Oktober 30, 2003
And I ride and I ride and I ride

Eine Sache war mir gar nicht so bewußt, aber nun, da ich mit der Nase darauf gestossen worden bin, da ist sie offensichtlich: In der DDR gab es kein Monopoly.
Ist doch klar. Monopoly predigt den puren Kapitalismus. Da wird ausgebeutet, was das Zeug hält. Man knüpft seinen Mitspielern die Mäuse ab und bereichert sich persönlich an ihnen. Hat man alle Straßen von einer Farbe, so hat man ein Monopol und man kann Häuser bauen und seinen Mitspieler noch viel mehr Knete aus der Tasche ziehen.
Das war natürlich nicht mit den moralischen und politischen Werten der Deutschen Demokratischen Republik vereinbar.
Es wäre aber schön gewesen, wenn es auch eine ostdeutsche Variante von Monopoly gegeben hätte. Kolchosi oder Subotnik deluxe oder so.
Beim derzeitig herrschenden Ost-Boom wäre das bestimmt ein Erfolg.
Folgende Spielregeln wären denkbar:
Die Straßen kosten nichts und gehören allen.
Als Spielgeld können echte DDR Scheine eingesetzt werden, denn die sehen genauso aus und sind auch nichts wert.
Als Spielsteine gibt es: Trabant, Hammer, Sichel, Lenin (aufgebahrt), Atom U-Boot und NVA-Helm.
Wenn man Häuser bauen will, dann muß man das 10 Runden vorher beantragen.
Hotels müssen 20 Runden vorher beantragt werden.
Ereigniskarten werden über eine große Mauer auf das Spielfeld geworfen.
Wenn man aus dem Gefängnis freikommt, scheidet man aus dem Spiel aus (vom Westen freigekauft).
Am Ende haben alle gewonnen.
An dem Los Feld muß man sich anstellen, bis alle das Feld erreicht haben. Dann bekommt jeder eine Banane.
Wer sich umdreht oder lacht, kriegt die Nase blau gemacht.

Posted by banana at 07:20 EM | Comments (54)
Oktober 29, 2003
Ti amo, Du sagtest ti amo

Ich finde es wirklich bewundernswert, wenn Leute ein gesundes Selbstvertrauen haben. Wenn sie mit sich zufrieden sind, wenn sie davon überzeugt sind, daß ihre Familie die beste ist, die es gibt, daß sie das beste Auto der ganzen Welt fahren und solchen Kram.
Der Grat zwischen gesundem Selbstbewußtsein und schierer Nerverei ist aber - wie so oft - sehr schmal. Oft führt das dazu, daß man alle anderen Leute für komplett bescheuert hält, weil man die eigenen Möglichkeiten als Maß aller Dinge ansieht.
Das erinnert mich an meine Lieblingsszene aus "Morons from outer Space": Eine Kommission verhört die Außerirdischen. Eine Frau schreibt den Dialog auf einer Stenografiermaschine mit. Einer der Außerirdischen schaut sich das eine Weile an und erklärt dann, sie hätten auf ihrem Planeten solche länglichen dünnen Dinger aus Holz, die innen etwas drin hätten, was auf etwas, was sie Papier nennen, Spuren hinterläßt. Und man könnte damit ganz einfach Schreiben. Sie nennen das Bleistift.
Egal.
Heute beim Essen schrie ein Kind irgendwelche sinnlosen Sachen. Man stellte fest, daß das Kind aussähe, als sei es vier Jahre alt und man stellte fürderhin fest, daß es für dieses Alter aber eigentlich besser sprechen sollte. Die eigene Nichte sei zwei Jahre alt und kennen schon 20 verschiedene Autoteile.
Wir hatten gerade über Zylinderkopfdichtungen gesprochen, also warf jemand ein, daß sie sicherlich auch schon eine Zylinderkopfdichtung wechseln könne.
"Naja" hieß es "vom Können her natürlich noch nicht, aber vom Wissen her schon".
Ich selbst habe keine Ahnung, wie man eine Zylinderkopfdichtung wechselt und kann das deswegen nicht beurteilen. Ich bin allerdings froh, daß bei uns die Kinderarbeit verboten ist, ansonsten würden uns diese kleinen hochbegabten Scheißer die Preise total kaputt machen!
Im Walmart, in dem wir essen waren, herrscht Zucht und Ordnung. Verläßt man den Markt durch den Eingang, so blitzt es und blinkt es und düdelt es und eine harsche Männerstimme sagt "Halt! Kein Ausgang!". Sonst passiert aber nichts.
Die Damen an der Information sehen genervt auf. Kunden drehen sich gelangweilt um und man selbst spaziert völlig unbehelligt und fröhlich in die Freiheit.
Damit ist dieser automatische Knallcharge wohl ebenso sinnvoll, wie diese tollen Auto-Alarmanlagen.
Wenn eine losgeht, dann weiß jeder, daß mal wieder ein falscher Alarm ausgelöst worden ist und alle sind genervt und verfluchen diesen blöden Autobesitzer und seine bescheuerte Alarmanlage.
Heute hat für mich der Herbst richtig angefangen, weil es heute zum ersten Mal so richtig schlechtes Herbstwetter war: Es war kalt, es war dunkel und es hat riesige Tropfen geregnet. Alle Autos blenden mich, alle fahren so, als hätten wir Glatteis und ich muß das Auto in die Inspektion bringen.
Ich koche mir jetzt auf jeden Fall erstmal eine Hühnersuppe.

Posted by banana at 06:42 EM | Comments (39)
Oktober 28, 2003
Öder Achterbahntext 2

Die große Überraschung im Six Flags Belgium Park war die Turbine. Die Turbine ist ein Shuttle Coaster, also einer, bei dem man losgeschossen wird und der über keine geschlossene Strecke verfügt. Das Ding ist relativ alt, nämlich von 1981 und wurde von der Firma Schwarzkopf hergestellt.
Die Bahn verzichtet auf jeden überflüssigen Schnickschnack. Man setzt sich in den Wagen, zieht den Schoßbügel zu (hurra! Keine Schulterbügel) und wartet auf den Abschuß.
Sobald es losgeht, raubt es einem Schier den Atem. Innerhalb von 3 Sekunden wird man von 0 auf 80km/h beschleunigt. Da drückt es einen ordentlich in die Sitze und man wünscht sich, es würde noch eine Weile so weitergehen (Top Thrill Dragster, wir kommen!). Man durchfährt einen Looping und fährt dann eine 40 Meter hohe Rampe hoch. Dort kommt der Zug zum Stehen und rollt sofort rückwärts zurück. Zurück durch den Looping, durch die Station und hinten wieder eine 30 Meter hohe Rampe hoch. Von da rollt der Zug zurück in die Station, wo er ziemlich unsanf abgebremst wird.
Was für ein Spaß! Die Fahrt machte so viel Spaß, daß wir tatsächlich wie die kleinen Jungs aus der Station gerannt sind, um uns möglichst schnell wieder anstellen zu können.
Hier wurde sich wirklich auf das Wesentliche konzentriert: Schießen, fahren, rückwärts, anhalten. Und das alles ohne die nervigen Schulterbügel.
Gegenüber vergleichbarer Anlagen hat die Turbine einige wichtige Vorteile:
Beim Vekoma Boomerang wird man nicht losgeschossen, sondern lediglich rückwärts eine Rampe hochgezogen und dann ausgeklinkt. Das macht lange nicht so viel Spaß, wie ein ordentlicher Abschuß. Außerdem hat der Zug für die durchfahrenen Elemente zu wenig Geschwindigkeit, so daß man ordentlich in die Schulterbügel gehauen wird. Ach ja, Schulterbügel hat das Ding natürlich auch.
Bei Superman The Ride ist der Abschuß wirklich nett, der Rest der Bahn ist aber schlichtweg überflüssig. Man wird mal wieder ordentlich gebeutelt und von den Schulterbügeln geohrfeigt. Ach ja, Schulterbügel hat das Ding natürlich auch.
Kurzum: Die Turbine ist absolut zu empfehlen. Und weil sie so bescheuert im hinteren Teil des Parks versteckt ist, ist dort auch sehr wenig los.
Etwas enttäuschend war der Weerwolf, aber wir hatten auch keine wirklich großen Erwartungen in ihn gesetzt. Macht die Fahrt im ersten Wagen wegen der Bunnyhop-bedingten Airtime und den killer-coolen Sofasitzen noch recht viel Spaß, so wird die Fahrt ganz hinten dermaßen bumpy, daß man sich tatsächlich nach der Station sehnt. Der letzte Wagen wackelt wir ein Entenarsch und von Airtime ist nichts zu spüren. Ganz vorne ist die Fahrt ok, Alles andere macht schlicht keinen Spaß. Der Bruder des Weerwolfs, Robin Hood in Six Flags Holland macht viel mehr Spaß und zwar auf allen Sitzen (auch killer-coole Sofasitze).
Die größte Enttäuschung jedoch war der Calamity Mine Mine Train. Keine Drops. Keine Airtime. Große laterale G-Kräfte. Langeweile. Enttäuschung. Lange Wartezeit.
Der Vekoma SLC brachte erwartungsgemäß keine Überraschungen.
Fazit: Wer den Park relativ schnell erreichen kann, der sollte hinfahren, allein wegen der Turbine. Alle anderen sollten lieber nach Six Flags Holland fahren.
Credit Schlampen, wie wir werden natürlich wieder hinfahren, ist doch klar.

Posted by banana at 06:15 EM | Comments (13)
Oktober 27, 2003
Ein bügelfreier Spaß

Manche Leute haben ein Ego so groß, daß man sich wünscht, sie würden eine Reise zum Totalen Durchblicksstrudel gewinnen, damit sie mal endlich ihre neunmalkluge Fresse hielten.
Die Leute denken tatsächlich, daß das, was sie den ganzen Tag und die ganze Nacht über so absondern, irgend jemanden interessieren würde.
Tut es aber nicht. Sie merken das nicht, aber ihr Unterbewußtsein bekommt es mit und schickt vorsichtige Signale an ihr Großhirn. Vorsichtige Signale, damit der Schock nicht allzu groß wird, wenn sie merken, wie irrelevant sie und ihre Worte eigentlich sind.
Doch das Ego ist gut verpackt, vielleicht sind ein paar Physikbücher und Herr der Ringe Bände drum herum gewickelt worden, die alles Erlebte dumpf und unverständlich machen. Vielleicht war die Ehe der Eltern schlecht und sie waren das einzige Kind und nun denken sie, es sei normal, daß alle Welt eine La Ola startet, wenn ein Wortbrocken aus der Ernährungsöffnung plumpst.
Über die Gründe liesse sich lange spekulieren. Die Auswirkung bleibt stets gleich: Sie hören nicht zu und ärgern sich darüber, wenn andere sich das gleiche Recht herausnehmen.
Sie bekommen die Signale, die ihnen ihr Unterbewußtsein schickt auf jeden Fall nicht mit oder sie interpretieren sie fehl.
In wachen Momenten bekommen sie soviel von der Umwelt mit, daß sie bemerken, daß man anderen tatsächlich zuhört. Vielleicht, weil sie interessante Dinge erzählen oder wahre Dinge oder lustige Dinge oder traurige Dinge, vielleicht weil sie hübsch sind oder charismatisch oder weise oder mächtig. Auf jeden Fall etwas, was die Nichtzuhörer nicht sind.
Aber auch das merken sie nicht. Stattdessen fordern sie ein, daß ihnen zugehört wird. Wenn sie merken, daß auch dies bestenfalls zu Mitleid führt, werden sie pampig oder versuch, andere schlecht zu machen oder sich über andere zu stellen.
Äußerst lästig ist das. Lästig, langweilig und ermüdent. Weil es nie aufhört. Weil es zu viele von ihnen gibt.
Oft sind diese Leute sehr stolz darauf, wie erwachsen sie sind. Da kann ich nur mein zutiefst empfundenes Mitleid aussprechen. Sie sind auch sehr stolz darauf, daß sie ernst genommen werden. Wahrscheinlich interpretieren sie die Tatsache, daß in ihrem Beisein jegliches Lachen erstummt so, daß sie ernst genommen werden. Dabei ist jeder froh, wenn Herr Klugscheisser endlich wieder Leine zieht.
Diese Leute haben auch die erfrischende Gabe, Gesprächen eine völig überraschende Wendung zu geben, indem sie etwas sagen, was mit dem eigentlichen Gespräch gar nichts zu tun hat.
Wird ihr Beitrag ignoriert, so stört sie das gar nicht. Sie reden einfach weiter. Derjenige, der am wenigsten sagt wird dann zum Gesprächspartner ernannt, weil sie denken, er höre zu.
Ja, es ist wahnsinnig wichtig, erwachsen zu sein. Es ist auch wahnsinnig wichtig, daß einen alle ernst nehmen. Es ist auch wahnsinnig wichtig, alle Sondermarken des Jahres 1963 zu besitzen. In der einen oder anderen Form.
Interessant wird es, wenn mehrere Leute dieser Gattung aufeinandertreffen. Sind sie alleine, so bricht innerhalb von fünf Minuten der tollste Streit über die nichtigsten Themen aus, denn eine weitere herausragende Charaktereigenschaft dieser Leute besteht darin, daß sie immer Recht haben. Leider sind diese Leute in der Regel nicht gewalttätig, sonst würde es noch mehr Spaß machen.
Sind sie nicht alleine, so wird eine angespannte Diskussion über irgendwelche langweiligen Scheißthemen aufblühen, denn sie denken, es könnte ja jemand zuhören, der dann merken würde, wie wahnsinnig gebildet, erwachsen und intelligent sie sind.
In Wahrheit wissen wir aber doch alle, daß es verdammt selten ist, wenn einem mal jemand zuhört. Vielen Leuten - zum Beispiel mir - ist es sogar höchst unangenehm, wenn jemand zuhört. Sie erwarten, daß etwas tiefgründiges kommen würde, etwas, was hinter der oberflächlichen Fassade steckt. Aber es kommt nichts, weil da nichts ist.
Ich mag auch anderen bei sowas nicht zuhören. Ja, es ist mir sogar zuwider, wenn mir Leute von Dingen erzählen, die für sie wichtig sind, wenn sie mir ihre tiefsten Wünsche mitteilen, ihre Überzeugungen, alles ganz ohne Filter, ganz ohne Rolle, ganz ohne Augenzwinkern, ganz ernst. Ich mag diesen Geruch nicht. Diesen Seelenschweiß. Diese Athmosphäre wenn jemand sich am mir mit seinen Gedanken reibt, ohne daß ich es will. Seelengeruch ohne sich vorher etwas unter die Achseln gesprüht zu haben.
Ich mag das nicht und vor allem nicht, bei langweiligen Leuten, die das dauernd tun.
So, jetzt geht's mir etwas besser.

Posted by banana at 08:17 EM | Comments (24)
Oktober 26, 2003
Mein schönstes Urlaubserlebnis

Sie griff der Dame eben mal in frisch frisierte Haar
und schwäng sie wie ein Hammerwerfen seinen Hammer durch den Markt

Ein sehr schöner Text: Tätowiert von Innen von Erdmöbel. Das "schwäng" irritierte mich zu anfangs, jetzt ist es für mich aber der Höhepunkt des Liedes und ich kann oft tagelang davor nicht schlafen, besonders weil es nach dem "griff" so überraschend konjunktivisch daherspaziert kommt.
Nicht schlafen kann ich normalerweise auch in Hotelbetten, deswegen nehme ich, wenn es irgendwie möglich ist, mein eigenes Kopfkissen mit auf Reisen (nein, meine zwei Kissen Schlaftaktik wird jetzt hier nicht thematisiert, auch wenn das alle immer "total süß" finden. "Total süß" finde ich nämlich total scheiße).
Ich hatte also das Kopfkissen sicher verpackt.
Das war aber auch das einzige, was an der Reise nach Brüssel geplant war.
Wir sind Vertreter der Internet Generation. Leider hinkt die Realität unserer Einstellung noch etwas hinterher.
Das Hotel war reserviert, natürlich online. Der Bestätigungszettel, samt Adresse des Hotels war ausgedruckt und verpackt.
Am Samstag sollte es nach Brüssel gehen. Am Sonntag in den Six Flags Belgium Park.
Brüssel wird ja wohl zu finden sein. Schließlich verfügt man ja über ein Navigationssystem, das man nicht müde wird, über den grünen Klee zu loben.
Die Adresse des Parks hatte ich auch irgendwo gelesen und aufgeschreiben, den Zettel habe ich in Portemonnaie gepackt.
Dann war ja alles klar.
Also morgens von 'No Click' Sven abholen lassen, Brüssel ins Navigationssystem eingespeichert und immer den Pfeilen gefolgt. Kurz vor der Grenze haben wir dann noch vier Liter Vanilla Coke, zwei Pfund Gummischlümpfe und zwei Flaschen Wellness Wasser "Relax" gekauft. Berichten zufolge sei einem nach dem Genuß von einer halben Flasche Wellness Wassers alles sowas von Scheiß egal, daß man schon wieder ein richtig gutes Gefühl dabei habe.
Klasse! Genau meine Flüssigkeit.
Irgendwann waren wir dann im Zentrum von Brüssel, fuhren ins erstbeste Parkhaus und verliessen den Wagen fluchtartig, ohne irgendetwas mitzunehmen.
Eine Karte von Brüssel hatten wird natürlich auch nicht. Eine Vorstellung davon, was wir besichtigen wollten auch nicht und nach einer Weile waren wir uns auch gar nicht mehr so sicher, wo wird das Auto eigentlich abgestellt hatten.
Ich wußte, daß ich mir das Atomium gerne ansehen wollte, aber wo das zu finden war, das wußte ich natürlich nicht. Auf den Karten an der U-Bahn war es auch nicht eingezeichnet.
Welch rückständige Welt! Gebe es überall drahtlose Internetanbindung, so hätten wir schnell das Notebook rausgeholt und uns über Brüssel und insbesondere das Atomium etwas informiert. Aber das gibt es natürlich noch nicht.
Wären wir etwas schlauer gewesen, so hätten wir das zur rechten Zeit getan.
nach ca. vier Stunden hatten wir die Brüsseler Innenstadt weitestgehend abgelaufen, hatten etwas gegessen, das Auto wiedergefunden und wollten nun gerne das Atomuim sehen, wenn wir schon Männeken Piss nicht gefunden hatten.
Also das Navigationssystem bemühlt, "Atomium" eingegeben und siehe da: Es gibt einen Platz, der nach dem Ding benannt ist. Geht doch auch ohne Karte!
Als wir dort ankamen, war es dunkel und wir tollten ausgelassen um das Milliardenfach vergrößerte und stimmungsvoll beleuchtete Eisenmolekül herum. Wirklich ein tolles Ding! Mein lieber Herr Gesangsverein. Da haben die sich nicht lumpen lassen!
Es war ungefähr 9 Uhr, unsere Füße taten weh und die Äuglein wollten uns schier zufallen. Wir freuten uns auf unsere kuscheligen Betten und ein paar gehörige Schlucke Wellnesswassers, da wir beide auch total Bock auf Wellness hatten.
Die Fahrt zum Hotel war natürlich kein Problem. Leider war die Straße des Hotels nicht im Navigationssystem zu finden, aber Holsbeek konnte ja nun nicht sooo groß sein. Die Anfahrtbeschreibung hatten wir natürlich nicht ausgedruckt. Schließlich haben wir ja ein Navigationssystem.
Als wir dann eine halbe Stunde später in Holsbeek waren, stellten wir fest, daß es doch größer war, als vermutet und daß der Ort nach allem, nur nicht nach einem Formule 1 Hotel aussah. Erschwerend kam hinzu, daß auf der Reservierungsbestätigung eine französische Adresse stand, das Navigationssystem aber nur flämische Straßennamen kannte.
So fuhren wir munter durch die Ortschaft, wie weiland die Polizei durch Uhlenbusch. Um viertel vor zehn war uns das dann auch zu blöd und wir wollten alternative Lösungswege begehen. Ich las mir nocheinmal die Reservierungsbestätigung durch, las den Straßennamen "De Vunt" und den Satz "legen Sie ihr Reservierungsbestätigung zwischen 17 und 22 Uhr an der Rezeption vor, da die Formule 1 Hotels in Belgien über keinen Check-In-Computer verfügen." Hui. Das war aber eine Überraschung! Und es brachte ein ganz neues Tempo in die Angelegenheit.
Mitten in der Pampa, ohne nennenswerte Sprachkenntnisse, ohne Anhaltspunkte, 15 Minuten vor Torschluß. Welch eine Motivation. Das Wellness Wasser war zu diesem Zeitpunkt fast vergessen.
Ach ja, ich glaube, hier setzte dramaturgisch korrekt der Regen ein.
Hektisch schraubten wir beide am Navigationssystem herum, könnten keine auch nur entfernt an "De Vunt" erinnernde Straße finden und waren ziemlich nervös.
"Ich dachte, Du hast einen Witz gemacht, als Du das mit dem Check-In vorgelesen hast."
"Ich mache nie Witze."
Die Stimmung war etwas gereitzt.
Nach einigen McGuyver Gedenkminuten kamen wir dann auf die Idee, mal den Nachbarort Leuven nach Vuntsmässigen Straßen zu durchsuchen.
Holla! Es gab eine Vuntslaan.
Sie war unsere letzt Hoffnung. Zehn Minuten hatten wir noch. Die Vuntslaan war 7.8 km entfernt.
So rauschten wir durch das nächtliche Belgien und sprachen kein Wort. Die einzige, die sich traute, etwas zu sagen, war die Dame vom Navigationssystem.
"Die hat nie schlechte Laune" bemerkte ich mir anzumerken, erntete aber nur Schweigen..
Als wir um drei Minuten vor Zehn noch zwei Kilometer von der Vuntslaan entfernt waren, entdeckten wir schließlich einen Wegweiser zu unserem Hotel. Filmreif wurde der Wagen gewendet und um eine Minute vor zehn lag unsere Reservierungsbestätigung auf dem Tresen des Portiers, der sich bereits die Jacke übergeworfen hatte.
"Just in time" sagte er, ohne sich Mühe zu geben, freundlich zu sein.
Um fünf nach Zehn verließ er dann das Haus und mit ihm jede Chance, ein Zimmer für die Nacht zu bekommen. Das war wirklich äußerst knapp.
Wir stießen mit Wellnesswasser auf unser Glück, unsere Coolness und das Navigationssystem an.
Was wir daraus gelernt haben? Ich schätze mal nicht viel. Hat doch alles geklappt und das Männeken Piss soll ja auch nur ganz klein sein.

Posted by banana at 09:53 EM | Comments (23)
Oktober 23, 2003
Braucht keiner zu lesen, heute

Die Top 20 bei Haribo Beutelware werden angeführt von den guten alten Goldbären. Sie sind mit den Jahren etwas blasser geworden, schmecken aber immer noch lecker, sind der Klassiker und immer eine gute Wahl, wenn's um den Gummiwarenkauf geht und man keine Experimente machen möchte. Ich bin mit dem ersten Platz also einverstanden.
Dann hört es aber auch schon auf, denn auf Platz zwei folgt Color-Rado. Wie bitte?
Ja, dieser rote Beutel, indem zusammengeworfen wurde, was nicht zusammen gehört: Leckere Gummifrüchte, herbe, feste Lakritze, erträgliche Früchte mit Miniperlenüberzug und dieses ... Lakritzkonfekt. Ja, ich meine das Zeug, das immer bleiern in der Tüte liegenbleibt, wenn alle anderen Leckereien aus der Tüte schon längst weggefuttert sind. Dieses Zeug, bei dem sich der Verdacht aufdrängt, daß der Hersteller und Haribo irgendwo noch eine Leiche im Keller haben.
Es gibt zwei Formen: Pappmaché rund mit Lakritzfüllung und Wildleder eckig, in drei Lagen. Ich hoffe, daß das bunte Zeug Kokos ist, aber ich bin mir da nicht ganz sicher. Vielleicht ist es auch ein anderes Trägermaterial für den Farbstoff. Es wird beim Kauen immer mehr und der fasrige Brei setzt sich bei guter Passung in die Zahnzwischenräume, um von der beigefügten Lakritze gleich danach bequem in die lauschigen Zahnfleischtaschen verfüllt zu werden.
Egal, das Lakritzkonfekt ruiniert für mich die ganze Color-Rado Erfahrung und deswegen stehe ich einigermaßen fassungslos vor einem zweiten Platz, den Color-Rado erreicht.
Vielleicht steht es auch nur dort, weil der Herr Gottschalk dafür Werbung macht. Ich weiß es nicht. Dem Konsumenten ist ja alles zuzutrauen, nur kein guter Geschmack.
Auf Platz drei folgt Tropifrutti. Über diese Dinger läßt sich nicht viel sagen, außer, daß ich immer gedacht habe, sie hätten schon etwas zu lange herumgelegen, weil die außen immer so hart sind. Nun waren aber bis jetzt alle Tropifruttis außen so hart und aufgrund der immens großen Grundgesamtheit, die meiner Tests zugrund liegt, gehe ich davon aus, daß es Absicht ist. Aber - sie schmecken nicht schlecht. Nicht mein persönlicher Platz drei, aber ich bin ja tolerant.
Dann folgen vier meiner Lieblinge: Phantasia (ja, die großen Broken mit den blauen Dinosauriern! Weich und groß sind sie und sie duften nach blauen Dinosauriern. Sie bilden im Magen eine schöne Gummisonde, die die nächsten zwei Wochen seicht in der Magensuppe dümeln wird), Happy-Cola (ja, die leckeren Colafläschchen, bei denen man früher immer den Deckel abgebissen hat und gezischt hat. Eigentlich sind Happy-Cola die besseren Gummibärchen), Rotella (Ja, die leckeren Lakritzschnecken. Lakritzschnecken bieten Lakritz (klar), Spiel (Abwickeln und die beiden Stränge auseinanderziehen) und Überraschung (werde ich es diesmal schaffen, die komplette Schnecke abzurollen und beide Stränge ganz auseinanderzuziehen?) und auf Platz sieben finden wir Weinland (ja, die großen Gummikluntscher in verschiedenen Farben, bei denen ich mich schon immer gefragt habe, ob die aufgedruckten Namen der Weinanbaugebiete irgendetwas zu sagen haben und ob da überhaupt auch nur ein einziger Tropfen Wein drin ist).
Platz acht und neun hauen mal wieder voll nach unten durch und bedürfen keines Kommentars: Konfekt (ja, es ist Lakritzkonfekt!) und Mini-Rado (unter diesem Namen hatte ich mir eigentlich eher ein medizinisches Gerät vorgestellt, daß man nur einmal im Jahr benutzen sollte).
Auf Platz 10 folgt dann Primavera: Diese komischen Erdbeeren. Zu denen habe ich keine Meinung.
Meine Haribo Beutelware Top 5 sähen so aus:
1) Happy-Cola (5)
2) Saure Bohnen (20)
3) Rotella (6)
4) Pasta Frutta (18)
5) Quaxi (13)

Sonderpreis (Ehrung für's Lebenswerk): Goldbären

Posted by banana at 06:54 EM | Comments (82)
Oktober 22, 2003
Ride a white pony

Da sitzt man beim Mittagessen und schwatzt und macht Witze. Galgenhumor, der Restverstand baumelt im Hirn herum und schlägt ab und zu eine Seite an, die etwas Humorvolles hervorbringt. Es geht mal wieder darum, wer die Firma denn nun kaufen wird. Die Gerüchte haben wir durch, wir sind bereits beim Brainstorming angelangt.
Nachdem die Namen Ikea und McDonalds gefallen sind, schlägt einer vor, daß uns doch der Besitzer der Imbißbude um die Ecke kaufen könnte. Alle lachen.
Ich finde die Idee gar nicht so schlecht.
Gut, die Imbißbude hat auch ihre Nachteile, ab die hat jede Imbißbude: Es stinkt nach Fett und man bekommt die Frage gestellt, deren Wirkung auf mich in etwa einem Vogonischen Gedicht entspricht: "Rinds oder Brat?" Die Frage wird immer dann gestellt, wenn man eine Currywurst bestellt. Aber ich habe gelernt, damit umzugehen, indem ich immer gleich eine Bratcurry bestellt. Schlau nicht? An dieser Stelle muß ich mich wiedereinmal fragen, wer solche Dinge, wie Currywurst aus einer Rindswurst ißt. Aber es gibt ja auch Leute, die sich Airbrush-Motive auf die Calibra Motorhaube machen. Bei mir kann jeder machen, was er will.
Abgesehen ist die Imbißbude ein kleines Wunderwerk. Das Essen ist nicht zu teuer und einigermaßen lecker (wenn man das von Imbißbudenessen überhaupt sagen kann) und man bekommt den kram richtig zügig.
Das ist das Wunder daran. Die Bude ist voll, zehn Mann stehen drin und haben hunger. 8 haben schon bestellt, die anderen zwei werden vom Kerl hinterm Tresen nahezu aufgefordert, ihre Bestellung aufzugeben. Der Mann hinter dem Tresen gibt die Bestellungen an seine Untergebenen weiter (Ein Döner mit alle, Joghurtsauce, scharf, ein vegetarische Döner ohne Zwiebel, zwei Cheeseburger ohne Tomaten und ein Pils) und dann macht er sich auch schon daran, das Geld einzutreiben.
Nach und nach wird dann das Essen in chaotischer Reihenfolge über den Tresen gereicht und jeder ist's zufrieden.
Ich habe keine Ahnung, wie die das machen.
Es sieht nach dem kompletten Chaos aus, es ist laut, alle rufen durcheinander und die Jünger, die zum Essen gekommen sind, stehen stumm und staunen.
Und jeder bekommt genau das, was er bestellt hat. Für den Döner scheinen sie einen Replikator zu haben, denn das geht dermaßen schnell, daß da faule Tricks im Spiel sein müssen. Vielleicht hat er auch seine Seele an irgendwen verkauft.
Der Preis stimmt, der Service ist promt, die Kunden sind zufrieden.
Da wäre es doch gar nicht so schlecht, wenn die uns kaufen würden. Aber wahrscheinlich scheitert's mal wieder am Geld.

Posted by banana at 06:25 EM | Comments (47)
Oktober 21, 2003
I'm like the rain, 'cause I like your thunder

Was mich wirklich total aus dem Häuschen bringen würde, daß wäre, wenn mal etwas wirklich überraschendes passieren würde. Etwas wirklich überraschendes und gutes. Sozusagen eine verdammt positive Überraschung, ohne Haken. Wo nicht zwei Tage später ein Anruf kommt, man habe sich vertan oder man meine das eigentlich gar nicht so.
Es wäre schonmal ein kleiner Lichtblick, wenn mal etwas nicht Vorhersehbares passieren würde. Etwas, daß beginnt und dann plötzlich eine gute Wendung nimmt und mich am Ende nudelsatt und breit grinsend dastehen läßt.
Wenn nicht nur Dinge passieren würden, die sich flau und drohend gelb am Horizont andeuten, sich dann Zeit lassen, beim näherkommen ihre öde Fratze und ihre Berechenbarkeit offenbaren und abdrehen, kurz bevor es interessant wird, um mich ihre ganze Tristesse auskosten zu lassen.
Es deprimiert mich. Mich deprimiert diese Vorhersehbarkeit. Ok, ich schleppe mich auf diese Party, obwohl ich dazu keine Lust habe, aber irgendwie wiegen sechs Stunden Ödnis, Qual und schlechtes Essen dann doch weniger als wochenlange Vorwürfe.
Obwohl Stunden zu Tagen werden können.
Ich weiß es vorher. Ich weiß, daß die Party scheiße sein wird. Ich weiß, daß der Nudelsalat wieder so schmeckt, als wäre er ein für Halloween verkleideter Salzstreuer und ich weiß, daß mir die Musik nicht gefallen wird, weil ich die Interpreten entweder verachte oder ich den intellektuellen Zugang nicht finde und ich weiß, daß mal wieder nicht meine überfällige Traumfrau anwesend sein wird, sondern eine Horde uninteressanter Pärchen mit Gesichtern, die sie sich selbst aus Fimo modelliert haben, die mich unaufgefordert über ihren Nachwuchs, ihre Arbeit und ihre Befindlichkeiten informieren werden.
Ich frage mich dann, ob nicht alle besser dran wären, wenn sie mich nicht einladen würden. Sie hätten einen sauertöpfischen Griesgram weniger in der Multimedia Ecke, der ihnen ihr schickes Bier wegsäuft und ich könnte derweil zu Hause glücklich in farbenprächtige Depressionen verfallen.
Aber nein. Man läd mich ein und ist sogar beleidigt, wenn ich nicht komme. Aber das ist eigentlich ein anderes Thema. Dabei verschenke ich doch auch nur Müll.
Um beim Beispiel der Party zu bleiben: Das wäre eine hervorragende Chance für das Schicksal, mich positiv zu überraschen. Es müßte dafür nichteinmal besonders lange nachdenken, denn die Möglichkeiten liegen auf der Hand: Ein überraschend leckeres Essen, eine neue Platte, die mir gefällt, ein Gespräch über eine interessante psychische Krankheit oder eine nette Bekanntschaft. Es muß ja nichteinmal gleich die Traumfrau sein. Ich will nicht unrealistisch sein.
Aber nein. Fimofressen, Salzsalat und Details über Kinder- und sonstige Krankheiten.
Und das schlimmste ist: ich weiß es schon vorher.
Früher, als wir noch in der Schule waren, da sagten wir immer, daß die Parties, auf die man keine Lust hatte immer die besten werden und irgendwie hat das auch gestimmt. Aber damals haben wir auch Licher Bier getrunken und uns nach jeder Feier den Finger in den Hals gesteckt, damit der Kater nicht so schlimm werden würde.
Wir hatten also von nix eine Ahnung und damals waren eigentlich alle Parties super.
Die Frage, die ich mir stelle und auf die ich keine Antwort habe ist die, inwiefern die eigene Erwartungshaltung und die eigenen Hoffungen und Wünsche das tatsächliche Geschehen beeinflussen. Oder anders gesagt: Würde ich mehr positive Überraschungen erleben, wenn ich nicht so ein verdammt negatives Arschloch wäre?
Mit dieser Frage, die sich der Leser am besten ausdruckt und Sex and the City-mässig über den Bildschirm zieht möchte ich heute schließen. Vielleicht weiß ja jemand die Antwort. Der möge sie bitte auch ausdrucken und den Bedürftigen spenden.
Danke.
Ach - eins noch: wenn ihr Leute mal wieder den Song "Welcome to hard life" sucht: Der heißt nicht so, der heißt "Heartlight" und ist von Kenny Loggins.
Bitte, keine Ursache.

Posted by banana at 07:07 EM | Comments (61)
Oktober 20, 2003
Vater will uns seh'n

Leute, die längere Zeit in der IT Branche arbeiten, die werden mit der Zeit einfach Balla Balla. Nur ganz wenige werden nicht Balla Balla und die arbeiten dann aber auch nicht mehr in der IT Branche.
Kurzum: Man hat es zu einem großen Teil mit komplett Bekloppten zu tun.
Bekloppte, so wie ich einer bin.
Gut, wenn man von der Uni kommt und alles neu und aufregend ist und man sich freut, wenn man eine Dienstreise nach Dinslaken machen kann und alle tolle Englische Begriffe für alles haben und man eine Visitenkarte bekommt, dann denkt man sich "Ui! Ist ja gar nicht so schlecht, dieses 'Arbeiten'". Dann denkt man für kurze Zeit, daß das Leben doch nicht aufgehört hat (Das stellt sich kurz darauf wieder als unwahr heraus, aber das ist ein anderes Thema).
Dann muß man aber aufpassen, damit man nicht zu früh bekloppt wird. Aufpassen, daß man nicht komplett von dem System übernommen wird. Man muß, bildlich gesprochen, wenn man in der Gülle taucht immer noch einen Finger an die frische Luft strecken. Ansonsten ist man ein unerträglicher Nervgünther und man merkt es nichteinmal.
(An dieser Stelle drängt sich natürlich die Frage auf, ob es besser ist, ein unerträglicher Nervgünther zu sein und sich dessen bewußt zu sein).
Dinge, die unerträgliche Nervgünther tun:
- In der Freizeit ständig von der Arbeit reden.
- Sich mit Arbeitsergebnissen brüsten.
- Krawatten mit Bärchen drauf und Krawattennadeln in Handy (sic!)-Form tragen.
- Sachen, wie (sic!) schreiben.
- Völlig ohne Not Englische Begriffe für alle möglichen Sachen benutzen.
- Völlig unpassende Verben im Zusammenhang mit überflüssigen Englischen Worten verwenden.
Ich glaube, ich bin jetzt auch ein Nervgünther. In der Kantine gibt es jetzt die Beilage nicht mehr auf dem Hauptgerichtteller, sonder separat in einer Schale. Weiß der Kuckuck, warum. Ich setze mich hin und sage "Seit die hier die neue Pommes Policy fahren, sind die Portionen auch kleiner geworden."
Da habe ich ein bißchen Angst vor mir selbst bekommen. Mittlerweile geht es aber auch schon wieder.
Nein, ich habe keine Bärchenkrawatte und nein, ich habe keine Krawattennadel.
Eins muß ich an dieser Stelle mal loswerden: Labello ist ein super Produkt! Mein letzter Labello ist jetzt 4 Jahre alt (in Worten: Vier) geworden und man kann ihn immer noch benutzen, ohne daß einem die Lippen weggeätzt werden. Das finde ich toll. Auch farblich hat er sich ganz gut gehalten. Nun, da die Labello-Saison aber wieder anfängt, hielt ich es für angebracht, diesen Jahrgangslippenstift durch eine frische Version zu ersetzten. Es ist keine schöne Vorstellung, sich mit vier Jahre alter Fettpaste über die Lippen zu fahren, obwohl sich das Produkt auch geruchlich sehr gut gehalten hat.
So mußte heute ein neuer her. Der andere geht in den wohlverdienten Ruhestand. Jetzt habe ich einen Kirsch Labello! Der duftet so, wie man denken soll, wie Kirschen duften und hat eine schöne rote Farbe. Nach dem Kauf schmierte ich mir sofort die Lippen ein, als ich jäh an meine Kindheit erinnert wurde.
Da hatten wir rote Bonbonlippenstifte und die färbten die Lippen ganz entsetzlich rot.
Hatte ich einen Weiberlabello erwischt?
Rote Schmierelippen sind ok für einen 6 jährigen Jungen, wenn man aber die 30 überschritten hat, dann wirken sie etwas exaltiert. Es ist nunmal nicht jeder ein Robert Smith.
Natürlich versicherten mir meine Kollegen, daß meine Lippen "total Rot" wären und ich bekam ein heißes Gesicht.
Natürlich waren meine Lippen nicht rot. Die feinen Herren hatten mich bloß veräppelt.
Interessant, nicht?

Posted by banana at 07:12 EM | Comments (56)
Oktober 19, 2003
Was hat Dich bloß so ruiniert?

Es ist kurz nach halb elf. Zwei Herren sitzen in einem American Diner kurz vor Berlin.
Ich wische mir den Mund ab und und lasse die Serviette auf meinen halbleeren Teller fallen. Ich bin satt.
Er ißt konzentriert weiter.
Nach einem großen Schluck Weizenbier sage ich "Bei den Frauen ist das irgendwie anders."
"Was denn?" fragt er kauend.
Ich drehe das Glas nachdenklich in der Hand und sage "Die beschließen einfach was und dann ist das auch einfach so."
Er schaut fragend, weil der den Mund zu voll hat, um etwas zu sagen.
"Ja" sage ich" so gefühlsmässig. Die sagen Dir an einem Tag, daß sie Dich lieben und Furz und Feuerstein und dann denken sie über die ganze Sache nach und finden, daß das irgendwie nicht mehr paßt, daß es keinen Sinn mehr macht und dann wirst Du abgeschossen. Endstation. Da hilft alles Flehen und Schwören nichts, da hat man keine Chance mehr. Das ist da eher 'ne Verstandssache."
Er sagt nichts. Das macht nichts, denn auf Gesprächspartner bin ich nicht angewiesen.
"Ich könnte das nicht." fahre ich fort "Mit dem Kopf. Das kann man doch nicht steuern, wann's anfängt und wann's vorbei ist."
Er legt das Besteck auf den Tellerrand und sagt "Naja, manchmal lebst Du halt so vor Dich hin mit der Partnerin, so alltagsmäßig und dann kommst Du mal zur Ruhe und denkst mal in Ruhe über alles nach und dann merkst Du, daß nichts mehr da ist von dem, was da mal war. Deswegen zoffen sich auch so viele Paare im Urlaub. Normalerweise reden die das ganze Jahr nicht so viel miteinander, wie in den zwei Wochen. Und dann gibt's Zoff."
"Ich weiß nicht." sage ich "Aber die Frauen, die können das einfach so bestimmen, als gäbe es da einen Schalter. Ich versteh' das nicht. Das ist doch eine Sache mit dem Bauch und mit dem Herzen und nicht mit dem Kopf."
Bauch war ein gutes Stichwort. Er ißt weiter.
Ich rede weiter "Am schlimmsten ist es, wenn sich Frauen gegenseitig was einreden. Die steigern sich da so richtig rein. Dann setzen die sich so gegenseitig Flöhe in den Kopf und am Ende des Abends bist du Geschichte und Du weißt es noch nichteinmal."
Er muß lachen.
"Aber Steffi, Sonja, Silke und Sybille wissen es schon." sage ich. Ich bin jetzt fast ein bißchen böse "Wenn Frauen alleine weggehen, dann kommt da nur Mist dabei raus. Das hat mir neulich 'ne Frau gesagt."
Ich gehe auf's Klo. Als ich nichts finde, woran ich mir die Hände abtrocknen kann, fällt mir auf, was ich eben mal wieder für einen gequirlten Mist geredet habe.
Aber das ist egal, denn zwei Herren verstehen sich.
Inzwischen ist auch er fertig mit dem Essen. Ich winke der Bedienung. Als sie an den Tisch tritt, sagt er "Ich hätte gerne noch einmal Milchreis mit heißen Kirschen." Sie nickt und geht.
"Du willst nach der Riesenportion jetzt noch einen Teller Milchreis mit Kirschen essen?" frage ich ungläubig.
"Klar." sagt er "Milchreis kriegst du total selten in Lokalen. Ich liebe Milchreis! Das muß ausgenutzt werden."

Ich habe heute noch ein lustiges Video gefunden. Es zeigt mich mit lustigen Gesichtsverformungen im First Drop der Expedition GeForce. Nein, ich habe keine Zöpfe, sondern das sind Kathis Arme. Und nein, ich muß nicht gleich kotzen. Und ja, es macht verdammt viel Spaß, auch wenn es vielleicht nach dem Gegenteil aussieht.
Die Qualität ist schlecht, aber meine U30 gibt nicht mehr her. Ja, es sollte um 90° gedreht sein, aber ich habe kein Tool, mit dem man Videos drehen kann.
Das Ding ist 216k groß und ist §§a href="http://www.spackonauten.org/images/holidaypark/rokkarokka.mpeg">hier§§/a> zu finden. Viel Spaß. Wer lacht soll lieber selber mal fahren ;o)

Posted by banana at 08:11 EM | Comments (43)
Oktober 17, 2003
Ein Mops kam in die Küche

Ein Mops kahm in die Küche und stahl dem Koch ein Ei. Da nahm der Koch den Löffel und schlug den Mops enzwei.
Da kamen viele Möpse und gruben ihm ein Grab und setzten einen Grabstein, auf dem geschrieben war:
Ein Mops kahm in die Küche und stahl dem Koch ein Ei. Da nahm der Koch den Löffel und schlug den Mops enzwei.
Da kamen viele Möpse und gruben ihm ein Grab und setzten einen Grabstein, auf dem geschrieben war:
Ein Mops kahm in die Küche und stahl dem Koch ein Ei. Da nahm der Koch den Löffel und schlug den Mops enzwei.
Da kamen viele Möpse und gruben ihm ein Grab und setzten einen Grabstein, auf dem geschrieben war:
Ein Mops kahm in die Küche und stahl dem Koch ein Ei. Da nahm der Koch den Löffel und schlug den Mops enzwei.
Da kamen viele Möpse und gruben ihm ein Grab und setzten einen Grabstein, auf dem geschrieben war:
Ein Mops kahm in die Küche und stahl dem Koch ein Ei. Da nahm der Koch den Löffel und schlug den Mops enzwei.
Da kamen viele Möpse und gruben ihm ein Grab und setzten einen Grabstein, auf dem geschrieben war:
Ein Mops kahm in die Küche und stahl dem Koch ein Ei. Da nahm der Koch den Löffel und schlug den Mops enzwei.
Da kamen viele Möpse und gruben ihm ein Grab und setzten einen Grabstein, auf dem geschrieben war.
Man sollte nicht immer versuchen, Erwartungen, die andere an einen stellen, zu erfüllen. Dadurch setzt man sich selbst unter Druck und das ist nicht gut. Druck wirkt der Entspannung entgegen und ist somit unter allen Umständen auf jeden Fall zu vermeiden. Druck drückt die inneren wohlfühlkapilaren zusammen und so kann weniger Glückshormon durch sie fliessen. Test mit Hautärzten haben das bewiesen.
Man muß auch mal komplette Scheißbeiträge schreiben, wenn einem danach ist, so wie heute. Mit Möpsen und Eier und damit meine ich nicht das, was ihr jetzt denkt, ihr elenden Schweine.
Es werden schon genug Ansprüche gestellt, von der Gesellschaft. Da bekommt man vorgeschreiben, wie man sich zu kleiden hat, mit welchen Menschen man reden darf und mit welcher Hand man den Griffel hält.
Davon muß man sich unbedingt frei machen. Frei machen von dem Anspruchsdenken. Der bekannte Behaviourist Robert Lemke stellte die entscheidende Frage: "Welches Schweinderl hätten's denn gern?".
Und schon wieder muß man eine Entscheidung treffen. Es gibt einfach Lebensstationen, in denen es nicht gut ist, eine Entscheidung zu treffen. Entscheidungen verändern den natürlichen Fluß des Weltenstroms. Das ist nicht gut. Denn nur, wenn sich der Weltenstrom sein eigenes Bett suchen kann, dann kann sich etwas wirklich neues entwickeln. Der Weltenstrom wird durch Entscheidungen der Menschen gelenkt und ständig aus seinem Bett herausgezogen. Das ist nicht gut, wenn man ständig aus seinem Bett herausgezogen wird. Tests mit Hautärzten haben das bewiesen. Deswegen entwickelt sich auch nichts neues. Siehe Reformstau.
Und?
Was haben sie denn geantwortet, als der Robert gefragt hat?
"Das Rote", "Das Blaue", "Das Grüne". Sie alle waren konditioniert. Konditioniert darauf, die Erwartungen, die an sie gestellt werden zu erfüllen. Niemand sagte damals "Ich kann mich nicht entscheiden" oder "Keine Ahnung." oder "Scheißegal".
Nein!
Sie alle äusserten den konkreten Wunsch, ein bestimmtes "Schweinderl" zu haben.
Die Leute denken, sie müßten sich erwartungskonform verhalten, nur weil sie im Fernsehen sind.
Es gibt Zeiten, wo man bewußt keine Entscheidung treffen soll, damit mal endlich etwas anderes passiert. Damit die Passierungskeule kommt und mit einem gehörigen Klatschen in den Weltenstrom schlägt, daß es eine Art hat.

Posted by banana at 06:08 EM | Comments (0)
Oktober 16, 2003
The sun goes down alone

Zur Physik habe ich noch nie einen guten Draht gehabt. Einige Grundlagen habe ich allerdings verstanden und zwar wegen der anschaulichen Weise, sie zu erklären. Das verdanke ich meinem Physiklehrer, Herrn G.
Da wäre die Sache, daß Stoffe im gasförmigen Aggegatszustand bei gleicher Masse wesentlich mehr Volumen haben, als in fester Form.
Das ist nämlich deswegen, weil alle Stoffe aus vielen kleinen Teilchen bestehen und je wärmer es wird, desto mehr bewegen sich diese Teilchen und desto mehr Platz brauchen sie auch.
Dieser Zusammenhang wurde uns sehr anschaulich demonstriert.
Wir mußten nach vorne kommen und uns zusammenstellen und gegenseitig festhalten. Wir waren die kleinen Teilchen und es war sehr kalt (Was es mit 0 Grad Kelvin auf sich hat, das bekamen wir später erklärt, aber auch sehr sehr schön). Wir bewegten uns also nicht. So konnten wir ganz nah zusammenstehen und brauchten nicht viel Platz. Wir waren jetzt ein fester Körper.
Dann wurde es wärmer und dann begannen wir uns zu bewegen und zu zappeln. Die Temperatur stieg und stieg und wir bewegten uns immer mehr. Schließlich wackelten wir so heftig rum, daß wir uns nicht mehr gegenseitig festhalten konnten. Jetzt waren wir frei und wir konnten uns noch viel besser bewegen. Natürlich brauchten wir jetzt viel mehr Platz, als vorher, als wir uns noch gegenseitig festgehalten hatten, denn jeder bracuhte ja noch Platz zum rumzappeln. Jetzt waren wir gasförmig.
Das hat uns Herr G. wirklich sehr schön erklärt. Sogar ich kann es mir heute noch merken und ich bin in Physik eine Null. Die ganzen Sachen, die ich später in Physik gelernt habe, die konnte ich mir nicht merken, aber die haben mich auch nie besonders interessiert.
Heute war ein guter Tag! Ich habe heute endlich meine Sammlung von Hanuta Tom und Jerry Aufklebern vervollständigt. Ich habe jetzt alle 24 Motive! Das macht mich sehr stolz. Ich mußte zwar deswegen einen Kollegen etwas einschüchtern, aber entscheidend ist ja immer, was hinten rauskommt und der Mensch verzeiht so gern, weil er sich dann so toll vorkommt. Also muß man den Leuten auch die Möglichkeit zum Verzeihen geben.
Somit ist also alles in trockenen Tüchern.
Blödsinn. Somit ist also alles in Butter.
Nun werde ich auch noch alle Duplo Tom und Jerry Bilder sammeln. Vier Stück habe ich schon. Die Motive sind zwar die gleichen blöden Motive, wie bei Hanuta, aber es steht Duplo drauf, statt Hanuta, was in gewisser Weise ja auch verständlich ist.
Heute habe ich §§a href="http://www.kado.de/home.htm">diesen§§/a> Superladen entdeckt. Da werde ich erstmal ein paar Pfund bestellen. Das klingt alles sehr lecker. Besonders Salzlakritz mit Chilie. Da gibt es sogar Spunk!
Dann habe ich heute noch ein bekanntes Lied umgedichtet. Aber wahrscheinlich kennt mal wieder keine Sau Rodgau, naja vielleicht von den Rodgau Monotones. Man hat aber auch nicht wirklich was verpaßt, wenn man Rodgau nicht kennt.
Rodgau

Rodgau - fremd und geheimnisvoll
Bembel mit gelbem Gold
Kalt wie das Eis

Rodgau - doch wer dich wirklich kennt
Der weiß ein Feuer brennt
Ihn dir so heiß

Gerippte - he - he - he - hebt die Gläser
Gespritzer - ha - ha - ha - du bist schön
En Saure - he - he - he - auf das Leben
Auf dein Wohl Alter he - Alter ho

Rodgau, Rodgau
Nimm die Rippchen in die Hand
Hessen ist ein schönes Land
Ha ha ha ha ha, hey!
Rodgau, Rodgau
Deine Bembel sind so groß
Wo bleibt unser nächster bloß?
Ha ha ha ha ha, hey!
Rodgau, Rodgau
Handkäs' schmeckt wie Kaviar
Äpfel sind zum Trinken da
Ha ha ha ha ha, hey!
Rodgau, Rodgau
Schütt' mir noch'n Äppler ein
Die Gerippten sind zu klein
Ha ha ha ha ha, hey!

und so weiter und so fort.

Posted by banana at 06:43 EM | Comments (42)
Oktober 15, 2003
Ach Schweden, alte Hütte, altes Pferd

Irgendwie habe ich ein wahnsinnig schlechtes Gedächtnis. Es ist nicht so, daß ich mir Dinge nicht merken könnte, sondern eher so, daß mir viele Sachen, die ich schon ettliche Male erlebt habe, vollkommen neu erscheinen.
Im Moment zum Beispiel wundere ich mich, daß es jetzt schon so dunkel ist. Das war doch sonst nicht so? Außerdem ist es jetzt morgens kalt. Beim Ausatmen macht man kleine Nebelwolken. Bei manchen Autos waren sogar die Scheiben vereist und die armen Schweine mußten kratzen.
Ich fürchte, es wird bald soweit sein und man wird Handschuhe und dicke Jacken müssen. Und auch dann werde ich mich wieder wundern, wie kalt es eigentlich ist.
Ich habe mich vor ein paar Monaten über die blöden Fruchfliegen gewundert und ich habe mich heute, als wir in der Mittagspause draußen gegessen haben darüber gewundert, daß keine Wespen angekommen sind, um uns völlig ohne Vorwarnung in die Arme zu stechen.
Alles Dinge, die mir völlig neu vorkommen.
Ich fand es heute morgen auch ziemlich erstaunlich, daß mir nach dem Duschen so fürchterlich kalt war. Noch vor ein paar Wochen bin ich morgens noch ziemlich naß immer in Soldfickerberufskleidung "Hasch mich, ich bin der Frühling" rufend durch die Wohnung gehüpft, um trocken zu werden. Daran war heute nicht zu denken. Ich wäre glatt erforen. So habe ich es bleiben lassen, denn ich folge Douglas Adams, der gesagt hat "Mach' nie etwas, bei dem Du nicht tot erwischt werden willst".
Ach! Es gibt so viele verwunderliche Dinge.
Mit langen Hosen schlafen, weil es sonst zu kalt wäre! Mal was ganz neues. Und es war gar nicht mal zu warm. Mit T-Shirt schlafen! Eine völlig neue Erfahrung.
Ich halte das mal für eine gute Eigenschaft, ebenso, wie meine Fähigkeit, mir selbst Witze zu erzählen. Das klappt nicht immer, aber manchmal komme ich auf Gedanken, die ich wahnsinnig witzig finde und dann lache ich ein bißchen vor mich hin. Die anderen sehen mich dann komisch an oder sagen Sachen wie "schick' mir das auch!", aber das geht ja gar nicht.
Die Manager sind ebay-süchtig. Der eine hatte schlechte Laune, weil das Manikür-Set, daß er versteigert hatte nur einen Euro eingebracht hat. Mal im Ernst: Wer möchte bitte ein gebrauchtes Manikür-Set haben. Aber das nur am Rande.
Ich hatte dem anderen Manager vorgeschlagen, es doch schnell noch zu ersteigern. So hätte er sein Portfolio noch erweitern können, ein neues Alleinstellungsmerkmal haben können, einen Wissensvorsprung aufbauen können und sein Standing verbessern können.
Hans Müller - Manager und Maniküre würde auf der Visitenkarte stehen.
Am Telefon müßte man dann immer nachfragen, ob es um ein fachliches Problem ginge oder um einen Terminwunsch, aber das liesse sich sicherlich verschmerzen. Und alle würden mit gepflegten Nägeln rumlaufen. Aber nicht mir so angemalten Dingern aus dem Nagelstudio. Das haben nur die Kassiererinnen im Supermarkt. Obwohl die ja eigentlich eher sitzen, als rumlaufen.
bna! Schreib' nicht so viel durcheinander, sonst ist Dir morgen wieder schlecht.
Ok, gut.
Manager und Maniküte - da hätte man auch gleich Gesprächsstoff, wenn man die Visitenkarte übergibt.
"Welches Gerät setzten Sie denn ein? Ich habe ja mit dem Nagelblitz 2000 sehr gute Erfahrungen gemacht."
Morgen geht's endlich wieder in normale Büros und raus aus dem bekloppten Großraumbüro. Das Kommissariat wird wieder eröffnet. Endlich. Kommissariat Reloaded. Endlich keine Leute mehr, auf die man Rücksicht nehmen muß, weil sie auch im Sommer in der Daunenjacke rumrennen. Endlich frische Luft. Endlich nicht alle 10 minuten jemand, der haarscharf am Schreibtisch entlangkratzt und meint, er müsse höflich sein und "Morgen", "Tag", "Mahlzeit" oder "Tschüß" sagt.
Ach. Das wird herrlich!
Hat jemand eine Ahnung, wo man schöne Polizeiposter herbekommt? Am liebsten, eins auf dem "Die Polizei, der Freund und Helfer" draufsteht oder "Verbrechen lohnt sich nicht." Einfach mal auf der Wache fragen?
"Nein, nein, Herr Wachtmeister, ich möchte mich nicht stellen. Ich möchte nur bescheiden nachfragen, ob es von Ihrer Firma auch Merchandise gibt."

Nachtrag:
Für DeMessing: Wie versprochen: §§a href="http://www.spackonauten.org/images/indiehosegemacht.jpg">Hier§§/a> und §§a href="http://www.spackonauten.org/images/indiehosegemacht2.jpg">hier§§/a>.
Dabei habe ich auch noch ganz zufällig eines meiner §§a href="http://www.spackonauten.org/images/theboxer.jpg">Lieblingsbilder§§/a> gefunden.

Posted by banana at 07:31 EM | Comments (17)
Oktober 14, 2003
6 am day after christmas

Heute: Fragen, die ich nie stellen werden: "Wie lange ist eigentlich eine offene Flasche Rotwein haltbar?"
Ich bin genervt. Ich bin sogar sehr genervt. Ich bin sogar extrem sehr sehr genervt. Wenn Genervtheit riechen würde, dann wäre ich Chanel No. 5. Mist. Metaphern sind wirklich nicht meine Stärke.
Wie kommts? Mag sich jetzt der geneigte Leser fragen.
Arbeiten im Großraumbüro hat seine guten und seine schlechten Seiten. Die guten Seiten sind zum Beispiel, daß es immer was zu gucken gibt, daß man mehr mit den Kollegen spricht (ach nein, das heißt ja 'kommuniziert'), daß die Papierflieger besser fliegen und daß man viel längere Strecken auf dem Bürostuhl im Rollen zurücklegen kann.
Zu den negativen Seiten gehört, daß man zum Beispiel nicht Seles-Telefonieren spielen kann, daß 30 Menschen 30 verschiedene Lieblingstemperaturen haben und daß ein dem blinden Aktionismus verfallener Haufen kopfloser Irrer seit über einer Woche bruttoregistertonnenweise Möbel hin und herschiebt. Mitten durch's Büro. Mit den bewegten Möbeln könnte man die ganze Ukraine möblieren. Wenn die ganze Aktion wenigstens koordiniert wäre, dann wäre das ja noch im Rahmen des Erträglichen. Ist es aber nicht. Jedes Möbelstück wird mindestens drei Mal hin- und hergefahren, nach dem Motto "Chairborg - Reisen für Möbel" . Die Möbelschieber scheinen sie jeden Tag auf der Hanauer Landstraße aufzugabeln. Keine Ahnung, aus welchem Teil der Erde die stammen, "Scheiße" können sie aber alle sagen.
Ihre komischen Möbelschiebewagen haben sie aus Russischen Armeebeständen aquiriert. Im Dienst der Armee haben sie schon mit Marmor und Schutt beladen ganz Sibierien durchrollt, wobei die Räder alle eine Unwucht bekamen. Jedesmal, wenn sie mal wieder etwas vorbeischieben ("Huhu! Ich bin's! Das Whiteboard! Wir kennen uns doch von gestern! Bis morgen dann!") dann zittert und bebt die Erde, daß es einem Angst und Bange wird.
Die Wagen sind so diletantisch gepackt, daß gerne mal das eine oder andere Teil unter lautem Scheppern und Krachen hinunterfällt. Dann stönen alle genervt auf und blicken den Möbelschieber mit finsterem Blick an. Dem ist das dann hochnotpeinlich und er stapelt den Müll wieder auf seinen Armeetransporter. Er lernt aber nichts draus. Bald fällt das nächste Teil krachend zur Erde.
Und alle schauen sie auf meinen Fernseher, weil ich so einen doofen Platz habe. Ich komme mir vor, wie der Informationsschalter. Da hätte ich auch Messehostess werden können.
Wenn die Leute das wenigstens richtig machen würden. Ein Mann schiebt einen Möbelwagen. Viele viele hintereinander. Aber nein. Einer schiebt, einer läuft vorne Weg (ist zum ersten Mal im Leben Chef und genießt das, macht es aber scheiße) und zwei flankieren den lustigen Umzug. So, als gelte es, die wertvollen Möbel gegen Plünderer zu verteidigen.
So ist's ein munteres Gestapfe und Geschiebe den ganzen Tag und ich kann mich nicht konzentrieren. Schockschwerenot!
Am Donnerstag ziehen wir endlich um! In normale Büros! Heureka. Dann wird wieder das Kommissariat gegründet. Mal sehen, ob die Polizei Poster mit "Di Polizei, Dein Freund und Helfer" noch verschickt. Das würde sich sehr gut machen, im Kommissariat.
Aus: Amerikanische Kollegen sprechen mit bna. Heute: Freunde
bna: Hi Ted! Look, this is Mr. Spoon and this is Mr. Stapler
(zeigt auf einen Löffel und einen Hefter, auf die er Gesichter gemalt hat.
ak: Es freut mich zu sehen, daß Du Freunde auf der Arbeit hast.

Pah! Das ist der gleiche, der mir schonmal vorgeworfen hat, die Vertuntung würde voranschreiten...

Links: Mr. Spoon, Rechts: Mr. Stapler. Daneben: Der Anti-Blue Screen Stein.

Posted by banana at 07:39 EM | Comments (16)
Oktober 13, 2003
Going nowhere fast

Es ist soweit. Das Ende ist nah. Irgendwann fährt Gott mal für vier Wochen in Urlaub, erholt sich, bekommt mal wieder den Blick für die wirklich wichtigen Dinge im Leben und dann kommt er ganz entspannt aus dem Urlaub zurück und besieht sich, was aus seinem Machwerk geworden ist. Dann beschaut er sich zum Beispiel Deutschland und sieht, daß es dort solche feinen Auswüchse, wie "Bistrorant" gibt und "Imbisstro" und dann wird er mit dem Kopf schütteln, "what the fuck" sagen und die Erde in die Große Graue Tonne treten.
Das war jetzt nur ein Beispiel es kann auch einer der Millionen anderen Auslöser sein. Zum Beispiel "Losing my Religion" in der Version von den Preluders oder "Blaue Augen" in der Version von Blümchen.
Oder er könnte feststellen, wie viele Autos mit diesen beknackten immer gleichen Window-Color Motiven rumfahren.
Oder er beschaut sich mal die Autos und guckt, wer da so alles "an Bord" ist (obwohl mein Kollege standfest behauptet, daß die Dinger die anderen Verkehrsteilnehmer dazu bewegen, daß sie vorsichtiger fahren. Bei mir trifft das nicht zu. Mich machen die Dinger nur aggressiv. Ich persönlich bin dafür diese Aufkleber durch "Ich habe gefickt" Aufkleber zu ersetzen). Spätestens dann setzt es GGT. *twäng*. Nächster Versuch... Chantal und Leon. Oder Luka und Sybyll. Man kennt das.
Ich hoffe für uns Mitmenschen aber, daß Gottes Blick nicht zuerst auf das Auto fallen wird, das ich gestern gesehen habe. Da waren auch zwei kleine Erdenmenschen "an Bord". Unter den beiden Aufklebern war aber noch ein dritter Aufkleber, der mich darüber aufklärte, daß es sich bei den beiden Balgen und Zwillinge handelt. Das war für mich eine sehr wichtige Information. Ich hoffe, daß dieses Beispiel Schule machen wird und daß wir noch mehr interessante Datails aus den uninteressanten Leben dieser Menschen erfahren werden.
So eine Heckscheibe ist groß. Da kann man noch mehr Fakten unterbringen. Größe, Haarfarbe, Gewicht, Farbe der Augen, Allergien (ganz wichtig!), Beruf, den sich der Vater für die kleinen usgedacht hat und so weiter. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig!
Was bitte bringt einen Menschen dazu, da noch so ein Zwillinge Schild drunter zu bappen. Naja, wer vor einem "an Bord" Aufkleber nicht zurückschreckt, der macht auch vor einem Zwillinge-Schild nicht halt.
Wenn Gott als erstes dieses Auto sieht, dann gnade uns Gott!
Ich persönlich bin ja verdammt froh, daß ich demnächst keine Führerscheinprüfung machen muß. Ich habe nämlich eklatante Lücken, was die Straßenverkehrsordnung angeht. Nein, es geht nicht darum, wieviele Meter vom Scheitelpunkt einer Kurve entfernt man Parken darf. Es geht auch nicht darum, wie weit von einem geschlossenen Bahnübergang entfernt ein LKW außerhalb einer geschlossenen Ortschaft anhalten muß. Es sind viel wichtigere Dinge, die ich nicht weiß, nämlich:
Wie schnell darf ich auf zweispurigen (also zwei in jede Richtung) Bundesstraßen fahren (120?) und
Wenn ich eine durchgezogene Linie und eine gestrichelte Linie in der Fahrbahnmitte habe, muß dann die gestrichelte Linie auf meiner Seite sein, damit ich sie überfahren darf oder auf der anderen Seite?
Bitte helft mir, damit ich endlich wieder mit Polizistinnen ausgehen darf, ohne mich verfolgt zu fühlen.

Posted by banana at 07:11 EM | Comments (89)
Oktober 12, 2003
Danke Jenson, danke Taku!

Ein neuer Strafzettel. Wie unnötig, der alte war doch noch gut! Wegen überhöhter Geschwindigkeit. Ich sollte es aber auch langsam wirklich wissen. Es ist ein weißer Opel Omega Kombi und er steht auf der rechten Straßenseite. Das kann doch nicht so schwer sein. Schließlich gibt es derartig häßliche Autos wirklich selten.
15 Öre weg. Sehr ärgerlich.
"Langen, eine Stadt für alle Menschen" steht auf dem Umschlag.
Ich halte das für unangemessen. Nun habe ich generell nichts gegen Zentralisierung, aber allein von der Fläche her hätten wir hier niemals den Platz. Ganz zu schweigen von der Infrastruktur. Ich bin auch nicht willig, in meiner Wohnung mir völlig unbekannte Menschen aufzunehmen. In meiner Wohnung wohne nur ich und das ist auch gut so.
Gute Claims sind wirklich Glückssache. Bei der Bürgermeisterwahl in meiner Heimatstadt stand der Herr Luft zur Wahl. Geworben wurde mit dem Claim "100% Luft". Auch nicht wirklich gelungen. Ich bin mir aber ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob man das nicht mit Absicht gemacht hat. Aber es ist immer sehr riskant, anderen Leuten Humor und fähigkeit zur Selbstironie zu unterstellen. Ich selbst bin davon vollständig abgekommen.
Gestern ging's mal wieder auf die Achterbahnen dieser Erde. (Wer Interesse hat, §§a href="http://www.spackonauten.org/holidaypark.html">hier (1.4MB)§§/a> habe ich ein paar Bilder hingepackt. Es ging damit los, daß mir eine sehr nette Frau am Eingang eine Ehrenkarte schenkte und ich kostenlos in den Park kam.
Der Rest des Tages war auch gut.
Leider konnte ich Robert 'The Hero' und J 'The Knife' nicht zu mehr als vier Fahrten auf der Expedition Geforce überreden, aber nächsten Wochenende geht's wieder mit 'No Click' Sven da hin und dann wird wieder das Kreuz geschunden.
Interessant ist es auch, wenn man die 70 Meter den Free Fall Tower hochgezogen wird und der Kerl rechts neben einem leichte Panikattacken bekommt. Das Problem ist, daß man unterwegs nicht mehr aussteigen kann, auch wenn man sich das sehr stark wünscht. Besonders interessant ist es dann, wenn einem selbst das herz schon in der Unterhose hängt.
Scheiße, ist das hoch!
Wer hatte eigentlich die bescheuerte Idee, hier mitzufahren?!
Oh Gott!
Nee!
Scheiße

Wenn man dann fällt, dann ist es sehr sehr ruhig. Man ist damit beschäftigt, sich sein Leben nocheinmal anzuschauen. Dazu hat man zweieinhalb Sekunden Zeit.
Ansonsten habe ich wenig Zeit. Ich muß mich um meinen neuen GameCube kümmern und die Geister aus Luigi's Mansion heraussaugen.

Posted by banana at 08:00 EM | Comments (34)
Oktober 10, 2003
E ho travato l`invasor

Das Beste am Herbst ist, daß man endlich wieder im Mantel durch die Gegend stapfen kann. Mäntel sind überhaupt die überlegenen Kleidungsstücke. Man kann sie schön um den Körper wickeln, wenn man mit Leuten nicht reden will, dann kann man wichtig mit den Rockschößen flatternd an ihnen vorbeirauschen und Mäntel haben viele geräumige Taschen.
Gerade die Taschen sind sehr wichtig. Man kann Unmengen von Gegenständen hineinschieben, ohne, daß es aufträgt.
Gerade für Geheimagenten ist das eine Eigenschaft, die für die tägliche Arbeit nicht zu unterschätzen ist.
Ich persönlich ziehe eine größere Waffe diese mickrigen Dingern in jedem Fall vor. Die größeren Kaliber sind einfach ehrlicher und viel einfacher zu putzen. Aber das macht ja zum Glück Mercedes.
Leider kann man diese Dickwummen im Sommer praktisch gar nicht einsetzen, weil man sie nicht verstecken kann, in der Geheimagentenbadehose, so daß man auf Messer, Wurfpfeile, Raketenuhren und die Handkanten angewiesen ist. Gar nicht schön. Der Sommer ist nicht meine Saison. Ich bin ein Wummenagent, da läuft nichts ohne Schießeisen. Diese neumodischen fernöstlichen Sachen, die liegen mir überhaupt nicht. Dieser Ninja Scheiß und Kung-Fu Mist und so. Mäntel im Sommer wirken auffällig, solange man nicht Neo ist, aber den gibt es ja gar nicht.
So bekomme ich im Sommer meistens Aufträge, bei denen ich niemanden abmurksen muß. Das ist mir ganz recht, auch wenn sie schlechter bezahlt sind.
Jedes Jahr bekomme ich ein neues Prachtstück von einem Mantel.
Für diesen Herbst hat mir Q einen ganz besonder feschen Paletot geschneidert.
Ich präsentiere mich in einem regendichten, mattglänzenden, knielangen Stück aus Superstoff in der aktuellen Herbstfarbe Dunkelgrau. Natürlich komplett von vorne bis hinten total kugelsicher und mit eingestepptem Splitterschutz aus Kevlarplatten. Ich habe ihn gestern schon Mercedes angezogen und ein bißchen draufgeballert. Er hat gehalten! Aber trotzdem: Vertrauen ist Kontrolle und gut ist besser! (erstes Geheimagentengesetz) Das Monocoque ist wasserdicht bis zu 50 Meter und ist nur sehr sehr schwer zu verknautschen (praktisch knautschfrei). Er hat sehr viele Taschen, von denen einige mit Magnesiumreißverschlüssen gesichert sind (doppelte Sicherung im Innenbereich durch Zahlenschlösser) und drei Ersatzknöpfe in den Größen Din A4, Din A5 und Extra Large.
Bei einem Test habe ich gestern herausgefunden, daß in die rechte Innentasche acht Snickers passen (wenn man ein wenig drückt). Alaska Boy bleibt darin bis zu zwei Stunden gefroren. Das sind doch Werte, mit denen man sich hinter anderen Kleidungsstücken nicht zu verstecken braucht!
Natürlich hat der Mantel auch eine Selbstzerstörungsfunktion, die aktiviert wird, wenn man ganz doll am obersten Knopf zieht. Darüber hinaus verfügt er über zwei Rückstrahler auf dem Rücken, damit ich auf dem Weg zur Arbeit nicht überfahren werde. Die Leute rasen ja heutzutage, wie die Bekloppten. Kaum zum aushalten ist das! Total irre!
Obwohl der Mantel mit sehr viel technischem Schnick-Schnack ausgestattet ist, wie zum Beispiel einem MP3 Player mit Bluetooth, wiegt er nur 15 Kilo und sieht trotzdem noch total flott aus.
Den Stoff kann man auskochen, so daß daraus ein leckeres Süppchen wird, wenn man zum Beispiel mal vergessen hat, was einzukaufen oder wenn man in Gefangenschaft ist oder unverhofft mal Besuch vorbeikommt.
Das schönste Feature ist aber der Geheimagentenanstecker, den man wahlweise vorne oder hunten festmachen kann. Da steh' ich total drauf!
Ach, ich liebe meinen Job!

Posted by banana at 07:21 EM | Comments (5)
Oktober 09, 2003
Vollwaise ist kein Adjektiv

Ein Klassiker, der niemals aussterben wird (leider leider): Rollkragenpulli mit Sacko und Stiefeletten. Kann den Leuten mal einer eine Entgiftung und einen Spiegel spendieren?
Drei Chinesen mit dem Kontrabass
saßen auf der Straße und erzählten sich was.
Da kam die Polizei und fragt: "Was ist denn das?"
Drei Chinesen mit dem Kontrabass.

Das Lied sang ich heute im Büro. Daraufhin sagte ein Kollege, daß das ein rassistisches Lied sei.
Der Text ist in der Tat ziemlich merkwürdig, aber ich glaube nicht, daß er rassistisch ist. Der Text wird viele Fragen auf.
Nur in der gebotenen Kürze: Wieviele Kontrabässe? Einer oder drei? Wenn sie einen Kontrabass dabei haben, wieso spielen sie dann nicht darauf (sie erzählen sich ja nur "was"). Wieso kommt die Polizei? Kamen sie einfach nur so vorbei oder wurden sie gerufen (z.B. wegen Lärmbelästigung). Wer gibt die Antwort "Drei Chinesen mit dem Kontrabass" (letzte Zeile).
Rassistisch ist der Text nur für denjenigen, der Böses denkt. Man könnte zum Beispiel denken, daß die Polizei einfach so vorbeigekommen ist und sich gedacht hat "den drei Schlitzaugen, denen machen wir jetzt die Hölle heiß" dann könnte man sich auch vorstellen, daß sie "Was ist denn das?" mit einem süffisanten Unterton gesagt haben. Aber das wären alles böse Unterstellungen, die in einem Kinderlied nichts zu suchen haben. Pfui pfui!
Das hier ist auch ein sehr merkwürdiger Text:
Maikäfer flieg.
Dein Vater ist im Krieg.
Die Mutter ist im Pommerland,
Pommerland ist abgebrannt.
Maikäfer flieg.

Und ein sehr grausamer, noch dazu! Der arme vollwaise Käfer! Wo soll er denn bitte hinfliegen, der arme Maikäfer? Was machen Maikäfermänner im Krieg? Zu Supper verkocht werden? Welches Schicksal hat die arme Maikäfermutter erlitten? Ist sie tot?
Dann gibt es noch das Hypochonderlied:
Häschen in der Grube
Saß und schlief
Saß und schlief
Armes Häschen bist Du krank, daß du nicht mehr hüpfen kannst?
Häschen hüpf! Häschen hüpf! Häschen hüpf!

Was für ein Blödsinn. Nur weil man so fertig ist, daß man sogar schon im Sitzen schläft, soll man gleich krank sein. Kann man denn nicht mal in Ruhe pennen, ohne dauernd rumhoppeln zu müssen?
Das wird bestimmt von der Frau vom Häschen gesungen, die will das arme Häßchen zur Arbeit antreiben. An seinem wohlverdienten Feierabend. Eine Frechheit ist das! Ich bin empört!
Aber das bescheuertste Kinderlied von allen ist "Widdewiddewenne heißt meine Putthenne".
Dazu fällt sogar mir nichts ein. Da waren eindeutig Drogen im Spiel.
Ach, da fällt mir noch was ein! Bei dem Lied
Ein kleiner Matrose umsegelte die Welt
Er liebte ein Mädchen, das hatte gar kein Geld
Das Mädchen mußte sterben und wer war schuld daran?
Der kleine Matrose in seinem Liebeswahn

Da wollte ich schon immer mal die näheren Umstände des Todes des Mädchens erfahren. Sachdienliche Hinweise?

Posted by banana at 06:20 EM | Comments (29)
Oktober 08, 2003
Vacation is not a verb

Ich kriege noch die Pauschalkrise. Den ganzen Tag rollen irgendwelche Typen Möbel durch das Büro. Ich komme mir vor, als wäre ich bei "Am laufenden Band" gelandet.
...Schreibtisch... Kleiderständer... Bürostuhl... Sideboard... Besprechungstisch... Drucker...
Im Büro geht's zu, wie im Taubenschlag. Nächste Woche wird wieder umgezogen. Umziehen ist wichtig, denn Stillstand ist Stillstand und eine Luftveränderung kann nie schaden. Außerdem bin ich schon fast ein paar Monate in diesem Büro und das kann ja wohl nicht sein. Man wächst ja sonst fest.
Ich hoffe, daß sich die hohen Jungs, die jetzt in's Großraumbüro ziehen schön im Winter den dicken Arsch abfrieren.
Habe ich auch gemacht. Sollte man mal erlebt haben.
Ansonsten habe ich wohl ziemlich viel unsortierten Gedankenmüll in meinem Kopf. Alles aufgetürmt irgendwo hinten in einer Ecke des Kopfes, die ich mit gutem Gewissen als miese Gegend bezeichnen könnte. Muffig und schmutzig ist er, der Gedankenmüll, roh und unverarbeitet. Ich bewege meinen Kopf nur sehr vorsichtig, damit der Kram nicht an die Stellen der Kopfes rutscht, die ich regelmäßig benutzte.
Der Umgang mit dem Gedankenmüll ist eine Frage der Übung. Mit der Zeit habe ich das gelernt. Ich meide die Gegenden des Hirns. Ich halte mich dort einfach nicht mehr auf. Ich schaltete die Beleuchtung ab und steckte mir Warnschilder in den Kopf, die zum Umkehren mahnen, wenn sich meine Gedanken dann doch mal verirrt haben.
Ich vermisse die Gegend nicht sonderlich. Warum sollte ich etwas vermissen, daß mir Pein zufügt?
Kommt ein neuer Gedanke und betritt die Rezeption, so weiß ich natürlich gleich, was das denn für einer ist. Natürlich bin ich freundlich und verbindlich ("Na, Du bist ja ein ganz Feiner!"). Sobald er zutraulich geworden ist und hechelt, drücke ich den Knopf und der Junge sausst durch die Falltür direkt zu den anderen Arschlöchern.
So geht das jetzt schon einige Jahre ohne Probleme. Rein immer, raus nimmer. In der letzten Zeit jedoch verspüre ich so ein taubes Drücken hinten im Schädel. Das müssen die unverarbeiteten unliebsamen Gedanken sein. Es sind wohl zu viele geworden. Die Magazine sind gefüllt. Es wird eng dort, der Bruch droht und ich habe keine Lust, dort nach dem Rechten zu schauen.
Ich merke es immer schlimmer in den Nächten, in denen ich nicht schlafen kann. Ich nicke kurz ein, werde dann wieder wach und verbringe die Nacht im Dämmerzustand. Der Traum war dann meistens kurz, aber unangenehm genug, um mich auf die falsche Fährte zu locken. In letzter Zeit kommen oft Menschen im Traum vor, die schon tot sind. Die leben dann auch weiter, wenn ich wieder wach bin und ich schlafe noch zu sehr, um mich darüber zu wundern.
In der miesen Gegend wittern die Unverarbeiteten ihre Chance und quillen aus dem Dunkel hervor fangen an, meinen Verstand aufzufressen.
Am nächsten Tag bin ich müde, verkatert und übellaunisch.
Früher war das nicht so. Früher habe ich mich noch mehr angestrengt mit dem Denken. Da habe ich über alles nachgedacht, was passiert ist. Habe mich zu den Neuankömmlingen gesetzt, einen Krapfen mit ihnen gegessen und sie von allen Seiten beschnuppert. Dann habe ich ihnen die Hand geschüttelt und ihnen ihren Platz angewiesen. Der Haufen mit den Unverarbeiteten da hinten im Dunkeln, der war damals noch sehr klein. Alles war schön sauber und ordentlich und kein Dreck trübte die Sicht auf's Weltbild.
Mit der Zeit wird man aber leichtsinniger und vorschneller und unter uns: Man verliert das Interesse. Zeit? Ja, Zeit hat man natürlich auch nicht mehr.
Das einzige Problem, das man sich einkauft sind natürlich die schlimmen Nächte, die nicht enden wollen und die man im Kreise von Lebendigen und Toten damit verbringt, törichte Dinge zu zun oder ganz normale Dinge zu tun, wobei man sich nicht wundert, daß sämtliche Omas und Opas mitgemacht haben.
So gilt es also unter allen Umständen, diese Nächte zu vermeiden, in denen man nicht schlafen kann. Da werden Kopfkissen mit in den Urlaub genommen, Schlaftees gebraut, Bierflaschen geleert und Rituale zelebriert.
In letzter Zeit hilf das aber immer weniger. Ich denke, ich sollte etwas gegen den Druck im Kopf unternehmen. Vielleich mal wieder zum Frisör gehen.

Posted by banana at 07:12 EM | Comments (45)
Oktober 07, 2003
Manchmal auch the Cure oder New Order

Zunächst einmal vielen Dank an die großartige Neuro für den neuen Award, den sie mir verliehen hat!
Er ist sehr schön geworden. Langsam füllt es sich. Sehr schön! Mehr, mehr mehr!
Ein eherner Grundsatz gilt weiterhin und wird auch immer gelten: Wenn Dich jemand zu irgendetwas einläd, auf das Du keinen Bock hast, dann sag' verdammt nochmal sofort ab. Immer gleich bei der ersten Einladung absagen! Dann kann die Ausrede noch so fadenscheinig sein, es ist scheißegal, man wird Dir glauben. Meistens reicht einfach ein lapidares "da habe ich schon was vor". Hat man "da habe ich schon was vor" gesagt, dann sollte man sofort alle freien Denkkapazitäten dafür nutzen, die Ausrede zu verfeinern. Gute Aufhänger sind immer Geburtstage von Onkeln oder Tanten, Hochzeiten von Leuten, die der andere nicht kennt. In Ausnahmefällen kann man auch Wochenendreisen in Europäische Städte vorschieben. Bedenke: Eine Oma kann nur einmal sterben und man hat maximal zwei.
Man sollte sich auf keinen Fall von der Tatsache in die Irre führen lassen, daß der angepeilte Termin in der ferneren Zukunft liegt. Der Tag wird kommen und Du wirst noch immer keine Lust haben, auf diese öde Party zu gehen, bei dem Umzug zu helfen oder die Deutsche Bank zu überfallen. Also: Immer sofort absagen. Ganz einfach.
Wenn man einmal zugesagt hat, dann wird das Absagen immer schwerer, je näher der Termin rückt. Dann muß man schon eine verdammt gute Ausrede haben. Die Ausrede muß besser sein, als die Wahrheit. Die schwere des Absagens und die Wasserdichtheit des Alibis ist reziprok zu der Anzahl der Tage, die bis zum Termin verbleiben. Also gilt: Wenn man nicht sofort abgesagt hat, dann sollte man es möglichst bald tun.
Ich zum Beispiel bin in die Falle getappt, genauer gesagt in die "Das ist ja erst in einer Ewigkeit"-Falle. Ich habe es auch noch selbst verschuldet. Und ich habe es versprochen, also muß ich da jetzt wohl durch. Versprochen ist versprochen. Hätte ich doch nur schon alle Grundsätze über Bord geworfen und nicht nur die meisten.
Es war vor drei Jahren. Ich wurde gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mir "Der Herr der Ringe" anzusehen (besser gesagt "Lord of the Rings, the Fellowship of the Ring (LotR FotR (sic!))", denn es ging um die Originalversion). "Nein" sagte ich. Soweit sehr gut. Doch dann beging ich den fatalen wie folgenreichen Fehler: "Aber wenn die drei Filme mal am Stück laufen, dann komme ich mit. Aber nur in die Originalversion. Versprochen!".
Zack! Gesagt getan. Am 16.12 ist es soweit. Alle drei Herr der Ringe Filme hintereinander in Englisch. Um 17:00h geht's los, so um 4:00h dürfte der Spuk zuende sein.
Wir lernen: Auch drei Jahre gehen vorbei, wenn man es auch nicht immer glauben mag. Zehn Stunden Herr der Ringe werden auch vorbeigehen, aber nur sehr sehr langsam.
Naja, vielleicht habe ich mal Kinder, denen ich davon erzählen kann. Dann hätte es sich wenigstens gelohnt.
Günstig: 12.99 eur für die neue Ärzte Doppel CD.
Frech: 13.49 eur für ein Kiste Beck's.
Die haben wohl den Arsch offen.

Posted by banana at 06:46 EM | Comments (9)
Oktober 06, 2003
404

So richtig Spaß macht das Leiden ja erst, wenn man darüber spricht. So richtig schlecht geht es einem erst, wenn man anderen davon in allen Einzelheiten erzählen kann.
Dann wird man bemitleidet, d.h. man bekommt Aufmerksamkeit und dann geht's einem schon wieder besser.
Das Leiden und darüber sprechen ist ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens. Wie arm sind doch die Tiere dran, daß sie nicht darüber sprechen können, wie schlecht es ihnen doch geht! *)
Das Leben ist ja wirklich sehr schwer herumzubekommen. So viele Stunden, Tage, Monate und Jahre, die es hinter sich zu bringen gilt. So viel Langeweile.
Männer können sich ja hervorragend mit Fußball, Baumarkt, Saufen, Onanie und mit Bettgeschichten prahlen unterhalten. Aber den Frauen, denen bleibt da oft nur das Leiden, sofern sie nicht gut im Handarbeiten sind.
Da wird gelitten, wenn die Lieblingsboyband sich trennt. Dann wird gelitten, weil der erste Freund mit anderen Mädels herumpoussiert. Dann wird gelitten, weil man mit dem zweiten Freund Schluß gemacht hat und er es gewagt hat, sich eine Neue zu angeln. Dann wird gelitten, weil der Busen zu groß/zu klein ist. Dann wird gelitten, weil das Vorbereiten der Hochzeit so viel Arbeit ist. Dann wird gelitten, weil der Mann alleine etwas unternimmt und man allein mit dem Kind zu Hause sitzt**). Dann wird gelitten, weil Tupper schon wieder die Preise erhöht hat. Und dann, dann ist es soweit! Man hat endlich den Heimathafen des Leidens erreicht! Dann ist man 30 und man kann anfangen wegen Krankheiten zu leiden! Das ist schön. Das ist die Lösung aller Probleme. Der Perpetuum Mobile des Leidens. Wenn man krank ist, dann kann man super leiden. Dann hat man einen Grund zum Leiden. Dann kann man Leiden auch gerne als Gesprächseröffnung nutzen oder dazu, um dem Gespräch eine unvorhergesehene Wendung zu geben. Endlich steht man im Mittelpunkt, denn wenn jemand leidet und er bekommt nicht genug Aufmerksamkeit und kann sein Herzerl nicht ausschütten, dann ist das unhöflich.
Erfahrene Leider leiden überall, zu jeder Tages- und Nachtzeit und unter allen Umständen. Vor einiger Zeit, als mal wieder ein Familienmitglied gestorben war, da kam eine Pro-Leidering vorbei um ihr Beileid auszusprechen. Zack! Eröffnung, dann ein Haken und schon erzählte sie mir von ihren Krankheiten. Sie meinte das bestimmt nur gut, nach dem Motto "bei Dir ist vielleicht ein Verwandter über den Jordan, aber stell Dir vor, Du könntest auch [insertyourfavoritediseasehere] haben". Da war ich dann auf einmal ganz arg glücklich.
Das ganze hat natürlich noch eine weitere Dimension. Wenn man nämlich nicht jedem die ganze Zeit erzählt, wie schrecklich schlecht es einem geht, welche Tabletten, Rasierklingen und Seile man sich in letzter Zeit gekauft hat und welche Farbe der Ausfluss oder Körperöffnung A,B und C hat, dann denken alle, es ginge einem hervorragend.
Und das bekommt man dann auch noch vorgehalten.
Frauenfeintlich? Quatsch! ich weiß nichtmal, wie man das schreibt!
Heute war es mal wieder schön in der Besprechung. Es ging um "Lean Development"
eük: Eines der Schlagwort ist "Delay Committment".
czk: Du meinst nicht etwa "Commit Delayment"?

*) Da wollte ich jetzt so einen Schweinedialog schreiben, aber dann sind mir diese unerträglichen Filme vom Kaliber "Ein Schweinchen namens Babe" und "Steward Little" eingefallen und so lasse ich es lieber bleiben. Wieso denkt man auch eigentlich immer, daß Tiere intelligenter wären, als Menschen. Die Chancen dafür stehen doch ziemlich schlecht, immerhin ist das Gehirn ja noch kleiner als beim Menschen, also im Verhältnis gesehen. Kommt mir jetzt nicht mit dem fucking Potwal!
Vielleicht würde sich ja rausstellen, daß Tiere echte Arschlöcher wäre, wenn sie sprechen könnten.
Schwein1: Boah!!! Krasss, ey!!! Voll das Futter!!!
Schwein2: Brauchst Du Kick oder was?

Jetzt habe ich doch einen Schweinedialog geschrieben. Doh!

**) Da merke ich: Ich sollte Sitcoms schreiben:
Sie: Du geht's mit Deinen Freunden weg und ich sitze hier allein zu Hause rum oder wie?.
Er: Du bist ncht allein! Das Baby ist doch da.

Posted by banana at 07:23 EM | Comments (6)
Oktober 05, 2003
One-T, Nine-T, Bull-T, me

Mich hat der Text immer irritiert. Jedesmal, wenn ich ihn gehört habe. Gut, ich gebe zu, ich habe ein Problem mit Metaphern. Mir fallen selbst keine ein und wenn andere sie benutzen, dann verstehe ich sie oft nicht. Da bin ich, wie der Pauker unter den Trompetern.
Wenn ich sie nicht verstehe, dann mache ich den Fehler und denke über sie nach. Eigentlich sollte man das Gefühl stehen lassen, was die Metaphern beim ersten Hören im Bauch hinterlassen. Aber das kann ich nicht, denn bei mir hinterlassen sie so ein Puddinggefühl im Magen und das gefällt mir irgendwie nicht.
Am schlimmsten ist es bei dem Lied "It's my life" von Bon Jovi. Jedesmal, wenn es im Radio kommt, dann ist es das gleiche. Ich erwarte förmlich die Zeilen
My heart is like an open highway
Like Frankie said
I did it my way

Die irritieren mich immer. Da bekomme ich eine Gänsehaut. Mein Herz ist wie eine offene Autobahn? Mein Herz ist wie eine freie Bundesstraße?
Was soll das denn bedeuten?
Ich muß da immer zuerst an Easy Rider denken. Ein Kerl auf einem Motorrad - wahrscheinlich wegen dem Lied "Wanted Dead or Alive", ebenfalls von Bon Jovi, in dem solche hervorragenden Zeilen, wie "I'm a cowboy, on a steel horse I ride" und "I walk those streets, a loaded six string on my back". Sowas deutet natürlich eher darauf hin, daß man bei Bon Jovi nicht so viel Augenschein auf die Texte legen sollte. Aber ich kann nunmal nicht anders.
Was hat das Herz mit einer freien Straße zu tun? Viel Platz? Nichts los? Schmutzig? Grau? Mit Streifen in der Mitte? Rissig? Mit einer Nummer versehen? Beschildert?
Das macht doch keinen Sinn, zumindest für mich nicht.
Open highway könnte auch bedeuten, daß die Benutzung nicht kostenpflichtig ist. Naja, das ist wohl etwas zu weit hergeholt.
Ich kann mir auf die Zeilen auf jeden Fall keinen Reim machen und vermute, daß sie einfach die der heißen Nadel gestrickt worden sind, weil der Song fertig werden mußte und die Frau zu Hause schon dreimal angerufen hat, weil das Essen auf dem Tisch steht und so weiter.
Das hatte der Jon schon die Zeile "Like Frankie said I did it my way" und die fand er auch total super, denn wenn jemand etwas "my way" macht, dann ist das per definition immer gut. Er brauchte aber noch die Zeile, auf die sich der Quatsch reimen sollte und da war er in der Zwickmühle.
Ein Tonstudio, innen, kurz vor der Mittagspause.
Jon: (ruft) Hey Richie! (Sambora, Anm. d. Red.) Was reimt sischn auf "my way"?
Richie: (ruft) Auf was? Auf highway?"
Jon: (ruft) Highway? Klasse!
Jon: (zu sich) Hm. Highway... Steel? Freedom? Love? Pride? Lie? Gun? Baby? Heart! Heart iss gut! Heart iss sehr gut! My heart is like a highway! Paßt nicht..
Richie: (ruft) Deine Frau ist am Telefon. Sie will wissen wann Du endlich kommst.
Jon: (ruft) Gleich! (zu sich) My heart is like an open highway. Das paßt!
Jon: (ruft) Bin feddisch. Mir könne die Nummä heut' Mittach uffnemme. Ich mach' misch dann vom aggä. Tschö mit ö.
Richie: (ruft) Mach's besser!

So muß das gewesen sein. So stelle ich mir das vor.
Ich frage mich aber trotzdem jedesmal, ob denn der Herr Sinatra von dem Herrn Bongiovi wirklich "Frankie" genannt werden möchte.
Aber das sollen die beiden unter sich ausmachen.

Posted by banana at 07:46 EM | Comments (4)
Oktober 03, 2003
At my signal, unleash hell

Vorneweg ersteinmal ein herzliches Dankeschön an MBasti für seinen mir verliehenen Award Of Outstanding Excellence. Der Award ist natürlich auf der §§a href="http://www.spackonauten.org/awards.html">Awards Seite§§/a> zu finden. Herrlich. Es ist ein großartiges Gefühl!
Ansonsten ist heute eher einer dieser Tage, an denen man sich wünscht, das Kinderspiel würde funktionieren, wenn man sich die Augen zuhält und niemand kann einen sehen. Klappt aber nicht. Wird Zeit, daß die militärischen Tarnkappen in Großserie gehen und endlich auch für Normalbürger erschwinglich werden, so wie Nachtsichtgeräte. Wahnsinnig praktisch, so ein Nachtsichtgerät. Wenn zum Beispiel mal beide Scheinwerfer am Auto kaputt sind und man dringend in die Klinik muß, oder so. Man weiß ja nie und unverhofft kommt oft!
Der herbst hält Einzug. Die Bäume verabreden sich und irgendwann in den nächsten Tagen wird es soweit sein, dann wird das Laub so wunderbar bunt. Rot und Orange und Gelb. Letzte Woche ist in eine Besprechung so ein buntes Blatt durch das offene Fenster hereingeweht. Ich habe es auf den Besprechungstisch gelegt. Sofort hatte ich den Herbstgeruch in der Nase. Kühl, mit einer tapferen Sonne, die leider nicht mehr besonders viel ausrichten kann, feucht und windig.
Hoffentlich wird es einen schönen Wind geben, der die Gedanken im Kopf ordentlich durcheinanderschüttelt. Vielleicht vorher noch ein paar Gläser Wein, um die Gedanken etwas einzuweichen. Dann lösen sie sich besser von den Wänden.
Dann fallen alle Blätter von den Bäumen und dann beginnt der unangenehme Teil des Jahres. Kahle Bäume, nasse Straßen mit beschissenem Dreckslaub drauf, dunkle Nächte und kurze Tage, Weihnachtslieder, Kälte, Leute die einem einen "Guten Rutsch" wünschen.
Der blanke Horror.
Die Frauen ziehen sich wieder dick an und die schönen legen sich zum Winterschlaf. Schöne Frauen sieht man nur im Sommer. Im Winter sind sie zur Inspektion oder schlafen. Sobald die Sonne rauskommt, erwachen Sie, legen ihr Gewand and und rennen rum, um den Männern die Köpfe zu verdrehen.
Komisch ist nur, daß sich Frauen so wenig anziehen, obwohl sie doch sonst immer frieren. Aber mein Gott! Ich bin so dankbar dafür. Dankbar, daß sie mir dieses Opfer bringen. Daß sie für mich und viele andere dankbare Jungs den Frost in ihre Glieder kriechen lassen, damit wir mit glühenden Gesichtern durch die Fußgängerzone schlurfen können und zu Hause.
Naja, lassen wird das.
Im Fernsehen scheint die DDR zur Zeit ihr großes Comeback zu feiern. DDR Shows auf allen Kanälen. Da müssen die Prinzen und Frau Witt und der Herr Maske aber aufpassen! Sie können ja nicht überall zur gleichen Zeit sein. Zu viel Stress ist ungesund und das ewige Reisen.
Heute Abend kommt auf jeden Fall Sonnenallee im Fernsehen. Hätte ich eine Programmzeitschrift, so hätte ich das vielleicht sogar gewußt und hätte mir nicht am Montag die DVD für zehn Öre gekauft. Zumal die auch noch scheisse ist, weil links und rechts ewig viel vom Bild abgeschnitten ist. Gefallen hat mir der Film auch nicht. Nörgel nörgel nörgel.
Morgen geht's auf die Wiesn. Ich bin gespannt.

Posted by banana at 07:14 EM | Comments (2)
Oktober 02, 2003
Kationen MG/L: Natrium 118

Wird eine Sache dadurch für einen selbst interessanter, wenn man sich zwingt, sich damit intensiv auseinanderzusetzten? Wenn man diese eine Sache konzentriert und emsig tut, anstatt tausend andere Sachen zu tun, die man eigentlich viel lieber tun würde? Bekommt man dann wirklich Interesse an der Sache oder vergisst man vielleicht, daß man viel lieber faul auf der Kommandocouch rumlungern würde.
Das wäre mal eine Sache, die ich wirklich gerne wissen würde. Wenn es nämlich nicht so wäre, dann könnte ich mir eine Menge Unannehmlichkeiten ersparen und gleich lebensverlürzende Maßnahmen einleiten.
So ein Gedanke aus der Abteilung "es wird früh dunkel und das wirkt sich negativ auf meine Stimmung aus". Ja, so ein Flennbeitrag wird das.
Vor einiger Zeit war der Rummel um das §§a href="http://www.starwarskid.com/">Star Wars Kid§§/a> ziemlich groß. Ob das jetzt lustig ist oder nicht, das spielt im Moment keine Rolle. Tatsache ist auf jeden Fall, daß der arme Bengel nach einer Weile ziemliche Probleme mit seiner Berühmtheit bekommen hat. Also psychische Probleme mit der Art und Weise, wie er zu all dem Ruhm gekommen ist. Seine Eltern haben die beiden Früchtchen, die das Video der Welt zur Verfügung gestellt haben auf jeden Fall erstmal auf $225.000 Schadensersatz verklagt. Was recht ist muß auch recht bleiben!
Nun ist das Video (und einige der Remixes) in der Tat ziemlich lustig. Der Schaden, den der Junge jetzt weg hat, ist weniger lustig und deswegen haben ihn auch ganz viele liebe und nette Leute getröstet.
Das ist ja alles ganz fluffig und *knuddel* und *drück* und was es da noch für eine Scheiße gibt. Einige der Leute, die früher auch solche dicken ungelenken Fleischtransporter waren, haben die Mitleidsmöglichkeit aber auch dazu genutzt, ihren Hass auf die Welt (und wohl im Speziellen auf die coolen Typen, die so Sachen machen, wie Videos von Darth Maul spielenden Jungs ins Internet zu speisen oder mit Frauen vor der Ehe zu schlafen oder so abgefahrene Sachen) hinauszuposaunen und auf dieser kleinen Platform ein Rachefeuerchen abzukokeln.
Unter anderem hieß es da, daß man selbst während der Schulzeit so ein Kind gewesen sei, das alle ausgelacht haben und das ein eigenwilliges Modeverständnis gehabt habt.
Aber man solle sich trösten. Die coolen Typen von damals seien heute arbeitslose Verlierertypen. Und der dicke Junge, den sie heute auslachen, wird morgen eurer Gehalt ausbezahlen.
Ich muß leider sagen, daß er damit recht hat. Jetzt ist es weniger schlimm, sich von dicken Leuten das Gehalt auszahlen zu lassen, denn man kann sie hinter ihrem Rücken immernoch auslachen. Schlimm ist es, daß diese Leute sich damit tatsächlich aufbauen können. Der Hass scheint offensichtlich tief genug zu sitzen, um die Laune zu verbessern und der berufliche Erfolg scheint das wichtigste zu sein. Das will im Moment nicht so ganz in meinen Schädel. Nein, Moment. Ich will eigentlich nicht, daß es in meinen Schädel reinkommt. Ob es selbst da rein will, daß weiß ich gar nicht so recht.
Ansonsten verscheisse ich es mir gerade nach und nach bei allen Leuten. Mir steht also demnächste eine Deutschlandweite Wiedergutmachungstour an. Wie gut, daß man mir nicht böse sein kann.
Hier noch eine wichtige Frage: Wie kann man §§a href="http://www.spackonauten.org/images/DasGeschenk.JPG">so eine§§/a> Mütze aufsetzen und sich auch noch toll dabei finden?

Posted by banana at 06:59 EM | Comments (3)
Oktober 01, 2003
Der älteste Mann der Welt lebt!

Die Damen, die Herren,
den freudigen Anlaß des 400. Beitrags aus der Allee der Spackonauten möchte ich dazu nutzen, um allen Lesern von Herzen zu danken.
Danke! Ihr könnt echt super lesen, Leute!
Ich hoffe, Ihr hattet etwas Spaß, wurdet vielleicht zum Nachdenken angeregt, danktet dem Herrn, daß Ihr nicht so bescheuert seid und solche Probleme habt. Was auch immer.
Ich möchte auch zurückblicken auf die letzten sechzehn Jahre, hier in der Allee der Spackonauten. Mit einer Träne im Knopfloch.
Es hat sich in den letzten sechzehn Jahren viel geändert! Kategorie wird zum Beispiel nicht mehr mit "h" geschrieben, einige Worte haben jetzt Großbuchstaben (größtenteils am Wortanfang) und Punkte auf den Buchstaben so weiter.
Trotzdem habe ich mich aber stets bemüht, neue Rechtschreibfehler zu erfinden. Ich denke, es ist mir ganz gut gelungen. Von Zeichensetzung habe ich im Gegensatz dazu aber leider überhaupt keine Ahnung.
Nachwievor gilt der alte Ausspruch: Stillstand ist Stillstand und Schnaps ist Schnaps!
Da hätten wir zum Beispiel die letzte Spackonautensause im Haus der Spackonastik, Allee der Spackonauten 58a. Das war eine Wucht! Da brummte die Hütte richtig. Mercedes hatte alle Hände voll zu tun, sie wieder auf Vordermann zu bringen. Die war vielleicht sauer!
Käptn Frischgemüse war damals extra vorbeigekommen und performte seinen Hit "Käptn Frischgemüse". Der ist vielleicht 'ne Marke, der Käptn Frischgemüse. Au Backe! Er hatte seine Haare karottengelb gefärbt und trug eine grüne Satinhose und braune Halbschuhe. Der Oberkörper war frei und quer über die Brust hatte er mit TippEx "ROKKA ROKKA" geschrieben. Er sah spitze aus und rockte ziemlich stark. Ich dachte schon, wir müssen ihn wieder von der Bühne kratzen, aber er hielt tapfer durch, der alte Sack. Am Ende der Performance kippte er eine ganze Stiege Fenchel und Sellerie in den Gartenhäcksler und bespritzte das Publikum mit den Schnitzen. Zum Glück waren aber alle schon so besoffen, daß es ihnen nichts mehr ausmachte. Außerdem war es recht lecker.
Mercedes spielte den ganzen Abend über "Kick the Schmuck" mit den anwesenden Herren. Es war ein Hauptspaß. Das Oettinger floss in Strömen und Hans Günthers Frau hatte Frikadellen gemacht. Die besten Frikadellen der Stadt! Sie schmecken ungefähr so, wie Ambrosia.
Aber, ich schwelge in Erinnerungen und das soll man nicht tun, denn man soll immer in die Zukunft schauen und positiv denken und sich alle anderen nackt vorstellen. Vielleicht bringe ich da aber auch etwas durcheinander.
Leider waren wir bei der letzten Vorstandsversammlung nicht beschlußfähig, so daß die überfällige Änderung der Schriftfarbe nicht beschlossen werden konnte. Ebenfalls konnte man sich nicht darüber einig werden, ob man denn nun auf andere Seiten verlinken wollte, oder nicht. Beschlossen wurde aber folgendes:
Hier wird demnächst geschrödert!
Wenn nicht bald ein paar mehr Awards eintreffen, dann trete ich zurück!
Oder ich mache es mir selbst. So!
Ach - bevor ich es vergesse... Bei Männern sollten keine Haare aus der Nase rausgucken, denn das sieht total scheisse aus. Die Nasenhaarschneider sind entwürdigend. Entwürdigend ist es allerdings auch, sich die Dinger aus der Nase rauszureissen, aber das ist nunmal der einzige Weg, sie dauerhaft los zu werden (an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an die Schöpfung!). Jetzt gibt es aber einen Trick! Man muß beim Rausreissen husten. Das Hirn kann nicht gleichzeitig husten und schmerz empfinden. Ist schon ein tolles Ding, so ein Hirn (an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an die Schöpfung). Ob das mit anderen Körperhaaren auch klappt, daß weiß ich nicht. Ich sehe mich auch im Moment außer Stande, dies zu überprüfen. Dem Studenten wird dies jedoch als einfache Übungsaufgabe überlassen. Also: Viel Spaß!


Prost!

Posted by banana at 07:00 EM | Comments (11)
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