Dezember 29, 2003
Ein Anfänger der Gitarre habe Eifer

Das Leben ist einfach viel zu kompliziert, anstrengend und schwierig für mich. Ich brauche Lebensurlaub, so circa drei bis vier Jahre würden schon ausreichen. Wie soll ich denn wissen, welches mein Lieblingsduft, mein Lieblingswein und mein Lieblingsphilosoph ist, wenn ich mir noch nichteinmal beim der Lieblingsfarbe, dem Lieblingstier und dem Lieblingsessen sicher bin?
Ich bin wohl mal wieder 25 Jahre zu spät dran.
Beim Lieblingstier sage ich immer Fischotter (andere sehr interessante Tiere: Chamäleon, Skolopender und Faultier), bei der Lieblingsfarbe sage ich Grün (früher: Gelb, dann Rot) und beim Lieblingsessen habe ich gar keine Ahnung. Mal ist es ein schönes, nasses Steak, mal sind es Reibekuchen und dann wieder würde ich für eine gute Portion Grünkohl diverse Menschen umbringen.
Alle Entscheidungen, die darüber hinaus gehen erscheinen mir zu weitreichend zu sein, als daß sie von mir getroffen werden können.
Deutschland rüstet sich für den Jahreswechsel. Junge Männer geben irrwitzige Summen für Feuerwerk aus, dabei werden sie in der Sylvesternacht so besoffen sein, daß sie nächstes Jahr gar nicht mehr wissen werden, welche Briefkästen sie eigentlich in die Luft gesprengt haben. Der Fluß des Geldes ist sehr interessant. Da haben die Omas Jahrelang geschufftet und unser Land aufgebaut, sind mittlerweile in Rente und haben den geliebten Enkeln etwas von der knappen Rente unter den Christbaum gelegt. Die Enkel haben nichts besseres zu tun, als dieses Geld in den Supermarkt zu tragen und für Geballer auszugeben. Das ist ganz lustig. Die Omi hat ihr Leben lang nur trocken Brot und Gänsewein zu sich genommen, damit das SMS-süchtige Konsumbalg das Ersparte in die Luft jagen kann. So ist nunmal der Lauf des Lebens.
Die Eltern stehen Schlange und versuchen, die letzten Schweine des Landes zu ergattern, deren hormonschwangerer Leib noch nicht zu Fonduewürfeln verarbeitet ist. Einige kochen auch schon die Kartoffeln für das Raclette. Schlau ist, wer den echten Raclettekäse eingefroren hat, als es noch welchen gab. Heute ist da ohne Vorbestllung leider gar nichts mehr zu machen.
Die Herren der Schöpfung lunger feixend in der Sektabteilung herum, weil sie nämlich den Cava schon im August gekauft haben. Da war er nämlich im Angebot.
Alle tun also alles, um andere möglichst tief zu beeindrucken. Sei es durch den lautesten Böller oder durch das opulenteste Sylvestermal. Dabei bin ich der festen Überzeugung, daß der Sylvestertrend 2003 darin besteht, einfach daheim zu bleiben. Besäufnis ist optional, aber daheim muß es sein. Keiner hat mehr Lust, mit anderen sauertöpfischen Pärchen dem neuen Jahr entgegen zu dämmern. Sich alleine zu langweilen ist wenigsten ehrlich und man kann bequeme Kleidung tragen.

Posted by banana at 04:21 EM | Comments (8)
Dezember 28, 2003
In meinem Herzen Schatz, da ist für viele Platz

Es gibt gewisse Tage, da verläßt man sein Heim intuitiv nicht. Man sitzt auf der Kommandocouch, kaut Krautsalat mit Zitronensaft und probiert ein paar neue Gitarrengriffe aus England aus.
Das ist auch gut so, denn an solchen Tagen gehen da draußen Dinge vor sich, die auch ohne meine Anwesenheit gut vor sich hin gehen können und die mir ohnehin nur die letzten Nerven rauben würden.
Dann gibt es gewisse Tage, da würde man am liebsten daheim sitzen bleiben, aber es geht nicht, weil man sich auch mit "bitte bitte" sagen nicht dazu überreden kann, sich etwas zu essen zu kochen und weil man einen Riesenkohldampf hat.
So ein Tag war heute.
Es ging schon auf der Autobahn los. Hier auf der A5 hat der Autofahrer in jede Richtung 4 Spuren zu Verfügung, aus denen er mehr oder weniger frei wählen kann. Fährt man langsam, also unter 120km/h, so sollte man die Spur ganz rechts wählen, fährt man schnell, also über 200km/h, so sollte man die Spur ganz links wählen. Alles dazwischen kann sich um die mittleren beiden Spuren prügeln. Ganz einfach! Ganz einfach? Nein, meine Lieblingsmitmenschen haben es heute zum ersten Mal in der Geschichte der vierspurigen Autobahn geschafft, diese durch eine sich mit 110km/h bewegende Phalanx von Großstadtgeländewagen komplett dicht zu machen. Das soll denen erstmal einer nachmachen. Gut, einer davon war ein Besatzer, die fahren sowieso scheiße Auto. Die andern drei haben wahrscheinlich gerade miteinander telefoniert, onaniert oder sonstwieirgendwas gemacht.
Burger King war mein Ziel. Burger King ist ja bekanntlich McDonalds in jedem Fall vorzuziehen, denn das Essen schmeckt besser, man muß nicht den halben Tag anstehen, es ist nicht so voll und das anwesende Gesox ist um ein paar Jota leichter zu ertragen.
So stapfte ich in den Laden, es war etwas voller, als sonst, aber immer noch im erträglichen Rahmen. Ich bestellte, bekam das Essen prompt, pflückte noch Servietten, Salz, Strohhalm und eine dieser komischen Zeitschriften und verdrückte mich in die hinterste Ecke, möglichst weit weg von den anderen Menschen und extrem weit weg von der komischen Familie mit den komischen Kindern, die aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen die ganze Zeit rumbrüllten.
Ich hatte drei freie Tische zwischen mir und der nächsten Kohlenstoff basierten Lebensform im Raum. Ich kann es an Tagen, wie diesem nicht ausstehen, wenn ich mir das sinnfreie Gewäsch von irgendwelchen Vollidioten anhören muß.
Ich drückte den Ketchup auf das Tablett, wickelte den Burger aus und schlug die Zeitschrift auf.
Da kamen sie. Sie waren mir schon beim Bestellen negativ aufgefallen. Es waren bestimmt Studenten der Technischen Universität, so wie die aussahen. Lange Gesichter, praktische Jacken, Experimentierbart, Halbschuhe aus Leder und jeweils ein Crispy Chicken Menu mit Apfelschorle auf dem Tablett. Wo nahmen sie Platz? Natürlich am Tisch direkt neben mir. Ich habe mich nicht in die Ecke gesetzt, um mir das wichtigtuerische Gefasel von diesen ungedienten Mamasöhnchen anzuhören.
Ich hatte mich in den Nichtraucherbereich gesetzt. Das war wahrscheinlich der Fehler. Bei den Rauchern riecht es zwar unangenehm, aber man muß sich nicht dieses verkomplizierende Nichtrauchergewäsch anhören. Meine zwei Erstsemester erzählten sich, wie sie ihre Weihnachtsfeste verbracht haben. Angesichts dieser Beschreibungen hätten normale Menschen auf die Frage "Und wie war Weihnachten?" geantwortet "Wie immer." oder "Scheiße" und hätten Wortlos ihre Menus gemümmelt. Nicht so die beiden. Die erzählten sich jedes deprimierende Detail. Ich kenne sie auch alle, aber ich erspare sie Euch.
Wenn sich Studenten ein Crispy Chicken Maxi Menu bei Burger King leisten können, dann kann es ihnen noch nicht wirklich schlecht gehen.
Weitere Dinge, die mir negativ aufgefallen sind:
In diesem komischen Burger King Heft stehen irritierende Worte, wie "gefeaturet" oder "upgedatet".
Junge Leute scheinen Burger Kind zu benutzen, um dort ihre Dates abzuhalten.
Die King Fries fand ich am Anfang ganz lecker, mittlerweile sehne ich mich aber nach Pommes, die nicht so künstlich knusprig schmecken.
Ich habe vergessen, mir Zwiebelringe zu bestellen.
Mehr habe ich heute eigentlich nicht zu sagen.

Posted by banana at 08:59 EM | Comments (1)
Dezember 23, 2003
Nothing ever burn down by itself

Heute bin ich seit längerer Zeit mal wieder mit dem öffentlichen Personennahverkehr, genauer gesagt mit der S-Bahn gefahren. Dabei habe ich gemerkt, daß das Bahnfahren durchaus seine Vorteile hat. Man kann während der Fahrt Lesen und es gibt für mich nicht viel Schöneres, als die Wärme in einem überheizten Zug. Das muß wohl daran liegen, daß ich ein Heizlüfterfetischist bin.
Manche Aspekte des Bahnfahrens gehen mir aber auch ganz schön auf den Geist. Da hätten wir die Mitfahrer. Wenn sie sich nicht lautstark über irgendwelchen Schwachsinn unterhalten, dann trommeln sie auf dem Tischchen unter dem Fenster rum und ziehen sie alle zehn Sekunden die Nase hoch. Das kann einem auf die Dauer ganz schön auf die Nerven gehen.
Doof ist es auch, wenn man auf dem kalten Bahnsteig ewig auf den Zug wartet, der mal zehn Minuten Verspätung hat. Immerhin kann man sich dann auf den Zug freuen, der bestimmt gut geheizt ist.
Ich hätte auf dem Bahnsteig gerne einen Kaffee getrunken. Der hätte mich bestimmt gewärmt und so ein bißchen Koffein hätte mir auch nicht geschadet.
Es gab aber nur so einen Automaten und einen Automatenkaffee wollte ich dann doch nicht haben.
Ich habe grundsätzlich nichts gegen Automatenkaffee, aber wenn der Automat auf einem verlassenen Bahnsteig steht, fünf Meter von einer riesengroßen Kotzlache entfernt, dann hält sich meine Lust auf Kaffee doch sehr in Grenzen.
Ich fand diese Automaten ohnehin schon immer suspekt, die Fleischbrühe und Kaffee aus einer öffnung spenden. Schmeckt der Kaffee dann nicht irgendwie nach Brühe, bzw. die Brühe nach Kaffee? Gibt esverschiedene Röhrchen für Brühe und Kaffee, damit die beiden sich nicht in die Quere kommen? Wer zur Hölle kauft überhaupt Fleischbrühe an einem Kaffeeautomaten? Wer ist auf die Idee gekommen, daß ein Kaffeeautomat auch Brühe ausgeben kann? Haben Kaffee und Brühe mehr gemein, als die Eigenschaft, daß man beide aus Pulver und heissem Wasser herstellen kann? Hat überhaupt schoneinmal jemand sich an einem solchen Automaten Brühe gekauft und zwar zum trinken und nicht nur, um auszuprobieren, ob da tatsächlich Brühe rauskommt? Gibt es gar Kaffeeautomatenbrühenfans, denen etwas fehlen würde, wenn es keine Brühe mehr an den Automaten gäbe? Bilde ich es mir nur ein, oder hatten wir an der Uni tatsächlich einen Automaten, der Kakao, Kaffee, Brühe und Tomatensuppe ausgab?
So viele Fragen, so wenige Antworten. Ich werde wohl sehr schlecht schlafen, heute nacht.

Posted by banana at 07:34 EM | Comments (3)
Dezember 22, 2003
You're the closest to heaven that I'll ever be

Aus: Gespräche mit Banana. Heute: A few things I do not like about the English language.
bna: Oh, you got a new cup.
cfc: Ja.
bna: With a lid.
cfc: Ja. Sie hält die Getränke länger warm.
bna: There is one word I do not like in the English language.
cfc: ... (wäscht weiter die Tasse)
bna: It's thermos.
cfc: ...
bna: Do you say thermos?
cfc: Yes, why?
bna: There are two words I do not like in the English language: Thermos and Tarzan.
cfc: What's wrong with Tarzan?
bna: It's pronounced in a poofter kind of way. It does not sound like a hero.
cfc: ...
bna: There are three words I do not like in the English language: Thermos, Tarzan and Zorro. Zorro sounds like sorrow.
cfc: (seufzt)
rth: Frag ihn mal, was Orang Utan auf English heißt.
cfc: Orang-Utan?
bna: There are four words...
cfc: ab.

Drehorgeln konnte ich noch nie leiden. Leierkästen sind ja das gleiche, also kann ich die auch nicht leiden. Der ganze Orchestrion Kram bringt mich auch auf die Palme. Kann ich nicht ausstehen. Das macht mich nervös. Schlimm ist das Lied "Der Loreleierkastenmann von St. Goar". Da kommt alles zusammen, was ich in einem Lied hassen kann. Leierkasten, schlimmer Text, zittrige Stimme und dieser Drehorgelklang. Wer den Klang von Drehorgeln mag, der spielt, der mag bestimmt die Heißwachsmethode zur Haarentfernung.
Ich habe noch nie einem Drehorgler Geld gegeben und ich werde das auch nie machen. Wie komme ich denn dazu? Sie belästigen mich. Sie bringen mich zum Flüchten. Dabei tun sie nichts weiter, als an der blöden Kurbel zu drehen. Das kann ja wohl jeder. Der schwierige Part beim Drehorgelspielen ist nicht das Drehen an der Kurbel, sonders das Verharren am Gerät. Normale Menschen würde nämlich schreiend davonlaufen.
Der Typ, der die Handy-Klingeltöne erfunden hat, der muß auch ein Leierkastenmann sein. Er hat sie erfunden, kurz nachdem er Midi-Musik für private Homepages erfunden hat. Drehorgeln sind genauso schlimm, wie Handy-Klingeltöne. Da wird die Musik genauso stupide und eintönig und seelenlos runtergeorgelt. Und laut! Und laut! Verdammt laut!
Ich dachte ja, der vorläufige Höhepunkt meiner Drehorgel/Orchestrion-Erfahrungstortur sei erreicht, als ich von einiger Zeit so eine Höllenmaschine "1492: Conquest of Paradise" dudeln hörte (ja, ich konnte es auch erst nicht glauben), aber was ich dieses Wochenende in Osnabrück erleben mußte, das übertrifft alles bisher Dagewesene.
Ein alter Mann dreht an der Kurbel und es ertönen Weihnachtslieder. Dazu singt er, elektrisch verstärkt die entsprechenden Worte mit brüchiger Stimme. Die Melodieführung ist kreativ, aber die Melodie ist ohnehin nur sekundär, da der Klang der Stimme direkt an den Nerven sägt und den Geist taub dafür macht, irgendwelche anderen Sinneseindrücke neben den Schmerzen aufzunehmen.
Es klingt ein bißchen, wie Karaoke bei den Amischen.
Und ich stehe da und warte, bis meine Begleitung Düfte für sämtliche Omas bei Douglas gekauft hat.
Sowas kann dauern.
Es dauert "Morgen Kinder wird's was geben", "Oh Tannenbaum", "Stille Nacht" und das halbe "Fröhliche Weihnacht überall". Ich hatte meine Hände schon zu Fäusten geballt, obwohl ich körperliche Gewalt strikt ablehne.
Als wir an dem Leierkasten vorbeigeschoben werden, merke ich, daß es gar kein echter Leierkasten ist. Der schreckliche Klang des Pfeiffenimitats wird unterstützt durch einen schütteren Bass und eine lispelnde Schlagzeugstimme. Das ist gar keine Drehorgel! Die Kurbel ist nur Makulatur! Das ist ein Handy mit polyphonen Klingeltönen auf Rädern! Und der greise Knabe krächzt dazu.
Es ist also soweit: Sogar Drehorgeln werden schon gefälscht. Da kann man sich gleich mit dem Kassettenrekorder in die Fußgängerzone stellen und dafür Geld verlangen. Das hätte einige Vorteile für die Zuhörer: Der Gesang wäre besser, man könnte es leider Stellen, Kassetten sind recht störanfällig.
Ich gehöre ja auch zu denjenigen Leuten, denen die Weihnachtslieder in den Kaufhäusern sehr auf den Sack gehen.
Habe ich gedacht.
Nachdem ich jetzt in zwei Tagen aber acht mal "Last Christmas", 4 mal "Rudolph, the Red Nosed Reindeer", sowie fünf mal "Driving Home for Christmas" hören mußte, wünsche ich mir die Deutschen Weisen zurück. Die sind zwar auch kacke, aber es gibt wenigstens ein paar mehr davon.

Posted by banana at 07:10 EM | Comments (5)
Dezember 18, 2003
And then there's Gilberto's war wound

Ich habe es überstanden! Ich habe mir alle drei Herr der Ringe Filme in einer Nacht auf Englischer Sprache angeschaut!
Und es war gar nicht so schlecht! Ich hatte es mir wirklich schlimmer vorgestellt.
Es gab zwei Pausen zwischen den Filmen und eine Pause mitten im dritten Film. Diese Pause kam mir sehr entgegen. Es war morgens um zwei und ich war kurz davor, wegzuknacken. Dann aber prangte auf einmal groß "Pause" auf der Leinwand und das Licht ging an. Ich machte ein paar Karateübungen und ein paar Atmungsübungen, zerschmetterte den Schwätzern hinter mir das Schlüsselbein und klaute meinem Nachbarn das Salatblatt vom Sandwich, ohne daß er auch nur die geringste Chance hatte, das zu bemerken.
Da war ich wieder wach.
Vorbei war das Spektakel kurz vor vier Uhr morgens, insgesamt war ich also elf Stunden im Kino, obwohl es mir kürzer vorkam. Die Sitze waren ziemlich bequem. Mir war nur ganz kurz der Hintern eingeschlafen, ich weckte ihn aber wieder auf, indem ich sehr sauerstoffhaltiges Blut in die Pobacken pumpte und etwas Adrenalin hinterherschickte. Alle anderen Körperteile blieben wach.
Die Stimmung war auch gut. Beim ersten Auftritt von Legolas seufzten die Frauen, wenn Gimli seine Scherze machte, lachten alle, wenn mal wieder ein Schurke abgemurkst wurde, brauste Beifall auf. Applaus bekam auch Legolas, der den Olifanten abmurkste, daß es eine Art hatte.
Für alle, die den Film noch nicht gesehen haben, hier eine kurze Zusammenfassung:
Frodo und Sam gehen weiter nach Mordor, zum Schicksalsberg, wo sie den Ring reinschmeissen wollen und ihn damit durch Schmelzung kaputtmachen. Begleitet werden sie von Golum, einem arbeitslosen Ex-Hobbit, der gerne den Ring für sich haben will. Er hatte ihn schoneinmal und ist jetzt süchtig nach ihm.
Golum tut so, als wäre er der Freund von Frodo. Sam kann er nicht ausstehen. Das beruht auf Gegenseitigkeit. Golum nennt Sam immer einen fetten Hobbit und Sam will Golum gerne umbringen. Das erlaubt Frodo aber nicht. Golum schmeißt eines morgens die letzten Brotvorräte weg und sagt, daß Sam alles aufgegessen hätte (fetter Hobbit). Erzürnt schickt Frodo Sam nach Hause.
Golum führt Frodo in die Höhle einer Spinne, die ungefähr drei Meter groß ist, weil er will, daß die Spinne Frodo aufißt, damit Golum den Ring wieder an sich nehmen kann, wenn die Spinne den Müll rausbringt. Der Kerl schiebt echt voll den Affen wegen dem Scheißring.
Sam findet das weggeschmissene Brot. Da merkt er, daß Golum sie beide nur verarscht hat. Er eilt zurück zu Frodo und findet ihn im Kampf mit der Riesenspinne. Die Spinne hat Frodo schon gestochen und er ist kampfunfähig. Sam aber stellt sich dem Kampf mit der Spinne, sticht ihr ein Auge aus und rammt ihr schließlich das Schwert in den Körper. Da geht die Spinne weg, denn so hatte sie nicht gewettet!
Frodo kann sich nicht bewegen. Er ist noch gelähmt vom Spinnengift. Da kommen Orcs und nehmen Frodo mit. Sam kann sich noch rechtzeitig verstecken, aber er kann nicht verhindern, daß sie Frodo mitnehmen. Im Orc Turm kloppen die Orcs sich, wer denn Frodos Sachen bekommt. Da kommt aber Sam und haut sie alle kaputt. Man kann leider nicht sehen, wie er alle kaputt haut. Das hätte ich nämlich gerne mal gesehen. Ich persönlich glaube nämlich nicht, daß Sam es schafft, ganz alleine alle Orcs in dem Turm kaputtzuhauen.
Den Ring hatte Sam an sich genommen und gibt ihn nun aber Frodo zurück, der inzwischen wieder zu sich gekommen ist.
An dieser Stelle habe ich mich gefragt "Ist Frodo jetzt auch schon süchtig nach dem Ring?" Auf diese Frage weiß ich keine Antwort.
Die beiden verkleiden sich als Orcs. Das sieht lustig aus, muß aber sein, damit sie vor dem Auge Saurons sicher sind, wo oben auf Sauron seinem Turm draufgebaut ist.
Aber Mordor ist voller Orcs! Wie sollen die beiden Hobbits da nur durchkommen? Und wo ist Golum?
Aber plötzlich gehen alle Orcs weg zum schwarzen Tor. Aragorn, Gimli, Legolas, Gandalf und viele andere machen da einen Scheinangriff auf Mordor. Deswegen gehen alle Orcs dahin, weil Sauron das mit seinem Auge gesehen hat und er sie dahin geschickt hat.
Frodo und Sam gehen zum Schicksalsberg. Frodo will den Ring reinschmeissen, aber er kann es dann irgendwie nicht. Er ist süchtig nach dem Ring!
Ach du heilige Scheiße! Denkt sich Sam. Er weiß nich, was er machen soll! Er hat ja noch nie vor so einer Situation gestanden! Frodo zieht den Ring an und wird unsichtbar. Er will davongehen, aber da kommt Golum angelaufen. Er will den Ring! Er beißt Frodo den Finger mit dem Ring ab und zieht den Ring selbst an. Als er den Ring hat, sieht er sehr glücklich aus. Frodo gönnt ihm den Ring aber nicht, so daß es zum Handgemenge zwischen den beiden kommt. Am Ende fällt Golum von der Klippe und in die Lava im Schicksalsberg. Der Ring ist jetzt auch in der Lava und geht kaputt. Das ist das Ende von Sauron, dem bösen Zauberer. Frodo wäre auch fast in die Suppe gefallen, aber er konnte sich noch festhalten. Sam zieht ihn dann hoch. Uff! Das war knapp!
Zwischen diesen spannenden Ereignissen passieren auch eine Reihe anderer Ereignisse, die nicht minder spannend sind. Es finden sozusagen mehrere Handlungsstränge gleichzeitig statt.
Am Anfang passiert irgendwas mit Königen, einem Vater/Sohn Konflikt und mit Elfen und einem Schwert und so. Das habe ich nicht genau mitbekommen, weil ich da fast weggeknackt wäre.
Dann gibt es eine Riesenschlacht zwischen den Guten und den Bösen. Die Bösen wollen die Stadt Minas Tirith einnehmen. Das schaffen sie aber nicht, obwohl sie einiges an Manpower (oder soll ich sagen Orcpower und Trollpower?) und Kriegsgerät auffahren.
Das heißt, sie hätten es fast geschafft, aber dann kommt Hilfe aus Rohan und Gondor und zusammen machen sie die Scheißorcs platt wie Stullen. Das ist kein Wunder, denn es sind sehr gute Kämpfer dabei, zum Beispiel Legolas (Produkt Placement?) der zum Beispiel ganz alleine einen Olifanten plattmachen kann.
Als die Orcs platt sind, sagen alle, daß Frodo und Sam praktisch null Chance haben, den Ring kaputtzumachen, weil Mordor voller Orcs ist. Sie werden alle ganz traurig. Das hätte ihnen auch vorher auffallen können, dann hätten sie sich eine Menge Ärger erspart. Da fällt Aragorn die Sache mit dem Scheinangriff ein. Gesagt getan! Der Plan klappt. Der Ring ist kaputt, Mordor zerfällt, das Böse ist abgewandt und Sauron ist für immer vernichtet. Das hat er nun davon!
Am Ende wird Aragorn zum König gemacht. Arwen ist zum Menschen geworden und küßt Aragorn. Alle sind stolz auf die kleinen Helden (die Hobbits) und verneigen sich vor ihnen. Sam heiratet die Hobbit-Frau, auf die er schon im ersten Teil scharf war und macht ihr zwei Kinder (allesamt auch Hobbits). Bilbo und Frodo fahren zusammen mit Elrond (Agent Smith) mit dem Schiff weg.
Wer das ganze noch genauer nachlesen will: Es gibt auch ein §§a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3608955380/qid=1071760108/sr=2-5/ref=sr_aps_prod_5_3/028-4886689-6214929">Buch zum Film§§/a>.
Mir hat der Film gut gefallen. Vor allem die Schlacht um Minas Tirith, wo die ganzen Trolle dabeiwaren und die ganzen Pfeile in den Olifanten gesteckt haben.

Posted by banana at 07:26 EM | Comments (13)
Dezember 17, 2003
Mocho Chocoloto yo yo (ooh yoh)

Mir war der Knabe ja von Anfang an unsympathisch. Er hatte sich die ganze Zeit etwas im Hintergrund gehalten, als der andere Gockel noch da war. Nun ist der Gockel aber weg, weil er mit dem alten Besitzer des Studios eine Abmachung hatte, so daß er kostenlos trainieren konnte und der Besitzer gewechselt hat. Da witterte der Knabe Morgenluft. Von nun an ist er der erste Hahn auf dem Hof.
Er stolziert auf und ab, zwinkert Bekannten zu, stemmt alle halbe Stunde ein paar Eisenscheiben und nuckelt dazu bunte Getränke aus durchsichtigen Plastikflaschen. Er ist ein Poser im klassischen Sinne, ständig tut er Dinge, weil er auf Wirkung aus ist. Das tut er aber nicht geschickt, sondern offensichtlich. Das ganze ist ganz lustig anzusehen.
Er trägt die gleiche Brille, die er auch schon bei seiner Konfirmation getragen hat.
In den Stemmpausen geht er zu seiner Jane, einem Mädchen, die sich tapfer auf dem Stepper abmüht und spricht zu ihr.
Was macht der Typ? Er läd das Mädel dazu ein, sich gemeinsam Tabaluga in der Festhalle anzusehen. Ja, Tabaluga, die Kacke für Kinder von Herrn Maffay. Ja, der Kram mit dem häßlichen Drachen und dem Tatsch von Pur.
Das Mädchen wand ein, daß sie nichteinmal den ersten Teil kenne, aber er versprach ihr, diesen auf einer Videokassette mitzubringen. Tabaluga ist echt starker Tobak.
Sie nahm die Einladung weder an, noch lehnte sie ab. Sie sagte nur "Dann muß ich mir das wohl mal ansehen".
Eine Antwort, die ich durchaus passend fand.
Mein Vater war der Weihnachtsmann
und mir steckt's auch im Blut.
Drum feier ich, so oft ich kann
und schwenke meine Rut'.

Faleri, falera, faleri,
Falera ha ha ha ha ha ha
Faleri, falera,
Und schwenke meine Rut'

Vor ein paar Jahren hat man dauernd gelesen, daß Männer unter Bindungsangst leiden würden.
Das kann durchaus sein, ist doch die Vorstellung, den Rest des Lebens, beziehungsweise den nächsten Lebensabschnitt, mit der immer selben Frau, wechselnden Haustieren (je nach Haltbarkeit) und selbst- oder fremdgezeugten Kindern zu Hause zu verbringen, nicht gerade verlockend. Die Aussicht auf lustige Abende mit den Jungs, Unverbindlichkeit, Bier, Fußball und schnellem Sex ist für den männlichen Menschen da viel einladender.
Somit ist Bindungsangst wahrscheinlich noch aktuell und wird es immer sein. Aber warum liest man nichts mehr davon?
Vielleicht ist Bindungsangst uncool oder aus der Mode.
typ1: Du, Kevin, die Mandy will mit mir zusammenziehen.
typ2: Und?
typ1: Ich weiß nicht. Das ist so..
typ2: Ja wie?
typ1: Das ist so fest. Ich glaube ich hab' da ein bißchen Bindungsangst.
typ2: Bindungsangst? Du bist ja voll uncool. Das ist so nineties.

Was ich damit eigentlich nur sagen will: Es wird allerhöchste Zeit, daß die Zeitschriften dieser Welt sich mal einen neuen Begriff für Bindungsangst ausdenken, damit wir diese schöne Tradition in das neue Jahrtausen herüberretten können.
Englische Begriffe werden bei gleichem Sinngehalt bevorzugt behandelt.

Posted by banana at 05:27 EM | Comments (37)
Dezember 15, 2003
Everything to Everyone

Gummibärchen enthalten Gelatine. Gelatine ist ein tierisches Produkt. Aus diesem Grunde essen Vegetarier keine Gummibärchen. Zumindest manche nicht. Sollten das jetzt Vegetarier gelesen haben, denen dieser Sachverhalt so nicht klar war und für die jetzt eine Welt zusammenbricht, so rufe ich ihnen zu: Ihr Pfeiffen!
Ich bin eine Art Botschafter des Gummibärchens, wobei ich den Begriff Gummibärchen gerne als Oberbegriff für alle Süsswaren verstanden haben möchte, die aus dem Material bestehen, aus dem Gummibärchen hergestellt sind.
Was soll das Gelaber? Ich verteile gerne das Zeug. Leider mußten die Kolleginnen, die sich vegetarisch Ernähren, immer außen vorbleiben, bei der Gummibärchenverteilung. Aus diesem Grund kaufte ich eine Dose Haribo Schlümpfe. Die sind mit Stärke und nicht mit Gelatine hergestellt und somit auch für Vegetarier verzehrbar, ohne daß ihr komplizierter, auf aminosäurekombinationsketten eingestellter Surrogatmetabolismus einen Kasper bekommt.
Ich sah diese kiloschwere Plastikdose, bis oben gefüllt mit Schlümpfen vor mir und schwelgte in Träumen aus der Kindheit. Da war Papa Schlumpf, Schlaumi, Schumpfinchen, Gargamel, Azarel und da waren auch diese beknackten Pilzhäuser. Mich fröstelte.
Naja, eigentlich kann ich Schlümpfe nicht ausstehen. Sie sind komplett bekloppt aber Gargamel ist noch bekloppter. Ich kann mir so inkompetentes Verhalten nicht lange ansehen. Sowas brauche ich nicht, da kann ich mir gleich eine Bundestagsdebatte auf Phoenix ansehen.
So verteilte ich Schlumpf um Schlumpf um Schlumpf um Schlumpf in der Nachbarschaft. Es gab viele Schlümpfe mit weisser Mütze und weniger Schlümpfe mit roter Mütze.
Aber es gab kein Schlumpfinchen, obwohl draussen auf der Dose sehr wohl eins abgebildet war. In der ganzen Dose war nicht ein einziges Schlumpfinchen zu finden!
Hm. Schlumpfinchen? Das warf Fragen auf.
Wie vermehren sich Schlümpfe eigentlich?
Im Schlumpfdorf rennen keine Kinder herum. Das könnte ein Anzeichen dafür sein, daß bei den Schlümpfen irgendeine Art von nichtgeschlechtlicher Vermehrung stattfindet. Auf jeden Fall werden die Schlümpfe dann gleich erwachsen zur Welt kommen. Falls keine nichtgeschlechtliche Vermehrung stattfindet, so wird das Schlumpfendorf in Bälde überaltern und die Schlümpfe werden aussterben. Über das Rentenmodell der Schlümpfe ist nichts bekannt, ihr sonstiges Verhalten legt aber die Vermutung nahe, daß keines existiert. Die kleinen blauen Racker dilettieren also einem zahnlosen Lebensabend entgegen.
Falls die Schlümpfe doch irgendeine Art von Sex haben, so möchte ich nicht das Schlumpfinchen sein. Oder - je nach Veranlagung - vielleicht gerade doch das Schlumpfinchen sein.
So viele Schlumpfenmänner für nur eine Schlumpfenfrau.
Ist das Schlumpfinchen mit einem Schlumpf "zusammen", verheiratet oder sonstwie liiert? Da scheinen mir Probleme vorprogrammiert zu sein. Eifersucht ist ein weit verbreitetes Mordmotiv. Da es im Schlumpfendorf keine Art von judikativer Gewalt zu geben scheint, werden sich die blauen Liebestollen also bald gegenseitig ausgerottet haben.
Oder fröhnt das Schlumpfenmädchen der Promiskuität, bis ihr ganz blau vor Augen wird?
Das möchte ich mir gar nicht vorstellen. Das ausschmücken dieser Vorstellung wird dem Studenten als leichte Übungsaufgabe überlassen.
Wenn ich es so recht bedenke, dann scheint Haribo diese Probleme vorausgesehen zu haben. Deswegen haben sie kein Schlumpfinchen in die Dose gepackt. Entweder wären nämlich sonst alle Schlümpfe tot. Oder es wäre ein blaues Wuhling in der Dose, das der kindlichen Zielgruppe kein Kioskbesitzer der Welt erklären möchte.

Posted by banana at 08:20 EM | Comments (21)
Dezember 14, 2003
And suddenly you got a milf with a 9 ag

Ich nehme meine Umwelt etwas gedämpft wahr. Ich hoffe nicht so gut, wie sonst. Irgendwie fehlen die Höhen, dazu kommt ein Ton, als würde der Mann im Ohr das Testbild schauen.
Drei Stunden Die Ärzte Frontalbratgebrüll fordern ihren Tribut.
Dabei höre ich ohnehin nicht besonders gut. Auf Hörtests weist die Linie, die meine Hörfähigkeit darstellt, in dem Frequenzbereich, in dem sich mit Vorliebe Elektrogitarren und Schlagzeugbecken aufhalten, zwei häßliche Beulen nach unten auf.
Das ist zwar traurig für mich, aber nicht weiter verwunderlich.
Stand ich doch als Jugendlicher regelmässig zusammen mit drei Freunden, einem Schlagzeug, einem Bassverstärker, zwei Gitarrenverstärkern und einem Kasten Licher Bier in einem etwa 15 Quadratmeter großen Raum, der teilweise mit Eierkartons beklebt war.
Teilweise, weil Eierkartons nicht einfach zu beschaffen sind, teilweise, weil es stinkelangweilig ist, Eierkartons mit der Silikonpistole an Wände zu kleben und teilweise, weil das erste Bier schlechter als das zweite, dieses schlechter als das dritte und so weiter schmeckt.
Jeder Musikant hatte in diesem Raum seinen Stammplatz. Meiner war unglücklicher weise so gelegen, daß mein rechtes Ohr direkt auf das Lieblingsbecken des Fill-in-wütigen Trommlers und mein linkes Ohr direkt auf die Kalotte des Verstärkers des zweiten Gitarristen gerichtet war.
Mehrmals am Abend sagte dieser Gitarrist "Ich hör mich nicht" und drehte seine Gitarre lauter. Mein "Ich höre Dich ganz gut" ging meistens im folgenden Lärm unter.
Mit dem Ohr einen halben Meter entfernt von einem 16" Crash Becken zu stehen ist nicht besonders schlimm. Zu Beginn des Abends hat man auf Erfahrungen begründete Angst, aber nach dem ersten Schlag mit der Kelle nimmt man die Frequenzen der runden Haarzellensäge angenehm gedämpft wahr. Das Piepen kann man nur bei Geräuschpegeln wahrnehmen, die deutlich unter dennen liegen, die in einem Proberaum vorkommen, in dem sich 4 besoffene Jugendliche aufhalten.
So ein Gitarrenverstärker ist da schon wesentlich beindruckender. Er geht langsam und zermürbend ans Werk.
Es fällt schwer, Geräusche mit Worten zu beschreiben. Vor meinem geistigen Auge sieht das Geräusch, daß ein voll aufgedrehter 50 Watt Gitarrenverstärker erzeugt, an den ein Verzerrer angeschlossen ist, an dem eine Elektrogitarre hängt, auf die ein Jugendlicher mit einer Kippe im Mundwinkel eindrischt, etwa so aus, wie ein Container Bauschutt, der über mir ausgeleert wird.
Man möchte die Hände schützen über den Kopf halten, aber das geht nicht. Man muß ja Gitarre spielen. Dabei hört man sich nichteinmal.
Für mich ich solch ein Transistorverärker der Beweis dafür, daß akkustische Waffen funktionieren. Sollte man mal einen startenden Düsenjäger mit 50 Zentimeter Kantenlänge bauen, so würde er klingen, wie dieser Gitarrenverstärker. So ein Lautsprecher sieht ganz Harmlos aus, aber er schleudert einem so viele Klangpartikel entgegen, daß man sich fühlt, als sei man frisch gesandstrahlt worden.
Das Schlagzeugbecken hat sich in der Zwischenzeit durch die Messingschicht gedengelt, die es auf das rechte Innenohr galvanisiert hatte und löst körperliche Schmerzen aus. Das andere Ohr ist so voll mit Gitarrenkot, daß das Trommelfell zu platzen droht.
Dieser Zustand trat meistens gegen neun Uhr beim Stande von 2 Litern Exportbier ein. Da war sowieso schon alles egal. Man spielte großartig, keiner hörte sich, aber man lachte nach jedem Stück vor sich hin und sagte Dinge, wie "geil" und "das müssen wir aufnehmen".
Dann wurde erstmal ein Kippchen geraucht.
Den Rest des Abend bestritt ich dann dergestalt, daß ich den Oberkörper so bog, daß sich der Kopf möglichst weit weg vom Schlagzeug befand und ich das Gesicht frontal auf den 50 Watt Transistorverstärker gerichtet hatte, um die anrauschende Geräuschwand gleichmässig auf beide Ohren zu verteilen.
Das sah scheisse aus und war ziemlich unpraktisch, denn eigentlich sollte ich noch Singen. Das Mikrophon konnte nicht verrückt werden, denn es gab einige Einschränkungen bezüglich der Kabellänge und konkurierender Beckenständer.
Um elf ging man dann nach Hause und hörte zu, wie sich Herr Kopfschmerz mit einem Pfeiffen im Ohr für den nächsten Tag selbst einlud.

Posted by banana at 08:28 EM | Comments (13)
Dezember 12, 2003
Spiderwoman in the front seat, screamin' "Go, go, go!"

Nun ist es raus: Heinz Harald Frentzen wird in der nächsten Saison für Opel in der DTM fahren. Ich finde das gut. Da wächst zusammen, was zusammen gehört. Ich habe ja schon immer gesagt, daß jemand der Heinz heißt eigentlich gar nichts anderes, als einen Opel fahren kann.
Schön wäre es noch, wenn sie noch den Ketchupkoch Heinz als Sponsor gewinnen könnten. Das wäre ein schlüssiges Gesamtkonzept. Ein rotes Auto mit Heinz drauf und Heinz drin. Das wäre ein gutes Paket, wie man im Motorrennsport so schön sagt.
A propos Gesamtkonzept.
Daß mir die Hanuta Werbung nicht gefällt, darüber hatte ich mich ja schon §§a href="http://www.spackonauten.org/aktuell/archiv/2003_04.html#000263">ausgelassen§§/a>. Nun soll man aber nicht immer nur meckern, sondern auch mal sagen, wie man es denn besser machen soll. Deswegen schlage ich ein neues Werbekonzept für Hanuta vor.
Naja, Werbekonzept ist vielleicht etwas übertrieben, aber ein Lied habe ich schon. Die Melodie wird schonmal geklaut und zwar von Costa Cordalis' "Anita". Der Text könnte zum Beispiel so gehen:
Ich kau' Dich mit Genuß,
Du schmeckst nach Haselnuß:
Hanuta (Hanuta)
Keks ist dabei und mittendrin so'n Schokobrei.
Es schmeckt gar nicht so schlecht,
es mundet regelrecht
Hanuta (Hanuta)

Und so weiter. Der Text ist noch nicht besonders gut, ich weiß, aber er befindet sich eben noch im Larventadium und man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
Auf der optischen Seite schwebt mir irgendetwas mit Sex vor. Sex ist immer gut.
Zum Beispiel könnte ich von einer Horde überaus attraktiver Frauen verfolgt werden, denen die Gier förmlich aus den Augen tropft. Aber dann würde der Text nicht so richtig passen. Man könnte auch ein bißchen auf Mitleid machen und den Costa persönlich singen lassen. Oder seinen Sohn. Oder beide.
Da muß ich wohl noch ein bißchen an dem Konzept feilen.
Es ist immer wieder etwas erschreckend, wenn man neue Spießigkeiten an sich entdeckt. Dann will man es erst gar nicht so richtig wahrhaben und versucht, es für sich ins Lächerliche zu ziehen, aber es nutzt nicht. Man ist nunmal, wie man ist. Das muß man akzeptieren. Alles andere wäre Selbstbetrug. Der Titel-Rap (gibt es das, einen Titel-Rap?) von Fabrixx drück das besonders schön aus:
Hast du Frust
Kein Bock auf nichts?
Bist genervt
Weilst´s eben bist?
Alles normal!
Alles ist cool!
Bist eben du
Jetzt steh dazu

In meinem Fall sieht das so aus: Das Büro, in dem ich sitze, befindet sich direkt gegenüber der Küche. In der Küche stehen zwei Kaffeekannen. Kaffeekannen mit Pumpe drin und einem Hebel drauf, mit dem man sich Kaffee pumpt, zapft, einspritzt - wie auch immer.
In Bezug auf das Kaffeekochen gilt das unausgesprochene Gesetz "wer den Kaffee leermacht, der kocht auch neuen".
Sagte ich unausgesprochen?
Das ist zwar nicht falsch, aber auch nicht ganz richtig, denn entsprechende Schilder (Deutschland, 2003, Toner auf Papier, 80g/qm², Holzfrei) sind überall in der Küche angebracht. Sogar eine Anleitung zum Kaffeekochen (Deutschland, 2002, Tinte auf Papier, 80g/qm²) ist in Blickhöhe über den Kaffeekannen angebracht. Ich habe eben mal nachgezählt. Sie enthält 12 Ausrufezeichen. So eine Art von Anleitung ist das.
Trotzdem gibt es immer wieder Leute, die sich nicht daran halten. Sie machen eine Kanne leer, gehen zur nächsten und machen sich da ihre Tasse voll. Dann verlassen sie die Küche, ohne neuen Kaffee zu kochen.
Das nervt.
Wenn man sich das ein paar Tage nerven läßt, dann entwickelt man einen kleinen feuchten Hass und gleichzeitig etwas Sendungsbewußtsein und Hausmeistertum.
Natürlich kann man hören, wenn so eine Kanne leergepumpt wird. Es ist ein charakteristisches Geräusch. Man hört erst das tickende Pumpen der Pumpe und dann ein rotzendes, kehliges Zischen, wenn der Pumpenrüssel ins Leere saugt.
Wenn das Geräusch ertönt, dann sind wir, die Blockwärte alarmiert. Inzwischen können wir das Rotzen der leeren Kaffeekanne wunderbar imitieren. Pumpt jemand also mal wieder eine Kanne leer, dann tönen aus unserem Büro drei perfekt imitierte Kannenrotzgeräusche auf drei menschlichen Kehlen.
Soweit ist es also schon gekommen. Man regt sich auf, weil andere keinen Kaffee neu kochen. Das ist umso erstaunlicher, als daß ich gar keinen Kaffee trinke. Es geht sogar noch weiter. Kocht jemand keinen neuen Kaffee, trotz Kannenrotzgeräuschen, so bekommt er oder sie umgehend eine Mail mit einer Gelben Karte geschickt, "Gelbe Karte wegen Ignorierung einer leeren Kaffeekanne".
Dann kommen meist fadenscheinige Ausreden zurück.
So weit ist es also schon gekommen. Ich rege mich auf, weil Leute keinen Kaffee kochen.
Aber Spaß macht es schon, das rumgerotze.
Wenn man jemanden dutzen kann und jemanden sietzen kann, kann man dann jemanden auch deppen oder arschlochen oder idioten? Herr Effenberg muß wegen arschlochen eines Beamten 100.000 € Strafe zahlen. Nee. Das hat den Beigeschmack gleichgeschlechtlicher Liebe. Damit kann niemand so richtig entspannt umgehen. Das geht nicht. Dafür ist die Gesellschaft noch nicht reif.
Wäre aber schön.
Herr Staatsanwalt, bitte.
sa: Dem Fußballspieler Stefan Effenberg wird zur Last gelegt, den Polizeibeamten Herrn James Bond am 10.10.2003 öffentlich gearschlocht zu haben.

und so weiter.

Posted by banana at 06:04 EM | Comments (3)
Dezember 10, 2003
Peaches for free

Es ist wirklich eine gute Sache, wenn sich eine Softwarefirma einen Experten leistet, der sich um die Terminologie kümmert. Dabei macht es durchaus Sinn, daß es sich dabei um einen Muttersprachler handelt. Terminologie ist ein wichtiges Thema, das leider immer wieder unterschätzt wird. Das führt dann dazu, daß am Ende eine schillernde Software herauskommt, die kein Mensch versteht, weil sie einen bunten Strauss lustiger Begriffe verwendet, die etwas, aber nicht ganz unterschiedlich sind. Ausgedacht von irgendwelchen Entwicklern mit Problemen in der Selbstwahrnehmung ausgedacht haben. Wahrscheinlich hatten sie in der Nacht grade ihren Burlington-Schlafanzug getragen, denn sie denken, nur weil sie Meeting, Shipment und Afterwork Party sagen, könnten sie Englisch.
Dann kommen Fehlermeldungen, die polarisieren. Sie sind aber nicht immer aussagefähig. Wozu auch? Das ist, wie mit dem Blinken beim Autofahren: "Es reicht doch aus, wenn ich weiß, wo ich hin will".
Da hätten wir die Meldung:
Customer Balance is past. Do you want to continue?
Aha.
Dumpf und dunkel sind dieser Worte Sinn. Ich frage mal den Terminologiefachmann. Der müßte das doch wissen. Wahrscheinlich hat ihn aus Zeitgründen mal wieder keiner gefragt.
Prompt kommt die Antwort zurück.
I don't have a clue what this could mean. But I'm sure, there are some Lithuanians that can tell you what the fuck that's supposed to mean.
Aha. Offensichtlich hat ihn niemand gefragt. Hätte mich auch gewundert. Offensichtlich hat er auch schon einige Erfahrung mit dem Projekt.
Aus: Gespräch mit banana. Heute: Jeder, wie er kann.
bna: nnnnnnniiieeehhhhmmmmmss
k00b: ??
bna: mmmmmmmmiiiiieeeehhlll
k00b: ??
bna: wwwwwwmmmmmmmlllll
k00b: Was hast Du gesagt, Commissioner?
bna: Oh, nix. Ich habe nur laut gedacht.
k00b: Ach so.
bna: Ahhh... Wieso habe ich keine Freunde?

Posted by banana at 08:12 EM | Comments (27)
Dezember 09, 2003
Millions of peaches

Mein PC hat die Grätsche gemacht. Zum ersten Mal macht er so'n Scheiß. Ich schalte an, dann macht er 'ne Weile, was er sonst auch tut, also er macht dieses "Hochfahren" und dann kommt ein Blue Screen. Immer an der gleichen Stelle. Der Fehler ist also reproduzierbar. Ja, ich glaube, so nennt man das.
Teufel noch eins! Das paßt mir nicht. Ich bin es gewohnt, daß wenn etwas nicht mehr funktioniert, ich es ausschalte und wieder anschalte und dann funktioniert es wieder. Aber diesmal klappt es nicht.
Jetzt steht er da in der Ecke und ist ernsthaft krank und ich schmolle.
Ich habe keine Lust, mich um den Kram zu kümmern. Etwas tief in mir sagt mir "Nein, banana, mach es nicht!" Vorhin habe ich einige Male lustlos versucht, den Hobel im "abgesicherten Modus" hochzufahren, aber da kam der gleiche Fehler.
Nun weiß ich, daß es etwas Ernstes ist und nun weiß ich auch, daß ich mich des Problems heute bestimmt nicht mehr annehmen werde.
Ich werde mich auf die Commandocouch setzen, da muß ich das Elend nicht sehen. Ich werde mich durch die Programme zappen, mich ein bißchen künstlich darüber aufregen, daß nichts gescheites kommt und im Hinterkopf werde ich diesen Krüppel mit seiner zerschossenen Registry haben.
Früher hätte ich mich noch voller Eifer dieses Problems angenommen.
Ich hätte meine Windows 2000 Installations-CD gesucht, das CD-Rom Laufwerk im Bios als Boot-Laufwerk eingestellt und hätte versucht, das System zu retten.
Hätte das nicht geklappt, dann hätte ich sämtliche Hardware ausgebaut und wieder eingebaut und hätte unter jeder möglichen Gerätekonfiguration probiert, ob es funktioniert. Dabei hätte ich mir am scharfkantigen Gehäuse tiefe Schnittwunden zugezogen, hätte ein paar Beinchen an irgendwelchen elektronischen Bauteilen verbogen, hätte diverse Wutanfälle gehabt und hätte zwei Stunden damit verbracht, Anleitungen für die Geräte zu suchen.
Irgendwann, wahrscheinlich zwischen zwei und drei in der Frühe, hätte es dann wieder funktioniert und ich wäre zerschunden aber glücklich ins Bett gefallen.
Heute setze ich mich auf Sofa und vertraue auf den zweiten Grundsatz nach "Wenn etwas nicht geht, schalt es aus und wieder ein", nämlich auf "80% der Probleme lösen sich von selbst". Wenn er morgen immer noch nicht funktioniert, dann muß ich mir aber wirklich etwas einfallen lassen. Vielleicht gebe ich jemandem etwas Geld. Geld ist geil.

Posted by banana at 08:59 EM | Comments (19)
Dezember 08, 2003
lasse reinbøng

Das gute am Winter ist, daß es so kalt ist, daß die Hundekacke auf dem Bürgersteig zu festen Brocken gefriert. Eine Sorge weniger.
Heute war es mal wieder Zeit für ein Update des Weihnachtsbaumes. Da wir in der letzten Woche die fette Kette gekauft haben, gab es heute nur ein paar Schleifchen.
bna: Hier, lieber Jott. Nehmen wir die Glänzenden oder die Samtenen?
dlj: Die glänzenden würden gut zu unseren goldenen Schleifchen passen.
bna: Also die Samtenen!

Ich habe einen verdammt ekligen fünf Euro Schein in der Geldbörse. Keine Ahnung, wer mir den angedreht hat, aber ich möchte Personen, die fünf Euro Scheine in dererlei Art missbrauchen, gar nicht kennenlernen.
Er ist total lappig, er ist schmutzig, er hat mehrere Risse und es hat jemand mit Kugelschreiber die Zahl 25 draufgeschrieben.
Er sieht eigentlich nicht aus, wie ein Zahlungsmittel, das in einem Land der ersten Welt akzeptiert wird. Ich will das Mistding loswerden, aber irgendwie traue ich mich nicht so recht. Mindestens werde ich blöde angesehen werden, aber wahrscheinlicher ist, daß man die Annahme des kleinen Krüppels verweigern wird und das wäre mir sehr peinlich. Ich würde dann rot werden, alle Spannung würde aus meinem Körper weichen, ich würde meine Würde verlieren, der kalte Schweiß würde mir auf die Stirn treten und es wäre mir total peinlich!
Deshalb habe ich das Ding jetzt seit zwei Wochen in meinem Besitz.
Heute Mittag fühlte ich mich aber besonders beschwingt und mutig und ich wollte die Gunst des Schicksals nutzen, um den schmutzigen Schein auszugeben.
Mein Essen sollte 4.10 kosten. Ich reichte der Kassiererin den ekligen fünf Euro Schein und - als Ablenkungsmanöver - noch ein zehn Cent Stück. Sie akzeptierte den Schein ohne Mullen und Knullen. So, auf der Hand, zu der netten Frau hinübergereicht sah der Schein auch gar nicht mehr so häßlich und zerschlissen aus. Ich bekam einen Euro zurück und war's zufrieden.
Ich hatte ein schlechtes Gewissen, aber ich war auch sehr erleichtert.
Heute Abend beim Einkaufen merkte ich dann, daß ich gar nicht den Krüppel ausgegeben hatte, sondern einen anderen Schein in ähnlich schlechter Verfassung. Als ich das feststellte, fuhr es mir wie ein Blitz in die Glieder.
Eigentlich hatte ich einen ganz tollen Geistesblitz zu dieser Situation. Leider fällt er mir nicht mehr ein. So muß diese Geschichte ohne einen würdigen Abschluß als langweilige Scheißgeschichte dastehen. So ist das Leben.
Auf jeden Fall steht aber eins fest: Seien Sie gut zu Geldscheinen!

Posted by banana at 08:24 EM | Comments (30)
Dezember 07, 2003
Trailers for sale or rent

Das Blöde am Winter ist die Kälte. Die zwei blöden Sachen am Winter sind die Kälte und der Schneematsch. Die drei blöden Sachen am Winter sind die Kälte, der Schneematsch und die Dunkelheit.
Ich glaube, ich bin nachtblind. Alle anderen Autos blenden mich. Ich fummele dann panisch am Rückspiegel um, weil ich ihn abblenden will, dabei verreisse ich den Volant, drängle andere Verkehrsteilnehmer in die Peripherie und überrolle irgendwelche Tiere, die aus unterschiedlichsten Gründen dem Winterschlaf entsagt haben. Sehr unschöne Szenen sind das. Wenn ich nicht die Lizenz zum Töten hätte, dann hätte mir das schon ganz schönen Ärger einbringen können.
A propos Lizenz zum Töten:
Null Null Huhn - Lizenz zum Brüten!
Null Null Regenwurm - Lizenz zum Ködern!
Null Null Schaf - Lizenz zum Blöken!
Null Null Nachtigal - Lizenz zum Flöten!
Null Null Elektriker - Lizenz zum Löten!
Null Null Hooligan - Lizenz zum Treten!
Null Null Schäfer - Lizenz zum Hüten!
Null Null Papst - Lizenz zum Beten!
Null Null Backfisch - Lizenz zum Erröten!
Null Null Heldentenor - Lizenz zum Knödeln!

Aber das nur am Rande.
Am schlimmsten ist es im Stau. Hinter mir steht immer irgendein Brummi, der seine Scheinwerfer zum Flakscheinwerfer umgerüstet hat und mir Munter den Innenraum meines Automobils erleuchtet, als fände dort das Weltmeisterschaftsfinale Holland - Deutschland statt.
Ich fühle mich belästigt. Und ich bin geblendet. Wenn's nach mir ginge, dann würde man die alle wegsperren. Oder was man so heutzutage macht. Ich kenne mich ja nicht aus, denn ich ja die Lizenz zum Töten.
Da steht man schon eine Stunde im Stau, die Uhr zeigt an, daß das Konzert, zu dem man unterwegs genau in diesem Moment beginnt, der Laster hinter einem Föhnt eine Leningrad-Cowboys-Frisur mit seinen Lampen und alles könnte so schön sein, als sich ein Heckflossen Mercedes vor meine Kühlerhaube drängt.
Ich freue mich, denn so ein Gefährt, das sieht man nicht alle Tage.
Die Freude schmälert sich, als ich feststelle, daß man so ein Gefährt auch nicht alle Tage riecht. Das Schiff kokelt vor sich hin, daß es einem den Würgreflex vor den Magen nagelt. Man fühlt sich an Kindertage zurückerinnert, als man noch heimlich alles verbrannt hat, was nicht niet- und nagelfest war und zwar in der selbstgebauten Hütte, die man mit Plastikfolie sorgsam gegen die Kälte draußen abgedichtet hatte.
Es ist zum Kotzen. Die Begeisterung an dem Oldtimer hält sich auch deswegen in Grenzen, weil in unregelmässigen Abständen die Rückfahrscheinwerfer aufleuchten. Mich macht sowas nervös. Wer sich nicht mit Elektrosachen auskennt, der sollte zum Telekom gehen, aber nicht an seiner Schleuder rumschrauben.
Man sollte ohnehin einen Preis für die kreativste Rückleuchtenverdrahtung ausschreiben. In zwei Kategorien: "Kreativität" und "Optischer Effekt". Eine Nominierung für die Kategorie "Optischer Effekt" hätte ich schon. Es war der Anhänger mit der Pferdekutsche drauf. Ja, die Pferdekutsche mit der Deichsel, die unmarkiert 1.50m nach hinten über den Anhänger herausstand, wie ich feststellte, als ich sie mir an der Ampel fast durch die Windschutzscheibe bohrte. Aber das nur am Rande.
Der Wagen vorne schien zu blinken. Am Anhänger spielte sich ein Tanz der Lampen ab, der jedem mobilen Diskothek als Lichtanlage völlig ausgereicht hätte.
Es blinkten abwechselnd alle Lampen (außer den Rückfahrscheinwerfern) und nur die Rückfahrscheinwerfer. Auf beiden Seiten. Es sah geil aus. Als optische Untermalung dazu der Schein des Blinkers des Zugfahrzeuges, der sich unter dem Hänger spiegelte. Schön war das.
Zurück im Stau hielt ich dann zehn Meter Abstand zu dem Mercedes ein, in der Hoffnung, es möge sich doch ein anderer Verkehrsteilnehmer zwischen uns schieben, aber es war niemand so blöd.
Der Mercedes stank immernoch vor sich hin und die Rückfahrscheinwerfer blinkten immernoch auf.
Zum Konzert kamen wir dann eine Stunde zu spät, just, als die Pause anfing.
Auf der Rückfahrt hatte ich dann inständig gehofft, der Stau hätte sich nocht nicht aufgelöst und ich könnte triumpfieren die 12 Kilometer abfahren, aber Pustekuchen. Der Stau war natürlich weg. Nichteinmal das bißchen Genugtuung wird einem gegönnt auf dieser Welt.
Ich liebe nämlich Staus, wenn sie in der Gegenrichtung sind. Ich bin mir auch nicht zu schade, den Wartenden eine lange Nase zu zeigen oder fröhlich zuzuwinken. Da soll noch jemand sagen, es sei schwer, mir eine Freude zu machen. Eine Achterbahn für 10 Millionen Euro oder ein Stau in der Gegenrichtung reichen doch schon völlig aus!
Das Video von Weihnachtsbaum ist leider total scheiße geworden. Aber §§a href="http://www.spackonauten.org/images/wm_und_sm.jpg">hier§§/a> gibt's ein schlechtes Foto vom Aufblasschneemann und Aufblasweihnachtsman in ihrer natürlichen Umgebung. Wie gesagt, die Jungs sind 2.40m hoch. Einfach klasse!

Posted by banana at 06:20 EM | Comments (29)
Dezember 03, 2003
The nicest Breaks are purple

Purple break, holladiho.
Da fällt mir die schöne Englische Balisto Werbung ein, bei der die Familie aus dem Ruderboot steigt und der Mann mit schlimmsten Deutschen Akzent "That was great rowing, dear" sagt. Balisto war im englischsprachigen Ausland bestimmt kein großer Erfolg, wegen dieser Werbung. Sowas schreckt ab. Ich war ohnehin schon immer dafür gewesen, das Produkt Ballasto zu nennen. Das ist ehrlich, das klingt gesund, da ißt man gleich einen weniger davon. Ballasto, die Dickdarmbürste! Einer rein, raus vier. Erhältlich in den Geschmacksrichtungen Undefined Object, Sägemehl Nuß und Tooth Rasper!
Der Zug für diese ganzen Casting Superstar Shows ist ziemlich abgefahren. Es gibt sie immernoch, glaube ich, aber der Lack ist ab. Wer jetzt noch mitmacht, der nimmt auch Trinkgeld. Wer jetzt noch gewinnt, der steigt aus dem Fernsehapparat direkt auf die Bühne beim Schützenfest. Wer jetzt noch mitmacht, der hat schon eine ganz besondere Eigenwahrnehmung. Anders läßt sich §§a href="http://www.michael-wurst.de/">Michael Wurst§§/a> nicht erklären.
Michael Wurst hat gewonnen bei Star Search oder vielleicht auch nicht gewonnen, das weiß man nicht so genau. Ist ja auch nicht so wichtig. Bei dem Namen ist das egal, ob man gewinnt oder nicht, denn man hat es immer schwer. Getreu dem Song "A Boy Named Sue" von dem leider verstorbenen Herrn Cash wird man mit so einem Namen ein stahlharter Kerl! Man lernt, wie man sich durchboxt, wie man Niederlagen einsteckt und man ist verdammt froh, daß die Eltern Michael dem Namen Hans den Vorzug gegeben haben, kalauerte er.
Aber mal ehrlich: Wäre da nicht ein Künstlername angebracht gewesen? Wurst, so möchte doch keiner heißen. Naja, als Metzger vielleicht, aber als Rockstar? Ich weiß ja nicht.
Da fällt mir ein, daß ich mich neulich bei Borland als Gordon Bleu registriert habe. Vor ein paar Tagen kam eine Mail, die fing an mit "Sehr geehrter Herr Bleu". Ich komme nur drauf, weil ich mich sonst immer als Brad Wurst registriere.
Michael Wurst ist ein ganz sympatischer, lustiger Kerl, wie man auf den Fotos auf seiner Website sehen kann. Außerdem sagt er so lustige Sachen, wie Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr die Musikläden stürmt und alle Cd`s meines Songs kauft! ;o)))
Ich lach mich schlapp. Das sollte mal jemand wörtlich nehmen.
Beamter: Mein Herr! Wieso haben sie mit Ihren Freunden vom Counter Strike Clan "Rasende Wildsau" das Musikgeschäft "Müller: Music and More" mit gezogenen Waffen überfallen?
Whale76: Wir haben es nicht überfallen, wir haben es gestürmt, so wie sich das der Herr Wurst gewünscht hat.

Da fällt mir ein, daß ich mir endlich abgewöhnt habe dauernd und unvermittelt "Geiler Fick" zu sagen. Dafür sage ich jetzt dauernd anerkennend "Ich spritz ab", statt "geil" oder "super". Das ist, glaube ich, auch nicht viel besser. Es ist mir aber noch nicht so sehr in Leib und Seele übergegangen, wie damals "Geiler Fick". Ich könnte es mir also noch abgewöhnen, wenn ich wollte. Im Moment sehe ich dazu allerdings keine Veranlassung.
Ich sah allerdings Veranlassung dazu, mir dieses blöde "super" sagen abzugewöhnen, weil es mir auf die Nüsse geht, wenn andere es tun.
"Hey, das ist ja super-klasse!"
"Oh man, ich hab' super-viel Pasta gegessen"
"Die sieht ja super-scheiße aus. Voll der Ab-turn!"
"Ich spritz ab" kann aber allenfalls nur als Zwischenlösung gesehen werden, da ich den Eindruck habe, diese Formulierung wird von der Gesellschaft geächtet!
Das schönste an Herrn Regeners Buch "Herr Lehmann" ist übrigens, daß er das Wort "Arschbombe" als Verb einsetzt. Sehr gelungen.

Posted by banana at 09:21 EM | Comments (49)
Dezember 02, 2003
No hidden catch, no strings attached

Da gibt es einmal seit Jahren wieder eine Weihnachtsfeier und ich kann nicht teilnehmen.
Naja, wenn ich wirklich wollte, dann könnte ich teilnehmen, aber dann müßte ich den Zahnarzttermin verschieben. Den habe ich aber schon seit fast einem halben Jahr. Der Zahnarzt hat sozusagen die älteren Rechte. Außerdem müssen ja auch die Verhältnismässigkeiten gewahrt werden. Darüberhinaus verschiebe ich niemals Zaharzttermine. Das ist eine Frage der Ehre.
Also werde ich, statt am ausgelosten Sitzplatz an dem Abend auf dem Zaharztstuhl Platz nehmen und mir die Hacker von Belägen und ähnlichem Schmand reinigen zu lassen.
Das ist nicht so schlimm und so werde ich das lustige kleine Bildchen neben dem Stuhl diesmal mit Wohlwollen, statt mit blankem Entsetzen betrachten können. Das Bild zeigt die korrekte Sitzhaltung auf dem Stuhl. Man soll die Beine entspannt auf dem Sitz liegen lassen und sie nicht verkrampft um den Sitz herum schlingen. Diese Version der Sitzhaltung ist nämlich durchgekreuzt, obwohl sie mir wesentlich natürlicher zu sein scheint.
Ich finde das Bild etwas herablassen und fehl am Platze. Es ist nämlich leichter gesagt, als getan, entspannt auf dem Sitz zu liegen, wenn einem der Onkel Doktor mit einem scharfen Löffel Geräusche dort erzeugt, von wo man vorher noch nie Geräusche gehört hat. Da kann einen schonmal eine leichte Panik überkommen.
Meiner Meinung nach fängt das Übel beim Zahnarzt dann an, wenn man mit dem Sitz nach unten gefahren wird. Spätestens dann weiss man, wie der Hase hier läuft.
Trotzdem gehe ich gerne zum Zahnarzt. Es befriedigt sozusagen meine masochistische Ader. Man geht dort hin und alle sind scheissfreundlich, obwohl wir doch alle wissen, daß sie Dir gleich höllische Schmerzen zufügen werden und der eigene Beitrag zu dem Spaß darauf beschränkt ist, sich den Braunton für die Füllung auszusuchen. Hinterher ist man immer noch freundlich zu den Peinigern, geht und ist stolz für den Rest des Tages. Es ist so ein bißchen, wie Schlägerei mit Mittagspause.
Der Büroweihnachtsbaum hat ein neues Update erfahren. Es handelt sich um eine bunte 100er Lichterkette mit 8(!) verschiedenen Blinkmustern.
Stümper behaupten zwar, 120 Lichter für einen 1.20m hohen Baum seien etwas zu viel. Das stimmt aber nicht. Hier wurde klar der Trend verschlafen!
Es war etwas schwierig, die Lichterkette so um den Baum zu wickeln, daß er nicht dauernd von selbst umkippte, aber auch das haben wir gemeistert.
Eigentlich wollte ich ein Foto des Baumes veröffentlichen. Das reicht nun aber nicht mehr aus, um in den vollen Genuß dieses visuellen Feuerwerks zu gelangen. Jetzt muß schon ein Video her und da weiß ich ehrlich gesagt nicht ganz, wie ich das anstellen soll.

Posted by banana at 11:42 EM | Comments (49)
Dezember 01, 2003
Mist, ich habe ein Pur Lied im Kopf

Ich habe mich ja schon immer gefragt, ob es irgendwann mal ein Kannin gegeben hat. Ja, ich frage mich soetwas wirklich.
Wenn es ein Kanninchen gibt, dann muß es doch auch ein Kannin geben. Ein Kanninchen ist dann ein kleines Kannin.
Vielleicht ist das Kannin ausgestorben, weil es zu groß war. Vielleicht ist es ausgerottet worden, weil es so lecker war und weil an ihm soviel Fleisch dran war und weil es nicht schnellgenug weglaufen konnte.
Menschen machen dumme Sachen. Das beweisen die Osterinseln. Da würde es mich auch wirklich nicht wundern, wenn die Leute das letzte Kannin einfach geschlachtet hätten, ohne groß darüber nachzudenken.
So ein schreckliches Schicksal muß auch dem Frett zugestoßen sein. Wahrscheinlich konnte man aus einem einzigen Frett einen ganzen Pelzmantel machen, deswegen sind die Fretts ausgerottet worden. Ja, so in etwa muß das gewesen sein.
Meine Mutter droht das selbe Schicksal zu widerfahren, daß auch schon meiner Oma, ihrer Mutter, widerfahren ist. Man sagt, sie möge Tomatensaft. Dabei macht sie sich eigentlich gar nichts aus Tomatensaft. Meiner Oma wurde nachgesagt, sie würde Eierlikör mögen, aber das stimmte auch nicht.
So bekam sie zu jedem Anlaß Eierlikör geschenkt. Die Flaschen stapelten sich im Vorratsschrank. Es war so ein Eierlikörgerücht, aber das stimmte gar nicht.
Ich bekam als Kind bei meiner Oma immer Eierlikör, so groß war der Überfluß.
Und meiner Mutter sagt man jetzt nach, sie würde Tomatensaft mögen. Auf allen Familienfesten bekommt sie nun Tomatensaft serviert.
Dabei macht sie sich gar nichts aus Tomatensaft.

Posted by banana at 06:36 EM | Comments (55)
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