Juli 30, 2004
Sir, can you help me?

Wie bescheuert ist dieses Rumpelstilzchen eigentlich? So blöd muß man doch erstmal sein.
Heute back' ich, morgen brau' ich, übermorgen hol ich der Königin ihr
Kind; ach, wie gut dass niemand weiß dass ich Rumpelstilzchen heiß!

Zur Erinnerung: Es geht um das Kind der Königin. Er bekommt das Kind nur, wenn die Königin seinen Namen nicht errät.
Das wirft natürlich die Frage auf, was das Rumpelstilzchen eigentlich mit einem Kind will. Man hat es schließlich nicht leicht, als alleinerziehendes Männchen. Ich unterstelle ihm mal, dass es ihm vornehmlich darum geht, das Kind der Königin wegzunehmen. Darüber hinaus wird er sich über Erziehungsfragen wohl noch keine Gedanken gemacht. Seine Begündung lautet "etwas Lebendes ist mir lieber als alle Schätze der Welt". Tja, wer Stroh zu Gold spinnen kann, der hat leicht reden.
Jedenfalls würde es mich nicht wundern, wenn er noch nicht über die Erziehung des Kindes nachgedacht hätte, denn auch sonst macht er sehr törichte Dinge.
Er tanzt zum Beispiel um das Feuer und brüllt genau die Information in die Nacht, die die Königin braucht, damit sie ihren Balg behalten kann.
Die Erklärung für dieses merkwürdige Verhalten steckt unter Umständen schon im Vers des Rumpelstilzchen. Heute back' ich, morgen brau' ich.... Ist der Gnom vielleicht besoffen, als er da so ums Feuer rumtanzt.
Ich persönlich habe schon einige Leute ums Feuer tanzen sehen und ein erschreckend hoher Anteil dieser Leute war strack, wie tausend Russen.
Darüber, was der Knilch denn da backen könnte, wollen wir gar nicht erst spekulieren.
So kommt es dann auch, wie es kommen muß. Ein Bote der Königin belauscht den berauschten Bauschbartträger und erfährt somit den Namen. Das wars dann wohl gewesen. Aus der Traum. Der Kinderwunsch des Rumpelstilzchen bleibt unerfüllt. Wahrscheinlich ist es auch besser so.
Das Rumpelstilzchen braucht sich aber wirklich nicht zu wundern. Da könnte man ja auch die PIN auf seine EC-Karte schreiben, ungeschützten Sex mit Fremden haben oder Auto fahren, ohne sich anzuschnallen. So blöd ist natürlich keiner.
Noch weitere Aspekte der Geschichte zeigen uns, wie blöd, oder sagen wir lieber, wie geschäftsuntüchtig das Rumpelstilzchen eitgentlich ist: Es nimmt als Lohn dafür, dass es eine ganze Kammer voller Stroh zu Gold spinnt, erst ein Halsband und dann einen Ring entgegen. Ich wage zu behaupten, dass das Gold, das aus dem Stroh gesponnen worden ist, mehr wert war, als das Halsband oder der Ring. Wieso lässt sich das Rumpelstilzchen dann auf diesen Kuhhandel ein? Ist es da schon besoffen?
In der dritten Nacht verspinnt er das Stroh für das Versprechen, das erste Kind des Mädchens zu bekommen. Natürlich konnte das vertraglich nicht festgehalten werden, da es sich um Menschenhandel handelt. Trotzdem geht das Mädchen, das jetzt Königin ist, ein Jahr später noch auf den Handel ein, obwohl er jeglicher rechtlichen Grundlage entbehrt. Wäre Rumpelstilzchen schlau gewesen, so hätte es das Kind gleich mitgenommen. Aber nein - er bekommt Mitleid mit der Königin und gibt ihr drei Tage Zeit, seinen Namen herauszufinden.
Das erinnert mich stark an James Bond filme. Statt James einfach über den Haufen zu ballern, wollen die Schurken den Geheimagenten immer auf möglichst spektakuläre Weise umbringen. Sie binden ihn auf einen Tisch und lasern ihn in der Mitte durch oder sowas. Damit öffnen sie seinen Rettern natürlich Tür und Tor.
Ach ja, wenn man nicht alles selbst macht. Selbst schuld, kann ich da nur sagen.
In den Arsch gekniffen ist übrigens auch der König. Er heiratete die Müllerstochter, weil er annahm, dass sie Stroh zu Gold spinnen kann und sie deswegen die reichste Frau der Welt sei. Das war sozusagen der Vorläufer des Wonderbra.
Allerdings ist es auch ziemlich naiv, anzunehmen, dass jemand Stroh zu Gold spinnen kann. In diesem Königreich scheinen alle dauernd besoffen zu sein, einschließlich des feinen Herrn Königs.
Wiedereinmal frage ich mich, was wir unseren Kindern eigentlich für Geschichten erzählen.

Posted by banana at 01:55 EM | Comments (29)
Juli 28, 2004
Word to your mother!

Sind manche Leute eigentlich von Geburt aus merkwürdig, werden sie durch die Erziehung merkwürdig oder werden sie erst später merkwürdig, weil sie Physik studieren oder nächtelang Rollenspiele gespielt haben (und da meine ich jetzt nicht die Rollenspiele, bei denen einer die böse Krankenschwester und der andere der ungezogene Patient ist)?
Wahrscheinlich müssen einige Faktoren in ungünstiger Konstellation zusammenkommen. Besonders viele Faktoren müssen es aber nicht sein, denn es gibt sehr viele merkwürdige Menschen.
Fest steht auf jeden Fall, dass Menschen mit merkwürdigen Eltern meist auch selbst merkwürdig sind. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel.
Da war gestern diese Mutter mit ihrer Tochter, die durch Ikea schimmelten. Am Anfang machte es mir nichts aus, hinter den beiden herzulaufen, weil die Tochter einen hübschen Hintern hatte, aber als ich aus dem Hormonschock wieder aufwachte, stellte ich fest, dass wir uns nur mit etwa einem Dezimeter pro Sekunde durch das Geschäft bewegten und das war mir dann doch etwas zu langsam. Arsch hin oder her.
Vielleicht hatte ich Speed genommen, aber ich konnte mich nicht daran erinnern. Vielleicht wurde hier auch nur Die Entdeckung der Langsamkeit gelebt (§§a href="http://www.spackonauten.org/aktuell/archiv/2003_02.html#000206">Liebe kann man ja laut Michelle ja auch leben§§/a>).
Hier waren eindeutig beide merkwürdig. Vielleicht waren sie auch nur leidenschaftlich unambitioniert. Auf jeden Fall aber ist die Welt für sie ein herrlicher Platz, an dem es jeden Tag neue geheimnisvolle Dinge zu entdecken gibt. Das wurde mir klar, als ich sie am Hotdog-Stand wieder vor mir in der Schlange stehen sah.
Sie hielten zwei Meter Abstand zu ihrem Vordermann. Wahrscheinlich hatten sie das in der Bank gelernt. Als sie an der Reihe waren und nach ihrer Bestellung gefragt wurden, da machten sie ein Gesicht, als wollten sie "So haben wir das nun auch wieder nicht gemeint" sagen. Sie bestellten zwei Softdrinks und bekamen ihre Becher, die die Mutter ziemlich gerecht unter ihnen beiden aufteilte. Die Tochter besah ihren interessiert. Nach kurzer Zeit schien ihr die grundsätzliche Funktionsweise einzuleuchten. Da war dieser Punkt auch geklärt und beide diffundierten zum Getränkeautomaten, der wenige Sekunden vorher von zwei halbwilden Damen unter Rütteln und Schütteln lautstark als "kaputt" stigmatisiert worden war.
Das brachte die beiden Mädels aber nicht von ihrem Weg ab. Sie stellten sich vor den Automaten und begannen damit, zu versuchen zu verstehen, wie dieses Ding funktionieren konnte. Dabei versperrten sie komplett den Ausgang. Ich wartete eine halbe Minute mit meiner blauen Ikea-Tasche und meinen beiden Hotdogs. Dann wurde mir klar, dass ich handeln musste, denn es könnte einige Tage dauern, bis das Projekt hier abgeschlossen war. Sie waren offensichtlich gerade dabei, herauszufinden, wo bei der Maschine vorne und wo hinten war.
Also drängte ich mich einfach ganz unhöflich mit mürrischer Miene vorbei.
Wahrscheinlich stehen sie da jetzt noch.
Eigentlich waren die beiden nicht wirklich merkwürdig, sondern nur sehr langsam.
Thema verfehlt, 5+

Posted by banana at 07:36 EM | Comments (13)
Juli 27, 2004
6 Gramm Caratillo

Manchmal denke ich, wir gehen mit der Erde um, als hätten wir noch eine zweite im Kofferraum. Zum Beispiel, wenn achtlose Menschen ihr Papier einfach so auf die Strasse werfen. Das muss doch nicht sein! Dafür gibt es doch Mülleimer.
Wer hat eigentlich den Mülleimer erfunden?
Einige Menschen werden sich ganz schön in den Arsch beissen, weil sie einfach zu früh geboren worden sind. Eigentlich können sie sich nicht mehr in den Arsch beissen, weil der Arsch bereits vermodert ist, aber das sagt man halt so. Dafür kann ich ja nichts. Man kann mich ja wohl nicht für alle Mißstände in der Welt verantwortlich machen, auch wenn das einige gern tun würden. Aber so läuft der Hase nicht durch den Pfeffer! So nicht!
Der Mensch, der zum Beispiel den Tisch erfunden hat. Der wird sich ganz schön Ärgern, wie er da so im Himmel sitzt auf seiner Wolke. Der wird sich grün und blau ärgern. Er sieht, wie Leute, die so komische Sachen erfunden haben, wie zum Beispiel den iPod, voll die Anerkennung kriegen und fett die Kohle aufs Konto gepumpt kriegen und er kriegt nichts. Keine Anerkennung und keine Kohle, obwohl er doch so eine wichtige Sache, wie den Tisch erfunden hat.
Ohne Tisch würden die meisten Leute ziemlich blöd dastehen, bzw. sitzen. Man wüsste dann nicht, wo man seinen Teller draufstellen soll oder seinen Monitor. Natürlich könnte man solche Sachen auch auf den Schoß stellen, aber das wäre ziemlich unbequem. Wer sich schonmal einen Teller heisse Suppe über die Beine gekippt hat, der wird ein Liedchen davon singen können, von was ich hier spreche.
Und? Bekommt der Erfinder des Tisches etwa Ehre? Nein! Weil keiner weiß, wer den Tisch erfunden hat. Er war zu spät dran. Da war Benjamin Franklin schlauer. Der hat noch gewartet mit der Erfindung vom Strom.
Wenn der Tisch erst vor ein paar Jahren erfunden worden wäre, dann sähe das schon wieder ganz anders aus! Dann wäre das ganz dick an die große Glocke gehängt worden. Die größte Erfindung aller Zeiten und so weiter. Schließlich hätte der Tisch dann eine Menge Probleme gelöst, mit denen sich die Menschen schon seit Angedenken herumschlagen. Verbrannte Beine, umgetretene Vasen und nutzlose Tischdecken sind da nur die Spitze eines Eisberges, der da still und träge auf dem Meer dümpelt, das Spekulation heisst.
Wahrscheinlich würde der Tisch dann auch nicht Tisch heissen, sondern Domestic Horizontal Storage Platform (DHSP) oder iStore oder sowas (So lange Du diene Füsse unter meine Domestic Horizontal Storrage Platform stellst, wird gemacht, was ich sage!). Das Ding wäre dann auch sofort patentiert, bevor jemand "Nehmen sie Platz" gesagt hat. Dann würde es Klone geben und endlose rechtliche Streitigkeiten und so weiter und so fort. Ich will gar nicht darüber nachdenken.
Es bleibt aber dabei: Derjenige, der den Tisch erfunden hat, der ist ganz schön in den Arsch gekniffen. Da erfindet man so tolle Sachen und keine Sau weiß es.
Ähnliches gilt natürlich für das Rad, die Kerze, die Flasche, das Messer, die Creme, die Kette, die Tapete und viele andere Dinge, die uns in unserem täglichen Leben umgeben.

Posted by banana at 08:21 EM | Comments (1)
Juli 25, 2004
Endlich!

Endlich habe ich es geschafft! Der Traum, für den ich lange gearbeitet habe, ist nun in Erfüllung gegangen.
Man hat mich aufgenommen.
Meine Aufnahme wird den Deutschen Achterbahnsport entscheidend nach vorne bringen. 'No Click' Sven hat es übrigens auch geschafft. Meinen Glückwunsch!

Posted by banana at 07:41 EM | Comments (0)
Juli 22, 2004
Reine Buttermilch

Im Grunde weiß man, dass der Spass vorbei ist, wenn zum ersten mal zum Grillen einer diese Alu-Schälchen mitbringt, die man auf den Grill legt.
Dann war's das mit dem Spass. Dann ist Vernunft angesagt, dann hat jemand andere Interessen und vor allem mehr Zeit für die Vorbereitung des Grillens aufgebracht, als ein paar unentschiedene Sekunden vor der Fleischtheke.
Derjenige, der die Aluschalen mitgebracht hat, erzählt dann meistens davon, wie ungesund es ist, wenn das Fett ins die Glut tropft und wie noch viel ungesunder verbranntes Fleisch ist.
Das will man alles gar nicht hören. Das interessiert einen nicht. Man hat seine Grillunschuld verloren. Dann wird man nie wieder dem romantisch tropfenden Fett zuschauen können, wie man es noch vorher gemacht hat. Man wird auch nie mehr mit dieser naiven Freude zuschauen können, wie lackiertes Holz seine Farben unter dem Grillrost ändert.
Mein schönstes Grillerlebnis war an dem Tag, an dem wir keinen Grill hatten. Wir sassen in einem Pavillon am Waldesrand um ein passelndes Feuer herum. Das Holz hatten wir uns auf die eine oder andere Art besorgt, auf die ich hier lieber nicht näher eingehen will.
Allein uns fehlte ein Grillrost. Nach kurzem Nachdenken fuhr jemand los und holte ein etwa einen Quadratmeter grosses Fussrost von unserer Schule. Das Ding lag sonst über einem der Lichtschächte für die Fenster im Keller.
Nachdem das Rost über der Glut ordentlich durchgeheizt war und wir sicher waren, dass alle bösen Keime und Erreger tot waren, legten wir unsere Fleischlappen darauf. Es war ein guter Grill. Vielleicht war ich auch nur zu besoffen, um in dieser Hinsicht noch kritikfähig zu sein.
Ich glaube, wir haben das Rost sogar wieder zurückgebracht. Da bin ich mir aber nicht ganz sicher. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass an der Schule plötzlich eines der Roste schwarz verkokelt war.
Am Wochenende habe ich dann meine Grillunschuld wiedererlangt und zwar durch einen dieser Einweggrills. Eine Aluschale, komplett mit Holzkohle, Grillanzünder und einem Rost. Man zündet den Anzünder an, pustet etwas, wartet und schon hat man den schönsten Grill, den man sich wünschen kann.
Hinterher schmeisst man den Grill dann weg.
Das ist echtes Grillen! Rauh, echt und unmittelbar.
Ich hatte kurz mit dem Gedanken gespielt, zehn dieser Grills nebeneinander auf die Wiese zu stellen und Fire Walking Seminare anzubieten. Aber ich hatte leider nicht genug Grills dabei.
Einweggrillen ist echtes Grillen.
Was wollen die ganzen Deppen mit ihren Gasgrills? Mit ihren Kugelgrills? Mit ihren Säulengrills? Oder sogar mit ihren gemauerten Grills? Alles für verweichlichte Säcke, die angeben wollen.
Einweggrillen ist die Macht!
Jawohl!

Posted by banana at 07:18 EM | Comments (1)
Juli 20, 2004
Ich bin wirklich obercool

Das Motorradrennen am Sachsenring war interessant. Überraschender Weise war das Wetter sehr gut und so kam es, dass ich auf die Hitze nicht besonders gut vorbereitet war. Zum Glück hatte ich zufällig Sonnencreme dabei, sonst hätte ich diesen Tag wohl nicht überlebt. Den ganzen Tag brannte die Sonne auf mein Köpfchen herunter, dass es eine Art hatte und es war bestimmt 30° warm.
Als kurz vor drei das MotoGP rennen vorbei war, hatte ich die Faxen dicke. Ich wollte nach Hause.
Das wollten auch die ca. 90.000 anderen Zuschauer, was ich ihnen noch nicht einmal übel nehmen kann, denn sie hatten auch den ganzen Tag über in der Sonne gebraten.
Leider scheinen die Zufahrten zu den Parkplätzen nicht wirklich für diese grosse Anzahl von Zuschauern ausgelegt zu sein.
Wenn man es ehrlich betrachtet, dann scheinen sie nur für verdammt unbeliebte Sportarten ausgelegt zu sein. Vielleicht hätte man auch einfach nicht so vielen Leuten Bescheid sagen sollen, dass dort ein Motorradrennen stattfindet.
Schon bei der Anreise hatte ich meine Probleme, die Zufahrt zum Campingplatz zu finden. Zwar stand dort ein Schild, das die Strasse mehr oder weniger deutlich als Zufahrtstrasse auswies, ich konnte es aber schlicht und ergreifend nicht glauben. Zum einen fuhr keiner in die Strasse hinein, zum anderen war es eine ziemlich enge Gasse und obendrein war es eine Sackgasse.
Es war dann aber tatsächlich die Zufahrt zum Campingplatz und zum Parkplatz.
Ich würde es eher Feldweg nennen, aber was weiß ich denn schon.
Nach dem Rennen wollten also alle nach Hause. Dazu mussten sie zuerst runter vom Parkplatz. Das war aber gar nicht so einfach.
Schnell bildeten sich Schlangen vor den Ausfahrten. Dann passierte erstmal nichts.
Die Sonne brannte munter weiter und der Wind hatte schon länger eine Auszeit genommen. Ich beschloß, eine Stunde zu warten, mir ein Plätzchen im Schatten zu suchen und erst dann einen Ausbruchsversuch zu starten.
Nach einer Stunde hatte sich nicht wirklich etwas verändert. Es hatten sich nur noch mehr Schlangen kreuz und quer über den Parkplatz gebildet. Es sah aus, wie Monumentalhalma. Ich stellte mich dann aber doch an eine Schlange an.
Alle drei Minuten ging es ein paar Meter vorwärts. Die geschätzte Entfernung zur Ausfahrt betrug ungfähr einen Kilometer, die gefühlte Entfernung ein Lichtjahr. Wenn ich die Ausfahrt erreicht hätte, würde die 400km lange Heimreise eigentlich erst beginnen.
Da geschah etwas. Ein Zaun an einer Seite des Parkplatzes öffnete sich. Vom puren Instinkt geleitet fuhren einige Fahrzeuge sofort auf den Zaun zu und nach einem kurzen Gespräch mit demjeniger, dem der Zaun zu gehören schien, konnten sie passieren. Binnen kürzester Zeit war die Schlange am Loch im Zaun die beliebteste Schlange von allen, denn sie war die einzige, die sich bewegte.
Dann wurde der Zaun wieder geschlossen.
Empörte Autofahrer stiegen aus ihren Karossen und diskutierten mit dem Zaunschliesser. Der gestikulierte wild herum und nach 15 Minuten öffnete er den Zaun wieder, sprach mit jedem, der duch wollte und lies sie passieren.
Das interessierte mich. Ich schaute mir die Sache mal etwas genauer an.
Der Zaun umgab ein privates Grundstück. Verlies man das Grundstück an seinem anderen Ende, so war man praktisch schon vom Parkplatz herunter. Alles wäre so schön gewesen, wenn da nicht der Typ gewesen wäre, der dauernd den Zaun öffnete und schloß und wild gestikulierte.
Es stellte sich heraus, dass es zwei Zaun-Sheriffs gab, die sich offensichtlich eine Good Cop/Bad Cop Strategie angeeignet hatten. Der eine wollte dauernd den Zaun schliessen, weil die Leute ihm seinen Rasen kaputt machten und nichts dafür bezahlen wollten, der andere war stets dafür, den Zaun doch nocheinmal zu öffnen. Es war ein grandioses Schauspiel.
Ich schaute mir die Sache an, stellte mich dann auch an die Zaunschlange an. Nach 3 weiteren Öffnungs- und Schließungsvorgängen des Zaunes war ich an der Reihe, gab dem Mann einen fünf Euro Schein und rollte um kurz vor sechs endlich vom Parkplatz.
Das Geld sei den beiden für ihre grandiose schauspielerische Leistung gegönnt.
Vielleicht sollte man aber doch darüber nachdenken, die Zufahrtsstrassen auszubauen. Oder man erzählt einfach wirklich nicht ganz so vielen Leuten von den Motorradrennen.

Posted by banana at 08:25 EM | Comments (0)
Juli 15, 2004
Dis Generation! Root deniershan

Die erste Single, die ich mir gekauft habe, war Pass the Dutchie von Musical Youth. Ich habe die Single gekauft, auf Kassette aufgenommen und dann versteckt. Ich wurde sehr streng erzogen. Es war mir verboten, Geld für Schallplatten auszugeben. Es war damals mein Lieblingslied, weil ich so sein wollte, wie der Junge, der die Dinge gesungen hat, die ich nicht verstanden habe. Manchmal frage ich mich, was der Junge wohl heute macht. Wahrscheinlich rennt er rum und nervt jeden damit, dass er mal bei Musical Youth war.
Hier einige Auszüge aus dem Text (hätten sie's gewußt?):
This generation
Rules the nation
With version

Music happen to be the food of love
Sounds to really make you rub and scrub

I say Pass the Dutchie on the left hand side
Pass the Dutchie on the left hand side
It a good burn, give me music make me jump and prance
It a go done, give me the music make me rock in the dance

...

'Cause me say listen to the drummer, me say listen to the bass
Give me little music make me wind up me waist
Me say listen to the drummer, me say listen to the bass
Give me little music make me wind up me waist, I say

...

You play it on the radio, a so me say, we a go hear it on the stereo
A so me know you a go play it on the disco
A so me say we a go hear it on the stereo

Dann stand ich heute noch vor einer §§a href="http://www.spackonauten.org/aktuell/archiv/agreement.html" onclick="window.open('http://www.spackonauten.org/aktuell/archiv/agreement.html', 'popup', 'width=479,height=357,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false">sehr kniffligen Wahl... (klicken)§§/a>

Posted by banana at 08:46 EM | Comments (1)
Juli 14, 2004
Mach mal den Paarbierkorb leer

An dieser Stelle möchte ich zunächst auf den Herrn wüstenfloh hinweisen, der eine §§a href="http://www.duettundatt.de/index.php/2004/07/14/bella_ciao">hervorragende Kollektion verschiedener Versionen von Bella Ciao§§/a> angelegt hat.
Sehr schön!
Gestern im Supermarkt wurde ich entweder Zeuge der Vereitelung eines sehr schlecht durchgeführten Verbrechens, oder ich habe einen verdammt tumben Menschen gesehen.
Ich stand an der Kasse, vor mir waren zwei andere. Der Herr, der gerade abkassiert wurde, hatte einen Solariumsonnenbrand im Gesicht und einen solariumsonnenbrandfarbenen Anzug am Leib. Er war ziemlich dick und atmete sichtbar. Er trug eine goldene Brille und ein goldenes Armband.
Er hatte einen Karton auf das Band gestellt, in dem seine Einkäufe waren. Er hatte sich nicht die Mühe gemacht, den Karton auszuleeren.
Das tat nun die Kassiererin für ihn, während er sichtbar atmete und deutlich bemüht war, einen eiligen Eindruck zu machen.
Die Kassiererin nahm ein ums andere Teil aus dem Karton, bis schließlich nichts mehr drin war, außer eines braunen Papiers am Kartonboden.
Am Kartonboden?
Das war nicht der Kartonboden. Die Kassiererin nahm das Papier heraus und zum Vorschein kamen zwei Schichten Dosen. Ich vermute, es waren Mandarinorangen.
"Des wollt isch aber nett" sagte der Mann gleich gereizt, als wäre es nicht er gewesen, der sich den Karton ausgesucht hatte.
Wir wollen dem Mann zuliebe annehmen, dass er den Supermarkt tatsächlich nicht um die gezuckerten Südfrüchte erleichtern wollte. Das wirft dann aber die Frage auf, wie wenig man eigentlich mitbekommen kann von seiner Umwelt und sich trotzdem in Jobs behaupten kann, in denen man goldene Brillen und Armbänder und Anzüge in undefinierbaren Farben trägt.
Jeder macht das. Man hat aus irgendeinem mehr oder weniger triftigen Grund keinen Einkaufswagen, will aber mehr Sachen kaufen, als man mit den Händen tragen kann. Dann läuft man durch die Regal und hält Ausschau nach einem Karton in passender Größe. Hat man den gefunden, so räumt man ihn aus und benutzt ihn dann, um seinen Einkauf darin zu transportieren.
Das hat auch dieser Herr gemacht. Nur hat er eben nicht gemerkt, dass der Karton seiner Wahl noch 24 Dosen Mandarinorangen enthielt.
Jetzt halte ich es schon für relativ schwer, die 24 Dinger beim Hinsehen nicht zu bemerken, aber es ist wohl durchaus möglich. Aber spätestens, wenn ich den Karton hochhebe, dann merke ich doch, dass da was nicht stimmt.
Wenn jede Dose nur 200g wiegt, dann wiegen 24 Dosen knappe fünf Kilo. Entweder der Mann war sehr stark oder man hat früher stabilere Kartons hergestellt.
Vielleicht hat der Mann aber auch nur mit seinem Handy telefoniert, als er sich den Karton ausgesucht hat.
Ja, so muß es gewesen sein.

Posted by banana at 08:16 EM | Comments (2)
Juli 13, 2004
Ana Ng and I are getting old

Gerade habe ich ein bißchen Die Alm geschaut. Jetzt weiß ich wenigstens, warum Diana Herold bei der Bullyparade nicht sprechen darf.
Man sollte eine neue Eso-Geschichte Anfangen. Ein neues Esoterikangebot. Es sollte eine grosse Stange ein, aus Metall. Es muss ein spezielles Metall sein, eines mit Symbolcharakter. Diese Stange müßte so ungefähr einen Kilometer lang sein und senkrecht ins Erdreich gebohrt sein. Oben dürften dann nur etwa zwei Meter herausragen. Diese Stange könnte man dann anfassen, um sich wieder zu erden. Was für ihre Moulinette gut ist, kann für sie nicht schlecht sein.
Ich würde das machen. Ich würde mich erden lassen. Ich fühle mich im Moment nämlich seltsam ungeerdet.
Ich sollte so eine Stange bauen und die Leute Geld dafür bezahlen lassen, wenn sie sich erden wollen.
Zum Erden stellt man sich breitbeinig auf den Holztäfelung um die Stange und umgreift die Stange fest mit beiden Händen. Dann wartet man etwa eine Minute und man ist geerdet.
Walter de Maria hat sowas ähnliches ja schon in Kassel für die documenta gemacht, allerdings nicht, um Profit aus der Erdung anderer zu schlagen. Die Messingstäbe ragen dort auch nicht aus der Erde heraus. Ich selbst stand auf den Stäben und fühlte mich ein bißchen geerdet. Ich fühlte mich ins Innere der Erde gezogen. Ein seltsames Gefühl. Deswegen verspreche ich mir auch so viel von der Erdung.
Menschen aus aller Welt würden dann zu mir gereist kommen und mir Geld dafür geben, meine Stange anzufassen. Nein, nicht, was Ihr jetzt wieder denkt, ihr Ferkel.
Natürlich müßte ich mir dann noch ein paar stichhaltige Argumente einfallen lassen, warum die Stange gerade dort in der Erde steckt, wo sie steckt. Vielleicht ist dort mal ein Superblitz eingeschlagen und hat dort einen Riesendonnerkeil erzeugt oder sowas. Ja, Blitze kommen immer gut an.
Ansonsten könnte ja jeder dahergelaufene Quacksalber einfach eine Stange in die Erde stecken und Geld dafür verlangen, dass die Leute sie anfassen dürfen.
Er müsste natürlich auch eine Zertifikanz her, dass meine Stange tatsächlich einen Kilometer weit in die Erde reicht und ich nicht einer von diesen Betrügern bin, die mit Stummelstangen den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen wollen.
So eine Stange könnte ich wirklich gut gebrauchen. Natürlich würde ich mich auch nach Feierarbend selbst erden, das ist doch klar. Denn wenn ich nicht selbst von der Sache überzeugt bin, dann brauche ich ja gar nicht erst damit anzufangen!
Die Stange beseitigt das Gefühl, wenn einem alles zu viel ist. Wenn der Kopf saust, der Schädel brummt. Sie holt einen auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Stange saugt die schlechte Energie in den Erdmittelpunkt. Dort wird sie konzentriert und durch die starke Hitze neutralisiert. Die Stange wird auch die gefangenen Radikale freisetzen, damit sie freie Radikale sind. Deswegen sollte man nach der Erdung immer Milch trinken und einen Hering kauen.
Ja, so ungefähr stelle ich mir das vor.

Posted by banana at 08:30 EM | Comments (1)
Juli 12, 2004
Gedanken zum Wochenende

Die Überschrift ist blöd, weil diesmal der Zusammenhang zum Text zu offensichtlich ist.
Moggo! Moggo!
Lampe Lampe Lampe Lichtschalter, Lampe, Heizlüfter.
Geripptes, warme Luft, warme Luft, warme Luft, Schmutz auf dem Monitor macht bunte Farben.
Schmutz, Schmutz, Schmitz, Schnutz, Schnutz.
Erinnerungen.
Geripptes, Videokamera, Gummiband, Liebe, viel, viel Liebe.
Wecker! Schimpft. Schon spät! Sehr spät.
Bin groß.
Moggo! Moggo!
*** **** *** ** *** ***** ******* *** **** *******!
(zensiert)
überhaupt geht Euch das alles gar nichts an.

Posted by banana at 12:46 FM | Comments (0)
Juli 09, 2004
Pionier zu sein fetzt ein

Pionier zu sein fetzt ein
Text: Thomas Schmitt
Melodie: Detlef Melzer

1. Strophe

Wir sind die Pioniere und hauen auf den Putz.
Unser dufter Gruppenleiter ist der FDJler Lutz.
Wir haben unser Halstuch, das binden wir gern um,
aber manchmal, wenn wir müssen, dann finden wir das dumm.
Aber, wenn wir selber dürfen, überhaupt und allgemein,
sind wir felsenfest der Meinung:
Pionier zu sein, fetzt ein!

2. Strophe

Manchmal gehn wir Flaschen sammeln, für die Solidarität.
Das ist sozusagen Lenin in der Realität.
Am liebsten spieln wir NVA und Räuber und VP;
und die Pausen in der Schule finden wir auch ganz okay.
Überhaupt und im Speziellen, so schätze ich das ein,
sagt auch Lutz als Gruppenleiter:
Pionier zu sein, fetzt ein!

3. Strophe

Ich lerne fleißig Russisch, denn mein Brieffreund heißt Wolodja.
Später werd' ich ihn besuchen, und wir trinken einen Wodka.
Er schickt mir urste Abzeichen und andre tolle Sachen
und schreibt mir, was die Leninpioniere alles machen.
Ob in Kuba, der Sowjetunion, Bulgarien, allgemein,
so schreibt mein Freund Wolodja:
Pionier zu sein, fetzt ein!

4. Strophe

Wir schwärmen für die Puhdys, Fränki Schöbel und Dean Reed,
und auf Cola und auf Eis ham wir immer Appetit.
Sind wir erst FDJler, trinken wir auch mal ein Bier,
und dann machen wir dufte Sachen mit den jungen Pioniern.
Später werden wir Bauarbeiter oder Kosmonauten sein.
Doch fürs erste können wir sagen:
Pionier zu sein, fetzt ein!

Fetzt ein?!
Dieses Lied ist sehr anschaulich und lässt wenige Fragen offen. Etwas sauer stösst mir auf, dass dieses Kind wohl nur FDJler werden will, weil man dann Bier trinken kann und dass es nur seinen Brieffreund Wolodja besuchen will, um Wodka zu trinken. Mir leuchtet auch nicht ein, warum man Flaschen für die Solidarität sammelt und warum das sozusagen Lenin in der Realität ist. Abgesehen davon ist das Lied aber sehr griffig.
Ganz anders, als einige andere Kinderlieder. Ich bin immer wieder erstaunt, was für strange Lyrics unsere Kids da so am kicken sind.
Da hätten wir den ominösen Butzemann. Was ist denn bitte ein Butzemann? Ist ein Butzemann gut oder böse? Das scheint mir der individuellen Charakterfärbung des Kindes überlassen. Mein Bruder hat beispielsweise immer tapfer Es tanzt ein lieber Butzemann in unserm Haus herum gesungen.
Die Fragen in Kurzform:
Was ist ein Butzemann?
Wieso unser Haus?
Wieso wirft er das Säcklein hinter sich?
Wieso wird er das Säcklein hin und her?
Ist das Säcklein eventuell ein gelber Sack, in dem sich illegal zu entsorgende Schadstoffe befinden und der Butzemann will das Zeug loswerden, in unserem Haus?
Ich habe mir ja schon das eine oder andere Kinderlied etwas genauer angeschaut. Langsam drängt sich mir der Eindruck auf, als wären Kinderliederschreiber rechte Gelichter! Sie nutzen die Tatsache aus, dass die Zielgruppe offenbar nicht sehr anspruchsvoll ist, was die textliche Gestaltung der Lieder angeht und liefern Schrott ab! Skandal!
Da fällt mir auf: Wenn es das Kleinkind gibt, gibt es dann auch ein Mittelkind und ein Großkind? Oder ein XL-Kind?
Ach und weh, die Welt ist voller Rätsel.
Aber das nur am Rande.

Posted by banana at 03:23 EM | Comments (10)
Juli 08, 2004
Baija-hi baija-ho baija-hi baija-ha-ha

Künstlich hergestelltes Erdbeeraroma besteht aus 16 Inhaltsstoffen. Natürliches Erdbeeraroma besteht aus über 600 Inhaltsstoffen. Trotzdem ziehen viele Menschen das künstliche Erdbeeraroma dem natürlichen vor.
Wieso trotzdem? Heißt es nicht, man soll sein Leben vereinfachen? Beim Konsum von künstlichem Erdbeeraroma hat man immerhin schon über 584 Inhaltsstoffe gespart! Wer weiß, wie viele davon vielleicht giftig gewesen wären? Wer weiß, auf wie viele der Inhaltsstoffe man mal wieder allergisch reagiert hätte?
Außerdem schmeckt künstliches Erdbeeraroma eigentlich gar nicht nach Erdbeeren. Wir bilden uns nur ein, es würde nach Erdbeeren schmecken, weil auf die Packung draußen eine Erdbeere gedruckt war.
Manche Leute behaupten, künstliches Erdbeeraroma werde aus Tierhaut hergestellt. Andere behaupten, künstliches Erdbeeraroma werde aus Holz hergestellt.
Ich weiß es nicht. Die Menge der geernteten Erdbeeren würde aber nicht ausreichen, um unseren Hunger nach Erdbeeraroma zu stillen. Die meisten mögen ohnehin lieber das Künstliche, also ist doch alles in Butter.
Was aber ist dann bitteschön mit den Fruchtstückchen im Erdbeerjoghurt?
Könnte mir das jemand vielleicht mal erklären?
Hätte vielleicht jemand die Freundlichkeit, mir das bitte mal zu erklären?
Ich habe eine kleine Umfrage gestartet. Zwei Leute habe ich gefragt: Hier die Ergebnisse:
50% (Junger Mann aus den neuen Bundesländern): Stücke von echten Erdbeeren
50% (Junger Mann aus den alten Bundesländern): Produkte aus der chemischen Industrie, wahrscheinlich aus tierischen Abfällen hergestellt und mit künstlichen Aromen versehen oder glaubst Du im Ernst, dass die da echte Erdbeeren reintuen.
So neu sind die Bundesländer doch eigentlich gar nicht mehr. Ich würde auch keinen Neuwagen kaufen, der 15 Jahre alt ist. Es müssten also eigentlich die gebrauchten Bundesländer sein. Aber ich schweife ab.
Sind die Fruchtstücke echt oder künstlich? Das ist hier die Frage. Ich will es eigentlich gar nicht wissen. Jedoch vermute ich, dass sie echt sind.
Schauen wir uns mal so ein Erdbeerfruchtstück an. Wer macht sich bitte die Mühe, so ein Erdbeerfruchtstück künstlich nachzubauen? Alleine die ganzen Samen. Das wäre viel zu aufwendig, das künstlich herzustellen.
Deswegen sind die Erdbeerstücke echt. Auch wenn sie wahrscheinlich verdammt einsam sind, in ihrem Becher, weil nur so wenige ihrer Kumpels dabei sind. Wahrscheinlich reicht eine Erdbeere aus, um eine ganze Palette Erdbeerjoghurt zu befruchten. Außerdem mag ich sowieso lieber Kirsch.
Übrigens: Für Hunde gibt es Zahnpasta mit Geflügelaroma.
Die Geschmäcker sind eben verschieden.

Posted by banana at 08:00 EM | Comments (1)
Juli 07, 2004
Faser, Faser, Faser help us

§§a href="http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?rubrik=5710&key=standard_document_1580620">Bernd Pfarr ist tot§§/a>. Das ist sehr traurig. Ich mochte seine Arbeiten sehr.
Man sollte einen Verein gründen. Die Freunde der Ölsardine (FDÖ) könnte er heißen. Der Verein hat sich auf die Fahnen geschrieben, Ölsardinen zu mögen.
Der Anspruch sollte bewusst niedrig formuliert werden. Ich dachte zuerst an eine Formulierung, wie Die Ölsardine in das Licht rücken, das ihr gebührt, aber das wäre dann wieder in Arbeit ausgeartet. Da hätte man dann aktiv werden müssen und das ist zuviel Aufwand. Nicht, dass die Ölsardine es nicht verdient hätte.
Wer weiß? Vielleicht tritt dem Verein ja irgendwann eine attraktive junge Frau voller Elan, Idealismus und Liebe für die Ölsardine bei, eine Jeanne d'Arc der Ölsardine. Diese wird das dann in die Hand nehmen und wird der Ölsardine die Ehre zuteil werden lassen, die ihr gebührt.
Dann heiraten wir und haben viele Kinder, lassen uns wieder scheiden, weil sie mir auf den Saque geht und dann zahle ich Unterhalt, bis ich schwarz werde.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Bis es aber soweit kommt, sollen lieber erst einmal alle Vereinsmitglieder einfach nur Ölsardinen mögen. Das ist nicht so anstrengend und vor allem würde es einen prima Autoaufkleber ergeben: Ich mag Ölsardinen.
Im Verein kann man sich zum Beispiel darüber austauschen, wie gerne man doch Ölsardinen mag, man könnte Rezepte austauschen und Fotos von historischen Ölsardinendosen. Vielleicht fahren einige Mitglieder gemeinsam nach Frankreich und genießen dort Jahrgangsölsardinen, so wie es dort Mode ist? Vielleicht fahren sogar einige Mitglieder nach Monterey, zu der berühmten Cannery Row? Oder nach Sardinien?
Man könnte auch trefflich über die verschiedenen Ölsardinensorten fachsimpeln, über die Fischgründe, die Ölsorten, das Material der Verpackung. Mancher wird sicherlich auch Ölsardinendosen sammeln. Der Verein könnte eine Plattform zum Tausch sein (allerdings ohne finanzielle Interessen!). Ältere Mitglieder werden der alten Kurbel zum Öffnen nachtrauern, die neueren können da natürlich leider nicht mitreden.
Natürlich wird sich der Verein in zwei Hälften spalten. Die einen (die Gräties) werden nur Sardinen mit Haut und Gräten tolerieren, die anderen (die Strippies) werden eher den Komfort der Sardine ohne Haut und Gräten schätzen. Die Spaltung des Vereins wird aber nicht wirklich ein Problem sein, man wird sich necken, aber das Mögen der Ölsardine wird doch stärker sein, als die Differenzen.
Wenn ich es mir Recht überlege, dann wäre die Sache mit der Jeanne d'Arc der Ölsardinen gar nicht so gut. Das würde nur zu viele Mitläufer auf den Plan rufen. Sie marschiert dann los und dann werden auf Demos Ölsardinen verteilt oder am Ende noch in schicken Clubs verteilt. Dann werden die Verpackungen ganz bunt und auffällig. Nein, nein, nein! Das wäre nicht schön.
Dann lieber der Verein der Freunde der Ölsardine, die einfach nur Ölsardinen mögen.

Posted by banana at 07:14 EM | Comments (0)
Juli 06, 2004
Even food can taste that good

Ich persönlich war der Meinung, die Currywurst sei in Berlin erfunden worden. Laut §§a href="http://www.wurstflash.de">dieser§§/a> schönen Seite, stimmt dies aber nicht. Vielmehr sei die Currywurst in Hamburg erfunden worden, und zwar von Lena Brücker (vgl. auch §§a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3423128399/qid%3D1038245440/sr%3D2-2/ref%3Dsr%5Faps%5Fprod%5F2%5F1/028-5854499-6845322">diese§§/a> Veröffentlichung.)
Sehr lesenswert ist auch der Artikel über die Currywurst bei §§a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Currywurst">Wikipedia§§/a>. Dort steht allerdings, dass die Currywurst von Herta Heuwers erfunden wurde, die ja bekanntlich aus Berlin stammt. Frau Heuwers hat sich auf jeden Fall das Rezept für die Currywurst bereits 1959 patentieren lassen.
Wer hat recht? Hamburg oder Berlin? Wird man es jemals erfahren? Fand vielleicht eine Art Parallelerfindung statt? Die Experten sind zerstritten.
Wer noch mehr über die Currywurst lesen will, der findet §§a href="http://www.toms-bastelbude.de/currywurst.html">hier§§/a> noch mehr Lesestoff.
Während die Fachwelt die Currywurst übereinstimmend als Brüh- oder Bratwurst mit Currytunke definiert, sehen das manche Niedersachsen ganz anders. Dort nämlich ist das Currypulver in der Wurst und nicht in der Tunke. Das verleiht der Currywurst ein neongelbes Äusseres. Die Currywurst wird dort nicht mit warmer Tunke serviert, sondern - je nach Wunsch - mit Ketchup oder Majonaise. Ich persönlich bevorzuge die klassische Variante.
Bestellt man in der hiesigen Imbissbude eine Currywurst, so wird man sofort gefragt "Rinds oder Brat?". Nun weiss man spätestens seit "Imbissdeutsch für Fortgeschrittene", dass in Imbissbuden eine ganz eigene Sprache gesprochen wird. Diese Frage ist aber wirklich die Königsfrage. Wahrscheinlich ist die richtige Antwort auf die Frage "Rinds oder Brat? "42. Damit wäre das dann auch hinreichend geklärt.
Nicht hinreichend geklärt ist hingegen die Frage, worin der Unterschied zwischen Sosse, Tunke und Stippe besteht. Ist Stippe die Berliner Form von Tunke? Wenn man in eine Tunke tunkt, stippt man in eine Stippe. Aber wo ist die Grenze zwischen tunken und stippen? Einmal zu tief gestippt, schon hat man getunkt und damit die Stippe zur Tunke gemacht. Kartoffeln mit Stippe so heisst auch ein Buch, aber es ist kein Rezeptbuch Kochbuch.
Ich würde mal sagen, dass Tunke und Stippe Synonyme sind (der Leser schaut in diesem Zusammenhang bitte auch die Begriffe Antonym, Polysem, Homonym, Homophon und Homograph nach und schreibt sich die Lösungen hinters Ohr und wäscht sich dort nicht mehr für die nächsten sechs Stunden).
Eine Sosse grenzt sich dadurch von einer Stippe/Tunke/Tuppe/Sinke ab, dass die Sosse stets die Beilage beziehungsweise das Hauptgericht, zu dem sie gehört, auf dem Teller berührt.
In der Regel wird das Gericht bereits in der Sosse zubereitet (zum Beispiel beim Sonntagsbraten a la Schmackofatz). Ist dies nicht der Fall, so wird das Gericht vor dem Verzehr damit übergossen, wie zum Beispiel der Spargel mit der Sauce Hollandaise.
Damit wird auch klar, dass ich oben Mist geschrieben habe, denn es handelt sich bei der Currywurst natürlich nicht um eine Tunke, sondern ganz klar um eine Sosse. Schliesslich badet die Wurst ja geradezu in der Curryflüssigkeit.
Die Stippe ist übrigens auch eine Krankheit, die zum Beispiel Äpfel befallen kann. Stark befallene Früchte nennt man "Apfel mit starker Stippigkeit". Ein sehr schönes Wort!
Nicht zu verwechseln ist die Stippe mit der Staupe, was wiederum nicht mit dem Bundesverkehrsminister zu verwechseln ist.
Ach, das ist alles so kompliziert.
Aber einfach eine Mauer zu errichten, das wäre auch keine Lösung.

Posted by banana at 06:45 EM | Comments (0)
Juli 05, 2004
She thinks that her mind is made up

Ich mag keine zufriedenen Menschen. Ich kann sie nicht ausstehen. Sie sind mir zuwider. Am schlimmsten sind die, die ihre Zufriedenheit dann auch noch nach aussen tragen, die ihrer Umwelt die ganze Zeit zeigen, dass sie zufrieden sind.
Nein, ich rede nicht von glücklichen Menschen. Glückliche Menschen sind in Ordnung. Glück dauert nicht so lange, es kann sehr schnell vorbei sein, ist dafür aber intensiver. Zufriedenheit ist ein Dauerzustand.
Glücklich, so wie vielleicht eine Braut am Hochzeitstag, oder wenn sie ihren Bock bei Traumhochzeit die Showtreppe runterstolzieren sieht. Komplett im Fönfrisur, Kummerbund und kurzgeschnittener Jacke.
Oder so glücklich, wie zwei alte Freunde, die sich lange nicht gesehen haben und sich wiedersehen.
Man vergiesst ein paar Tränen und hüpft in die Luft, aber das geht vorbei. Irgendwann merkt die Braut, dass ihr Ehemann bei sämtlichen Entscheidungen ein ähnlich gutes Händchen hat, wie bei der Wahl der Hochzeitskleidung und selbst der beste Freund geht einem nach zwei Wochen ziemlich auf den Saque.
So ist das mit dem Glück. Kurz und heftig.
Zufriedenheit ist anders. Gestern stand ich an der Ampel. Hinter mir stand ein Auto, in dem ein eindeutig zufriedenes Paar saß. Ich konnte sie im Rückspiegel beobachten. Er am Volant, den Blick auf die Ampel gerichtet, sie auf dem Beifahrersitz, die Augen irgendwie nach oben gedreht.
Er schaute drein, als würde die Ampel gerade das Jesuskind gebären und sie, als ob sie einem scheuen Paradisvogel nachblicken würde, der mit seiner besten Freundin, der Regenbogenlibelle Fantasy, einen Ausflug macht.
Beide hatten diesen verklärten Gesichtsausdruck, der ein wenig dümmlich aussieht. Vielleicht hatten sie auch einfach nur zuviel gekifft oder den neuen Wunderbaum Opiumhöhle. Egal! Sie gaben sich alle mühe, zufrieden auszusehen und das der Umwelt auch mitzuteilen.
Es sah ziemlich bescheuert aus. Ich fragte mich, wie man in einem Opel Corsa zufrieden sein kann, aber offensichtlich funktioniert es ganz gut.
Ich vertrete die Ansicht, dass zufriedene Leute entweder der Umwelt etwas vormachen wollen oder einfach dumm sind.
Man muß doch nur ein bißchen nachdenken, um etwas zu finden, was einem so richtig die Laune verdirbt! Gerade wir Deutschen sollte damit doch kein Problem haben. Da wären die Benzinpreise, das Maut Debakel, die Fußball Europameisterschaft, Der European Song Contest, der Teuro, die ganzen Steuern, das schlechte Fernsehprogramm, die Gute Alte Zeit und und und.
Ach so, davon lasst Ihr Euch nicht die Laune verderben? Dann vergleicht doch bitte Euren Partner mit Eurem Traumpartner. Da wird sich schon was finden, da sollte man gar nicht so lange suchen müssen. Der Partner raucht zu viel, trinkt zu viel, ist zu faul, riecht nicht gut, bringt den Müll nicht raus, ist im Bett zu experimentierfreudig, ist im Bett nicht experimentierfreudig genug, und und und.
Wie? Das reicht auch nicht. Gut, dann seid Ihr also einer von den Menschen, die immer mit dem Erstbesten zufrieden sind. So wird aus Euch nie etwas werden. Als Schlaffi ohne Ehrgeiz. So werdet ihr es niemals zu etwas bringen. Da ist es wirklich kein Wunder, dass die Lage im Moment so ausweglos schlecht ist, wenn sich das Volk aus derartig unambitionierten Waschlappen zusammensetzt. So wäre Amerika nie erobert worden.
S1: Komm, wir ziehen nach Westen!
S2: Ach nee. Ich find's hier eigentlich ganz knorke.
So wäre das nämlich gewesen!

Posted by banana at 09:34 EM | Comments (0)
Juli 03, 2004
Avocados mögen keine Staunässe (R.I.P.)

Zum Einkaufen habe ich vier Aldi-Märkte zur Auswahl. Je nach Stimmung entscheide ich mich dann spontan für einen der vier. Heute war ich in ausgeglichener, wohlgesonnener Stimmung, also entschied ich mich für den Markt, für den ich ein Stück ein meinem Rennporsche über Land fahren muß.
Offensichtlich waren viele andere in der gleichen Stimmung, wie ich. Es war ziemlich voll. Das dämpfte meine Stimmung etwas, ich war aber immer noch nicht schlecht gelaunt, vielmehr wartete ich geduldig, bis sich die fünfköpfigen Familien auseinandersortiert hatten, bis die Rentner die Beschriftungen der Packungen komplett durch gelesen und verstanden hatten und bis die kleinen Kinder die vollgepackten Einkaufswagen durch die Frischabteilung bugsiert hatten.
Ohne rechte Ideen und Geistesblitze legte ich also mehr oder weniger meine Standardartikel in den Einkaufswagen und suchte mir die Kasse mit der kürzesten Schlange aus, um micht anzustellen.
Vor mir in der Schlange war ein Mann, den ich als nicht ungepflegt, aber alleinstehend beschreiben würde. Er war gerade im Dialog mit einer Asiatin vor ihm in der Schlange, der er anbot, doch ihre Tasche an den Haken seines Wagens zu hängen. Dann hätte sie nicht so schwer zu tragen.
Freundlich lächelnd lehnte die Frau ab. Die Tasche sei nicht so schwer, sagte sie und sie sei ohnehin gleich dran.
Emsig begann die Frau dann auch gleich, die Waren auf das Band der Kasse zu legen.
Der Mann vor mir machte keine Anstalten, seinen Wagen nach vorne zu schieben. Er stand, an der Kiste mit den asiatischen Aktionswaren. Sein Wagen schloß bündig mit der Vorderkante der Kartons ab.
Die Lücke zwischen dem Mann und der Kasse betrug ungefähr drei Meter.
Hatte ich mich falsch angestellt?
Ich drehte mich um. Hinter mir standen auch Leute.
Es hätte mir nichts ausgemacht, dort noch eine Weile zu stehen, aber da ich nicht der letzte in der Schlange war und der Mann sich immer noch nicht bewegt hatte, sprach ich ihn an.
"Entschuldigung" sagte ich - wie ich meine - höflich "stehen Sie an oder warten Sie hier?"
Er drehte sich mit einem Gesichtsausdruck um, der mich dazu veranlasste, meine Beschreibung des Mannes auf nicht ungepflegt, aber alleinstehend und das zu Recht zu ändern.
"Natürlich warte stehe ich an." sagte er.
"Ich dachte nur, weil da so eine Lücke ist" sagte ich.
"Fall noch jemand vor will." sagte er.
"Aha." sagte ich, obwohl ich es nicht verstanden hatte.
"Das nennt man Höflichkeit. Machen Sie das nicht?" fragte er.
"Nein, so höflich bin ich nicht." sagte ich.
"Naja, vielleicht lernen Sie es noch." sagte er.
Ich beschloß, dass das Weiterführen dieses Gespräches zu nichts führen würde und lachte nur ein "super Gag, brother" Lächeln, dachte aber "Du blöder Idiot" und wollte wirklich gerne wissen, wie das denn jetzt bei dem Mann angekommen war.
Immerhin beendete er seine Sonderangebot, schob er seinen Wagen weiter und begann, seine Artikel auf das Band zu legen.
Sonderbar, sonderbar. Natürlich kann ich solche Sachen nicht abhaken und denke noch ein paar Minuten darüber nach, was ich wohl hätte sagen können, um absolut über der Sache stehend und schlagfertig gewirkt zu haben.
Meine beste Lösung war "Ich persönlich folge der Philosophie, dass ich mich nur anstelle, wenn ich auch drankommen möchte". Dann hörte ich auf, über die Sache nachzudenken, weil mir irgendein Sausack die Vorfahrt genommen hatte und ich rumschimpfen musste.
Vielleicht lernt der Mann so Frauen kennen und ich habe ihn um Chancen gebracht? Die besten Chancen hat man nunmal Samstags, wenn alle einkaufen.
War ich zu egoistisch?
Gibt es das Anstehen um des Anstehens Willen?
Folgt man einer Philosophie oder vertritt man sie?
Was zur Hölle macht man mit Philosophien?
Kann man mit Philosophien überhaut etwas anstellen oder ist das nur eine Sache, die uns ein paar Rapper aus Stuggi-Town eingeredet haben?
Wieso habe ich vergessen, Buttermilchdessert zu kaufen?

Posted by banana at 09:12 EM | Comments (0)
Juli 02, 2004
SPIEGEL ONLINE - Micros...

Die Allee hat heute Geburtstag gehabt. Sie ist zwei Jahre alt. Also ein Alter, in dem man noch keine Geburtstage feiert. Richtig erinnern kann man sich ja erst ab dem dritten Lebensjahr, also wäre das Feiern des zweiten Geburtstages vergebene Liebesmüh und eine Verschwendung.
Ich habe kürzlich mit diversen Eltern gesprochen, die übereinstimmend die Aussage trafen, dass die Redewendung "Das ist kein Kindergeburtstag" eigentlich blödsinnig sei.
"Oh man! Gestern view Stunden von Karlsruhe nach Frankfurt gebraucht! Das war kein Kindergeburtstag!"
In der Tat gäbe es nicht viele Dinge, die anstrengernder und nervenaufreibender wären, als ein Kindergeburtstag. Kann man die eingenen Kinder durch falsche Versprechungen und zeigefingernde Drohungen noch einigermaßen im Zaum halten, so schlagen die Machtverhältnisse ganz klar um, sobald die Zahl der Kinder ansteigt. Die zeigen einem dann schon, wo der Hammer hängt. Sie haben die jüngeren Stimmbänder und können dadurch eindeutig lauter und ausdauernder rumbrüllen.
Aber zurück zur Allee. Sie ist jetzt zwei Jahre alt. Ja, zwei Jahre ist sie jetzt alt, die Allee. Ein Jahr und noch ein Jahr. Das sind zwei, jeweils aufeinanderfolgende Jahre.
Ach, mir fällt nix dazu ein.

Posted by banana at 09:18 EM | Comments (0)
Juli 01, 2004
Pöbel Dir einen

Ich mag die Gruppe Wir sind Helden nicht. Muss ich ja auch nicht. Sie werden deswegen nicht besonders traurig sein. Es ist relativ einfach, ein Wir sind Helden freies Leben zu führen. Es wird schwerer werden, den die Helden, wie sie ihre Fans nennen, werden noch sehr viel erfolgreicher werden.
Ich kenne nur drei Lieder von der Gruppe. Das eine, mit dem "Ich will mein Leben zurück", das andere "Wir müssen nur wollen" und das Ding, was sie immer im Fernsehen spielen, mit dem Vorschlaghammer und dem Denkmal.
Die Fans von Wir sind Helden sind ungefähr, wie die Fans von Pur, nur etwas schlauer und sie tragen kurze Hosen, Socken und Sandalen. Und sie haben genau so wenig Humor. Das ist schade. Sie tragen T-Shirts, auf denen vorne "Guten Tag" steht und sagt man zu ihnen dann - unbekannterweise - auch "Guten Tag", dann schauen sie einen böse an. Sie sind gewohnt, immer alles erklären zu können. Unbekannte Situationen rufen Unbehagen hervor.
(Hol den Vorschlaghammer)
Sie haben uns ein Denkmal gebaut
und jeder Vollidiot weiss,
dass das die Liebe versaut
ich werd die schlechtesten Sprayer dieser Stadt engagieren
...den Rest weiss ich nicht mehr.

Aber genau dieser Refrain ist es, der dafür verantwortlich ist, dass ich Wir sind Helden nicht mag. Die Frau singt "engagieren" und spricht es französisch aus. Das machen nur frankophile Besserwisser und andere Leute, die ich nicht leiden kann. Das heisst "angaschiern".
Ausserdem fand ich das Interview mit der Sängerin im Spiegel ziemlich daneben.
Man muss der Frau aber zugute halten, dass sie hinter der Gitarre echt gut aussieht.Musikindustrie: Wie konnte das passieren?

Posted by banana at 10:54 EM | Comments (0)
copyright by banana and tek/neoscientists