fahre, dann catcht er für mich alle Dreams aus der Luft, die vor mir nicht schon von anderen Fahrzeugen mit Dreamcatcher gecatcht worden sind und konserviert sie zuverlässig in seinem Inneren.
Wieder zu Hause angekommen, lege ich den Dreamcatcher dann in eine Alkohollösung ein, die ich dann trinke und schon habe ich frischgecatchten Dreams in meinem Kopf.
Leider funktioniert das auch nicht mehr so gut, denn es gibt mittlerweile sehr viele Fahrzeuge, die über einen Dreamcatcher verfügen und so bleibt das Netz oft leer. Leider kann man dann keine zweite Runde drehen, weil man durch den Genuß der alkoholischen Lösung schon so betüdelt ist, dass man in Konflikt mit dem Gesetz oder sogar mit anderen Verkehrsteilnehmern gelangen würde.
Sowas macht mich wütend! Ich lechze nach Schreibestoff und andere schnappen mit die Dreams vor der Nase weg. Die hängen dann fest in irgendwelchen Dreamcatchern, die wahrscheinlich sogar nie in alkoholische Lösungen gelegt werden. So vergammeln die Dreams dann und sind für immer unbrauchbar.
Aber eigentlich ist auch das nicht schlimm, weil viele der Dreams, die man so catcht derartig gewöhnlich, trivial und deprimierend sind, dass man sich wünscht, man könnte sie wieder freilassen, damit sie noch etwas sähen von der Welt.
Und was mache ich? Ich sitze hier auf der Kommandocouch und weiss nicht, was ich schreiben soll.
Es ist zum Heulen.

Posted by banana at 09:35 EM | Comments (36)
Februar 23, 2005
This is the greates moment of my teenage life

non scholae, sed vitae discimus. Ist das wirklich so?
Ich erinnerte mich heute an meine Zeit in der Grundschule. In einem Schuljahr konnten wir wählen, ob wir zwischen Werken und Handarbeit wählen. Was das bedeutete, war natürlich klar: Die Jungs wählten Werken und die Mädchen wählten Handarbeit. Werken war eigentlich cooler, denn dann durfte man in den Werkkeller, in den man sonst nie durfte. Dort gab es grobe Werkbänke, an denen man sich ganz prima Splitter in die Hände reissen konnte und es gab diverse Werkzeuge hinter Glas. Besonders hatte ich es auf eine bestimmte Art Hammer abgesehen, die auf der einen Seite eine Halbkugel und auf der anderen Seite eine platte Scheibe aufwies. Leider durften wir nie mit diesen Hämmern hammern und ich wage zu behaupten, dass niemals ein armer Schüler mit diesen Hämmern hammern durfte. Wahrscheinlich waren das Paradehammer, die nur ausgepackt werden durften, wenn der Kultusminister zu Besuch kam.
Im ersten Halbjahr entschied ich mich geschlechtsgemäss für das Werken. Ich habe ja bereits zugegeben, dass die Paradehämmer diese Entscheidung mitgetragen haben. Lediglich der Werkunterricht war reichlich fade. Zuerst beklebten wir Luftbalons mit Zeitungsschnipseln, die wir in Tapetenkleister getunkt hatten, um dann später zu behaupten, dass das ein Sparschwein sei (meins hiess übrigens Tobèan Elektrietzian, weil das ziemlich ähnliche Schwein, das mein Bruder fünf Jahre zuvor im Werkunterricht gebaut hatte, Tobé Agrozzer hiess). Später brannten wir dann Waldweise Steichhölzer ab, um daraus kleine Hauschen zu bauen, die niemal fertig geworden sind. Die Highlights des Werkunterichts waren eindeutig das Anhimmeln der Paradehämmer und das abfackeln ganzer Steichholzschachteln, leider immer unter Aufsicht der Lehrerin.
Nach Ablauf des Halbjahres zog ich es ernsthaft in Betracht, das Handarbeiten anstatt das Werken zu wählen und erntete natürlich nur Spott von meinen männlichen Mitschülern. Die Mädchen sagten nichts, aber freuten sich insgeheim, weil sie natürlich alle komplett scharf auf mich waren.
Als ich dann im zweiten Halbjahr in meiner ersten Handarbeitsstunde saß, da spotteten meine Mitschüler nicht mehr, denn ich war nicht der einzige Junge, der dort saß. Schon damals widerte mich dieses elende Mitläufertum total an. Auch machten sie mir alles nach. Sie behaupteten genau wie ich, dass das ja wohl kein Werken sei, sondern allenfalls Basteln. Werken hat mit Metall zu tun, mit Hämmern (zum Beispiel Paradehämmern) und mit Holzstücken, die größer waren, als ein Streichholz.
So saß ich also im Werkunterricht mit ein paar erröteten Kumpels, ein paar kichernden Mädchen und einer Lehrerin, die nicht so recht wußte, wie sie mit der Situation umgehen wollte. Waren wir ernsthaft interessiert am Handarbeiten? Waren wir hier, um rumzustänkern oder waren wir total scharf auf die Mädels?
In meinem Fall war es keines der drei Dinge. Ich wollte nur mal wieder alles anders machen, als alle anderen.
So stickten wir zunächst ein Lesezeichen, wahrscheinlich weil es einfach war und dank der stumpfen Nadel auch der Gesundheit nicht abträglich. Wer weiß, was sich Schüler gegenseitig mit Zirkeln antun, der weiß eine stumpfe Nadel zu schätzen.
Das Lesezeichen war bald fertig und ich benutzte es sogar ein paar Monate lang. Dann ging es irgendwie verloren, was kein Wunder ist, denn es gibt ja nicht viele sinnlosere Dinge, als Dinge, die ausschliesslich ein Lesezeichen sein. Als Lesezeichen nimmt man das erstbeste, was man in die Finger bekommt. Manchmal ernte ich pikierte Blicke, wenn ich Bücher verleihe, in denen ein Blatt Klopapier als Lesezeichen steckt, aber ich weiß absolut gar nicht, was daran auszusetzen ist!
Später stellten wir dann einen richtigen Turnbeutel her. Wir schnitten den Stoff, nähten ihn zusammen, zwirbelten die Kordel und bestickten das ganze auch noch mit unserem Namen (oh, wie neidisch war ich damals auf Eva, Ulf und Uwe) und einem Ball.
Den Turnbeutel konnte man tatsächlich als Turnbeutel benutzen und das tat ich mit gewissem Stolz so lange, bis er aus Coolness-Gründen nicht mehr tragfähig war.
Gegen Ende des Halbjahres mussten wir dann eine Sache lernen, ich im Leben hoffentlich nie brauchen werde: Das Stopfen von Strümpfen.
Bei Strümpfen verfolge ich konsequent zwei Grundsätze: Sie müssen billig sein und die müssen schwarz sein. Bisher habe bei der Befolgung dieser Grundsätze kein schlechten Erfahrungen gemacht.
Schwarz müssen die Strümpfe sein, weil schwarz einfach die einzige akzeptabele Farbe für Strümpfe ist und billig müssen sie sein, damit ich sie bei dem geringsten Anzeichen von Schwäche ohne das geringste Anzeichen von Reue wegschmeissen kann. So einfach ist das. Sockenstopfen? My Ass!
Ein Stopfei sollten wir mitbringen und natürlich einen kaputten Strumpf und Stopfgarn, farblich passend zum Strumpf, für die männlichen Anfänger auch gerne in einer Kontrast- oder Komplementärfarbe.
Da fingen die Schwierigkeiten an. Ein Stopfpilz war aufzutreiben, Stopfgarn auch, aber natürlich kein kaputter Strumpf. Was war das denn auch für eine Anforderung? Welche Mutter eines oder mehrerer schulpflichtiger Kinder hat den bitteschön einen kaputten Strumpf zu Hause? Natürlich keine! Uns selbst wenn, dann würde sie lieber einen intakten Strumpf in einen des Stopfens bedürftigen Strumpf verwandeln, als ihrem Kind ein löchriges Familienerbstück mitzugeben.
So sassen wir dann im Klassenzimmer und stachen auf unsere fabrikneuen und löchrichen Strümpfe ein. Als Stopfen konnte man das allerdings nicht Bezeichnen. Als wir mit den Strümpfen fertig waren, hatten sie alle ander geflickten Stelle eine ziemliche Anhäufung von Stopfgarn, die beim Tragen des Strumpfes in kürzester Zeit zu schmerzhafter Blasenbildung geführt hätte. Schlimm war das aber nicht, denn ich denke, die Kunst des Strümpfestopfens ist eine aussterbende Kunst.

Posted by banana at 06:39 EM | Comments (44)
Februar 22, 2005
Even my skin is acting weird

Ganz früher hätte ich es schön gefunden, wenn ich in einer Punkband hätte spielen können, die "Altglas" geheissen hätte. Tatsächlich spielte ich in einer Band, aber es war keine Punkband. Eine feste Musikrichtung hatten wir nicht, denn jedes Bandmitglied versuchte, die musikalische Identität der Band in eine andere Richtung zu schieben. Den Namen Altglas fanden außer mir alle Kacke.
Später hätte ich dann gerne in einer Band gespielt, die M.T. Bottles geheissen hätte, aber den Namen fanden auch alle Kacke. Den Namen "Schwebende Lasten", den ich wieder etwas später vorschlug, fanden auch alle Kacke. Danach hörte ich auf, mir Namen für Bands auszudenken.
Heute fände ich es ziemlich töfte, denn es so eine Öko-Metal Band mit ehrlichen deutschen Texten gäbe, die "Mittelstrahl" heissen würde. Aber wahrscheinlich wird auch diesem, meinen, Wunsch wieder nicht entsprochen.
Morgen kommt der Präsident nach Mainz. Einige Viele Menschen werden deswegen verspätet oder gar nicht zur Arbeit kommen, viele müssen diesen Tag frei nehmen, viele dürfen müssen zu Hause bleiben und müssen dafür den Tag an einem Samstag nacharbeiten, einige Schulen bleiben geschlossen, was für die erwerbstägigen Eltern die Konsequenz hat, dass sie auch frei nehmen müssen, damit das Blag zu Hause nicht die ganze Wohnung auf den Kopf stellt und so weiter. Menschen müssen ihre Mülltonnen von der Strasse entfernen, müssen ihre Garagen entweder leer räumen oder versiegeln lassen, dürfen nicht aus dem Haus, dürfen nicht auf den Balkon und überall, wo der Präsident eventuell vorbeifährt, werden die Kanaldeckel zugeschweisst.
Tja, ich würde mal sagen, alle arabisch aussehenden Menschen, die morgen oder am Donnerstag mit Kopfschmerzen zum Arzt oder ins Krankenhaus kommen, die werden direkt nach Guantanamo Bay weitergeleitet. Man wird ihnen nämlich unterstellen, dass sie aus einem Kanaldeckel hervorspringen wollten, aber, weil dieser zugeschweisst war, sich diese Verletzung zugezogen haben. Man weiss ja schon länger, warum die Araber immer mit Turbanen rumlaufen! Damit sie sich beim Ausdemkanaldeckelspringen nicht die Rübe einrammen.

Posted by banana at 06:28 EM | Comments (42)
Februar 21, 2005
Ich hab meinen Moralischen

Ich bin nicht besonders ordentlich und nicht besonders reinlich, aber wenn ich mir am Ende eines Arbeitstages so die Küche im Büro ansehe, dann frage ich mich, wie es wohl bei den Leuten zu Hause aussieht.
Der Boden ist voll mit Kaffeeflecken, die Arbeitsplatte ist auch voller Kaffee, Tee, Zucker und Milch und auf dem Deckel des Mülleimers zeichnen sich gut sichtbar braune Streifen ab und ich hoffe, dass da nur jemand einen gebrauchten Kaffeefilter reichlich bescheuert eingeworfen hat.
So schlimm sieht es bei mir zu Hause nicht aus. Solche Leute möchte ich gar nicht kennen, die den Tag über den Ort in dem sie sich etwas zu Trinken bereiten in einen solchen Zustand versetzen. Wirklich eklig ist das.
Wie? Was? Zu Hause machen das die Leute gar nicht so und im Büro machen sie das nur, weil sie der Meinung sind, dass das ja die Putzfrau wegmachen kann? Nein, das kann ich mir nicht vorstellen.

Posted by banana at 09:48 EM | Comments (15)
Februar 20, 2005
Dön't mention the war!

Interessant! Eine Glaswaage mit Körperfett- und Wasseranalyse im Sonderangebot. Ich habe zwar schon eine Waage, aber die macht weder Fett- noch Wasseranalyse. Schauen wir uns das Ding mal näher an. Die Tragkraft beträgt maximal 160kg. Das sollte für mich ausreichen. Was passiert eigentlich, wenn die maximale Tragkraft einer Glaswaage überschritten wird? Hört sie dann einfach auf zu wiegen oder springt das Glas in tausend Teile, bohrt sich in die Fussohlen und so weiter? Das würde bedeuten, dass man eine solche Waage niemals barfuss betreten sollte, wenn das Gewicht so um die 160 Kilo herum pendelt. Ob man das Geld zurückbekommt, wenn man so ein Ding in Scherben gewogen hat, das ist noch eine ganz andere Frage.
Das Gerät verfügt über eine Speicherfunktion für bis zu 12 Personen. Aha! Auch an die größere Familie wurde hier gedacht. Grade bei derart großen Familien ist eine Gewichtskontrolle wichtig, denn vielleicht reicht es nicht für alle und da ist eine Waage ein wertvolles Werkzeug bei der Priorisierung.
Seine Körpergrösse muß man offensichtlich auch angeben. Diese darf zwischen 110 und 220 cm liegen. Laut Prospekt muß das Alter der sich wiegenden Personen zwischen 20 und 90 Jahren liegen.
Da wird die Sache aber etwas merkwürdig. Eine Großfamilie mit 12 Mitgliedern, von denen keines jünger als 20 Jahre und keines älter als 90 sein darf? Das erscheint mir doch etwas unrealistisch. Die Tatsache, dass die Familie auch aus 110cm kleinen Zwergen bestehen kann, reisst die Sache auch nicht wirklich raus. Obwohl - wenn man nachrechnet, dann wird das ganze doch plausibel.
Nehmen wir an, dass die Mutter bei der Geburt des ersten Kindes 16 Jahre alt ist. Das Alter des Vaters spielt keine Rolle, aber von mir aus kann er 18 sein. Nehmen wir weiter an, dass die Mutter jedes Jahr ein Kind bekommt. Dann hat die Familie die von der Waage zu verwaltende Maximalgrösse von 12 Personen nach 10 Jahren erreicht. Die Mutter ist dann 26 Jahre alt, der Vater 28. Nach weiteren 30 Jahren hat dann auch das jüngste Familienmitglied das Mindestalter von 20 Jahren erreicht. Die Mutter ist dann 56, der Vater 58. Der Familie bleiben also noch 32 glückliche, fett- und wasseranalysierte Jahre. Selbst, wenn die Mutter nur alle zwei Jahre ein Kind bekommt, so ist die mögliche Wiegedauer noch länger, als die Waage wahrscheinlich überleben wird.
Die Waage zeigt den Körperwasseranteil in einem Bereich von 25% bis 75% an. Einen Menschen, dessen Körperwasseranteil bei 25% liegt, möchte ich gerne mal sehen. Wahrscheinlich kann mit der Waage auch Ötzi oder Dörrobst gewogen werden.

Posted by banana at 08:15 EM | Comments (21)
Februar 17, 2005
Themeneintrag: Steine

Was denkt sich der Stein, der am Boden des Sees liegt?
Er denkt "Ich bin ein Stein, ich liege auf dem Boden des Sees. Es hätte schlimmer sein können. Gestern zum Beispiel habe ich diese Kaulquappe gesehen. Ich habe sie beim Spielen beobachtet und kurz darauf ist sie von einem Gelbrandkäfer erwischt worden. Er hat sich in die verbissen, sein zersetzendes Sekret in sie gespritzt und hat sie dann ausgelutscht, wie ein Wassereis. Was hat sie nun gehabt von ihrem kurzen Leben? Nichts. Sie hat noch nichteinmal gewusst, wie es ist, wenn man Beine hat. Dann bin ich doch lieber ein Stein und liege auf dem Boden des Sees. Dabei ist es verdammt langweilig, so als Stein. Nichts passiert. Wer soll mich auch besuchen kommen? Ich bin ja nur ein Stein. Ich habe eigentlich gar keine Freunde, keine Verwandten und keine Eltern. Ab und zu sehe ich, wie ein anderer Stein ins Wasser fällt und dann auf den Boden des Sees heruntergleitet. Kinder haben ihn wohl in den See geworfen. Vielleicht waren es auch Verliebte. Egal. Ich habe kein Mitleid mit ihnen. Warum soll es ihnen besser gehen, als mir? Recht geschieht es ihnen."
Ja, das denkt ein Stein, der am Boden des Sees liegt.
Steine haben keine Lobby, Steine haben auch kein Hobby.
Steine sind bewegungsarm, Steinen haben kühlen Charme.
Steine liegen einfach da, praktisch keine Fluchtgefahr.
Steine kann man prima treten, Steine schärften die Macheten.
Steine zündeten den Schuß, Ytongstein, der Luftikuss.
So, das war der Themeneintrag "Steine".

Posted by banana at 07:36 EM | Comments (50)
Februar 16, 2005
Das weiss sie ganz genau. Miau.

Heute ist es mal wieder Zeit für einen Focustest. Der Focus fragt mich, ob ich den Winterblues habe.
Frage 1: Wie geht es Ihnen beim Aufstehen?

1) Ich fühle mich fast immer fit und ausgeruht.
2) Jetzt im Winter dauert es meist etwas länger, bis ich richtig wach bin.
3)Ich fühle mich fast jeden Morgen total zerschlagen und k.o.

Meine Wunschantwort (Ich bin morgens noch so betäubt, dass ich erst zwei Stunden später mitbekommen, dass ich aufgestanden bin) fehlt mal wieder. Ich wähle Antwort 3 aus.

Frage 2:
Müssen Sie tagsüber häufiger gähnen? Fühlen Sie sich schlapp?

Mögliche Antworten:
1) Ja, ich gähne oft den ganzen Tag lang.

2) Nein, ich gähne nicht häufiger als sonst.

3) Mal so, mal so

Hier passt Antwort 3, wie die Faust aufs Auge. Manchmal komme ich nämlich gar nicht zum gähnen und manchmal gähne ich oft den ganzen Tag lang.

Frage 3:
Wie lange schlafen Sie?
Antworten:
1) Deutlich mehr als acht Stunden pro Nacht – und trotzdem bin ich ständig müde.

2) Acht Stunden oder weniger.

3) Mal so, mal so

Antwort 3 scheint meine Standardantwort zu sein. Wenn man erst um drei ins Bett geht und um 8 aufstehen muss, dann sind das nunmal leider nur 5 Stunden, obwohl ich locker 10 Stunden knacken könnte. Für wen ist der Test gedacht? Für Arbeitslose, Hausfrauen, Studenten und Rentner?!

Frage 4:
Wie unternehmenslustig sind Sie zurzeit?
1) Der Winter ist ideal, um Freunde zu treffen. Ich bin fast jeden Abend und auch am Wochenende unterwegs.

2) Ich verbringe die langen Winterabende auch mal ganz gern allein zu Hause mit einem guten Buch oder vor dem Fernseher.

3) Ich bin abends regelmäßig so müde und kaputt, dass ich früh schlafen gehe. Für Unternehmungen fehlt mir momentan die Energie.

Da passt mal wieder keine Antwort. So ein Ärger. Meine Antwort hiesse: Ich verbringe alle Abende auch mal ganz allein zu Hause vor mit einer guten Flasche Bier vor dem Fernseher. Ausserdem bin ich abends regelmäßig so müde und kaputt, dass ich spät schlafen gehe, weil ich so ab Mitternacht wieder putzmunter bin.
Ich entscheide mich für Antwort 3, rein aus Gewohnheit.

Frage 5:
Wie oft essen Sie Obst und Gemüse?
Antworten:
1) Mehrmals täglich, denn Vitamine halten mich fit
2) Mehrmals pro Woche
3) Seltener

Die Frage ist ja wohl schlecht formuliert. Obst und Gemüse? Was ist das denn für eine Kombination?! Rein aus Trotz wähle ich Antwort 3. Die wollen mich wohl verarschen.

Frage 6:
Haben Sie häufig Heißhunger auf Süßigkeiten, etwa Schokolade, oder auf Kohlenhydrate, zum Beispiel Nudeln?

1) Ja, das passiert mir in letzter Zeit häufiger.
2) Nein, ich habe keine Heißhungerattacken.
3) Ab und zu ein Stück Schokolade – das muss sein!

Ich bin ja im Kollegenkreis dafür bekannt, dass ich durch die Gänge streife und ständig "Ich habe so einen gottverdammten Heißhunger auf Kohlehydrate" vor mich hinmurmele. Spaß beiseite. Hier trifft ausnahmsweise mal Antwort 2 zu.

Frage 7:
Treiben Sie Sport?
Antworten:
1) Mindestens dreimal pro Woche
2) Ein- oder zweimal pro Woche
3) Ich treibe keinen Sport oder bewege mich seltener.

Hm. Da nehme ich auch mal Antwort 2. Obwohl die eigentlich erst seit Montag stimmt.

Frage 8:
Wie oft gehen Sie an die frische Luft?
1) So oft es geht – mit der passenden Kleidung kann man bei jedem Wetter raus.
2) Wenn die Sonne scheint, mache ich gern einen Spaziergang.
3) Rausgehen? Bei Kälte, Regen oder Schnee bleibe ich lieber drinnen!

Auch hier wieder: Denkbar ungeeignet formuliert. Ich wähle Antwort 1, denn ich gehe tatsächlich so oft es geht raus. Aber es geht halt einfach so gut, wie nie. Es geht einfach nicht.

Frage 9:
Sind Sie im Winter oft erkältet?
1) Eigentlich nicht, mein Immunsystem ist topfit.
2) Ich bin ab und zu verschnupft, bleibe aber von größeren Krankheiten meist verschont.
3) Ich fühle mich ständig leicht erkältet und k.o. Die nächste Grippe kommt bestimmt!

Gelangweilt wähle ich Antwort 1.

Frage 10:
Wie empfinden Sie den Winter allgemein?
1) Ich liebe Schnee und treibe sehr gern Wintersport - der Winter ist eine tolle Jahreszeit.

2) Ich mag es gar nicht, wenn es kalt und nass ist. Am liebsten würde ich sofort in den Süden jetten!

3) Jede Jahreszeit hat Vor- und Nachteile.

Da wähle ich doch die 3, denn mit der 3 ist man dabei. Und in der Tat hat jede Jahreszeit Vor- und Nachteile. Die Vorteile des Winter fallen mir grade nicht ein, dafür aber die Nachteile des Sommers: In Der Wohnung ist es zu warm, man kann keine Heizlüfter mehr anmachen.

Klicker-di-klack! Ich bin ein Winter-Normalo. Genau das wollte ich hören. Ich bin froh ein Normalo zu sein, denn ich bin im wahren Leben derart unnormal, dass ich mich immer freue, wenn ich zur grossen Masse gehöre.

Posted by banana at 11:06 EM | Comments (19)
Februar 15, 2005
Man kann doch auch in Magen hau'n

Eigentlich ist es wirklich schade, wie es in der Lindenstrasse gelaufen ist. Die 1000te Folge sollte etwas Besonderes werden. Der Spannungsbogen wurde auch schön aufgebaut: Olaf Kling schwor sich, Anna, Nina, Gaby und Mary umzubringen! Er wollte ihnen während der Hochzeit von Iffi und Jan das Lebenslicht ausknipsen. Im Wald trainierte er sogar mit seinem Gewehr.
Das klang ja schonmal nicht schlecht!
Aber ich war von Anfang an mißtrauisch. Das war doch die Lindenstrasse, nicht irgendein Kriminalfilm, Spaghettiwestern oder Räuberpistole. Das war die Lindenstrasse, da kann doch ein Mann nicht einfach so vier Frauen erschiessen, das wäre ja so, als würde könnte man in Deutschland irgendwann seine Bierdosen einfach überall abgeben oder als ob das Mautsystem funktionieren würde. Das geht doch nicht!
Das würde den Verlust von gleich vier Schauspielerinnen auf einmal bedeuten. Obwohl - die Gaby ist dank Gehörlosigkeit sowieso schon an die Wand geschrieben, Mary ist in Berlin, Anna hatte mit der Affaire mit ihrem Chef ihre 15 Minutes of fame und Nina hatte nämliche, als sie die Probleme mit ihren Kollegen hatte. Wirklich schlimm wäre es also nicht geworden.
Ich hätte mir das durchaus vorstellen können, so zum Jubiläum ein Blutbad in der Lindenstrasse. Ich hatte auch schon überlegt, wer denn sterben könnte und wer nicht, denn Olaf hätte es sicherlich nicht geschafft, alle vier auszuknipsen. In diesen Fernsehsendungen bestimmt ja oft der Wunsch der Schauspieler die Handlung. Will jemand aussteigen, so schreibt man ihn aus der Serie. Entweder klassisch, durch Exitus oder irgendwie so, dass der Herr oder die Dame unter Umständen wieder zurückkehren kann. Marion Beimer ist ja so ein Beispiel. Sie ging nach Paris zum Studieren und kam dann wieder zurück. Komischerweise sieht sie nach dem Studium komplett anders aus, aber das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn die Franzosen essen ja durchaus merkwürdige Dinge.
Ich hätte mich also nicht gewundert, wenn zum Beispiel Mary und Anna gestorben wären, weil die beiden Schauspielerinnen keine Lust mehr auf die Lindenstrasse haben. Wobei der Tod von Anna sehr schlimm gewesen wäre. Zum einen weil es für Irene Fischer bestimmt nicht ganz einfach wäre, neue Engagements zu finden, weil sie schon so lange bei der Lindenstrasse dabei ist und zum anderen, weil die schauspielerische Darstellung von Hans Trauer nur im Vollsuff zu ertragen wäre und das macht die beste Leber auf die Dauer nicht mit.
Olaf bereitet also alles vor, er schreibt einen Abschiedsbrief und begibt sich in Ines Wohnung, weil er da die beste Schußposition hat.
Der Zeitpunkt des Massakers kommt immer näher und näher. Wie viele Schüsse fallen? Wie viele unschuldige Menschen müssen sterben?
Die Antwort auf beide Fragen lautet: Null.
Das wäre ja noch schöner! Da kann doch nicht jeder dahergelaufene Brezenverkäufer einfach so in der Lindenstrasse rumballern!
Ines entdeckt Olafs Brief und dann Olaf, will flüchten und stürzt sich dabei ins Koma.
Das war wohl nichts mit dem großen Knall in der Lindenstrasse, nach dem nichts mehr so ist wie es war. Eigentlich ist alles, wie vorher, nur Ines liegt im Koma.
Wie wird es wohl weitergehen? Wird Ines aufwachen und Olaf verpfeiffen, der dann hinter Schloß und Riegel kommt, so wie es sich gehört? Wird Ines aufwachen und Olaf verpfeiffen, Olaf wird aber alles abstreiten und dann steht Aussage gegen Aussage? Olafs Ruf ist sowieso schon im Arsch, also wird das auch nicht mehr viel ändern. Wird Ines aufwachen und unter Gedächtnisverlust leiden? Sich an nichtmehr erinnern können und alles wird so weiterlaufen, wie zuvor.
Ja, ich denke, so wird es sein.

Posted by banana at 06:41 EM | Comments (27)
Februar 14, 2005
Guilty feet have got no rhythm

Ich weiss ja nicht, was an der Stille so verkehrt ist. Stille ist doch eigentlich ok. Kein Geräusch, nur Stille. Mich beruhigt die Stille. Trotzdem kommen die meisten Leute nicht mit der Stille klar. Sie tun alles, um die Stille zu vertreiben. Manche Leute machen den Fernseher an, manche Leute machen Musik an, manche Leute reden einfach. Reden, reden, reden, reden. Hauptsache, die Stille ist beseitigt, Inhalte sind da nicht so wichtig. Vielleicht machen sie das, damit sie nicht nachdenken müssen.
Jemand, der in einer relativ stillen Umgebung aufgewachsen ist und noch lebt, hat die Angewohnheit, den Menschen zuzuhören, wenn sie etwas sagen. Trifft dieser jemand dann auf Menschen, die nur zur Stillebeseitigung reden, dann führt das zu Mißverständnissen, denn der stille Mensch versucht tatsächlich einen Sinn hinter den Worten des Stillehassers zu finden, obwohl dieser lediglich bemüht ist, die unangenehme Stille zu verdrängen, so wie wenn ein Kind im dunklen Keller mit einer Taschenlampe rumfuchtelt. Während der Stille aber noch sucht, schiebt der Stillehasser unablässig neue Worte hinterher und die Angelegen entwickelt sich zum Wettlauf zwischen Hase und Igel, obwohl es beide eigentlich nicht schlecht gemeint haben und nur ihrer Gewohnheit gefolgt sind.
Der Stillehasser fragt sich dann, warum sich sein Gegenüber nicht daran beteiligt, die Stille umzubringen, damit er selbst wenigstens mal dazu kommt, den Atem auf ein normales Niveau zu reduzieren, jedoch wird der Stille nichts sagen, denn er verzweifelt gerade daran, den ihm vor die Füsse gekotzen Wortbreit auseinanderzusortieren.
Manchmal treffen auch zwei Stillehasser aufeinander und das ist dann auch gut, denn sie hören sich gegenseitig nicht zu und sind glücklich dabei. Wenn sie dann zwanzig Jahre verheiratet sind, dann haben sie selbst vergessen, dass sie eigentlich nur reden, um zu vertuschen, dass sie sich nichts zu sagen haben. Wenn ich dann am der Kasse im Supermarkt hinter solch einem Paar stehe, dann kann ich es gar nicht fassen. Dann bin ich froh, wenn ich wieder zu Hause bin, zu Hause im Meer der Ruhe, in bester Lage auf dem Mond, wo die Grundstückspreise noch realistisch sind.
Als ich mir den Laufplan für Laufanfänger ausdruckte, da grinste ich etwas in mich hinein. In der ersten Woche zwei Minuten laufen, dann zwei Minuten gehen und das ganze viermal wiederholen. Lächerlich. Das haben sie bestimmt für dreizentrige Kettenraucher aufgenommen, damit die sich am Anfang nicht so diskiminiert fühlen, so dachte ich.
Als ich aber vorhin mit pfeiffender Lunge das Ende der dritten zweiminütigen Laufphase herbeisehnte, da fand ich das gar nicht mehr so lustig. Aber nun packe ich den Stier bei den Hörnern! Ich werde regelmässig joggen, auch wenn ich schon jetzt vor der Verlängerung der Laufphasen in der dritten Woche von zwei auf drei Minuten etwas Angst habe. Allein die fiese Waage im Bad ist Motivation genug.

Posted by banana at 08:51 EM | Comments (31)
Februar 13, 2005
Und am Ende ein ganzer Sommer

Meine Fresse, da hat der Herr Raab aber eine blitzsaubere Veranstaltung abgeliefert. Das Zusehen hat Spaß gemacht und ich hinterher erwischte ich mich dabei, wie ich mir wünschte, dass der Bundesvision Songcontest auch im nächsten Jahr und im Jahr dannach und im Jahr dannach stattfinden wird.
Die Künstler waren durch die Bank gut, auch wenn ich den einen besser, die anderen schlechter, die nächsten zum Kotzen und die einen als billige Wir Sind Helden Kopie empfunden habe. Das geht aber in Ordnung, denn es kann einem nicht alles gefallen auf der Welt und ohne Schwarz gäbe es kein Weiss und ohne Fleiß gäbe es keinen Preis.
Viele halten Herrn Raab für einen Idioten. Ich denke, man kann ihn mögen, oder auch nicht, aber was er auf die Beine stellt, das hat Hand und Fuß, das wird erfolgreich und zumindest ich schaue es mir gerne an. Gut, Herr Raab mach Blödsinn, Nonsense, Humor unter der Gürtellinie und so weiter. Wer glaubt, dass guter Blödsinn leichter zu machen ist, als gute ernste Unterhaltung, der sollte bitte bei der ernsten Unterhaltung bleiben und weiter ernst und pikiert auf die Bühne blicken, wenn Gerhard Polt bei Wetten, dass auftritt. Dann bleibt die Welt in Ordnung.
Ich kann mir auf jeden Fall denken, dass sich jeder Künstler, der eine Teilnahme an dem Wettbewerb nicht in Betracht gezogen hat, sich heute ordentlich in der Arsch beisst. Was man da gestern gesehen hat, dass war gut für die Musik, gut für die deutschsprachige Musik, gut fürs Publikum und etwas, was die Musikindustrie bis jetzt nicht auf die Beine stellen konnte. Vielleicht haben sie es nicht geschafft, vielleicht hatten sie auch nicht die Idee dazu. Wie dem auch sei, ich hoffe, dass es in der nächsten Zeit keine Kopien von der Veranstaltung geben wird, so wie im Fernsehen alles kopiert wird. Allerdings ist die Sorge nur klein, denn Formate, die Herr Raab auf die Beine stellt, werden in der Regel nicht kopiert. Vielleicht wissen die Macher, dass sie nur schlecht aussehen können.
Für mich war es auf jeden Fall ein schöner Fernsehabend. Das Ergebnis geht für mich auch in Ordnung. Hessen sind nunmal die Besten. Das wurde gestern Abend nur wiedermal bestätigt.
Ansonsten mache ich mir etwas Sorgen, weil die Frisur von Condoleezza Rice in der Silhouette wie ein Atompilz aussieht. Aber das muß ja nichts bedeuten.

Posted by banana at 08:17 EM | Comments (45)
Februar 10, 2005
I believe in Milka, where you're from?

Digitaluhren waren damals schon der absolute Oberhammer. Die erste Digitaluhr, die ich sah, war golden, gross, baumelte vom Handgelenk des Vaters meines Kumpels und zeigte die Uhrzeit nur auf Wunsch an. Dann aber in leuchtenden roten Zahlen. Sie muss ein Vermögen gekostet haben.
Nun waren diese Dinger nicht wirklich Praktisch, aber sie waren super zum angeben. Natürlich wollte ich auch eine haben, aber meine Eltern waren nicht bereit, mir so ein Ding für meine Kindergarteneinsätze zu kaufen. Ich war sehr enttäuscht.
Später gab es dann Digitaluhren, die dank der LCD Technik die Uhrzeit immer anzeigten und nicht nur, wenn man auf ein Knöpfchen drückte. Die Batterien dieser Dinger hielten sogar über ein Jahr und nicht nur ein paar Monate, wie die der Time-on-demand Versionen.
Die Digitaluhren wurden immer billiger und bekamen immer neue, immer unglaublichere Funktionen. Zuerst wurde nicht nur Stunden und Minuten, sondern auch die Sekunden angezeigt, später noch Monate, Tage und Wochentage. Digitaluhren konnten zu bestimmten Zeiten piepsen, zum Beispiel um deren Besitzer am Morgen zu wecken oder um Lehrer zu jeder vollen Stunde in den Wahnsinn zu treiben. Viele Digitaluhren verfügten sogar über mehrere Alarmzeiten, die sie auch gerne mit unterschiedlichen Melodien ankündigten. Die Melodien klangen damals schon zu beschissen, wie Handyklingeltöne, allerdings konnte man sie noch nicht aus dem Internet runterladen.
Natürlich verfügten Digitaluhren auch über Stopuhren. Zu diesem Zeitpunkt beschränkte sich sich der Trägerkreis von Digitaluhren allerdings schon auf solche Personen, die noch nie im Leben eine Stopuhr gebraucht haben.
Darauf kam es aber auch gar nicht an! Es kam auf zwei Dinge an: Die Digitaluhr mußte in ihrem Display möglichst viel darstellen und die Digitaluhr musste möglichst viele Knöpfe zum drücken haben.
Auf diese beiden Anforderungen reagierte die Digitaluhrenindustrie mit einem genialen Schachzug: Den Digitaluhren mit eingebautem Taschenrechner!
Das waren Supercomputer am Handgelenk! Wenn man entsprechend gute Zähne für das Auslösen der seitlichen Knöpfe und entsprechend dünne Finger für das Drücken der Knöpfe an der Oberseite der Uhr hatte, dann war man in der Lage, Kalkulationen in allen vier Grundrechenarten durchzuführen! Man musste keinen extra Taschenrechner mehr mit sich herumschleppen. Das war wahnsinnig praktisch und wahnsinnig sinnlos, wiederum war es so, dass die Träger der Taschenrechneruhren Angeber waren, die nie rechneten oder ohnehin einen Taschenrechner im Arsenal hatten, der so viele Knöpfe hatte, wie man gar nicht drücken konnte und so viele Stellen anzeigen konnte, für die man sich gar keine Aufgaben ausdenken konnte.
Ich wollte auch so gerne eine Digitaluhr mit Taschenrechner haben, aber ich bekam keine. Heute bin ich eigentlich ganz froh, dass ich keine bekommen habe, denn ich habe mir schon an meiner Dreiknopfdigitaluhr mit Stoppuhr zwei kleine Ecken meiner Schneidezähne abgebrochen.
Ich komme nur drauf, weil ich über §§a href="http://pocketcalculatorshow.com/nerdwatch/">diesen§§/a> Link hier gestolpert bin.

Posted by banana at 09:40 FM | Comments (28)
Februar 08, 2005
Pizza Pizza

Schlimm ist es in einer Pizzeria. Ich weiss nämlich nie, für welche Pizza ich mich entscheiden soll. Das kann mir schonmal die Vorfreude auf ein gutes Essen ein klein wenig trüben.
Es ist nicht so, dass ich nicht wüsste, was ich gerne auf meiner Pizza vorfinden würde. Ich weiss das sogar in den allermeisten Fällen sehr genau! Noch genauer weiß ich, was ich nicht auf meiner Pizza vorfinden möchte und aus der Kombination dieser beider Faktoren und einem weiteren Faktor resultiert mein Problem beim Pizzaessen.
Ich habe mich schon sehr auf die Deutschen Pizzaklassiker eingeschossen. Deutsch beziehe ich dabei auf den Belag und nicht auf die Zubereitungsvariante als von oben angemanschtes, zölliges Hefeteigteigbrett, wie es so oft - gerne in der vegetarischen Variante - in studentischen WGs zubereitet wird.
Ich mag Pizza mit Salami und Schinken und Pilzen, gerne auch noch mit Paprika oder Peperoni dazu. Ich mag Pizza mit Thunfisch und Zwiebeln. Ich mag Pizza mit viel Käse, Sardellen, schwarzen Oliven und Kapern. Ich mag auch Pizza mit Schinken und Ananas, auch wenn mich viele Leute deswegen schief ansehen.
In den meisten Pizzerien ist mindestens eine Variante der oben genannten Teigfladen auf der Karte zu finden. Das ist dann aber meistens genau die, auf die ich keine Lust habe.
Gar nicht ausstehen kann ich Mais. Schon gar nicht auf der Pizza! Mais im Chili ist ein Verbrechen. Verleihen in unseren Köpfen ein paar Ananasstücke jedem Gericht den Titel "Hawaii", so glauben wir auch ernsthaft, dass aus einer serbischen Bohnensuppe eine Mexikanische Bohnensuppe wird, wenn wir eine Dose Zuckermais hineinschütten. Ich bin jedem dankbar, der Mais isst, denn dann muß ich das nicht tun.
Eier gehen auch gar nicht auf Pizza. Eier sollten weich gekocht werden, von mir aus auch in der Pfanne gespiegelt oder gerührt werden, wer aber Eier auf Pizze schlägt, der kommt mit mir nicht ins Geschäft. Mit mir nicht!
Muscheln gehören auf den Meeresgrund. Sonst nirgendwohin. Wer Muscheln isst, der hat Langeweile. Gleiches gilt für Tintenfische, also auch für Calamares.
Gemüse, wie Karotten, Zucchini, Brokkoli, kann man kochen oder braten, aber bitte nicht auf die Pizza legen.
Unter Umständen nehme ich Artischocken, Zwiebeln, Schafskäse, Peperoni und grüne Oliven in Kauf.
Irgendwas passt mir aber immer nicht. So sitze ich dann vor der Speisekarte, meinen Kopf umkreist von kleinen, grauen Ärgerwölkchen und kann mich nicht entscheiden.
Dabei könnte es doch so einfach sein! Ich müsste nur sagen "Bringen sie mir eine kleine Nummer 5, aber ohne Muscheln und dazu noch mit schwarzen Oliven", lächeln, die Karte zuklappen und meiner Mahlzeit harren. Aber genau das kann ich nicht.
Der dritte Faktor besteht nämlich darin, dass ich jede Kommunikation mit Menschen, die ich nicht ausdrücklich mag, verabscheue. Ich mag Menschen einfach nicht.
So esse ich dann Sachen, auch die ich eigentlich gar nicht so richtig Lust habe oder ich nage mal wieder auf einer Pizza herum, auf der sich nur Käse und Salami befindet.
Vielleicht sollte ich es mal versuchen. Vielleicht sollten die Sonderwünsche in meinem Pizzaleben Einzug halten. Vielleicht sollte ich ganz übermütig und wild kombinieren, bis meine Geschmacksknospen ein Feuerwerk der Pizzakombinatorik erleben. Aber darauf hab ich echt sowas von keinen Bock, das gibt's gar nicht. Ich werde also mein karges Leben so weiterfristen, wie ich es bis jetzt auch gefristet habe. Gefrustetes Fristen. Naja, so schlimm ist es nun auch wieder nicht.

Posted by banana at 05:41 EM | Comments (37)
Februar 07, 2005
Antimaterie?!

Es ist schön, dass man hier im Rhein-Main Gebiet und in der Wetterau eigentlich gar nichts vom Karneval mitbekommt. Nein, ich kann Fasching nicht leiden. Am Fernseher kann man schnell ein anderes Knöpfchen drücken, wenn sich lustig geschminkte Menschen auf der Bühne von Dorfgemeinschafts oder ähnlichen Häusern auf der Mattscheibe abzeichnen und im wahren Leben kann man einfach wegschauen, denn es gibt die Narren nur vereinzelt.
Gestern, in Büdingen, da sah ich einen Orangefarbenen Unimog mit ein paar Luftschlangen auf der Morothaube und einem Anhänger hintendran. Der Anhänger war mit Eisengittern umbaut, diese wiederum mit Bettlaken verhangen, auf die mit Sprühdosen "Wir sind die Gefangenen vom BCC" gesprüht war.
Ich brauche mir also keine Sorgen zu machen, dass Büdingen mal zur Karnevalshochburg wird.
Im Fernseher kamen dann Bilder vom Umzug in Braunschweig. Die Narren standen am Wegesrand und hielten dem bonbonschleudernden Umzugsteilnehmern umgedrehte Regenschirme entgegen, damit sie auch möglichst viele der leckeren Bonbons ergattern konnten.
Sagte ich eben lecker? Als Kind sammelte ich die Dinger auch immer auf, komplett zurechtgemacht als irgendetwas, was eine Pistole und einen Säbel brauchte, also entweder Soldat der Nordstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg oder Pirat. Gegessen habe ich die Bonbons aber nicht, weil sie einfach schrecklich waren. Ich vermute, dass sich an der Qualität der Wurfleckereien nicht besonders viel geändert hat und wünsche den Damen und Herren mit den umgedrehten Regenschirmen eine fette Beute! Helau und Aalaf!
Mehr schreibe ich nicht über den Karneval. Ich mag ihn einfach nicht und wenn ich mir so eine Fremdensitzung im TV eine Weile ansehe, dann ist sie in meinen Augen vieles, aber nicht lustig.
Am Samstag beim Einkaufen ist mir eine Bedrohung der Welt aufgefallen, die ich aber wieder aus den Augen verloren habe und so keine Maßnahmen einleiten kann, um die Welt zu retten. Da muß wohl wiedermal James Bond oder einer seiner Kollegen ran. Es war eine Familie. Sollten sie noch ein weiteres Kind bekommen, so wird sich in ihrer Wohnung aufgrund der Massedichte ein schwarzes Loch bilden und uns alle verschlingen! James, sei auf der Hut!

Posted by banana at 10:23 FM | Comments (26)
Februar 04, 2005
Top Thrill Dragster Video

Heute gibt es nix zu lesen, heute gibt es was zum gucken.
Ich habe ein Video zusammengeschnitten, dass meine Aufnahmen der schnellsten und höchsten Achterbahn der Welt enthält. Das Baby steht in Sandusky, Ohio, hört auf den Namen Top Thrill Dragster, ist 120 Meter hoch und knappe 200km/h schnell.
Das Layout ist ziemlich langweilig, man wird losgeschossen, erklimmt einen Hügel, durchfährt eine 270° Schraube auf dem Weg nach unten und wird wieder gebremmst,
Das Erlebnis der Fahrt ist allerdings schwer in Worte zu fassen. Schliesslich wird man nicht alle Tage innerhalb von 4 Sekunden von 0 auf 200km/h beschleunigt. Und das gleich zwei Mal. Einmal hoch und einmal runter.
Wer sich das Video ansehen will, es ist 30mb groß, der sollte §§a href="http://www.spackonauten.org/videos/top_thrill_dragster.mpg">diese Datei§§/a> auf seinen Rechner runterladen. Viel Spaß!

Posted by banana at 11:44 EM | Comments (14)
Februar 03, 2005
Schlumpfen ohne auszuruh'n

Pierre Kartner ist ein erfolgreicher Komponist. Ich vermute, dass mir seine Musik nicht besonders gefallen wird, denn die Titel finde ich schon ein wenig abschreckend: "Du willst alt werden", "Peter, ich vertrau Dir keinen Meter" oder "Heut' Abend hab' ich Kopfweh" sprechen eine deutliche Sprache. Dem Stück "Tief in mir" könnte ich vielleicht noch etwas abgewinnen, aber ich schätze, dass ich da mal wieder etwas falsch verstanden habe. Das letztgenannte Lied wird von Ireen Sheer interpretiert. Vielleicht gibt es ja auch eine Version von Christian Anders, die "Morgen früh hab' ich Kopfweh".
Dennoch war ich - wie ich vor kurzem berichtete - ein großer Fan eines der Lieder von Pierre Kartner, nämlich vom "Lied der Schlümpfe".
Zu meiner Entschuldigung kann ich vorbringen, dass damals jeder ein großer Fan des Liedes war. Im Nachhinein bin ich allerdings sehr froh, dass es damals noch keine Handys gab, für die man das Lied der Schlümpfe hätte runterladen können.
Ich war damals fasziniert von den Stimmen der Schlümpfe. Meine Begeisterung konnte weder von der Qualität des Textes, noch vom moribunden Aussehen der Puppen, die Vater Abraham in der Hitparade über die Bühne schob, gedämpft werden.
Wenn ich so genauer über das Lied der Schlümpfe nachdenke, dann ist es eigentlich sehr verstörend. Da haben wir die Stelle, in der ein Schlumpf so komisch rumsingt. Vater Abraham sagt dann "Wir sind hier nicht in der Badewanne! Muss das wirklich sein?" und der Schlumpf antwortet "Yes Sir!".
Also, mich verstört das etwas, warum kann ich aber auch nicht so genau sagen.
Damals fand ich also die Stimmen der Schlümpfe toll. Das war so süß (süüüüüüüüüüüßßß). Ich habe mich immer gefragt, wie das wohl gemacht wurde. Hatten die so einen Apparat, mit dem man die Stimmen höher machen konnte? Hatten die das einfach langsamer aufgenommen und dann schneller abgespielt? Hatten die Sänger alle Helium eingeatmet? Diese Fragen quälten mich damals, denn ich wollte das auch können. Ich wollte meine eigene Version des Liedes machen, aber natürlich mit anderem Text und nicht mit den Schlümpfen.
Ich habe aber nie herausgefunden, wie sie das angestellt haben, den Schlümpfen diese Stimmen zu verleihen. Ich habe aber herausgefunden, dass Pierre Kartner alle Stimmen selbst gesungen hat. Jetzt steht zumindest fest, dass es nicht die Schlümpfe selbst waren.
Irgendwie scheine ich traumatisiert zu sein von dieser Art von Musik. Wahrscheinlich ist an mir entweder ein großer Schlagerfan oder -komponist verloren gegangen, aber irgendwie will mein comming-out einfach nicht out commen. So besorgte ich mir unlängst eine Aufnahme von "Das Lied vom Manuel" von Manuel und Pony (was nur wenige wissen: Anke Engelke war Mitglied von Pony!). Als ich mir das Lied dann anhörte, da stellte sich bei mir dieses Gefühl ein, das sich immer einstellt, wenn ich ganz fürchterliche Musik höre. Es ist eine Mischung aus Faszination und Ekel. Der Ekel überwiegt dann zum Glück bald, aber ich muss diese Lieder einfach besitzen.
Ich werde mich dann also mal umschauen nach "Mensch, heirat' doch Dein Büro", "Das bisschen Haushalt", "Aufsteh'n ist schön", "Und dabei liebe ich Euch beide" sowie "Flieg nicht zu hoch, mein kleiner Freund".
Sonst geht es mir gut, danke der Nachfrage.

Posted by banana at 07:30 EM | Comments (18)
Februar 02, 2005
Der Beichtstuhl war noch warm

Rapporzel, Rapporzel,
wer brät mir ein Schnorzel,
wer bäckt mir ein Brein?
Die Gabi soll's sein.

Rapporzel, Rapporzel,
wer lugt in mein Pforzel,
wer schaut in mein Wirn?
Der Willy, das Hirn.

Rapporzel, Rapporzel,
wer impft meine Horzel,
wer bläut mir die Truft?
Der Robert, der Schuft.

Ropporzel, Rapporzel,
wer rümpft mir den Torzel,
wer rafft mir den Plet?
Die Inge, wenn's geht.

So, damit hätten wir dem Bildungsauftrag auch Genüge getan. Mich dünkt, ich rieche Pommernwurst. Ich kann mich aber auch täuschen.

Posted by banana at 06:50 EM | Comments (25)
Februar 01, 2005
Death Kill Murder

Manche Dinge kann ich einfach nicht leiden. Sie machen mich einfach aggressiv, ich kann gar nichts dagegen tun. Obwohl ich der netteste und friedlichste Mensch auf der Erde im Universum bin, kommen mir dann Gedanken, für die ich mich später schäme und die am besten im Beichtstuhl aufgehoben wären, wenn ich denn die entsprechende Religion hätte.
Ein Ding, dass auf der Liste der Dinge, die ich einfach nicht leiden kann, ganz weit oben steht, dass ist, wenn die Autos, die vor mir an der Ampel stehen während der Rotphase so peu-a-peu nach vorne rollen. Da könnte ich fuchsteufelswild werden! Das geht mir auf den Saque! Das nervt vielleicht! Am schlimmsten ist es, wenn es morgens passiert, wenn das entsprechende Auto ein riesengroßer Geländewagen ist, durch den ich nicht sehen kann, welches Licht die Ampel grade zeigt und wenn diese Autos von Frauen gefahren werden, die noch größer sind, als das Auto selbst.
Sie rollen nie in einem Stück nach vorne und schließen die Lücke zum Vordermann so weit, wie sie es vielleicht für angemessen halten. Nein, sie rollen erst ein bisschen, dann noch ein bisschen, dann noch ein bisschen und dann noch ein bisschen. Inzwischen stehe ich selbst so frei in der Landschaft, wie ein Leuchtturm und ich frage mich ernsthaft, warum diese Leute beim Anhalten eigentlich 20 Meter Platz zum Auto vor ihnen halten.
Was denken sich die Leute?
"Oh. Die Lücke ist doch etwas groß. Ich rolle ein bisschen vor. Dumm di dumm. Ach, so schöne Musik im Radio, die Kastelruter Spatzen. So, genug nach vorne gerollt. Ja, das Lied ist wirklich schön. Dumm di dumm. Hm. Die Lücke ist ja immer noch zu groß. Ach, ich roll noch ein bisschen nach vorne, ich hab ja Automatik. Fuß von der Bremse und ab geht er, der Peter. Dumm di dumm. So, genug nach vorne gerollt. Erstmal ein Kippchen anzünden. Hab ich mir ja wirklich verdient! Wo hab ich denn nur wieder die Marlboros? Ach, ist ja grün. Nee, schon wieder rot. Na ja, halb so schlimm, ich hab ja schöne Musik, ein Kippchen und noch genug Platz zu vorrollen."
Ja, so in etwas muss es vor sich gehen in diesen Autos.
Ich möchte es diesen blöden Lumpen dann zeigen, ich möchte, dass sie merken, was für elendige Anderampelvorroller sie sind. Leider habe ich dazu nicht besonders viele Möglichkeiten. Meistens schnaube ich dann ein bisschen vor mich hin, warte, bis die Lücke zwischen mir und dem Vorroller groß genug ist, lasse dann den Motor aufheulen und die Kupplung schnalzen und mache mit meinem Automobil einen Satz nach vorne, der aggressiv und gefährlich wirken soll. Den Sprung schließe ich mit einer scharfen Bremsung im letzten Moment ab.
Das ist allerdings komplett lächerlich, wie mir schmerzlich stets einige Minuten später bewusst wird.
Ich kann aber nichts gegen die Aggressionen machen, die dann in mir aufsteigen, sie bauen sich reflexartig auf. Eigentlich sind die Vorroller ja auch gar nicht schlimm, aber ich würde mir trotzdem wünschen, dass man dieses Pack wegschließt.

Posted by banana at 08:07 EM | Comments (37)
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