August 31, 2004
Das ist aber auch nicht schlimm

Was gut ist, setzt sich durch! Zuerst gab es nur Erdbeerfelder, auf denen man seine Erdbeeren selbst pflücken konnte. Man fuhr vor, stellte den mitgebrachten Korb auf die Waage, um das Tara zu bestimmen, pflückte emsig Erdbeeren und bezahlte am Ende das Netto.
Das Konzept weitete nach einer Weile auf andere Obst- und Gemüsesorten, zum Beispiel Erbsen, aus.
Das war nichts besonderes. Vor ein paar Jahren allerdings entdeckte ich ein "Blumen selbst pflücken" Schild neben der Bundesstrasse.
Dort wuchsen völlig unbewacht ein paar Blumen neben einer Preisliste und einer Kassedose. Jeder konnte hingehen, Blumen pflücken, wie er wollte und hinterher das Geld dafür in die Kasse werfen.
Ich war natürlich sofort skeptisch, weil ich nur an das Schlechte im Menschen glaube, aber unterm Strich scheint bei der Sache für den Blumenanbieter etwas rauszuspringen, denn plötzlich tauchten überall diese Selbstpflückerschilder auf. Inzwischen stehen sie in ganz Deutschland.
Ich fragte mich, wann denn auch dieses Konzept ausgeweitet wird. Vielleicht auf Kartoffeln, Äpfel, Weisskohl, Schweine oder Hühner.
"Hühner selbst schlachten" würde dann auf dem Schild stehen, an dem von einer langen Schnur ein Beil herabbaumeln würde.
Daneben stände dann ein Holzblock, der schon ganz voller Blut wäre.
Wahrscheinlich würde sich die Idee nicht durchsetzen. Für Hühner vielleicht, aber bestimmt nicht für Schweine. Wer braucht schon ein ganzes Schwein? Vielleicht würden Rockerbanden das Angebot in Anspruch nehmen, aber ich denke, auch die haben andere Schweinequellen, die sie anzapfen können.
Nein, nein. Das Angebot würde nicht angenommen werden. Wer will sich in der heutigen Zeit noch mit den schmutzigen Details des Schlachtens befassen? Schließlich ist es nicht damit getan, einem Huhn den Kopf abzuhacken und sich darüber zu wundern, dass das enthauptete Tier tatsächlich noch eine Weile kopflos herumflattert.
Das Tier muß erst gefangen werden, dann muß es auf dem Hackklotz fixiert werden. Ist der Kopf ab, sind immernoch die Eingeweide drin und die Federn dran. Und so weiter, und so weiter. Von Schweinen ganz zu schweigen.
Nüchtern betrachtet muß ich mir wohl eingestehen, dass ich in absehbarer Zukunft keine "Hühner selbst schlachten" Schilder neben der Bundesstrasse sehen werde. Das ist aber auch nicht schlimm.

Posted by banana at 12:29 EM | Comments (21)
August 27, 2004
What you got cooking

Sie müssen Langeweile gehabt haben oder vielleicht waren sie einfach nur experimentierfreudig.
Vor langer Zeit saßen zwei Freunde von mir zusammen in einem Zimmer und machten nichts Bestimmtes. Sie spielten mit den Sachen rum, die sie finden konnten und auf einmal hatte der eine einen Saugnapf in der Hand.
Es war so ein Saugnapf, wie ihn Glaser benutzen, um Glasscheiben zu tragen. Auf der saugenden Seite ist eine Gummischeibe, auf der Rückseite sind zwei Griffe. Drückt man diese zusammen, so wird die Mitte der Gummischeibe in den Saugnapf hereingezogen, so dass, wenn der Rand des Gummis abgeschlossen ist, ein Unterdruck entsteht, der den Napf fest auf die Scheibe drückt.
Der korrekte Ausdruck dafür müsste Vakuumsauger sein.
Er spielte etwas mit dem Sauger rum, besah ihn sich von allen Seiten, setzte ihn auf die Tischplatte und drückte die Hebel zusammen.
Er zog und rüttelte an dem Sauger. Er saß fest auf der Tischplatte. Er zog und schob daran, aber er bewegte sich keinen Millimeter.
"Wow" sagte er (oder was man in den Achtziger Jahren eben so gesagt hat) "Bombenfest!".
Er schob die Hebel nach außen und er konnte den Sauger einfach so vom Tisch aufheben, als hätte er nie daran festgeklebt.
Er lachte, stand auf, lies sich den Sauger oben im Türrahmen festsaugen und hängte sich mit seinem gesamten Gewicht dran. Der Sauger saß, wie eine eins. Er schaukelte ein bisschen im Türrahmen hin und her und sah sich dabei um, woran er sich noch alles festsaugen konnte. Es schien sich aber kein geeignetes Objekt in Reichweite zu finden. Langweilig.
Er löste den Sauger wieder und ging zurück zum Schreibtisch, an dem der andere auf seinem Amiga Marble Madness spielte.
Dem Spiel folgend spielte er noch ein bisschen mit dem Sauger herum und ganz im Gedanken setzte er ihn sich auf die Stirn und drückte die Hebel zusammen.
Er riss die Augen auf und sprang vom Stuhl auf. Der Sauger klebte an seinem Kopf fest. "Boah!" rief er "Das ist megaheftig! Das saugt einem voll das Gehirn raus!". Beide lachten. Erst ein bißchen, dann so sehr, dass sie am Boden lagen.
"Mach's ab, mach's ab! Das ist zu heftig!" sagte der Besaugnapfte nach einer Weile. Der andere lachte noch ein bisschen mehr, zeigte mit dem Finger auf den Kopf mit dem Saugnapf und schlug sich auf die Schenkel.
Schließlich löste er aber den Sauger von der Stirn.
Der Befreite schüttelte den Kopf, als wollte er etwas abschütteln und rieb sich die Stirn. "Das ist echt heftig, das saugt einem voll das Gehirn raus! Musst Du auch mal probieren."
Gesagt, getan. Bald hatte der andere den Sauger an der Stirn kleben und wieder lachten beide so sehr, dass sie sich fast in die Hose machten.
"Echt heftig!" sagte der andere, nachdem er den Sauger von der Stirn gelöst hatte.
So muss sich die Sache zugetragen haben. Ich vermute dass, denn ich war nicht dabei. Ich erfuhr davon am nächsten Tag in der Schule. Nicht von einem der beiden, sondern von einem anderen Freund, der die beiden schon gesehen hatte.
Beide trugen nämlich einen Riesenknutschfleck mitten auf der Stirn, der in allen Farben, von gelb bis violett schillerte. Jeder der sie sah, hatte herzlich was zu lachen. Es gab keine Chance, die Flecken zu verdecken. Sie waren zu tief für eine Mütze und zu groß für ein Pflaster. Die Flecken hielten sich etwa eine Woche. Eine Woche Spießrutenlaufen.

Posted by banana at 07:54 EM | Comments (39)
August 26, 2004
Rollerchaoster

Als professioneller Achterbahnfahrer stösst man zwangsläufig in Bereiche vor, die Sonntags- beziehungsweise Gelegenheitsfahrern verborgen bleiben.
Wie jeder weiss, dienen diese Leute nur als Fleischballast, damit der Achterbahnzug auf Geschwindigkeiten beschleunigt wird, die dem Pro Roller Coaster Rider die Fahrt zu einem angenehmen und lohnenden Erlebnis machen. Sicher, man könnte auch auf diese menschlichen Gewichte verzichten, aber toter Ballast zahlt leider nicht für die Fahrt und irgendjemand muß die Bahnen ja finanzieren. So haben sich die meisten Profis mit den Mitfahrern arrangiert. Nur einige Hardliner fordern immernoch den Umbau der Züge. Sie möchten, dass man nur in der ersten und in der letzten Reihe Platz nehmen kann und dass die restlichen Reihen mit bleigefüllten Dummies besetzt werden. Diese Idioten nimmt allerdings niemand wirklich ernst. Man zeigt mit dem Finger auf sie und sagt "Ha ha! Schau Dir doch mal diesen Idioten an!".
Es hat durchaus seine positiven Seiten, wenn man eine Dienstfahrt zusammen mit Anfängern absolviert. Wie jeder weiss, macht eine Achterbahnfahrt nur halb soviel Spaß, wenn niemand mitfährt, der schreit. Werner Stengel, Achterbahnkonstrukteur der Extraklasse und Vorbild aller professionellen Achterbahnfahrer, beschreibt diese Schreie als Lustschreie und er hat recht. Diese Schreie unterstreichen die Akzente einer Fahrt. Sie setzen akkustische Tüpfel auf die Berge und tragen die Kunden von der Rasanz der Fahrt in die Täler. Sie schreien stellvertretend für uns Profis mit, denn echte Profis schreien natürlich nicht. Uns kommt nur ein "Rock and Roll" über die Lippen, wenn der Zug den Lift Hill verlässt und sich todesverachtend in den First Drop stürzt, sowie ein gelegentliches "Diabolo!", wenn wir eine schöne Luftzeit haben. Würden wir Profis so schreien, wie es die jungen und älteren Damen tun, dann wären wir in Null Komma Nix heiser und nicht mehr fähig, Interviews zu geben. Außerdem klingt es scheisse, wenn ich schreie.
Ab und zu ergeben sich lustige Situationen und Gespräche auf dem Lift Hill, wenn man in der Nähe eines Novizen sitzt. Einige warnen, dass sie schreien werden, andere teilen mit, dass es doch keine gute Idee war, in die Bahn einzusteigen und wieder andere bitten den vor ihnen sitzenden Mitfahrern, sie sollten sich im Falle eines Falles doch bitte zur Seite hin übergeben und nicht nach oben.
Ich habe noch nie jemanden während einer Achterbahnfahrt kotzen sehen. Die Angst ist also unbegründet. Wenn, dann erbricht man sich hinterher und dann ist es völlig egal, ob man das zur Seite, nach oben oder nach unten tut.
Aber ich schweife ab. Ich wollte eigentlich vom Posing erzählen. Ich hatte Posing als Wahlpflichtfach in meinem dritten Lehrjahr an der Achterbahnakademie Hanau. Was ich dort gelernt habe war allerdings völlig überflüssig. Wie jeder weiss, geht es sich beim Posen darum, eine möglichst außergewöhnliche Haltung einzunehmen, wenn das Onride-Foto geschossen wird.
Auf der Akademie mußten wir auswendig lernen, an welchen Stellen der Fahrt die Fotoanlagen aufgebaut sind. Völliger Blödsinn! Nach höchsten 2 Fahrten weiß man das selbst. Man hätte uns lieber ein paar Standardposen beibringen sollen, das würde mir mehr helfen.
So war ich darauf angewiesen, mein eigenes Repertoire zu entwickeln. Natürlich werde ich die Posen nicht verraten, schließlich verrät auch Coca Cola das Rezept ihrer braunen Brause nicht. Da müsst Ihr Euch schon selbst was ausdenken, Ihr faulen Säcke!
Was ich aber verraten kann, ist die Pose eines der bekanntesten Achterbahnfahrer der Welt. Es ist die Spezialpose von Richard Rodriguez, dem "King of Rollercoaster", der im Jahre 2003 einen 49 tägigen Achterbahnmarathon hinter sich brachte. Tagsüber fuhr er auf Expedition GeForce und des nachts auf dem Superwirbel. Der Mann kennt sich also aus.
Ich hatte die Ehre, Richard bei einer Fahrt auf Expedition GeForce zu beobachten und konnte ihm beim Posen zuschauen.
So funktioniert die Pose von Richard: Wenn Ihr Euch dem Foto Point nähert, fangt ihr an zu grinsen und nehmt die Arme runter. Die Unterarme Winkelt Ihr im rechten Winkel nach vorne vom Körper ab. Dann nehmt ihr beide Daumen nach oben und dreht die Hände leicht nach aussen. In dieser Stellung lasst ihr Euch dann knipsen.
Ich selbst pose nur noch so und habe damit nur gute Erfahrungen gemacht.

Posted by banana at 06:54 EM | Comments (18)
August 25, 2004
Mach den Scheiß aus

Worte schwirren durch meinen Kopf, brausen durch mein Gedenk, rödern durch mein Bewusstsein. Bewusst sein? Kann man das überhaupt? Ist man nicht einfach da und wenn man tot ist weg? Für immer in Verfinsterung, so wie ein Kühlschrank mit einer kaputten Glühbirne? Kommt man wieder in das Dasein zurück, nachdem der große Lenker die Erinnerung mit seiner Milch abgewaschen hat? Knipst jemand dann die Glühbirne wieder an und wir schlüpfen aus den Ei, werden geboren oder kommen sonstwie auf diese Welt zurück, abgehakt auf Listen, die nur mit Bleistift geschreiben sind?
Das Dasein. Müsste es nicht eigentlich Hiersein heissen, denn ich bin ja nicht da, sondern hier, wie jeder weiß, der die Sesamstrasse aufmerksam verfolgt hat? Und während ich noch so denke und mit dem Daumen das Leben einer jungen unschuldigen Fliege auslösche, ihr Lämpchen verdunkle, brausen weiter die Worte durch meine Gedankigkeit. Worte mit Borsten. Borstige Worte. Wieder und wieder schrubben sie durch meine Geistesrohre. Es sind Wiederworte. Da ist schon wieder eines: Schrank!
Aber nicht so, wie ein Schrank, in dem ich meine Hemden aufgehängt hätte, wenn ich sie denn mal bügeln würde, sondern Schrank! so wie das berühmte Geräusch. Schrank und Schrank! haben nur die Buchstaben und die Reihenfolge ebendieser gemeinsam. Sonst hat ein Schrank mit Schrank! nichts zu tun. Schrank! ist ein Wiederwort es schrittert durch mein Hirn und fegt die Denkpfade. Wieder und wieder. Schrank!
Es gibt noch weitere Wiederworte, zum Beispiel Moggo! Moggo! kalottert durch meine Ideenhöhlen und derwischt dabei gegen die Wände, so wie ein Flummiball, den ein starker Polizist geschleudert hat. Moggo! Moggo! Moggo! Dabei springen Gedankensplitter von den Wänden, die sich da festgesetzt haben. Schrank! Da - das Schrankwiederwort fegt die Gedankensplitter weg und nimmt sie mit sich. Alles ist in bester Ordnung, eine Runderneuerung wird somit nicht fällig, denn die Wiederworte halten mein Gehirn sauber. Aber manchmal, so wie heute, wenn ich zuviel Vitamumien gegessen habe, dann treiben es die Wiederworte zu toll in meinem Schädel. Dann rödert und kalottert es, dass es eine Art hat, mein Schädel vibriert und mein Gesichte verschwimmt, so dass ich mich gar nicht richtig aufs Kontrapieren konzentrieren kann. Selbst ein großer Schluck Plantagentrank hilft da nicht. Da hilft es nur, den Kühlschrank auszuräumen und sich hinein zu setzen und sich Schnitzel auf den Kopf zu legen.
Der Kühlschrank ist ein Ort angenehmer Kühle, gurkiger Düfte und alliger Dunkelheit. Die Fleischkraft dringt in meinen Kopf und die Marinade tropft mir in den Schoß. So merken die Wiederworte, dass ihr Verhalten zwar ehrenvoll und gut war, aber nicht angemessen. Angemessenheit um den teuren Preis der Angemessenheit, das ist die Zier der Kaiser! Gerade weil das Anmessen seinen Preis hat, sind auch Maßanzüge so teuer. Aber das nur am Rande.
Docht! Da! Ein Geistesblitz. Er blitzt hell auf und ist schon wieder weg. Hoffentlich hat da jemand mitstenographiert, denn was man nicht geschrieben hat, das kann man auch nicht lesen. Eine Wolke ist kein Himmelbett. Eine Erinnerung ist kein Bankkonto. Docht! Da! Schon wieder einer. Es ist ja ein regelrechtes Gedankengewitter! Docht! Schon wieder einer Docht! Da ist zum Glück TintenkillaInDaHouse, der Chefstenograph. Er schwingt sein Stenographiereisen über das Firgament und brennt die Geistesblitze in das ewige Pergerster. Man weiß ja nie, zu was man die Dinger gebrauchen kann. Ich werde sie später abkratzen, einkochen und in den Keller stellen. Ich kann das zwar noch nicht so gut, wie Mama, aber es reicht für den Hausgebrauch.
Oh, ich sehe, es ist schon spät am Tage. Ich muß mich sputen, denn ich muß noch zu meinem Freund Wango. Wango ist Leiter einer Bank. Wango ist der Leiter von Wangos Nervenbank. Bei ihm spare ich schon seit Jahren Nerven. Leider hat er noch kein Online-Banking, so dass ich immer vorstellig werden muß, wenn ich mir mal wieder ein paar Nerven vom Munde abgespart habe. Wangos Leitspruch lautet "Wango - der Junge hat Nerven". Ich muß jetzt gehen.

Posted by banana at 07:12 EM | Comments (11)
August 24, 2004
Movable Type Upgrade

Liebe Herrschaften,

ich hatte heute die Faxen dicke. Gute 200 Spam-Kommentare hatten wir hier heute in der Allee. Da kommt man zu gar nichts mehr, ausser dem Löschen der Kommentare und das ist sehr ärgerlich.
Deswegen habe ich heute ein Upgrade der Software vorgenommen.
Die Kommentare werden jetzt anders gehandhabt, ich weiß nur noch nicht, wie.
Also, bitte nicht wundern, wenn die alten Kommentare weg sind. Sie sind noch da, Ihr seht sie nur nicht :o)
Wenn sonst irgendwas fischig ist - nicht wundern, ich arbeite dran.
Etwas Geduld, bitte...

Posted by banana at 09:36 EM | Comments (11)
August 23, 2004
Ich schnappe gern, das ist mein Lieblingsspiel

Ich bin wieder ein Stück zufriedener. Ich habe mir ein §§a href="http://www.messerundmehr.de/index.php?sid=477fd1bfc6c8a05e8264cb7c0d31f061&cl=details&cnid=b823fde30097a08b6.90687027&anid=b2e3fdf2ccc037e46.12135374">Kellnermesser§§/a> gekauft.
Damit wird das Öffnen von Weinflaschen geradezu zum Kinderspiel. Ich drehe die extra lange Spirale (oder ist es vielleicht eine Helix?) in den Koken, klappe das komische Ding aus, setze es mit der Kante auf den Hals der Weinflasche und ziehe den Korken ganz elegant aus der Flasche, wobei ich die Hebelwirkung ausnutze. Ein wahrer Genuß! Ich würde gerne so viele Weinflaschen entkorken, wie ich gar nicht austrinken kann. Darüber hinaus ist dieses Werktzeug gar lieblich anzusehen und liegt gut in der Hand. Und man kann damit auch Bierflaschen aufmachen, aber nicht so elegant.
Bekomme ich also in Zukunft weintrinkenden Besuch, dann bin ich gewappnet, dann können die festsitzenden Korken aber kommen. Denen mache ich den Garaus, denen zeige ich, wo Jacques den Wein holt.
Da ist es schon verständlich, wenn ich vor ein paar Tagen etwas traurig war, weil ich las, dass immer mehr Winzer dazu übergehen, den Korken durch Schraubverschlüsse zu ersetzen. Zum einen ist ein Schraubverschluß billiger, zum anderen korkt ein Schraubverschluß nicht.
So geht es mir immer im Leben. Ich finde eine Lösung für ein Problem und plötzlich ist es gar kein Problem mehr.
Aber ich will nicht klagen! Ich will hochpreisige Weine mit echten Korken kaufen und sie ganz elegant mit meinem Kellnermesser entkorken. Plop! Plop! Plop!
Da fällt mir Gerhard Polt ein, der einst eine Weinflasche aufschraubte und sagte "Mit Schraubverschluß. Nichts Ordinäres!" In Zukunft könnte er damit Recht haben.
Bevor ich das Kellnermesser hatte, schlug ich mich jahrelang mit der einfachsten Korkenziehervariante herum, die es gibt: Ein Holzgriff mit einer Spirale drunter. Ohne Hebel, Sachen zum drehen, draufdrücken und so weiter, ohne Beschichtung, ohne Druckaufbau und ohne jeglichen Glamour. Ich hielt diese Lösung für klassisch.
Das Öffnen einer Flasche sah dann so aus: Ich drehte den Korkenzieher in dern Korken, stand auf, klemmte die Flasche zwischen beide Füsse und zog an dem Korken, was meine Kraft eben so hergab. Wenn sich der Korken dann irgendwann einmal bewegte, dann tat er das ziemlich schnell und verlies mit einem nauten Ploppen den Flaschenhals. Ich sah bei der ganzen Geschichte ziemlich unvorteilhaft aus.
Ich hatte diesen Korkenzieher irgendwann einmal zusammen mit einer Flasche wein für 1.50DM gekauft, weil man eben, wenn man eine Flasche Wein hat, auch etwas braucht, mit dem man die Flasche öffnen kann. Danach hatte ich nicht weiter über das Korkenzieherproblem nachgedacht, obwohl es mich immer wieder störte.
Dann kaufte ich mir irgendwann das sponti-Frustrationsmodell, das wohl in 80% der Haushalte zu finden ist: Das grosse silberne etwas mit den beiden Hebeln an der Seite. Man dreht den Korkenzieher in den Korken, drückt die Hebel nach unten und zieht damit den Korken aus der Flasche.
Das Ding sieht scheisse aus und ist total unbrauchbar. Der Korken wird nicht weit genug aus der Flasche gezogen, man muß immer am Korken rumfummeln, außerdem richtet meine Version den Korken ziemlich krümelig zu. Also sehr unpraktisch.
Ich frage mich, warum es so viele obskure Korkenzieherkreationen auf der Welt gibt, wo doch die Perfekte Lösung, nämlich das Kellnermesser, bereits gefunden ist.
Da gibt es Modelle, die sich irgendwie über den Flaschenhals stülpen und dann durch zufälltig entdeckte physikalische Gesetze dafür sorgen, dass der Korken aus dem Hals gezogen wird, wenn man nur munter weiter am Korkenzieher dreht. Da gibt es Modelle, die Druck in der Flasche aufbauen und so den Korken herausschiessen. Ich will gar nicht wissen, was es noch alles gibt.
Ich auf jeden Fall bin froh über mein Kellnermesser.

Posted by banana at 07:00 EM | Comments (14)
August 22, 2004
Zwei Rezepte

Ich schenke der Welt zwei leckere Eistees. Welche Eistees macht Ihr Euch so, an einem heissen Sommertag?

Eistee Classic
1 Liter kochendes Wasser
2 Beutel Schwarztee
1 Beutel Hagebuttentee
1 EL Zitronensaft/Citrovin
12 Süßstofftabletten

Das kochende Wasser in einen Behälter giessen, die Teebeutel hineinhängen und fünf Minuten ziehen lassen. Süßstoff und Zitronensaft hinzugeben, kalt werden lassen, dann in den Kühlschrank stellen und sehr kalt, eventuell mit Eis trinken.

Eistee Fake Cherry
1 Liter kochendes Wasser
2 Beutel Hagebuttentee
1 Beutel Kamillentee
10 Süßstofftabletten
1 EL Zitronensaft/Citrovin
Das kochende Wasser in einen Behälter giessen, die Teebeutel hineinhängen und fünf Minuten ziehen lassen. Süßstoff und Zitronensaft hinzugeben, kalt werden lassen, dann in den Kühlschrank stellen und sehr kalt, eventuell mit Eis trinken.

Lecker!

Posted by banana at 10:21 EM | Comments (15)
August 19, 2004
Und zeig ihr wie ich schnappen kann

Wer kennt sich mit dem Namensrecht aus? Ich weiß, dass man Kinder Taifun nennen kann und neuerdings auch FinFin (wobei ich mir bei letzerem bei der Großschreibung noch nicht so ganz sicher sind). Kann man auch Klein- und Großbuchstaben mixen, also zum Beispiel yaNNik oder mIkA oder DaFuNkYcOOlMaStA? Wahrscheinlich nicht.
Aber darf man seinem Kind einen Namen auch mehrmals geben, zum Beispiel Klaus Klaus? Oder Klaus Klaus Klaus Klaus Peter Klaus Klaus Franz Klaus Klaus? Eigentlich spricht nichts dagegen.
Ich würde meinen Sohn dann tausendmal Klaus nennen. Sein hipper Spitzname wäre dann Klaus K999. Wenn er dann vor Gericht stünde, weil er einen Apfel gestohlen hat, dann müsste die Richterin (z.B. Richterin Barbara Salesch) den vollen Namen vorlesen. Wenn man pro Klaus von einer durchschnittlichen Aussprechdauerdauer von 0,5 Sekunden ausgeht, dann würde alleine das Verlesen des Namen des Angeklagten über acht Minuten dauern. Da wäre die Verteidigung schon im Vorfeld eingeschüchtert. Im Fernsehen (also bei Richterin Barabara Salesch) könnte man das Vorlesen des Namens geschickt in eine Werbeunterbrechung packten. Die Richterin fängt also an, den Namen zu verlesen, dann beginnt die Werbung. Nach der Werbung liest sie dann noch fünf oder sechs mal Klaus und dann den Nachnahmen. Mein Sohn würde dann sagen "das ist richtig" und so hätte man wertvolle Sendezeit gespart.
Die Bildzeitung würde dann titeln: "Skandal! Barbara Salesch gehen die Ideen aus!".
Das wäre dann schon das zweite Mal, dass mein Sohn in der Bildzeitung gestanden hätte, den schon bei der Geburt hätte sie getiteln "Skandal! Mann nennt seinen Sohn Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus Klaus ..." und so weiter. Die ganze Zeitung wäre voller "Klaus" und für den eigentlichen Inhalt - insbesondere für das Girl von Seite 1 wäre dann kein Platz mehr gewesen.
Mein Sohn würde dann im Guiness Buch der Rekorde stehen, mit dem längsten Namen der Welt. Das würde dann Nachahmer auf den Plan rufen, ein sinnloses Wettrüsten würde beginnen und ratz fatz würde es ein Baby geben, dass eine Milliarde mal Kevin heisst.
Der Name Kevin ist ausgedruckt ungefähr einen Zentimeter lang. Würde man den kompletten Namen des Babys ausdrucken, wäre er also eine Milliarde Zentimeter lang. Das sind immerhin Zehntausend Kilometer. So groß ist kein Meldeformular! Da ist Ärger vorprogrammiert.
Die Regierung würde spätestens dann handeln und die doppelte Namensvergabe verbieten. Vielleicht sollte man das schon jetzt im Vorfeld verbieten, bevor dieses Baby unglücklich wird.

Posted by banana at 05:43 EM | Comments (7)
August 17, 2004
Tine und Billie machen schon wieder einen Ausflug

Billie und Tine ritten auf Blecky und Fleckchen über die Wiesen und Felder. Es war ein herrlicher Tag. Goldgelb standen die Ähren in praller Frucht, so als wollten sie bald platzen. Ja, beinahe so, als könnten sie es gar nicht erwarten, dem Müller ihren kraftspendenden Inhalt zu übergeben, auf daß er ihn zu staubfeinem, schneeweissem Mehl mahle. Über die Wiesen wehte der frische Duft der in voller Blüte stehenden Wildblumen, die ihre in allen Farben leuchtenden Köpfchen der Sonne entgegenstreckten, gerade so, wie kleine Vögelchen, die die Vogelmutter mit sanftem, aber gierigem Piepen begrüssen, wenn sie von ihrem Beuteflug zu ihrem Nest zurückkehrt, um ihren putzigen Kücken das Futter zu bringen.
Tine deutete auf den Waldrand "Oh schau doch, Billie!" jauchzte sie begeistert "Sieht du dort den prächtigen kapitalen Zwölfender?"
Mit gierigem Blick suchte Billie den Waldrand ab. Sie wollte so schnell es nur ging einen Blick auf dieses majestätische Tier erhaschen. Bald machte sie ihn aus.
"Ja, Tine" sagte sie, den Blick auf das Wild gefesselt "das ist wahrlich ein beeindruckendes Tier, aber ich muß Dich korrigieren: Es ist ein ungerader Zölfender. Das macht ihn aber nur noch prächtiger!"
Die Mädchen lachten.
Tine klopfte Fleckchen auf den Hals "Ich bin aber froh, dass Du kein Geweih hast, mein Lieber".
Das Pferde schnaubte und schüttelte mit dem Kopf.
Wieder lachten die Mädchen.
"Aber das wäre doch lustig, wenn Fleckchen ein Geweih hätte" sagte Billie.
"Ja, das stimmt allerdings, Billie" lachte Tine "laß uns doch in den Wald reiten und aus Zweigen eins bauen! Die anderen werden schön lachen, wenn wir so auf den Reiterhof zurückkehren!".
"Du bist echt 'ne Marke!" sagte Billie.
Sie gaben den Pferden die Sporen und preschten los über die Wiese in Richtung des Waldes.
Im Wald war die Luft frischer und kühler, als sie auf dem freien Feld gewesen war. Es roch nach Erde und nach nassem Holz. Die Bäume wiegten langsam im Wind hin und her, Sonnenstahlen tanzten dabei auf den sattgrünen Blättern, so, als wollten sie diesen herrlichen Tag feiern und alles Leben dazu auffordern, sich mit ihnen zu freuen, die Sonne zu preisen und sich ihr voller Freude entgegen zu strecken.
Die Mädchen hörten den Ruf eines Kuckucks und das Hämmern eines Spechtes. Sie stiegen von den Pferden ab.
"Eine kleine Rast habe ich auch dringend nötig" sagte Tine "das war ganz schön anstrengend. Ich bin fast völlig erschöpft."
"Ich auch" sagte Billie "trink das, das wird Dir helfen!" sie warf Tine eine Dose Red Bull herüber, die sie mit gierigen Zügen austrank.
"Ja, jetzt geht es mir besser." sagte Tine und rülpste.
Beide Mädchen lachten ein bißchen verschämt.
"Du bist echt crazy" kicherte Billie.
Die Mädchen sammelten einige knorrige alte, dunkle, feuchte, verzweigte Äste und banden sie mit einem kleinen Seil um Fleckchens Kopf. Das war nicht ganz einfach, denn Fleckchen wehrte sich ein bißchen, schließlich aber bekamen sie es hin.
Da war das Gelächter groß. Die Mädchen krümmten sich vor lachen und zeigten immer wieder auf Fleckchen. Dem war es unbehaglich. Immer wieder schüttelte er mit dem Kopf, aber sein Geweih saß fest.
"Jetzt siehst Du aus, wie ein Hirsch!" prustete Tine.
Da erscholl ein Knall und Fleckchen brach tot zusammen. Blut rann ihm über den Hals.
"Oh nein!" rief Tine.
"Das hat uns grade noch gefehlt." sagte Billie.
"Voll krass!" meinte Tine "Aber wie komme ich denn jetzt nach Hause?"
"Ich hab's!" Billie hatte eine Idee "Wir reiten beide auf Blecky!"
"Genau. Aber jetzt nichts wie weg von hier. Ich find's hier irgendwie unheimlich."
Sie schwangen sich beide auf Bleckys Rücken und ritten los.
Als sie am Reiterhof ankamen, fragte Hans "Nanu! Wo ist den Fleckchen geblieben? Ihr ward doch nicht etwa im Wald und habt ein Geweih für Fleckchen gebaut, so daß ihn ein Jäger für einen Hirsch gehalten hat und ihn erlegt hat?"
"Nein. Der ist uns bei der alten Mühle durchgangen und nicht wieder zurückgekommen." log Billie.
"Naja, der war schon immer etwas eigensinnig. Dann bekommst Du halt ein neues Pony. Wir haben ja zum Glück genug." sagte Hans und lachte.
Manchmal war Hans doch schwer in Ordnung.

Posted by banana at 07:18 EM | Comments (20)
August 16, 2004
Wonder how we got along

Es gibt gar nicht so viele unterschiedliche Arten von Menschen, wie das im Allgemeinen angenommen wird. Es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich für einzigartig und besonders hält. Tatsächlich hat man sich damals, als der Evolutionsplanungsstab die Eckdaten für die menschliche Entwicklung festgelegt hat, auf ein Dutzend verschiedene Arten von Menschen geeinigt.
Es waren zähe und lange Verhandlungen, aber am Ende stand man da mit einem Dutzend verschiedener Schablonen für die unterschiedlichen Menschen. Einige sollten auf Männer und Frauen, andere nur auf Frauen und weitere nur auf Männer anwendbar sein. Man hielt zwölf für eine angemessene Zahl, um auf der einen Seite eine gewisse Vielfalt zu gewährleisten und auf der anderen Seiten den Menschen nicht von vornherein die Möglichkeit zu verbauen, einen passenden Partner zu finden.
So weit war die Planung ganz gut.
Leider ist die Art und Weise, in der bestimmt wird, welche Schablone für welchen Menschen benutzt wird, ziemlich blöd. Der Vorschlag stammte damals vom Neffen des Großen Planungsvorsitzenden und obwohl offensichtlich war, wie bescheuert er war (der Vorschlag, nicht der Große Planungsvorsitzende), traute sich keiner von den alten Opportunisten, zu widersprechen.
Jetzt ist es nun mal so, dass es zwar theoretisch zwölf verschiedene Schablonen für die Menschen gibt, dass aber praktisch fast immer nur zwei zum Einsatz kommen. Die anderen Zehn werden nur sehr, sehr selten benutzt.
Die oft benutzten Schablonen sind die mit den Arbeitstiteln "Arschloch" und "Vollidiot". Offiziell heißen sie natürlich Nr. 5 und Nr. 9.
Hätte nur damals jemand widersprochen. Wie würde die Welt dann wohl heute aussehen?
Was kann man nur tun? Es bringt nichts, über vergossene Milch zu klagen, aber vielleicht kann man zukünftigen Generationen da Dasein etwas vereinfachen.
So sprach ich dann auf der letzten spackonastischen Weltkonferenz den Großen Lenker darauf an. Ich fragte ihn, ob es nicht möglich sei, ein neues, von mir ausgearbeitetes Auswahlverfahren für die Schablonen einzuführen. Ich hatte auch schon einen Namen dafür: Auswahlverfahren, Version 2.
Der Große Lenker sah mich kurz an, trank einen Schluck Gatorade und versprach mir dann, diesen Vorschlag in seine vierte Rede aufzunehmen.
Am nächsten Tag kam es nach der Rede zum Tumult. Nicht, wegen meinem Vorschlag, sonder weil der Große Lenker gefordert hatte, die Ausbildung auf dem Spackonasium von 6 auf 5 Jahre zu verkürzen. Nachdem wir uns die Köpfe 30 Stunden lang heiß geredet hatten, erwähnte ich meinen Vorschlag erneut. Die Diskussion schlug schnell in eine Grundsatzdiskussion über die Anzahl und Gestalt der Schablonen an sich um und verebbte schließlich, als meine Mutter den Kartoffelsalat brachte.
So blieb es bei dem alten Auswahlverfahren. Ich persönlich habe jetzt auch keinen Bock mehr, mich darum zu kümmern.

Posted by banana at 06:53 EM | Comments (28)
August 15, 2004
Jetzt heisst es Daumen drücken

So eine Olympiade ist schon toll. Sie führt dazu, dass das Wochenende noch viel schneller vorbei geht, als normal und man eigentlich gar nicht so genau weiss, was für ein Wetter wir eigentlich hatten.
Ich schaue alles: Radfahren, Luftpistolenschiessen, Synchronschwimmen, Schwimmen, Rudern, Beachvoleyball und alle anderen hervorragenden Sportarten. Es ist nur ein kleines bißchen schade, dass unsere Athleten relativ scheisse sind. Aber ich will nicht undankbar sein. Wenn ich mich schon nicht für mein eigenes Land freuen kann, dann freue ich mich wenigstens, wenn die anderen Nationen auch abkacken. Deshalb wollte ich mich grade freuen, dass Inge de Bruijn nur Bronze erschwommen hat, aber dann kommt mir in die Quere, dass die gute Inge sowas von sympatisch ist und mit dem Olivenkranz auf dem Kopf aussieht, wie eine kleine Prinzessin. Da macht die ganze Häme keinen Spaß mehr.
Es ist wirklich komisch, dass die merkwürdigsten Sportarten der Welt plötzlich für mich interessant werden, sobald sie bei einer Olympiade ausgetragen werden.
Normalerweise schaue ich zum Beispiel nie Radfahren. Da mag es um den Henninger Turm gehen, da mag es der Giro de Italia oder grade die Tour de France sein. Es interessiert mich nicht. Zum Glück! Denn das Anschauen von Radrennen ist eine Sucht. Wenn man einmal auf Radrennen ist, dann kommt man so schnell nicht mehr runter. Das ist eigentlich nicht so schlimm, wenn Radrennen nur nicht so verdammt lange dauern würden. Wenn man süchtig nach Radrennen ist, dann macht man praktisch gar nichts anderes mehr, als Radrennen schauen. Man magert ab, kapselt sich ab und versucht andere auf subtile Weise in die Sache mit reinzuziehen. Man wird zum Radrennmissionar. Man erzählt allen, die es nicht hören wollen, welch interessanter und taktischer Sport Radfahren eigentlich ist.
Außerdem verfällt man schnell in Wahnvorstellungen. Man bildet sich ein, man selbst müsste auch auf einem schicken Rennrad über die Landstrassen fahren und sich dabei kleiden, wie eine bunte Wurst. So fahren sie dann zu hunderten durch das Land und gehen mir dabei ziemlich auf den Saque. Benutzen die feinen Herrschaften vielleicht die Radwege, die mit unseren Steuergeldern gebaut wurden? Nein, das machen sie natürlich nicht. Weil sie das nicht nötig haben. Weil die Radwege zu schlecht sind und die teuren teuren dünnen dünnen Rennradreifchen kaputt machen würden, die die feinen Herrschaften mit Geld bezahlt haben, dass bestimmt aus Steuerhinterziehungen stammt. Radwege sind für Hollandradfahrer und nicht für bunte Würste. Manchmal rege ich mich dann sehr auf über diese Rennradfahrer, aber die mir in diesen Momenten zur Verfügung stehenden Interaktionsmassnahmen werden in diesem Land leider gesetzlich geahndet.
Natürlich mache ich nur Spaß. Spaß muß ja auch manchmal sein.
Man Vater war radrennsuchtgefährdet. Allerdings war er Quartalsradrennsüchtiger und körperlich leider nicht in der Lage, aktiv den Rennradsport auszuüben und er hätte sich sicher auch nicht wie eine bunte Wurst angezogen. Er schaute sich nur die grossen Rennen an. Diese dann aber vollständig und voller Hingabe. Dann wollte er mir das Taktieren erklären und die verschiedenen Aufgaben innerhalb des Teams. Aber ich erkannte die Gefahr! Ich hielt mir die Ohren zu und sagte immer wieder "Nein, das will ich gar nicht hören."
Ich hatte nämlich damals ohnehin schon zu wenig Zeit, weil ich Computersüchtig war und so eine Radrennsucht, die hätte mir gerade noch gefehlt.
Nun aber läuft die Olympiade und da schaue ich mir auch Radrennen an. Weil es olympisch ist, dann ist das irgendwie interessanter.
Ich frage mich dann aber, ob der Grand Prix von Ungarn so unglaublich langweilig war, weil die unglaublich interessante Olympiade parallel lief oder ob er wirklich so unglaublich langweilig war.

Posted by banana at 07:40 EM | Comments (12)
August 14, 2004
Paar Tage Pause

Liebe Leute,
ich mag ein paar Menschen sehr, aber die allermeisten überhaupt nicht.
Nachdem ich §§a href="http://www.spiegel.de/sptv/magazin/0,1518,312934,00.html">das hier§§/a> gelesen habe und die dazugehörigen Bilder gesehen habe, ist mir das Schreiben erstmal vergangen.
Ich weiß nicht, warum der Spiegel diese menschenverachtende Scheisse tagelang bequem erreichbar auf der ersten Seite lässt, aber die Leute werden wohl ihre Gründe haben, warum sie für diese Art von Verhaltensweisen Werbung machen.
Gewalt verkauft sich eben gut.
Mir als friedliebender Mensch hat das auf jeden Fall ordenlich die Laune verdorben.
Mal sehen, wann ich wieder Lust habe, etwas lustiges zu schreiben. So lange das Bild auf der Seite prangt, die ich als meine Home Seite im Browser hatte auf jeden Fall nicht.

Posted by banana at 10:52 EM | Comments (3)
August 11, 2004
Ja, Du siehst ganz so aus

Geheimkommissar Jorge DaSilva sass auf seinem Sofa.
Teufel noch eins! Er hatte Langeweile.
"Mir ist vielleicht langweilig" sagte er.
Er hob seinen Arm und roch an seiner Achsel.
"Kein Bock zu Duschen". sagte er.
Er gabschte die Fernbedienung vom Couchtisch und zappte sich einmal von Vorne bis hinten durch die Programme und dann wieder zurück..
"In der Glotze kommt auch nur Mist" sagte er "Wofür bezahle ich eigentlich GEZ?"
Er warf die Fernbedienung zurück auf den Tisch.
In Wahrheit bezahlte DaSilva keine GEZ-Gebühr, denn als Geheimkommissar war er davon befreit, aber DaSilva war ein Mann, der wußte, wie es war, wenn man GEZ-Gebühr bezahlte. Zumdindest konnte er sich das recht gut vorstellen.
Langsam bekam er richtig schlechte Laune.
"Man, hab ich schlechte Laune" sagte er.
DaSilva hasste es, wenn er Urlaub hatte, deswegen nahm er nie mehr, als zwei Tage am Stück. Am liebsten würde er den Urlaub verfallen lassen, aber das war nicht erlaubt. Jeder Geheimkommissar hatte 30 Tage bezahlten Urlaub im Jahr zu nehmen. Ob er wollte oder nicht.
Früher hatte er den Urlaub noch richtig genossen. Da hatte er an seinen freien Tagen richtig Spaß gehabt. Aber dann hatte der Polizeipräsident den Beschluß erlassen, dass jeder Mitarbeiter des Geheimkommissariates im Urlaub seinen Geheimkommissarenausweis und seine Dienstwaffe abzugeben hatte. Und seit dem war es einfach nicht mehr das gleiche.
Er saß schon den ganzen Morgen auf der Couch und schaute sich das dämliche Fernsehprogramm an.
Er wollte nicht vor die Tür gehen, denn da draussen, da war das Haifischbecken. Da draussen wimmelte es von Verrückten. Überall lauerten Gefahren, jeder Mensch da draussen war ein potentieller Mörder und nicht wenige hatten es speziell auf ihn, den Geheimkommissaren Jorge DaSilva abgesehen. Ohne seine Waffe konnte er unmöglich vor die Tür gehen. Das wäre viel zu gefährlich.
DaSilva steckte sich eine Reval an und fischte das Telefon vom Tisch.
"Hacke? Ja, ich bins. Ich brauch was zu Essen." sagte er.
"Wie? Du hast keine Zeit? Du schaffst doch den ganzen Tag nix."
"Mähdreschermörder? Ach, stimmt. Hatte ich fast vergessen."
"Ach komm, bring mir was. Ich kann hier nicht weg."
"Doch, es ist gefährlich!"
"Arschloch."
Er legte auf. DaSilva wünschte sich, man könnte die Handys so fest auf die Gabel knallen, wie es früher mit den Telefonen ging. Ein lauter Knall, der durch die Leitung schwappt und dann auf der anderen Seite als Mörderwelle hinaus stürzt. Aber die Zeiten waren vorbei. So konnte er nur sauer auf den Auflegeknopf drücken und das machte nicht besonders viel her.
Was sollte er jetzt machen?
Er könnte sich eine Pizza bringen lassen.
Aber man konnte nie wissen, wer dann die Pizza bringen würde. Pizzaboten könnten leicht von den Weltklasseschurken ausgetauscht werden. Dann stand einer dieser Superkiller auf DaSilvas Schwelle und jagde ihm eine Kugel ins Herz. Natürlich wäre es auch eine Leichtigkeit, die Pizza zu vergiften.
DaSilva mochte gar nicht über die Gefahren nachdenken.
Die Sachen, die im Kühlschrank waren konnte man auch nicht mehr essen. Das hatte er schon am Morgen überprüft.
Es half nichts.
DaSilva ging in das Schlafzimmer, nahm die kugelsichere Weste aus dem Schrank und steckte sich die Ninja-Geheimsterne in die Stiefel.
Er würde zum irgendeinem Mc Donalds fahren und dort einen BigMac essen.
Er betete zu Gott, dass er den morgigen Tag erleben würde.
Endlich wieder arbeiten!

Posted by banana at 10:40 EM | Comments (10)
August 10, 2004
Achtung auf der Flip Flop Scheibe

Wenn Du fröhlich bist, dann klatsche in die Hand
Wenn Du fröhlich bist, dann klatsche in die Hand
Ja Du kannst es allen zeigen, musst Gefühle nicht verschweigen
Wenn Du fröhlich bist, dann klatsche in die Hand

Wenn Du fröhlich bist, dann stampfe mit dem Fuß
Wenn Du fröhlich bist, dann stampfe mit dem Fuß
Ja Du kannst es allen zeigen, musst Gefühle nicht verschweigen
Wenn Du fröhlich bist, dann stampfe mit dem Fuß

Bis dahin ist ja noch alles in Ordnung. Kann mir aber bitte mal jemand erläutern, wie ich Wenn Du fröhlich bist, dann klatsch Dir auf die Seite sowie Wenn Du fröhlich bist, dann schnippe mit den Fingern Versmassmäßig unterbringen soll? Da wurde doch bei der Übersetzung mal wieder gehuddelt. Die meisten Dinge sind ja im Original besser. Das gilt auch für dieses Lied. In der ersten Strophe hat man sich noch einige Gedanken gemacht. Es heißt Wenn Du fröhlich bist, dann klatsche in die Hand, statt Wenn Du fröhlich bist, dann klatsche in die Hände. Dort hat das Versmass über die Grammatik gesiegt. Ebenso in der zweiten Strophe, wo man nicht mit den Füssen, sondern nur mit dem Fuß stampfen soll (der Englisch sprechende Teil der Welt stampft derweil munter weiter mit beiden Füssen. Außerdem müsste es doch eigentlich Wenn Du fröhlich bist, dann stampfe mit den Füssen auf heißen und dann wäre der Rhythmus komplett beim Teufel). In der dritten und vierten Strophe aber hatte man keinen Bock mehr, sich um solche Nickeligkeiten, wie Versmass zu kümmern. Da wurde einfach knallhart eingedeutscht. So muss das doch nicht sein! Man muss sich nicht immer 100% an die Vorlage halten, sondern kann sich auch etwas davon entfernen. Folgendes wäre denkbar:

Wenn Du'n Nazi siehst, dann hau ihm eins aufs Maul
Wenn Du'n Nazi siehst, dann hau ihm eins aufs Maul
Starte keine Denkprozesse, hau ihm gleich was auf die Fresse
Wenn Du'n Nazi siehst, dann hau ihm eins auf Maul

Ja, das ist doch schon mal ganz gut. Die Länder könnten das in die Lehrpläne aufnehmen. Das wäre mal ein politisches Statement. Oder so:

Siehst Du'n Skinhead kommen, tritt ihm in den Sack
Siehst Du'n Skinhead kommen, tritt ihm in den Sack
Stelle nicht erst dumme Fragen, ramm' die Faust ihn in den Magen
Siehst Du'n Skinhead kommen, tritt ihm in den Sack

Es ist doch wirklich nicht so schwer, einen gescheiten Text hinzubekommen, wenn man sich nur ein kleines bisschen Mühe gibt.

Posted by banana at 06:53 EM | Comments (8)
August 09, 2004
If you're happy and you know it wet your pants

Was passt nicht in die Reihe?
- Nordic walking
- Westernreiten
- Southern Comfort

Aus: Gespräche mit banana. Heute: Das neue Fahrrad.
dns: Mein Mann hat mir gestern ein neues Fahrrad mitgebracht.
bna: Und?
dns: Das ist der letzte Dreck. So ein komisches Mountainbike. Damit kann man gar nicht fahren. Da ist mein 30 Jahre altes Fahrrad besser.
bna: Was ist das denn für eins?
dns: Keine Ahnung. Irgend so ein billig Mountainbike.
bna: Was hat es denn gekostet?
dns: 80 Euro.
bns: Na, dann kann man nicht viel erwarten.
dns: Ich kann mit dem Ding nicht fahren. Ich hab dann meinen Mann zum Fahrradhändler geschickt, damit der mal schaut, ob damit alles in Ordnung ist.
bna: Und?
dns: Der Fahrradhändler hat gesagt, er würde es nehmen, aber nur, um es draußen hinzuhängen, damit man sieht, daß es ein Fahrradgeschäft ist.
bna: Oh.
dns: Und er hat gesagt, das könnte man am Offenbacher Hauptbahnhof abstellen und es würde nicht geklaut werden.
bna: Und jetzt?
dns: Ich hab gesagt, ich will das Ding nicht mehr.
bna: Was habt Ihr gemacht.
dns: Ich habs gestern Abend am Offenbacher Hauptbahnhof abgestellt.
bna: Echt?
dns: Ja. Heute morgen habe ich geguckt. Und es war noch da.

Posted by banana at 06:55 EM | Comments (2)
August 06, 2004
Strumming my pain with his fingers

Bis jetzt habe ich fast jede Fahrt auf einer Achterbahn genossen. Nur zwei Fahrten habe ich als sehr unangenehm in Erinnerung. Beide fanden auf der gleichen Bahn statt: Pepsi Max Big One im Blackpool Pleasure Beach.
Big One war Europas erster Hyper Coaster (Achterbahn, die höher, als 60 Meter sind) und wurde 1994 von Arrow Dynamics gebaut. Die Bahn ist ungefähr 65 Meter hoch und das ist eine Menge, wenn man in einem Achterbahnwagen sitzt.
Wir kamen in Blackpool an und wurden von Möwen vollgekackt. Dann besorgten wir uns unsere Armbänder, die als Fahrscheine für die Attraktionen dienen und machten uns gleich auf zu Big One. Wir wollten in der ersten Reihe fahren und nicht besonders lange auf den Ritt warten.
Als wir in der Station waren, lief Big One noch im Testbetrieb. Gerade verließ ein Zug die Station, auf jedem Sitz war ein Sandsack festgeschnallt. Durch die Fenster konnten wir sehen, wie der Zug den Lift Hill hinaufgezogen wurde. Der Zug schien einige Mühe zu haben und die Schienen könnten auch mal wieder gestrichen werden. Diese Bahn flösste mir einiges an Respekt, aber nur sehr wenig Vertrauen ein. Ich hätte gerne auf die Fahrt verzichtet, aber das ist als Credit-Schlampe natürlich völlig indiskutabel.
Endlich rollte unser Zug in die Station.
Die Mitarbeiter schnallten die Sandsäcke los, hoben sie aus dem Zug und stapelten sie in der Station. Den Rest des Tages blieben sie da liegen. Warum auch nicht?
Nun konnten wir in der ersten Reihe Platz nehmen.
Meiner Meinung nach verfügt Big One über die hässlichsten Züge der Welt. Sie sind merkwürdig hoch gebaut, in unsäglichen Farbkombinationen angemalt und sehen aus, als hätten sie eigentlich eine Kindereisenbahn werden sollen. Die Gestalt der Züge legt die Annahme nahe, dass ein ziemlich hohes Tier bei irgendeiner Firma entscheidend bei der Gestaltung mitgewirkt hat.
Die Sitze sind hart, der Wagen hat an der Innenseite jede Menge Ecken und Kanten, an denen man sich die Beine anschlagen kann und der Bügel, den man sich vor den Bauch drückt sieht aus, als wäre er vorher in einem Kinderkarussel im Einsatz gewesen. Ich hielt es auf einmal gar nicht mehr für so eine gute Idee, mich in diesem Gefährt auf 65 Meter Höhe hieven zu lassen. Der Gurt erhöhte mein subjektives Sicherheitsempfinden nur ein ganz kleines Bisschen, so fest ich ihn auch anzog.
Mit einem Ruck fuhr der Zug los.
'No Click' Sven sah zu mir herüber und sagte "Und? Arme hoch, oder?"
Ich antwortete nicht.
Das Hochnehmen der Arme ist normalerweise Pflicht beim Achterbahnfahren, aber je höher der Zug gezogen wurde und näher wir dem Drop kamen, desto unwahrscheinlicher wurde das.
Gedanken kamen in mir auf. Ich fragte mich, ob es in England einen Tüv gab, ob 'No Click' Sven genau so viel Schiss hatte, wie ich, warum der Zug so wackelte, ob die Biegungen im Lift Hill so gewollt waren, ob ich meinen Nachlass richtig geregelt hatte und ob es irgendwo einen Not-Aus Schalter in meiner Reichweite geben würde. Mittlerweile war ich mir sicher, dass ich meine Arme nicht hochnehmen würde. Ich würde die gebrauchen, um mich mit aller Kraft an diesem Wagen festzukrallen. Es war die schiere Angst, aus dem Wagen geschleudert zu werden.
Der erste Drop war dann auch wirklich spektakulär. Der Zug wird ruppig um eine Kurve geworfen und dann saust man 60 Grad steil 60 Meter in die Tiefe.
Das war?s dann auch schon. Der Rest der Fahrt ist schmerzhaft, langweilig und beängstigend. Es gibt keine Airtime, weil der Zug beim Erklimmen der Hügel so langsam wird, dass man nicht aus dem Sitz gehoben wird. Das ist eigentlich eine feine Sache, denn würde Big One derart starke negative G-Kräfte entwickeln, wie zum Beispiel Expedition GeForce, so würde man ob der naiven Befestigung garantiert aus der Chaise katapultiert werden.
Die Bahn fährt sich ziemlich ruppig. Dort kann sie ihr Alter und ihre Herkunft aus dem Hause Arrow Dynamics nicht verbergen. Meiner Meinung nach waren die Kurven gegen Ende der Fahrt für die Geschwindigkeit des Zuges zu stark überhöht. Ich hatte dauernd Angst, ich würde aus dem Zug fallen.
Diese Bahn ist keine Bahn für mich, obwohl der Thrill-Faktor kaum zu überbieten ist. Nichts schlägt echte Todesangst.
'No Click' Sven hänselte mich während der Fahrt "Was sehe ich denn da? Sind da etwa die Hände unten?" er selbst hatte sie aber auch nur ganz kurz oben, nämlich genau so lange, bis die Bahn einen Schlag austeilte und er sich ordentlich sein Knie anschlug.
Wir fuhren trotzdem noch einmal. Warum? Because we could.

Posted by banana at 07:02 EM | Comments (7)
August 05, 2004
Billie und Tine machen einen Ausflug

"Komm schnell" rief Billie Tine zu "wir wollen doch heute mit Blecky und Fleckchen ausreiten!"
Tine war ganz ausser Puste, als sie mit dem Fahrrad auf den Reiterhof gefahren kam. Billies Wangen glühten vor Freude. Die beiden Mädchen fieberten schon seit Tagen dem gemeinsamen Ausflug entgegen.
"Tut mir leid, dass ich zu spät bin" sagte Tine "aber Großmutter wollte mir noch eine Geschichte von damals erzählen. Sie hatten ja nichts."
"Das macht nichts" sagte Billie "jetzt bist Du ja da. Nun soll es aber gleich losgehen. Ich habe Blecky und Fleckchen schon gestriegelt, getränkt und aufgezäumt."
"Du bist echt 'ne Wucht, Billie. Ich bin so froh, dass Du meine Freundin bist."
"Ja, ich weiß." sagte Billie "Viele Mädchen wollen meine Freundin sein."
Hans führte die beiden Ponys vor. Behende stiegen die Mädchen in die Sättel.
"Wollt ihr nicht meinen Ghettoblaster mitnehmen? Dann könnt ihr unterwegs Hip Hop hören" schlug Hans vor.
"Ach nein, Hans." Billie schüttelte den Kopf "Wir haben uns so viel zu erzählen. Außerdem wird Blecky von Hip Hop immer so unruhig. Sie steht mehr auf Deep House."
"Na dann, viel Spaß wünsche ich den jungen Damen."
Die beiden Mädchen kicherten. Sie fanden Hans zum kotzen mit seinem scheiß Hip Hop.
Sie ritten vom Hof. Es war ein herrlicher Tag, die Sonne schien von einem blauen Himmer herab und die Vögel sangen in den Weiden.
"Wohin reiten wir eigentlich?" fragte Billie.
"Wir wollten doch zu der alten Mühle reiten." antwortete Tine.
"Ach, die alte Mühle ist doch fad. Laß uns lieber zum Truppenübungsplatz reiten. Dort können wir mit den Ponys das Gelände erkunden." wandte Billie ein.
"Aber unsere Mütter haben uns verboten, zum Truppenübungsplatz zu reiten. Es ist viel zu gefährlich dort." sagte Tine.
"Ach, papperlapapp. Die verbieten ja immer alles, was Spaß macht."
Die Mädchen lachten.
"Also auf zum Truppenübungsplatz!" riefen beide und gaben den Ponys die Sporen.
Eine halbe Stunde später standen sie am Rande des Truppenübungsplatzes. Überall standen Schilder, auf denen stand, dass das Betreten strengstens Verboten sei.
"Lass uns Rast machen. Fleckchen ist schon ganz ausser Puste." sagte Tine.
"Nein, wir reiten erst ein bißchen auf den Platz. Da können wir immer noch rasten. Dort ist es viel spannender." bestimmte Billie.
"Na gut" sagte Tine. Mit ihren Ponys übersprangen sie den Zaun des Truppenübungsplatzes. Sie kämpften sich eine Weile durch das unwegsame Gelände, aber sie kamen nicht gut voran. Endlich fanden sie eine Stelle mit einem Teich. Dort machten sie Rast. Fleckchen trank an dem Teich. Blecky suchte sich ein schattiges Plätzchen unter ein paar Bäumen.
Billie zündete sich erstmal eine an.
"Ich finde es hier doof." sagte Tine.
"Ja. Ich habe es mir auch besser vorgestellt." meinte auch Billie "ich rauche noch schnell fertig und dann drehen wir wieder um."
Plötzlich hörten sie ein pfeifendes Geräusch, das immer lauter wurde.
Dann gab es einen dumpfen Schlag, der Boden bebte und Erde spritzte in alle Richtungen. Wo eben noch der Teich und Fleckchen gewesen waren, klaffe nun nur noch ein tiefer Krater.
"Oh nein!" rief Tine.
"Das hat uns grade noch gefehlt." sagte Billie.
"Voll krass!" meinte Tine "Aber wie komme ich denn jetzt nach Hause?"
"Ich hab's!" Billie hatte eine Idee "Wir reiten beide auf Blecky!"
"Genau. Aber jetzt nichts wie weg von hier. Ich find's hier irgendwie unheimlich."
Sie schwangen sich beide auf Bleckys Rücken und ritten los.
Als sie am Reiterhof ankamen, fragte Hans "Nanu! Wo ist den Fleckchen geblieben? Und wie seht ihr eigentlich aus? Ihr wart doch nicht etwa auf dem Truppenübungsplatz und Fleckchen ist kaputtgebombt worden?"
"Nein. Der ist uns bei der alten Mühle durchgangen und nicht wieder zurückgekommen." log Billie.
"Naja, der war schon immer etwas eigensinnig. Dann bekommst Du halt ein neues Pony. Wir haben ja zum Glück genug." sagte Hans und lachte.
Manchmal war Hans doch schwer in Ordnung.

Posted by banana at 07:29 EM | Comments (10)
August 04, 2004
She's the hunter, you're the fox

Heute: 10 klasse Witze, die Sie jederzeit reissen dürfen, weil sie garantiert noch niemand gehört hat und sie auch niemandem so tierisch auf den Saque gehen, dass man Sie dafür von den Schneidezähnen befreien wird:

1) Ein Kollege sitzt auf am Platz eines anderen Kollegen? Versuchen Sie's doch einfach mal damit:
Oh, [NameDesKollegenDerDaNormalSitzt]! Du hast Dich aber verändert!
Zum totlachen!

2) Ein Kollege war beim Friseur? Parieren Sie ganz spontan mit:
Den Prozess gewinnst Du!
Ein echter Knaller!

3) Nach einem Regenguss kommt ein Kollege völlig durchnässt ins Büro. Stellen Sie sich doch einfach dumm und fragen:
Regnet's daussen?
Zum piepen!

4) Etwas ist Ihnen heruntergefallen? Überspielen sie diesen kleinen Faux Pas doch einfach mit einem lockeren:
Tritt sich fest!
Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt!

5) Ein Kollege musste niessen? Beweisen Sie ihr Weltbürgertum und sagen Sie:
Schönheit!
Da haben Sie die Lacher auf Ihrer Seite.

6) Sie und ein Kollege wollen durch die gleiche Tür? Lockern Sie die Stimmung auf und sagen Sie:
Alter vor Schönheit!
Eine echte Granate!

7) Sie wollen noch mehr saufen? Heben Sie das Glas und sagen Sie:
Zwischen Leber und Milz passt immer noch ein Pils!
Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt!

8) Ein Kollege hat Sie nach Ihrem Gehalt gefragt. Entwaffnen Sie ihn mit einem:
Willst Du wissen, was ich bekomme, oder was ich verdiene?
Da bleibt kein Auge trocken.

9) Ein Kollege hat kurzfristig Probleme mit Links und Rechts? Helfen Sie ihm mit einem:
Links ist da, wo der Daumen rechts ist!
Ach, wie Sie das immer bringen.

10) Ein Kollege geht schon um fünf Uhr. Schauen Sie auf die Uhr und fragen Sie:
Na, 'nen halben Tag Urlaub?
Da wird sogar Anke Engelke blass.

Oder halten Sie einfach mal die Fresse.

Posted by banana at 07:31 EM | Comments (21)
August 03, 2004
Ein Beitrag über Kackvögel

Ein Vogel versetzt meine Kollegen in Angst und Schrecken. Der Größe seiner Kackhaufen nach zu schließen, muss es ein sehr großer Vogel sein. Ein Adler, ein Kondor oder ein Strauss vielleicht. Er kackt alle Autos komplett voll, die unter Laternen geparkt sind. Und das schon konsequent seit ein paar Tagen. Vielleicht ist es auch eine Kack-Connection, die aus mehreren Vögeln besteht, denn wir reden hier über sehr viel Vogelkacke.
Ich stelle mir das eigentlich ganz lustig vor, wie so ein kleiner Drecksackvogel tagelang alles an Beeren, Samen und Würmern in sich reinfrisst und unter Qualen nicht kackt, bis er dann apfelschwer zu einer Laterne flattert, sich endlich triumphierend niederlässt und großspurig die Autos vollkackt. So ein Attac-Vogel.
Aber mir ist das Auto auch nicht zugeschissen worden.
Ich sehe nur die fluchenden Autobesitzer, die sich selbst darüber informieren, wie aggressiv Vogelkacke sein kann.
Sicher sitzt dann irgendwo der Vogel im Gebüsch und lacht sich ins Fäustchen. Vielleicht ist seine Vogelmama überfahren worden und nun rächt sich der kleine Vogel an den Menschen.
Ich saß einmal in einem silbergrauen Opel Omega. Ich saß auf dem Beifahrersitz. Auf dem Fahrersitz hatte eben noch ein Freund von mir gesessen, dessen ganzer Stolz dieser Opel war. Nun war der Freund aber in die Bank gegangen, um Geld zu holen und hatte mich alleine im Auto zurückgelassen.
Ich drehte ein bisschen am Radio herum, als ich plötzlich ein feucht klopfendes Stakkato hörte. Ich blicke auf und sah durch einen Asteroidengürtel aus Vogelscheisse hindurch meinen Kumpel, der seinen Mund und seine Augen fassungslos aufgerissen hatte.
"Das gibt's doch nicht!" rief er "Guck Dir das mal an!"
Ich stieg aus. Die Vögel hatten ganze Arbeit geleistet.
Der ganze Opel war vollgeschissen. Die Motorhaube, die Windschutzscheibe, das Dach, die Heckscheibe und der Kofferraumdeckel waren weiß und schwarz betupft. Das wirklich Erstaunliche dabei war, dass die Strasse und der Bürgersteig nicht vollgekackt waren. Auch die anderen in der Nähe parkenden Autos waren nicht markiert worden.
Es war eine herausragende technische und logistische Leistung im Bereich des Zugvogelkackens, denn so viel Kacke konnte nicht aus einem einzigen Vogel kommen.
Mein Kumpel war sehr schockiert, ich musste mir das Lachen verkneifen. Ein bisschen fühlte ich mich auch schuldig. Ich weiß nicht warum, denn ich hatte die Vögel nicht darum gebeten.
Natürlich fuhren wir sofort in die Waschanlage.
Ein anderes Mal war ich mit meiner Mutter beim Einkaufen in der Stadt. Es war sehr voll in der Stadt, denn es war ein schöner Samstag im Sommer.
Um so mehr freuten wir uns, dass wir noch mitten in der Innenstadt einen Parkplatz bekamen. Sogar ein Schattenparktplatz unter einem Baum.
Als wir vom Einkauf zurück kamen, da merkten wir, warum der Parkplatz noch frei gewesen war. Das ganze Auto war vollgekackt, denn auf dem Baum saßen überall große Vögel, dösten und kackten. So hatten wir wieder etwas gelernt und fuhren natürlich sofort in die Waschanlage.
Das Schimmelpimmellied
Ist das da Schimmel
auf Deinem Pimmel?
Das stinkt zum Himmel
Aloha-he.

Ist das da Rotze...
Ja, dieses Lied rundet den heutigen Beitrag niveau-mässig schön nach unten ab.

Posted by banana at 07:28 EM | Comments (18)
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