April 29, 2004
Looks like we got us a fag

Fort zu müssen und nicht fort zu können. Herr Doktor! Das sind Schmerzen.
(bitte hessisch aussprechen).
Es geht das Gerücht, dass die Band Fountains of Wayne beim Stückeschreiben für ihr erstes Album von 1996 Fountains of Wayne folgendermaßen vorgegangen sind: Man traf sich in einer Bar und dachte sich schlechte Song-Namen aus. Danach probierte man, ob es möglich sein, zu diesen schlechten Songs wirklich gut Pop Songs zu schreiben, die selbstverständlich inhaltlich nicht zu weit vom Titel abweichen sollten.
So kamen Titel, wie Survival car, Leave the biker oder Please, don't rock me tonight zustande. Aus den Titeln wurden dann in der Tat schöne Pop Songs. Eine Platte, die wirklich zu empfehlen ist, wenn so seichten Kram mag. Verglichen werden Fountains of Wayne üblicherweise mit They Might Be Giants oder Weezer.
Die Vorgehensweise scheint auf den ersten Blick in etwa so, wie das berühmte Pferd von hinten aufzuzäumen, aber wenn man etwas nachdenkt, dann wird schnell klar, dass diese Vorgehensweise im Alltag nicht unüblich ist.
Da geht man zum Beispiel in einer fremden Stadt zum Becker. Es ist nicht viel Betrieb. Mist! Man hatte gehofft, man könne etwas in der Schlange rumlungern und sich in Ruhe mit den ortsüblichen Bezeichnungen für Brötchen, Brot und die anderen köstlichen Produkte vertraut machen und, wenn man an der Reihe ist, eine kompetente Bestellung vom Stapel lassen.
Aber so ist es nicht. Es ist zwar viel los, aber der Durchsatz ist enorm. Darüber hinaus war der Herr Bäckermeister besonders kreativ bei der Bezeichnung seines Backwerkes und hat eine Vorliebe für harsches Thekenpersonal.
Da gibt es "Weltmeister Brötchen" und "Marathon Schnitten" und "Das Echte" und was weiß ich noch alles und man hat sich begriffsmäßig noch gar nicht zum Kuchen und den Torten vorgearbeitet - dem eigentlichen Ziel der Begierde - und da ist man auch schon an der Reihe.
"Wie viel?" fragt die Dame in dem komischen Outfit und Blick und Klang ihrer Stimme machen einem klar, dass das hier ein Seller's Market ist.
"5" sagt man gehetzt. Warum 5? Moment, wie viele waren wir noch.
Man grinst.
Die Dame greift sich ein Papptablett, dass hier üblicherweise für 5 Stücke Torte benutzt wird und hat schon wieder diesen Blick drauf.
Unsicher wiederholt man die Bestellung des Vordermannes, zählt im Kopf mit und weil man erst bei 4 angekommen ist, deutet man noch auf ein weiteres Stück, nämlich auf dasjenige, auf das an eindeutigsten zu deuten ist.
"Kirsch Käse Sahne?" fragt die Dame.
"Genau" sagt man.
Das ganze wird dann mit Papier umschlungen, ein Preis wird genannt, der Preis wird gezahlt, man hat es geschafft und steht mit einem Papptablett voller Backwaren da, die man so eigentlich gar nicht haben wollte.
Es ist einfach passiert.
Die Aufgabe besteht nun darin, der Verwandtschaft, der Liebsten, den Freunden oder wem auch immer nun die Auswahl der feinsten Fürchte des Bäckereinhandwerks zu erläutern, denn eigentlich war man mit einem dezidierten Auftrag losgeschickt worden.
Irgendwie klappt es aber immer.
Beliebt ist diese Herangehensweise auch bei Streitigkeiten innerhalb von Beziehungen. Bei Beziehungsstress, Ehekrach und wie das ganze heißt.
Der Mann stellt aus einer Laune heraus eine Behauptung in den Raum. Die Frau merkt natürlich, auf welch tönernen Füßen dieser Mumpitz steht und hinterfragt. Der Mann gibt natürlich nicht zu, dass er es einfach so gesagt hat und beginnt, das Gesagte nach und nach zu unterfüttern. Dabei redet er sich um Kopf und Kragen. Meistens werden dann Türen geschlagen oder einer der beiden sagt irgendwann gar nichts mehr. Je nach Temperament.
Wie wir an diesen beiden einfachen Beispielen sehen konnten, ist es gar nicht so abwegig, sich erst die Titel und dann die Musik auszudenken.
Schalten Sie auch demnächst wieder ein, wenn Ihnen der Onkel banana alle weiteren Flecken der Welt erklärt, die für sie bis dato noch weiß geblieben sind.

Posted by banana at 07:32 EM | Comments (0)
April 27, 2004
Schockschwerenot!

Die Idee mit der Ausbildungsabgabe ist ja ganz nett. Im Grunde ist es aber genau so eine Micky Maus Geschichte, wie das Dosenpfand, die Gesundheitshinweise auf den Zigarettenpackungen und die Praxisgebühr.
Es gibt nämlich wirklich Ausbildungsplätze. Mir ist jetzt schon mehrfach von Leuten, die durchaus Ausbildungsplätze zu vergeben hätten, mitgeteilt worden sind, daß die jungen Menschen, die sich auf diese Stellen bewerben, schlichtweg zu dumm sind. Meistens geht schon aus den Bewerbungen hervor, daß sie für die Stellen nicht geeignet wären. Entweder sind die Noten in der Schule zu schlecht oder die Bewerbungsunterlagen strotzen derartig von Fehlern und Nachlässigkeiten, daß die Vermutung naheliegt, die Bewerber würden bei der Ausbildung ahnliche Sorgfalt walten lassen, wie bei der Anfertigung der Bewerbungsunterlagen.
Läd man die Herrschaften dann zu einem Gespräch ein, so bestätigt sich der schlechte Eindruck meistens. Oft stellen sich die Hoffnungsträger dann als Großkotze heraus, die nichts auf der Pfanne haben. Dafür aber haben sie große Träume, wollen Schauspieler werden oder Sänger oder Maskenbildner oder sowas. Leider klafft eine gehörige Lücke zwischen der Realität und der Vorstellungswelt.
Wie vollkommen bescheuert muß man denn sein, um Leichtsinnigkeiten, wie Rechtschreibfehler in der Bewerbung zu begehen? Das zeugt von riesengroßer Dummheit und Ignoranz und legt den Schluß nahe, die Bewerber wollen überhaupt keinen Ausbildungsplatz haben.
Ja, es sieht so aus, als verdumme das Land so langsam. Der Nachwuchs ist komplett unfähig, hat dazu aber eine große Fresse und ein Auto, das die Oma bezahlt hat.
Ich sage das nur, weil mir der §§a href="http://www.bpb.de/methodik/Z5FFO5,,0,Willkommen_beim_WahlOMat.html">Wahl-o-Mat heute§§/a>, nach wahrheitsgemäßer Beantwortung aller Fragen, mitgeteilt hat, daß die CSU meine Interessen auf Europäischer Ebene am besten vertreten würde.
Zum Glück kann ich die hier in Hessen nicht wählen.

Posted by banana at 07:29 EM | Comments (0)
April 26, 2004
The Excel Files

Andererseits ist es mit der Intelligenz genau so, wie mit der Schönheit. Man kommt auf die Erde, mit schmatzenden Geräusch, nicht unähnlich dem Entkorken einer Flasche Sirup, und irgendwann stellt sich dann heraus, dass man schön oder intelligent oder beides oder weder noch ist. Vielleicht ist man auch strunzdumm, wie der Hesse sagt, oder Pothässlich oder hässlich, wie die Nacht oder wie auch immer. Da fällt mir ein, dass der Spanier, wenn er "am Arsch der Welt" meint, sinngemäß "an der siebten Möse" sagt, aber das nur am Rande. Ich weiß auch nicht, wie ich darauf komme.
Bei kleinen Kindern kann man oft nicht sagen, ob sie als echter Mensch einmal hübsch werden oder hässlich werden. Bei der Intelligenz verhält es sich analog, denn Babys machen Dinge, die auf den ersten bis n-ten (wie wir Physiker gerne sagen) Blick hoffnungslos bescheuert wirken. Wenn Babys aus ihrer Mutti herausgezogen werden, dann sind sie erstmal ganz käseschmierig und ganz verschrumpelt. Die Schrumpeln kommen daher, weil es in der Frau ziemlich eng ist. Da muss man ja so verschrumpeln. Woher die Käseschmierigkeit kommt, das weiß ich nicht, vermutlich, weil man sich in der Mama aus Platzgründen nicht waschen kann. Wasser wäre ja genug vorhanden, zum Waschen. Seife gibt es allerdings auch nicht. Das liegt daran, dass der Mensch vor der Seife erfunden worden ist, zeitlich gesehen.
Obwohl die Babys aus der Enge befreit werden, hat man nach der Geburt oft den Eindruck, dass sie das gar nicht so begrüßen. Sie schreien wie am Spieß, diese kleinen Früchtchen. Allen neu angekommenen Erdenbürgern gebe ich mal folgendes zu bedenken: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance!
Ihr Memmen! Euch geht's doch noch Gold! Ihr müsst nicht arbeiten, keine Filme von Rosamunde Pilcher gucken und ihr seit sogar noch vor der Phase, wo man sich die Pickel ausdrückt und damit die Grundsteine für spätere metertiefe Gesichtsfurchen legt. Aber was macht ihr kleinen Weicheier, ihr Bettnässer und Hosenscheisser? Ihr brüllt rum. Na, klasse. Solche wie Euch hat die Solidargemeinschaft gerade noch gebraucht. Vielleicht schreiben die auch nur so rum, weil man die Nabelschnur durchschneidet. Ist das eigentlich mal wissenschaftlich untersucht worden, ob es in der Nabelschnur Nervenzellen gibt? Ob es der Mama wehtut oder aber dem Kind, wenn der Papa mit einer dieser komischen Krankenhausscheren die Nabelschnur eher abquetscht, als durchschneidet? Die meisten Väter denken hinterher noch wunder, was sie getan haben. Wahrscheinlich ist das grausame Durchtrennen der Nabelschnur bereits die erste Sache, die das Baby dem Papa so richtig übel nimmt und die es zwar verzeihen, aber niemals vergessen kann.
Aber ich schweife ab.
Babys werden irgendwann groß und wenn sie dann so groß sind, dass sich an ihrer Persönlichkeit und an ihrem Aussehen nichts Nennenswertes mehr ändert, dann erst kann man sagen, ob sie intelligent oder schön sind.
Beides sind aber Dinge, auf die man keinen Einfluss hat. Man ist schön oder nicht, man ist intelligent oder nicht. Man kann bei beidem etwas nachhelfen, aber eine hässliche Drecksau macht niemand zu einem schönen Schwan und Roland Koch macht niemand zu Stephen Hawking. Wobei wir wieder bei den Gesichtsfurchen wären.
Wenn man es sich aussuchen könnte, dann würden die meisten lieber schön, als intelligent sein, weil Schönheit cooler ist, als Schlauheit. Als Schöner hat man mehr Spaß am Leben, als als Schlauer. Man fickt schönere Menschen, man muss nicht so viel Zeit mit Nachdenken verbringen und man bekommt vom dem ganzen Elend auf der Welt nicht so viel mit.
Dann gibt es immer noch die Leute, die schön und intelligent sind, das stimmt. Die passen mir aber grade nicht ins Konzept.
In der Regel sind aber die Intelligenten neidisch auf die schönen, denn während die Intelligenten sich die Köpfe mit wichtigem Zeug zermartern, haben die Schönen eine Menge Spaß, weil sie z.B. die Frau von den Intelligenten höckern, die zwar Geld, aber keine Zeit haben.
Deswegen tun die Intelligenten immer so, als sei es wahnsinnig toll, so schlau zu sein und sie tun so, als sei es verwerflich, wenn man zwar schön, aber blöd ist.
Das ist der pure Neid. Die Intelligenten sind nämlich schlau genug, um mitzubekommen, wie herrlich das Leben sein könnte, wenn man weniger schlau, aber dafür etwas hübscher wäre. Ihren Selbsthass projizieren sie dann auf die Schönen dieser Welt. Scheiß Verlierer sage ich da nur.
Zum Glück kann man sich aber nicht aussuchen, ob man schön oder intelligent sein möchte, denn sonst gäbe es nur schöne Menschen auf der Welt und keiner würde mehr nützliche Dinge erfinden. Alle wären die ganze Zeit nur am feiern und niemand würde mehr Papiertaschentücher herstellen oder Lidschatten oder so was. Das ginge ja auch nicht! Also danke ich all den intelligenten Menschen, die nichts Besseres zu tun haben. Danke! Ihr seid echt super! Macht weiter so!
Wenn man weiter davon ausgeht, dass Intelligenz und Schönheit zwei Gene sind, die dominant-rezessiv vererbt werden, dann wird es auch weiterhin nur Schöne oder Schlaue geben, denn warum sollte sich ein Schöner mit einer Schlauen paaren? Und was käme dann dabei heraus?
Ach, bei so viel Wissenschaft raucht mir der Kopf. Das ist alles viel zu kompliziert für mich. Morgen schreibe ich wieder über Achterbahnen.

Posted by banana at 07:29 EM | Comments (0)
April 25, 2004
Stoßgebet

Ich bin so stolz. 40 Kilometer auf dem Rad und ich konnte sogar ganz gut mit den anderen mithalten. Und das nach einem faulen Winter und 2 Kilo Gewicht mehr durch Essig und Chips. Sommer, komm, damit mir bald nicht mehr die Oberschenkel so infernalisch weh tun!

Posted by banana at 07:34 EM | Comments (0)
April 23, 2004
Sonderbrei #5

Ho! Ho! Ho!
Gerade kam von Olga Rugowa eine brandheisse Deutsche Version eines Tanzhallenklassikers herein.
Die Übersetzung ist brilliant, ausgefeilt und geht direkt in den Hintern. Also nicke mit dem Beat und beweg Deinen Arsch! Ist ja keine Klappradklikke, hier, Digga!

...SETZ DICH HIN! ...uh
...gib mir den Beat
...Leude, Leude , Hier kommt das Becken!
...jo ...so isas gut...
...und jez das Tamburin

...DJ!

Gigolo auf der Strasse, wer ist der Lude?
Hände in der Jakke, Krokodillederschuhe.
Hängt hier rum, und schaut sich um,
Die Jungs vom Block kommen angerannt,
schreien und fuchteln mit ihrm Spielzeug rum.
Hier sind die Deerns mit den derben Locken
Mit Wonderbrah und ein Astra inder Hand,
Lassen ihre Dinger hängen. Haste machen lassen ?

Gigolo, Nä, Alder?
Gigoloho, Näää?, Alder?

Refrain 1:
Wer sieht heut derbe aaaaus?
Wer sieht wirklich däärbe aus?
Keine Klappradklikke.
Pass ma auf, sonst wirds hier frisch.

Refrain 2:
Kein Geldsack wässert sein Aal bei mir
Ich denk mehr an was Süsses, hier!
Wie Büffel strecken wir den Hintern raus,
wenn wir schwoofen, gibts Applaus.
Bei mir krigst du Liebe, Baby! nich nur Schnack.
Mein Wink genügt, dann bist du wrack.
Also denk nach, mach kein Scheiss!

...jo Timmy.
...sag wies ist.
...jo...amäneee...jo...amäneee...

>>>> Refrain 1 <<<<

...rauchen!
...nich koksen!...
...Saxophon...
Gut aussehen. mit der Klikke gehen.
Gut aussehen, Hintern wie Büffel.
Gut aussehen, wenn wir uns sehen.
Gut aussehen, ist Gemüt!
Gemüt! schau nicht zurück!
Gemüt! oder du bist tot!
Gemüt! denk mal dran!
Hau den Bass!...Abbrocken!

>>>> Refrain 1 <<<<

Was ist das für einer ?
Was zur Hölle ist das für einer ?
was denkst du denn, Baby ?
Dein Digger ist ein Luude, mann!

und ich sach euch:

>>>> Refrain 2 <<<<

Posted by banana at 09:46 FM | Comments (0)
Wichtinger Hinweis!

Ich bin jetzt per Mail auch unter
poiudsgjbsdfglkjhdfgzi@hotmail.com
erreichbar.
Meine alte email Adresse behält selbstverständlich weiterhin ihre Gültigkeit.

Posted by banana at 08:17 FM | Comments (0)
April 21, 2004
Llanfairpwllgwyngyllgo-gerychwyrndrobwyllllantisiliogogogoch

Ah, schubs es
Ah, schubs es

Oooh, baby, baby
Baby, baby
Oooh, baby, baby
Baby, baby

Beweg Dein' Arsch!
Au! Baby!
Salz und Feffas hier!

[Nun, wartet ein Minütchen, ihr alle
Dieser Tanz ist nicht für jeden
Nur die sexy Leute
Also all ihr Flugmütter, gehet hinaus und tanzet
Ich sagte tanzet!]

Salz und Feffas hier und sind im Affekt
Wir wolln daß du es schubst, babe
Kühlen am Tag denn bei Nacht schwitzen wir drauf los
Mädels los, auf geht's zeigt den Jungs, wie es geht
Wie man es bis oben schafft bei ner fetzigen Schau
Los schubs es

Ah, schubs es - schubs es gut
Ah, schubs es - schub es echt gut
Ah, schubs es - schubs es gut
Ah, schuba es - sch-schubs es echt gut

Hey! Au!
Schubs es gut!

Oooh, baby, baby
Baby, baby
Oooh, baby, baby
Baby, baby

Schubs es gut
Schubs es echt gut
Ah, schubs es
Ah, schubs es

Ja, Ja, Ja, Ja, baby-babe
Ja, Du komm her, gib' mir nen Kuß
Komm legn Zahn zu oder ich mach mit Dir Schluß
Hörst Du nicht die Mukke pumpt so hart, ich wünscht das wärst Du
Jetzt schubs es
Schubs es gut
Schubs es echt gut
Schubs es gut
Sch-schubs es echt gut

Ah, schubs es
Beweg Dein' Arsch!

Bub, Du drehst an meiner Kurbel
Du machst mich an, Ich weiß nicht, was ich tue
Ah, schubs es

Posted by banana at 07:22 EM | Comments (0)
April 20, 2004
1000 Meisterwerke

Kultur, liebe Leser, Kultur ist angesagt.
Heute möchten wir in "1000 Meisterwerke" ein Bild besprechen. Es handelt sich um das Bild §§a href="http://www.spackonauten.org/images/1000meisterwerke.jpg">"Nach der Wildwasserbahn"§§/a> von 'No Click' Sven, 2004, jpg auf Sony Cybershot DSC 030.
Das Bild ist sehr klassisch komponiert. Der Protagonist, 'Airtime' Chris ist in der Mitte positioniert, wo er das Bild klar dominiert. Im Bild Hintergrund sehen wir auf der linken Seite den Eingang der Wildwasserbahn "Logger's Leap" und auf der rechten Seite eine Warteschlange für eine Kinderattraktion.
Die Farbwahl im Bildvordergrund ist bewußt wenig satt. Bleiche Töne finden sich in der Jacke, den Schuhen, dem Pullover sowie im Gesicht des Dargestellten. Den einzigen Farbklecks bildet der Plastikponcho, den 'Airtime' Chris in billigster Poser-Manier dem Betrachter entgegenstreckt. Kräftige Farben sind dem Bildhintergrund vorbehalten. Sie finden sich im Kinderfahrgeschäft, dem Schild von "Logger's Leap" sowie einem Kinderwagen und der Bekleidung der Parkbesucher.
Der streng symmetrische, sehr einfache Bildaufbau wird durch die schräg dargestellen Verbundsteine am Boden aufgelockert.
Die Kinderwagen und der Plasikponcho bilden eine Horizontale und teilen das Bild dadurch in eine obere und eine untere Hälfte. Andere Menschen halten sich ausschließlich in der oberen Bildhälfte auf. Die untere Bildhälfte ist der Hauptperson vorbehalten. Er steht in seiner eigenen Welt, an der niemand sonst teilhat. Erst beim zweiten Hinsehen fällt auf, daß sich alle Menschen von ihm abwenden. Niemand wendet sich ihm zu. Er wird in seiner Welt also auch weiterhin ganz allein bleiben.
Dieser verkopfte Ansatz ist es, der das Bild so unausgewogen erscheinen läßt. Die untere Hälfte des Bildes ist fast leer, während die obere Hälte fast schon überfüllt ist. Aussage hin oder her - Kein Künstler sollte bei der Komposition seiner Bilder das eigene Konzept vor den Genuß beim Betrachten setzen.
Hinten: Menschen, Kinderwagen, Farben, Gebäude, Bäume.
Vorne: Nasse Schuhe, nasse Hose, nasse Jacke, nasser Pullover, nasse Hackfresse, trockener Poncho.
Dennoch hat das Bild etwas versönliches. Chris streckt dem Betrachter den Poncho entgegen, als wolle er sagen "Ich bin durch die Hölle gegangen, aber dieser Poncho hier, der hat es überstanden." Vielleicht will er auch etwas ganz anderes sagen, aber das ist aus dem Gesichtsausdruck nicht herauszulesen.
Wie dem auch sei.
Zu fünft in einem Boot auf Logger's Leap wird man sehr sehr naß. Besonders, wenn man ganz vorne sitzt und im Boot das Wasser beim Einsteigen schon fünf Zentimeter hoch steht.
Aber lustig war's schon!

Posted by banana at 07:24 EM | Comments (0)
April 19, 2004
When everyone wore loafers I needed more support

Es gibt Tage, an denen ich denke, daß mein Gedächtnis eigentlich gar nicht so schlecht ist. Ich erinnere mich an sehr viele Dinge, meistens an mehr Dinge, als andere Leute. Manchmal muß ich auch ein bißchen in meinem Gedächtnis kramen, um die Erinnerungen ans Tageslicht zu fördern. Das ist ein sehr schmerzhafter Prozess. Man muß vagen Fäden nachlaufen, dabei behutsam genug sein, um sie nicht zu zerreisen, man muß auf sein Innerstes hören und Hinweise und Eselsbrücken, die man auf dem Weg findet, nachgehen. Ich kann oft nicht eher Ruhe geben, bis ich die gewünschte Erinnerung tatsächlich habe. Wenn es soweit ist, dann füllt mich das mit tiefer Befriedigung.
So viele Erinnerungen ich auch habe, so merkwürdig sind sie gespeichert. Oft fehlt jeder zeitliche Zusammenhang. Die Erinnerungen baumeln frei im Raum herum, ohne mit umliegenden Erinnerungen verbunden zu sein. Man muß sich das wohl so ähnlich, wie in einem modernen Warenlager vorstellen, in dem die Waren von Computern und Robotern verwaltet werden. Von außen gesehen macht das Ordnungssystem keinen Sinn, aber die Roboter findet alles wieder und die Computer wissen das ganze einzuordnen. Bei mir sind die Computer irgendwie im Arsch.
So kann ich zwar sagen, daß A. bei der Party von O., auf der S. auch war und seinen Hund K und eine Stiege Backwerk . dabei hatte, auf einer Liege lag und am späten Nachmittag in die Büsche gekotzt hat, kann aber nicht sagen, in welchem Jahr das ganze war, ob O. mit E. oder N. zusammen war und ob ich B. schon gekannt habe oder nicht. Ich weiß auch nicht, ob es auf dieser Party bereits Sauren zu trinken gab oder erst später. Ich vermag auch nicht mit Sicherheit zu sagen, ob es die Party war, nach der O. im Vollsuff den BMW an eine Mauer gesetzt hat und danach ein paar Monate seinen Führerschein los war.
Das ist nur ein Beispiel. Solche Erinnerungsfetzen schwimmen zusammenhanglos in meinem Hirn herum. Ich fische herum und fische etwas heraus, aber das Gesamtbild sehe ich nicht.
Das ist bestimmt irgendeine lustige Krankheit, die ich selbst erfunden habe. Wahrscheinlich reicht es nicht für den Nobelpreis, aber es hat zumindest immer für eine robuste vier in Geschichte gereicht.

Posted by banana at 09:56 EM | Comments (0)
April 18, 2004
I'm fallin just a litle tonight uh uh

Klischees rocken. Das habe ich schon immer gesagt. Es ist immer ein Heidenspaß, wenn man feststellt, daß mal wieder ein Klischee stimmt.
Engländer stehen gerne an, so sagt man. Ob Engländer wirklich gerne anstehen, das kann ich nicht beurteilen, aber ich kann behaupten, daß sie es in einer ganz bestimmten Weise tun und damit voll dem dem Bild, welches die Deutschen von den Engländern haben, entsprechen.
Wenn man in so einen Freizeitpark geht, dann steht man eine ganze Menge an. Eine halbe Stunde ist da schon durchaus normal, die Wartezeit kann sich aber auch gerne mal bis zu zwei vollen Stunden ausdehnen.
Wenn man in Deutschland ansteht, dann muß man immer auf der Hut sein. Dauernd versucht sich jemand vorzudrängeln, an einem vorbei zu drücken, abzukürzen, kurz: sich einen Vorteil zu verschaffen. Das führt dazu, daß irgendwann alle gereizt sind, weil sowas auf die Nerven geht und dem Vertrauensverhältnis den Mitmenschen gegenüber nicht gerade zuträglich ist.
Anders in England. Dort kommt man gar nicht auf die Idee, sich vorzudrängeln. Im Gegenteil. Findet man sich plötzlich in der Schlange vor einer Person wieder, die eigentlich vor einem in der Schlange gestanden hat, so lacht man sich nichts ins Fäustchen, sondern man entschuldigt sich höflich und nimmt seinen angestammten Platz wieder ein.
Man hat dem Anstehen gegenüber ein faires und entspanntes Verhältnis. Das ist sehr angenehm, denn so ist auch die Stimmung in der Schlange erheblich besser. Ich würde die Einstellung zum Anstehen fast schon fatalistisch nennen, aber das wäre zu negativ. Da muß noch etwas anderes dahinter stecken!
Da war diese eine Attraktion, Vortex im Thorpe Park. Vortex war den ganzen Tag über geschlossen, bis am frühen Nachmittag einige Testfahren hoffen liessen, daß man den Menschenquirl bald öffnen könnte.
Wir waren die zweiten, die dort ankamen. Der Ride Op sagte, daß man noch etwas testen müsse, daß Vortex aber in kurzer Zeit bestimmt aufmachen würde.
So standen wir ganz vorne vor dem noch geschlossenen Eingang und diskutierten, ob wir warten sollten oder nicht, als sich hinter uns schon eine Schlange gebildet hatte. Es war eine äußerst akurate Schlange. Maximal drei Menschen standen nebeneinander. Die Schlange war nach wenigen Sekunden bereits zehn Meter lang, aber stets als Schlange und nicht als wilder Menschenauflauf erkennbar. Ständig kamen neue Parkbesucher und erkundigten sich beim Ride Op, was denn los sei. Der Op sagte stets den gleichen Satz, die Besucher bedankten sich höflich und stellten sich hinten an der Schlange an. Als Vortex nach zehn Minuten endlich geöffnet war, war die Schlange gute 30 Meter lang, aber immer noch nur zwei Meter breit. Erstaunlich!
Ich möchte gar nicht darüber nachdenken, was bei uns passiert wäre.
Ebenso ging es gestern auf dem Flughafen zu. Ein Unfall hatte zur Vollsperrung der M11 geführt. Leider ist es genau die M11, die von London nach Standstet führt und so steckten wir fast zwei Stunden im Stau und verpassten unser Flugzeug.
Natürlich ging es vielen anderen genau so und so war auf dem Flughafen dann auch die Hölle los. Alle Menschen wollten ihre Tickets umtauschen. Das führte dazu, daß sich vor den drei verfügbaren Ryanair Ticket-Schaltern Schlangen von ungefähr 100 Metern bildeten. Auch diese Schlangen waren nicht breiter, als 2 Meter. Die Schlangen waren nicht gerade, sondern sie schlängelten sich durch die gesamte Abfertigungshalle, bogen um Kurven und beulten sich vor den Eingangstüren und den Toiletten etwas aus.
Trotzdem war die Stimmung entspannt. Niemand moserte, niemand versuchte, zu bescheissen, niemand machte eine Szene.
Insgesamt warteten wir ungefähr vier Stunden, bis wir endlich an der Reihe waren. Trotzdem habe ich noch nie so guter Laune gewartet.
Mag ich auch gelacht haben, als wir da vor dem geschlossenen Vortex standen und sich ruck-zuck hinter uns eine Schlange bildete. Ich fand es verdammt angenehm.

Posted by banana at 07:38 EM | Comments (0)
April 09, 2004
Mein Achterbahnurlaub

So, morgen früh geht es ab nach England. Für eine Woche. Der Flieger startet um halb sieben, was für mich Aufstehen um halb drei bedeutet. Keine Ahnung, wie ich das machen soll. Vielleicht bleibe ich einfach wach, denn ich glaube, ich habe nicht genügend Wecker im Haus.
Morgen geht es dann in the §§a href="http://www.thorpepark.co.uk">Thorpe Park§§/a>, wo §§a href="http://www.thorpepark.co.uk/Tussauds/WebSite.do?id=515.54.668">Colossus§§/a> (vgl. auch §§a href="http://www.rcdb.com/installationdetail1412.htm">hier§§/a>), die Bahn mit 10 Überschlägen auf uns wartet. Das ist übrigens der Weltrekord. Die 10 Inversionen meine ich. Ich mache mir nicht viel aus Inversionen, aber wenn man schon mal da ist... Außerdem steht da noch §§a href="http://www.thorpepark.co.uk/Tussauds/WebSite.do?id=515.54.669">Nemesis Inferno§§/a> (vgl. auch §§a href="http://www.rcdb.com/quicksearch.htm?quicksearch=nemesis+inferno">hier§§/a>), ein rasanter B&M Inverter in rot.
Am Sonntag werden wir dann in der §§a href="http://www.chessington.co.uk/">Chessington World of Adventures§§/a> sein. Dort gilt es den niegelnagelneuen Maurer Spinner §§a href="http://www.rcdb.com/installationdetail2410.htm">Dragons Fury§§/a> zu reiten. Auch §§a href="http://www.rcdb.com/installationdetail784.htm">Vampire§§/a> sieht ganz interessant aus.
Am Montag werden uns unsere Wege nach §§a href="http://www.draytonmanor.co.uk/">Drayton Manor§§/a> führen. Dort werden wir Europas einzigen Stand-up Coaster, §§a href="http://www.draytonmanor.co.uk/Shockwave.aspx">Shockwave§§/a> (vgl. auch §§a href="http://www.rcdb.com/installationdetail814.htm">hier§§/a>) ausprobieren. Ich bin schon ganz gespannt auf das Fahrgefühl. Im gleichen Park findet sich auch §§a href="http://www.draytonmanor.co.uk/Maelstrom.aspx">Maelstrom§§/a>. Ich finde, das Ding sieht bedrohlich nach Kotzmaschine aus. Das hält mich natürlich nicht vom Ausprobieren ab. Man ist schließlich nur einmal alt.
Das Bonbon in dem Park ist aber §§a href="http://www.draytonmanor.co.uk/Apocalypse.aspx">Apocalypse§§/a>. Der Welt einziger Stand-up Free Fall Tower. Man hängt auf einer Art Fahrradsattel mit frei baumelnden Beinen in 54 Metern höhe und wird dann fallen gelassen. Ich glaube, ich werde mir ganz schön in die Hose machen. Ich frage mich auch die ganze Zeit, ob das nicht sehr, sehr schmerzhaft sein kann.
Als kleine Zugabe gibt es da noch die §§a href="http://www.rcdb.com/installationgallery815.htm">Klondike Gold Mine§§/a>. Das Ding sieht mit dem kleinen Looping sehr lustig aus. Wahrscheinlich wird mir das Ding das Genick brechen. Natürlich nur, wenn ich nicht schon vorher auf Apoyalypse gestorben bin.
Am Dienstag folgt das Highlight der Reise, nämlich der Besuch im Park §§a href="http://www.alton-towers.co.uk/">Alton Towers§§/a>. In Alton Towers steht §§a href="http://www.rcdb.com/installationdetail1458.htm">Air§§/a>, ein B&M Flying Coaster, d.h. der Sitz wird um 90° nach hinten gekippt, so daß man in einer Art Flugposition über die Schiene sausst. Klingt ganz lustig, soll aber nicht besonders spektakulär sein. Neu in diesem Jahr in Alton Towers ist §§a href="http://www.rcdb.com/installationdetail2472.htm">Spinball Whizzer§§/a>, ein weiterer Maurer Spinner. Der Streckenverlauf sieht spektakulär aus und in den Videos kann man sehen, daß die Bahn ordentlich schnell ist.
Zum Warmwerden sind diese beiden Bahnen bestimmt ganz nett und das ist auch nötig, denn ebenfalls in Alton Towers stehen §§a href="http://www.rcdb.com/installationdetail776.htm">Nemesis§§/a> und §§a href="http://www.rcdb.com/quicksearch.htm?quicksearch=oblivion">Oblivion§§/a>. Nemesis ist die Schwesterbahn zu Nemesis Inferno im Thorpe Park und verfügt über einen identischen Streckenverlauf, ist aber viel besser in die Landschaft integriert. Viele Enthusiasten bezeichnen Nemesis als besten und intensivsten B&M Inverter der Welt. In Alton Towers dürfen sämtliche Bauten nicht über die Baumwipfel hinausragen. Deswegen wurde Nemesis zum großen Teil unter der Erde, d.h. in einem Loch angelegt. Die Bahn schmiegt sich perfekt an die Landschaft an und soll eine sehr überraschende Fahrt bieten, weil man immer nur kleine Teile der Strecke einsehen kann.
Oblivion scheint dafür gebaut zu sein, möglichst vielen Leuten einen möglichst großen Schrecken einzujagen. Es ist eine sogenannte Diving Machine von B&M. Man wird den Lift Hill hochgezogen, fährt nach vorne bis zu dem fast 90° steilen First (and only) Drop, verharrt etwa 3 Sekunden über dem Abgrund hängend und fällt dann 60m in die Tiefe, in ein vernebeltes Loch, daß von oben angeblich so aussieht, als würde der Wagen har nicht hineinpassen. Das klingt nach einer Menge Spaß.
Am Mittwoch geht's in den §§a href="http://www.bpbltd.com">Blackpool Pleasure Beach§§/a>, einem sehr traditionsreichen Park an der Westküste Englands. Dort stehen viele sehr alte Holzachterbahnen: §§a href="http://www.rcdb.com/installationdetail790.htm">Big Dipper§§/a> (1923), a href="http://www.rcdb.com/installationdetail792.htm">Grand National§§/a> (1935, Racer), §§a href="http://www.rcdb.com/installationgallery793.htm">Roller Coaster§§/a> (1933) und §§a href="http://www.rcdb.com/installationdetail797.htm">Zipper Dipper§§/a>. Bei Roller Coaster gibt es keinerlei Bügel. Man sitzt also ganz frei auf seinem Woodie Sofa. Ich bin sehr gespannt. Mal was anderes, als ständig die Kommando Couch.
Im Pleasure Beach steht ausserdem Noch §§a href="http://www.rcdb.com/installationdetail775.htm">Pepsi Max Big One§§/a>, ein Arrow Hyper Coaster mit knap 65m Höhe. Big One war lange Europas höchste Achterbahn, ist aber von §§a href="http://www.rcdb.com/metric/installationdetail1414.htm">Silver Star§§/a> auf Platz zwei verwiesen worden. Schon eine ganze Weile klugscheisse ich, daß es auf Big One keine Airtime gibt. Sven sagte, er würde mich daran erinnern, wenn wir auf dem Lift Hill sind.
Am Donnerstag besuchen wir §§a href="http://www.oakwood-leisure.com">Oakwood Leisure§§/a>. Die Highlights dort sind §§a href="http://www.rcdb.com/metric/quicksearch.htm?quicksearch=megafobia">Megafobia§§/a>, ein Wooden Coaster von CCI und Hydo, ein Water Coaster. Auf den Onride Videos sieht Megafobia sehr schnell und böse aus. Ich bin sehr gespannt. Außerdem wird es meine erste gelegenheit sein, in den hochgelobten PTC Zügen zu fahren.
Am Freitag werden wir nochmal einen der beiden Parks in der Nähe Londons, Thorpe oder Chessington besuchen. Wir entscheiden vor Ort, welcher es sein wird, es sieht aber sehr danach aus, als würde es Thorpe werden.
Am Samstag fliegen wir zurück.
Ich hoffe, daß das Wetter einigermaßen mitspielt. Ich hoffe auch, daß meine Wirbelsäule einigermaßen mitspielt. Ich werde eine Menge Fotos machen. Vielleicht stelle ich ja das eine oder andere online.
So, jetzt habe ich alle gelangweilt, aber es ist ja schließlich meine Seite. It's my site and I bore if I want to.
Bis nächsten Samstag.

Posted by banana at 05:26 EM | Comments (0)
April 06, 2004
I think about the implications

Heute musste mal wieder das Ersatzschwein ran. Das Hauptschwein hatte sich gestern beim Rodeo die Haxen verstaucht. Ich sollte den Schweinen verbieten, in ihrer Freizeit derartig gefährliche Sportarten auszuüben.
Ich bin schon lange davon abgekommen, den Schweinen richtige Namen zu geben. Früher habe ich das mal gemacht. Das Problem dabei ist, dass man eine emotionale Bindung zu den Viechern aufbaut. Dann bekommt man Probleme, wenn man sie umbringen muss. Man hat ja schließlich Hunger und man muss ja schließlich was essen. So bin ich dazu übergegangen, alle Schweine einfach Wilhelm Piek zu nennen. Wenn es mal intimer wird, dann nenne ich sie Willi, aber das kommt wirklich sehr selten vor.
Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps.
So lief ich heute neben dem Ersatzschwein eher lustlos durch den Wald und suchte nach Trüffeln. Eigentlich suchte das Ersatzschwein nach Trüffeln, denn mein Geruchssinn ist nicht gut genug ausgebildet, um selber nach Trüffeln zu suchen. Es wäre nicht schlecht, wenn es so wäre, denn dann könnte ich mir den ganzen Aufwand mit den Schweinen sparen. So eine Schweinezucht ist nämlich kein Zuckerschlecken. Selbst wenn sie selbst für ihre aktive Freizeitgestaltung sorgen.
Auf der anderen Seite hätte ich ohne die Schweine auch kein Fleisch zum futtern. Aber da würde sich ganz bestimmt eine Lösung finden lassen.
So lief ich durch den Wald, der Regen tropfte traurig auf meine obercoole Jacke, neben mir rüsselte Wilhelm vor sich hin und wir fanden keine Trüffel.
Genau, wie in den letzten fünf Jahren. Vielleicht hätte ich doch auf die Unkenrufer hören sollen, die mir sagten, in hessischen Wäldern wachsen nun mal keine Trüffel. Ich weiß es nicht. Ich bin auf jeden Fall keiner von den Typen, die so schnell aufgeben.
Ich hatte nicht umsonst das ganze Geld in die Trüffelschweinführerausbildung in Frankreich investiert. Vier Wochen hatte es gedauert. Ich habe gelernt, wie man sich ein anständiges Trüffelschweinführerfrühstück macht, wie man ein Schwein zur Wartung komplett zerlegt und wieder zusammenbaut, welche Schweineteile man abschmieren muss und wie man den Schweinen eine chique Schweinefrisur verpassen kann.
Ich habe auch extra so Schilder gekauft, die man auf das Schwein klebt, mit der Aufschrift "Trueffel Porc", damit man nicht mit einem Rehkitz verwechselt wird.
Es hat alles nichts geholfen.
Seit fünf Jahren renne ich durch den Wald, wie ein Depp. Ich habe noch keinen einzigen Trüffel gefangen. Und Schweinefleisch kann ich auch nicht mehr sehen.
Außerdem habe ich jetzt gelesen, dass sich Hunde mehr und mehr bei der Suche nach Trüffeln durchsetzen.
Die kann man aber nicht essen.

Posted by banana at 07:25 EM | Comments (0)
April 05, 2004
Janine, I drink you up

Schön, dass dieser Tag vorbei ist. Heute war der Tag, an dem alle im Urlaub waren, deren Schnitzer ich ausbügeln musste.

Zwei Herren fahren durch die Republik. Beide haben einen Sonnenbrand, obwohl die Sonne überhaupt nicht geschienen hat.
Die Motorsteuerung des Daimlers hat einen Defekt, so dass der Wagen nicht höher, als 3.000U/min dreht, was im höchsten Gang ziemlich genau einer Geschwindigkeit von 140 Sachen entspricht.
"Signale!" sagt er abfällig und haut aufs Lenkrad. "Die Frauen schicken Dir Signale und die sollst Du dann erkennen und deuten."
Durch einen solchen Motordefekt stellt man fest, dass das Leben unterhalb von 160km/h eigentlich ganz erträglich ist.
"Bei der Vicky war das Signal, dass sie zu mir gesagt hat, dass ich schöne Hände habe."
Man stellt auch fest, dass es durchaus möglich ist, mit Verbräuchen unter sechs Litern Diesel akzeptierbar flott unterwegs zu sein.
"Originalton: Sie hat gesagt: 'Du hast schöne Hände.' Und daran sollte ich erkennen, dass sie was von mir will."
Vor allem stellt man fest, dass man eigentlich genau so schnell ans Ziel kommt, nur eine ganze Ecke entspannter.
"Da kann man doch verrückt werden." sagt er und schaut mich an.
Bei Überholvorgängen bekommt man ab und zu einen Vogel gezeigt, aber damit kann man leben. My car is my panzer.
"Hast Du das Buch nicht?" frage ich.
"Welches Buch?"
"Signale! Komplett überarbeitete und stark erweiterte vierte Ausgabe. Mit den Klassikern 'Du hast schöne Hände', 'Bringst Du mich noch nach Hause', 'Aha, interessant', 'Du bist nett' und allen 528 Bedeutungen von 'Ich habe Kopfschmerzen'".
Er schaut mich kurz verdattert an, dann lacht er.
"Die bringen bald noch ein Heft mit Übungen raus." füge ich hinzu.
"Und eine Audio-CD" sagt er.
"Ist viel besser, als das andere Buch. Das heißt 'Ja, Schatz, geh' ruhig mit den Jungs einen trinken'".
"Man bräuchte echt ein Übersetzungsbuch." sagte er und schüttelt den Kopf.
Links zieht ein silberner A3 vorbei. Der Fahrer zeigt uns einen Vogel.
Ich muss an Mario Barth denken und sage nichts. Ich habe heute schon genug geredet.

Vielen Dank an tn für die Aufklärung des Rätsels bezüglich des Songs, der mit "Start!" anfängt. Es ist Janine von Soul Coughing. Der letzte Song auf dem hervorragenden Album Ruby Vroom.
Ich hab den Anfang des Stückes mal §§a href="http://www.spackonauten.org/music/janine.mp3">hier§§/a> hingetan.

Posted by banana at 07:11 EM | Comments (0)
April 04, 2004
Wir coastern durch bis morgen früh und singen frei-fallera

Endlich haben die Parks wieder auf. Endlich wieder Achterbahn fahren. Endlich wieder Entspannung pur.
Am Samstag waren wir in Space Park Bremen. Ganz nett. Vielleicht schreibe ich ein anderes mal was drüber.
Heute waren wir im Heidepark Soltau. Zum einen, weil Colossos einfach die besten Rides nach so langer Abstinenz verspricht und zum anderen, weil ich mir eine Jahreskarte besorgen mußte, damit ich nächste Woche in drei Parks in England umsonst reinkomme.
Um kurz vor Neun waren wir im Park und gingen natürlich sofort in den hinteren Teils des Parks, wo Colossos unübersehbar 60 Meter in den Himmel ragt.
Die Station war noch recht leer. Etwa zehn Leute warteten auf die Fahrt, der Zug stand bereit, die Zugangstore waren noch geschlossen. Die Ride Operators unterhielten sich.
Für die erste Fahrt hatten wir uns was für's Auge gewünscht, am liebsten also in der ersten Reihe. Leider stand da schon jemand, ebenso in der zweiten und dritten Reihe, so dass wir uns mit der vierten Reihe begnügen mussten.
Um ungefähr viertel nach neun hatte das Warten und unsere Abstinenz ein Ende. Wir gingen auf unsere erste Fahrt.
Enttäuschend war das.
Hatten wir uns die Fahrt in unseren Träumen (5 Stück pro Mann) zu schön ausgedacht? Hatten uns die Erinnerungen betrogen? Hatte der Zug im letzten Jahr auch den Berg nach der Kurve fast nicht geschafft? Wurde der Zug schon immer von zwei Männern aus der Schlußbremse zurück in die Station geschoben?
Träume und Illusionen brachen über uns zusammen. Wir konnten es nicht fassen, waren den Tränen nah und blickten einen OP traurig fragend an.
"Wer will, kann sitzen bleiben" sagte er "wir müssen den Zug voll kriegen."
Natürlich bewegten wir uns nicht von der Stelle.
"Warum war das eben so lahm?" fragte jemand. Wir hatten uns also nicht getäuscht.
"Weil der Zug so leer war" sagte der OP.
Los ging es zur zweiten Fahrt. Diemal musste der Zug nicht zurück in die Station geschoben werden. Der wirkliche Kick war es aber wirklich nicht. Lahm. Lahm. Lahm.
Unseren Platz wollte uns niemand streitig machen, so fuhren wir nochmal drei mal in der vierten Reihe, zweimal vorne und einmal ganz hinten.
Ganz hinten war es ganz nett, aber von den orgiastischen Jauchzritten, wie wir sie von der letzten Saison in Erinnerung hatten, war dieses Gezuckel weit entfernt.
Es war kurz vor Zehn, wir hatten bereits sieben Fahrten hinter uns und brauchten eine Pause.
Wir fuhren dies, fuhren das, aßen dies, tranken das. Unsere Gespräche kreisten immer um Autos, Sex und warum um Himmels willen Colossos denn in diesem Jahr so gotterbärmlich abschwächelte, wo er uns doch im letzten Jahr mit den legendären Sex Rides versorgt hatte, die dafür sorgten, daß wir noch eine Stunde später im Auto nur mit dem Kopf schütteln konnten.
Wir gaben ihm noch eine Chance. Es war früher Nachmittag und hatte gerade aufgehört zu regnen. Die Station war erfreulich leer, für einen Ritt in der letzten Reihe brauchten wir nur zwei Züge abzuwarten.
Bekanntlich besteht ein Achterbahnzug aus einer ersten Reihe, einer letzten Reihe und ein paar Plätzen, auf denen die Leute sitzen, die keine Ahnung haben. Diese Leute dienen eigentlich nur als Ballast, damit die Pro Roller Coaster Rider ihren Spaß haben können.
Endlich konnten wir in der letzten Reihe Platz nehmen, machten es uns mit unseren beiden besten Freunden, dem Gurt und dem Bügel gemütlich und waren immer noch gespannt, was uns die Fahrt bringen würde.
Wir wollten unseren alten Kumpel Colossos nicht so schnell aufgeben. Der Zug ruckte und die Reiberäder schoben ihn auf die Lift Chain. Soweit war alles, wie am morgen.
Als wir aber in 60 Metern Höhe die Kurve auf den First Drop zu entlangrollten, da war uns klar, daß nun hier eine andere Sprache gesprochen wurde. Colossos war aufgewacht.
Mit sanfter Gewalt wurden wir den First Drop heruntergesaugt, daß es uns aus den Sitzen hob. Unten wurden wir so stark gestaucht, daß es uns die Luft aus den Lungen drückte und kurz vor der Kuppe des ersten Camel Back setzte diese unbeschreibliche Colossos Airtime ein, die einen laut Stöhnen läßt. Es war phantastisch. Wir hatten Colossos zurück!
Nach dem Ritt stiegen wir entspannt, sprachlos und glücklich aus.
Natürlich stellten wir uns gleich wieder für die letzte Reihe an.
Vor uns fuhr ein Mädel mit ihrem Freund, mit der wir uns während der Wartezeit kurz unterhielten.
Nach ihrem Ritt drehte sie sich zu uns und sagte "Besser, als Sex!".
Ich hoffe, daß das ihr Freund nicht gehört hat.

Posted by banana at 09:49 EM | Comments (0)
April 01, 2004
Die Multivitamintablette verkantete in ihrem Röhrchen

"Dieser Idiot!" dachte ich "Dieser scheiß Grieche!". Bei ihm, da unten im Lande der Griechen funktioniert etwas nicht. Das läßt er mich wissen. Vielmehr läßt er es meinen Chef wissen und setzt ihm auch gleich einen Termin für die Behebung des Problems.
Gar nicht dumm, läßt mein Chef mich das dann wissen und setzt mir ebenfalls sofort einen Termin für die Behebung des Problems. Wie unoriginell.
Der Grieche hat mir ein paar Screen Shots mit Fehlermeldungen geschickt. Ja, das machen sie gerne. Sie machen Screen Shots von Fehlermeldungen und packen sie in Word Dokumente rein und dann bekommt man das geschickt. Gerüchteweise soll es auch Leute geben, die Power Point Präsentationen mit Fehlermeldungen machen. So richtig mit Spannungsbogen und lustigen Kommentaren.
Wenn man den Fehler beheben soll, dann findet man die Kommentare meistens gar nicht so lustig.
Wie dem auch sei. Natürlich war die wirklich wichtige und von mir benötigte Information nicht in den wunderschönen Screen Shots vorhanden. Der gute Mann war auch nur ziemlich schwer zu erreichen. Zumindest für mich. Er selbst konnte uns hervorragend erreichen, vornehmlich, um zu fragen wann der Fehler denn endlich behoben sei.
Das liebe ich. Menschen, die mit einer kindlichen Naivität an technische Zusammenhänge gehen und so schlaue Dinge, wie "kann man das nicht einfach so machen", "das muß doch gehen" und "das kann doch nicht so schwer sein" sagen. Nein, einfach kann man gar nichts machen, ja, gehen müßte es und doch, es ist schwer.
Ich begann diesen Mann zu hassen. Aber das wollte ich nicht.
Ich dachte daran, wie der Mann als Kind in Griechenland aufgewachsen war, wie er Oliven gegessen hat und Schafskäse, Tzaziki und Gyros.
Das stimmte mich milder.
Ich stellte mir seinen ersten Schultag vor, seine erste Liebe, die erste Zigarette, seinen ersten Ouza und den ersten Liebeskummer.
Es gibt Milliarden von Menschen auf der Welt und sie alle haben ein Schicksal. Sie alle haben Eltern, die sie lieben, sie alle haben eine Leibspeise, eine Problemzone und Träume und Hoffnungen.
Ich dachte daran, daß ihn seine Eltern bestimmt sehr lieb haben. Ich malte mir aus, wie die Eltern von der Schwangerschaft erfahren haben und wie glücklich sie dabei waren. Ich stellte mir das Glück nach der Geburt vor und fragte mich, wann sie sich wohl dazu entschlossen hatten, dem kleinen diese völlig unaussprechliche Buchstabenkombination als Namen zu geben.

Posted by banana at 07:01 EM | Comments (0)
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