Januar 30, 2004
Scaring the nation with their guns and ammunition

Immer, wenn wir zurück in die Kaserne kamen, hatten wir den Rest des Nachmittages frei. Das war auch nötig, denn meistens waren wir körperlich völlig am Ende und hätten unser Vaterland gar nicht mehr richtig verteidigen können. Selbst, wenn wir gewollt hätten.
Stets fand sich dann die ganze Mannschaft nach einer kleinen Verschnaufpause in der Dusche ein, um dort biertrinkend, Zoten reissend und pissend zu geniessen, wie das warme Wasser uns zurück in die Zivilisation wusch.
Nach drei Tagen und zwei Nächten, die wir unter freiem Himmel verbracht hatten, war das ein wunderbares Gefühl. Das Duschen dauerte immer mehrere Stunden und solche Tage klangen meistens damit aus, daß jemand die Toiletten vollkotzte.
Diesmal war es etwas anders.
Wieder waren wir tagsüber marschiert, hatten die Wummen, die Gasmasken und die Rucksäcke über diverse Berge geschleppt, hatten hilflosen Zielscheiben die Munition um das Sperrholz gefeuert und hatten die Nächte zuammen mit unserer Soldatenbraut unter Zeltplanen in klammen Schlafsäcken verbracht. Ab und zu hatte es auch einen ABC Alarm gegeben, die uns hektisch fummelnd als kleine Ponchowichtelchen dem Spott der Zivilisten preisgab.
Wieder standen wir unter der Dusche und waren einigermassen dankbar, wie schön das Leben sein könnte.
Da gellte ein Schrei durch den Raum.
"Scheiße!" rief der Junge mit dem Jugoslawischen Namen, der trotz zweier Korrekturen immernoch mit einem Rechtschreibfehler auf seine Uniform genäht war.
"Scheiße! Scheiße!" rief er wieder. Er hüpfe von Panik erfasst durch den Raum und hatte sein Gemächt in der Hand und starrte es ungläubig an.
Wir blickten zu ihm hinüber. Nach und nach gingen die Duschen aus, weil keiner daran dachte, neues Wasser anzudrücken.
"Guck doch mal! Da ist doch was!" er hatte seinen Schwengel in der Hand und zog ihn nach vorne, damit der Junge neben ihm einen Blick darauf werfen konnte.
"Meinste, ich will mir hier deinen Pimmel angucken, oder was?"
"Heb' die Seife auf!" sagte ich.
Rechtschreibfehlerboy aber war das egal.
"Da! Da! Da! Scheiße!" presste er hervor, während er weiter seinen Schwanz in der Runde herumzeigte, als wäre er ein Kind, daß gerade erschossen worden war.
Da war tatsächlich etwas Ungewöhnliches, Ein kleiner, tiefschwarzer Punkt war auf der Eichel zu sehen. Schön obendrauf tronte er, wie die Maus auf dem Mars. Der gehörte da nicht hin und der war auch offensichtlich vorher noch nicht da gewesen. Und er beunruhigte den Eichelbesitzer offensichtlich.
Einer von uns nahm sich ein Herz und besah sich die Sache näher.
"Das ist 'ne Zecke" sagte er "Das kenne ich von meinem Hund."
"Scheiße!" brachte der Bezeckte wieder hervor.
Wir anderen waren uns nicht ganz sicher, ob wir lachen durften, Mitleid bekunden sollten, gute Tips geben sollten oder einfach zu fertig waren, um irgendeine Regung zu zeigen.
"Scheiße! Was mache ich denn jetzt?" fragte er. Das Teil baumelte jetzt zwischen den Beinen, weil er die Arme ratlos in die Höhe gereckt hatte. Der schwarze Punkt blieb, wo er war.
"Geh' zum Doc" sagte ich.
"Spinnst Du? Weißt Du, wie peinlich das ist?" fragte Dr. Panicz.
"Schlau ist sie ja, die Zecke. Da hat sie bestimmt genug zum Nuckeln" sagte ein Witzbold und drückte seine Dusche wieder an.
"Das kann doch da nicht bleiben" er sah seinen Penis an, als würde er gar nicht zu seinem Körper gehören.
"Geh' zum Doc" sagten irgendwann alle.
Er ging in den Sanitätsbereich, ohne sich im Schritt abzutrocknen.
Wir duschten weiter und lachten uns ersteinmal ordentlich aus.
Zwei Stunden später, als wir alle babysauber und bierschwer auf einer Stube hockten, kam er zurück und berichtete von seinem Besuch beim Arzt.
"Ich stand da und mußte die Hose runterlassen. Der Arzt sagte, daß es eine Zecke ist und daß er gleich wieder da wäre. Da stand ich und nach einer Weile kamen zwei Schwestern in den Raum die ich noch nie gesehen hatte. Dann kam der Arzt zurück und ich glaube, er hatte noch etwas feuchte Augen. Er sagte, man müßte die Zecke ersticken, damit sie losliesse. Dann könnte man die herausdrehen. Er gab mir ein kleines Glas mit Öl und sagte, ich solle mein Teil in das Öl hängen und es da eine viertel Stunde drin lassen. Dann stand ich also, die Hose in den Kniekehlen, den Pimmel im Öl und wartete. In dieser Zeit kamen weitere drei Schwestern und zwei Ärzte in den Raum, die ich auch noch nie gesehen hatte, durchwühlten einige Schubladen, betrachteten mich aus dem Augenwinkel und gingen wieder. Es waren die längsten 15 Minuten meines Lebens. Dann kam der Arzt zurück und drehte das Ding mit einer Pinzette aus meinem Schwanz. Eine Schwester, die ich noch nie gesehen hatte, assistierte ihm dabei."
Es gibt Erfahrungen, um die beneide ich andere Leute wirklich nicht.

Posted by banana at 07:02 EM | Comments (4)
Januar 29, 2004
Dene rufe mer jetz was runnä

Aus: Gespräche mit Banana. Heute: Ein Tag auf der Kommandocouch
dlj: Und? Wie war Dein Urlaubstag mitten in der Woche?
bna: Ziemlich sinnlos. Um 9 aufgestanden, den schlimmsten Unrat versteckt, um 11 kamen die Heizungsableser, den Rest des Tages bescheuerte Sendungen im Fernsehen angeguckt. Komplette Zeitverschwendung.
dlj: Man könnte solche Tage eigentlich prima nutzen, um sinnvolle Dinge zu machen, zum Beispiel einkaufen, wenn nicht alle einkaufen gehen.
bna: Och. Ich gehe eigentlich ganz gerne einkaufen, wenn alle einkaufen. Dann wird man nicht von bescheuerten Verkäufern belästigt.
dlj: Für die hast Du doch die richtigen Sprüche drauf: "Halts Maul, Du Arschloch", "Verpiß Dich", "Geh' kacken" und so.

"Geh' kacken", das ist das neueste Halt's Maul Ritual in unserem Büro. Wenn jemand Unsinn erzählt - und das passiert leider ziemlich häufig - so reicht man ihm die für diesen Zweck zurechtgelegte Klopapierrolle und sagt "Hier, geh' Kacken". Danach ist das Gegenüber meistens ruhig.
Ich mußte heute Mittag sehr lachen, als ich mir vorstellte, wie wohl ein Verkäufer dreinschauen würde, der auf die Frage "Kann ich ihnen behilflich sein?" ein "Geh' kacken" und eine Klopapierrolle erhalten würde.
Das bekommen die Knaben bestimmt nicht oft zu hören. Vielleicht würden sie sich sogar etwas über die Extrapause freuen.
Heute war ich auf der Eurovision Song Contest Seite des NDR. Dort mußte ich erfahren, daß man dort die Musik von Wonderwall für "Songwriter-Pop à la Tori Amos" hält und daß Jule aus der Band ausgeschieden ist. Ist das nicht interessant? Auf jeden Fall werden sich die beiden Früchtchen an der Vorausscheidung beteiligen, neben anderen tollen Künstlern, wie Overground, Scooter, Sabrina Setlur, Westbam oder Laith Al-Deen. Kann man die Ausscheidung nicht in den Dschungel verlegen? Da würden sich die Damen und Herren bestimmt wohl fühlen.
Wo wir grade dabei sind...
Aus: Gespräche mit Banana. Heute: Der fiese Japanschlitzer
dlj: Ist Dein Supermesser gekommen?
bna: Jup.
dlj: Und?
bna: Cool. Scharf, wie Hulle.
dlj: Aha.
bna: ...
dlj: Wie war das eigentlich verpackt?
bna: In so einer Pappschachtel.
djl: Hm. Bei einem wirklich scharfen Messer hätte ich erwartet, daß es nicht durch eine Pappschachtel aufzuhalten ist und unten rausfällt.
bna: Stimmt. Ich hatte mir auch wesentlich mehr Blut am Briefkasten erhofft.

Weiß eigentlich jemand, welche Namen Drogenhunde und Sprengstoffhunde haben? Ich meine, die können doch nicht normale Hundenamen haben. Sie müssen nüchterne, seriöse, einschüchternde Namen haben. Ein Drogenhund kann nicht Waldi oder Floppel oder Häufchen heissen. Ein Drogenhund muß Sigmar heissen oder Götz oder Horst. Sprengstoffhunde können die gleichen Namen haben, wie Drogenhunde. Vor allem dürfen Drogenhunde keine Namen haben, die es nahelegen würden, daß die Hunde selbst Drogen konsumieren würden. Hank zum Beispiel oder Zecke. Sprengstoffhunde dürfen wahrscheinlich keine Arabischen Namen haben, sonst wird der Hundeführer ganz nervös und kann nachts nicht mehr schlafen, vor lauter Angst.
Ja, so ungefähr muß es sein.
Ui! Mit einem frohen Glucksen habe ich gesehen, daß §§a href="http://www.somethingawful.com/cliff/ihateyou/">Cliff Yablonski§§/a> ein update auf seiner Seite gemacht hat.

Posted by banana at 07:02 EM | Comments (19)
Januar 28, 2004
If the phone doesn't ring, it's me

Ich habe mir heute aus im Moment nicht nachvollziehbaren Gründen bei meinem Lieblings-Discounter zwei Lufterfrischer gekauft. Lufterfrischer machen mir immer ein schlechtes Gewissen. Lufterfrischer stehen im Regal und rufen dir zu "Deine Wohnung stinkt". Und schon waren zwei davon in der Duftrichtung Lemon in meinem Einkaufswagen. Sie versprachen mir, in meiner Wohnung 6 Wochen lang angenehmen aber zurückhaltenden Duft zu verströmen.
Als ich meinen Einkauf zu Hause auspackte, rochen die Sachen schon verdächtig künstlich-zitronig. Ehrlich gesagt stank es, wie im Dixieklo auf einer Zitronenplantage. Einer der beiden Stinker war ausgelaufen! Am Boden der Tüte befand sich bereits ein gelbes Pfützchen.
Für meine Begriffe war angenehmer zurückhaltender Duft etwas anderes. Der Pinkelsteinodor fühnte einem glatt die Tolle auf Ostsüdost.
Ich pfefferte das lecke Ding in den Mülleimer. Sollte es doch da angenehmen zurückhaltenden Zitronenduft verbreiten.
Meine Finger stanken auch nach dem Zeug und der Gestank ging erst nach dreimaligem Waschen weg. Ebenso die Arbeitsplatte in der Küche. Die ganze verdammte Wohnung stinkt danach, was sich irgendein verrückter Wissenschaftler unter Zitronengeruch vorstellt.
Mittlerweile konnte ich das Problem durch Raustragen des Mülls und exessives Lüften einigermaßen in den Griff kriegen. Ich hatte das Dilemma schon fast vergessen, bis ich vorhin den Kühglschrank öffnete. Der Krautsalat muß in der Zitronenpfütze in der Tüte gestanden haben. Eine schockierende Erfahrung.

Posted by banana at 08:32 EM | Comments (6)
Januar 27, 2004
I heard the plaintive cry of a young mexican girl

Ab und zu muß es sein. Ab und zu brauche ich einen Teller leckere §§a href="http://www.indonesia.de/">Bihunsuppe§§/a>. Ich weiß, wo diese Köstlichkeit geführt wird und ich weiß auch, in welchem Regel die gelben Dosen stehen. Normalerweise läuft das so ab: Ich gehe in den Laden, nähere mich zielstrebig dem Bihunsuppenregal, greife mir eine der weniger schmutzigen und verbeulten Dosen, bezahle an der Schnellkasse, fahre nach Hause und fresse das Zeug, nachdem ich es erhitzt habe.
Gestern aber war ich irritiert. Da stand nicht nur Bihunsuppe, sondern auch noch Chinasuppe, Sauer-Scharf Suppe, Thaisuppe, sowie Tohunsuppe, Krabunsuppe und Chihunsuppe.
War das wirklich nötig? Hätte man es nicht auch bei der Bihunsuppe belassen können?
Da stand ich und war verwirrt und verärgert. Zum einen wußte ich nicht, für welche der Dosen ich mich entscheiden sollte, zum anderen war ich etwas enttäuscht, daß sich der Hersteller meiner geliebten Suppe zu einer derart Platten Namensgebung hinreißen ließ.
Tohunsuppe ist nämlich mit Tomate, Krabunsuppe mit Krabben, Chihunsuppe mit Huhn. Letztere hätte man doch auch Huhunsuppe oder nur Hunsuppe nennen können, oder?
Seit gestern denke ich darüber nach, was denn das Bi in Bihunsuppe bedeuten könnte. Es mag mir aber nichts einfallen.
Vielleicht kommt ja auch bald Rihunsuppe auf den Markt.
Ich bei natürlich nicht beim Bewährten geblieben. Statt mir eine Dose Bihunsuppe zu nehmen, schnappte ich mir je eine Dose Chinasuppe und eine Dose Chihunsuppe. Diese Entscheidung traf ich aus Neugier und weil alle Bihunsuppendosen total verbeult und voller Bihunsuppenspritzer waren.
Das nächste Mal werde ich wieder zur Bihunsuppe greifen, aber das wird wahrscheinlich erst in ein paar Monaten sein.
Das Global Messer ist gekommen. Es ist tatsächlich Scharf, wie Hulle und liegt schon ausgewogen in der Hand. Jetzt muß ich nur noch damit umgehen lernen und mir einen Wasserschleifstein besorgen, damit ich mein Baby schön scharf machen kann, wenn es mal stumpf wird.
Die Messerverkauferei auf Ebay scheint mir ein windiges Geschäft zu sein. Dort kann man auch Global Messer kaufen. Im Werbetext stehen Sachen, wie "Garantiert ein Original, sonst Geld zurück". Na klasse.
Ein anderer wirbt damit, daß das Messer aus "nahezu unendlich vielen Teilen" bestehen würde. Es besteht nämlich aus der Klinge, dem Griff und dem Sand, mit dem der Griff gefüllt ist.
Mist! Es gibt wieder einen Rednose Day.

Nachtrag: Ist es ein Gottesbeweis, daß sich in der Nase von Mitmenschen, mit denen man im selben Zimmer schläft, Popel bilden, die beim Einatmen ein deutlich hörbares Pfeiffen hervorrufen?

Posted by banana at 09:29 EM | Comments (16)
Januar 26, 2004
Aus Böhmen kommt die Musik

Was wirklich mal jemand bauen sollte, sind Butterfly-Handies. Ich habe da mal wieder eine meilenweit klaffende Marktlücke entdeckt und anstatt sie selbst zu meinem Vorteil auszuschlachten, gebe ich diese Geschäftsidee hiermit kostenlos der Öffentlichkeit preis. Soll doch ein anderer damit reich, glücklich und berühmt werden.
Butterfly-Handies würden es vielen Leuten ermöglichen, auf viel beeindruckendere Weise ans Telefon zu gehen. Bimmelimmelimm-wutsch-wuscht-wutsch-Hallo?
Butterfly-Handies müssen auffällig sein, groß sein und silbern - was sage ich - sie müssen chromglänzend sein und blinken und glitzern, wie ein schneebedeckter Berggipfel. Im aufgelegten Zustand muß das zweigeteilte Hörteil das Sprechteil schützend umschliessen. Klingelt das Telefon dann, so kann man mit dem Ding so komisch rumwirbeln, wobei das Telefon rumwirbelt wie der Knethaken einer Küchenmaschine, bevor sich die beiden Teile der Hörmuschel schließlich zusammenklicken und der Anruf entgegengenommen wird. Beim Auflegen kann man dann den gleichen Affentanz veranstalten.
Vielleicht könnte man sich auch so ein Fuchtelalphabet zum SMS-Schreiben ausdenken.
Das sehe bestimmt ziemlich gut aus und vielen Leuten würde das bestimmt viel Spaß machen.
Ich würde dann über die Zeil laufen, Telefonklingeln hören und fünf Butterfly-Handy-Besitzer in Jogginghosen würden ihre Butterfly-Handys simultan aufwirbeln. Vier von denen müßten dann feststellen, daß es gar nicht ihr Telefon war. Also würden sie wieder zurückfuchteln oder, um den Schein zu wahren, eine SMS fuchteln.
Wenn es Butterfly Handies gäbe, dann könnte dann Internetseiten basteln, mit den neuesten Butterfly-Handy-Tricks, mit Videoschnipseln und Diskussionsforum.
Naja, wahrscheinlich würden Butterfly-Handy besitzer aber gar nicht wissen, wie man Internet macht.

Posted by banana at 08:46 EM | Comments (13)
Januar 25, 2004
Das ist doch der mit der fröhlichen Musik

Ich wandele jetzt schon einige Jahre über diese Erde. Das - nicht das Wandeln, sondern dessen zeitliche Ausdehnung - hat dazu geführt, daß ich einige Dinge weiß.
Ich weiß, daß schwarz im Grunde die einzig akzeptable Farbe für Socken sind. Ich weiß, daß die Spitze der Krawatte mit dem unteren Ende der Gürtelschnalle abschliessen sollte. Ich weiß, daß Stevie Wonder das Mundharmonikasolo auf Angel gespielt hat und Eddie van Halen das Gitarrensolo auf Beat it!. Ich weiß, wie man wirklich leckere Spargelsuppe zubereitet. Ich weiß, welches Gedicht von Bertold Brecht mein liebstes ist. Ich weiß, daß man Bertold Brecht ohne H schreibt. Ich weiß, welche Biersorten mir schmecken und welche nicht. Ich weiß, daß ich keine Meeresfrüchte mag und daß ich mich auch nicht weiter versuchen werde, sie mir schmackhaft zu machen. Ich weiß, was man Leuten sagt, die einen lieben Menschen verloren haben. Ich weiß, was man in Vorstellungsgesprächen auf die Frage nach den drei negativsten Eigenschaften am besten antwortet. Ich weiß, was zu tun ist, wenn man in einer Besprechung eine unangenehme Frage gestellt bekommt. Ich weiß, daß es Firmament heißt und nicht Firnament, wie ich zweiundzwanzig Jahre lang angenommen habe. Ich weiß eine ganze Menge über Didgeridoos. Ich weiß, daß ich in Zukunft Parties meiden werde, auf denen mich Leute mit langweiligen Informationen über Didgeridoos volllabern. Ich weiß, wie man ein Messer schärft. Ich weiß, daß ich es sehr mag, wenn man meinen Hals küsst.
Das alles weiß ich und noch viel mehr. Es würde den Rahmen dieser Website sprengen, mein ganzes Wissen hier aufzulisten. Die oben aufgeführten Sachen machen nichteinmal fünf Prozent meines Wissens aus. Da fällt mir ein Witz ein: Sechs von zehn Leuten haben keine Ahnung von Prozentrechnung. Das sind über 80 Prozent!
Es gibt also durchaus Momente, in denen ich froh bin, schon die eine oder die andere Sache erlebt zu haben. Das sind meistens Momente, in denen ich gerade etwas getan habe, das ich aus meinem reichhaltigen Erfahrungsschatz hervorgezaubert habe.
Das führt dazu, daß ich mich von Zeit zu Zeit in einer gewissen Lebenssicherheit wähne. Dann kommt aber immer eine Situation durch die Tür, setzt sich hin, sagt "Hallöchen" und fängt an, auf der Fernbedienung rumzudrücken.
Ich weiß nicht, ob ich ihr Wurstbrote anbieten soll oder sie rausschmeissen soll.
In letzter Zeit häufen sich Berichte darüber, daß sich Leute treffen und nach dem Treffen ganz und gar nicht sagen können, ob sie Sympathien füreinander empfinden, oder nicht. Naja, er weiß es, sie weiß es auch, da bin ich mir sicher, aber sie weiß nicht, was er von ihr hält und er weiß nicht, was sie von ihm hält.
Oftmals sind die Herrschaften nach diesen Treffen entsetzt, sie sind sich sicher, daß es der größte Fehler ihres Lebens war, dieses Treffen überhaupt zu veranstalten, weil sie sich sicher sind, der andere könne sie absolut nicht ausstehen. Dann stellt sich heraus, daß da doch ein zartes Pflänzlein keimt.
Ich soll dann was dazu sagen und merke, daß ich von dem Kram überhaupt keine Ahung habe. Es freut mich aber immer wieder ein bißchen, daß andere Leute denken, daß ich sie hätte.

Nachtrag: Ok, ich weiß, daß man Bertold Brecht ohne H schreibt, ich weiß aber nicht, daß man Boldi eigentlich mit T hinten schreibt. Salya weiß es besser. Immerhin weiß ich aber mehr, als §§a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B000026NPY/qid=1075068803/sr=2-9/ref=sr_aps_prod_9_3/302-5604731-8943229">Amazon§§/a> ;o)

Posted by banana at 10:51 EM | Comments (20)
Versandkostenpauschale entfällt

Es gibt mehrere Arten, auf die man nicht sterben möchte (Note to self: Immer an Douglas Adams denken: Tu' nie etwas, bei dem Du nicht tot erwischt werden willst):
- Beim Scheißen vom Blitz getroffen werden
- Beim Wichsen einen Herzanfall zu bekommen
- Beim Ausparken die Kontrolle über sein Fahrzeug zu verlieren und gegen eine Wand zu fahren.
Heute Morgen erzählte mir N24, daß Helmut Newton tot sei. Schade.
Ein Freund sagt "Der Tod ist ein Arschloch. Er holt die, mit denen man die Erde gerne noch eine Weile geteilt hätte, und dafür leben die Idioten weiter."
Er hat nicht ganz Unrecht.
Wenn man nicht schlafen kann, dann sollte man vielleicht nicht zu viel Verkaufsfernsehen schauen.
Da wird ein Notebook angepriesen, zur Demonstration der Grafikfähigkeiten wird ein Film abgespielt. Der Präsentator sagt dazu:
"Natürlich kann sich jeder für seinen eigenen Bedarf andere Filmsequenzen aus dem Internet downloaden."
Was mir zu eigenem Bedarf und Filmsequenzen einfällt ist ja wohl klar.
Pfui, pfui! Böser Banana! Böser Banana!
*banana slaps banana around a bit with a big trout*
Heute habe ich mal wieder die unangenehme Erfahrung eines Katers gemacht. Nach dem Aufstehen war es noch gar nicht so schlimm. Ich war sogar in der Lage, die nötigen Zutaten für ein Frühstück für meine Gäste einzukaufen. Des wahren Ausmaßes der körperlichen Unzulänglichkeit wurde ich aber erst am Nachmittag gewahr. (Der letzte Satz ist grammatikalisch irgendwie falsch, aber ich habe nicht die Energie, ihn zu korri... richtig zu machen.)
Kopfschmerz, Übelkeit, Orientierungslosigkeit, Schwindel, Körpergeruch, Haarausfall, Zahnfäule, Weltuntergangsphantasien, Pusteln, Krätze, Überbiss, Muskelflattern, Flatulenz, Atomspaltung, Schallmauerdurchbruch, wirres Faseln.
Wenn man mit Freunden morgens um drei zusammensitzt, dann scheint es einem eine wahnsinnig tapfere Leistung zu sein, noch ein Bier zu trinken und noch einen Wodka zu kippen, obwohl man tief drinnen weiß, daß man im Bett eigentlich besser aufgehoben wäre. Man denkt, daß das eine wahnsinnig gute Idee sei. Die Welt wird dadurch besser. Man wird am nächsten Morgen stolz auf den leeren Bierkasten schauen, stolz sein Werk begutachten und sich sicher sein, daß man das richtige getan hat.
Ist es aber nicht. Man bekommt davon nur Kopfweh, Übelkeit, Orientierungslosigkeit, Schwindel, Körpergeruch, Haarausfall, Zahnfäule, Weltunterganzphantasien, Pusteln, Krätze, Überbiss, Muskelflattern, Flatulenz, Atomspaltung, Schallmauerdurchbruch, wirres Faseln.

Posted by banana at 02:38 FM | Comments (1)
Januar 23, 2004
Ich bau euch um! Zu Schuhschränkchen!

Es ist wirklich die Kantine des Grauens. Ich weiß auch nicht, warum wir da immer wieder essen gehen. das essen schmeckt zwar nicht schlecht, aber es ist teuer, ungesund und Abwechslung nenne ich etwas anderes.
Bratcurrywurst mit Pommes. Frikadelle mit Pommes und Jägertunke. Halbes Hähnchen. Spaghetti mit Kotzekäse. Scholle mit Kartoffelsalat. Oder doch vielleicht wieder eine Currywurst?
Ja, darauf beschränkt es sich in der Regel, wenn einem nicht ein Leberkäse mit Zwiebelstippe und Kartoffelbrei als Sonderaktion dazwischen kommt.
Zugegebenermassen ist der Supermarktsprecher mit dem hessischen Akzent recht lustig. Jedesmal, wenn der "habbe sie eigentlisch schon einen Kombjuder?" Spot kommt, dann sitzen wir feixend am Tisch und mümmeln unsere Frikadellen.
Was den Besuch dort aber unterm Strich zu einer deprimierenden Erfahrung werden läßt, sind die anderen Anwesenden. gäste will ich sie jetzt mal nicht nennen.
Zum einen sind da immer eine ganze Menge Geschäftsleute, die irgendwann im Leben die Prioritäten falsch gesetzt haben. Fein sind sie angezogen, mit der Hend/Schlips Kombination von Tchibo und Schuhen, die niemals ganz unmodern werden, aber auch niemals ganz modern.
Die reissen dann ihre Witze, die sie wahrscheinlich aus irgendeinem Buch gelernt haben und die Tischgenossen lachen reflexartig, weil ihr Verstand wahrscheinlich heute morgen im Bett liegengeblieben ist. Dann klingelt ein Mobiltelefon, aber es ist gar nicht ihres. Es gehört dem Handwerker am Nebentisch, der jetzt seine Bildzeitung zur Seite legt.
Ein paar Tische weiter sitzen zwei Frauen und ein Kind. Die Frauen tragen Leggins und Oberteile mit Glitzerapplikationen. In der Hand haben sie Zigaretten, auf dem Tisch stehen zwei Bier. Prost Mahlzeit.
Versprengt im Raum sitzen Rentner, für die der Besuch in der Kantine des Grauen der traurige Höhepunkt des von mir subventionierten Daseins zu sein scheint. Sie schauen sich die ganze Zeit um, müssen bei jeder Frage des Partners nachfragen, was er denn gerade gesagt hat und brauchen mindestens zwei Stunden für ihren Kaffee und das merkwürdig aussehende Stück Kuchen.
Neulich war sogar Helge Schneider da.
Es war zumindest eine Frau, die sich genau so bewegt hat, wie Helge Schneider. Sie trug eine komische Brille, eine Perücke und eine Tasche über den Arm gehängt. Sie hatte aber keinen Bart.

Posted by banana at 01:04 FM | Comments (13)
Januar 21, 2004
je pourrais manger un porc entier

Ein Ausdruck, den man viel öfter benutzen sollte, ist "das kalte Kotzen kriegen". Sehr schöner Ausdruck. Note to self: Öfter benutzen.
Demnächst startet die neue Big Brother Staffel. Es wird die fünfte werden. Zur Erinnerung: Sieger Staffel 1: John, Sieger Staffel 2: Alida, Sieger Staffel 3: Karina (Karina?), Sieger Staffel 4: Jan (Jan??). Unlängst wurden noch Akademiker gesucht, die in den Container einziehen würden. Keine Ahnung, warum sie Akademiker wollen. Damit sich jemand beim Holzhacken in die Extremitäten choppert? Damit sich jemand etepetete über die hygienischen Verhältnisse aufregt? Damit auch weiterhin Scheiße gelabert wird, aber auf höherem Niveau? Damit endlich der Frage, was denn das bessere Betriebssystem sei, angemessene Zeit im Deutschen Fernsehen eingeräumt wird? Damit statt Kaffee endlich Tee getrunken wird? Damit das mit dem Brotbacken endlich wieder ordentlich hinhaut? Damit die Zuschauer den duschenden Frauen nicht immer auf die Tüten glotzen wollen? Fragen über Fragen!
Mich brachte die Suche nach den Akademikern allerdings auf eine Idee:
Das Preisgeld beträgt eine Million Öre. Das ist doch schonmal was! Das ist doch schonmal etwas!
Vielen kleinen Unternehmen, zum Beispiel Web-Schnickschnack-Firmen, geht es im Moment nicht gut. Es wäre doch klasse, wenn es solch eine Firma schaffen würde, die komplette Container-Mannschaft zu stellen. Alle rein da, Klappe zu, Affe tot. Die Firma wird so lange dicht gemacht.
Die Mitarbeiter müssen sich natürlich vertraglich verpflichten, den Gewinn an die Firma abzutreten. Dafür haben sie dann den Rest des Jahres frei, bei vollem Lohnausgleich. Somit sind der Firma 1.000.000 Öre sicher, was mindestens mal einem Jahresumsatz entsprechen sollte. Der Jahresumsatz wäre also gerettet, die Arbeitsplätze gesichert. Vielleicht könnte man ja sogar im Big Brother Haus weiterarbeiten. Die albernen Spiele, die sich der Big Brother Verein ausdenkt, die müßte dann natürlich aufhören. Dafür könnte man aber dauernd Meetings abhalten. Meetings, Meetings, Meetings, Meetings...
Außerdem sind in jeder Firma mindestens so viele Verrückte, wie sie das Big Brother Team auch nicht besser zusammencasten kann.
Das einzige Problem besteht jetzt noch darin, wie man das komplette Big Brother Team mit Leuten von nur einer Firma besetzt. Daran wird es mal wieder scheitern. Der Teufel steckt wie immer im Detail.
Im Moment lese ich §§a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3442455235/qid=1074703537/sr=2-1/ref=sr_aps_prod_1_1/302-1487642-6656806">Geständnisse eines Küchenchefs§§/a>. Ein ganz gutes Buch. Sehr unterhaltsm, sehr Amerikanisch.
Herr Bourdain empfielt Messer von Global. Da in meiner Famile traditionell alle auf Messer und Werkzeug und so'n Scheiß stehen, juckten mir diese Messer natürlich in den Finger, seit ich die Empfehlung in dem Buch gelesen habe.
Zack! Google eingeschaltet, "Global Messer" eingetippert und Zack! Gleich der erste Hit war die §§a href="http://www.global-messer.de">Heimatseite§§/a> von diesen Messern. Hervorragend.
Sie fangen gleich damit an, warum ihre Messer nicht für jeden geeignet sind. Das gefällt mir schonmal sehr gut. Ich bin kein MaggiFixKocher, der seine Messer vergammeln läßt! Nein! Ich bin ein ambitionierter Diletant, der durchaus in der Lage ist, einem Messer vernehmlich eines Wetsstahls einige Schärfe zu verleihen. Ich mag Messer und ich will so ein Global Messer! Verdammich.
Schauen wir doch mal. So ein Kochmesser mit 24cm langer Klinge, das wär's doch. Das sieht gut aus. Es ist leicht, der Griff ist zum ausbalancieren mit Sand gefüllt und es ist scharf, wie ein Rettich. Das will ich haben!
Ein Blick auf die Preisliste bestätigt meinen exklusiven Geschmack: 159 Öre.
Das ist viel. Da muß eine alte Frau lange für Stricken. Dann vielleicht doch kein Global Messer?
Nein, das geht nicht. Ich will so ein Ding haben. Ich will Berge von Gurken, Paprika, Schweinen, Fischen und Salat schneiden. Aber nicht für 159 Öre.
Nach kurzer Suche werde ich fündig. Das G2 Fleischmesser sieht fast genauso aus, ist leider nur 21cm lang, kostet dafür aber auch nur 89 Öre. Das ist zwar auch ein Haufen Asche, aber immerhin keine 159 Öre. Gesagt, bestellt, mit fiebrig pochenden Bäckchen.
Ich las dann noch ein bißchen weiter und mußte feststellen, daß diese Schneidewerkzeug kleine Diven zu sein scheinen. Man darf sie nämlich nicht mit einem normalen Wetzstahl schärfen, denn diese können das Messer zerstören. Meine Fresse. Zum Glück gibt es auch spezial Schleifsteine von Global, die das Messer scharf und nicht kaputt machen.
Die kosten nochmal 59 Öre.
Gut, daß ich nicht das teure Messer bestellt habe.

Posted by banana at 07:10 EM | Comments (26)
Januar 20, 2004
Und ewig booten die Server

Wenige Leute wissen, daß Bert aus der Sesamstraße mit Nachnamen Lancester heißt. Ich weiß das, denn ich habe gespinkst. Ich habe auf das Türschild geschaut, in der Sesamstrasse, als ich mal wieder dort war, um Abos für Zeitschriften zu verkaufen.
Seitdem es die Ärzte §§a href="http://www.dieaerzte.de/akkorde/astronau.txt">ausgeplaudert§§/a> haben, wissen ja viele Leute, daß Mr. Spock mit Vornamen Karl Heinz heißt. Aber das ist ein anders Thema.
Ernie heißt mit Nachnamen Knight. Er ist der Bruder von Michael Knight, der ja den weltberühmten Boliden KITT pilotiert hat, bevor das Ding verschrottet wurde, weil Devon ihn sich für eine Spritztour ausgeliehen hatte und im vollen Kopf einen wirtschaftlichen Totalschaden produziert hatte. Da war es aus mit der Pracht. Da war Schicht im Schacht! Da war Schluß mit Lustig. Naja, doof bleibt doof, da helfen keine Pillen, auch Aspirin versagt.
Da ich gerade in der Sesamstraße war, habe ich auch gleich Bob, Gordon und Susanne im Altersheim besucht. Leider mußten sie mir mitteilen, daß Mr. Huber letztes Jahr verstorben ist. Naja, ging ja auch schon auf die 90 zu, der alte Bock.
Ich habe den alten Zauseln dann noch ein paar Dollar bei Vier Gewinnt abgeknöpft und habe das Geld dann gleich in der Spielothek (komm, komm, wir treffen uns in der Spielothek) durchgebracht. Eine Hunderterserie hatte ich am Geldscheißer, da hätte ich aufhören sollen, aber dann habe ich die ganzen Mücken bei Space Invaders verzockt. Am Ende habe ich dann gemerkt, daß man da gar nichts gewinnen kann. Mistikack! Ich war Fuchsteufelswild!
Ich habe aus der Bude erstmal Splitterholz gemacht und allen Gästen den Arsch aufgerissen, bis sie dachten, es liegt Schnee auf dem Kilimandscharo. Ich brauchte dringend Asche, denn ich hatte einen mords Knast. Schließlich hatte ich ja noch nicht gefrühstückt, außer den vier Snickers im Helikopter. Zum Glück hatte ich meinen Billardschläger dabei, so daß ich ein paar Piepen im Billardsaloon gewinnen konnte. Das war so leicht, daß es schon fast lächerlich war. Manche Leute lernen es einfach nie. Wer schlecht ist muß üben, üben, üben. Da nutzt auch die ganze Heulung nichts. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Ich habe dann das Moos ganz cool in meine Hemdtasche gesteckt und habe mich getrollt.
Ich ging zum Dönerstand und bestellte einen Döner "Mit allem, scharf, mit Knoblauchsauce". Den bekam ich dann auch. Er schmeckte sehr gut! Ich fragte den freundlichen Mann nach dem Rezept, damit Mama das auch mal zu Hause für mich kochen kann, aber er verstand mich offenbar nicht. Schade. Es war wirklich sehr lecker. Ich beschloß zu Hause mal das Internet zu durchsurfen und nach dem Rezept für diese leckere Speise zu stöbern. Vielleicht würde ich ja eine coole Homepage mit dem Repzept finden, die ich anklicken könnte.
Danach war es auch schon Zeit, in die Adolf Hennecke Volkshochschule zu gehen, denn der Stricklieselkurs sollte bald anfangen. Es goss in Strömen! Das war ja schon sehr schlimm, aber noch schlimmer war, daß ich meine Strickliesel gar nicht dabei hatte! Himmel, Arsch und Zwirn! Ich würde wieder auf eine der Leihstricklieseln zurückgreifen müssen, bei denen die Nägel immer so verbogen sind! Wie sollte ich denn da eine gescheite Strickwurst hinbekommen?! Ich war auf Hundertachzig, mein lieber Herr Gesangsverein! Ich war pappsatt, bevor der Kurs überhaupt angefangen hatte.
Lisa lieh mir dann aber ihre Backup-Liesel und damit klappte es eigentlich ganz gut. Ich kam wieder einigermassen runter. Leider schaffte ich aber nur achzig Meter Strickwurst und nicht die von Fräulein Rottenmeier verlangten zweihundert Meter. Naja, ich führe das mal auf das minderwertige Material zurück, mit dem ich arbeiten mußte. Naja, sie werden schon sehen, was sie davon haben, diese verdammten Hochstapler.
Es wurde schon dunkel und der Schneesturm wurde immer schlimmer. So gab ich noch schnell ein Abschiedskonzert im Central Park, für das ich mit frenetischem Applaus belohnt wurde. Da Applaus das Brot der Künstler ist, brauchte ich am Abend gar nichts mehr zu Essen, denn ich war ja schon so satt, daß ich gar nicht mehr "Papp" sagen konnte! Die Autogrammstunde verlief gut, meine neue Unterschrift kam gut an. Danach zog ich noch circa fünfzig geile Groupies durch und dann war es auch schon Zeit, sich hinzulegen, die Augen zu schließen und zu warten, bis Charon mich über den Styx ins Bubu-Land bringen würde.
Gute Nacht, Freunde. Es war mal wieder ein Tag voller Abenteuer.

Posted by banana at 07:18 EM | Comments (24)
Januar 19, 2004
Jetzt stellt er ihn in der Ringecke

Man sollte im Internetz McDonalds-, Tankstellen- und Türsteherdiskozonen einrichten. Da kann sich das Gesocks dann treffen und ihrem sinnfreien Tun fröhnen. Die anderen Bereiche könnten sie dann meiden.
Negativ fallen einem die Mitmenschen ja in der Regel dort auf, wo sie sich äußer können. Wenn sie dabei noch etwas von sich preisgeben können, dann tun sie das noch viel lieber.
Jeder will ja alles immer möglichst individuell haben, denn jeder Mensch ist unterschiedlich, keiner paßt in eine Schublade und keiner liest die Bildzeitung. Darum kauft man sich Window-Color-Sets, damit der Mann sich die fertigen Machenschaften in den Opel hängen kann. Dabei wäre das gar nicht nötig gewesen, denn der Opel ist schon vermittels aufklebbarem Renntankdeckel vom Gatten höchstselbst individualisiert worden.
Wenn sich die lieben Mitmenschen in Weblogs äußern, dann ist das zwar in der Regel schon ziemlich unerfreulich. Sie scheinen nicht viel zu tun zu haben, haben zu allem eine Meinung, Diskutieren gerne, nehmen sich sehr ernst und scheuen Anstrengungen und Verantwortung, wie der Teufel das Weihwasser.
Wenigstens haben sie aber keine Möglichkeit, das Aussehen ihrer Antwort zu verändern.
Richtig schlimm wird es in den Diskussionsforen. Da kann man sich einen Avatar zulegen, zum Beispiel ein Bild von Nemo aus Matrix. Das kann man machen, auch wenn man er 13 Jahre als ist und eher aussieht, wie der Junge vom Cover eines Fat Boy Slim Albums.
Die Avatare sind noch gar nicht das schlimmste. Das Schlimmste sind die Signatures. Bei richtig gestörten Zeitgenossen nimmt die Signature gerne mal eine halbe Bildschirmseite ein. Da erfahren wir dann, wie die Katze heißt, welche GameCube spiele man besitzt, welchen Spruch man als sein Lebensmotto gewählt hat oder wie schlecht die Person mit Grafiksoftware umgehen kann. Sehr beliebt sind nämlich Grafiken in den Signatures. Gerne hirnfaule, animierte Smiley, die kotzen, winken, zwinkern oder was auch immer tun.
Diese Signatures bekommt man dann konsequenterweise bei jeder Äußerung der Brut um die Augen gehauen.
Das ist deswegen besonders enervierend, weil die Leute verdammt viel zu sagen haben. Naja, eigentlich haben sie nicht verdammt viel zu sagen, sie sagen nur einfach viel. Die Beiträge sind von erlesener Qualität:
"Ich kenne das Spiel zwar nicht, aber es sieht so ähnlich aus, wie ein anderes Spiel, daß ich auch nicht kenne, also wird es eventuell gut sein."
*signature*
"Zu dem Clantreffen kann ich eventuell kommen. Bis dahin müßte ich meinen Führerschein haben. Meine Katze müßte dann auch wieder gesund sein."
*signature*
und so weiter.
Ach, die fruchtbaren Diskussionen auf heise.de habe ich ja ganz vergessen. Dort könnte man die erste Tankstellenzone ja schonmal eröffnen.

Posted by banana at 08:48 EM | Comments (16)
Januar 18, 2004
3OG von ca. 14.00 bis ca. 16.50 Uhr

"Du dummes Katholikenschwein".
Das hatte er dem anderen an den Kopf geworfen. Der hatte es sich gemerkt und den Eltern erzählt. Und dann gab es einen Riesenärger.
Soweit ich mich erinnere.
Wir waren damals alle in der dritten Klasse. Im Nachhinein finde ich die Sache ziemlich lustig. Zum einen frage ich mich, wie ein Drittklässer, also ein etwa neunjähriger Junge darauf kommt, einen Gleichaltrigen "Katholikenschwein" zu nennen. Zum anderen frage ich mich, warum es damals so einen Aufstand gegeben hat.
Sicherlich möchte ich nicht ein Elternteil eines Kindes sein, das ein anderes Kind als Katholikenschwein beschimpft hat. Irgendwo muß das Balg das ja aufgeschnappt haben. Das wirft kein gutes Licht auf das Elternhaus! Ich erinnere mich, daß ich damals das Wort "Katholikenschwein" noch nie gehört hatte. Mir war das damals ziemlich egal, wer katholisch und wer evangelisch war. Der einzige Unterschied bestand darin, daß man im Religionsunterricht getrennt wurde.
Ich unterstelle meinem Schulkameraden mal das gleiche. Seine Tat war nicht wirklich religiös motiviert. Er suchte nur einfach ein schlimmes Schimpfwort und da griff er zum Katholikenschwein. Nachdem das Wort ausgesprochen war, erschien mir "Katholikenschwein" ein ziemlich gutes Schimpfwort mit ordentlich Bumms zu sein. Ich nahm allerdings davon Abstand es zu benutzen. Man handelte sich damit zu viel Ärger ein.
Ich glaube, es gab damals eine Elternversammlung, aber was dort besprochen wurde, das interessierte mich nicht.
Es interessierte mich aber, wie denn das Schimpfwort für evangelische Kinder heissen würde. Evangelisches Schwein? Evangelenschwein? Kalvinist?
Alles unpassend oder vom Klang her nicht befriedigend.
So endeten die Religionskriege auf dem Schulhof der Grundschule so schnell, wie so begonnen hatten. Der christliche Fanatismus ist eben auch nicht mehr das, was er mal war.

Posted by banana at 08:50 EM | Comments (6)
Januar 15, 2004
Abstand halten, denn die Dinger gehen auf

Das Etablissement war ziemlich leer. Wenn wir schlau gewesen wären, dann hätten wir die leere Garderobe, die vom Eingang aus einsehbar ist, richtig gedeutet und hätten uns die 4 Flocken Eintritt gespart und wären woandershin gezogen. Wir waren aber nicht schlau.
So saßen wir mit unseren komischen Wahrsteiner Bieren am Rande der Tanzfläche. Die Tanzfläche selbst war leer. Nur das Licht tanzte. Um die Tanzfläche herum saßen Herren mittleren Alters, die genau wie wir nur zum Gucken gekommen waren.
Halt. Da waren auch zwei Frauen. Auch mittleren Alters und in Begleitung eines Herren, der dem Aussehen nach nur der zuständige Sozialarbeiter der beiden Damen sein konnte.
Die beiden Frauen führten sich auf, wie sich Damen solchen Kalibers nur aufführen können, wenn sie total besoffen sind oder wenn sich im gleichen Raum kein anderes weibliches Wesen aufhält, daß ihnen Konkurenz machen konnte.
Nach kurzem Sondieren war ich zu der Überzeugung gekommen, daß hier beides der Fall war.
Sie sangen und schwangen die Laiber. Der Sozialarbeiter erweckte den Eindruck, als würde er gerne mitmachen, wüsste aber nicht, wie das geht.
Es dauerte nur ein halbes Bier, da kam auch schon der erste Kerl an.
Er trug eine Karottenjeans und ein Sweatshirt von Diesel. Das konnte man sehen, weil es groß vorne draufstand. Der Bauch wölbte den Schriftzug in Konvexe, so daß er noch leichter zu lesen war. Eine Goldkette um den Hals hatte er auch.
Er war ziemlich besoffen. Das konnte man daran sehen, daß er in der Kurve kurz vor den Frauen arg ins Schlingern kam und sich auf einen Barhocker stützen mußte.
Den Mädchen war es egal, denn Mut muß belohnt werden, wie ich gelernt habe. Eine der beiden ließ sich von ihm auf die Tanzfläche führen. Dort bewegten sie sich zwei Lieder lang interessant zur Diskomusik. Ich glaube, es war Anastacia oder irgend eine andere Scheiße. Der Sozialarbeiter versuchte, so dreinzuschauen, als würde es ihm nicht ausmachen.
Richtig gut sah das nicht aus. Sie hatte keinen Spaß und er hatte Mühe, nicht umzufallen.
Nach zwei Liedern verließ sie dann auch die Tanzfläche und er stand alleine da und sah etwas verloren aus. Nach einer halben Minute hatte er herausgefunden, wo er hingehörte und trollte sich, um weiter Rotwein in sich hinein zu schütten.
Dieses Schauspiel war auch einer Gruppe von Männern nicht entgangen, die an einer anderen Ecke der Tanzfläche standen. Sie witterten Morgenluft.
Der erste Gentleman preschte nach vorne. Seine College-Schuhe kitzelten den Saum seiner Bundfaltenhose, die das Hemd umgürtete.
Formvollendet forderte er die eine Dame zum Tanzen auf. Es war die gleiche, wie beim ersten Mal. Die andere schien wohl keinen abzukriegen.
Ich informierte meinen Komilitonen, daß dieses Lokal demnächst in "Zum Resteficker" umbenannt werden würde.
Derweil diskofoxte unser Paar über den Tanzboden, daß rundherum das Personal kotzen zusammenbrach.
Da sprang ein zweiter Herr aus der Gruppe in Richtung Epizentrum der Sexyness. Schwarze Jeans, schwarz-weißes Hemd mit schwarzen Ärmeln, wenige Haare auf dem Kopf, dafür umso mehr unter der Nase. Er forderte die zweite Dame auf, ähnlich formvollendet, wie es sein Bekannter getan hatte.
Zwei Schlucke Bier später diskofoxte auch er über die Tanzfläche.
Nach drei Stücken hatten die Damen genug vom Diskofox. Sie gaben ihren Tanzpartnern zu verstehen, daß sie keinen Bock mehr auf foxen hatten und verzogen sich wieder in Richtung Sozialarbeiter. Die Gentlemen bedankten sich artig für den Tanz und zogen sich wieder zurück.
Ich holte neues Bier. Es gab keine wirklichen Alternativen zu Wahrsteiner. Das Erlebte hatte mich aber schon soweit gelähmt, daß das egal war.
Immer wieder betraten Männer das Lokal. Das war ganz lustig, denn in jedem Gesicht konnte man die gleiche Enttäuschung lesen. Enttäuschung darüber, daß der Laden fast leer war und daß kaum Weibsvolk anwesend war.
Nach und nach füllte sich die Diskothek dann aber doch. Es kamen sogar Frauen. Einige davon im Schlepptau von fünf bis zehn Jahre jüngeren Burschen, die sie offensichtlich beim Aprés Ski abgeschleppt hatten.
Letztere knutschten am Rande der Tanzfläche, andere soffen, aber die meisten schüttelten ihre Körper zur Musik. Die Damen, der Sozialarbeiter, der Besoffene und die Gentlemen kamen nicht mehr zum Einsatz.
Zum Glück, denn diese Erfahrung hatte mich etwas verstört.

Posted by banana at 08:59 EM | Comments (18)
Januar 14, 2004
Feier and forget

In der Schule war es immer so, daß man keine Hausaufgaben machen mußte, wenn man Geburtstag hatte.
Ich habe heute Geburtstag, also schreibe ich heute nichts.
Steckt Eure Nase doch mal wieder in ein gutes Buch oder lest eine Illustrierte.
Verbindlichst,
bna

Posted by banana at 10:43 EM | Comments (32)
Januar 13, 2004
Der Sonne hinterher (Jehova skate)

Es war kurz vor zwei Uhr in der Frühe. Die Temperatur lag um den Gefrierpunkt und wir liefen von der Disko nach Hause. Wir redeten über Sex, Beziehungen und Mobiltelefone.
Die Tür der Disko an der wir gerade vorbeigingen öffnete sich und ein Bub von vielleicht sechzehn Jahren kam herausgefallen. Ich dachte "der geht Kotzen", aber das tat er nicht. Er fiel mehr, als er lief und zwar in Richtung eines naheliegenden Geschäftes, dessen Eingang hell beleuchtet war.
Er übergab sich aber nicht, nein, vielmehr legte er sich zum Schlafen auf den blanken Boden.
"Das ist bestimmt eine Wärmelampe" sagte ich.
"Morgen kommen wir hier vorbei und dann ist da nur noch ein Kreideumriß" sagte er.
"Ich will nicht wissen, wie es dem morgen geht" sagte ich.
"Der sausst morgen früh auf seinem Snowboard an Dir vorbei" sagte er.
Wahrscheinlich hatte er damit gar nicht mal Unrecht.
Es gab bis jetzt zwei Situationen, in denen ich laut geflucht habe, ohne daß ich hätte aufhören können. In denen ich ganz kurz davor war, alles, was mich störte einfach wegzuschmeissen und in eine beliebige Richtung fortzugehen. Natürlich würde ich dabei weiter fluchen.
Die erste Situation war, als ich als Aushilfsbriefträger (ja, es heißt Zusteller) zum ersten mal alleine auf Tour war, just an dem Tag, an dem die Telefonrechnungen kamen, ich merkte, daß es bereits ein Uhr mittags war und ich erst ein Drittel der Briefe abgeliefert hatte, ich wiedermal einen falsch einsortierten Brief vor mir hatte, was bedeutete, daß ich zum wiederholten Male einige hundert Meter würde zurücklaufen müssen und als es schließlich anfing, zu regnen.
Ich hatte den Briefträgerjob nur aus purer Freundlichkeit angenommen, damit eine mir unbekannte Person in Urlaub gehen konnte. Ich brauchte das Geld nicht, ich brauchte es nicht, um fünf Uhr morgens aufzustehen und ich brauchte auch keinen Zentnerschweren Postwagen voller von mir persönlich falsch einsortierter Telefonrechnungen für eine halbe Kleinstadt.
Naja, es war nicht wirklich schlimm, aber ich stand da, in meinem Umhang, in abgeschnittenen Feldhosen, mit einem nassen Bündel Briefe in der Hand und reif "Verdammt", "Verfluchter Mist" und "Ich raste gleich aus".
Es ist wirklich erstaunlich, daß die ehrlichsten Flüche derart wohl gewählt sind.
Die zweite Situation war am letzten Samstag. Ich stand mit meinem Snowboard mitten auf der Piste, die ungefährt 200% Gefälle hatte, mir zitterten die Beine vor Erschöpfung, der Arsch tat mir weh, ebenso die Arme und die Knie und ich hatte keine Ahnung, wie ich von dort jemals wegkommen würde. Die Vorstellung, mich auf diesem Stück Holz weiter Richtung Tal zu bewegen war völlig abartig. Zu Fuß schien das aber auch unmöglich zu sein. Wenn ich versucht hätte, die Bindungen zu öffnen, dann wäre ich den Berg heruntergerollt und erst fünftausend Meter weiter unten tot aufgeschlagen und von einer polnischen Putzfrau zusammengefegt worden.
Die Lage war aussichtslos. Also fluchte ich. In diesem Moment fegte ein junger Snowboard-Fahrer an mir vorbei und bestäubte mich mit einer feinen Schicht Pulverschnees.
Das war bestimmt der Junge vom Vorabend.
Ja, man müßte nochmal jung sein.

Posted by banana at 08:44 EM | Comments (25)
Januar 12, 2004
Ihre Hausverwaltung

Meine erste mittelbare Begegnung mit Sex hatte ich im Alter von 15 Jahren.
Ich saß vor meinem C64 und war damit beschäftigt, die Assembler-Befehle so zu kombinieren, daß der Computer die seitlichen Rahmen des Bildschirmes nicht mehr anzeigte.
Natürlich kannte ich Sex schon vorher. Aber es war immer Leuten passiert, die ich nicht kannte. Leuten in Büchern, Leuten im Fernsehen oder Leuten in den Heften, die wir im Wald versteckten und die aus unerfindlichen Gründen immer weniger wurden, bis sie eines Tages von der Mutter von einem von uns verbrannt wurden.
Sex fand statt, aber er fand irgendwo anders statt. Das war auch gut so. Sex war interessant, aber Sex und ich, das paßte nicht zusammen. Ich hatte meinen Computer und den Rahmen um den Bildschirm, den ich verschwinden lassen wollte.
Da klingelte das Telefon.
Es war ein Freund von mir aus der Schule. Normalerweise telefonierten wir nicht miteinander. Wahrscheinlich war ich der erste, den er erreicht hatte.
"Und, wie geht's?" fragte er.
"Gut" sagte ich kurz.
"Was machst Du so?"
"Ich lasse den Rahmen auf meinem Computer verschwinden." sagte ich und wußte, daß es ihn nicht interessieren würde.
"Ich war im Skiurlaub" sagte er "Ich habe es endlich gemacht!" dann ließ er mir Zeit, nachzufragen, was 'es' denn sei.
Ich tat ihm den Gefallen, obwohl es mich nicht wirklich interessierte und ich natürlich ahnte, um was es hier ging.
Skiurlaub und Sex. Für mich damals zwei Begriffe von vergleichbarer Greifbarkeit.
Er hatte also mit einer Frau Sex gehabt. Sie war älter gewesen als er. Sie hatten es nachts auf einer Bank unter freiem Himmel getrieben. Er wäre natürlich viel zu früh gekommen, aber er hatte das einzig mögliche getan, was ein Mann in dieser Situation tun kann, um sich abzulenken: Er hatte an Football gedacht.
Football, Skiurlaub und Sex. In allen drei Themengebieten hätte ich damals nichteinmal die 50 Euro Frage beantworten können.
Ich war nicht wirklich beeindruckt. Das enttäuschte meinen Gesprächspartner offensichtlich, denn er hatte wohl mit Neid, Detailfragen, Tips und Schulterklopfen gerechnet. Er wiederholte die wichtigsten Details nocheinmal. Ich schwieg aber beharrlich, während mein Kopf sich mit greifbareren Themen beschäftigte, zum Beispiel mit dem Entfernen des Rahmens um den Bildschirm.
Er legte auf.
Heute habe ich noch immer keine Ahnung von Football, seit diesem Wochenende etwas Ahnung vom Skiurlaub und schon geraume Zeit Ahnung von Sex.
Was die Kombination von letzteren angeht, so kenne ich sie immernoch nur in der Theorie, kann aber sagen, daß ich es für sehr unwahrscheinlich halte, mitten im Winter auf einer Parkbank in einem Skiort Sex zu haben, ohne daß die dazu unbedingt notwendigen Organe auf der Bank festfrieren. Ganz abgesehen von der Laufkundschaft, die den bemühten Akt schneeballwerfend kommentieren würde.
Darüber hinaus habe ich die Anbahnung derartiger Höckerungen beobachtet und für sehr abstossend befunden.
Und außerdem hatte der noch nie Ahnung von Football.

Posted by banana at 09:13 EM | Comments (9)
Januar 09, 2004
Tief im Süden meines Herzens

Der neue Bürospaß heißt Flummi. Ja, die Gummibälle, die so lustig hüpfen.
Auf Englisch heißen die Dinger übrigens Superball. Endlich mal eine Sache, bei der der Deutsche Name schöner ist, als der Englische.
Die Dinger gibt es in einem Automaten im Supermarkt. Jedes mal, wenn wir dort sind, kaufen wir uns jetzt einen Flummi. Euro einfädeln, Griff drehen, beglückt dem ploppern des Balles lauschen und das schöne Stück dem Metallschlund entnehmen. Es ist immer wieder spannend, was wir dieses Mal gewonnen haben.
Immer werden wir dabei von Kindern neidisch angeschaut. Tja, kauft Euch doch Eure eigenen Flummies.
Elf Stück haben wir schon beisammen. Sie heißen Sylvester, Outcast, Lodda, Bob, Mr. Zebra, Mondrian, Kermit, Kenny, Gehirn, Lord und Littbarski. Jeweils passend zu ihrem Aussehen.
Man kann sie an die Wand werfen und wieder auffangen. Man kan vier davon nehmen und auf der Tischplatte Fan-Geklatsche bei Sportveranstaltungen imitieren. Man kann sie alle nacheinander auf die Kollegen werfen und sich darüber freuen, wie sie versuchen, sie aufzufangen. Man kann damit Supercanon machen (in Papierkorb und dann so lange im Kreis schütteln, bis der Ball vorne rauskommt) und man kann damit auch Multiball machen (so viele es geht in die Hand nehmen und mit voller Wucht auf den Boden schmeissen).
Multiball ist besonders lustig. Da fliegen einem die Bälle um die Ohren. Man weiß gar nicht, was man zuerst machen soll, sich vor den Bällen schützen, beobachten, wie die anderen sich vor den Bällen schützen, sich Sorgen um die Hardware machen oder lachen. Meistens überwiegt das Lachen.
Das Paar Multiball und Software-Firmabüro ist in punkto Sinnfreiheit nur schwer zu schlagen.

Posted by banana at 01:00 FM | Comments (1)
Januar 07, 2004
This speech is my recital

Heute muß ich mich zu Beginn ersteinmal selbst loben, denn ich habe einen sehr schönen Satz in einer Läster-Mail geschreiben, in der ich über eine werdende stark komplizierte problemophile vegetarische Mutter hergezogen bin. Ich will es nicht allzu spannend machen, also hier kommt der Satz:
Das Kind wird in Allergien vordringen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.
Damit sollte auch klar sein, wer der rechtmässige Nachfolger von Harald Schmidt sein sollte. Ich nämlich. Ich! Ich! Ich!!! (word) Ich habe den Mist ja nie geschaut, weil ich zu der Zeit immer onanierend vor dem Spiegel stehe. Außerdem hätte ich für die Sendung auch gar keine Zeit. In der Forschung stehe ich kurz vor dem Durchbruch und zum Jahresbeginn stehen auch immer besonders viele Operationen an. Immerhin gab's ja Geld zur Weihnacht.
Hm. Wie kriege ich jetzt die Kurve nach diesem miesen Auftakt?
Ich könnte erzählen, daß ich einen Viagra Kugelschreiber geschenkt bekommen habe. Das freut mich sehr, denn er ist DER Hingucker bei jeder Besprechung. Er ist weiß und blau und es steht groß Viagra drauf. Er schreibt sehr gut. Der Clip ist aus einer Feder und sehr flexibel man kann gut daran herumspielen. Er macht sich auch gut neben dem Labello, denn sie harmonieren farblich.
Da fällt mir ein, daß mal jemand eine Definition von mir wollte, was wild onanierend von onanierend unterscheidet. Ich war nicht in der Lage, diese Definition zu geben. §§a href="http://www.google.de/search?q=%22wild+onanierend%22&ie=UTF-8&oe=UTF-8&hl=de&meta=">Google§§/a> kommt immerhin auf 102 Treffer, also scheint diese Phrase ein gewisses Gewicht zu haben. Aber dort steht nicht, was denn das wilde daran ist. Ich werde es wohl nie erfahren.
Eine Kollegin war zu Hause in Brasilien. Als sie sich die Nägel machen ließ, entstand folgendes Gespräch:
Nagelfrau: Und, was machst Du so in Deutschland.
Kollegin: Oh, ich hab' so im großen und ganzen mit Übersetzungen zu tun.
Nagelfrau: Oh jeh.
Kollegin: Wieso?
Nagelfrau: Meine Schwiegermutter übersetzt auch. Das ist ein schlimmer Beruf.
Kollegin: Hm.
Nagelfrau: Sie übersetzt vom Italienischen ins Portugisische. Meistens Geburtsurkunden und Sterbeurkunden. Wenn ich sie besuchen komme, dann weint sie oft. Wenn sie den Todesgrund in der Sterbeurkunde liest, dann muß sie weinen. Dann zeigt sie es mir und dann muß ich auch weinen. Sie ist oft sehr niedergeschlagen.
Kollegin: Oh, das tut mir leid. Ich kümmere mich eigentlich nur im Handbücher für Software.
Nagelfrau: Na, dann haben sie es ja nicht so schlimm erwischt.

Posted by banana at 08:51 EM | Comments (7)
Januar 06, 2004
Hühnerfleisch mit Kartoffeln (scharf)

Ich frage mich, was die Commerzbank mir eigentlich mit ihrem aktuellen Werbespot sagen möchte.
Ich fasse zusammen:
Einige Halbstarke, die ihre Nase mal lieber in ein gutes Buch stecken sollten, spielen Ball auf einem Gelände, auf dem Ballspielen aus guten Gründen bestimmt total verboten ist. Hoppla! Sie sind sehr ungeschickt, linkisch und tollpatschig, so daß der Ball über ein hohes Tor fliegt. Tja, dumm nur, daß hinter dem Tor ein böser und verdammt gefährlicher Kettenhund lauert, der sie bestimmt in Stücke reissen würde, ohne mit der Wimper zu zucken, wenn sie es wagen würden, ihren weissen Arsch auf seine Seite des Tores zu bewegen. Der Hund gebährt sich so, als würde er da gar nichts kennen.
Große Klappe nichts dahinter und scheiße, wenn man doof ist, kann ich da nur sagen, liebe Gang. Das hättet Ihr Euch mal vorher überlegen sollen. Jetzt tut es Euch leid! Tja, wer sich seine Plätze zum Ballspielen so nachlässig aussucht, dem ist nicht mehr zu helfen.
Die kleinen Gernegroße wollen schon den Ball schon abschreiben und/oder verzweifeln , da kommt ein Dreikäsehoch dazu. Der kleine Naseweiß scheint ein ganz schlauer Vertreter zu sein. Offensichtlich ist er bereit, große Gefahren auf sich zu nehmen und den Ball aus den Fängen des Hundes zu befreien.
Da ehrt ihn. Das ehrt ihn aber nur so lange, bis wir erfahren, daß er das natürlich nur gegen entsprechende Bezahlung versuchen wird. So hält er fein das kleine Patschehändchen auf und die Euros purzeln nur so hinein. In dramatischen Bildern nimmt er dem Hund den Ball weg und gibt ihn seinen rechtmässigen Eigentümern zurück. Alle sind glücklich und freuen sich einen Ast. Hier liegt eine klassische Win/Win Situation vor: Der Bub hat die Knete, die Jünger von Turnvater Jahn haben ihre Pille wieder. Alles ist gut.
Doch halt! Was muß der Zuschauer da sehen? Der Junge, der vermeintliche Held und Helfer, er geht weg und hat den Hund an der Leine! Der Hund ist gar nicht so wild! Er ist total superzahm! Es ist sein Hund! Der Steppke war gar keiner großen Gefahr ausgesetzt! Er hat die Sportler nur abgerippt! Es war alles eine große Verarsche! Heilige Scheiße, wo gibt es denn sowas?! Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt!!!
Träge vor uns hin fraternisierend sehen wir uns als der kleine Junge und lachen uns - ob seiner Bauernschläue - ins Fäustchen. Den großen Jungen hat er es aber gezeigt! Den Arschlöchern! Diesen brutalen Rowdies, die ihn sonst immer dazu zwingen, Hundekacka und Regenwürmer zu essen. So, wie es auch damals die Rowdies mit uns gemacht haben. Haha! Die haben mal ordentlich ihr Fett abbekommen, die doofen Schufte!
Der Spot geht aber noch weiter und läßt uns über den möglichen beruflichen Werdegang des kleinen Ganoven nicht im Unklaren.
Der Junge, so sagt eine Stimme aus dem Off, könnte irgendwann einmal Kunde der Commerzbank werden. Vielleicht sogar ein Berater der Commerzbank...
Das verwundert mich etwas.
Pult man die ganze Geschichte von dem Spot ab, so bleibt für mein Verständnis folgende Kernaussage übrig: Der Junge hat in seiner frühen Jugend unter Vorspiegelung falscher Tatsachen anderen Leuten Geld aus der Tasche gezogen und später ist er dann Berater bei der Bank geworden.
Kann das denn wirklich gewollt sein? Ich persönlich schätze es sehr, wenn man ehrlich zu mir ist, besonders in Geldangelegenheiten, denn Geld ist geil. Für Geld kann man sich alles kaufen. Jeder, der etwas anderes behauptet, zum Beispiel John Lennon, der lügt.
Was ist, wenn der Hund plötzlich eine Versicherung ist? Oder ein Hedge-Fond? Oder Schweinehälten an der Hannoveraner Warenterminbörse?
Oder, oder, oder.
Vielleicht stehen die Jungen aber auch nur für Kunden einer anderen Bank, denen mein Berater für mich die Knete aus der Tasche lügt. Vielleicht stehen sie auch für die Großindustrie, die Steuerhinterzieher, die Drogenhändler, die ganz schweren Jungs. Man weiß es nicht, man weiß es nicht.
Darüber hinaus bin ich aber sehr froh, daß die Unsitte, beim Rülpsen "Obst" zu sagen, vollständig ausgestorben zu sein scheint.

Posted by banana at 07:09 EM | Comments (20)
Januar 05, 2004
Und noch etwas, Marge

Kein Mann zieht gerne lange Unterhosen an. Sollte man es dennoch in Ausnahmefällen tun, dann streitet man es ab und zwar so lange, bis man sich fast komplett in die Diaspora der Unglaubwürdigkeit bugsiert hat.
Lange Unterhosen sind weibisch. Lange Unterhosen sind unmännlich. Zum Tragen langer Unterhosen können nur solche Menschen gebracht werden, die noch nicht selbst bestimmen dürfen, was sie anziehen. Wer beim Sex in langen Unterhosen erwischt wird, der kann die Höckerung gleich vergessen. Das wird nix, Alter. Nicht mit diesen Unterbeinkleidern.
Während der Mann für Mützen eine gewissen Reife entwickelt, will heißen, es gibt ein Alter, ab dem man sich nicht mehr die Mütze vom Kopf reißt, sobald Mutti außer Sichtweite ist, bleiben lange Unterhosen ein Männerleben lang unakzeptabel.
Es muß schon nasenzapfenkalt sein, wenn man sich freiwillig eine lange Unterhose anzieht. Da beißt man lieber die Zähne zusammen und schlottert ein bißchen. Angeblich nimmt man ja auch ab, beim Zittern.
Ich hatte mir gestern so sehr gewünscht, ich hätte es getan. In der Tat hatte ich auch kurz eine lange Unterhose getragen, aber nicht lange. Zum einen ist es nicht besonders angenehm, so ein Ding zu tragen, zum anderen ist es einfach zu warm in der Wohnung, während man darauf wartet, abgeholt zu werden. Von wegen High-Tech Material aus der Raumfahrt, in dem man nicht schwitzt oder - sollte der total unwahrscheinliche Fall eintreten, daß man doch schwitzt - daß die Schwitze sofort per Eilpost in die Stratosphäre schickt.
Pustekuchen. Die Schwitzdetails lasse ich jetzt mal aus.
Jedenfalls lag meine Funktionshose bereits nach fünf Minuten Tragehorror wieder über der Stuhllehne und trocknete vor sich hin.
Da lag sie gut, während ich mir im unbeheizten Eishockeystadion die Klöten schockfrostete. Alle anderen hatten bestimmt lange Unterhosen an. Alle anderen waren ja auch schlau genug, sich Kissen mitzubringen, die sie zwischen ihre Ärsche und die -20 Grad kalte Sitzbank klemmen konnten. Wahrscheinlich waren alle anderen auch so schlau gewesen, sich dicke Socken anzuziehen.
Wenigstens hatte ich eine Mütze dabei, die ich mir auch so weit es nur ging über beide Ohren zog. Ab gewissen Temperaturen ist es einem scheißegal, wie man aussieht. Kälte ist schlimmer als Style. Darüberhinaus ist so eine Mütze auch sehr praktisch, wenn man sich verunstalten will, damit man von alten Bekannten nicht erkannt wird.
Nach drei Dritteln zu zwanzig Minuten und zwei Pausen zu 15 Minuten war ich dann auch ordentlich durchgefroren. Meine Füße fühlten sich an, als hätte mir jemand Legoklötze unter die Sohlen gedrückt. Das war sehr unpraktisch, denn der Weg draußen war abschüssig und glatt und sowas geht sich nicht besonders gut, wenn man kein Gefühl in den Füßen hat.
Irgendwie zog mir auch irgendetwas permanent die Schultern nach hinten und drehte mir die Handflächen nach außen. Eine sehr unbequeme Haltung war das, aber ich konnte nicht anders.
Ich ging zurück zum Auto, vorbei am See. Ich wußte, daß ich bald im Auto sitzen würde und die Heizung mir die Wärme unter unangenehmem Kribbeln zurück in den Körper bringen würde. Aber ich hatte auch großes Glück.
Nicht alle hatten so viel Glück, wie ich. Mein volles Mitgefühl galt all denen, die in den See gefallen waren und die leider unter schrecklichen Qualen ertrinken würden.
Aber die Tode durch Ertrinken und Erfrieren sollen ja die angenehmeren Varianten sein. Da hatten sie ja nochmal Glück gehabt.
Der Eierbehälter von Tupper heißt übrigens Kolumbus. Das entzündet in mir ein kleines, wärmendes Freuefeuer. Aber das nur am Rande.

Posted by banana at 07:24 EM | Comments (13)
Januar 04, 2004
3:2 für den ECN

Diesen Trend finde ich wirklich gut. Die Politiker versuchen, die Politikverdrossenheit zu veringern, indem sie Allgemeinverständlichkeit der Vorschläge und Maßnahmen erhöhen. Anders gesagt könnte man auch sagen, daß das Niveau sinkt, aber das wäre ja schon wieder negativ ausgedrückt und das wollen wir ja nicht.
Da hätten wir die lustigen Monty Python Aktionen, wie das Dosenpfand, das Bedrucken der Zigarettenschachteln und die LKW Maut. Alles sehr gut gemeinte Ideen.
Da will die Union, genauer gesagt die CSU - gar nicht dumm - natürlich nicht ins Hintertreffen geraten. Zack! Jetzt wird ein Ausgehverbot für Jugendliche unter 14 Jahren ab 20:00h gefordert.
Ich finde das toll! Das hat meine volle Unterstützung! Ich würde sogar noch weiter gehen und ein Ausgehverbot für Kinder unter 25 Jahren fordern und zwar von 18:00h bis 10:00h an Werktagen. Am Wochenende können die ruhig draußen rumlungern, um ihr übliches Arschlochverhalten an den Tag zu legen. Das wäre mir egal, damit kann ich mich arrangieren.
Diese Lösung wäre viel besser für meine Nerven, als der Vorschlag der CSU. Man kennt das ja, diese halbherzigen Lösungen hier in Deutschland. Da hat jemand eine gute Idee, dann haben wieder alle was dazu zu sagen, dann kommt die Handwerkskammer, die Gewerkschaften, die Bildzeitung und der ADAC und dann kommt am Ende etwas raus, das ein kleines bißchen schlechter ist, als die ursprüngliche Lösung.
Sogesehen sollte man gleich mehr fordern, als man jemals erreichen kann. Somit wünsche ich mir ein generelles Ausgehverbot für alle Arschlöcher. Wer ein Arschloch ist und wer nicht, das auszusuchen behalte ich mir vor. Generell ist erstmal jeder ein Arschloch, der noch nicht von mir als Nicht-Arschloch klassifiziert wurde. Sprechstunden sind Dienstags von 12:00h bis 12:30h. Darüberhinaus muß jeder ganz viele Sachen im Internet bestellen, damit die Wirtschaft nicht aus dem Tritt kommt. Der Rest sind Kleinigkeiten, die in einem Ausschuß zu klären sind.
Ich für meinen Teil denke ja schon seit meiner Kindheit, daß ein solches Ausgehverbot tatsächlich schon besteht. Eins, ich mag wohl 13 Jahre alt gewesen sein, da übernachtete ich mit ein paar Freunden zusammen in einer Scheune. Es war sehr aufregend. Kurz nach Mitternacht kamen ein paar meiner sogenannten Freunde auf die Idee, mit den BMX Rädern noch eine Runde durch die Stadt zu fahren. Ich schlotterte wie Espenlaub, wußte ich doch um das bestehende Ausgeverbot für Kinder, aber ich wollte nicht als feige Sau dastehen und so strampelte ich voller Angst mit den anderen durch das verlorene Kaff. Als wir wieder zurück in der Scheune waren und nicht etwa im Gefängnis gelandet waren, da fiel mir ein Stein vom Herzen.
Ich war aber auch generell ein sehr ängstliches Kind.

Posted by banana at 10:56 EM | Comments (7)
Januar 02, 2004
Iß, was gar ist, trink, was klar ist, sprich, was wahr ist

Wann verschwinden eigentlich endlich diese beschissenen Weihnachtsmützen, Schneeflocken und Eiszapfen von den Websites? Ich kann diese Dinger nur schwer ertragen. Die Leute, die Zeit in soetwas investieren, die sollten lieber Frohndienste bei der Daggi ableisten oder einfach stumm in der Ecke stehen.
Das sollten eigentlich viel mehr Leute machen: Stumm in der Ecke stehen. Meinetwegen können sie dabei auch etwas Wurst essen oder ein Buch Lesen oder an sich rummachen oder sowas, wichtig ist nur, daß sie zu Hause sind und daß sie keine Geräusche machen.
Das wäre mal ein schöner Trend. So gesehen sind mir die Pfahlsitzer im Heidepark eigentlich ganz sympathisch. Die sitzen auf ihren Pfählen und halten die Fresse. Sehr angenehm ist das. Das sollte sich zum Breitensport entwickeln.
Hunderte von Menschen würden dann auf Pfählen sitzen und die Fresse halten. Wie schön wäre das?
Es wäre sehr schön.
Keiner blökt einem mehr ein "guten Rutsch" entgegen oder ein "gutes Neues" oder ein "falls wir uns nicht mehr sehen..." .
Die Leute suchen sich dauernd Alibis, damit sie etwas sagen können. Damit sie ihren Gesichtsdurchfall auf andere Leute werfen können.
Wenn sie nicht so gut reden können, dann setzen sie sich in ein Auto, drehen die Anlage auf und die Fenster runter und spielen allen Leuten ihre Lieblingsmusik vor. Ich habe mich schon oft gefragt, was denn in den Köpfen dieser jungen Männer vorgeht. Was denken die sich? Folgende Möglichkeiten kamen mir in den Sinn:

"Jetzt habe ich vier Monate meiner Ausbildungsvergütung als Blödmannsgehilfe in die Anlage gesteckt, jetzt sollen das auch alle hören"
"Oh! Die neue Best of Scheißtechno 24 ist so gut, die will ich allen Menschen vorspielen"
"Die Frauen wollen bestimmt alle mit mir ficken, wenn ich solch anspruchsvolle und interessante Dinge tun kann, wie mit voll augedrehter Anlage meine Runden in der Stadt zu drehen"
"Warum zieht es denn so? Warum ist die Musik denn so laut?"
"Besser als dauernd wo hinpissen zu müssen, so wie die Hunde"

Vielleicht denken die Leute auch einfach gar nichts. Wer solche Musik hört, der vermeidet das Denken wahrscheinlich, wo es geht. Vielleicht wollen sie auch gerne Geld zugesteckt bekommen, weil sie so schön Musik machen können. In der Fußgängerzone steht auch immer ein Blinder mit einem Kassettenrekorder und spielt Schlagerkassetten ab. Das sollte man mal versuchen. An der Ampel einen Euro in das geöffnete Fenster der Fahrertür oder ins selbst eingebaute Sonnendach werfen. Wahrscheinlich bekommt man dann eine aufs Maul. Das wäre der Spaß nicht wert. Gewalt ist unter allen Umständen zu vermeiden.
Um die Musik kann es also eigentlich gar nicht gehen, denn die Musik ist scheiße. Meistens irgendein am Meter produziertes Technogeballer. Die Leute könnten sich doch genau so gut ein paar Scheine dazuverdienen, indem sie nicht das Gebummer abspielen, sondern Werbung. Von mir aus auch Lokalwerbung, zum Beispiel für eine Dönerbude, einen Friseur, ein Fitnesscenter, das Solarium, eine Disko oder die angesagteste Nachttanke. Gegen entsprechende Bezahlung natürlich. Das wäre doch mal sinnvoll. Sie fahren durch die Stadt und es läuft Werbung. Jeder kann es hören und sie bekommen den Sprit bezahlt.
Aber nein, nein, nein. Auf die naheliegensden Dinge kommt ja mal wieder keiner.

Posted by banana at 06:22 EM | Comments (7)
Januar 01, 2004
You want the rest of the life to start as soon as possible

Harry und Sally ist ein relativ guter Film. Nicht wegen dieser blöden Orgasmus Szene im Restaurant, die es bekanntermassen schon bis in die Shampoo-Werbung gebracht hat, sondern wegen Harrys Liebeserklärung an Sally am Ende und wegen folgender Szene im Football-Stadium:
*schnipp*
(At a  football game) (We follow the Mexican wave and see Harry and Jess)

Jess: When did this happen?

Harry: Friday.  Helen comes home from and she said, "I don't know if I want to be married anymore."  Like it's the institution, you know, like it's nothing personal, just something she's been thinking about... in a casual way.  I'm calm, I say, "Why don't we take some time to think about it, you know, don't rush into anything."

Jess: Yeah, right.

Harry: Next day she said she's thought about it, and she wants a trial separation.  She just wants to try it, she says, but we can still date.  Like this is supposed to cushion the blow.  I mean I got married so I can stop dating.  So I don't see where we can still date is any big incentive since the last thing you want to do is date your wife, who's suppose to love you, which is what I'm saying to you, that's when it occurs to me that may be... she doesn't.  So I say to her, "Don't you love me anymore?"  You know what she says?

(Jess shakes his head)

Harry: "I don't know if I've ever loved you."

Jess: Ooo that's harsh.

(They partake in the Mexican wave)

Jess: You don't bounce back from that right away.

Harry: Thanks Jess.

Jess: No, I'm a writer, know dialogue and that's particularly harsh.

Harry:  Then she tells me that somebody in her office is going to South America and she can sub-let his apartment.  I can't believe this, and the doorbell rings, 'I can sub-let his apartment', the words are still hanging in the air, you know, like in a balloon attached to a mouth.

Jess: Like in the cartoon.

Harry: Right.  So I go to the door, and there were moving men there.  Now I start to get suspicious.  I say, "Helen when did you call these movers?", and she doesn't say anything.  So I asked the movers, "When did this woman book you for this gig?".  And they're just standing there.  Three huge guys, one of them was wearing a T-shirt that says, "Don't mess with Mr. Zero."  So I said, "Helen, when did you make this arrangement?".  She says, "A week ago.".  I said, "You've known for a week and you didn't tell me?".  And she says, "I didn't want to ruin your birthday."

(They do the Mexican wave again)

Jess: You're say Mr. Zero knew you were getting a divorce a week before you did?

Harry: Mr. Zero know.

Jess: I can't believe this!

Harry: I haven't told you the bad part yet.

Jess: What could be worse than Mr. Zero knowing.

Harry: It's all a lie.  She's in love with somebody else, some tax attorney. She moved in with him.

Jess: How did you find out?

Harry: I followed her, I stood outside the building.

Jess: So humiliating.


Harry: Tell me about it.  (Pauses)  And do you know I knew?  I knew the whole time that even though we were happy it was just an illusion and that one day she will kick the shit out of me.

Jess: Marriages don't break up on a count of infidelity.  It's just a symptom that something else is wrong.

Harry: Oh really?  Well that symptom is fucking my wife.
*schnapp*

So ist es nämlich. Man bekommt Hiobsbotschaften überbracht, bei denen man denkt, daß angemessenerweise die Welt untergehen sollte, aber sie tut es nicht. Stattdessen geht alles ganz normal weiter. Vielleicht ist das auch besser so. Wenn einen die Nachrichten mit voller Wucht treffen würden und man sich sofort über das Ausmaß und die Konsequenzen vollends bewußt wäre, vielleicht würde man dann selbst sofort verrückt werden.
Außerdem ist es verdammt scheiße, wenn man Mr. Zero ist.

Posted by banana at 07:33 EM | Comments (3)
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