Dienstag 27 Januar, 2015
Chili ohne Fleisch

Schauen Sie sich diesen großartigen Film über den Tatra 603 an. Es handelt sich um eine arschwackelnde Verfolgungsjagd, so viel kann ich verraten.
Ansonsten habe ich am Wochenende mit vegetarischen Chili herumexperimentiert. Ich bekomme demnächst Gäste, von denen einige kein Fleisch essen und damit ich nicht zwei Versionen machen muss, tüftele ich an einer, die für beide akzeptabel ist.
Ich hatte auch vor einer Weile nach leckeren vegetarischen Bratwürsten gesucht, weil meine Mutter Gäste hatte, von denen einige kein Fleisch essen. Die meisten Würste waren für mich ziemlich schrecklich, aber es gab einige, die ich richtig lecker fand. Lecker, weil sie feinen Bratwürsten aus Fleisch ziemlich ähnlich waren.
Meine Mutter hat diese Würste dann serviert, aber bei einer jungen Dame kamen sie nicht so gut an. Für sie schmeckten sie zu sehr nach Fleisch. Wieder was gelernt.
Viele Leute sagen ja sowas im Sinne von "warum muss man denn vegetarische Bratwürste machen? Wenn die Leute kein Fleisch essen wollen, warum essen sie denn dann etwas, was aussieht, wie Fleisch?" Nun, die Antwort ist gar nicht mal so schwer: Es gibt Leute, die essen kein Fleisch nicht aus dem Grund, dass es ihnen nicht schmeckt, sondern aus anderen Gründen: Tierschutz, Umweltschutz, weiss der Geier. Die würden also schon ganz gerne Fleisch essen, haben sich aber dagegen entschieden. Und so weiter und so fort.
Zurück zum Chili:
Da gehört Hackfleisch rein (ja, ich weiss, eigentlich gehören da Rindfleischbatzen rein). Also suchte ich vegetarisches Hackfleisch. Ich schaute im Internet nach, was da wohl gelitten ist und ging dann aber aus kompletter Blödheit heraus ins falsche Geschäft. Da gab es dann so ein Bio Soja-Genulat. Ich kaufte natürlich gleich zwei große Beutel, weil ich irgendwie davon überzeugt war, dass es ja wohl schon gut sein müsste. In meinem Schloss bereitete ich das Zeug dann nach Vorgabe zu und machte ein Chili draus und es war ziemlich schrecklich. Es schmeckte nach nichts und kaute sich, wie kleingehackte Haselnüsse. Was für eine Enttäuschung! Und gut, dass ich gleich zwei Beutel davon gekauft habe. Ich habe schon ungefähr ein Zehntel des Vorrates verbraucht.
Als ich dann ins richtige Geschäft ging und das richtige Produkt kaufte, war ich eigentlich ganz zufrieden.
Das musste auch mal gesagt werden.

Posted by banana um 13:00 (Link) | 13 Kommentare

Freitag 23 Januar, 2015
In Irland war es windig

Unlängst war ich in Dublin, der grauen Stadt am Meer, der Stadt der Liebe, der Stadt, die niemals schläft, der windigen Stadt, der ewigen Stadt.
Das war sehr schön, dort. Aber auch sehr windig. Das habe ich schon bei der Landung gemerkt. Sie war hart. So hart, wie das Leben.
Abends gingen wir von der Kneipe zum Hotel. Wir hatten exzellentes Bier getrunken und waren darüber müde geworden. Noch mehr Bier hatte aber ein Dubliner getrunken, der über die O'Connell Street wankte. Und er musste es sehr schnell getrunken haben, denn dass, was er da im Laufen hochkotzte, war nur Schaum. Der Wind nahm sich des Erbrochenen an und trug es gute fünf Meter über den Bürgersteig. Die O'Connell Street hat sehr breite Bürgersteige. Es sah aus, wie Löschschaum. Es war gut und gar nicht eklig. Ich stellte trotzdem sicher, dass uns der Fremde nicht zu nahe kam.
Mein Lifestyle ist ja sehr indoor-oriented und inactivity-driven. Deswegen bekomme ich viele Sachen nur aus zweiter, dritter, vierter und teileweise sogar fünfter Hand mit. Deswegen sah ich zwei Dinge in Dublin zum ersten Mal mit eigenen Augen: So einen Verdampfer zum Rauchen und einen Selfie-Stick.
Den Verdampfer fand ich merkwürdig, aber der Typ, der da am verdampfen war, war ganz lässig, deswegen bekommt er von mir 10 Punkte. Den Selfie-Stick fand ich ziemlich albern, deswegen bekommt er von mir nur 0 Punkte. Besonders albern war es, dass der Selfie-Stick in der Gravity Bar in der Guinness Brauerei zum Einsatz kam. Da waren genug freundliche Leute, die man hätte fragen können, ob sie einen nicht mal fotografieren können. Aber wahrscheinlich sieht es dann nicht genug nach Selfie aus. Versteht mich nicht falsch: Ich liebe Selfies! Meine besten Freunde machen dauernd Selfies von sich und ich liebe auch sie dafür. Ich hatte jahrelang ein Selfie von meiner kleinen Nichte in der Geldbörse, dass sie zeigt, als sie noch ein Baby war. Ich habe viel Geld in einen Selfie-Fonds in Japan investiert, aber für mich rückt der Selfie-Stick zu weit vom Selfie-Gedanken an sich weg, als dass ich das gutheissen könnte. Ich bin auch eher so roots und oldschool und pure-shit-mäßig drauf, als dass ich das prolevieren könnte.
Ich habe mich aber trotzdem gefragt, wie bei diesen Selfie-Sticks eigentlich der Auslöser am Telefon bedient wird. Ich dachte erst: Selbstausköser! Das war aber falsch. Es wird per Bluetooth gemacht. Krass. Ich bin ein Kind der fünfziger Jahre. Damals wurde Bluetooth (beziehungsweise ein vergleichbare Technik namens CB-Funk) noch ausschließlich von Geheimdiensten und Fernfahrern genutzt und heute löst man damit Kameras aus. Wenn das die Hacker mitbekommen, dann geht die Kreuzfart aber den Bach runter, Leute. Lasst Euch das gesagt sein. Führende Zukunftsforscher sehen die Zukunft nicht schwarz-weiss, sondern in vielen Farben, die Teilweise ausschließlich von Kolibris gesehen werden können, aber das tut nichts zur Sache.
Und ausserdem ist es doch wahrnsinnig unpraktisch immer so einen Stock mit sich rumzutragen. Für mich steht der Selfie-Stick für die Vereinsamung, für die Egomanie und für die Verarmung der Kommunikation. Man frage nicht mehr andere Leute, ob sie einen Fotografieren wollen, weil man Bilder gemacht haben will, die man Leuten zeigt, die nicht anwesend sind. Überhaupt scheint körperliche Anwesenheit nicht mehr so hoch im Kurs zu stehen. Als würde die Distanz einen Menschen aufwerten.
Vielleicht haben die Leute aber auch einfach Angst, dass ihnen die Telefone geklaut werden, wenn sie die nicht an einen Stock schnallen, sondern anderen Leuten in die Hände geben. Man weiss ja auch nie, wo die Hände schon gewesen sind. Und eigentlich kommt das nicht-fragen-müssen meinem Lifestyle auch sehr entgegen. Aber ich mag keine Bilder von mir, denn sie überdauern bis in alle Zeit.

Posted by banana um 11:13 (Link) | 0 Kommentare

Mittwoch 21 Januar, 2015
300 - Herz aus Pathos

Gestern war ich mit ein paar Leuten im Kino. Wir schauten uns "Herz aus Stahl" an. Es geht da um eine Amerikanische Panzerbesatzung, die gegen Ende des zweiten Weltkriegs in Deutschland kämpft.
Über den Film sage ich jetzt mal nix, ausser, dass es eigentlich ziemlich doof ist, sich den auf Deutsch anzuschauen. Die Amerikaner sprechen dann Deutsch und die Deutschen sprechen dann natürlich auch Deutsch und das ist sehr verwirrend, weil man nicht weiss, welche US-Soldaten denn wann Deutsch sprechen. Es gibt da eine längere Szene mit zwei Frauen, die mich deswegen etwas verwirrt hat. Und als der Abpsann lief, habe ich mich dann gefragt, welche der Frauen Shia LaBeouf war, weil der Name ja eigentlich bekannt ist, aber die beiden Frauen mir nicht bekannt vorkamen. Ich Doofie! Ich glaube übrigens, dass diese beiden Frauen die einzigen weiblichen Rollen im Film waren. Immerhin saß auch eine Frau im Kino, aber da bin ich mir nicht ganz sicher, weil die erst gekommen ist, als der Film schon lief. Es war ein kleines Kino.
Einer von uns hatte sich so eine große Popcorn-Tüte gekauft, wie man sie nur im Kino bekommt und die ging dann immer hin und her, her und hin und hin und her und her und hin und hin und her und her und hin.
Dann kam eine Überraschungsszene! Naja, eigentlich war es keine Überraschungsszene, sondern sehr vorhersehbar: Ein Deutscher Soldat mit einer Panzerfaust schleicht sich an einen Konvoi Amerikanischer Panzer heran und mit einem lauten Peng schießt er einen Sherman kaputt. Also, das kam schon etwas überraschend, vor allem das laute Peng.
Da befand sich die Popcorntüte gerade auf dem Schoß eines etwas schreckhaften Kollegen. Der zuckte dann auch dermaßen zusammen, dass die Tüte ungefähr einen Meter in die Höhe geschleudert wurde und das ganze Popcorn herausfiel.
Wenn sowas in Filmen passiert, dann finde ich das immer doof, aber im echten Leben war das schon ziemlich witzig. Ich musste die Sauerei hinterher aber auch nicht wegmachen.
Ich glaube, die Leute im Panzer waren auch sehr überrascht.

Posted by banana um 10:52 (Link) | 0 Kommentare

Dienstag 20 Januar, 2015
Running Handkäs Place

Vielleicht sollte man ja ein "Running Handkäs" Restaurant aufmachen. Also sowas, wie diese Sushi-Läden mit Laufband, aber halt nicht mit Algen, Reis und Fisch, sondern mit Handkäse und anderen hessischen Spezialitäten.
Das Problem ist natürlich, dass man dann nur kalte Speisen anbieten kann. Und dass natürlich auch niemand fünf Handkäs zu einer Mahlzeit isst. Da isst man in der Regel einen und dann noch was hinterher oder man hört auf mit dem elenden gefresse. Ich stelle mir das aber trotzdem schön vor. Man sitzt am Tisch und vor einem fahren die Handkäse mit Musik, Handkäse ohne Musik, Mispelchen, Sauergespritzten, die Grüne Soße, die Schneegestöber, die Spundekäse, die Schwaddemaachebrote, die Schmalzbrote, die Soleier und was weiss ich noch alles vorbei.
Vielleicht war das aber auch eine Scheissidee.

Posted by banana um 15:34 (Link) | 3 Kommentare

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